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19.05.2006

Forschungspolitik Die Privat-Universität Witten-Herdecke erhält einen Aufschub.

Der Wissenschaftsrat hat seine Entscheidung über die Ausbildung von Medizinern an der Privatuniversität Witten-Herdecke aufgeschoben. Die Universität hat jetzt bis zur nächsten Sitzung des Rates im Juli Zeit, ein überarbeitetes Konzept vorzulegen. Der Wissenschaftsrat hatte im vergangen Jahr die Ausbildung der Mediziner in Witten als zu forschungsfern kritisiert. Er hatte die Universität aufgefordert, ein neues Konzept vorzulegen. Bereits vorab war bekannt geworden, dass die zuständige Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrat dieses Konzept nicht als ausreichend für eine weitere Ausbildung von Medizinern an der Privathochschule ansieht. Auf Drängen des Landes Nordrhein-Westfalen hat der Rat jedoch eine Entscheidung über eine Empfehlung aufgeschoben. //[gät]//

Astronomie Das größte Einzel-Teleskop der Welt soll in Chile gebaut werden.

Das Fernrohr erhält einen Spiegel von 8,4 Metern Durchmesser und soll in der Lage sein, den gesamten sichtbaren Himmel in drei Tagen zu erfassen. Bisher benötigen Teleskope dafür deutlich länger. 2012 wird das Large Synoptic Survey Telescope getaufte Observatorium in Betrieb gehen. Das Astrophysikalische Institut in Potsdam hat unterdessen auf der Insel Teneriffa eine vollautomatische Sternwarte in Betrieb genommen. Das Observatorium verfügt über zwei Spiegelteleskope von je 1,2 Metern Durchmesser und soll computergesteuert den Himmel nach fremden Sonnensystemen absuchen. //[gät]//

Astronomie Neptuns Dreizack könnte einen erdähnlichen Planeten haben.

Ein internationales Forscherteam hat drei Planeten entdeckt, die um einen sonnenähnlichen Stern kreisen. Wie die Forscher aus Genf und Bern berichten, zieht dabei einer der Planeten seine Bahn innerhalb der Zone, in der auf Planeten gemäßigte Temperaturen herrschen. Damit könnte sich auf diesem Himmelskörper prinzipiell Leben entwickelt haben. Weil die drei Planeten in etwa die Größe des Neptuns haben, tragen sie die Bezeichnung Neptuns Dreizack. Die Planeten des Sterns mit der offiziellen Bezeichnung HD 69 830 sind deutlich schwerer als die Erde. Im Vergleich mit den übrigen bereits entdeckten Exoplaneten sind sie jedoch verhältnismäßig leicht. //[gät]//

Biologie Affen können im voraus planen.

Das berichten Forscher des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten den Tieren die Aufgabe gestellt, ein Werkzeug auszuwählen, mit dem diese mehrere Stunden später an Futter herankommen würden. Mit der Zeit lernte ein Teil der Versuchstiere tatsächlich, dieses Instrument zu nehmen und später wieder mitzubringen. Die Forscher werten das als Beleg dafür, dass auch Menschenaffen wie Schimpansen oder Orang-Utans im voraus planen. Bislang hatten Biologen diese Fähigkeit ausschließlich dem Menschen zugeschrieben. //[gät]//

Quelle: Science, Band 312, Seite 1038

Physik Laser scheren Atome passgenau vom Molekül.

Forschern der Yale-University ist es gelungen, Wasserstoffatome gezielt von Silizium-Molekülen zu lösen. Die Wissenschaftler hatten dazu die Verbindung mit einem Laser beschossen, der eine genau zu den Schwingungen der Atome passende Frequenz hatte. Die Folge davon war, dass sich die Bindung zwischen den Wasserstoff- und den Siliziumatomen löste. Einzelne Silizium-Schichten auf Chips werden durch eine Wasserstoffschicht versiegelt. Soll eine neue Schicht auf die vorhandene aufgelegt werden, muss die Wasserstoffschicht jedoch entfernt werden. Die Wissenschaftler hoffen, mit ihrem Verfahren dafür einen einfachen Weg gezeigt zu haben. //[gät]//

Evolution Die Entwicklung des Lebens könnte anders verlaufen sein, als Forscher bislang vermuten.

Während der Evolution haben sich zuerst die einfachen Einzeller ohne Zellkern – die Prokaryonten - entwickelt, dann erst die komplexen, die über einen Zellkern verfügen, die so genannten Eukaryonten. Aus diesen konnten dann mehrzellige Lebensformen entstehen. Diese Annahme gilt derzeit als Stand der Forschung. Ihr widerspricht jetzt jedoch ein Forscherteam der Universitäten Lund in Schweden und der Massey-University in Neuseeland. Die Wissenschaftler vertreten im Fachblatt „Science“ die These, die vorhandenen Daten zur Geschichte der Evolution wiesen auf eine umgekehrte Entwicklung hin. Zuerst seien Einzeller mit Zellkern, die Eukaryonten, entstanden. Aus diesen hätten sich dann die einfacheren Prokaryonten entwickelt – zum Beispiel, um den ersten zellfressenden Organismen entwischen zu können. //[gät]//
18.05.2006

Entwicklungsbiologie Videoüberwachtes Kind soll Fragen der Sprachentwicklung klären.

Von der Geburt an bis zu seinem dritten Geburtstag wollen Forscher vom Massachusetts Institute for Technology einen Jungen filmen: Vierzehn Stunden täglich soll beobachtet werden, wie das kleine Kind allmählich sprechen lernt. Der Vater, selbst Lehrstuhlinhaber am MIT, hat für das Projekt elf Videokameras und 14 Mikrofone in seinem Haus installieren lassen. So soll jede Bewegung und jedes Geräusch des Jungen aufgezeichnet werden. //[tj]//

Quelle: New Scientist, BBC

Biologie Affen können ihre Botschaften durch Lautkombinationen variieren.

Wie die Fachzeitschrift "Nature" berichtet, haben Forscher bei einer in Afrika verbreiteten Affenart eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Die so genannten Großen Weißnasenmeerkatzen kennen einzelne Laute, mit denen sie ihre Artgenossen vor anderen Tieren warnen. Sie können diese Laute aber auch kombinieren und damit eine weitere Information übermitteln. So kennen die Affen einen Laut zur Warnung vor Leoparden und einen zur Warnung vor kreisenden Adlern. Kombiniert fordert die Lautfolge die Artgenossen auf, sich rasch in ein entferntes sicheres Gebiet zu begeben. Die Kombination von Lauten zu neuen Bedeutungen wurde bislang als ausschließlich menschliche Fähigkeit angesehen. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 303

Medizin Ein neues Antibiotikum soll gefährliche, superresistente Keime in Krankenhäusern bekämpfen können.

Wie im Fachmagazin "Nature" berichtet wird, haben amerikanische Forscher möglicherweise einen entsprechenden Wirkstoff gefunden. Unter 250.000 Teststoffen entdeckten sie eine Substanz mit dem Namen Platensimycin. Dabei handelt es sich um das Molekül eines Mikroorganismus, den sie südafrikanischer Erde entnommenen hatten. Erste Tierversuche seien erfolgreich verlaufen, berichteten die Wissenschaftler des Pharmakonzerns Merck. Die wichtigsten multiresistenten Keime wurden damit ohne Nebenwirkungen abgetötet. Tests über die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit des Wirkstoffs am Menschen stehen noch aus. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 358ff

Genetik Auch das letzte menschliche Chromosom ist entziffert.

Britische Forscher haben die Sequenz von Chromosom 1 vollständig entziffert. Damit ist das letzte der 24 verschiedenen menschlichen Chromosomen entschlüsselt. Mehr als 160 Wissenschaftler aus Großbritannien und den USA haben die genaue Abfolge der Chromosomen-Bausteine ermittelt und stellen das Ergebnis in der heutigen Ausgabe von "Nature" vor. Chromosom 1 ist das größte menschliche Chromosom. Es hat rund acht Prozent der gesamten genetischen Information gespeichert. Mehr als 350 Krankheiten stehen mit Veränderungen von Chromosom 1 in Verbindung, darunter verschiedene Krebsarten und neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 315ff

Technik Ultraviolettes Licht soll Datenspeicher erweitern.

Japanische Forscher wollen in Zukunft mit ultravioletten Lasern riesige Datenmengen auf DVD-Scheiben bringen. Basis dafür ist eine neue Leuchtdiode, die sie in "Nature" vorstellen. Damit können sie Licht mit Wellenlängen von 21 Nanometern aussenden. Die bisherigen blau-violetten Laser für die Standards Blu-Ray und HD-DVD lassen Licht mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern einzelne Datenpunkte schreiben und auslesen. Sie erreichen damit eine Speicherkapazität von rund 50 Gigabyte pro DVD. Mit der neuen Leuchtdiode könnte dagegen eine Speicherdichte von mehreren hundert Gigabyte möglich werden. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 325

Mikrobiologie Auch Bakterien sind resozialisierbar.

Entwicklungsbiologen vom Max-Planck-Institut in Tübingen haben entdeckt, dass sich auch Bakterien resozialisieren können. Wie sie in "NATURE" schreiben, leben Mikroben in kooperativen Gesellschaften. Allerdings gibt es dort auch einige Stämme, die das soziale Gefüge ausnutzen und so die gesamte Population gefährden. Biologen nennen sie daher "Betrüger". Bei dem Bakterium //Myxococcus xanthus// stellten die Forscher allerdings fest: der betrügerische Stamm des Bakteriums entwickelt immer gerade rechtzeitig wieder soziales Verhalten, bevor er seine Gesellschaft zu Grund richtet. Inspiriert von dem antiken Mythos nennen die Wissenschaftler diesen neuen Stamm Phönix. Interessanterweise ist er dem ursprünglichen kooperativen Stamm überlegen und gegen Betrügereien seiner Vorfahren gefeit. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 310ff

17.05.2006

Klimaforschung In zwanzig Jahren werden die tropischen Gletscher Afrikas verschwunden sein.

Zu diesem Ergebnis kommt ein britisch-ugandisches Forscherteam nach der Analyse von Satellitenfotos, verschiedenen Feldstudien und Berechnungen. So hatten die Geologen am ostafrikanischen Ruwenzori-Massiv einen massiven Eisrückgang festgestellt. Allein zwischen 1987 bis 2003 habe sich die Eisfläche auf weniger als einen Quadratkilometer halbiert. Mathematisch in die Zukunft berechnet sei in 20 Jahren kein Gletscher mehr vorhanden. Auch die beiden einzigen höheren Berge Afrikas, der Kilimandscharo und der Mount Kenya, zeigten einen extremen Gletscherrückgang. Ursache für die Schmelze seien Klimaveränderungen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Geophysical Research Letters". Seit 1960 nehme die Lufttemperatur am Ruwenzori pro Jahrzehnt um ein halbes Grad zu. //[tj]//

Quelle: Geophysical Research Letters

Medizin Zuckerrohrextrakt wirkt nicht als Cholesterinsenker.

Ein aus dem Wachs des Zuckerrohrs isoliertes Nahrungsergänzungsmittel, das so genannte Policosanol, eignet sich nicht zur Cholesterinsenkung. Die Wirkung des Präparats entspreche der eines Placebos. Das haben Mediziner der Universitätsklinik Köln herausgefunden und heute im Fachblatt der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung, im JAMA veröffentlicht. Zu Policosanol gibt es etwa 80 ältere Untersuchungen, die dem Mittel erstaunliche Wirkungen bescheinigen. Im Durchschnitt wurde von einer Senkung des LDL-Cholesterins um fast 24 Prozent gesprochen. Die Kölner Studie ist allerdings die einzige, die das aus Kuba stammende Präparat außerhalb der Insel getestet hat. Möglicherweise seien die unterschiedlichen Lebens- und Ernährungsweisen der Lateinamerikaner und der Europäer der Grund für das völlig andere Ergebnis. Wahrscheinlicher aber - so die Kölner Forscher - sei eine andere Erklärung: Fast alle bisherigen Studien wurden von den kubanischen Dalmer-Laboratorien gesponsert, die kommerziell mit Cholesterin-Forschung befasst sind. //[tj]//

Quelle: JAMA, Bd. 295

Umwelt Öl der "Exxon Valdez" gefährdet noch immer Alaskas Tiere.

Bei Bodenproben im Prince-William-Sund vor Alaska haben amerikanische Chemiker eine hohe Ölbelastung festgestellt. 17 Jahre nach der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" sei bei fast der Hälfte der 32 getesteten Strände Öl aus dem Tanker nachweisbar, und das nicht nur an der Oberfläche, sondern auch vergraben in Sand und Schlick. Unerwartet stark betroffen seien die Gezeitenzonen, in denen Tiere wie Enten und Seeotter nach Nahrung wühlen. Da diese Gebiete nur wenig dem Wetter ausgesetzt sind und sich das Öl dementsprechend langsam zersetzt, könnte es die Umwelt in den Küstenstreifen noch jahrzehntelang beeinflussen. //[tj]//

Quelle: Environmental Science and Technology/wissenschaft.de

Medizin Stress während der Schwangerschaft ist gut für die spätere Entwicklung des Kindes.

Ein Forscherteam von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hat mehr als 130 Frauen befragt, wie viel Stress sie in der Zeit zwischen der 24. und der 32. Schwangerschaftswoche hatten. Bei der Auswertung stellte sich heraus: Kinder von Müttern mit mehr Stress sind im Alter von 2 Jahren weiter entwickelt als Kinder von Müttern ohne Stress. Bislang war man davon ausgegangen, dass Stress während der Schwangerschaft später zu Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Dysfunktionen beim Kind führt. Die Wissenschaftler haben zwei Erklärungsmöglichkeiten anzubieten: Frauen, die mehr Stress erleben zum Beispiel im Beruf, produzieren mehr von dem Stresshormon Cortisol. Da Cortisol aber auch zur Entwicklung der Organe gebraucht wird, könnte dies die frühere Entwicklung der Kindesorgane erklären. Auf der anderen Seite könnte jedoch auch das Verhalten der Mütter einen Einfluss haben: Mütter mit mehr Stresssituation stellen an sich und an ihre Kinder höhere Anforderungen, auch dies könnte die Entwicklung des Kindes beschleunigen. //[tj]//

Quelle: John Hopkins Bloomberg School of Public Health

Medizin Eine kleine Wunde steigert die Fruchtbarkeit.

Amerikanische Forscher vom Weizmann Institut haben bei der Behandlung von Frauen mit großen Fruchtbarkeitsproblemen eine unerwartete Entdeckung gemacht. Um ein spezielles Protein zu untersuchen, hatten sie bei den Patientinnen eine so genannte Biopsie gemacht, also eine Gewebeprobe. Beim nächsten Versuch ein befruchtetes Ei in die Gebärmutter einzupflanzen, wurden elf von zwölf Frauen schwanger. Die Forscher vermuteten, dass dafür die kleine Gewebeverletzung durch die Biopsie verantwortlich sei. Dies überprüften sie an einer Gruppe von 45 Freiwilligen, die sie mit 90 Freuen einer Kontrollgruppe verglichen. Das Ergebnis: Die Biopsie verdoppelte die Chancen schwanger zu werden. Die genauen Mechanismen, die von einer Gewebeverletzung zu einer Veränderung in der Gebärmutter führen, sollen nun ermittelt werden. //[tj]//

Quelle: American Committee for the Weizmann Institute of Science

16.05.2006

Physik Die kleinsten Käfige bestehen aus 16 Goldatomen.

"Buckyballs" sind große fußballförmige Moleküle aus 60 und mehr Kohlenstoffatomen. Seit Jahren versuchen Physiker ähnlich Moleküle aus Metallen herzustellen. Das Problem: Metallatome lagern sich schnell extrem dicht zusammen: zu flachen Strukturen oder massiven Körpern. Jetzt ist Forschern am Pacific Northwest Laboratory der Durchbruch gelungen. Sie haben mit Hilfe eines Lasers käfigartige, hohle Strukturen zusammengesetzt – aus 16, 17 und 18 Goldatomen. Die Käfige seien bei Raumtemperatur stabil, berichten die Forscher im Fachblatt PNAS, solange sie nicht mit einer Oberfläche in Berührung kämen. Jetzt wollen die Wissenschaftler erforschen, was passiert, wenn sie in die winzigen Gold-Käfige einzelne andere Atome einschließen. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Physik Chemnitz – Bochum: 1 zu 0.

Physiker der TU Chemnitz haben ihre Kollegen aus Bochum geschlagen – beim Versuch, das kleinste Fußballfeld der Welt zu konstruieren. Die im Chemnitzer Labor mit Hilfe der so genannten Nanolithographie erzeugte Fläche misst zwei mal 1,5 Mikrometer. Es passt etwa tausend Mal auf die Querschnittsfläche eines menschlichen Haares. Das Fußballfeld der Physiker der Ruhr-Universität Bochum entstand mit Hilfe der Elektronenstrahl-Lithographie. Es besitzt eine etwa fünfmal größere Fläche als das Chemnitzer Spielfeld. Mit welchen Bällen die winzigen Felder bespielt werden können, wurde nicht mitgeteilt. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Biologie Kleine Kügelchen bewähren sich als Gen-Taxis.

Eine neue Form der Gentherapie zur Behandlung der Zuckerkrankheit stellen US-Forscher der Universitätsklinik Baylor im Fachblatt PNAS vor. Sie konstruierten aus Phopholipiden kleine Kügelchen, die sie mit einem harmlosen Gas füllten. Die Kügelchen nutzten sie als Transportmittel für das Insulin-Gen. Sie spritzen die Kügelchen in den Blutstrom von zuckerkranken Ratten. Sobald die Kügelchen in der Bauchspeicheldrüse ankamen, wurden sie mit einem gebündelten Ultraschall-Strahl beschossen, das Gas im Innern dehnte sich aus, die Kügelchen platzten und setzten das therapeutische Gen frei. Nach der Gentherapie stellten die zuckerkranken Ratten mehr Insulin her als unbehandelte Vergleichstiere. Die Forscher glauben, dass ihr Ansatz langfristig eine Alternative sein könnte zu Gentherapien, bei denen zum Beispiel Viren als Transportmittel für heilende Gene zum Einsatz kommen. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Technik Menschliche "Kanonenkugeln" sollen für schnelle Hilfe sorgen.

Die menschliche Kanonenkugel gab es bislang nur im Zirkus. Künftig könnten auch Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute bei dringenden Einsätzen als lebende Geschosse auf Gebäudedächer katapultiert werden. Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" heute auf seiner Internetseite berichtete, haben US-Erfinder ein Patent für ein Katapult angemeldet, das Menschen auf Gebäude schießen soll. Das Gerät besteht aus einer vier Meter hohen Rampe, an die ein Stuhl befestigt ist. Druckluft soll den Sitz nach oben schießen. Der Sitz bleibt am Ende der Rampe ruckartig stehen, der Passagier – so das Konzept – fliegt alleine weiter und landet auf dem Dach. Die Gesamtflugzeit zur Beförderung auf ein fünfstöckiges Gebäude wird mit zwei Sekunden angegeben. Wichtig sei allerdings eine sorgfältige Berechnung der Flugbahn. Dies sorge für eine sanfte Landung - in sicherem Abstand vom Rand des Zielgebäudes. Unterstützt wurden die Erfinder von der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums (Darpa). //[mawi]//

Quelle: Wissenschaft aktuell

Raumfahrt Eine Serie von Pannen war Ursache für die Kollision von zwei US-Satelliten.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Untersuchungsbericht der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Bei dem Experimentalsatelliten Dart seien sowohl Fehler in der Software als auch in dem GPS-System zur Positionsbestimmung aufgetreten. Die Triebwerke führten deshalb stärkere Kurskorrekturen durch als geplant. Dart war am 15. April gestartet. Er sollte in einer Höhe von 750 Kilometern über der Erde sich einem Kommunikationssatelliten bis auf fünf Meter annähern. Stattdessen aber rammte er ihn. Mit dem Experiment wollte die Nasa Techniken erproben zum automatischen Andocken unbemannter Fahrzeuge. Russland verfügt seit Jahren über solche Techniken. //[mawi]//

Quelle: Nasa

15.05.2006

Medizin Ein neu entdeckter Wachstumsfaktor lässt Nervenfasern wieder zusammenwachsen.

Das berichten Neurobiologen der Harvard Medical School im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Substanz Oncomodulin stimuliert die Regeneration von verletzten Nervenfasern im zentralen Nervensystem, indem sie eine Vielzahl von Genen anschaltet, die das Nervenwachstum steuern. Bislang gab es keine Möglichkeit, verletzte Nervenzellen im Hirn und Rückenmark bei Erwachsenen wieder zum Wachsen anzuregen. Bei ihren Forschungen untersuchten die Wissenschaftler Sehnerven, die die Netzhaut mit dem visuellen Zentrum im Gehirn verbinden. Diese brachten sie mit Oncomodulin in Kontakt und sahen, dass die Regeneration der Nervenzellen um das fünf- bis siebenfache angeregt wurde. Ähnliche Ergebnisse erbrachten Tierversuche mit lebenden Ratten. Die Forscher hoffen, dass die neue Substanz zur Behandlung von Krankheiten wie etwa des Grünen Stars geeignet ist, aber auch bei Schlaganfällen und Rückenmarksverletzungen eingesetzt werden könnte. //[mst]//

Chemie Der Pizzabote liefert nicht nur die Pizza…

...sondern auch einen Karton, der Benzol, Phenol und Naphthalin enthält. Das haben Wissenschaftler des Lebensmittelforschungsinstituts der Universität Mailand entdeckt. Diese Substanzen veredeln bei der Herstellung der Verpackungen die Pappe. Die Forscher unter Leitung von Professor Fernando Tateo fanden heraus, dass Benzol, Phenol und Naphthalin ihre giftigen Stoffe immer dann freisetzen, wenn die heiße Pizza aus dem Ofen in die Verpackung kommt, also sich die Pappe durch den direkten Kontakt einer Temperatur um die 60 Grad Celsius ausgesetzt ist. Weitere Untersuchungen werden nun nachweisen müssen, ob der Gebrauch der herkömmlichen Pizzaverpackungen auch gesundheitsschädigend sein kann, berichten die Forscher. //[mig]//

Biologie Frösche könnten der Stammzellenforschung helfen.

Davon zeigen sich Forscher der Universität von Edinburgh überzeugt. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Development" schreiben, verfügt der afrikanische Krallenfrosch über ähnliche Mechanismen wie Menschen, da auch ihre embryonale Stammzellen in der Lage sind, sich beliebig oft zu teilen. Das amphibische Pendant zum menschlichen Schlüsselprotein Oct4 ist das so genannte Protein PouV. Dieses koppelt ähnlich wie das des Menschen an der DNS an und aktiviert dort die Gene, die eine Stammzellenteilung anregen. Bei Experimenten mit Froschembryonen gelang es den Forschern, Tiere, bei denen spezifische Gene für die Entwicklung des Kopfes und des Oberkörpers ausgeschaltet waren, wieder anzuschalten. Die Mediziner sehen in dieser Entdeckung einen Beweis für die lange Entwicklungsgeschichte der Stammzellen, deren unbegrenzte Teilungsfähigkeiten schon vor 300 Millionen Jahren ausgebildet gewesen sein müssen. //[mst]//

Chemie Forscher entdecken die erste Entwicklungsstufe des Erdöls.

Welche geochemischen Prozesse abgestorbene Lebewesen zu Erdöl umwandeln, war bislang nicht bekannt. Jetzt haben Forscher der ETH Zürich herausgefunden, wie organisches Material nach dem Absterben in Sedimenten stabilisiert wird. Wie sie im Fachmagazin "Science" schreiben, ist für diese Umwandlung dazu anaerobes Wasser notwendig. Bei ihren Experimenten am Cadagnosee in Tessin sahen sie, dass das Sulfat in der sauerstoffarmen Wasserschicht von Bakterien zu Schwefelwasserstoff umgewandelt wird. Dadurch kann organisches Material konserviert und zu Erdöl umgewandelt werden. Bei Nachbildungen im Labor konnten die Forscher ihre Beobachtungen bestätigen: Zuerst binden sich einfache Schwefel-Wasserstoff Gruppen an eine Kohlenstoffkette des toten Organismus, danach wird das Schwefelatom gelöst, so dass Wasserstoff übrig bleibt, schreiben die Forscher. //[mst]//
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