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30.05.2006

Medizin Darmbakterien können Übergewicht verursachen.

Das Darmbakterium //Methanobrevibacter smithii// ist eine Art Müllabfuhr des Verdauungstraktes. Was andere Bakterien zurücklassen, nimmt dieses auf, verwertet es und scheidet Methan aus. Eine Maus kann offenbar um so fetter werden, je mehr von diesen Bakterien im Darm leben, berichten Forscher der Washington Universität in St. Louis nach Tierversuchen. Weil es Reste beseitigt, schafft M. Smithii mehr Platz für andere Bakterien. Die wandeln bis dahin unverdaute Ballaststoffe und Kohlehydrate in Fettsäuren um. Diese kann der Körper aufnehmen und als Brennstoff verwenden. Die Forscher hoffen jetzt, ähnliche Zusammenhänge beim Menschen zu finden. Die Wissenschaftler hatten Mäusen menschliche Darmbakterien verabreicht, einem Teil der Tiere dabei eine Extra-Portion der Müllbeseitiger. Diese Tiere waren nach einigen Wochen bis zu 15 Prozent fetter als die anderen Versuchsmäuse. //[gät]//

Quelle: wissenschaft.de

Umwelt Tropische Gletscher reagieren schon auf kleine Temperaturschwankungen empfindlich.

Das berichten Forscher der Pennsylvania State University im Fachblatt PNAS. Die Wissenschaftler hatten die Entwicklung von Gletscherseen in den Anden Venezuelas anhand von Bohrkernen rekonstruiert. Je mehr organische Reste in diesen Bohrkernen vorhanden waren, desto weiter hatten sich die Gletscher zurückgezogen. Fanden die Wissenschaftler dagegen mehr Mineralien, hatten sich die Gletscher ausgebreitet. Zwischen 1250 und 1810 war das vier Mal der Fall, schreiben die Forscher. Die Ausbreitung der Gletscher ließ sich dabei stets mit einer Phase schwächerer Sonneneinstrahlung in Verbindung bringen. //[gä]//

Quelle: doi:10.1073/pnas.0603118103

Technik Das Pentagon will Kerosin aus Gas und Kohle gewinnen.

Weil die Kosten für den Treibstoff von Flugzeugen stark gestiegen sind, will die US-Luftwaffe in diesem Sommer prüfen, ob sich Flugzeugtriebwerke auch mit Treibstoffen aus Erdgas oder Kohle betreiben lassen. Das berichten US-Zeitungen unter Berufung auf den stellvertretenden Leiter der Logistik, Michael Amoine. Im Laufe des Sommers soll ein umgerüsteter B 52 Bomber die ersten Flüge mit diesem Treibstoff unternehmen. Haben diese Erfolg, will die US-Luftwaffe künftig die Entwicklung von neuen Flugzeugen für die unkonventionellen Kraftstoffe vorantreiben. Durch ein spezielles Verfahren kann aus Gas oder Kohle Treibstoff gewonnen und konventionellem Kerosin beigemischt werden. //[gät]//

Quelle: nyt/spiegel/div

Medizin Forscher kommen der Wirkung von Ritalin auf die Spur.

Das Medikament mit dem Wirkstoff Methyl-Phenidat wird vor allem an Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen verabreicht. Es verbessert zwar die Konzentrationsfähigkeit - bis jetzt war Forschern jedoch unklar, auf welche Weise. Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania berichten jetzt in einem Fachblatt für Neurophysiologie von Tierversuchen, die zumindest einen ersten Einblick in die Wirkung geben. Demnach verbessert Methyl-Phenidat zum einen die Informationsweiterleitung von den Sinnesorganen ins Gehirn. Zum anderen wirkt es wie ein Filter: es verhindert, dass Hirnzellen auf unwichtige Informationen reagieren. Die Wissenschafter weisen darauf hin, dass sich ihre Ergebnisse nur auf einen Teil des Gehirns beziehen. Da die Substanz jedoch im ganzen Gehirn wirke, seien noch weitere Untersuchungen erforderlich. //[gät]//

Quelle: wissenschaft.de/newswise/jounrnal of neurophysiology DOI:10.1152/jn.01310.2005

Raumfahrt Die Mars-Rover sollen künftig weniger Bilder zur Erde senden.

Die beiden Mars-Fahrzeuge Spirit und Opportunity sollen im kommenden Monat ein neues Programm erhalten. Dieses sorgt dafür, dass die Rover nicht mehr alle Bilder zur Erde funken, sondern nur noch ausgewählte, berichtet die BBC. So interessiert Forscher derzeit beispielsweise die Wolken- und Windhosenbildung. Künftig sollen daher mehr Bilder vom Himmel gesendet werden. Bis jetzt müssen Wissenschaftler diese Bilder von Hand suchen. Die Nasa könnte dank dieser Automatisierung erheblich Geld sparen. Nachdem der Satellit Earth Observatory One ein vergleichbares Programm erhalten hatte, sanken die Missionskosten von 3,6 Millionen US-Dollar auf 1,6 Millionen. //[gät]//

Quelle: heise/bbc

Medizin Die Heimat der Herzstammzellen ist entdeckt.

Ein Forscherteam des New York Medical College hat die Stelle im Herzen von Mäusen entdeckt, an der sich Herzstammzellen teilen. Wie sie in dem Fachblatt PNAS berichten, liegt dieser Ort in Nischen zwischen den Herzmuskeln. In diesen Nischen fanden die Forscher Stammzellen, die sich kontinuierlich teilen. Sie schließen aus dieser Beobachtung, dass diese Stammzellen das Herz immer wieder erneuern. Bis vor wenigen Jahren hatten Forscher noch vermutet, dass die Herzzellen ein Leben lang arbeiten. Vor wenigen Jahren jedoch entdeckten Forscher zum ersten Mal Stammzellen im Herzen. Seitdem vermuten Wissenschaftler, dass sich die Zellen im Herzen immer wieder erneuern. //[gät]//

Quelle: doi:10.1073/pnas.0600635103

29.05.2006

Medizin Ein Nasenspray soll vor Karies schützen.

Das schreiben Forscher des Forsyth-Instituts aus Boston in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature Reviews Immunology". Demnach haben sie ein Impfspray entwickelt, das Kinder vor der Zahnfäule schützen soll. Die Forscher hatten bei ihren Untersuchungen des Bakteriums //Streptococcus mutans//, das für die Zahnkaries-Infektion verantwortlich ist, entdeckt, dass Tiere, deren Zähne schon durchgebrochen, aber noch nicht von den Bakterien besiedelt waren, erfolgreich gegen Karies geimpft werden können. Bei der Impfung wird die Produktion von Abwehrproteinen anregt. Diese hemmen die Schlüsselproteine, die die Bakterien für ihre Vermehrung brauchen. Sie wollen nun ein Spray für den menschlichen Gebrauch entwickeln, das einfach über die Nasenschleimhäute anzuwenden ist, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de/Spiegel-Online

Biologie Forscher entdecken einen universellen Resistenzmechanismus bei Pflanzen.

Hochgezüchtete Pflanzen sind vielen Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen oder Viren ausgesetzt, gegen die ihr Immunsystem nichts ausrichten kann. Jetzt haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln einen Resistenz-Mechanismus bei der Modellpflanze Arabidopsis entdeckt, der bislang nur von einigen Mutanten bei Gerste bekannt war. Diese so genannte mlo-Resistenz entsteht nicht durch die Anwesenheit des Resistenzproteins, sondern durch dessen Abwesenheit. Wie die Forscher heute in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature Genetics" schreiben, haben sie bei Arabidopsis drei Mlo-Proteine ausgeschaltet – danach war die Pflanze gegen Mehltau resistent. Jetzt hoffen sie, diese Erkenntnisse auch bei anderen Erntepflanzen bestätigen und für die Züchtung neuer Pflanzen einsetzen zu können. //[mst]//

Quelle: Nature Genetics

Biologie Ein Molekül stellt die Verbindung zwischen den Gehirnhälften her.

Forscher des Queensland Brain Institutes an der Universität von Queensland in Australien haben die Entstehung des Corpus Callosum bei Mäusen untersucht. Dieses besteht aus Millionen einzelner Nervenzellen, die die Gehirnhemisphären miteinander verbinden und die Kommunikation beider Hälften ermöglichen. Dabei gelang es ihnen, ein Molekül zu identifizieren, das die Entwicklung des Nervenstrangs steuert. Das so genannte Ryk Rezeptormolekül unterstützt die Zielsteuerung einzelner Nervenfasern, die für die Übertragung sensorischer Informationen im Gehirn von entscheidender Bedeutung sind. Wie der Australisch-Neuseeländische Hochschulverband heute in einer Pressemitteilung schreibt, könnten die neuen Erkenntnisse die entscheidende Grundlage für die Entwicklung wirksamer Behandlungsmöglichkeiten gegen verschiedene Formen geistiger Behinderungen und Epilepsie sein. //[mst]//

Quelle: idw-online

Biologie Sexueller Erfolg macht nicht alt.

Zumindest lässt sich diese Regel auf den Junko, einen häufig in Amerika vorkommenden Singvogel aus der Familie der Ammern anwenden. Forscher der North Dakota State University schreiben in der aktuellen Ausgabe des "American Naturalist", dass männliche Vögel mit hohen Testosteronwerten zwar sexuellen Erfolg durch ihr damit verbundenes attraktiveres Aussehen hätten, dafür aber einem hohen Preis bezahlen müssen. Bei ihren Untersuchungen an 400 Junkonestern in Virginia fanden die Zoologen heraus, dass ein hoher Testosteronwert nur auf Kosten eines schwächern Immunsystems möglich sei. Damit sinkt automatisch die Lebenserwartung der sexuell erfolgreichen Vögel, schreiben die Forscher. //[mst]//

Raumfahrt Kosmonauten dürfen im Weltall kein Golf spielen.

Bei dem für den 2. Juni geplanten Weltraumspaziergang sollte der russische Kosmonaut Pawel Winogradow im Auftrag einer kanadischen Golfschlägerfirma einen Golfball ins All schlagen. Dieser würde den Berechnungen zufolge vier Jahre lang um die Erde kreisen, bevor er in der Atmosphäre verglüht. Jetzt sei das Programm auf Drängen der Nasa geändert worden, teilte ein Sprecher der russischen Flugleitzentrale heute in Koroljow bei Moskau mit. Nach Ansicht einiger Experten gefährde der Golfball, der mit einer Geschwindigkeit von acht Metern in der Sekunde fliegt, damit nicht nur die ISS, sondern auch andere Raumapparate. //[mst]//
26.05.2006

Biologie Langusten meiden todkranke Artgenossen.

Üblicherweise schätzen Karibik-Langusten die Nähe ihrer Artgenossen; jeden Herbst zum Beispiel machen sich viele Tiere gemeinsam auf einen langen Marsch. Manche Jungtiere jedoch bleiben allein. Dabei handelt es sich stets um Krebse, die von einem tödlichen Virus befallen sind. Ein Forscherteam aus den USA berichtet jetzt im Fachblatt "Nature", dass die gesunden Tiere die Krankheit offenbar wahrnehmen und die Kranken deshalb meiden. In Experimenten hat sich gezeigt, dass die Langusten erkrankte Tiere bereits während der Inkubationszeit wahrnehmen können - noch bevor sich Symptome der Infektion zeigen, und lange bevor das Tier ansteckend ist. Wie die Krebse die erkrankten Tiere erkennen, ist den Forschern noch unklar. Sie vermuten aber, dass die gesunden die Kranken am Geruch erkennen. //[gät]//

Materialwissenschaft Aus Nanodrähten lassen sich winzige Transistoren fertigen.

Forscher vermuten, dass der Chip der Zukunft aus Kohlenstoffnanoröhrchen oder optischen Bauteilen besteht: Beide machen deutlich kleinere und leistungsfähigere Prozessoren möglich. Doch auch die konventionelle Technik lässt sich offenbar noch deutlich verkleinern: Wissenschaftler der Harvard - Universität haben einen funktionierenden Transistor konstruiert, der im Kern aus einem Germanium-Draht von nur 10 Nanometern Durchmessern besteht. Um dieses feine Metallfädchen legten die Forscher einen Siliziummantel und schufen so einen drahtförmigen Transistor. Der leitet drei bis vier mal besser Strom als konventionelle Transistoren und schaltet ähnlich schnell wie Kohlenstoffnanoröhrchen. Der Draht ist jedoch deutlich leichter herzustellen. Die Forscher hoffen daher, einen einfachen Weg zur Verkleinerung der Chips aufgezeigt zu haben. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seiten 489-492

Raumfahrt Der Wettersatellit GOES-N ist mit einem Jahr Verspätung gestartet.

GOES-N ist der erste von drei Satelliten einer neuen Generation; zu seiner Ausstattung gehören eine hoch auflösende Kamera sowie Instrumente zur Messung der Temperaturen und Feuchtigkeit der Lufthülle. Der Trabant soll genaue Sturmvorhersagen ermöglichen und zur Beobachtung der Klimaveränderung eingesetzt werden. Eingeschaltet werden soll der Satellit allerdings erst, wenn ein anderer keinen Treibstoff mehr hat. GOES-N ist nach zahlreichen Problemen mit den Trägerraketen am Donnerstag gestartet. Der zweite Start einer Ariane-Rakete in diesem Jahr ist unterdessen auf Sonntag verschoben worden. Das teilte das Unternehmen Arianespace in Paris mit. Grund sind nach Angabe des Unternehmens technische Überprüfungen. Die Ariane 5 ECA soll zwei Telekommunikationssatelliten ins All befördern. //[gät]//

Medizin Patient starb wahrscheinlich nicht an der Gentherapie.

Der Patient hatte an einer Erbkrankheit gelitten, bei der der Körper die Fähigkeit verliert, Bakterien und Pilze im Körper zu bekämpfen. Bei einer Behandlung vor zwei Jahren waren ihm mit Hilfe eines Virus gesunde Gene in Blutstammzellen transferiert worden. Daraufhin war der Anteil an gesunden Immunzellen auf mehr als 50 Prozent gestiegen. Der Fall galt als einer der ersten gelungenen Gen-Therapien in Deutschland. Wie eine Untersuchung jetzt ergeben hat, hatten zwei Jahre später die meisten der gentechnisch veränderten weißen Blutkörperchen ihre Funktion zum Teil oder ganz verloren. Die funktionsfähigen Zellen hätten nicht ausgereicht, um eine Infektion zu bekämpfen, der Patient starb an einer Infektion, die eine Blutvergiftung nach sich zog. Warum die Zellen ihre Fähigkeit wieder verloren haben, ist den Forschern noch unklar. Einen Zusammenhang mit der Gentherapie könne aber nicht ausgeschlossen werden, so die Forscher. //[gät]//

Astronomie Die äußere Hülle des Sonnensystems hat eine Delle.

Darauf weisen Messdaten der Raumsonde Voyager 2 hin. Die Fühler der Sonde registrieren offenbar die ersten Ausläufer der Grenzschicht zwischen dem Sonnenwind - den geladenen Partikeln, die von der Sonne ausgesandt werden - und den interstellaren Teilchenströmen. Für Physiker kommen diese Daten überraschend. Voyager 2 ist noch weit von der Distanz zur Sonne entfernt, bei der die Schwestersonde Voyager 1 vor zwei Jahren die ersten Ausläufer der Grenzschicht gemessen hatte. Wissenschaftler vermuten jetzt, dass die Grenze des Sonnensystems an dieser Stelle eine Delle hat. Stimmt diese Vermutung, wäre Voyager 2 unter Umständen schon in zehn Jahren außerhalb des Sonnensystems - und hätte es damit schneller verlassen als Voyager 1. //[gät]//

Medizin Eine Nikotinsucht kann sich auch drei Jahre nach einer einzigen Zigarette einstellen.

Das notieren Forscher des University College London im Fachblatt "British Medical Journal". Die Wissenschaftler hatten knapp 6000 Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Jugendliche im Alter von 14 Jahren doppelt so häufig regelmäßig zur Zigarette griffen, wenn sie bereits mit elf Jahren einmal eine versucht und danach nicht weiter geraucht hätten. Die Wissenschaftler sehen ihre Studie als Beleg dafür, dass bereits eine einzige Zigarette Nervenverschaltungen im Hirn erzeugt, die unter Stress oder Depressionen den Griff zur Zigarette wahrscheinlicher machen. //[gät]//
24.05.2006

Medizin Schlaftablette weckt Patienten im Wachkoma.

Bei drei Patienten in einem Wachkoma haben britische und südafrikanische Ärzte eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Sie gaben ihnen den Wirkstoff Zolpidem, der in modernen Schlafmitteln enthalten ist, und konnten die Patienten damit zeitweise "aufwachen" lassen. Über mehrere Stunden sprachen die Patienten mit Freunden und der Familie, bevor die Wirkung nachließ. Darauf hin erhielten sie die Substanz über einen längeren Zeitraum jeden Morgen. Nennenswerte Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten, berichten die Ärzte im Fachmagazin "NeuroRehabilitation". Jetzt sollen größer angelegte Studien den Behandlungserfolg von Zolpidem überprüfen. //[tj]//

Quelle: nature.com

Medizin Bestimmte Milch hilft gegen Asthma.

Milch von Schafen und Kühen, die frisches Grünfutter gegessen haben, könnte bei kindlichem Asthma helfen. Das fanden Ernährungswissenschaftler der Universität Jena heraus. In Gras, Heu und Kräutern kämen Pflanzenfette vor, die von den Wiederkäuern in eine bestimmte Milchfettsäure umgebaut würden. Diese Säure habe eine entzündungshemmende Wirkung bei Asthma. Die Ergebnisse aus Jena werden nun im Tierversuch und anschließend in klinischen Studien überprüft. Israelische Forscher setzen derzeit im Kampf gegen Asthma bei Kindern auf Kamelmilch. //[tj]//

Quelle: Uni Jena

Biologie Nordamerikas Baumwelt leidet unter europäischen Zuwanderern.

In Nordamerika heimische Baumarten wie der Kanadische Ahorn sind von zugewanderten Gewürzpflanzen aus Europa bedroht. Bei Untersuchungen der Knoblauchrauke - die 1860 nach Amerika eingeführt wurde - sind Forscher auf einen bislang unbekannten Mechanismus gestoßen, der die Vermehrung von Bäumen bremst. So sondert die Pflanze giftige Substanzen ab, die Pilze im Boden schädigen. Damit junge Baumkeimlinge aber anwachsen können, benötigen sie Bodenpilze, die ihre Wurzeln besiedeln und dabei helfen, Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Dies wird durch die Knoblauchrauke verhindert. //[tj]//

Quelle: idw Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle

Medizin Wandlungsfähige Viren führen zur Chikungunya-Ausbreitung.

Weshalb sich das Chikungungya-Virus im vergangenen Jahr so rasch auf Mauritius, den Seychellen und vor allem auf La Réunion ausgebreitet hat, scheint nun geklärt. Forscher vom Pariser Pasteur-Institut haben herausgefunden, dass sich das Erbgut des Virus verändert hat. Sie entdeckten eine veränderte Nukleotidsequenz im Genom, die zu einem modifizierten Protein der Virusoberfläche geführt habe. Dadurch könne das Virus leichter in den Darm von blutsaugenden Mücken gelangen und sich in den Insekten besser vermehren. Außerdem könnten Menschen leichter mit dem mutierten Virus infiziert werden, vermuten die Forscher. Sie schließen aber nicht aus, dass auch eine fehlende natürliche Immunität der Inselbewohner im indischen Ozean zur Ausbreitung des Virus beigetragen hat. Auf La Réunion sind mittlerweile 250.000 Menschen - etwa ein Drittel der Bevölkerung - mit dem Chikungungya-Virus infiziert. //[tj]//

Quelle: wissenschaft.de/Public Libray of Science Medicine

Medizin Kaugummi soll vor Magen- und Speiseröhrenkrebs schützen.

80 Prozent der Fälle von Mund-, Rachen und Speiseröhrenkrebs werden durch Rauchen und Alkohol verursacht. Der wichtigste Auslöser ist dabei die Substanz Acetaldehyd, die sich beim Abbau von Alkohol und bei der Verbrennung von Tabak bildet. Schon seit langem ist bekannt, das Acetaldehyd durch die Aminosäure Cystein unschädlich gemacht werden kann. Allerdings bringt eine Cysteinpille wenig, da das Cystein nach der Einnahme erst im Dünndarm freigesetzt wird. Jetzt haben finnische Wissenschaftler eine probate Lösung gefunden: Sie haben Kautabletten und Kaugummis entwickelt, die die Aminosäure Cystein enthalten. Damit konnten sie Acetaldehyd bereits am Ort des Geschehens - im Mund - in eine harmlose Form umwandeln. Allerdings - so warnten die Forscher bei der Vorstellung ihrer Methode auf dem Internationalen Krebskongress in Grado - könne der Kaugummi nicht alle Chemikalien bekämpfen, die durch Tabak oder Zigaretten entstehen. //[tj]//

Quelle: wissenschaft.de

Medizin Neue Substanz schützt Nervenzellen nach einem Schlaganfall.

Max-Planck-Forscher haben eine Substanz synthetisiert, die nach einem Schlaganfall Nervenzellen vor dem Absterben bewahrt. Dies war bislang nicht möglich. Die neue Substanz ähnelt einem Medikament, mit dem Mediziner nach einer Transplantation das Immunsystem des Patienten unterdrücken oder bestimmte Autoimmunkrankheiten behandeln. Allerdings ist die Wirkung der neuen Substanz auf die Nervenzellen beschränkt. Im Tierversuch gelang es damit nicht nur, bleibende Schäden bei Ratten mit Schlaganfallsymptomen zu begrenzen. Auch bereits entstandene Schäden konnten teilweise sogar wieder rückgängig gemacht werden. Möglicherweise - so die Max-Planck-Forscher - könnte die Substanz auch bei anderen Krankheiten helfen, bei denen Nervenzellen zerstört werden - so beispielsweise bei der Alzheimer Krankheit. //[tj]//

Quelle: Max Planck Gesellschaft

Psychologie Eine glückliche Kindheit macht schön.

Jahrelanger Stress in der Familie beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Aussehen. Diesen Schluss ziehen britische Psychologen aufgrund einer Studie mit mehr als 200 Studentinnen. Die Tests ergaben: Frauen aus schwierigen Elternhäusern war die stressgeprägte Kindheit auch noch mit Anfang 20 ins Gesicht geschrieben: Sie wirkten weniger attraktiv, weniger gesund und maskuliner als Altersgenossinnen, die in einem intakten Elternhaus aufgewachsen waren. Den Wissenschaftlern zufolge spielt das Stresshormon Cortisol dabei eine wesentliche Rolle, außerdem sei in Familien mit sehr viel Streit meist auch der Lebensstil ungesünder als in stressfreier Umgebung. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

23.05.2006

Mathematik Der Abel-Preis ging heute an den schwedischen Mathematiker Lennart Carleson.

Carleson wurde für seine Beiträge zur so genannten Fourier-Analyse und der Theorie dynamischer Systeme ausgezeichnet. Die Theorie dynamischer Systeme hilft bei der Berechnung komplexer Geschehen - vom Wetter über Finanzmärkte bis hin zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Der mit umgerechnet 760.000 Euro dotierte Abel-Preis gilt als ein "Nobelpreis für Mathematik". Der 78-jährige Lennart Carleson arbeitet am Königlich-Schwedischen Institut für Technologie in Stockholm. //[mawi]//

Klimaforschung Die Erde erwärmt sich schneller als befürchtet.

Aktuelle Analysen von Eisproben aus der Antarktis ergeben, dass die Temperatur auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts möglicherweise um 6 Grad Celsius ansteigen wird – vielleicht sogar um 7,7 Grad. Im Fachblatt "Geophysical Research Letters" schreibt ein internationales Forscherteam, die künftige Erwärmung werde um 15 bis 78 Prozent stärker ausfallen als bislang angenommen. Frühere Studien hätten so genannte Rückkoppelungseffekte nicht ausreichend berücksichtigt. Für die Rückkoppelung seien vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Bei steigender Wassertemperatur speicherten die Weltmeere weniger von dem Treibhausgas Kohlendioxid. Und an Land werde bei steigenden Temperaturen mehr organisches Material zersetzt, auch dabei steige der CO2-Ausstoß. Andere Wissenschaftler wenden ein, der Rückkoppelungseffekt sei in der Studie zu hoch angesetzt worden. //[mawi]//

Paläontologie Eine Dino-Kralle löst eine wissenschaftliche Debatte au.

In Brasilien haben Wissenschaftler 600 Kilometer nordwestlich von Rio de Janeiro die versteinerte Kralle eines Dinosauriers entdeckt. Paläontologen des Forschungszentrums von Minas Gerais sehen in der Kralle den Beleg dafür, dass es eine Verbindung zwischen fleischfressenden Sauriern und heutigen Vögeln gibt. US-amerikanische Paläontologen der Universität Maryland sehen in der Kralle einzig den Beweis dafür, dass vor 70 Millionen Jahren Raubsaurier im heutigen Brasilien gelebt haben. Es sei gewagt, ein theoretisches Gebäude auf einer einzigen Kralle aufzubauen. //[mawi]//

Medizin In Entwicklungsländern bergen Kaiserschnittgeburten hohe Risiken.

Auch in Entwicklungsländern kommen immer mehr Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Vor den gesundheitlichen Gefahren für Mütter und Kinder warnt ein Forscherteam der Vereinten Nationen. Bei Untersuchungen von Krankenhäusern in acht lateinamerikanischen Ländern stellte sich heraus, dass mit einer höheren Kaiserschnittquote auch eine höhere Zahl von Frühgeburten sowie mehr Todesfälle von Müttern und Kindern einhergingen. In der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" schreiben die Forscher, eine große Zahl von Kaiserschnitt-Geburten bedeute nicht zwangsläufig eine gute Versorgung. Außerdem koste jeder Kaiserschnitt umgerechnet rund 274 Euro mehr als eine natürliche Geburt. Untersucht wurden die Geburten von 97.000 Kindern in Argentinien, Brasilien, Kuba, Ecuador, Mexiko, Nicaragua, Paraguay und Peru. Etwas jedes dritte Kind dort kam per Kaiserschnitt zur Welt. In Deutschland stieg die Kaiserschnittsrate in den vergangenen zehn Jahren von 17 auf 27 Prozent. //[mawi]//

Medizin Eine Gentherapie macht blinde Hühner sehend.

US-amerikanische Forscher der Universität von Florida haben eine neuartige Gentherapie entwickelt. Sie spritzten Viren in Hühnereier, die ein Gen mit Namen GC1 in Netzhautzellen transportierten. Küken, die wegen eins Gen-Defekts normalerweise blind zur Welt gekommen wären, entwickelten einen normalen Sehsinn. Die Hühner konnten sehen, picken und normal fressen, berichten die Forscher im Online Magazin „Public Library of Science-Medicine“. Ziel der Forscher ist, die Gentherapie für Menschen zu nutzen, die unter einer genetisch bedingten Blindheit leiden, einem so genannten LCA1-Defekt. Die Viren könnten dazu direkt in das Auge gespritzt werden. Da die Viren auf die Infektion von Netzhautzellen spezialisiert sind, würden das therapeutische Gen auch nur in Netzhautzellen eingebaut. //[mawi]//

Virologie Ein Kombi-Impfstoff schützt Hühner auch vor der Vogelgrippe.

Forscher des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems berichten im Fachblatt PNAS über eine wirksame und kostengünstige Impfung gegen die Vogelgrippe. Sie veränderten dazu den Impfstoff, der vor der Ansteckung mit einer anderen Geflügelkrankheit schützt - der Newcastle-Krankheit. In das Impfvirus bauten sie das Hämagglutinin-Gen H5 des Vogelgrippevirus ein. Hühner waren nach der Impfung sowohl vor der Vogelgrippe geschützt als auch vor der Newcastle-Krankheit. Der Impfstoff gegen die Newcastle-Krankheit wird Hühnern gewöhnlich über das Trinkwasser verabreicht – ein kostengünstiges Verfahren. //[mawi]//
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