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31.05.2006

Biologie Bisher unbekannte Höhlentiere in Israel entdeckt.

Israelische Wissenschaftler haben nach eigener Darstellung in einer lange verborgenen Höhle augenlose Krustentiere gefunden, die wahrscheinlich älter als fünf Millionen Jahre sind. Zu jener Zeit waren Teile des heutigen Israel noch vom Mittelmeer bedeckt. Bis jetzt wurden acht Tierarten identifiziert, die der Wissenschaft allesamt unbekannt sind, sagten Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem. Eine DNA-Untersuchung der Skorpion-ähnlichen Tiere habe deren Einzigartigkeit bestätigt. [dk]

Medizin Weniger Zucker in der Nahrung senkt den Cholesterinspiegel.

Eine kohlenhydratarme Ernährung wirkt sich positiv auf die Blutfettwerte und den Cholesterinspiegel aus. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie mit knapp 180 übergewichtigen Männern mittleren Alters beobachtet. Bei den Probanden, die statt der Hälfte ihres Energiebedarfs nur noch ein Viertel mit Kohlenhydraten deckten, zeigte sich bereits nach drei Wochen ein Rückgang der schädlichen Triglyceridwerte und des ungesunden LDL-Cholesterins im Blut. Dieser Effekt war auch dann zu beobachten, wenn die Teilnehmer kein Gewicht verloren. In der Studie erhielten die Teilnehmer in der ersten Stufe eine Diät mit Kohlenhydratgehalten von 26, 39 oder 54 Prozent, mit der sie ihr Gewicht ungefähr halten konnten. Bereits nach dieser Phase beobachteten die Forscher bei den Teilnehmern mit dem geringsten Kohlenhydratanteil in der Nahrung eine deutlich stärkere Reduktion der schädlichen Blutfette als in der Gruppe mit dem höchsten Kohlenhydratgehalt. Das war unabhängig davon, wie hoch der Anteil an gesättigten Fetten in der Diät der Probanden war. [dk]

Quelle: wissenschaft.de, American Journal of Clinical Nutrition

Medizin Immer mehr Menschen leben mit Aids.

Allerdings hat sich die Ausbreitung der weltweiten Epidemie nach Angaben der Vereinten Nationen erstmals verlangsamt. Es gebe deutliche Erfolge in wichtigen Ländern, heißt es im Weltaidsbericht 2006, den die Vereinten Nationen jetzt vorgestellt haben. Dennoch steige die Zahl der Infizierten insgesamt weiter. 38,6 Millionen Menschen leben mit dem Erreger der tödlichen Immunschwäche. Für 2005 verzeichnet der Report 4,1 Millionen neue Infektionen und 2,8 Millionen Todesfälle. Ende 2005 lebten 15,2 Millionen Kinder, die durch die Seuche einen oder beide Elternteile verloren haben. In einigen stark betroffen Ländern Afrikas sinkt die Zahl der Neuinfizierten leicht. In Deutschland war sie 2005 wieder gestiegen. Rund 5,5 Millionen Infizierte leben allein in Südafrika. [dk]

Planetologie Chaos-Bilder vom Mars.

Die europäische Raumsonde Mars Express hat dreidimensionale und farbige Bilder der zerklüfteten Marslandschaft Aram Chaos geliefert. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veröffentlichten Fotos wurden mit der vom DLR betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC aufgenommen. Die Kamera ist weltweit die bisher einzige, die eine Planetenoberfläche in der dritten Dimension und in Farbe abbilden kann. Das Aram Chaos ist eine fast kreisrunde Struktur von etwa 280 Kilometern Durchmesser mit stark erodierten Tafelbergen und Hügeln. [dk]

Genetik Der Sex liegt in den Genen.

Israelische Wissenschaftler glauben, einen Zusammenhang zwischen der sexuellen Erregbarkeit eines Menschen und seinem Erbgut gefunden zu haben. Demnach entscheidet ein Gen mit dem Kürzel DRD4 mit darüber, wie groß das sexuelle Verlangen und das Lustempfinden eines Menschen ist. In ihrer Studie befragten die Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem 148 Studenten und Studentinnen nach ihrem sexuellen Verlangen und Lustempfinden und verglichen die Aussagen damit, welche Variante des DRD4-Gens im Erbgut vorhanden war. Tatsächlich fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Ausprägung des Gens und der Libido ihrer Probanden. Wahrscheinlich tragen in den meisten Gesellschaften etwa zwei Drittel der Bevölkerung die Genversion für die verminderte Libido und nur ein Drittel jene für das größere Lustempfinden, vermuten die Wissenschaftler. [dk]

Quelle: wissenschaft.de, Molecular Psychiatry

Chemie Physikalische Raffination bringt hochwertiges Rapsöl auf den Tisch.

Einen Weg, die im Rapsöl enthaltenen wertvollen Polyphenole zu erhalten, beschreiben Forscher der TU Hamburg-Harburg. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe und gelten als gesundheitsfördernd. Sie wirken antioxidativ und stehen daher im Ruf krebsvorbeugend sowie antibakteriell und antiviral zu wirken. Bei der üblichen chemischen Raffination des Öls kommt allerdings Natronlauge zum Einsatz, um freie Fettsäuren zu neutralisieren. Diesen Weg vermeiden die Harburger Forscher, in dem sie das Öl im letzten Schritt des Prozesses durch Hochtemperaturbehandlung vornehmen. So bleiben die gesunden Polyphenole erhalten. [dk]

Quelle: idw-Ticker

Chemie Superschweres Element unter der Lupe.

Einem internationalen Forscherteam ist es im russischen Dubna gelungen, mit zwei Atomen des künstlichen Elements 112 chemische Untersuchungen durchzuführen. Mit dem Experiment konnten die Forscher die theoretisch vorhergesagte Entstehung des neutronenreichen Isotops von Element 112 in der Kernreaktion erstmals bestätigen und das Atom gleichzeitig erstmals chemisch untersuchen. Dabei zeigte sich, dass sich das Element 112 ähnlich verhält wie Quecksilber und nicht wie bisher vermutet Eigenschaften des Edelgases Radon aufweist. Das Element 112 gehört zur theoretisch vorhergesagten "Insel der superschweren Atomkerne". Eine solche Insel im Periodensystem setzt sich durch die Zahl der Protonen und die Zahl der Neutronen in ihren Atomkernen vom Bereich der bekannten Elemente ab. Bisherige Versuche, diese Entdeckungen experimentell zu bestätigen, schlugen fehl. Der Grund liegt darin, dass sich von den neuen Elementen nur wenige Atome pro Woche erzeugen lassen. Sie werden künstlich mit einem Schwer-Ionenbeschleuniger erzeugt, indem radioaktives Material mit hochenergetischen Strahlen aus Kalzium bestrahlt wird. Die in dem Experiment gemessene Energie aus der Kernspaltung war wie erwartet erheblich größer als die entsprechende Energie aus der bekannten Kernspaltung von Uran. [dk]

Archäologie Nekropole bietet neue Einsichten in das alte Rom.

Archäologen haben in einer antiken Nekropole im Zentrum von Rom ein weibliches Skelett aus dem zehnten Jahrhundert vor Christus entdeckt. Die Frau war zum Zeitpunkt ihres Todes etwa 30 Jahre alt. Es handelt sich um die erste Ausgrabung aus der 3.000 Jahre alten Totenstadt, die Anfang dieses Jahres unter dem Forum Romanum entdeckt wurde. Damals wurde bereits eine Urne mit der Asche eines Menschen gefunden. Die Gräber der Nekropole wurden alle auf die Zeit um 1.000 vor Christus datiert. Damit sind sie älter als die Stadt Rom. [dk]
30.05.2006

Medizin Darmbakterien können Übergewicht verursachen.

Das Darmbakterium //Methanobrevibacter smithii// ist eine Art Müllabfuhr des Verdauungstraktes. Was andere Bakterien zurücklassen, nimmt dieses auf, verwertet es und scheidet Methan aus. Eine Maus kann offenbar um so fetter werden, je mehr von diesen Bakterien im Darm leben, berichten Forscher der Washington Universität in St. Louis nach Tierversuchen. Weil es Reste beseitigt, schafft M. Smithii mehr Platz für andere Bakterien. Die wandeln bis dahin unverdaute Ballaststoffe und Kohlehydrate in Fettsäuren um. Diese kann der Körper aufnehmen und als Brennstoff verwenden. Die Forscher hoffen jetzt, ähnliche Zusammenhänge beim Menschen zu finden. Die Wissenschaftler hatten Mäusen menschliche Darmbakterien verabreicht, einem Teil der Tiere dabei eine Extra-Portion der Müllbeseitiger. Diese Tiere waren nach einigen Wochen bis zu 15 Prozent fetter als die anderen Versuchsmäuse. //[gät]//

Quelle: wissenschaft.de

Umwelt Tropische Gletscher reagieren schon auf kleine Temperaturschwankungen empfindlich.

Das berichten Forscher der Pennsylvania State University im Fachblatt PNAS. Die Wissenschaftler hatten die Entwicklung von Gletscherseen in den Anden Venezuelas anhand von Bohrkernen rekonstruiert. Je mehr organische Reste in diesen Bohrkernen vorhanden waren, desto weiter hatten sich die Gletscher zurückgezogen. Fanden die Wissenschaftler dagegen mehr Mineralien, hatten sich die Gletscher ausgebreitet. Zwischen 1250 und 1810 war das vier Mal der Fall, schreiben die Forscher. Die Ausbreitung der Gletscher ließ sich dabei stets mit einer Phase schwächerer Sonneneinstrahlung in Verbindung bringen. //[gä]//

Quelle: doi:10.1073/pnas.0603118103

Technik Das Pentagon will Kerosin aus Gas und Kohle gewinnen.

Weil die Kosten für den Treibstoff von Flugzeugen stark gestiegen sind, will die US-Luftwaffe in diesem Sommer prüfen, ob sich Flugzeugtriebwerke auch mit Treibstoffen aus Erdgas oder Kohle betreiben lassen. Das berichten US-Zeitungen unter Berufung auf den stellvertretenden Leiter der Logistik, Michael Amoine. Im Laufe des Sommers soll ein umgerüsteter B 52 Bomber die ersten Flüge mit diesem Treibstoff unternehmen. Haben diese Erfolg, will die US-Luftwaffe künftig die Entwicklung von neuen Flugzeugen für die unkonventionellen Kraftstoffe vorantreiben. Durch ein spezielles Verfahren kann aus Gas oder Kohle Treibstoff gewonnen und konventionellem Kerosin beigemischt werden. //[gät]//

Quelle: nyt/spiegel/div

Medizin Forscher kommen der Wirkung von Ritalin auf die Spur.

Das Medikament mit dem Wirkstoff Methyl-Phenidat wird vor allem an Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen verabreicht. Es verbessert zwar die Konzentrationsfähigkeit - bis jetzt war Forschern jedoch unklar, auf welche Weise. Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania berichten jetzt in einem Fachblatt für Neurophysiologie von Tierversuchen, die zumindest einen ersten Einblick in die Wirkung geben. Demnach verbessert Methyl-Phenidat zum einen die Informationsweiterleitung von den Sinnesorganen ins Gehirn. Zum anderen wirkt es wie ein Filter: es verhindert, dass Hirnzellen auf unwichtige Informationen reagieren. Die Wissenschafter weisen darauf hin, dass sich ihre Ergebnisse nur auf einen Teil des Gehirns beziehen. Da die Substanz jedoch im ganzen Gehirn wirke, seien noch weitere Untersuchungen erforderlich. //[gät]//

Quelle: wissenschaft.de/newswise/jounrnal of neurophysiology DOI:10.1152/jn.01310.2005

Raumfahrt Die Mars-Rover sollen künftig weniger Bilder zur Erde senden.

Die beiden Mars-Fahrzeuge Spirit und Opportunity sollen im kommenden Monat ein neues Programm erhalten. Dieses sorgt dafür, dass die Rover nicht mehr alle Bilder zur Erde funken, sondern nur noch ausgewählte, berichtet die BBC. So interessiert Forscher derzeit beispielsweise die Wolken- und Windhosenbildung. Künftig sollen daher mehr Bilder vom Himmel gesendet werden. Bis jetzt müssen Wissenschaftler diese Bilder von Hand suchen. Die Nasa könnte dank dieser Automatisierung erheblich Geld sparen. Nachdem der Satellit Earth Observatory One ein vergleichbares Programm erhalten hatte, sanken die Missionskosten von 3,6 Millionen US-Dollar auf 1,6 Millionen. //[gät]//

Quelle: heise/bbc

Medizin Die Heimat der Herzstammzellen ist entdeckt.

Ein Forscherteam des New York Medical College hat die Stelle im Herzen von Mäusen entdeckt, an der sich Herzstammzellen teilen. Wie sie in dem Fachblatt PNAS berichten, liegt dieser Ort in Nischen zwischen den Herzmuskeln. In diesen Nischen fanden die Forscher Stammzellen, die sich kontinuierlich teilen. Sie schließen aus dieser Beobachtung, dass diese Stammzellen das Herz immer wieder erneuern. Bis vor wenigen Jahren hatten Forscher noch vermutet, dass die Herzzellen ein Leben lang arbeiten. Vor wenigen Jahren jedoch entdeckten Forscher zum ersten Mal Stammzellen im Herzen. Seitdem vermuten Wissenschaftler, dass sich die Zellen im Herzen immer wieder erneuern. //[gät]//

Quelle: doi:10.1073/pnas.0600635103

29.05.2006

Medizin Ein Nasenspray soll vor Karies schützen.

Das schreiben Forscher des Forsyth-Instituts aus Boston in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature Reviews Immunology". Demnach haben sie ein Impfspray entwickelt, das Kinder vor der Zahnfäule schützen soll. Die Forscher hatten bei ihren Untersuchungen des Bakteriums //Streptococcus mutans//, das für die Zahnkaries-Infektion verantwortlich ist, entdeckt, dass Tiere, deren Zähne schon durchgebrochen, aber noch nicht von den Bakterien besiedelt waren, erfolgreich gegen Karies geimpft werden können. Bei der Impfung wird die Produktion von Abwehrproteinen anregt. Diese hemmen die Schlüsselproteine, die die Bakterien für ihre Vermehrung brauchen. Sie wollen nun ein Spray für den menschlichen Gebrauch entwickeln, das einfach über die Nasenschleimhäute anzuwenden ist, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de/Spiegel-Online

Biologie Forscher entdecken einen universellen Resistenzmechanismus bei Pflanzen.

Hochgezüchtete Pflanzen sind vielen Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen oder Viren ausgesetzt, gegen die ihr Immunsystem nichts ausrichten kann. Jetzt haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln einen Resistenz-Mechanismus bei der Modellpflanze Arabidopsis entdeckt, der bislang nur von einigen Mutanten bei Gerste bekannt war. Diese so genannte mlo-Resistenz entsteht nicht durch die Anwesenheit des Resistenzproteins, sondern durch dessen Abwesenheit. Wie die Forscher heute in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature Genetics" schreiben, haben sie bei Arabidopsis drei Mlo-Proteine ausgeschaltet – danach war die Pflanze gegen Mehltau resistent. Jetzt hoffen sie, diese Erkenntnisse auch bei anderen Erntepflanzen bestätigen und für die Züchtung neuer Pflanzen einsetzen zu können. //[mst]//

Quelle: Nature Genetics

Biologie Ein Molekül stellt die Verbindung zwischen den Gehirnhälften her.

Forscher des Queensland Brain Institutes an der Universität von Queensland in Australien haben die Entstehung des Corpus Callosum bei Mäusen untersucht. Dieses besteht aus Millionen einzelner Nervenzellen, die die Gehirnhemisphären miteinander verbinden und die Kommunikation beider Hälften ermöglichen. Dabei gelang es ihnen, ein Molekül zu identifizieren, das die Entwicklung des Nervenstrangs steuert. Das so genannte Ryk Rezeptormolekül unterstützt die Zielsteuerung einzelner Nervenfasern, die für die Übertragung sensorischer Informationen im Gehirn von entscheidender Bedeutung sind. Wie der Australisch-Neuseeländische Hochschulverband heute in einer Pressemitteilung schreibt, könnten die neuen Erkenntnisse die entscheidende Grundlage für die Entwicklung wirksamer Behandlungsmöglichkeiten gegen verschiedene Formen geistiger Behinderungen und Epilepsie sein. //[mst]//

Quelle: idw-online

Biologie Sexueller Erfolg macht nicht alt.

Zumindest lässt sich diese Regel auf den Junko, einen häufig in Amerika vorkommenden Singvogel aus der Familie der Ammern anwenden. Forscher der North Dakota State University schreiben in der aktuellen Ausgabe des "American Naturalist", dass männliche Vögel mit hohen Testosteronwerten zwar sexuellen Erfolg durch ihr damit verbundenes attraktiveres Aussehen hätten, dafür aber einem hohen Preis bezahlen müssen. Bei ihren Untersuchungen an 400 Junkonestern in Virginia fanden die Zoologen heraus, dass ein hoher Testosteronwert nur auf Kosten eines schwächern Immunsystems möglich sei. Damit sinkt automatisch die Lebenserwartung der sexuell erfolgreichen Vögel, schreiben die Forscher. //[mst]//

Raumfahrt Kosmonauten dürfen im Weltall kein Golf spielen.

Bei dem für den 2. Juni geplanten Weltraumspaziergang sollte der russische Kosmonaut Pawel Winogradow im Auftrag einer kanadischen Golfschlägerfirma einen Golfball ins All schlagen. Dieser würde den Berechnungen zufolge vier Jahre lang um die Erde kreisen, bevor er in der Atmosphäre verglüht. Jetzt sei das Programm auf Drängen der Nasa geändert worden, teilte ein Sprecher der russischen Flugleitzentrale heute in Koroljow bei Moskau mit. Nach Ansicht einiger Experten gefährde der Golfball, der mit einer Geschwindigkeit von acht Metern in der Sekunde fliegt, damit nicht nur die ISS, sondern auch andere Raumapparate. //[mst]//
26.05.2006

Biologie Langusten meiden todkranke Artgenossen.

Üblicherweise schätzen Karibik-Langusten die Nähe ihrer Artgenossen; jeden Herbst zum Beispiel machen sich viele Tiere gemeinsam auf einen langen Marsch. Manche Jungtiere jedoch bleiben allein. Dabei handelt es sich stets um Krebse, die von einem tödlichen Virus befallen sind. Ein Forscherteam aus den USA berichtet jetzt im Fachblatt "Nature", dass die gesunden Tiere die Krankheit offenbar wahrnehmen und die Kranken deshalb meiden. In Experimenten hat sich gezeigt, dass die Langusten erkrankte Tiere bereits während der Inkubationszeit wahrnehmen können - noch bevor sich Symptome der Infektion zeigen, und lange bevor das Tier ansteckend ist. Wie die Krebse die erkrankten Tiere erkennen, ist den Forschern noch unklar. Sie vermuten aber, dass die gesunden die Kranken am Geruch erkennen. //[gät]//

Materialwissenschaft Aus Nanodrähten lassen sich winzige Transistoren fertigen.

Forscher vermuten, dass der Chip der Zukunft aus Kohlenstoffnanoröhrchen oder optischen Bauteilen besteht: Beide machen deutlich kleinere und leistungsfähigere Prozessoren möglich. Doch auch die konventionelle Technik lässt sich offenbar noch deutlich verkleinern: Wissenschaftler der Harvard - Universität haben einen funktionierenden Transistor konstruiert, der im Kern aus einem Germanium-Draht von nur 10 Nanometern Durchmessern besteht. Um dieses feine Metallfädchen legten die Forscher einen Siliziummantel und schufen so einen drahtförmigen Transistor. Der leitet drei bis vier mal besser Strom als konventionelle Transistoren und schaltet ähnlich schnell wie Kohlenstoffnanoröhrchen. Der Draht ist jedoch deutlich leichter herzustellen. Die Forscher hoffen daher, einen einfachen Weg zur Verkleinerung der Chips aufgezeigt zu haben. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seiten 489-492

Raumfahrt Der Wettersatellit GOES-N ist mit einem Jahr Verspätung gestartet.

GOES-N ist der erste von drei Satelliten einer neuen Generation; zu seiner Ausstattung gehören eine hoch auflösende Kamera sowie Instrumente zur Messung der Temperaturen und Feuchtigkeit der Lufthülle. Der Trabant soll genaue Sturmvorhersagen ermöglichen und zur Beobachtung der Klimaveränderung eingesetzt werden. Eingeschaltet werden soll der Satellit allerdings erst, wenn ein anderer keinen Treibstoff mehr hat. GOES-N ist nach zahlreichen Problemen mit den Trägerraketen am Donnerstag gestartet. Der zweite Start einer Ariane-Rakete in diesem Jahr ist unterdessen auf Sonntag verschoben worden. Das teilte das Unternehmen Arianespace in Paris mit. Grund sind nach Angabe des Unternehmens technische Überprüfungen. Die Ariane 5 ECA soll zwei Telekommunikationssatelliten ins All befördern. //[gät]//

Medizin Patient starb wahrscheinlich nicht an der Gentherapie.

Der Patient hatte an einer Erbkrankheit gelitten, bei der der Körper die Fähigkeit verliert, Bakterien und Pilze im Körper zu bekämpfen. Bei einer Behandlung vor zwei Jahren waren ihm mit Hilfe eines Virus gesunde Gene in Blutstammzellen transferiert worden. Daraufhin war der Anteil an gesunden Immunzellen auf mehr als 50 Prozent gestiegen. Der Fall galt als einer der ersten gelungenen Gen-Therapien in Deutschland. Wie eine Untersuchung jetzt ergeben hat, hatten zwei Jahre später die meisten der gentechnisch veränderten weißen Blutkörperchen ihre Funktion zum Teil oder ganz verloren. Die funktionsfähigen Zellen hätten nicht ausgereicht, um eine Infektion zu bekämpfen, der Patient starb an einer Infektion, die eine Blutvergiftung nach sich zog. Warum die Zellen ihre Fähigkeit wieder verloren haben, ist den Forschern noch unklar. Einen Zusammenhang mit der Gentherapie könne aber nicht ausgeschlossen werden, so die Forscher. //[gät]//

Astronomie Die äußere Hülle des Sonnensystems hat eine Delle.

Darauf weisen Messdaten der Raumsonde Voyager 2 hin. Die Fühler der Sonde registrieren offenbar die ersten Ausläufer der Grenzschicht zwischen dem Sonnenwind - den geladenen Partikeln, die von der Sonne ausgesandt werden - und den interstellaren Teilchenströmen. Für Physiker kommen diese Daten überraschend. Voyager 2 ist noch weit von der Distanz zur Sonne entfernt, bei der die Schwestersonde Voyager 1 vor zwei Jahren die ersten Ausläufer der Grenzschicht gemessen hatte. Wissenschaftler vermuten jetzt, dass die Grenze des Sonnensystems an dieser Stelle eine Delle hat. Stimmt diese Vermutung, wäre Voyager 2 unter Umständen schon in zehn Jahren außerhalb des Sonnensystems - und hätte es damit schneller verlassen als Voyager 1. //[gät]//

Medizin Eine Nikotinsucht kann sich auch drei Jahre nach einer einzigen Zigarette einstellen.

Das notieren Forscher des University College London im Fachblatt "British Medical Journal". Die Wissenschaftler hatten knapp 6000 Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Jugendliche im Alter von 14 Jahren doppelt so häufig regelmäßig zur Zigarette griffen, wenn sie bereits mit elf Jahren einmal eine versucht und danach nicht weiter geraucht hätten. Die Wissenschaftler sehen ihre Studie als Beleg dafür, dass bereits eine einzige Zigarette Nervenverschaltungen im Hirn erzeugt, die unter Stress oder Depressionen den Griff zur Zigarette wahrscheinlicher machen. //[gät]//
24.05.2006

Medizin Schlaftablette weckt Patienten im Wachkoma.

Bei drei Patienten in einem Wachkoma haben britische und südafrikanische Ärzte eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Sie gaben ihnen den Wirkstoff Zolpidem, der in modernen Schlafmitteln enthalten ist, und konnten die Patienten damit zeitweise "aufwachen" lassen. Über mehrere Stunden sprachen die Patienten mit Freunden und der Familie, bevor die Wirkung nachließ. Darauf hin erhielten sie die Substanz über einen längeren Zeitraum jeden Morgen. Nennenswerte Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten, berichten die Ärzte im Fachmagazin "NeuroRehabilitation". Jetzt sollen größer angelegte Studien den Behandlungserfolg von Zolpidem überprüfen. //[tj]//

Quelle: nature.com

Medizin Bestimmte Milch hilft gegen Asthma.

Milch von Schafen und Kühen, die frisches Grünfutter gegessen haben, könnte bei kindlichem Asthma helfen. Das fanden Ernährungswissenschaftler der Universität Jena heraus. In Gras, Heu und Kräutern kämen Pflanzenfette vor, die von den Wiederkäuern in eine bestimmte Milchfettsäure umgebaut würden. Diese Säure habe eine entzündungshemmende Wirkung bei Asthma. Die Ergebnisse aus Jena werden nun im Tierversuch und anschließend in klinischen Studien überprüft. Israelische Forscher setzen derzeit im Kampf gegen Asthma bei Kindern auf Kamelmilch. //[tj]//

Quelle: Uni Jena

Biologie Nordamerikas Baumwelt leidet unter europäischen Zuwanderern.

In Nordamerika heimische Baumarten wie der Kanadische Ahorn sind von zugewanderten Gewürzpflanzen aus Europa bedroht. Bei Untersuchungen der Knoblauchrauke - die 1860 nach Amerika eingeführt wurde - sind Forscher auf einen bislang unbekannten Mechanismus gestoßen, der die Vermehrung von Bäumen bremst. So sondert die Pflanze giftige Substanzen ab, die Pilze im Boden schädigen. Damit junge Baumkeimlinge aber anwachsen können, benötigen sie Bodenpilze, die ihre Wurzeln besiedeln und dabei helfen, Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Dies wird durch die Knoblauchrauke verhindert. //[tj]//

Quelle: idw Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle

Medizin Wandlungsfähige Viren führen zur Chikungunya-Ausbreitung.

Weshalb sich das Chikungungya-Virus im vergangenen Jahr so rasch auf Mauritius, den Seychellen und vor allem auf La Réunion ausgebreitet hat, scheint nun geklärt. Forscher vom Pariser Pasteur-Institut haben herausgefunden, dass sich das Erbgut des Virus verändert hat. Sie entdeckten eine veränderte Nukleotidsequenz im Genom, die zu einem modifizierten Protein der Virusoberfläche geführt habe. Dadurch könne das Virus leichter in den Darm von blutsaugenden Mücken gelangen und sich in den Insekten besser vermehren. Außerdem könnten Menschen leichter mit dem mutierten Virus infiziert werden, vermuten die Forscher. Sie schließen aber nicht aus, dass auch eine fehlende natürliche Immunität der Inselbewohner im indischen Ozean zur Ausbreitung des Virus beigetragen hat. Auf La Réunion sind mittlerweile 250.000 Menschen - etwa ein Drittel der Bevölkerung - mit dem Chikungungya-Virus infiziert. //[tj]//

Quelle: wissenschaft.de/Public Libray of Science Medicine

Medizin Kaugummi soll vor Magen- und Speiseröhrenkrebs schützen.

80 Prozent der Fälle von Mund-, Rachen und Speiseröhrenkrebs werden durch Rauchen und Alkohol verursacht. Der wichtigste Auslöser ist dabei die Substanz Acetaldehyd, die sich beim Abbau von Alkohol und bei der Verbrennung von Tabak bildet. Schon seit langem ist bekannt, das Acetaldehyd durch die Aminosäure Cystein unschädlich gemacht werden kann. Allerdings bringt eine Cysteinpille wenig, da das Cystein nach der Einnahme erst im Dünndarm freigesetzt wird. Jetzt haben finnische Wissenschaftler eine probate Lösung gefunden: Sie haben Kautabletten und Kaugummis entwickelt, die die Aminosäure Cystein enthalten. Damit konnten sie Acetaldehyd bereits am Ort des Geschehens - im Mund - in eine harmlose Form umwandeln. Allerdings - so warnten die Forscher bei der Vorstellung ihrer Methode auf dem Internationalen Krebskongress in Grado - könne der Kaugummi nicht alle Chemikalien bekämpfen, die durch Tabak oder Zigaretten entstehen. //[tj]//

Quelle: wissenschaft.de

Medizin Neue Substanz schützt Nervenzellen nach einem Schlaganfall.

Max-Planck-Forscher haben eine Substanz synthetisiert, die nach einem Schlaganfall Nervenzellen vor dem Absterben bewahrt. Dies war bislang nicht möglich. Die neue Substanz ähnelt einem Medikament, mit dem Mediziner nach einer Transplantation das Immunsystem des Patienten unterdrücken oder bestimmte Autoimmunkrankheiten behandeln. Allerdings ist die Wirkung der neuen Substanz auf die Nervenzellen beschränkt. Im Tierversuch gelang es damit nicht nur, bleibende Schäden bei Ratten mit Schlaganfallsymptomen zu begrenzen. Auch bereits entstandene Schäden konnten teilweise sogar wieder rückgängig gemacht werden. Möglicherweise - so die Max-Planck-Forscher - könnte die Substanz auch bei anderen Krankheiten helfen, bei denen Nervenzellen zerstört werden - so beispielsweise bei der Alzheimer Krankheit. //[tj]//

Quelle: Max Planck Gesellschaft

Psychologie Eine glückliche Kindheit macht schön.

Jahrelanger Stress in der Familie beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Aussehen. Diesen Schluss ziehen britische Psychologen aufgrund einer Studie mit mehr als 200 Studentinnen. Die Tests ergaben: Frauen aus schwierigen Elternhäusern war die stressgeprägte Kindheit auch noch mit Anfang 20 ins Gesicht geschrieben: Sie wirkten weniger attraktiv, weniger gesund und maskuliner als Altersgenossinnen, die in einem intakten Elternhaus aufgewachsen waren. Den Wissenschaftlern zufolge spielt das Stresshormon Cortisol dabei eine wesentliche Rolle, außerdem sei in Familien mit sehr viel Streit meist auch der Lebensstil ungesünder als in stressfreier Umgebung. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

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