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05.05.2010

Psychologie Mozart steigert nicht die Intelligenz.

1993 berichteten US-amerikanische Psychologen, dass das Hören der Musik des Komponisten die Intelligenz erhöht. Bei Tests hatte sich bei Probanden nach dem Hören der Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (Köchelverzeichnis-Nummer 448) kurzfristig das räumliche Vorstellungsvermögen verbessert. Jetzt haben Forscher der Universität Wien diesen sogenannten Mozart-Effekt widerlegt. Wie sie im Fachblatt "Intelligence" berichten, konnten sie in ihrer Überblicksstudie, die 39 Einzelarbeiten mit mehr als 3000 Freiwilligen enthielt, keinen positiven Effekt der Musik Mozarts auf das räumliche Vorstellungsvermögen der Testteilnehmer entdecken. [mst]

Quelle: Intelligence

Biologie Vielfalt macht robust.

Je größer die genetische Vielfalt innerhalb einer Ameisenkolonie, desto besser kann sich der Staat gegen Krankheitserreger verteidigen. Das berichten Biologen aus Regensburg in den Mitteilungen der britischen Royal Society nach Untersuchungen an tropischen Ameisen der Art Cardiocondyla obscurior. Sie hatten über mehrere Jahre hinweg Kolonien gezüchtet. Ein Teil wies mit bis zu 20 Königinnen eine hohe genetische Vielfalt auf, der andere Teil mit nur einer Königin hingegen hatte nur eine geringe genetische Vielfalt. Anschließend brachten die Forscher Pilzsporen in die Kolonie. Dabei sahen sie, dass die Tiere aus genetisch diversen Kolonien deutlich schneller auf die Gefahr aufmerksam wurden. Die Biologen sehen darin ihre Vermutung bestätigt, dass Inzucht eine frühzeitige und effektive Verteidigung gegen Krankheitserreger in Ameisenkolonien verhindert. [mst]

Quelle: Press Royal Society

Biologie Die britischen Fischbestände sind dezimiert wie nie zuvor.

Die Bestände von Speisefischen wie Kabeljau, Schellfisch oder Scholle sind vor den Küsten Englands und Wales seit 1889 um durchschnittlich 94 Prozent gesunken. Das berichten Forscher aus York im Fachblatt Nature Communications. Sie hatten die Fangmengen in britischen Gewässern von 1889 bis 2007 untersucht. Damit seien die von der kommerzieller Fischerei verursachten Schäden an den marinen Ökosystemen weitaus schwerer als bislang angenommen. Mehr als ein Jahrhundert der intensiven Grundschleppnetzfischerei auf dem Meeresgrund habe viele Fischarten in den britischen Gewässern fast vollständig ausgerottet. [mst]

Quelle: Nature Communications

Psychologie Knappe Niederlagen spornen Glücksspieler an.

Haben Spielsüchtige ein Gewinnspiel nur knapp verloren, schüttet ihr Gehirn dennoch das Glückshormon Dopamin aus. Dadurch werden Zocker trotz negativer Folgen geradezu zum Weitermachen provoziert. Das haben britische Forscher aus Cambridge herausgefunden und berichten über ihre Ergebnisse im Journal of Neuroscience. Bei den Tests wurden die Gehirnströme der Studienteilnehmer gemessen. Allerdings reagierten nur Spielsüchtige bei knappen Niederlagen mit der Ausschüttung des Glückshormons. Probanden ohne Spielbegeisterung zeigten diese Form der Selbstbelohnung nicht und verbuchten auch einen knappen Misserfolg als Niederlage. Die ausgeschüttete Dopaminmenge bei solchen Tests könnte zukünftig als Gradmesser einer Suchterkrankung dienen, so die Forscher. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Mäuse können das Schmerzmittel Morphin produzieren.

Bislang galten Morphinspuren im menschlichen Urin als Hinweis auf Drogenkonsum oder den Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel. Dies könne jedoch auch natürliche Ursachen haben, berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Fachblatt PNAS. Denn Mäuse und vermutlich auch Menschen können Morphin selbst produzieren. Die Forscher hatten den Mäusen markiertes Tetrahydropapaverolin (THP) gespritzt, welches in Mohnpflanzen in einem komplexen Prozess zu Morphin umgewandelt wird. Diesen Prozess konnten die Wissenschaftler bei den Tieren ebenso nachweisen, zudem entdeckten sie später im Urin der Mäuse Morphin. Die Nager müssen demnach über ein Enzym-System verfügen, mit dessen Hilfe sie eigenständig Morphin herstellen können. [mst]

Quelle: PNAS

Medizin Partner von Demenzpatienten erkranken häufig selbst.

Bei älteren Ehepaaren kommen Demenzerkrankungen unverhältnismäßig oft bei beiden Partnern vor. Das geht aus einer Langzeitstudie US-amerikanischer Forscher hervor, die im Journal of the American Geriatrics Society vorgestellt wird. Die Forscher hatten rund 1200 Paare jahrelang beobachtet. Dabei sahen die, dass sobald bei einem Partner eine Demenz festgestellt wurde, der andere zwölf Mal häufiger erkrankte als statistisch zu erwarten sei. Möglicherweise sei dieser Effekt mit der körperlichen und psychischen Belastung der Krankheit zu erklären, die der Partner durch die Erkrankung des anderen ausgesetzt sei, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: scienceticker

Astronomie Astrophysiker berechnen die Form von Sternexplosionen.

Bislang war nicht klar, wie sich Supernovae ausdehnen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching konnten dies mithilfe komplexer Computerberechnungen nun klären. Im Astrophysical Journal berichten sie, wie bei Sternexplosionen die Asymmetrien und schnellen, eisenreichen Klumpen in allen drei Raumdimensionen entstehen. Damit sei es erstmals gelungen, das Sterben eines massenreichen Sterns lückenlos zu verstehen - vom Beginn der Explosion bis zum Ausbruch der Explosionswelle aus der Sternoberfläche mehrere Stunden später. [mst]

Quelle: AlphaGalileo

04.05.2010

Ökologie Das Wappentier der USA könnte ökologische Konflikte provozieren.

Der Weißkopfseeadler könnte auf den kalifornischen Kanalinseln die Bestände von Graufüchsen und seltenen Seevögeln gefährden. Das glauben Wissenschaftler aus Wyoming, die aus alten Adlerknochen rekonstruiert haben, wovon die Greifvögel sich in den vergangenen 20.000 Jahren ernährt haben. Die Forscher haben herausgefunden: Was die Nahrung angeht, ist der Weißkopfseeadler ein Opportunist, er hat also das Spektrum seiner Beutetiere im Lauf der vergangenen 20.000 Jahre immer wieder geändert. Auf den kalifornischen Kanalinseln hat er sich Jahrtausende lang von Fischen und Seevögeln ernährt. Ab dem 19. Jahrhundert kam dann zusätzlich Aas von Schafen hinzu, die ab dieser Zeit eingeführt wurden. Sollten nun Weißkopfseeadler wieder verstärkt angesiedelt werden, so wie auf den Inseln geplant, müsse man davon ausgehen, dass die Tiere sich neue Nahrungsquellen erschließen, etwa seltene Tierarten. Dieses Risiko müsse unbedingt berücksichtigt werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

Botanik Der Trick des Schwimmfarns ist gelüftet.

Ein Team von deutschen Wissenschaftlern hat herausgefunden, welches Geheimnis hinter der wasserabweisenden Oberfläche der Pflanze //Salvinia molesta// steckt. Dieser Farn hüllt sich unter Wasser in eine hauchdünne Schicht aus Luft. Die Schicht verhindert, dass die Pflanze mit Wasser in Berührung kommt. Woran das liegt, ist bereits seit einigen Jahren bekannt: Auf der Oberfläche der Blätter sitzen winzige, wasserabweisende Härchen, die das Wasser in der Umgebung auf Distanz halten. Nun haben die Forscher aber auch entdeckt, warum die Luftschicht so außerordentlich stabil ist, dass sie über Wochen hinweg bestehen bleibt: Die Spitzen der Härchen sind nämlich wasseranziehend. Sie fixieren das Wasser in regelmäßigen Abständen an der Pflanze. Die Luftschicht darunter kann daher nicht so gut entweichen. Oberflächen nach dem Vorbild des Schwimmfarns könnten den Schiffsbau revolutionieren, glauben die Wissenschaftler aus Bonn, Rostock und Karlsruhe. Ein wasserabweisender Anstrich könnte helfen, neuartige, reibungsärmere Schiffsrümpfe zu bauen. //[reu]//

Quelle: Alphagalileo

Medizin Posttraumatische Belastungsstörungen beeinflussen das Immunsystem.

Posttraumatische Belastungsstörungen, kurz PTSD, wie sie zum Beispiel nach einer Begegnung mit extremer Gewalt auftreten, haben offenbar auch Folgen für das Immunsystem. Bei Menschen, die unter PTSD leiden, sind die natürlichen Abwehrkräfte beeinträchtigt. Das zeigt sich daran, dass die Aktivität verschiedener Schlüsselgene verändert ist. Das schließt ein amerikanisch-deutsches Forscherteam aus dem Vergleich der Genmuster von 23 PTSD-Patienten mit rund 80 gesunden Personen. Das traumatische Erlebnis, das die Krankheit ausgelöst hat, greift demnach direkt in die komplexe Regelmaschinerie ein, mit deren Hilfe Gene ein- und ausgeschaltet werden. Die Forscher hoffen, mithilfe eines besseren Verständnisses dieser Zusammenhänge auch neue Ansätze für eine Therapie zu finden. //[reu]//

Quelle: PNAS

03.05.2010

Biologie Eine winzige Erbgutveränderung machte Mammuts fit für die Kälte.

Die Vorfahren der Mammuts lebten in den tropischen Regionen Afrikas. Vor 1,2 bis zwei Millionen Jahren wanderten einige Tiere Richtung Norden. Im Laufe ihrer Evolution zum Wollhaarmammut, zum //Mammuthus primigenius//, wappneten sie sich gegen die Kälte mit einem zottigen Fell. Sie bekamen zudem kleinere Ohren. Ein internationales Forscherteam berichtet im Fachblatt "Nature Genetics", dass zudem eine Veränderung im Gen für das Sauerstoff- Transport-Protein Hämoglobin in den roten Blutkörperchen von entscheidender Bedeutung war. Die genetische Veränderung sorgte dafür, dass der Sauerstoff auch bei tiefen Temperaturen leicht vom Hämoglobin an die Zellen abgegeben werden konnte. Im Gegensatz dazu nimmt bei Elefanten die Bindung zwischen dem Hämoglobin und dem Sauerstoff bei Kälte zu: Dies erschwert die Sauerstoffabgabe an die Zellen speziell in den kälteempfindlichen Extremitäten. Durch die Mutation mussten die Wollhaarmammuts ihr Blut weniger stark auf Temperatur halten, um das Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen - im rauen Klima der eisigen Tundren ein entscheidender Vorteil. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics-Online

Medizin Das Sindbis-Virus ist in Deutschland aufgetaucht.

Forscher am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben in Baden-Württemberg das Sindbis-Virus in drei Mückenarten nachgewiesen. Das Sindbis-Virus kann beim Menschen fiebrige Erkrankungen und rheumatische Beschwerden in Gelenken verursachen. Das Sindbis-Virus wurde in den 50er-Jahren in Afrika entdeckt. Es kommt auch in Schweden und Finnland vor. Sindbis-Viren befallen insbesondere Vögel, sie können über Mücken auf Menschen übertragen werden. //[mawi]//

Quelle: Bernhard-Nocht-Institut

Psychologie Grün hebt die Stimmung.

Bereits fünf Minuten körperliche Aktivität im Grünen verbessern die Stimmung und das Selbstwertgefühl deutlich. Besonders groß sei der Effekt bei jüngeren und bei psychisch angegriffenen Menschen, berichten Forscher der Universtät von Essex im Fachmagazin "Environmental Science and Technology". Gerade in den ersten Minuten scheine die Psyche besonders sensibel auf die Bewegung in einer grünen Umwelt zu reagieren. Die Wissenschaftler hatten zehn Studien mit insgesamt 1250 Teilnehmern analysiert. Diese hatten die Effekte von Wanderungen, Fahrradtouren, Bootsfahrten, Gartenarbeit, Reiten und Angeln in der Natur gemessen. Die Ergebnisse zeigten, welch große Bedeutung Parks und Bäume in Städten und in der Umgebung hätten, betonen die Forscher. Stadtplaner und Politiker sollten daher unbedingt für begrünte Erholungszonen in Städten sorgen. //[mawi]//

Quelle: Environmental Science and Technology

Physik Laserforscher lassen es im Labor regnen.

Einem europäischen Forscherteam ist es gelungen, mithilfe eines Lasers in mit Feuchtigkeit gesättigter Luft Wassertropfen zu erzeugen. Der energiereiche Lichtimpuls erzeugte geladene Teilchen, die als sogenannte Kondensationskeime dienten, an denen sich dann der Dampf in kleinen Tropfen niederschlug. Das Prinzip könnte in Zukunft eingesetzt werden, um Hagelschäden in Landwirtschaft vorzubeugen, schreiben die Forscher aus Berlin, Frankreich und der Schweiz im Fachblatt „Nature Photonics“. Ob die Technik aber tatsächlich im großen Maßstab funktioniert, ist noch ungewiss. Bislang wird zur Vorbeugung von Hagelschäden meist Silberjodid eingesetzt. Von Flugzeugen aus werden Wolken mit Salzpartikeln geimpft. Sie sollen als Kondensationskeime dienen, an denen sich Wasserdampf niederschlägt und dann abregnet. Der Nutzen der Methode ist allerdings umstritten. //[mawi]//

Quelle: Nature Photonics-Online

Zoologie Fadenwürmer hassen Rettich.

Bei Gemüsebauern sind Fadenwürmer, wie die Wurzel-Läsions-Nematoden, gefürchtet. Forscher am Julius-Kühn-Institut in Münster haben eine biologische Methode zur Nematoden-Bekämpfung erprobt: Sie bauten Senf- und Rettichpflanzen an, warteten bis zu deren Blüte, zerkleinerten die Pflanzen und pflügten sie unter. Senf- und Ölrettich-Pflanzen enthalten große Mengen an Glucosinolaten, die im Boden in Isothiocyanate umgebaut werden. Diese sind für Fadenwürmer giftig. Ideal für die Nematoden-Bekämpfung mit Senf und Rettich sind nach Angaben der Forscher Bodentemperaturen um 20 Grad Celsius und eine hohe Bodenfeuchte. //[mawi]//

Raumfahrt Progress bringt Nachschub auf die ISS.

Ein unbemannter russischer Progress-Frachter brachte gut 2,5 Tonnen Ladung zur Internationalen Raumstation ISS: Lebensmittel, Wasser, Sauerstoff, Treibstoff und Ausrüstungsgegenstände. Wegen eines Fehlers in der automatischen Steuerung musste der Frachter auf den letzten 1000 Metern von Hand zur ISS gesteuert werden, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Der Frachter soll im Anschluss als fliegende Mülltonne genutzt werden, beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre soll er samt Müll verglühen. //[mawi]//
30.04.2010

Medizin Kuba gibt ein gutes Beispiel für ein funktionierendes Gesundheitssystem.

Davon sind Forscher der Stanford University überzeugt. Kuba setze vor allem auf eine gute Versorgung mit Allgemeinärzten und eine umfassende Information der Bevölkerung, wie Krankheiten zu vermeiden sind. Auf diese Weise habe Kuba erreicht, so die Wissenschaftler im Fachblatt "Science", dass trotz Embargo seine Einwohner die höchste Lebenserwartung in Lateinamerika haben und unter Neugeborenen und Kindern die geringste Sterblichkeit herrscht. Gleichzeitig gibt Kuba für sein Gesundheitssystem vergleichsweise wenig Geld aus, weniger als Europa und die USA. //[gät]//

Quelle: Science

Medizin Lungenkrebs dürfte sich künftig präziser bestrahlen lassen.

Die Bestrahlung von Lungentumoren stellt Ärzte vor ein Problem: Die Lunge steht nicht still. Der Tumor bewegt sich daher bis zu vier Zentimeter hin- und her. Damit ist er besonders schwer zu treffen; Ärzte müssen daher ein größeres Areal und damit auch gesundes Gewebe bestrahlen, um den Tumor abzutöten. Forscher der Hospitaux Universitaires de Genève haben nun ein Programm vorgestellt, das die Lungenbewegung bei der Bestrahlung mit einberechnet. Der Rechner stützt sich auf Computertomographie-Aufnahmen des Patienten und ermittelt die Lage des Tumors bei den kurzen Pausen zwischen ein- und ausatmen. Nach Angabe der Forscher erfordert das Programm keine neues Gerät; es wird bis Ende 2011 in einer Studie getestet. //[gät]//

Biologie Die Werkzeuge der Schimpansen verblüffen Forscher immer wieder.

Die Affen verwenden Hilfsmittel auf eine so komplexe Weise, dass die einst von Wissenschaftlern definierte Grenze zwischen Mensch und Primat immer stärker verwischt wird. Darauf weist der britische Forscher William McGrew von der Universität Cambridge im Fachblatt "Science" hin. Seit Jane Goodall zum ersten Mal beobachtet hat, wie Schimpansen Termiten mit Hilfe von Grashalmen fangen, haben Biologen mehr als 20 verschiedene Werkzeuge bei den Primaten beobachten können. Die Werkzeuge dienen unterschiedlichsten Zwecken, die Affen können ein Werkzeug aus unterschiedlichem Material fertigen oder aus einem Material unterschiedliche Hilfsmittel. Der britische Forscher mahnt, die Affen nicht aussterben zu lassen. //[gät]//

Quelle: Science

Biologie Das Erbgut von //Xenopus tropicalis// ist entziffert.

//Xenopus tropicalis// – dem afrikanischen Krallenfrosch – ist damit die Ehre zuteil geworden, das erste Amphibium mit entziffertem Erbgut zu sein. Das Genom umfasst dem Bericht seinen Erforscher zufolge etwas weniger Gene als das Erbgut des Menschen, weckt aber große Hoffnungen, die Evolution erforschen oder das Tier zu Versuchen nutzen zu können: Obwohl Amphibien und die übrigen Wirbeltiere sich vor rund 360 Millionen Jahren voneinander trennten, ist die Abfolge der Gene über weite Strecken gleich. Außerdem fanden die Forscher rund 80 Prozent der vom Menschen bekannten Krankheitsgene auch beim Frosch. Sie hoffen daher, das Tier auch als Modellorganismus einsetzen zu können. //[gät]//

Umwelt Die Arten sterben immer schneller aus.

Obwohl sich die Staaten der Welt in der Vergangenheit schon zwei Mal zum Ziel gesetzt hatten, bis 2010 das Artensterben wenigstens zu bremsen. Das schreibt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler haben zum ersten Mal 31 verschiedene Beobachtungssysteme, mit denen das Artensterben erfasst werden soll, in einer Studie vereint. Ihr Ergebnis zeigt, das die Staaten der Welt das Artensterben trotz ihrer Anstrengungen nicht bremsen konnten. Die Forscher führen das zum Teil auf falsch ausgewählte Reservate zurück, auf eine zu kleine finanzielle Unterstützung – oder auf schlichtes Nichtstun von Regierungen, trotz anders lautender Veröffentlichungen. //[gät]//

Quelle: New Scientist

Technik Die Vulkanasche in der Luft könnte doch noch zu einem Problem werden – für die Klimaanlagen der Flugzeuge.

Darauf weist die Universität Leeds hin. Die Klimaanlagen an Bord der Linienflugzeuge setzen die Kabinen unter Druck und heizen sie. Die dafür notwendige Luft saugen die Anlagen von außen an, sie wird durch Filter gereinigt. Diese Filter halten auch die Ascheteilchen des Eyjafjalla zurück. Die Mehrbelastung dürfte jedoch nach Einschätzung von Experten der Universität dazu führen, dass sich die Filter schneller zusetzen als üblich. Reinigen die Luftfahrtgesellschaften diese Filter jetzt nicht öfter, könnte das zu einer Überhitzung der Klimaanlagen führen. Geschieht das während des Fluges, würde die Anlage ausfallen, und der Pilot wäre gezwungen, so schnell wie möglich zu landen. //[gät]//

Quelle: Alphagalileo

29.04.2010

Planetologie Zeitweise fließt Wasser auf dem Mars.

Das legen zumindest Fotos nahe, die von der US-Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" stammen. Wie das Fachblatt "Geophysical Research Letters" berichtet, haben Forscher der Universität Münster darauf den bislang deutlichsten Beweis für flüssiges Wasser auf dem Mars gefunden. Sie machten nämlich eine knapp zwei Meter breite Erosionsrinne auf der Planetenoberfläche aus, die sich im Laufe von zwei Marsjahren deutlich verlängert hatte: Zwischen November 2006 und Mai 2009 legte die Rinne am Dünenhang des Russell-Kraters um rund 170 Meter zu. Aus der Form der Rinne, die am Ende immer schmaler ausläuft, schließen die Forscher, dass geschmolzenes Wassereis die wahrscheinliche Ursache dafür ist. Das Eis auf dem Mars wäre demnach im Frühjahr aufgetaut und hätte ein Gemisch aus Wasser und Sand durch die Rinne gespült. Eindeutig nachgewiesen wurde Wasser auf dem Mars bislang nur als Eis im Boden und als Dampf in der Atmosphäre. //[tj]//

Quelle: Geophysical Research Letters

Biologie Bei beruflichem Stress in der Schwangerschaft legen die Ungeborenen an Gewicht und Größe zu.

Eine Studie mit mehr als 75.000 werdenden Müttern hat ergeben, dass die Art des Stresses während der Schwangerschaft darüber entscheidet, wie groß und schwer ein Kind zur Welt kommt. Im Fachmagazin "Psychosomatic Medicine" berichten Wissenschaftler der Universität Basel von ihrer Studie. Dabei zeigte sich zunächst, dass alle Kinder von Schwangeren, die Stress erlebten, etwas früher zur Welt kamen, als dies bei nicht gestressten Frauen der Fall war. Einen Unterschied machte es allerdings, ob beruflicher oder emotionaler Stress auf den Frauen lastete: Werdende Mütter, die im Beruf wiederholt oder anhaltend Stresssituationen ausgesetzt waren, bekamen Kinder, die bei der Geburt etwas größer und schwerer waren. Bei Frauen hingegen, die während der Schwangerschaft unter emotionalem Stress litten, etwa unter Ängsten oder Niedergeschlagenheit, waren die Neugeborenen nicht stärker gewachsen.[tj]//

Quelle: Universität Basel

Neurologie Mit einer neuen Mikroskopie-Methode werden Nervenschaltungen im Gehirn sichtbar.

Wenn sich ein Gegenstand vor unserem Auge bewegt, dann werden auf der Netzhaut zig Millionen Sinneszellen stimuliert, die das Licht in elektrische Signale umwandeln. Und das bedeutet: ungeheure Datenmengen müssen verarbeitet werden, damit ein fertiges Bild entsteht, wir also "sehen" können. Wissenschaftler der Technischen Universität München haben eine neue Methode entwickelt, mit der sie im Gehirn beobachten können, wie einzelne Nervenzellen die ankommenden Bewegungssignale empfangen und verarbeiten. Dazu haben sie eine Mikroskopie-Methode verfeinert, mit der sich bis zu einem halben Millimeter in das Hirngewebe hineinblicken und eine einzelne Zelle beobachten läßt. Es handelt sich dabei um die sogenannte Zwei-Photonen-Fluoreszenz-Mikroskopie. Damit ist es den Wissenschaftlern gelungen ein Tausendstel Millimeter kleine Nervenverschaltungen bei einer lebenden Maus darzustellen. Und dabei zeigte sich, dass es offenbar ein "Richtungs-Neuron" gibt, das Signale von mit ihm vernetzten Nervenzellen empfängt. Dieses Neuron verrechnet die unterschiedlichen Eingangssignale miteinander und reduziert damit die Fülle eintreffender Einzeldaten auf wesentliche Informationen, die für das klare Sehen einer Bewegung wichtig sind.[tj]//

Quelle: Nature

Paläontologie Gefiederte Dinosaurier wechselten öfter ihr Federkleid.

Chinesische Paläontologen haben zwei gut erhaltene Fossilien einer auf zwei Beinen laufenden Dinosaurierart aus der Kreidezeit gefunden. Im Fachblatt "Nature" stellen sie die versteinerten Tiere der Gattung Similicaudipteryx vor. Das jüngere Exemplar der gefiederten aber flugunfähigen Saurier hat im Gegensatz zum ausgewachsenen nur unvollständig ausgebildete Schwungfedern an den Armen. Zudem war die so genannte Federfahne mit feinen Verästelungen nach links und rechts nur an der Spitze seiner Federkiele vorhanden. Beim älteren Dinosaurier waren Schwung- und Schwanzfedern mit einer voll ausgebildeten Federfahne zu finden, wie sie heutige Vögel besitzen. Da die beiden Dino-Exemplare zur gleichen Zeit gelebt hätten, gibt es nach Ansicht der Wissenschaftler nur eine Erklärung: Die Saurier wechselten im Laufe ihrer Entwicklung vom Jungtier zum ausgewachsenen ihr Federkleid ebenso wie die heutigen Vögel bei der Mauser.[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Dass ein hoher Cholesterinspiegel im Blut das Risiko für eine Gefäßentzündung, die Atherosklerose vergrößert, ist seit langem klar.

Weshalb das so ist, wußte man bislang nicht so genau. Ein internationales Forscherteam hat die Frage nun geklärt und im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht. Es sind offenbar Cholesterinkristalle, welche die Entzündungen in den Gefäßwänden auslösen. Die körpereigene Abwehr reagiere auf die Kristalle mit einer massiven Immunreaktion. Dabei entstehen entzündliche Schwellungen in der Gefäßwand, die so genannten atherosklerotischen Plaques. In der Folge kommt es zur Verengung der Arterien, was zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder dem plötzlichen Herztod führen kann.[tj]//

Quelle: Nature

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