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07.05.2010

Raumfahrt Die Raumsonde Voyager 2 sendet seltsame Daten

Seit dem 22. April können die Wissenschaftler des Jet Propulsion Centre die Messergebnisse der Sonde nicht mehr entschlüsseln. Das teilte die NASA in Los Angeles mit. Ingenieure haben daher den Funkverkehr auf Statusmeldungen beschränkt. Sie vermuten das Problem in dem Teil des Datensystems, das die Daten vor dem Senden formatiert. Die Ingenieure suchen nach einem Weg, die Sendungen wieder verständlich zu machen. Voyager 2 ist seit 33 Jahren unterwegs. Die Sonde hat sich 13,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, ein Funksignal ist 13 Stunden unterwegs. Noch weiter entfernt ist die Schwestersonde Voyager 1. NASA-Ingenieure rechnen damit, dass sie in rund fünf Jahren die Heliosphäre verlassen haben wird. Funktioniert die Sonde dann noch, könnte sie die ersten Daten aus dem Raum zwischen den Sternen senden. //[gät]//

Quelle: nasa/apn

Medizin Ein neuer Weg für eine Dengue-Fiber-Impfung deutet sich an

Jedes Jahr stecken sich in den Tropen zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus an. Viele davon zum zweiten oder dritten Mal, und die Krankheit kann dann deutlich kritischer verlaufen als beim ersten Mal. Ein britisch-thailändisches Forscherteam berichtet jetzt im Fachblatt "Science", dass dafür das Immunsystem des Menschen selbst verantwortlich ist. Die Antikörper, die an ein bestimmtes Eiweiß des Virus andocken, können es nicht vollständig neutralisieren. Das Virus reagiert auf den Angriff, in dem es die Antikörper selbst infiziert. Die meisten Impfungen verwenden ebenfalls dieses Eiweiß. Die Wissenschaftler empfehlen jedoch, Seren zu entwickeln, die das Immunsystem auf ein ähnliches, aber anderes Eiweiß trainieren. //[gät]//

Quelle: science

Physik Das ITER-Projekt soll einen neuen Generaldirektor bekommen

Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature". Demnach soll der japanische Physiker Osamu Motojima Kaname Ikeda ablösen. Es wäre der zweite Wechsel im Management des geplanten Fusionsreaktors innerhalb weniger Monate. ITER soll nachweisen, dass mithilfe der Kernfusion Strom erzeugt werden kann. Ursprünglich sollte der Reaktor bis 2016 fertig gebaut sein, zu einem Preis von fünf Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurde jedoch bekannt, dass sich die Kosten voraussichtlich verdoppeln werden – und das die ersten Experimente nicht vor 2019 beginnen können. Zusätzlich hat die EU mitgeteilt, dass sie derzeit 1,4 Milliarden Euro, die zwischen 2012 und 2013 für den Bau ausgegeben werden sollten, nicht zur Verfügung stellen kann. //[gät]//

Quelle: nature

Neurowissenschaft Laufen oder epileptische Anfälle lassen neue Nervenzellen im Hirn entstehen

Das berichtet ein Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie im Fachblatt "Cell Stem Cell". Die Wissenschaftler waren der Frage nachgegangen, warum in Hirnen ausgewachsener Mäuse weniger Nervenzellen neu gebildet werden als bei Jungtieren, obwohl die Tiere bis ins hohe Alter über neuronale Stammzellen verfügen. Dabei entdeckten sie, dass es zwei verschiedene Stammzellen im Hirn gibt, die auch räumlich unterschiedlich angeordnet sind. Durch körperliche Aktivität wird ein Teil der inaktiven Zellen dazu angeregt, sich zu teilen. Auch epileptische Anfälle haben diesen Effekt. Welche Prozesse dabei genau im Hirn ablaufen, wissen die Forscher jedoch noch nicht. Sie hoffen aber, dass ähnliche Mechanismen auch im Hirn der Menschen wirken – und dass die neuronalen Stammzellen sich einmal gezielt zur Behandlung von Hirnschäden oder Alzheimer aktivieren lassen. //[gät]//

Quelle: mpi/cell

Medizin Es gibt ein molekulares Warnsignal für Demenz

Davon ist ein deutsch-schweizer-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler hatten Mäusen unterschiedlichen Alters Lernaufgaben gestellt und untersucht, wie aktiv beim Lernen ein bestimmtes Gen war. Sie stellten fest, dass die ältesten Mäuse am langsamsten lernten, und dass dieses Gen, das Biologen mit Lern- und Erinnerungsfunktionen in Verbindung bringen, bei den Mäusen nicht mehr korrekt abgelesen wurde. Unterstützen die Forscher die zum Ablesen des Gens notwendigen Prozesse, konnten die alten Mäuse genauso flott lernen wie ihre jüngeren Artgenossen. Das Team zieht aus seiner Untersuchung den Schluß, dass eine Störung dieses Prozesses ein erster Hinweis auf altersbedingtes Nachlassen kognitiver Hirnfunktionen sein kann. Ob sich die Testergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch offen. //[gät]//

Quelle: science

06.05.2010

Klima Die Vereinigten Staaten melden ein Rekord-Minus beim CO2 Ausstoß

Im vergangenen Jahr ist der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in den USA um sieben Prozent gesunken. Das teilte die Behörde für Energie-Information mit. Das sei der erste nennenswerte Rückgang. Gestiegenes Umweltbewusstsein alleine sei allerdings nicht der Grund. Vielmehr habe auch die massive Konjunkturkrise dazu beigetragen. //[tj]//

Technologie Britische Forscher basteln an einem künstlichen Gehirn aus Handyprozessoren

Gut 50.000 gängige Handy-Prozessoren sind für das neue "Siliziumhirn" nötig. Jeder einzelne Chip soll 20.000 künstliche Nervenzellen enthalten – so dass das Handyprozessorenhirn letztlich eine Milliarde Nervenzellen umfasst. Das berichten Forscher von der Universität Manchester im "New Scientist". Das künstliche Gehirn soll eigenständig lernen können und das bedeutet: es muss sich selbst steuern und mit Spannungspulsen zurechtkommen. Auch darf es, ebenso wie das menschliche Gehirn, keiner hierarchischen Kontrolle unterliegen. Die britischen Wissenschaftler wollen dies mit einer speziellen Programmierung gewährleisten und eine erste, kleine Version des künstlichen Gehirns bis Ende des Jahres vorstellen. //[tj]//

Quelle: New Scientist

Medizin Bald lassen sich auch größere Gewebeverletzungen heilen

Unter normalen biologischen Bedingungen heilen Gewebeverletzungen, die größer als einen Zentimeter sind, nicht von alleine zusammen. Kanadische Forscher haben jetzt aus synthetischem Eiweiß eine Art Gewebe gebildet, das wie ein Gerüst in der Wunde wirkt. Das neue Biomaterial dient dabei als robuste und gleichzeitig dehnbare Grundstruktur. Sie hilft, die Wunde zu schließen. Im Fachblatt "Nature" beschreiben die Wissenschaftler ihren Weg dahin. Sie stellten aus einer Gensequenz der Taufliege //Drosophila melanogaster// ein synthetisches Protein her, das die Molekülstruktur des Riesenmoleküls Titin nachahmt. Titin ist einer der wichtigsten Bestandteile der menschlichen Muskulatur. Es sorgt für die Ruhespannung der Muskulatur und verleiht den Muskeln Stabilität und Elastizität. Das synthetische Material zeigte ähnliche Eigenschaften wie das natürliche Titin. Nun gehen die Forscher davon aus, dass es in Zukunft bei der Behandlung von verletzten Muskeln eingesetzt wird. Noch allerdings ist es relativ aufwendig, das Biomaterial in großen Mengen zu produzieren. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Forscher haben ein bislang unbekanntes Phänomen aufgespürt: "Weltraumbeben"

Mit fünf Nasa-Satelliten, die seit 2007 das Erdmagnetfeld vermessen, sind österreichische Wissenschaftler dem Phänomen auf die Spur gekommen. Die Satelliten hatten kosmische Erschütterungen des Magnetfelds registriert. Die Beben beginnen mit einem Sonnensturm. Immer wieder schleudert die Sonne Fackeln elektrisch geladener Teilchen ins All. Trifft nun dieser magnetische Strom auf das Magnetfeld der Erde, wird er um unseren Planeten herumgeleitet . Gigantische Mengen Energie gelangen dabei auf die Nachtseite der Erde, wo sich das Magnetfeld entsprechend auflädt. Der Sonnenwind bläst in die Magnetfeldlinien, bis sie flattern wie Haare im Wind. Diese Feldlinien werden immer weiter mit Energie aufgeladen, bis der Energieüberschuss zu groß ist und sie sich rund 60.000 Kilometer über der Erde entladen. Dabei wird ein Plasmajet - eine Bombe geladener Teilchen - freigesetzt. Erst das innere Magnetfeld der Erde bremst den Plasmajet in etwa 30.000 Kilometern Höhe ab. Die Feldlinien schwingen dabei Tausende Kilometer hoch und runter. Die Messkurve ähnele dem Seismogramm von Erdbeben, so die Forscher auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien über das neu entdeckte Phänomen der Weltraumbeben.

Medizin Ein Ansatz für eine Impfung gegen HIV ist in Sicht

Nicht bei jedem Menschen, der sich mit HIV infiziert, bricht die Aidserkrankung aus. Bei einem von zweihundert Patienten bleibt die Anzahl der Viren im Blut so gering, dass Krankheitssymptome erst viel später, wenn überhaupt, auftreten. Diese Menschen besitzen fast alle das Gen HLA B 57. Ein Forscherteam von der Universtität Boston hat nun herausgefunden, dass Menschen mit diesem Gen eine weitaus größere Anzahl von Killerzellen besitzen. Diese Gruppe von weißen Blutkörperchen spürt Viren und Bakterien auf und sorgt für ihre Beseitigung. Auch sind sie in der Lage, sich an eine größere Vielfalt körperfremder Proteine anzuheften. Zudem haben sie eine weitere Besonderheit: sie erkennen sogar Mutationen von Viren. Das Forschungsergebnis könnte nun zu einem Impfstoff führen, der die Abwehrreaktion gegen gefährliche Viren wie HIV und Hepatits C auch bei Menschen ohne das Gen HLA B 57 hervorruft. //[tj]//

Quelle: Nature

Umwelt 4414 Kilometer mit einem Liter Kraftstoff

Beim europäischen Wettbewerb mit Sparfahrzeugen auf dem Lausitzring wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Das Team polyjoule aus Frankreich verbesserte die mit einem Liter Kraftstoff zurückgelegte Strecke von 3836 Kilometern auf nunmehr 4414 Kilometer. //[tj]//
05.05.2010

Psychologie Mozart steigert nicht die Intelligenz.

1993 berichteten US-amerikanische Psychologen, dass das Hören der Musik des Komponisten die Intelligenz erhöht. Bei Tests hatte sich bei Probanden nach dem Hören der Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (Köchelverzeichnis-Nummer 448) kurzfristig das räumliche Vorstellungsvermögen verbessert. Jetzt haben Forscher der Universität Wien diesen sogenannten Mozart-Effekt widerlegt. Wie sie im Fachblatt "Intelligence" berichten, konnten sie in ihrer Überblicksstudie, die 39 Einzelarbeiten mit mehr als 3000 Freiwilligen enthielt, keinen positiven Effekt der Musik Mozarts auf das räumliche Vorstellungsvermögen der Testteilnehmer entdecken. [mst]

Quelle: Intelligence

Biologie Vielfalt macht robust.

Je größer die genetische Vielfalt innerhalb einer Ameisenkolonie, desto besser kann sich der Staat gegen Krankheitserreger verteidigen. Das berichten Biologen aus Regensburg in den Mitteilungen der britischen Royal Society nach Untersuchungen an tropischen Ameisen der Art Cardiocondyla obscurior. Sie hatten über mehrere Jahre hinweg Kolonien gezüchtet. Ein Teil wies mit bis zu 20 Königinnen eine hohe genetische Vielfalt auf, der andere Teil mit nur einer Königin hingegen hatte nur eine geringe genetische Vielfalt. Anschließend brachten die Forscher Pilzsporen in die Kolonie. Dabei sahen sie, dass die Tiere aus genetisch diversen Kolonien deutlich schneller auf die Gefahr aufmerksam wurden. Die Biologen sehen darin ihre Vermutung bestätigt, dass Inzucht eine frühzeitige und effektive Verteidigung gegen Krankheitserreger in Ameisenkolonien verhindert. [mst]

Quelle: Press Royal Society

Biologie Die britischen Fischbestände sind dezimiert wie nie zuvor.

Die Bestände von Speisefischen wie Kabeljau, Schellfisch oder Scholle sind vor den Küsten Englands und Wales seit 1889 um durchschnittlich 94 Prozent gesunken. Das berichten Forscher aus York im Fachblatt Nature Communications. Sie hatten die Fangmengen in britischen Gewässern von 1889 bis 2007 untersucht. Damit seien die von der kommerzieller Fischerei verursachten Schäden an den marinen Ökosystemen weitaus schwerer als bislang angenommen. Mehr als ein Jahrhundert der intensiven Grundschleppnetzfischerei auf dem Meeresgrund habe viele Fischarten in den britischen Gewässern fast vollständig ausgerottet. [mst]

Quelle: Nature Communications

Psychologie Knappe Niederlagen spornen Glücksspieler an.

Haben Spielsüchtige ein Gewinnspiel nur knapp verloren, schüttet ihr Gehirn dennoch das Glückshormon Dopamin aus. Dadurch werden Zocker trotz negativer Folgen geradezu zum Weitermachen provoziert. Das haben britische Forscher aus Cambridge herausgefunden und berichten über ihre Ergebnisse im Journal of Neuroscience. Bei den Tests wurden die Gehirnströme der Studienteilnehmer gemessen. Allerdings reagierten nur Spielsüchtige bei knappen Niederlagen mit der Ausschüttung des Glückshormons. Probanden ohne Spielbegeisterung zeigten diese Form der Selbstbelohnung nicht und verbuchten auch einen knappen Misserfolg als Niederlage. Die ausgeschüttete Dopaminmenge bei solchen Tests könnte zukünftig als Gradmesser einer Suchterkrankung dienen, so die Forscher. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Mäuse können das Schmerzmittel Morphin produzieren.

Bislang galten Morphinspuren im menschlichen Urin als Hinweis auf Drogenkonsum oder den Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel. Dies könne jedoch auch natürliche Ursachen haben, berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Fachblatt PNAS. Denn Mäuse und vermutlich auch Menschen können Morphin selbst produzieren. Die Forscher hatten den Mäusen markiertes Tetrahydropapaverolin (THP) gespritzt, welches in Mohnpflanzen in einem komplexen Prozess zu Morphin umgewandelt wird. Diesen Prozess konnten die Wissenschaftler bei den Tieren ebenso nachweisen, zudem entdeckten sie später im Urin der Mäuse Morphin. Die Nager müssen demnach über ein Enzym-System verfügen, mit dessen Hilfe sie eigenständig Morphin herstellen können. [mst]

Quelle: PNAS

Medizin Partner von Demenzpatienten erkranken häufig selbst.

Bei älteren Ehepaaren kommen Demenzerkrankungen unverhältnismäßig oft bei beiden Partnern vor. Das geht aus einer Langzeitstudie US-amerikanischer Forscher hervor, die im Journal of the American Geriatrics Society vorgestellt wird. Die Forscher hatten rund 1200 Paare jahrelang beobachtet. Dabei sahen die, dass sobald bei einem Partner eine Demenz festgestellt wurde, der andere zwölf Mal häufiger erkrankte als statistisch zu erwarten sei. Möglicherweise sei dieser Effekt mit der körperlichen und psychischen Belastung der Krankheit zu erklären, die der Partner durch die Erkrankung des anderen ausgesetzt sei, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: scienceticker

Astronomie Astrophysiker berechnen die Form von Sternexplosionen.

Bislang war nicht klar, wie sich Supernovae ausdehnen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching konnten dies mithilfe komplexer Computerberechnungen nun klären. Im Astrophysical Journal berichten sie, wie bei Sternexplosionen die Asymmetrien und schnellen, eisenreichen Klumpen in allen drei Raumdimensionen entstehen. Damit sei es erstmals gelungen, das Sterben eines massenreichen Sterns lückenlos zu verstehen - vom Beginn der Explosion bis zum Ausbruch der Explosionswelle aus der Sternoberfläche mehrere Stunden später. [mst]

Quelle: AlphaGalileo

04.05.2010

Ökologie Das Wappentier der USA könnte ökologische Konflikte provozieren.

Der Weißkopfseeadler könnte auf den kalifornischen Kanalinseln die Bestände von Graufüchsen und seltenen Seevögeln gefährden. Das glauben Wissenschaftler aus Wyoming, die aus alten Adlerknochen rekonstruiert haben, wovon die Greifvögel sich in den vergangenen 20.000 Jahren ernährt haben. Die Forscher haben herausgefunden: Was die Nahrung angeht, ist der Weißkopfseeadler ein Opportunist, er hat also das Spektrum seiner Beutetiere im Lauf der vergangenen 20.000 Jahre immer wieder geändert. Auf den kalifornischen Kanalinseln hat er sich Jahrtausende lang von Fischen und Seevögeln ernährt. Ab dem 19. Jahrhundert kam dann zusätzlich Aas von Schafen hinzu, die ab dieser Zeit eingeführt wurden. Sollten nun Weißkopfseeadler wieder verstärkt angesiedelt werden, so wie auf den Inseln geplant, müsse man davon ausgehen, dass die Tiere sich neue Nahrungsquellen erschließen, etwa seltene Tierarten. Dieses Risiko müsse unbedingt berücksichtigt werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

Botanik Der Trick des Schwimmfarns ist gelüftet.

Ein Team von deutschen Wissenschaftlern hat herausgefunden, welches Geheimnis hinter der wasserabweisenden Oberfläche der Pflanze //Salvinia molesta// steckt. Dieser Farn hüllt sich unter Wasser in eine hauchdünne Schicht aus Luft. Die Schicht verhindert, dass die Pflanze mit Wasser in Berührung kommt. Woran das liegt, ist bereits seit einigen Jahren bekannt: Auf der Oberfläche der Blätter sitzen winzige, wasserabweisende Härchen, die das Wasser in der Umgebung auf Distanz halten. Nun haben die Forscher aber auch entdeckt, warum die Luftschicht so außerordentlich stabil ist, dass sie über Wochen hinweg bestehen bleibt: Die Spitzen der Härchen sind nämlich wasseranziehend. Sie fixieren das Wasser in regelmäßigen Abständen an der Pflanze. Die Luftschicht darunter kann daher nicht so gut entweichen. Oberflächen nach dem Vorbild des Schwimmfarns könnten den Schiffsbau revolutionieren, glauben die Wissenschaftler aus Bonn, Rostock und Karlsruhe. Ein wasserabweisender Anstrich könnte helfen, neuartige, reibungsärmere Schiffsrümpfe zu bauen. //[reu]//

Quelle: Alphagalileo

Medizin Posttraumatische Belastungsstörungen beeinflussen das Immunsystem.

Posttraumatische Belastungsstörungen, kurz PTSD, wie sie zum Beispiel nach einer Begegnung mit extremer Gewalt auftreten, haben offenbar auch Folgen für das Immunsystem. Bei Menschen, die unter PTSD leiden, sind die natürlichen Abwehrkräfte beeinträchtigt. Das zeigt sich daran, dass die Aktivität verschiedener Schlüsselgene verändert ist. Das schließt ein amerikanisch-deutsches Forscherteam aus dem Vergleich der Genmuster von 23 PTSD-Patienten mit rund 80 gesunden Personen. Das traumatische Erlebnis, das die Krankheit ausgelöst hat, greift demnach direkt in die komplexe Regelmaschinerie ein, mit deren Hilfe Gene ein- und ausgeschaltet werden. Die Forscher hoffen, mithilfe eines besseren Verständnisses dieser Zusammenhänge auch neue Ansätze für eine Therapie zu finden. //[reu]//

Quelle: PNAS

03.05.2010

Biologie Eine winzige Erbgutveränderung machte Mammuts fit für die Kälte.

Die Vorfahren der Mammuts lebten in den tropischen Regionen Afrikas. Vor 1,2 bis zwei Millionen Jahren wanderten einige Tiere Richtung Norden. Im Laufe ihrer Evolution zum Wollhaarmammut, zum //Mammuthus primigenius//, wappneten sie sich gegen die Kälte mit einem zottigen Fell. Sie bekamen zudem kleinere Ohren. Ein internationales Forscherteam berichtet im Fachblatt "Nature Genetics", dass zudem eine Veränderung im Gen für das Sauerstoff- Transport-Protein Hämoglobin in den roten Blutkörperchen von entscheidender Bedeutung war. Die genetische Veränderung sorgte dafür, dass der Sauerstoff auch bei tiefen Temperaturen leicht vom Hämoglobin an die Zellen abgegeben werden konnte. Im Gegensatz dazu nimmt bei Elefanten die Bindung zwischen dem Hämoglobin und dem Sauerstoff bei Kälte zu: Dies erschwert die Sauerstoffabgabe an die Zellen speziell in den kälteempfindlichen Extremitäten. Durch die Mutation mussten die Wollhaarmammuts ihr Blut weniger stark auf Temperatur halten, um das Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen - im rauen Klima der eisigen Tundren ein entscheidender Vorteil. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics-Online

Medizin Das Sindbis-Virus ist in Deutschland aufgetaucht.

Forscher am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben in Baden-Württemberg das Sindbis-Virus in drei Mückenarten nachgewiesen. Das Sindbis-Virus kann beim Menschen fiebrige Erkrankungen und rheumatische Beschwerden in Gelenken verursachen. Das Sindbis-Virus wurde in den 50er-Jahren in Afrika entdeckt. Es kommt auch in Schweden und Finnland vor. Sindbis-Viren befallen insbesondere Vögel, sie können über Mücken auf Menschen übertragen werden. //[mawi]//

Quelle: Bernhard-Nocht-Institut

Psychologie Grün hebt die Stimmung.

Bereits fünf Minuten körperliche Aktivität im Grünen verbessern die Stimmung und das Selbstwertgefühl deutlich. Besonders groß sei der Effekt bei jüngeren und bei psychisch angegriffenen Menschen, berichten Forscher der Universtät von Essex im Fachmagazin "Environmental Science and Technology". Gerade in den ersten Minuten scheine die Psyche besonders sensibel auf die Bewegung in einer grünen Umwelt zu reagieren. Die Wissenschaftler hatten zehn Studien mit insgesamt 1250 Teilnehmern analysiert. Diese hatten die Effekte von Wanderungen, Fahrradtouren, Bootsfahrten, Gartenarbeit, Reiten und Angeln in der Natur gemessen. Die Ergebnisse zeigten, welch große Bedeutung Parks und Bäume in Städten und in der Umgebung hätten, betonen die Forscher. Stadtplaner und Politiker sollten daher unbedingt für begrünte Erholungszonen in Städten sorgen. //[mawi]//

Quelle: Environmental Science and Technology

Physik Laserforscher lassen es im Labor regnen.

Einem europäischen Forscherteam ist es gelungen, mithilfe eines Lasers in mit Feuchtigkeit gesättigter Luft Wassertropfen zu erzeugen. Der energiereiche Lichtimpuls erzeugte geladene Teilchen, die als sogenannte Kondensationskeime dienten, an denen sich dann der Dampf in kleinen Tropfen niederschlug. Das Prinzip könnte in Zukunft eingesetzt werden, um Hagelschäden in Landwirtschaft vorzubeugen, schreiben die Forscher aus Berlin, Frankreich und der Schweiz im Fachblatt „Nature Photonics“. Ob die Technik aber tatsächlich im großen Maßstab funktioniert, ist noch ungewiss. Bislang wird zur Vorbeugung von Hagelschäden meist Silberjodid eingesetzt. Von Flugzeugen aus werden Wolken mit Salzpartikeln geimpft. Sie sollen als Kondensationskeime dienen, an denen sich Wasserdampf niederschlägt und dann abregnet. Der Nutzen der Methode ist allerdings umstritten. //[mawi]//

Quelle: Nature Photonics-Online

Zoologie Fadenwürmer hassen Rettich.

Bei Gemüsebauern sind Fadenwürmer, wie die Wurzel-Läsions-Nematoden, gefürchtet. Forscher am Julius-Kühn-Institut in Münster haben eine biologische Methode zur Nematoden-Bekämpfung erprobt: Sie bauten Senf- und Rettichpflanzen an, warteten bis zu deren Blüte, zerkleinerten die Pflanzen und pflügten sie unter. Senf- und Ölrettich-Pflanzen enthalten große Mengen an Glucosinolaten, die im Boden in Isothiocyanate umgebaut werden. Diese sind für Fadenwürmer giftig. Ideal für die Nematoden-Bekämpfung mit Senf und Rettich sind nach Angaben der Forscher Bodentemperaturen um 20 Grad Celsius und eine hohe Bodenfeuchte. //[mawi]//

Raumfahrt Progress bringt Nachschub auf die ISS.

Ein unbemannter russischer Progress-Frachter brachte gut 2,5 Tonnen Ladung zur Internationalen Raumstation ISS: Lebensmittel, Wasser, Sauerstoff, Treibstoff und Ausrüstungsgegenstände. Wegen eines Fehlers in der automatischen Steuerung musste der Frachter auf den letzten 1000 Metern von Hand zur ISS gesteuert werden, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Der Frachter soll im Anschluss als fliegende Mülltonne genutzt werden, beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre soll er samt Müll verglühen. //[mawi]//
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