Mittwoch, 11.12.2019
 
11.05.2010

Paläontologie Dinos mochten Fastfood.

In der Tierwelt gilt heute die einfache Faustregel: Je größer ein Tier ist, desto mehr Zeit verbringt es mit Fressen. So sind Elefanten etwa 18 Stunden täglich damit beschäftigt, ihren Appetit zu stillen. Für die Langhalssaurier der Urzeit galt diese Regel offenbar nicht. Langhalssaurier, die teilweise über 35 Meter lang und bis zu 100 Tonnen schwer wurden, so berichten Forscher der Universität Bonn im Fachblatt "Biological Reviews", konnten so groß werden, weil sie ihre Nahrung unzerkaut herunter schlangen – und so Zeit sparten. Kauen hilft gewöhnlich, die Nahrung schneller zu verdauen: Durch den Mahlvorgang wird sie zerkleinert und gleichzeitig ihre Oberfläche vergrößert. Dadurch können die Verdauungsenzyme besser angreifen. Die Dinosaurier gingen offenbar einen anderen Weg. Sie rupften die Pflanzen einfach aus und schlangen sie hinunter. Der Verdauungsvorgang selbst habe wahrscheinlich einige Tage gedauert, so die Forscher. Der Vorteil: Die Dinosaurer benötigten keine ausgeprägten Kaumuskeln und kamen mit relativ kleinen und leichten Schädeln aus. Wahrscheinlich ernährten sie sich von energiereichen Schachtelhalmen. //[mawi]//

Meeresbiologie .Seetang kann für Korallen tödlich sein

Mehrere Seetang-Arten im Pazifik und in der Karibik produzieren giftige Stoffe, die benachbarte Korallen schädigen oder töten können, berichten Forscher vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im Fachblatt "PNAS". Manche Seetang-Spezies griffen die Korallen bereits innerhalb von zwei Tagen an, während andere ihre schädigende Wirkung erst innerhalb von 20 Tagen entfalteten. Die Forscher hatten in den Riffen rund um die Fidschi-Inseln im Pazifik Korallen angepflanzt und in unmittelbarer Nachbarschaft verschiedene Arten von Seetang angesiedelt. Nach zwei, zehn und 20 Tagen beobachteten sie den Einfluss des Seetangs auf die Gesundheit der Korallen. Um die Korallen zu schützen, müssten gezielt Fischarten unter Schutz gestellt werden, die Seetang fressen und so dessen Wachstum eindämmen können, fordern die Forscher. //[mawi]//

Quelle: PNAS Online

Medizin Chronischer Bewegungsdrang in den Beinen ist erblich.

Verwandte von Menschen, die an einem sogenannten Restless-Legs-Syndrom leiden, besitzen ein erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, berichten kanadische Forscher nach einer Studie mit 671 Personen im Fachmagazin "Archives of Neurology". Das Restless-Legs-Syndrom, das mit einem schwer oder gar nicht zu unterdrückenden Bewegungsdrang in den Beinen verbunden ist, gilt auch als eine der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen. Folgen sind chronische Müdigkeit, Erschöpfung und ein Leistungsabfall. Bei 77 Prozent der Probanden mit RLS waren auch Familienmitglieder von der Krankheit betroffen. Besonders Geschwister hatten ein mehr als drei Mal höheres Risiko zu erkranken. Kinder, deren Eltern am Restless-Legs-Syndrom leiden, waren einem doppelt so hohen Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Neben genetischen Faktoren tragen auch Umweltfaktoren zur Entstehung des Restless-Legs-Syndrom bei. //[mawi]//

Quelle: "Archives of Neurology"

Tierschutz Die EU verbietet Tierversuche an Menschenaffen.

Experimente mit Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans sind in Europa künftig grundsätzlich verboten. Das sieht die Neuauflage der Versuchstiere-Richtlinie vor, auf die sich die EU-Regierungen heute in Brüssel verständigt haben. Die Bundesregierung enthielt sich bei der Entscheidung der Stimme. Das EU-Parlament hatte der Richtlinie bereits in einem Vermittlungsverfahren zugestimmt. Das Gesetz muss nun noch formell verabschiedet werden. Experimente mit Menschenaffen sollen künftig nur noch zulässig sein, wenn in der Bevölkerung Europas unversehens eine lebensbedrohliche Krankheit ausbricht. Generell soll die Zahl der Versuchstiere und das Ausmaß des Leidens – so wörtlich "auf ein Minimum" begrenzt werden. Tierschützer geht das Gesetz nicht weit genug, Wissenschaftler kritisieren die Regeln als zu rigide. //[mawi]//

Tierschutz Wilderer haben eines der letzten Java-Nashörner in Vietnam getötet.

Der Kadaver des Tieres sei mit abgeschlagenem Horn im Nationalpark Cat Tien im Süden Vietnams gefunden worden, teilte die Naturschutz-Organisation WWF mit. Die Zahl der Java-Nashörner in Vietnam und in Indonesien wird auf 50 bis 70 geschätzt. In der traditionellen Medizin Asiens gilt das Horn der Tiere als Mittel gegen Fieber und Bluthochdruck. //[mawi]//

Medizin Wer Überstunden macht, wird schneller herzkrank.

Das bestätigt eine Langzeitstudie mit rund 6000 Menschen, deren Ergebnisse jetzt im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurden. Angestellte, die täglich drei bis vier Überstunden machten, hatten ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Angina Pectoris und Herzinfarkt. Die Daten stammen aus einer Langzeitstudie namens Whitehall II, bei der die Gesundheit von Angestellten der britischen Behörden untersucht wird. //[mawi]//
10.05.2010

Geologie Deutsche Forscher haben in der Karibik versunkene Inseln entdeckt.

Bei ihrer Expedition mit dem Forschungsschiff "Meteor" in die Karibik sind Geologen aus Greifswald, Kiel und Hannover in Wassertiefen von 800 bis 1000 Metern überraschend auf Seeberge aus versteinerten Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen gestoßen. Das teilte die Universität Greifswald heute mit. Diese Lebewesen waren ursprünglich nur in lichtdurchfluteten oberen Meeresschichten beheimatet. Zudem hätten die Forscher Basaltgerölle nachgewiesen, die nur in stark bewegtem Wasser in Flüssen oder der Meeresbrandung entstehen. Ihren Fund werten die Wissenschaftler als Beleg dafür, dass es vor 40 bis 50 Millionen Jahren in der Karibik weit mehr Inseln gab als heute. //[mawi]//

Geologie Genetisch veränderte Bakterien könnten helfen, Böden zu entgiften.

US-amerikanische Forscher der Emory-Universität in Atlanta haben gewöhnliche Darmbakterien so umprogrammiert, dass sie das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin aufspüren und unschädlich machen können. Ein zusätzliches Gen sorgt dafür, dass die Bakterien sich dorthin bewegen, wo die Atrazin-Konzentration besonders hoch ist. Ein zweites zusätzliches Gen für ein spezielles Enzym versetze die Bakterien in die Lage, das Umweltgift abzubauen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemical Biology". Das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin war 1986 bei Basel in großer Menge in den Rhein gelangt. Die Substanz ist für viele Wasserorganismen giftig. Atrazin ist seit vielen Jahren in der Europäischen Union verboten. In vielen Böden ist es aber noch nachweisbar – und auch im Grundwasser. //[mawi]//

Quelle: Nature Chemical Biology Online

Zoologie Auch Bonobos schütteln den Kopf...

...wenn sie ein „Nein“ signalisieren wollen. Solche eindeutigen Gesten seien bisher nur bei Schimpansen beobachtet worden, berichten Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie gemeinsam mit Forschern aus Berlin und Portsmouth in der Fachzeitschrift "Primates". Bei Beobachtungen in Zoos und Tierparks wiesen die Forscher unter anderem nach, dass Bonobo-Weibchen ihre Jungen mit einem Kopfschütteln zurechtweisen. So spielte ein Jungtier zum Beispiel mit einem Stück Lauch, was seiner Mutter nicht gefiel. Das Junge gehorchte aber nicht. Daraufhin sah ihm die Mutter in die Augen und schüttelte deutlich den Kopf. Das Kopfschütteln als Nein-Geste beobachteten die Forscher bei insgesamt vier erwachsenen Zoo-Tieren. Bonobos gelten als besonders kooperative Menschenaffen mit einem ausgeklügelten Sozialsystem. Auch Weibchen können Führungsrollen übernehmen. //[mawi]//

Vulkanologie Eyjafjalla bleibt aktiv.

Der Gletschervulkan in Island schickt weiter Vulkanasche in die Atmosphäre. Der Katastrophenschutz in Reykjavik teilte mit, die Rauchwolke erreiche eine Höhe von fünf Kilometern über dem Gletscher. Der Wind wehte in südlicher bis südöstlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zu. Gestern hieß es noch, die Aktivität des Vulkans habe in den letzten Tagen abgenommen. //[mawi]//

Astronomie Astronomen empfangen Signale eines weit entfernten Galaxienhaufens.

Es handele sich um den bislang fernsten Galaxienhaufen. Er sei 9,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und stamme damit aus der Frühzeit des Universums, teilte das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik heute in Garching bei München mit. Das Universum ist nach aktuellem Wissen rund 13,7 Milliarden Jahre alt. Die Bobachtungen im Infrarot- und Röntgenlicht-Bereich belegten, dass der Haufen hauptsächlich aus alten, massereichen Galaxien besteht, die sich in den frühen Phasen des Universums bildeten. Mithilfe von Beobachtungen des sogenannten Subaru/XMM-Newton-Deep-Fields im Röntgenbereich konnte das deutsch-japanische Astronomenteam die Einzelgalaxien identifizieren. Infrarot-Beobachtungen mit dem Subaru-Teleskop führten zur Entfernungsbestimmung. //[mawi]//

Quelle: MPG.org

Biologie US-amerikanische Forscher verstehen jetzt, was das Immunsystem in Balance hält.

Forscher der Yale University haben eine weitere Funktion eines Protein auf der Oberfläche von Immunzellen, PD-1 mit Namen entdeckt. Bislang war bekannt, das PD-1 wichtig ist, damit das Immunsystem nicht fehlgeleitet wird und körpereigene Strukturen angreift. Im Fachblatt "Nature Immunology" berichten die Forscher, dass das PD-1-Protein auch eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielt. Es habe einen entscheidenden Einfluss auf Qualität und Quantität der Immunantwort, denn es fördere die Bildung von langlebigen Plasmazellen. Plasmazellen sind Zellen des Immunsystems. Sie wandern ins Knochenmark und bilden dort so lange Abwehrmoleküle - also Antikörper, bis ein Erreger beseitigt ist und die Infektion abklingt. //[mawi]//

Quelle: Nature Immunology Online

07.05.2010

Raumfahrt Die Raumsonde Voyager 2 sendet seltsame Daten

Seit dem 22. April können die Wissenschaftler des Jet Propulsion Centre die Messergebnisse der Sonde nicht mehr entschlüsseln. Das teilte die NASA in Los Angeles mit. Ingenieure haben daher den Funkverkehr auf Statusmeldungen beschränkt. Sie vermuten das Problem in dem Teil des Datensystems, das die Daten vor dem Senden formatiert. Die Ingenieure suchen nach einem Weg, die Sendungen wieder verständlich zu machen. Voyager 2 ist seit 33 Jahren unterwegs. Die Sonde hat sich 13,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, ein Funksignal ist 13 Stunden unterwegs. Noch weiter entfernt ist die Schwestersonde Voyager 1. NASA-Ingenieure rechnen damit, dass sie in rund fünf Jahren die Heliosphäre verlassen haben wird. Funktioniert die Sonde dann noch, könnte sie die ersten Daten aus dem Raum zwischen den Sternen senden. //[gät]//

Quelle: nasa/apn

Medizin Ein neuer Weg für eine Dengue-Fiber-Impfung deutet sich an

Jedes Jahr stecken sich in den Tropen zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus an. Viele davon zum zweiten oder dritten Mal, und die Krankheit kann dann deutlich kritischer verlaufen als beim ersten Mal. Ein britisch-thailändisches Forscherteam berichtet jetzt im Fachblatt "Science", dass dafür das Immunsystem des Menschen selbst verantwortlich ist. Die Antikörper, die an ein bestimmtes Eiweiß des Virus andocken, können es nicht vollständig neutralisieren. Das Virus reagiert auf den Angriff, in dem es die Antikörper selbst infiziert. Die meisten Impfungen verwenden ebenfalls dieses Eiweiß. Die Wissenschaftler empfehlen jedoch, Seren zu entwickeln, die das Immunsystem auf ein ähnliches, aber anderes Eiweiß trainieren. //[gät]//

Quelle: science

Physik Das ITER-Projekt soll einen neuen Generaldirektor bekommen

Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature". Demnach soll der japanische Physiker Osamu Motojima Kaname Ikeda ablösen. Es wäre der zweite Wechsel im Management des geplanten Fusionsreaktors innerhalb weniger Monate. ITER soll nachweisen, dass mithilfe der Kernfusion Strom erzeugt werden kann. Ursprünglich sollte der Reaktor bis 2016 fertig gebaut sein, zu einem Preis von fünf Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurde jedoch bekannt, dass sich die Kosten voraussichtlich verdoppeln werden – und das die ersten Experimente nicht vor 2019 beginnen können. Zusätzlich hat die EU mitgeteilt, dass sie derzeit 1,4 Milliarden Euro, die zwischen 2012 und 2013 für den Bau ausgegeben werden sollten, nicht zur Verfügung stellen kann. //[gät]//

Quelle: nature

Neurowissenschaft Laufen oder epileptische Anfälle lassen neue Nervenzellen im Hirn entstehen

Das berichtet ein Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie im Fachblatt "Cell Stem Cell". Die Wissenschaftler waren der Frage nachgegangen, warum in Hirnen ausgewachsener Mäuse weniger Nervenzellen neu gebildet werden als bei Jungtieren, obwohl die Tiere bis ins hohe Alter über neuronale Stammzellen verfügen. Dabei entdeckten sie, dass es zwei verschiedene Stammzellen im Hirn gibt, die auch räumlich unterschiedlich angeordnet sind. Durch körperliche Aktivität wird ein Teil der inaktiven Zellen dazu angeregt, sich zu teilen. Auch epileptische Anfälle haben diesen Effekt. Welche Prozesse dabei genau im Hirn ablaufen, wissen die Forscher jedoch noch nicht. Sie hoffen aber, dass ähnliche Mechanismen auch im Hirn der Menschen wirken – und dass die neuronalen Stammzellen sich einmal gezielt zur Behandlung von Hirnschäden oder Alzheimer aktivieren lassen. //[gät]//

Quelle: mpi/cell

Medizin Es gibt ein molekulares Warnsignal für Demenz

Davon ist ein deutsch-schweizer-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler hatten Mäusen unterschiedlichen Alters Lernaufgaben gestellt und untersucht, wie aktiv beim Lernen ein bestimmtes Gen war. Sie stellten fest, dass die ältesten Mäuse am langsamsten lernten, und dass dieses Gen, das Biologen mit Lern- und Erinnerungsfunktionen in Verbindung bringen, bei den Mäusen nicht mehr korrekt abgelesen wurde. Unterstützen die Forscher die zum Ablesen des Gens notwendigen Prozesse, konnten die alten Mäuse genauso flott lernen wie ihre jüngeren Artgenossen. Das Team zieht aus seiner Untersuchung den Schluß, dass eine Störung dieses Prozesses ein erster Hinweis auf altersbedingtes Nachlassen kognitiver Hirnfunktionen sein kann. Ob sich die Testergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch offen. //[gät]//

Quelle: science

06.05.2010

Klima Die Vereinigten Staaten melden ein Rekord-Minus beim CO2 Ausstoß

Im vergangenen Jahr ist der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in den USA um sieben Prozent gesunken. Das teilte die Behörde für Energie-Information mit. Das sei der erste nennenswerte Rückgang. Gestiegenes Umweltbewusstsein alleine sei allerdings nicht der Grund. Vielmehr habe auch die massive Konjunkturkrise dazu beigetragen. //[tj]//

Technologie Britische Forscher basteln an einem künstlichen Gehirn aus Handyprozessoren

Gut 50.000 gängige Handy-Prozessoren sind für das neue "Siliziumhirn" nötig. Jeder einzelne Chip soll 20.000 künstliche Nervenzellen enthalten – so dass das Handyprozessorenhirn letztlich eine Milliarde Nervenzellen umfasst. Das berichten Forscher von der Universität Manchester im "New Scientist". Das künstliche Gehirn soll eigenständig lernen können und das bedeutet: es muss sich selbst steuern und mit Spannungspulsen zurechtkommen. Auch darf es, ebenso wie das menschliche Gehirn, keiner hierarchischen Kontrolle unterliegen. Die britischen Wissenschaftler wollen dies mit einer speziellen Programmierung gewährleisten und eine erste, kleine Version des künstlichen Gehirns bis Ende des Jahres vorstellen. //[tj]//

Quelle: New Scientist

Medizin Bald lassen sich auch größere Gewebeverletzungen heilen

Unter normalen biologischen Bedingungen heilen Gewebeverletzungen, die größer als einen Zentimeter sind, nicht von alleine zusammen. Kanadische Forscher haben jetzt aus synthetischem Eiweiß eine Art Gewebe gebildet, das wie ein Gerüst in der Wunde wirkt. Das neue Biomaterial dient dabei als robuste und gleichzeitig dehnbare Grundstruktur. Sie hilft, die Wunde zu schließen. Im Fachblatt "Nature" beschreiben die Wissenschaftler ihren Weg dahin. Sie stellten aus einer Gensequenz der Taufliege //Drosophila melanogaster// ein synthetisches Protein her, das die Molekülstruktur des Riesenmoleküls Titin nachahmt. Titin ist einer der wichtigsten Bestandteile der menschlichen Muskulatur. Es sorgt für die Ruhespannung der Muskulatur und verleiht den Muskeln Stabilität und Elastizität. Das synthetische Material zeigte ähnliche Eigenschaften wie das natürliche Titin. Nun gehen die Forscher davon aus, dass es in Zukunft bei der Behandlung von verletzten Muskeln eingesetzt wird. Noch allerdings ist es relativ aufwendig, das Biomaterial in großen Mengen zu produzieren. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Forscher haben ein bislang unbekanntes Phänomen aufgespürt: "Weltraumbeben"

Mit fünf Nasa-Satelliten, die seit 2007 das Erdmagnetfeld vermessen, sind österreichische Wissenschaftler dem Phänomen auf die Spur gekommen. Die Satelliten hatten kosmische Erschütterungen des Magnetfelds registriert. Die Beben beginnen mit einem Sonnensturm. Immer wieder schleudert die Sonne Fackeln elektrisch geladener Teilchen ins All. Trifft nun dieser magnetische Strom auf das Magnetfeld der Erde, wird er um unseren Planeten herumgeleitet . Gigantische Mengen Energie gelangen dabei auf die Nachtseite der Erde, wo sich das Magnetfeld entsprechend auflädt. Der Sonnenwind bläst in die Magnetfeldlinien, bis sie flattern wie Haare im Wind. Diese Feldlinien werden immer weiter mit Energie aufgeladen, bis der Energieüberschuss zu groß ist und sie sich rund 60.000 Kilometer über der Erde entladen. Dabei wird ein Plasmajet - eine Bombe geladener Teilchen - freigesetzt. Erst das innere Magnetfeld der Erde bremst den Plasmajet in etwa 30.000 Kilometern Höhe ab. Die Feldlinien schwingen dabei Tausende Kilometer hoch und runter. Die Messkurve ähnele dem Seismogramm von Erdbeben, so die Forscher auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien über das neu entdeckte Phänomen der Weltraumbeben.

Medizin Ein Ansatz für eine Impfung gegen HIV ist in Sicht

Nicht bei jedem Menschen, der sich mit HIV infiziert, bricht die Aidserkrankung aus. Bei einem von zweihundert Patienten bleibt die Anzahl der Viren im Blut so gering, dass Krankheitssymptome erst viel später, wenn überhaupt, auftreten. Diese Menschen besitzen fast alle das Gen HLA B 57. Ein Forscherteam von der Universtität Boston hat nun herausgefunden, dass Menschen mit diesem Gen eine weitaus größere Anzahl von Killerzellen besitzen. Diese Gruppe von weißen Blutkörperchen spürt Viren und Bakterien auf und sorgt für ihre Beseitigung. Auch sind sie in der Lage, sich an eine größere Vielfalt körperfremder Proteine anzuheften. Zudem haben sie eine weitere Besonderheit: sie erkennen sogar Mutationen von Viren. Das Forschungsergebnis könnte nun zu einem Impfstoff führen, der die Abwehrreaktion gegen gefährliche Viren wie HIV und Hepatits C auch bei Menschen ohne das Gen HLA B 57 hervorruft. //[tj]//

Quelle: Nature

Umwelt 4414 Kilometer mit einem Liter Kraftstoff

Beim europäischen Wettbewerb mit Sparfahrzeugen auf dem Lausitzring wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Das Team polyjoule aus Frankreich verbesserte die mit einem Liter Kraftstoff zurückgelegte Strecke von 3836 Kilometern auf nunmehr 4414 Kilometer. //[tj]//
05.05.2010

Psychologie Mozart steigert nicht die Intelligenz.

1993 berichteten US-amerikanische Psychologen, dass das Hören der Musik des Komponisten die Intelligenz erhöht. Bei Tests hatte sich bei Probanden nach dem Hören der Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (Köchelverzeichnis-Nummer 448) kurzfristig das räumliche Vorstellungsvermögen verbessert. Jetzt haben Forscher der Universität Wien diesen sogenannten Mozart-Effekt widerlegt. Wie sie im Fachblatt "Intelligence" berichten, konnten sie in ihrer Überblicksstudie, die 39 Einzelarbeiten mit mehr als 3000 Freiwilligen enthielt, keinen positiven Effekt der Musik Mozarts auf das räumliche Vorstellungsvermögen der Testteilnehmer entdecken. [mst]

Quelle: Intelligence

Biologie Vielfalt macht robust.

Je größer die genetische Vielfalt innerhalb einer Ameisenkolonie, desto besser kann sich der Staat gegen Krankheitserreger verteidigen. Das berichten Biologen aus Regensburg in den Mitteilungen der britischen Royal Society nach Untersuchungen an tropischen Ameisen der Art Cardiocondyla obscurior. Sie hatten über mehrere Jahre hinweg Kolonien gezüchtet. Ein Teil wies mit bis zu 20 Königinnen eine hohe genetische Vielfalt auf, der andere Teil mit nur einer Königin hingegen hatte nur eine geringe genetische Vielfalt. Anschließend brachten die Forscher Pilzsporen in die Kolonie. Dabei sahen sie, dass die Tiere aus genetisch diversen Kolonien deutlich schneller auf die Gefahr aufmerksam wurden. Die Biologen sehen darin ihre Vermutung bestätigt, dass Inzucht eine frühzeitige und effektive Verteidigung gegen Krankheitserreger in Ameisenkolonien verhindert. [mst]

Quelle: Press Royal Society

Biologie Die britischen Fischbestände sind dezimiert wie nie zuvor.

Die Bestände von Speisefischen wie Kabeljau, Schellfisch oder Scholle sind vor den Küsten Englands und Wales seit 1889 um durchschnittlich 94 Prozent gesunken. Das berichten Forscher aus York im Fachblatt Nature Communications. Sie hatten die Fangmengen in britischen Gewässern von 1889 bis 2007 untersucht. Damit seien die von der kommerzieller Fischerei verursachten Schäden an den marinen Ökosystemen weitaus schwerer als bislang angenommen. Mehr als ein Jahrhundert der intensiven Grundschleppnetzfischerei auf dem Meeresgrund habe viele Fischarten in den britischen Gewässern fast vollständig ausgerottet. [mst]

Quelle: Nature Communications

Psychologie Knappe Niederlagen spornen Glücksspieler an.

Haben Spielsüchtige ein Gewinnspiel nur knapp verloren, schüttet ihr Gehirn dennoch das Glückshormon Dopamin aus. Dadurch werden Zocker trotz negativer Folgen geradezu zum Weitermachen provoziert. Das haben britische Forscher aus Cambridge herausgefunden und berichten über ihre Ergebnisse im Journal of Neuroscience. Bei den Tests wurden die Gehirnströme der Studienteilnehmer gemessen. Allerdings reagierten nur Spielsüchtige bei knappen Niederlagen mit der Ausschüttung des Glückshormons. Probanden ohne Spielbegeisterung zeigten diese Form der Selbstbelohnung nicht und verbuchten auch einen knappen Misserfolg als Niederlage. Die ausgeschüttete Dopaminmenge bei solchen Tests könnte zukünftig als Gradmesser einer Suchterkrankung dienen, so die Forscher. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Mäuse können das Schmerzmittel Morphin produzieren.

Bislang galten Morphinspuren im menschlichen Urin als Hinweis auf Drogenkonsum oder den Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel. Dies könne jedoch auch natürliche Ursachen haben, berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Fachblatt PNAS. Denn Mäuse und vermutlich auch Menschen können Morphin selbst produzieren. Die Forscher hatten den Mäusen markiertes Tetrahydropapaverolin (THP) gespritzt, welches in Mohnpflanzen in einem komplexen Prozess zu Morphin umgewandelt wird. Diesen Prozess konnten die Wissenschaftler bei den Tieren ebenso nachweisen, zudem entdeckten sie später im Urin der Mäuse Morphin. Die Nager müssen demnach über ein Enzym-System verfügen, mit dessen Hilfe sie eigenständig Morphin herstellen können. [mst]

Quelle: PNAS

Medizin Partner von Demenzpatienten erkranken häufig selbst.

Bei älteren Ehepaaren kommen Demenzerkrankungen unverhältnismäßig oft bei beiden Partnern vor. Das geht aus einer Langzeitstudie US-amerikanischer Forscher hervor, die im Journal of the American Geriatrics Society vorgestellt wird. Die Forscher hatten rund 1200 Paare jahrelang beobachtet. Dabei sahen die, dass sobald bei einem Partner eine Demenz festgestellt wurde, der andere zwölf Mal häufiger erkrankte als statistisch zu erwarten sei. Möglicherweise sei dieser Effekt mit der körperlichen und psychischen Belastung der Krankheit zu erklären, die der Partner durch die Erkrankung des anderen ausgesetzt sei, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: scienceticker

Astronomie Astrophysiker berechnen die Form von Sternexplosionen.

Bislang war nicht klar, wie sich Supernovae ausdehnen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching konnten dies mithilfe komplexer Computerberechnungen nun klären. Im Astrophysical Journal berichten sie, wie bei Sternexplosionen die Asymmetrien und schnellen, eisenreichen Klumpen in allen drei Raumdimensionen entstehen. Damit sei es erstmals gelungen, das Sterben eines massenreichen Sterns lückenlos zu verstehen - vom Beginn der Explosion bis zum Ausbruch der Explosionswelle aus der Sternoberfläche mehrere Stunden später. [mst]

Quelle: AlphaGalileo

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