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14.05.2010

Umwelt Der Anbau von genmanipulierter Baumwolle hat neue Schädlinge begünstigt.

Das berichtet ein chinesisches Forscherteam im Fachblatt "Science". Bauern in China pflanzen seit 1997 Bt-Baumwolle. Die Ernte fällt besser aus, außerdem müssen die Bauern nicht mehr Insektizide spritzen, weil das zusätzliche Gen die Pflanzen vor der Baumwolleule schützt. Allerdings vermehren sich seitdem Weichwanzen in den Baumwollfeldern, und fallen auch in angrenzende Obst-Plantagen ein. Ganze Regionen in China hätten große Probleme mit den bis vor wenigen Jahren unbedeutenden Schädlingen, so die Forscher. Jetzt müssten die Bauern jedes Jahr Insektizide sprühen, um die Felder vor den Wanzen zu schützen. Die Entwicklung zeige, so die Wissenschaftler weiter, dass durch das Ausschalten eines Schädlings ein anderer begünstigt werden könne. Vor einem großangelegten Anbau gentechnisch veränderte Pflanzen sollten daher die Folgen besser untersucht werden. //[gät]//

Quelle: Science

Raumfahrt Atlantis startet zu ihrem planmäßig letzten Flug ins All.

An Bord hat die Raumfähre unter anderem ein russisches Forschungsmodul für die ISS sowie fünf amerikanische und einen britischen Astronauten. Der Flug soll zwölf Tage dauern. Atlantis startete im Oktober 1985 zum ersten Mal, 30 weitere Flüge folgten. Zu den Missionen gehörte der erste Transport einer Raumsonde ins All, 1989, das erste Andocken eines Spaceshuttles an die Raumstation MIR, 1995, sowie der Reparaturflug zum Weltraumteleskop Hubble, 2009. Nach der Atlantis werden noch die Discovery und die Endeavour zur ISS starten. Danach soll die Nasa das Shuttle-Programm beenden. Da die US-Weltraumbehörde noch keinen Nachfolger für die Spaceshuttles hat, wird sie in den nächsten Jahren auf Flüge mit den russischen Sojus-Kapseln angewiesen sein. //[gät]//

Quelle: Nasa

Paläontologie Paläontologen haben in Marokko zahlreiche Fossilien von 480 Millionen Jahren alten Weichtieren entdeckt.

Der Fund schießt eine große Lücke und ermöglicht deutlich bessere Einsichten in die Evolutionsgeschichte, schreiben die Wissenschafter der Yale – Universität im Fachblatt "Nature". Weichtiere ohne harte Schale dominierten seit dem Kambrium die frühen Ozeane. Weil sie keine Schale oder Knochen haben, die versteinern könnten, sind sie weitgehend unbekannt. Nur unter besonderen Bedingungen konnten auch die Konturen der Weichtiere zu Fossilien werden – wie etwa im Burgess Schiefer in den USA. In diesem Gestein sind jedoch nur Tiere erhalten, die im Kambrium lebten. Ob diese Tiere auch bis ins folgende Zeitalter existierten oder ausstarben, war Paläontologen unbekannt. Der neue Fund aus Marokko schließt jetzt diese Lücke und zeigt, dass die Flora und Fauna des frühen Ordoviziums noch der des Kambriums glich. //[gät]//

Quelle: Nature

Umwelt Im Golf von Mexiko könnte viel mehr Öl ausströmen als bisher bekannt.

Davon zeigte sich der US-amerikanische Forscher Steve Wereley von der Purdue University gegenüber dem Deutschlandfunk überzeugt. Der Forscher stützt seine Schätzung auf eine Videoaufnahme des austretenden Öls. Eine Untersuchung des Flusses mit Hilfe der Particle-Image-Velocimetry-Technik habe ergeben, dass aus dem gefilmten Rohr zum Zeitpunkt der Aufnahme eine Menge Öl ausströmte, die etwa 70.000 Barrel pro Tag entspricht. Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass es sich bei dieser Berechnung um eine Schätzung handle, die eine Fehlerquote von rund 20 Prozent aufweisen könne. Trotzdem ist er sicher, dass die bislang in der Öffentlichkeit zitierte Zahl von 5000 Barrel Öl pro Tag zu niedrig ist. In einem zweiten Interview gegenüber dem Programm von NPR äußerte sich Eugene Chiang, Astrophysiker der Universität Berkley überzeugt, dass zwischen 20.000 und 100.000 Barrel Öl pro Tag aus dem Bohrloch strömen. //[kre]//

Quelle: Steve Wereley

12.05.2010

Biologie Forscher enträtseln einen Signalweg bei der Differenzierung von Stammzellen.

Warum Stammzellen in verschiedenen Organen des Körpers unterschiedliche Arten von Nervenzellen produzieren, hat ein schwedisches Forscherteam bei Untersuchungen an Fruchtfliegen entdeckt. Demnach orientieren sich die unreifen Zellen an Signalen, die von den so genannten Hox-Genen ausgesendet werden, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLoS Biology". Diese Gene üben je nach Körperregion unterschiedliche Funktionen aus und zeigen so den Stammzellen, wo sie sich in welche Zelle verwandeln sollen. Den Forschern zufolge erweitern die Ergebnisse das Verständnis, wie sich Stammzellen zu reifen Körperzellen entwickeln. Damit sei die Wissenschaft dem Ziel einen Schritt näher gekommen, Stammzellen gezielt zur Reparatur beschädigter Organe einsetzen zu können. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

Biologie Spinnen und fleischfressende Pflanzen stehen in hartem Konkurrenzkampf.

Baut die Wolfsspinne der Spezies //Sosippus floridanus// ihr Netz in einem Gebiet, in dem auch der Sonnentau der Art //Drosera capillaris/ lebt, fällt das Spinnennetz deutlich größer aus, um noch ausreichend Insekten zu fangen. Das berichten Biologen aus Florida in den Mitteilungen der britischen Royal Society. Sowohl Tier als auch Pflanze fangen Insekten in der gleichen Höhe von etwa zwei Zentimetern über dem Boden. Im Gegensatz zur Spinne habe die fleischfressende Pflanze jedoch keine Möglichkeit zur Kompensation. Die kargen Mahlzeiten führen daher relativ schnell zu einem Rückgang von Blüten und Samen. Die Forscher sehen diese Entdeckung als ersten Beweis für einen Konkurrenzkampf zwischen Vertretern aus dem Tier- und Pflanzenreich. //[mst]//

Quelle: Press Royal Society

Technik Die Suche nach der Unfallursache auf der Bohrplattform Deepwater Horizon geht weiter.

Dabei geraten derzeit die Gashydrate im Untergrund des Golfs von Mexico ins Visier. Bei Gashydraten handelt es sich um eine Mischung aus Wassereis mit einem Vielfachen an eingeschlossenem Methan. Diese sind nur unter bestimmten Temperatur- und Druckverhältnissen stabil. Wird dieses Fenster verlassen, können sie sich schlagartig auflösen und dabei gewaltige Methanmengen freisetzen. Robert Bea von der Universität von Kalifornien in Berkeley vermutet, dass genau das passiert ist. Er gehört zu den Experten, die bei der Ursachensuche die Unterlagen des britischen Konzerns BP studieren. Um ein schlagartiges Schmelzen der Gashydrate zu verhindern, war beim Abdichten des Bohrlochs ein speziell entwickelter Zement eingesetzt worden. Der Bohrlochausbruch ereignete sich direkt nachdem diese Versiegelung getestet worden war. Falls die plötzlich schmelzenden Methanhydrate wirklich der Auslöser waren, müsste in Zukunft wesentlich vorsichtiger bei der Tiefsee-Ölförderung vorgegangen werden, fordert Robert Bea. //[drö]//

Quelle: New Scientist

Astronomie Jupiter fehlt ein Streifen.

Während das dunkle Band auf der Nordhalbkugel des Riesenplaneten gut zu sehen ist, fehlt auf einer Aufnahme vom 8. Mai auf der Südhalbkugel der so genannte südliche Äquatorstreifen. Wie der "New Scientist" berichtet, ist die Ursache noch ungeklärt. Vertreter der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa vermuten, dass der dunkle Streifen immer dann nicht zu sehen ist, wenn sich über ihm in großer Höhe helle Wolken bilden. Bereits 1973 und in den 1990er-Jahren war der Äquatorstreifen zeitweise verschwunden. //[mst]//

Quelle: New Scientist

11.05.2010

Paläontologie Dinos mochten Fastfood.

In der Tierwelt gilt heute die einfache Faustregel: Je größer ein Tier ist, desto mehr Zeit verbringt es mit Fressen. So sind Elefanten etwa 18 Stunden täglich damit beschäftigt, ihren Appetit zu stillen. Für die Langhalssaurier der Urzeit galt diese Regel offenbar nicht. Langhalssaurier, die teilweise über 35 Meter lang und bis zu 100 Tonnen schwer wurden, so berichten Forscher der Universität Bonn im Fachblatt "Biological Reviews", konnten so groß werden, weil sie ihre Nahrung unzerkaut herunter schlangen – und so Zeit sparten. Kauen hilft gewöhnlich, die Nahrung schneller zu verdauen: Durch den Mahlvorgang wird sie zerkleinert und gleichzeitig ihre Oberfläche vergrößert. Dadurch können die Verdauungsenzyme besser angreifen. Die Dinosaurier gingen offenbar einen anderen Weg. Sie rupften die Pflanzen einfach aus und schlangen sie hinunter. Der Verdauungsvorgang selbst habe wahrscheinlich einige Tage gedauert, so die Forscher. Der Vorteil: Die Dinosaurer benötigten keine ausgeprägten Kaumuskeln und kamen mit relativ kleinen und leichten Schädeln aus. Wahrscheinlich ernährten sie sich von energiereichen Schachtelhalmen. //[mawi]//

Meeresbiologie .Seetang kann für Korallen tödlich sein

Mehrere Seetang-Arten im Pazifik und in der Karibik produzieren giftige Stoffe, die benachbarte Korallen schädigen oder töten können, berichten Forscher vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im Fachblatt "PNAS". Manche Seetang-Spezies griffen die Korallen bereits innerhalb von zwei Tagen an, während andere ihre schädigende Wirkung erst innerhalb von 20 Tagen entfalteten. Die Forscher hatten in den Riffen rund um die Fidschi-Inseln im Pazifik Korallen angepflanzt und in unmittelbarer Nachbarschaft verschiedene Arten von Seetang angesiedelt. Nach zwei, zehn und 20 Tagen beobachteten sie den Einfluss des Seetangs auf die Gesundheit der Korallen. Um die Korallen zu schützen, müssten gezielt Fischarten unter Schutz gestellt werden, die Seetang fressen und so dessen Wachstum eindämmen können, fordern die Forscher. //[mawi]//

Quelle: PNAS Online

Medizin Chronischer Bewegungsdrang in den Beinen ist erblich.

Verwandte von Menschen, die an einem sogenannten Restless-Legs-Syndrom leiden, besitzen ein erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, berichten kanadische Forscher nach einer Studie mit 671 Personen im Fachmagazin "Archives of Neurology". Das Restless-Legs-Syndrom, das mit einem schwer oder gar nicht zu unterdrückenden Bewegungsdrang in den Beinen verbunden ist, gilt auch als eine der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen. Folgen sind chronische Müdigkeit, Erschöpfung und ein Leistungsabfall. Bei 77 Prozent der Probanden mit RLS waren auch Familienmitglieder von der Krankheit betroffen. Besonders Geschwister hatten ein mehr als drei Mal höheres Risiko zu erkranken. Kinder, deren Eltern am Restless-Legs-Syndrom leiden, waren einem doppelt so hohen Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Neben genetischen Faktoren tragen auch Umweltfaktoren zur Entstehung des Restless-Legs-Syndrom bei. //[mawi]//

Quelle: "Archives of Neurology"

Tierschutz Die EU verbietet Tierversuche an Menschenaffen.

Experimente mit Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans sind in Europa künftig grundsätzlich verboten. Das sieht die Neuauflage der Versuchstiere-Richtlinie vor, auf die sich die EU-Regierungen heute in Brüssel verständigt haben. Die Bundesregierung enthielt sich bei der Entscheidung der Stimme. Das EU-Parlament hatte der Richtlinie bereits in einem Vermittlungsverfahren zugestimmt. Das Gesetz muss nun noch formell verabschiedet werden. Experimente mit Menschenaffen sollen künftig nur noch zulässig sein, wenn in der Bevölkerung Europas unversehens eine lebensbedrohliche Krankheit ausbricht. Generell soll die Zahl der Versuchstiere und das Ausmaß des Leidens – so wörtlich "auf ein Minimum" begrenzt werden. Tierschützer geht das Gesetz nicht weit genug, Wissenschaftler kritisieren die Regeln als zu rigide. //[mawi]//

Tierschutz Wilderer haben eines der letzten Java-Nashörner in Vietnam getötet.

Der Kadaver des Tieres sei mit abgeschlagenem Horn im Nationalpark Cat Tien im Süden Vietnams gefunden worden, teilte die Naturschutz-Organisation WWF mit. Die Zahl der Java-Nashörner in Vietnam und in Indonesien wird auf 50 bis 70 geschätzt. In der traditionellen Medizin Asiens gilt das Horn der Tiere als Mittel gegen Fieber und Bluthochdruck. //[mawi]//

Medizin Wer Überstunden macht, wird schneller herzkrank.

Das bestätigt eine Langzeitstudie mit rund 6000 Menschen, deren Ergebnisse jetzt im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurden. Angestellte, die täglich drei bis vier Überstunden machten, hatten ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Angina Pectoris und Herzinfarkt. Die Daten stammen aus einer Langzeitstudie namens Whitehall II, bei der die Gesundheit von Angestellten der britischen Behörden untersucht wird. //[mawi]//
10.05.2010

Geologie Deutsche Forscher haben in der Karibik versunkene Inseln entdeckt.

Bei ihrer Expedition mit dem Forschungsschiff "Meteor" in die Karibik sind Geologen aus Greifswald, Kiel und Hannover in Wassertiefen von 800 bis 1000 Metern überraschend auf Seeberge aus versteinerten Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen gestoßen. Das teilte die Universität Greifswald heute mit. Diese Lebewesen waren ursprünglich nur in lichtdurchfluteten oberen Meeresschichten beheimatet. Zudem hätten die Forscher Basaltgerölle nachgewiesen, die nur in stark bewegtem Wasser in Flüssen oder der Meeresbrandung entstehen. Ihren Fund werten die Wissenschaftler als Beleg dafür, dass es vor 40 bis 50 Millionen Jahren in der Karibik weit mehr Inseln gab als heute. //[mawi]//

Geologie Genetisch veränderte Bakterien könnten helfen, Böden zu entgiften.

US-amerikanische Forscher der Emory-Universität in Atlanta haben gewöhnliche Darmbakterien so umprogrammiert, dass sie das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin aufspüren und unschädlich machen können. Ein zusätzliches Gen sorgt dafür, dass die Bakterien sich dorthin bewegen, wo die Atrazin-Konzentration besonders hoch ist. Ein zweites zusätzliches Gen für ein spezielles Enzym versetze die Bakterien in die Lage, das Umweltgift abzubauen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemical Biology". Das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin war 1986 bei Basel in großer Menge in den Rhein gelangt. Die Substanz ist für viele Wasserorganismen giftig. Atrazin ist seit vielen Jahren in der Europäischen Union verboten. In vielen Böden ist es aber noch nachweisbar – und auch im Grundwasser. //[mawi]//

Quelle: Nature Chemical Biology Online

Zoologie Auch Bonobos schütteln den Kopf...

...wenn sie ein „Nein“ signalisieren wollen. Solche eindeutigen Gesten seien bisher nur bei Schimpansen beobachtet worden, berichten Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie gemeinsam mit Forschern aus Berlin und Portsmouth in der Fachzeitschrift "Primates". Bei Beobachtungen in Zoos und Tierparks wiesen die Forscher unter anderem nach, dass Bonobo-Weibchen ihre Jungen mit einem Kopfschütteln zurechtweisen. So spielte ein Jungtier zum Beispiel mit einem Stück Lauch, was seiner Mutter nicht gefiel. Das Junge gehorchte aber nicht. Daraufhin sah ihm die Mutter in die Augen und schüttelte deutlich den Kopf. Das Kopfschütteln als Nein-Geste beobachteten die Forscher bei insgesamt vier erwachsenen Zoo-Tieren. Bonobos gelten als besonders kooperative Menschenaffen mit einem ausgeklügelten Sozialsystem. Auch Weibchen können Führungsrollen übernehmen. //[mawi]//

Vulkanologie Eyjafjalla bleibt aktiv.

Der Gletschervulkan in Island schickt weiter Vulkanasche in die Atmosphäre. Der Katastrophenschutz in Reykjavik teilte mit, die Rauchwolke erreiche eine Höhe von fünf Kilometern über dem Gletscher. Der Wind wehte in südlicher bis südöstlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zu. Gestern hieß es noch, die Aktivität des Vulkans habe in den letzten Tagen abgenommen. //[mawi]//

Astronomie Astronomen empfangen Signale eines weit entfernten Galaxienhaufens.

Es handele sich um den bislang fernsten Galaxienhaufen. Er sei 9,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und stamme damit aus der Frühzeit des Universums, teilte das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik heute in Garching bei München mit. Das Universum ist nach aktuellem Wissen rund 13,7 Milliarden Jahre alt. Die Bobachtungen im Infrarot- und Röntgenlicht-Bereich belegten, dass der Haufen hauptsächlich aus alten, massereichen Galaxien besteht, die sich in den frühen Phasen des Universums bildeten. Mithilfe von Beobachtungen des sogenannten Subaru/XMM-Newton-Deep-Fields im Röntgenbereich konnte das deutsch-japanische Astronomenteam die Einzelgalaxien identifizieren. Infrarot-Beobachtungen mit dem Subaru-Teleskop führten zur Entfernungsbestimmung. //[mawi]//

Quelle: MPG.org

Biologie US-amerikanische Forscher verstehen jetzt, was das Immunsystem in Balance hält.

Forscher der Yale University haben eine weitere Funktion eines Protein auf der Oberfläche von Immunzellen, PD-1 mit Namen entdeckt. Bislang war bekannt, das PD-1 wichtig ist, damit das Immunsystem nicht fehlgeleitet wird und körpereigene Strukturen angreift. Im Fachblatt "Nature Immunology" berichten die Forscher, dass das PD-1-Protein auch eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielt. Es habe einen entscheidenden Einfluss auf Qualität und Quantität der Immunantwort, denn es fördere die Bildung von langlebigen Plasmazellen. Plasmazellen sind Zellen des Immunsystems. Sie wandern ins Knochenmark und bilden dort so lange Abwehrmoleküle - also Antikörper, bis ein Erreger beseitigt ist und die Infektion abklingt. //[mawi]//

Quelle: Nature Immunology Online

07.05.2010

Raumfahrt Die Raumsonde Voyager 2 sendet seltsame Daten

Seit dem 22. April können die Wissenschaftler des Jet Propulsion Centre die Messergebnisse der Sonde nicht mehr entschlüsseln. Das teilte die NASA in Los Angeles mit. Ingenieure haben daher den Funkverkehr auf Statusmeldungen beschränkt. Sie vermuten das Problem in dem Teil des Datensystems, das die Daten vor dem Senden formatiert. Die Ingenieure suchen nach einem Weg, die Sendungen wieder verständlich zu machen. Voyager 2 ist seit 33 Jahren unterwegs. Die Sonde hat sich 13,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, ein Funksignal ist 13 Stunden unterwegs. Noch weiter entfernt ist die Schwestersonde Voyager 1. NASA-Ingenieure rechnen damit, dass sie in rund fünf Jahren die Heliosphäre verlassen haben wird. Funktioniert die Sonde dann noch, könnte sie die ersten Daten aus dem Raum zwischen den Sternen senden. //[gät]//

Quelle: nasa/apn

Medizin Ein neuer Weg für eine Dengue-Fiber-Impfung deutet sich an

Jedes Jahr stecken sich in den Tropen zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus an. Viele davon zum zweiten oder dritten Mal, und die Krankheit kann dann deutlich kritischer verlaufen als beim ersten Mal. Ein britisch-thailändisches Forscherteam berichtet jetzt im Fachblatt "Science", dass dafür das Immunsystem des Menschen selbst verantwortlich ist. Die Antikörper, die an ein bestimmtes Eiweiß des Virus andocken, können es nicht vollständig neutralisieren. Das Virus reagiert auf den Angriff, in dem es die Antikörper selbst infiziert. Die meisten Impfungen verwenden ebenfalls dieses Eiweiß. Die Wissenschaftler empfehlen jedoch, Seren zu entwickeln, die das Immunsystem auf ein ähnliches, aber anderes Eiweiß trainieren. //[gät]//

Quelle: science

Physik Das ITER-Projekt soll einen neuen Generaldirektor bekommen

Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature". Demnach soll der japanische Physiker Osamu Motojima Kaname Ikeda ablösen. Es wäre der zweite Wechsel im Management des geplanten Fusionsreaktors innerhalb weniger Monate. ITER soll nachweisen, dass mithilfe der Kernfusion Strom erzeugt werden kann. Ursprünglich sollte der Reaktor bis 2016 fertig gebaut sein, zu einem Preis von fünf Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wurde jedoch bekannt, dass sich die Kosten voraussichtlich verdoppeln werden – und das die ersten Experimente nicht vor 2019 beginnen können. Zusätzlich hat die EU mitgeteilt, dass sie derzeit 1,4 Milliarden Euro, die zwischen 2012 und 2013 für den Bau ausgegeben werden sollten, nicht zur Verfügung stellen kann. //[gät]//

Quelle: nature

Neurowissenschaft Laufen oder epileptische Anfälle lassen neue Nervenzellen im Hirn entstehen

Das berichtet ein Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Freiburger Max-Planck-Instituts für Immunbiologie im Fachblatt "Cell Stem Cell". Die Wissenschaftler waren der Frage nachgegangen, warum in Hirnen ausgewachsener Mäuse weniger Nervenzellen neu gebildet werden als bei Jungtieren, obwohl die Tiere bis ins hohe Alter über neuronale Stammzellen verfügen. Dabei entdeckten sie, dass es zwei verschiedene Stammzellen im Hirn gibt, die auch räumlich unterschiedlich angeordnet sind. Durch körperliche Aktivität wird ein Teil der inaktiven Zellen dazu angeregt, sich zu teilen. Auch epileptische Anfälle haben diesen Effekt. Welche Prozesse dabei genau im Hirn ablaufen, wissen die Forscher jedoch noch nicht. Sie hoffen aber, dass ähnliche Mechanismen auch im Hirn der Menschen wirken – und dass die neuronalen Stammzellen sich einmal gezielt zur Behandlung von Hirnschäden oder Alzheimer aktivieren lassen. //[gät]//

Quelle: mpi/cell

Medizin Es gibt ein molekulares Warnsignal für Demenz

Davon ist ein deutsch-schweizer-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler hatten Mäusen unterschiedlichen Alters Lernaufgaben gestellt und untersucht, wie aktiv beim Lernen ein bestimmtes Gen war. Sie stellten fest, dass die ältesten Mäuse am langsamsten lernten, und dass dieses Gen, das Biologen mit Lern- und Erinnerungsfunktionen in Verbindung bringen, bei den Mäusen nicht mehr korrekt abgelesen wurde. Unterstützen die Forscher die zum Ablesen des Gens notwendigen Prozesse, konnten die alten Mäuse genauso flott lernen wie ihre jüngeren Artgenossen. Das Team zieht aus seiner Untersuchung den Schluß, dass eine Störung dieses Prozesses ein erster Hinweis auf altersbedingtes Nachlassen kognitiver Hirnfunktionen sein kann. Ob sich die Testergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch offen. //[gät]//

Quelle: science

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