Seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Dienstag, 16.07.2019
 
Seit 23:10 Uhr Das war der Tag
20.05.2010

Umwelt Die Temperatur der Weltmeere steigt.

In den oberen Schichten der Ozeane ist die Temperatur zwischen 1993 und 2008 angestiegen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature" aufgrund einer Neubewertung von Daten. Bis in 700 Meter Tiefe habe die Temperatur um anderthalb Grad Celsius zugenommen. Die oberen Meeresschichten sind ein riesiger Wärmeableiter und schlucken einen Großteil der Wärmeenergie, die durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt freigesetzt wird. Das Ausmaß der Wärmespeicherung in den Ozeanen kann Hinweise auf den globalen Klimawandel geben. Bislang allerdings kamen Forscher bei ihren Berechnungen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dies liege, so die Forscher in "Nature", daran, dass Messungen der Temperaturstruktur in den Meeresschichten bis zum Jahr 2002 mit Wegwerf-Sonden vorgenommen wurden. Die Sonden sanken langsam auf dem Meeresgrund und gaben dabei die Temperaturdaten preis – sie waren allerdings nur punktuell. Seit 2003 wird mit mehreren 1000 Driftern kontinuierlich gemessen und diese Daten sind umfassender und verlässlicher. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 465, Seite 334

Biologie Moschusschildkröten bleiben ein halbes Jahr unter Wasser.

Lange haben Forscher gerätselt, wie es diesen Schildkröten gelingt, so lange unter Wasser zu bleiben, ohne an der Oberfläche Luft holen zu müssen. Jetzt haben österreichische Wissenschaftler entdeckt: Die Moschusschildkröte hat ein spezielles Atmungsorgan im Rachen. Im Fachblatt "Anatomical Record" liefern sie eine Beschreibung: Die Organstrukturen, sogenannte Papillen, sind von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen. Die große Oberfläche des Organs macht einen einfachen Gasaustausch möglich. Unter Wasser spülen die Tiere ihren Rachenraum regelmäßig mit frischem Wasser, um an den benötigten Sauerstoff zu kommen. //[tj]//

Quelle: Anatomical Record

Medizin Diabetiker erkranken häufiger an Krebs.

Zu diesem Ergebnis kommt die weltweit bislang größte Studie zum Thema. Sie basiert auf den Daten von über 125.000 schwedischen Diabetikern. Im einzelnen stellten die Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg fest, dass Typ-II-Diabetiker ein erhöhtes Risiko für 24 untersuchte Krebsarten haben. Bei Bauchspeicheldrüsen- und Leberzellkrebs ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit bis zu sechs Mal höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Bei Nieren-, Dünndarm-, Schilddrüsen- und Speiseröhrenkrebs ist das Risiko mehr als doppelt so hoch. Noch sei nicht geklärt, warum Typ-II-Diabetiker häufiger an Krebs erkranken als Menschen, die nicht von dieser Stoffwechselkrankheit betroffen sind. Überrascht hat die Forscher, dass Diabetiker deutlich seltener als Gesunde an Prostatakrebs erkranken. Auch hier ist die Ursache noch unklar. //[tj]//

Quelle: DKFZ

Medizin Staphylokokken können – müssen aber nicht gefährlich sein.

Solange Staphylokokken nur Haut und Schleimhäute besiedeln, sind sie harmlos. Gelangen sie ins Körperinnere, können sie zu lebensbedrohlichen Infektionen wie Lungenentzündungen führen. Japanische Wissenschaftler haben nun herausgefunden, weshalb einige Menschen resistent gegen den //Staphylococcus aureus// sind: Sie beherbergen einen bestimmten Stamm des //Staphylokokkus epidermidis//. Diese Bakterien können sich offenbar mit Hilfe eines Enzyms der unerwünschten Mitstreiter vom Stamm //Staphylococcus aureus// entledigen. Das betreffende Enzym konnte identifiziert werden und nun hoffen die Forscher in Bälde eine effektive und nicht antibiotische Therapie gegen den Erreger anbieten zu können. //[tj]//

Quelle: Nature

Genetik Genvarianten könnten das Risiko für Infektionserkrankungen erhöhen.

Forscher aus Großbritannien und Singapur haben eine Gruppe von Genvarianten gefunden, welche die Empfindlichkeit für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria verstärken. Wie das "New England Journal of Medicine" schreibt, wurden verschiedene Mutationen des Gens mit dem Namen CISH entdeckt. Wer auch nur eine dieser Mutationen aufweist, hat bereits ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko eine Infektion anzulocken. Dass dieses kleine Gen für multiple Infektionen mitverantwortlich sein kann, hat die Wissenschaftler nach eigenen Angaben überrascht. //[tj]//

Quelle: NEJM

19.05.2010

Biologie Kraken nehmen Luft mit in die Tiefe.

Und zwar, um damit unter Wasser schweben zu können. Das haben australische Meeresbiologen bei sogenannten Papierbooten beobachtet, einer Gruppe von Kraken, bei denen die Weibchen eine hauchdünne Kalkschale bilden. Wie die Forscher in den Mitteilungen der Royal Society berichten, nutzen die kleinen Kopffüßer der Art //Argonauta argo// ihre namensgebende Schale, um an der Meeresoberfläche Luft zu schöpfen. Der auf diese Weise gewonnene Luftvorrat dient als Auftriebskörper, der den Tieren unter Wasser ein schwereloses Schweben ermöglicht. Zudem wirke die Luftblase im Zipfel der Schale wie ein Kiel, der die Kraken beim Schwimmen stabilisiere. Dadurch können sie auch schneller schwimmen und so ihren Feinden besser entkommen. //[mst]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Psychologie Neugeborene lernen auch im Schlaf.

Das berichten Forscher der Universität von Florida in den Mitteilungen der US-amerikanischen Akademien der Wissenschaften - PNAS. Demnach fangen Babys bereits im Schlaf damit an, Zusammenhänge zwischen Reizen zu erkennen und Erlerntes im Gedächtnis abzuspeichern. Die Forscher hatten bei akustischen und sensorischen Tests die Veränderungen in den Hirnströmen bei ein bis drei Tage alten Kindern untersucht. Diese Lernstrategie sei sinnvoll, da Neugeborene jeden Tag zwischen 16 und 18 Stunden schlafen. Diese Erkenntnisse könnten den Forschern zufolge dabei helfen, Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Legasthenie bei Neugeborenen frühzeitig zu erkennen, indem kurz nach der Geburt bereits die Lernfähigkeit getestet wird. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Gartenvögel verschmähen Bio-Körner.

Haben kleine Vögel wie Amseln oder Meisen die Wahl, fressen sie lieber konventionelles Futter als Körner aus biologischem Anbau. Das ist das Ergebnis einer Studie englischer Forscher aus Newcastle, die im Journal of the Science of Food and Agriculture vorgestellt wird. Vermutlich liege dies an dem Proteingehalt, der bei Bio-Körnern reduziert ist. Konventionelles Futter bringe die Vögel damit besser durch den Winter. Die Forscher räumen jedoch ein, dass sie in ihrer Studie nur den Proteingehalt untersucht hätten. Langfristige Folgen etwa durch eine Pestizidbelastung dürften bei einer Interpretation nicht vernachlässigt werden. [mst]

Quelle: AlphaGalileo

Physik Die Bundesregierung hält weiter an der Kernfusionsforschung fest.

Trotz der erneut gestiegenen Schätzpreise für die internationale Fusionsanlage Iter will die Bundesregierung die Kernfusionsforschung weiter unterstützen. Bundesforschungsministerin Schavan fügte gestern in Berlin hinzu, dass dies jedoch nicht um jeden Preis geschehe. Bei dem Projekt Iter soll erstmals unter kraftwerksähnlichen Bedingungen Energie durch die Verschmelzung von Atomkernen erzeugt werden. Beim Start des internationalen Vorhabens im Jahr 2006 wurden die Kosten auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt, wovon Deutschlands Anteil bei 500 bis 600 Millionen Euro liegen sollte. Nach der jüngsten Schätzung der Europäischen Kommission werden auf Europa unter anderem wegen gestiegener Rohstoffpreise Kosten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro zukommen, das ist fast das Dreifache des Anfangsbetrags. Deutschland müsste von diesem Betrag mehr als eine Milliarde Euro übernehmen. //[mst]//

Biologie Korallen-Larven schwimmen per Gehör zum Riff.

Pflanzen sich Korallen fort, geschieht dies asexuell durch Knospung oder durch eine sexuelle Vermehrung. In diesem Fall verschmelzen die ausgestoßenen Eier und Samen im freien Wasser. Die dadurch entstandenen Larven müssen einen festen Untergrund finden, auf dem sie festwachsen können. Wie die Larven aber relativ rasch das Riff finden, war bislang unklar. Nun berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PLoS Biology", dass dies über eine akustische Orientierung geschieht. Bei ihren Tests in den Niederländischen Antillen konnten die Biologen beweisen, dass die Larven anhand der Geräusche von Fischen und Krustentieren das heimische Riff finden. Die Forscher befürchten, dass die Fortpflanzung durch den vom Schiffsverkehr verursachten Unterwasserlärm zunehmend erschwert wird. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

Biologie Umprogrammierte Stützzellen sollen Alzheimerpatienten helfen.

Münchner Forscher haben es im Tiermodell erstmals geschafft, defekte Hirnzellen durch gesunde zu ersetzen. Im Fachblatt "Public Library of Science" berichten sie, dass sie Stütz- und Versorgungszellen aus Mäusegehirnen in funktionsfähige Nervenzellen umwandeln konnten. Dazu bedurfte es lediglich der Hilfe eines Proteins, dessen Bauplan Viren in das Erbgut der Stützzellen einschleusten. Bei ersten Tests gelang dies nicht nur mit Hirnzellen sehr junger Tiere, sondern auch mit denen erwachsener. Die Wissenschaftler sehen in dieser Methode gute Chancen, eines Tages Alzheimerpatienten oder Menschen nach einem Schlaganfall helfen zu können. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

18.05.2010

Klima Invasive Pflanze belastet auch die Luft.

Die Kletterpflanze Kudzu, die im Südosten der USA weit verbreitet ist, trägt dazu bei, dass in Bodennähe hohe Mengen an Ozon entstehen. Das berichtet ein Team amerikanischer Forscher heute im Fachblatt "PNAS". Kudzu ist eine Rebe, die hohe Mengen an Stickoxiden an den Boden abgibt. Daraus kann an der Luft Ozon entstehen. Die Wissenschaftler hatten ermittelt, wie stark die Stickoxid-Belastung in den Böden zugenommen hatte, nachdem die Pflanze sich angesiedelt hatte. Daraus hatten sie anschließend berechnet, was das für die Ozonwerte bedeutet. Sie kamen zu dem Schluss: Die Zahl der Tage, an denen die Ozonbelastung die empfohlenen Grenzwerte überstieg, nimmt durch Bewuchs mit Kudzu um über 35 Prozent zu. Die Kletterpflanze stammt ursprünglich aus Japan und wurde in Amerika im späten 19. Jahrhundert eingeführt, um die Erosion des Bodens einzudämmen. Mittlerweile droht sie, viele einheimische Pflanzen zu überwuchern und zu verdrängen. //[reu]//

Quelle: PNAS, eurekalert

Psychologie Auch Männer leiden an postnatalen Depressionen.

Nicht nur Mütter, auch viele Väter leiden an Depressionen während der Schwangerschaft ihrer Partnerin oder nach der Geburt eines Kindes. Das berichten US-Mediziner, die eine Studie mit rund 28.000 Teilnehmern ausgewertet haben. Jeder zehnte Mann weist demnach im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft Symptome einer Depression auf. In den ersten drei bis sechs Monaten nach der Geburt ist das Risiko besonders hoch. Unbehandelt können diese Depressionen schwere Langzeitfolgen für den Nachwuchs sowie die ganze Familie haben, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Jama". //[reu]//

Quelle: JAMA

Medizin Kalifornischen Biologen ist es gelungen, inaktive Eizellen von Mäusen mit einem Chemie- Cocktail künstlich zum Reifen anzuregen.

Das könnte auch bei Menschen einen neuen Weg eröffnen, um kinderlosen Paaren ihren Nachwuchs-Wunsch zu erfüllen. Von den Millionen inaktiven Zellen in den Eierstöcken reift normalerweise nur ein kleiner Teil heran. Ein Faktor, der diesen Prozess beeinflußt, ist das PTEN-Gen. Dieses Gen haben die US-Forscher in den Eierstöcken neugeborener Mäuse ausgeschaltet. Nach zwei Wochen zeigte das so behandelte Gewebe bis zu sechsmal mehr reife Zellverbände, aus denen potenziell Eizellen entstehen können, als unbehandelte Eierstöcke. Die Wissenschaftler aus Kalifornien entnahmen einige der Eizellen, befruchteten sie und setzten sie ausgewachsenen Mäuseweibchen ein. Auf diese Weise kamen 20 gesunde Jungmäuse zur Welt. Die Forscher konnten die Methode auch auf menschliches Gewebe anwenden. Die reifen Eizellen haben sie jedoch aus ethischen Gründen nicht befruchtet, schreiben sie im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS, New Scientist

Raumfahrt Internationale Raumstation erhält neues Zimmer.

Die ISS hat seit heute ein neues Forschungslabor. Astronauten der Raumfähre Atlantis benutzten zwei Roboterarme, um das russische Modul mit der Station zu verbinden. Es trägt den Namen "Rassvet" und soll für wissenschaftliche Forschungen genutzt werden, aber auch als Lager und als Andockstation für die russischen Sojus- und Progress-Raketen. Für morgen ist ein weiterer Außenbordeinsatz geplant. Dabei sollen Batterien der ISS ersetzt werden. Gestern war eine neue Antenne an der Station montiert worden. Für die Raumfähre Atlantis ist es der letzte Einsatz im Orbit. Die beiden anderen Shuttles, Discovery und Endeavour, starten voraussichtlich im Herbst ins All. Danach wird die Nasa das Shuttle-Programm einstellen. //[reu]//

Raumfahrt Japan verschiebt Weltraummission.

Weil ein Gewitter droht, hat die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa den Start einer H-IIA-Rakete verschoben. Sie hätte sechs Satelliten ins All befördern sollen, so zum Beispiel auch die erste japanische Venus-Sonde Akatsuki. Außerdem befindet sich das Ikaros-Experiment an Bord: Ein diskusförmiger Satellit, der sich mithilfe eines Sonnensegels vorwärts bewegt. Diese Kunststofffolie ist mit hauchdünnen Solarzellen ausgestattet. Zusätzlich dazu wird sie durch den Druck angetrieben, der entsteht, wenn die Lichtteilchen der Sonne auf das Segel auftreffen. Der Start der Rakete kann nun frühestens am Freitag stattfinden. //[reu]//

Quelle: PNAS, eurekalert

17.05.2010

Mobilfunk Es ist nach wie vor nicht erwiesen, ob Handystrahlen gefährlich sind.

Eine Langzeitstudie der Weltgesundheitsorganisation WHO über die Folgen von Handystrahlung hat keinen Beleg für Gesundheitsgefahren gefunden. Es gebe keine Anzeichen für eine gesteigerte Anfälligkeit für Gehirntumore, teilte die WHO heute in Genf mit. Die Studie stützt sich auf Interviews mit 13.000 Teilnehmern aus 13 Ländern. Es sei nicht auszuschließen, dass langes Telefonieren mit mobilen Telefonen das Tumorrisiko fördere, hieß es weiter. Dafür bedürfe es aber weiterer Untersuchungen. Seit Beginn der Studie im Jahr 2000 habe sich die Handy-Nutzung stark verändert, räumen die Forscher ein. Zudem sei die Strahlenemission von Handys heute deutlich niedriger als vor zehn Jahren. //[mawi]//

Quelle: www.who.int

Zoologie Ein Brand hat die größte Schlangensammlung der Welt zerstört.

Im brasilianischen Sao Paulo ist am Wochenende bei einem Brand am Instituto Butantan die größte wissenschaftliche Sammlung von Schlangen, Spinnen und Skorpionen zerstört worden. An die 80.000 Präparate aus den letzten 100 Jahren seien unwiederbringlich verloren, hieß es. Das Institut ist auch bekannt für die Herstellung von Gegenmitteln gegen Schlangengift. //[mawi]//

Klima Der Tanganjikasee heizt sich auf.

Die Wassertemperatur im afrikanischen Tanganjikasee hat mit 26 Grad Celsius ihren höchsten Stand seit 1500 Jahren erreicht, berichteten Forscher der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island im Fachblatt „Nature Geoscience“. Die Wissenschaftler hatten Sedimentproben ausgewertet. Der Tanganjikasee ist nach dem Viktoriasee der zweitgrößte See Afrikas. Aus ihm werden rund 200.000 Tonnen Fisch im Jahr gefangen. Die Erwärmung bedrohe die Artenvielfalt im See, warnen die Forscher. Der Tanganjikasee sei die entscheidende Protein-Quelle für rund zehn Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, in Sambia und Burundi. //[mawi]//

Quelle: Nature Geoscience-Online

Umwelt Ölsuche in Alaska wurde noch nicht gestoppt.

In der vergangenen Woche hat ein US-Bundesgericht Umweltgruppen abgewiesen, die die Aufnahme von Explorationsbohrungen in Alaska verhindern wollten. Damit darf Shell vorerst immer noch im Sommer in der Tschuktschen- und in der Beaufort-See mit den Arbeiten beginnen. Nun hoffen die Umweltschützer auf die Direktorin des Mineral Management Services. Sie hat unter dem Eindruck des Deepwater-Horizon-Desasters in einem Brief von Shell weitere Auskünfte über Sicherheitsmaßnahmen im Fall eines Blow out verlangt, die bis morgen vorliegen müssen. Außerdem soll das Innenministerium die Entscheidung über das Alaska-Projekt solange offen halten, bis am 28. Mai ein Bericht über die Sicherheit von offshore-Bohrungen vorliegt. //[drö]//

Quelle: NYTimes, Houston Chronicle

Gesundheit Feinstaub sorgt für einen höheren Blutdruck von Stadtbewohnern.

Menschen in städtischen Gebieten leiden häufiger an höherem Blutdruck als Bewohner ländlicher Gegenden. Als eine Ursache sehen Forscher der Universität Duisburg-Essen eine stärkere Hintergrundbelastung mit Feinstäuben. Je mehr Feinstaub in der Luft sei, desto mehr steige der Blutdruck. Selbst bei Feinstaubkonzentrationen unterhalb der heute gültigen Grenzwerte bestünden negative Folgen für die Gesundheit, berichten die Forscher auf der Tagung auf der US-amerikanischen Thorax-Gesellschaft. Die Wissenschaftler hatten in der Region Mülheim, Essen und Bochum an die 5000 Menschen über mehrere Jahre untersucht. Bluthochdruck gilt als ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. //[mawi]//

Zoologie Bonner Forscher entdecken neue Waran-Arten auf den Philippinen.

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig gab heute die Entdeckung von zwei bisher unbekannten Waranarten sowie einer neuen Unterart bekannt. Die Vielfalt der philippinischen Warane sei bisher stark unterschätzt worden, hieß es. Der Wissenschaft begegneten immer wieder unbekannte Arten. Die Philippinen umfassen mehr als 7000 tropische Inseln. Das Archipel ist bekannt für seinen außergewöhnlichen Artenreichtum. //[mawi]//

Raumfahrt Die letzte Atlantis-Mission verläuft nach Plan.

Die Raumfähre "Atlantis" hat gestern an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Die Raumfähre hat ein russisches Modul zum Ausbau der ISS und Nachschub für die ISS-Besatzung an Bord. Inzwischen sind zwei Astronauten zu einem ersten Außeneinsatz aufgebrochen. Unter anderem soll eine neue Antenne an der Station montiert werden. Während der zwölftägigen Atlantis-Mission sind noch zwei weitere Außeneinsätze geplant. //[mawi]//
14.05.2010

Umwelt Der Anbau von genmanipulierter Baumwolle hat neue Schädlinge begünstigt.

Das berichtet ein chinesisches Forscherteam im Fachblatt "Science". Bauern in China pflanzen seit 1997 Bt-Baumwolle. Die Ernte fällt besser aus, außerdem müssen die Bauern nicht mehr Insektizide spritzen, weil das zusätzliche Gen die Pflanzen vor der Baumwolleule schützt. Allerdings vermehren sich seitdem Weichwanzen in den Baumwollfeldern, und fallen auch in angrenzende Obst-Plantagen ein. Ganze Regionen in China hätten große Probleme mit den bis vor wenigen Jahren unbedeutenden Schädlingen, so die Forscher. Jetzt müssten die Bauern jedes Jahr Insektizide sprühen, um die Felder vor den Wanzen zu schützen. Die Entwicklung zeige, so die Wissenschaftler weiter, dass durch das Ausschalten eines Schädlings ein anderer begünstigt werden könne. Vor einem großangelegten Anbau gentechnisch veränderte Pflanzen sollten daher die Folgen besser untersucht werden. //[gät]//

Quelle: Science

Raumfahrt Atlantis startet zu ihrem planmäßig letzten Flug ins All.

An Bord hat die Raumfähre unter anderem ein russisches Forschungsmodul für die ISS sowie fünf amerikanische und einen britischen Astronauten. Der Flug soll zwölf Tage dauern. Atlantis startete im Oktober 1985 zum ersten Mal, 30 weitere Flüge folgten. Zu den Missionen gehörte der erste Transport einer Raumsonde ins All, 1989, das erste Andocken eines Spaceshuttles an die Raumstation MIR, 1995, sowie der Reparaturflug zum Weltraumteleskop Hubble, 2009. Nach der Atlantis werden noch die Discovery und die Endeavour zur ISS starten. Danach soll die Nasa das Shuttle-Programm beenden. Da die US-Weltraumbehörde noch keinen Nachfolger für die Spaceshuttles hat, wird sie in den nächsten Jahren auf Flüge mit den russischen Sojus-Kapseln angewiesen sein. //[gät]//

Quelle: Nasa

Paläontologie Paläontologen haben in Marokko zahlreiche Fossilien von 480 Millionen Jahren alten Weichtieren entdeckt.

Der Fund schießt eine große Lücke und ermöglicht deutlich bessere Einsichten in die Evolutionsgeschichte, schreiben die Wissenschafter der Yale – Universität im Fachblatt "Nature". Weichtiere ohne harte Schale dominierten seit dem Kambrium die frühen Ozeane. Weil sie keine Schale oder Knochen haben, die versteinern könnten, sind sie weitgehend unbekannt. Nur unter besonderen Bedingungen konnten auch die Konturen der Weichtiere zu Fossilien werden – wie etwa im Burgess Schiefer in den USA. In diesem Gestein sind jedoch nur Tiere erhalten, die im Kambrium lebten. Ob diese Tiere auch bis ins folgende Zeitalter existierten oder ausstarben, war Paläontologen unbekannt. Der neue Fund aus Marokko schließt jetzt diese Lücke und zeigt, dass die Flora und Fauna des frühen Ordoviziums noch der des Kambriums glich. //[gät]//

Quelle: Nature

Umwelt Im Golf von Mexiko könnte viel mehr Öl ausströmen als bisher bekannt.

Davon zeigte sich der US-amerikanische Forscher Steve Wereley von der Purdue University gegenüber dem Deutschlandfunk überzeugt. Der Forscher stützt seine Schätzung auf eine Videoaufnahme des austretenden Öls. Eine Untersuchung des Flusses mit Hilfe der Particle-Image-Velocimetry-Technik habe ergeben, dass aus dem gefilmten Rohr zum Zeitpunkt der Aufnahme eine Menge Öl ausströmte, die etwa 70.000 Barrel pro Tag entspricht. Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass es sich bei dieser Berechnung um eine Schätzung handle, die eine Fehlerquote von rund 20 Prozent aufweisen könne. Trotzdem ist er sicher, dass die bislang in der Öffentlichkeit zitierte Zahl von 5000 Barrel Öl pro Tag zu niedrig ist. In einem zweiten Interview gegenüber dem Programm von NPR äußerte sich Eugene Chiang, Astrophysiker der Universität Berkley überzeugt, dass zwischen 20.000 und 100.000 Barrel Öl pro Tag aus dem Bohrloch strömen. //[kre]//

Quelle: Steve Wereley

MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk