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21.05.2010

Verhaltensforschung Netzwerker sind wirtschaftlich erfolgreich.

Mit steigenden Kontakten stellt sich statistisch gesehen auch der berufliche Erfolg ein. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher vom MIT in Cambridge, die sie im Fachblatt "Science" vorstellen. Sie hatten sämtliche Telefonkommunikationsdaten eines Monats in England ausgewertet, um so die sozialen Netzwerke der Bürger abzubilden. Anschließend fügten sie in ihre Datenbank Einkommen, Bildungsstand, Kriminalitätsrate, Wohnsituation und Umweltqualität ein. Dabei sahen sie, dass dieser sozioökonomische Status einer Region sehr stark mit der Vielfalt der Kontakte korreliert. Damit sei es wirtschaftlich gesehen sinnvoll, auch Beziehungen über große Distanzen und in verschiedenen Orten zu pflegen, statt sich auf einen engen und lokalen Freundeskreis zu beschränken. //[mst]//

Quelle: Science

Biologie Frösche schütteln Bäume, um zu kommunizieren.

Wollen männliche Rotaugenlaubfrösche Konkurrenten Informationen über ihrer Körpergröße und ihren Status mitteilen, benutzen sie die umgebende Vegetation und lassen diese vibrieren. Diese auch als Tremulation bezeichneten Signale benutzen die Amphibien im Vorfeld aggressiver Auseinandersetzungen zwischen Konkurrenten, schreiben australische Forscher im Fachblatt "Current Biology". Sie hatten die in Mittelamerika beheimateten Frösche in freier Wildbahn studiert und diese Kommunikationsversuche im Labor nachgestellt. Dabei sahen die Biologen, dass die Tiere potentielle Gegner vor einem Kampf warnen, indem sie ihren Körper schütteln. Die Vibrationen werden im Geäst übertragen und von den Kontrahenten als Signale erkannt und beantwortet. Dies ermögliche neue Einsichten im Bereich der nichtvisuellen und nichtakustischen Kommunikation, die vermutlich auch bei Vögeln, Reptilien und Primaten vorkommt, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Current Biology

Biologie Dicke Menschen haben kleine Gehirne.

Das berichten US-Mediziner im Fachjournal "Annals of Neurology", nachdem sie im Rahmen einer Studie mehr als 730 ältere Probanden untersucht haben. Dabei wiesen die Studienteilnehmer mit besonders viel Körperfett ein geringeres Hirnvolumen auf als schlankere Testteilnehmer. Zudem konnten die Wissenschaftler einen starken Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Risiko von Demenzerkrankungen wie Alzheimer nachweisen. Bei der Studie hatten die Forscher den Körper-Masse-Index der Probanden mit dem Hirnvolumen und der Dichte der weißen Gehirnmasse verglichen. //[mst]//

Quelle: Annals of Neurology

Medizin Bei Nierentransplantationen ist das Gewicht des Organs für den Erfolg entscheidend.

Je schwerer der Empfänger ist, desto schwerer sollte auch das zu verpflanzende Spenderorgan sein, um das Risiko möglicher Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu verringern. Das ist das Fazit französischer Mediziner im "Journal of the American Society of Nephrology", nachdem sie knapp 1200 Patienten untersucht hatten, die eine Spenderniere erhalten haben. Demnach kam es häufiger zu Komplikationen, wenn das Gewicht der Spenderniere weniger als 2,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers betrug. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die langfristigen Überlebenschancen von Transplantationspatienten deutlich zu verbessern, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of the American Society of Nephrology

Raumfahrt Japans Weltraum-Jacht wurde ins All geschickt.

Japanischen Agenturangaben zufolge wurde heute das solarbetriebene Raumschiff Ikaros von einer Trägerrakete zusammen mit Japans erstem Venus-Satelliten erfolgreich in den Weltraum befördert. Der Start war aufgrund schlechter Wetterbedingungen um drei Tage verschoben worden. Das einem Winddrachen ähnelnde Sonnensegel aus Polyimid-Harz hat einen Durchmesser von 20 Metern – bei einer Dicke von 0,0075 Millimeter. Der Satellit Akatsuki soll den Orbit der Venus Ende des Jahres erreichen und zwei Jahre lang ihre Atmosphäre erkunden. //[mst]//

Quelle: Jaxa

Astronomie  Stern verschlingt seinen Planeten.

Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops haben Forscher des Space Telescope Science Institutes in Baltimore den Planet WASP-12b entdeckt, der sich so nahe an seinem Stern befindet, dass er ihn in nur 1,1 Tagen umkreist. Damit bleiben dem Planeten vielleicht noch weitere zehn Millionen Jahre, bevor er komplett verschlungen ist, berichten die Forscher im Fachblatt The Astrophysical Journal Letters. WASP-12b sei mittlerweile rund 1.500 Grad Celsius heiß und in die Länge gezogen. Er befindet sich rund 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Wintersternbild Auriga. //[mst]//

Quelle: www.hubblesite.org

20.05.2010

Umwelt Die Temperatur der Weltmeere steigt.

In den oberen Schichten der Ozeane ist die Temperatur zwischen 1993 und 2008 angestiegen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature" aufgrund einer Neubewertung von Daten. Bis in 700 Meter Tiefe habe die Temperatur um anderthalb Grad Celsius zugenommen. Die oberen Meeresschichten sind ein riesiger Wärmeableiter und schlucken einen Großteil der Wärmeenergie, die durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt freigesetzt wird. Das Ausmaß der Wärmespeicherung in den Ozeanen kann Hinweise auf den globalen Klimawandel geben. Bislang allerdings kamen Forscher bei ihren Berechnungen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dies liege, so die Forscher in "Nature", daran, dass Messungen der Temperaturstruktur in den Meeresschichten bis zum Jahr 2002 mit Wegwerf-Sonden vorgenommen wurden. Die Sonden sanken langsam auf dem Meeresgrund und gaben dabei die Temperaturdaten preis – sie waren allerdings nur punktuell. Seit 2003 wird mit mehreren 1000 Driftern kontinuierlich gemessen und diese Daten sind umfassender und verlässlicher. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 465, Seite 334

Biologie Moschusschildkröten bleiben ein halbes Jahr unter Wasser.

Lange haben Forscher gerätselt, wie es diesen Schildkröten gelingt, so lange unter Wasser zu bleiben, ohne an der Oberfläche Luft holen zu müssen. Jetzt haben österreichische Wissenschaftler entdeckt: Die Moschusschildkröte hat ein spezielles Atmungsorgan im Rachen. Im Fachblatt "Anatomical Record" liefern sie eine Beschreibung: Die Organstrukturen, sogenannte Papillen, sind von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen. Die große Oberfläche des Organs macht einen einfachen Gasaustausch möglich. Unter Wasser spülen die Tiere ihren Rachenraum regelmäßig mit frischem Wasser, um an den benötigten Sauerstoff zu kommen. //[tj]//

Quelle: Anatomical Record

Medizin Diabetiker erkranken häufiger an Krebs.

Zu diesem Ergebnis kommt die weltweit bislang größte Studie zum Thema. Sie basiert auf den Daten von über 125.000 schwedischen Diabetikern. Im einzelnen stellten die Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg fest, dass Typ-II-Diabetiker ein erhöhtes Risiko für 24 untersuchte Krebsarten haben. Bei Bauchspeicheldrüsen- und Leberzellkrebs ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit bis zu sechs Mal höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Bei Nieren-, Dünndarm-, Schilddrüsen- und Speiseröhrenkrebs ist das Risiko mehr als doppelt so hoch. Noch sei nicht geklärt, warum Typ-II-Diabetiker häufiger an Krebs erkranken als Menschen, die nicht von dieser Stoffwechselkrankheit betroffen sind. Überrascht hat die Forscher, dass Diabetiker deutlich seltener als Gesunde an Prostatakrebs erkranken. Auch hier ist die Ursache noch unklar. //[tj]//

Quelle: DKFZ

Medizin Staphylokokken können – müssen aber nicht gefährlich sein.

Solange Staphylokokken nur Haut und Schleimhäute besiedeln, sind sie harmlos. Gelangen sie ins Körperinnere, können sie zu lebensbedrohlichen Infektionen wie Lungenentzündungen führen. Japanische Wissenschaftler haben nun herausgefunden, weshalb einige Menschen resistent gegen den //Staphylococcus aureus// sind: Sie beherbergen einen bestimmten Stamm des //Staphylokokkus epidermidis//. Diese Bakterien können sich offenbar mit Hilfe eines Enzyms der unerwünschten Mitstreiter vom Stamm //Staphylococcus aureus// entledigen. Das betreffende Enzym konnte identifiziert werden und nun hoffen die Forscher in Bälde eine effektive und nicht antibiotische Therapie gegen den Erreger anbieten zu können. //[tj]//

Quelle: Nature

Genetik Genvarianten könnten das Risiko für Infektionserkrankungen erhöhen.

Forscher aus Großbritannien und Singapur haben eine Gruppe von Genvarianten gefunden, welche die Empfindlichkeit für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria verstärken. Wie das "New England Journal of Medicine" schreibt, wurden verschiedene Mutationen des Gens mit dem Namen CISH entdeckt. Wer auch nur eine dieser Mutationen aufweist, hat bereits ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko eine Infektion anzulocken. Dass dieses kleine Gen für multiple Infektionen mitverantwortlich sein kann, hat die Wissenschaftler nach eigenen Angaben überrascht. //[tj]//

Quelle: NEJM

19.05.2010

Biologie Kraken nehmen Luft mit in die Tiefe.

Und zwar, um damit unter Wasser schweben zu können. Das haben australische Meeresbiologen bei sogenannten Papierbooten beobachtet, einer Gruppe von Kraken, bei denen die Weibchen eine hauchdünne Kalkschale bilden. Wie die Forscher in den Mitteilungen der Royal Society berichten, nutzen die kleinen Kopffüßer der Art //Argonauta argo// ihre namensgebende Schale, um an der Meeresoberfläche Luft zu schöpfen. Der auf diese Weise gewonnene Luftvorrat dient als Auftriebskörper, der den Tieren unter Wasser ein schwereloses Schweben ermöglicht. Zudem wirke die Luftblase im Zipfel der Schale wie ein Kiel, der die Kraken beim Schwimmen stabilisiere. Dadurch können sie auch schneller schwimmen und so ihren Feinden besser entkommen. //[mst]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Psychologie Neugeborene lernen auch im Schlaf.

Das berichten Forscher der Universität von Florida in den Mitteilungen der US-amerikanischen Akademien der Wissenschaften - PNAS. Demnach fangen Babys bereits im Schlaf damit an, Zusammenhänge zwischen Reizen zu erkennen und Erlerntes im Gedächtnis abzuspeichern. Die Forscher hatten bei akustischen und sensorischen Tests die Veränderungen in den Hirnströmen bei ein bis drei Tage alten Kindern untersucht. Diese Lernstrategie sei sinnvoll, da Neugeborene jeden Tag zwischen 16 und 18 Stunden schlafen. Diese Erkenntnisse könnten den Forschern zufolge dabei helfen, Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Legasthenie bei Neugeborenen frühzeitig zu erkennen, indem kurz nach der Geburt bereits die Lernfähigkeit getestet wird. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Gartenvögel verschmähen Bio-Körner.

Haben kleine Vögel wie Amseln oder Meisen die Wahl, fressen sie lieber konventionelles Futter als Körner aus biologischem Anbau. Das ist das Ergebnis einer Studie englischer Forscher aus Newcastle, die im Journal of the Science of Food and Agriculture vorgestellt wird. Vermutlich liege dies an dem Proteingehalt, der bei Bio-Körnern reduziert ist. Konventionelles Futter bringe die Vögel damit besser durch den Winter. Die Forscher räumen jedoch ein, dass sie in ihrer Studie nur den Proteingehalt untersucht hätten. Langfristige Folgen etwa durch eine Pestizidbelastung dürften bei einer Interpretation nicht vernachlässigt werden. [mst]

Quelle: AlphaGalileo

Physik Die Bundesregierung hält weiter an der Kernfusionsforschung fest.

Trotz der erneut gestiegenen Schätzpreise für die internationale Fusionsanlage Iter will die Bundesregierung die Kernfusionsforschung weiter unterstützen. Bundesforschungsministerin Schavan fügte gestern in Berlin hinzu, dass dies jedoch nicht um jeden Preis geschehe. Bei dem Projekt Iter soll erstmals unter kraftwerksähnlichen Bedingungen Energie durch die Verschmelzung von Atomkernen erzeugt werden. Beim Start des internationalen Vorhabens im Jahr 2006 wurden die Kosten auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt, wovon Deutschlands Anteil bei 500 bis 600 Millionen Euro liegen sollte. Nach der jüngsten Schätzung der Europäischen Kommission werden auf Europa unter anderem wegen gestiegener Rohstoffpreise Kosten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro zukommen, das ist fast das Dreifache des Anfangsbetrags. Deutschland müsste von diesem Betrag mehr als eine Milliarde Euro übernehmen. //[mst]//

Biologie Korallen-Larven schwimmen per Gehör zum Riff.

Pflanzen sich Korallen fort, geschieht dies asexuell durch Knospung oder durch eine sexuelle Vermehrung. In diesem Fall verschmelzen die ausgestoßenen Eier und Samen im freien Wasser. Die dadurch entstandenen Larven müssen einen festen Untergrund finden, auf dem sie festwachsen können. Wie die Larven aber relativ rasch das Riff finden, war bislang unklar. Nun berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PLoS Biology", dass dies über eine akustische Orientierung geschieht. Bei ihren Tests in den Niederländischen Antillen konnten die Biologen beweisen, dass die Larven anhand der Geräusche von Fischen und Krustentieren das heimische Riff finden. Die Forscher befürchten, dass die Fortpflanzung durch den vom Schiffsverkehr verursachten Unterwasserlärm zunehmend erschwert wird. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

Biologie Umprogrammierte Stützzellen sollen Alzheimerpatienten helfen.

Münchner Forscher haben es im Tiermodell erstmals geschafft, defekte Hirnzellen durch gesunde zu ersetzen. Im Fachblatt "Public Library of Science" berichten sie, dass sie Stütz- und Versorgungszellen aus Mäusegehirnen in funktionsfähige Nervenzellen umwandeln konnten. Dazu bedurfte es lediglich der Hilfe eines Proteins, dessen Bauplan Viren in das Erbgut der Stützzellen einschleusten. Bei ersten Tests gelang dies nicht nur mit Hirnzellen sehr junger Tiere, sondern auch mit denen erwachsener. Die Wissenschaftler sehen in dieser Methode gute Chancen, eines Tages Alzheimerpatienten oder Menschen nach einem Schlaganfall helfen zu können. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

18.05.2010

Klima Invasive Pflanze belastet auch die Luft.

Die Kletterpflanze Kudzu, die im Südosten der USA weit verbreitet ist, trägt dazu bei, dass in Bodennähe hohe Mengen an Ozon entstehen. Das berichtet ein Team amerikanischer Forscher heute im Fachblatt "PNAS". Kudzu ist eine Rebe, die hohe Mengen an Stickoxiden an den Boden abgibt. Daraus kann an der Luft Ozon entstehen. Die Wissenschaftler hatten ermittelt, wie stark die Stickoxid-Belastung in den Böden zugenommen hatte, nachdem die Pflanze sich angesiedelt hatte. Daraus hatten sie anschließend berechnet, was das für die Ozonwerte bedeutet. Sie kamen zu dem Schluss: Die Zahl der Tage, an denen die Ozonbelastung die empfohlenen Grenzwerte überstieg, nimmt durch Bewuchs mit Kudzu um über 35 Prozent zu. Die Kletterpflanze stammt ursprünglich aus Japan und wurde in Amerika im späten 19. Jahrhundert eingeführt, um die Erosion des Bodens einzudämmen. Mittlerweile droht sie, viele einheimische Pflanzen zu überwuchern und zu verdrängen. //[reu]//

Quelle: PNAS, eurekalert

Psychologie Auch Männer leiden an postnatalen Depressionen.

Nicht nur Mütter, auch viele Väter leiden an Depressionen während der Schwangerschaft ihrer Partnerin oder nach der Geburt eines Kindes. Das berichten US-Mediziner, die eine Studie mit rund 28.000 Teilnehmern ausgewertet haben. Jeder zehnte Mann weist demnach im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft Symptome einer Depression auf. In den ersten drei bis sechs Monaten nach der Geburt ist das Risiko besonders hoch. Unbehandelt können diese Depressionen schwere Langzeitfolgen für den Nachwuchs sowie die ganze Familie haben, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Jama". //[reu]//

Quelle: JAMA

Medizin Kalifornischen Biologen ist es gelungen, inaktive Eizellen von Mäusen mit einem Chemie- Cocktail künstlich zum Reifen anzuregen.

Das könnte auch bei Menschen einen neuen Weg eröffnen, um kinderlosen Paaren ihren Nachwuchs-Wunsch zu erfüllen. Von den Millionen inaktiven Zellen in den Eierstöcken reift normalerweise nur ein kleiner Teil heran. Ein Faktor, der diesen Prozess beeinflußt, ist das PTEN-Gen. Dieses Gen haben die US-Forscher in den Eierstöcken neugeborener Mäuse ausgeschaltet. Nach zwei Wochen zeigte das so behandelte Gewebe bis zu sechsmal mehr reife Zellverbände, aus denen potenziell Eizellen entstehen können, als unbehandelte Eierstöcke. Die Wissenschaftler aus Kalifornien entnahmen einige der Eizellen, befruchteten sie und setzten sie ausgewachsenen Mäuseweibchen ein. Auf diese Weise kamen 20 gesunde Jungmäuse zur Welt. Die Forscher konnten die Methode auch auf menschliches Gewebe anwenden. Die reifen Eizellen haben sie jedoch aus ethischen Gründen nicht befruchtet, schreiben sie im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS, New Scientist

Raumfahrt Internationale Raumstation erhält neues Zimmer.

Die ISS hat seit heute ein neues Forschungslabor. Astronauten der Raumfähre Atlantis benutzten zwei Roboterarme, um das russische Modul mit der Station zu verbinden. Es trägt den Namen "Rassvet" und soll für wissenschaftliche Forschungen genutzt werden, aber auch als Lager und als Andockstation für die russischen Sojus- und Progress-Raketen. Für morgen ist ein weiterer Außenbordeinsatz geplant. Dabei sollen Batterien der ISS ersetzt werden. Gestern war eine neue Antenne an der Station montiert worden. Für die Raumfähre Atlantis ist es der letzte Einsatz im Orbit. Die beiden anderen Shuttles, Discovery und Endeavour, starten voraussichtlich im Herbst ins All. Danach wird die Nasa das Shuttle-Programm einstellen. //[reu]//

Raumfahrt Japan verschiebt Weltraummission.

Weil ein Gewitter droht, hat die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa den Start einer H-IIA-Rakete verschoben. Sie hätte sechs Satelliten ins All befördern sollen, so zum Beispiel auch die erste japanische Venus-Sonde Akatsuki. Außerdem befindet sich das Ikaros-Experiment an Bord: Ein diskusförmiger Satellit, der sich mithilfe eines Sonnensegels vorwärts bewegt. Diese Kunststofffolie ist mit hauchdünnen Solarzellen ausgestattet. Zusätzlich dazu wird sie durch den Druck angetrieben, der entsteht, wenn die Lichtteilchen der Sonne auf das Segel auftreffen. Der Start der Rakete kann nun frühestens am Freitag stattfinden. //[reu]//

Quelle: PNAS, eurekalert

17.05.2010

Mobilfunk Es ist nach wie vor nicht erwiesen, ob Handystrahlen gefährlich sind.

Eine Langzeitstudie der Weltgesundheitsorganisation WHO über die Folgen von Handystrahlung hat keinen Beleg für Gesundheitsgefahren gefunden. Es gebe keine Anzeichen für eine gesteigerte Anfälligkeit für Gehirntumore, teilte die WHO heute in Genf mit. Die Studie stützt sich auf Interviews mit 13.000 Teilnehmern aus 13 Ländern. Es sei nicht auszuschließen, dass langes Telefonieren mit mobilen Telefonen das Tumorrisiko fördere, hieß es weiter. Dafür bedürfe es aber weiterer Untersuchungen. Seit Beginn der Studie im Jahr 2000 habe sich die Handy-Nutzung stark verändert, räumen die Forscher ein. Zudem sei die Strahlenemission von Handys heute deutlich niedriger als vor zehn Jahren. //[mawi]//

Quelle: www.who.int

Zoologie Ein Brand hat die größte Schlangensammlung der Welt zerstört.

Im brasilianischen Sao Paulo ist am Wochenende bei einem Brand am Instituto Butantan die größte wissenschaftliche Sammlung von Schlangen, Spinnen und Skorpionen zerstört worden. An die 80.000 Präparate aus den letzten 100 Jahren seien unwiederbringlich verloren, hieß es. Das Institut ist auch bekannt für die Herstellung von Gegenmitteln gegen Schlangengift. //[mawi]//

Klima Der Tanganjikasee heizt sich auf.

Die Wassertemperatur im afrikanischen Tanganjikasee hat mit 26 Grad Celsius ihren höchsten Stand seit 1500 Jahren erreicht, berichteten Forscher der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island im Fachblatt „Nature Geoscience“. Die Wissenschaftler hatten Sedimentproben ausgewertet. Der Tanganjikasee ist nach dem Viktoriasee der zweitgrößte See Afrikas. Aus ihm werden rund 200.000 Tonnen Fisch im Jahr gefangen. Die Erwärmung bedrohe die Artenvielfalt im See, warnen die Forscher. Der Tanganjikasee sei die entscheidende Protein-Quelle für rund zehn Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, in Sambia und Burundi. //[mawi]//

Quelle: Nature Geoscience-Online

Umwelt Ölsuche in Alaska wurde noch nicht gestoppt.

In der vergangenen Woche hat ein US-Bundesgericht Umweltgruppen abgewiesen, die die Aufnahme von Explorationsbohrungen in Alaska verhindern wollten. Damit darf Shell vorerst immer noch im Sommer in der Tschuktschen- und in der Beaufort-See mit den Arbeiten beginnen. Nun hoffen die Umweltschützer auf die Direktorin des Mineral Management Services. Sie hat unter dem Eindruck des Deepwater-Horizon-Desasters in einem Brief von Shell weitere Auskünfte über Sicherheitsmaßnahmen im Fall eines Blow out verlangt, die bis morgen vorliegen müssen. Außerdem soll das Innenministerium die Entscheidung über das Alaska-Projekt solange offen halten, bis am 28. Mai ein Bericht über die Sicherheit von offshore-Bohrungen vorliegt. //[drö]//

Quelle: NYTimes, Houston Chronicle

Gesundheit Feinstaub sorgt für einen höheren Blutdruck von Stadtbewohnern.

Menschen in städtischen Gebieten leiden häufiger an höherem Blutdruck als Bewohner ländlicher Gegenden. Als eine Ursache sehen Forscher der Universität Duisburg-Essen eine stärkere Hintergrundbelastung mit Feinstäuben. Je mehr Feinstaub in der Luft sei, desto mehr steige der Blutdruck. Selbst bei Feinstaubkonzentrationen unterhalb der heute gültigen Grenzwerte bestünden negative Folgen für die Gesundheit, berichten die Forscher auf der Tagung auf der US-amerikanischen Thorax-Gesellschaft. Die Wissenschaftler hatten in der Region Mülheim, Essen und Bochum an die 5000 Menschen über mehrere Jahre untersucht. Bluthochdruck gilt als ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. //[mawi]//

Zoologie Bonner Forscher entdecken neue Waran-Arten auf den Philippinen.

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig gab heute die Entdeckung von zwei bisher unbekannten Waranarten sowie einer neuen Unterart bekannt. Die Vielfalt der philippinischen Warane sei bisher stark unterschätzt worden, hieß es. Der Wissenschaft begegneten immer wieder unbekannte Arten. Die Philippinen umfassen mehr als 7000 tropische Inseln. Das Archipel ist bekannt für seinen außergewöhnlichen Artenreichtum. //[mawi]//

Raumfahrt Die letzte Atlantis-Mission verläuft nach Plan.

Die Raumfähre "Atlantis" hat gestern an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Die Raumfähre hat ein russisches Modul zum Ausbau der ISS und Nachschub für die ISS-Besatzung an Bord. Inzwischen sind zwei Astronauten zu einem ersten Außeneinsatz aufgebrochen. Unter anderem soll eine neue Antenne an der Station montiert werden. Während der zwölftägigen Atlantis-Mission sind noch zwei weitere Außeneinsätze geplant. //[mawi]//
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