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27.05.2010

Umwelt In der Antarktis wurden sechs neue Korallenarten entdeckt.

Während mehrere Exkursionen mit dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern" haben Wissenschaftler der Universität Sevilla die neuen Korallenarten im Weddellmeer entdeckt. Es handelt sich dabei um Hornkorallenarten. Vorgestellt werden sie gleich in zwei Fachzeitschriften: "Polar Biology" und "Scientia Marina". //[tj]//

Physiologie Wer sportlich ist, tickt biochemisch anders.

Dass sportliche Aktivität vielen Erkrankungen vorbeugt und damit für ein längeres und gesünderes Leben sorgt, ist hinlänglich bekannt. Weshalb - das ist noch nicht gänzlich aufgeklärt. Jetzt hat eine US-amerikanische Studie neues Licht ins Dunkel gebracht. Bei jeder energieverbrauchenden Aktivität produziert der Körper Stoffwechselprodukte, die zu Hunderten in Blutproben nachgewiesen werden können. Was die Forscher nun zeigen konnten, ist, dass sportliche Menschen eine völlig andere Verstoffwechselung aufweisen als Menschen, die körperlich wenig aktiv sind. Sie untersuchten Studienteilnehmer vor, während und nachdem sie auf einem Laufband trainierten. Bei denjenigen, die schon vorher fit war, stieg die Aufspaltung von gespeichertem Fett, Zucker und Aminosäuren um 98 Prozent an. Bei den weniger fitten Probanden lag der Prozentsatz bei 60 bis 70 Prozent. Bei Extremsportlern, wie Marathonläufern lag die Anstiegsrate sogar bei 1128 Prozent. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Taufliegen-Larven können blaues Licht riechen.

Bochumer Wissenschaftler haben bei Taufliegen-Larven einzelne der insgesamt 28 Riech-Nervenzellen genetisch verändert – und zwar so, dass sie auf blaues Licht reagieren. Normalerweise meiden die Tiere Licht. Bei dem Experiment – das in der Zeitschrift "Frontiers in Neuroscience Behavior" vorgestellt wird – ließen sich Nervenzellen, die für attraktive Duftstoffe zuständig sind, lichtempfindlich machen. Bei Bestrahlung mit blauem Licht feuern die aktivierten Nervenzellen elektrische Signale ab. Die Taufliegenlarve hat den Eindruck, Banane oder Marzipan zu riechen– also Duftstoffe, die in verfaulendem Obst vorkommen. Für die Tiere ist dies attraktiv und entsprechend bewegten sie sich auf das Licht zu, während gentechnisch nicht veränderte Artgenossen Licht weiterhin mieden. //[tj]//

Quelle: PM Ruhr-Universität Bochum

Paläontologie Horndinosaurier lebten auch in Europa.

Als Lebensraum der Horndinosaurier galten bisher das heutige Ostasien und Nordamerika. Ein "Nature"-Artikel liefert Belege dafür, dass die Hornsaurier auch in Europa lebten. Im westungarischen Iharkút hat ein internationales Forscherteam Fossilien einer neuen Hornsaurier-Art ausgegraben, die vor 85 bis 65 Millionen Jahren lebte. Der vierbeinige Pflanzenfresser war einen Meter lang und besaß mit einer Schnauze in Form eine Papageienschnabels das charakteristische Merkmal der Hornsaurier. Da die Schädelknochen starke Ähnlichkeiten mit denen asiatischen Vertretern aufweisen, gehen die Forscher jetzt davon aus, dass die europäischen Hornsaurier aus dem Osten über Inselketten eingewandert sind. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Das Rätsel um den //Nectocaris pteryx// ist gelöst.

Das erste Exemplar eines //Nectocaris pteryx// wurde in den 1930er Jahren gefunden. Das eigentümliche Urtier hatte kurze Stielaugen und zwei langen Tentakeln am Kopf . Man glaubte zunächst, es handele sich um einen unbekannten Vorfahr von Krebsen oder Wirbeltieren. Nach der Analyse von über 90 Fossilienfunden kommen kanadische Forscher jetzt in "Nature" zu dem Schluss, dass es sich bei dem Tier um einen Vorfahr der heutigen Kraken und Tintenfische handelt. //[tj]//

Quelle: Nature

Neurologie Der Mensch kombiniert zwei Lernstrategien, um effizient zu sein.

Im Fachmagazin "Neuron" berichten Hamburger Wissenschaftler von einem Experiment, bei dem sie während eines Computerspiels die Signalmuster im Gehirn von Probanden beobachteten. Und dies ist das Ergebnis: Je nachdem, wie kompliziert eine anstehende Entscheidung ist, nutzt der Mensch seine Erfahrungen oder probiert einfach aus. Fällt die Entscheidung durch Versuch und Irrtum, so zeigen bildgebende Verfahren Aktivitäten in einem Großhirnareal: dem Striatum. Hierbei wird das Gehirn wenig belastet. Wird eine Situation mit dem vorhandenen Erfahrungsschatz abgeglichen, ist der Frontallappen der Großhirnrinde aktiv. Letzteres erfordert im Gehirn eine größere Verarbeitungsleistung. //[tj]//

Quelle: Neuron, Band 66, Seite 585

26.05.2010

Medizin Träger von Gleitsichtbrillen haben ein höheren Sturzrisiko.

Vor allem ältere Menschen stürzen beim Tragen dieser Sehhilfen häufiger. Daher sollten Senioren beim Gehen außerhalb des Hauses aus Sicherheitsgründen besser keine Gleitsichtbrillen tragen. Das empfehlen australische Mediziner im "British Medical Journal". Sie hatten in ihrer Studie bei mehr als 600 Freiwilligen mögliche Unfallrisiken untersucht. Dabei sahen sie, dass sich das Sturzrisiko bei Brillenträgern ohne Gleitsichtlinsen im Freien um 40 Prozent reduzieren lässt. Den Forschern zufolge verursachen Gleitsichtbrillen typische Verzerrungen im Gesichtsfeld, die mit Gleichgewichtsproblemen der Träger dieser Sehhilfen einhergehen, zudem werden Hindernisse auf dem Boden oftmals falsch eingeschätzt. //[mst]//

Quelle: BMJ

Medizin Schwere Kopfverletzungen können zu Schlafstörungen führen.

Grund sei eine verringerte Produktion des Schlafhormons Melatonin im Gehirn. Das berichten australische Psychiater im Fachblatt "Neurology". Damit konnten sie nach eigenen Angaben erstmals die exakte Ursache für die Schlafstörungen bei Hirntraumata nachweisen. Folgeuntersuchungen sollen nun zeigen, ob die Einnahme von Melatonin Patienten helfen kann, die Schlafstörungen zu bekämpfen. Die Forscher schlagen vor, dass zukünftig auch Patienten mit Gehirnerschütterungen auf eine verringerte Melatoninproduktion untersucht werden sollten. Häufig werden sie zu früh aus dem Krankenhaus entlassen. Dadurch komme es vermehrt zu Rückfällen, da das Gehirn stärker als vermutet geschädigt wurde. //[mst]//

Quelle: Neurology

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ISS fliegt tiefer.

Wie das russische Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mitteilte, ist die Flugbahnhöhe heute morgen um 1,5 Kilometer verringert worden. Die ISS umkreist damit die Erde auf einer mittleren Höhe von 345 Kilometern. Die Korrektur sei nötig gewesen, um optimale Voraussetzungen für die Landung des Raumschiffes Sojus TMA-17 am 2. Juni in Kasachstan zu schaffen. Mit der Raumkapsel kehren drei Raumfahrer nach 163 Tagen aus dem Weltall zurück. //[mst]//

Medizin Bakterien können Darmkrebs anzeigen.

Tummeln sich im menschlichen Darm überdurchschnittlich viele Bakterien der Art //Eubacterium ramulus//, so sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Polypen als Vorstufe von Darmtumoren vorhanden. Das geht aus einer Studie US-amerikanischer Forscher hervor, die nach Zusammenhängen zwischen Darmkrebs und der Zusammensetzung der Darmflora gesucht hatten. Wie sie auf einer Fachtagung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie berichten, haben sie dabei auch einen Negativbeweis gefunden: ausschließlich bei Menschen ohne Polypen ist das Bakterium Ruminococcus in größerer Zahl nachzuweisen. Damit könnte die Bestimmung der individuellen Darmflora eine Alternative zur Darmspiegelung sein, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: http://gm.asm.org

Biologie Termitenhügel bereichern Ökosysteme.

Das geht aus einer Studie hervor, die US-Wissenschaftler der Harvard Universität im Fachmagazin "PLoS Biology" vorstellen. Sie hatten in der kenianischen Steppe die Flora und Fauna in der Nähe von Termitenhügeln untersucht. Dabei sahen sie, dass die Insekten das Erdreich in unmittelbarer Nähe ihrer Bauwerke nachhaltig verändern. Das Vorhandensein von Termitenhügeln geht demnach mit einer besseren Wasserdurchlässigkeit und erhöhten Nährstoffzufuhr einher und schaffe damit ideale Bedingungen für viele Tier- und Pflanzenarten. Die regelmäßige Anordnung der Hügel und die Verteilung über die Steppe habe damit einen enormen Einfluss auf ein funktionierendes Ökosystem, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

Biologie Der Zwergtaucher in Madagaskar ist offiziell ausgestorben.

Wie die internationale Vogelschutzorganisation BirdLife heute mitteilte, wurde der Delacour-Zwergtaucher seit mehr als 20 Jahren nicht mehr in seiner Heimat Madagaskar gesichtet. Damit gilt der Wasservogel, der auf dem Alaotra-See im Osten der ostafrikanischen Insel lebte, nun offiziell als ausgestorben. Als Gründe führt die Organisation das Einsetzen exotischer Fischarten in einigen Seen auf Madagaskar an, sowie das Ersticken in Nylon-Fischernetzen, die dramatische Veränderung der Mikrofauna durch die Einleitung von Dünger in den See und die Verlandung der Ufer. Die letzten beiden Exemplare der Delacour-Zwergtaucher wurden 1988 gesichtet. //[mst]//

Quelle: www.birdlife.org

Biologie In Schwärmen lebende Heuschrecken haben größere Gehirne.

Zumindest im Vergleich zu ihren allein lebenden Artgenossen. Das geht aus einer Studie hervor, die Biologen aus Cambridge in den Proceedings der britischen Royal Society vorstellen. Die Forscher hatten Heuschrecken der Art //Schistocerca gregaria// über drei Generation hinweg zu solitär lebenden Tieren gezüchtet. Dabei sahen sie, dass sich das Insektenhirn um 30 Prozent verkleinerte. Während nicht mehr benötigte Hirnregionen, vor allem die für Lern- und Verarbeitungsprozesse zuständigen, schrumpften, vergrößerten sich hingegen die Bereiche, die für das Sehen und Riechen zuständig sind. Diese Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, warum bestimmte Wirbeltiere besonders große Gehirne entwickelt haben, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

25.05.2010

Chemie Titanverbindung ermöglicht neue Datenspeicher.

Japanische Chemiker haben ein Material entwickelt, das sich wahrscheinlich als Datenspeicher mit bisher nicht gekannter Speicherdichte anbietet. Es besteht aus Nanokristallen einer Titan-Sauerstoff-Verbindung, die sich zwischen zwei verschiedenen Zuständen hin und her schalten lässt. Im Normalfall verhält sie sich wie ein Metall. Setzt man sie aber ultraviolettem Licht aus, dann wandelt sie ihre Eigenschaften: Sie wird zu einem Halbleiter. Mit UV-Licht einer kürzeren Wellenlänge lässt sich dieser Wechsel wieder rückgängig machen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Chemistry". Weil die einzelnen Kristalle sehr klein sind, hoffen die Forscher nun, dass sie ein Medium erschaffen können mit einer Speicherdichte, welche die einer Blu-Ray Disc um das Fünfhundertfache übersteigt. //[reu]//

Quelle: RSC, Nature Chemistry

Paläontologie Zähne zeigen die Körpertemperatur.

Wissenschaftler aus den USA und Deutschland glauben, dass sie eine Methode gefunden haben, mit der sie die Körpertemperatur längst ausgestorbener Tiere bestimmen können. Dazu untersuchen sie den Zahnschmelz der Lebewesen: Sie messen darin die Konzentrationen der beiden seltenen Isotope Kohlenstoff-13 und Sauerstoff-18. Daraus können sie auf die Temperatur schließen. Zunächst haben die Forscher die Methode an lebenden Tieren erprobt, an einem indischen Elefanten und einem Krokodil beispielsweise. Dann wandten sie die Prozedur auf Zähne ausgestorbener Lebewesen an, etwa auf ein prähistorisches Nashorn und einen Alligator. Die so ermittelten Temperaturen glichen denen von heute noch lebenden Verwandten der Tiere. Die Forscher hoffen, dass sie mit ihrer Methode auch die Körpertemperatur von Dinosauriern ermitteln können. //[reu]//

Biologie Einzeller macht Mäuse klug.

Der Einzeller //Mycobacterium vaccae// der im Erdboden lebt und auch in Kuhmist vorkommt, kann bei Mäusen das Lernvermögen verbessern. Das berichten US-Wissenschaftler auf der Generalversammlung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie, die zurzeit in San Diego stattfindet. Die Forscher hatten die Mäuse mit Brot gefüttert, das mit den Bakterien versetzt war. Innerhalb von drei Wochen ließen sie die Nager zwölf mal durch ein Labyrinth laufen. Dort traten sie an gegen Mäuse, die unbehandeltes Brot gefressen hatten. Im Vergleich zu ihnen fanden die Mäuse mit den Bakterien den Weg aus dem Labyrinth doppelt so schnell. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Bakterien in den Mäusen die Produktion des Botenstoffs Serotonin anregen, der unter anderem das Lern- und Erinnerungsvermögen anregt. //[reu]//

Quelle: eurekalert

Raumfahrt Phoenix ist nicht wiederauferstanden.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat gestern die Phoenix-Mission zum Mars offiziell für beendet erklärt. Die Sonde war heute vor zwei Jahren auf dem Roten Planeten gelandet. Dort hatte sie fünf Monate lang Daten gesammelt und zur Erde gefunkt. Mit dem Einbruch des Mars-Winters hatte sie ihren Dienst eingestellt. Über 200 Versuche, mit ihr wieder Kontakt aufzunehmen, sind seither gescheitert. Aktuelle Bilder, die eine Sonde in der Mars-Umlaufbahn aufgenommen hat, weisen darauf hin, dass eines der Sonnensegel der Phoenix-Sonde abgebrochen ist – wahrscheinlich unter der Last von Kohlendioxid-Eis. //[reu]//

Biologie Testosteron lässt vertrauensselige Menschen vorsichtig werden.

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron verhilft sehr gutgläubigen Menschen zu einer erhöhten Wachsamkeit gegenüber Fremden. Das haben niederländische Forscher herausgefunden, indem sie einer Gruppe von Frauen sowohl Testosteron als auch ein Placebo in unterschiedlicher Reihenfolge verabreicht hatten. Bei den Probandinnen, die sich zunächst als gutgläubig erwiesen hatten, konnten die Forscher feststellen, dass die Frauen nach der Gabe des Hormons ein erhöhtes Misstrauen zeigten, als sie anhand der Porträts von fremden Personen deren Vertrauenswürdigkeit einschätzen sollten. Diese Ergebnisse lieferten neue Einsichten über den Einfluss von Hormonen auf zwischenmenschliche Interaktionen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

21.05.2010

Verhaltensforschung Netzwerker sind wirtschaftlich erfolgreich.

Mit steigenden Kontakten stellt sich statistisch gesehen auch der berufliche Erfolg ein. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher vom MIT in Cambridge, die sie im Fachblatt "Science" vorstellen. Sie hatten sämtliche Telefonkommunikationsdaten eines Monats in England ausgewertet, um so die sozialen Netzwerke der Bürger abzubilden. Anschließend fügten sie in ihre Datenbank Einkommen, Bildungsstand, Kriminalitätsrate, Wohnsituation und Umweltqualität ein. Dabei sahen sie, dass dieser sozioökonomische Status einer Region sehr stark mit der Vielfalt der Kontakte korreliert. Damit sei es wirtschaftlich gesehen sinnvoll, auch Beziehungen über große Distanzen und in verschiedenen Orten zu pflegen, statt sich auf einen engen und lokalen Freundeskreis zu beschränken. //[mst]//

Quelle: Science

Biologie Frösche schütteln Bäume, um zu kommunizieren.

Wollen männliche Rotaugenlaubfrösche Konkurrenten Informationen über ihrer Körpergröße und ihren Status mitteilen, benutzen sie die umgebende Vegetation und lassen diese vibrieren. Diese auch als Tremulation bezeichneten Signale benutzen die Amphibien im Vorfeld aggressiver Auseinandersetzungen zwischen Konkurrenten, schreiben australische Forscher im Fachblatt "Current Biology". Sie hatten die in Mittelamerika beheimateten Frösche in freier Wildbahn studiert und diese Kommunikationsversuche im Labor nachgestellt. Dabei sahen die Biologen, dass die Tiere potentielle Gegner vor einem Kampf warnen, indem sie ihren Körper schütteln. Die Vibrationen werden im Geäst übertragen und von den Kontrahenten als Signale erkannt und beantwortet. Dies ermögliche neue Einsichten im Bereich der nichtvisuellen und nichtakustischen Kommunikation, die vermutlich auch bei Vögeln, Reptilien und Primaten vorkommt, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Current Biology

Biologie Dicke Menschen haben kleine Gehirne.

Das berichten US-Mediziner im Fachjournal "Annals of Neurology", nachdem sie im Rahmen einer Studie mehr als 730 ältere Probanden untersucht haben. Dabei wiesen die Studienteilnehmer mit besonders viel Körperfett ein geringeres Hirnvolumen auf als schlankere Testteilnehmer. Zudem konnten die Wissenschaftler einen starken Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Risiko von Demenzerkrankungen wie Alzheimer nachweisen. Bei der Studie hatten die Forscher den Körper-Masse-Index der Probanden mit dem Hirnvolumen und der Dichte der weißen Gehirnmasse verglichen. //[mst]//

Quelle: Annals of Neurology

Medizin Bei Nierentransplantationen ist das Gewicht des Organs für den Erfolg entscheidend.

Je schwerer der Empfänger ist, desto schwerer sollte auch das zu verpflanzende Spenderorgan sein, um das Risiko möglicher Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu verringern. Das ist das Fazit französischer Mediziner im "Journal of the American Society of Nephrology", nachdem sie knapp 1200 Patienten untersucht hatten, die eine Spenderniere erhalten haben. Demnach kam es häufiger zu Komplikationen, wenn das Gewicht der Spenderniere weniger als 2,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers betrug. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die langfristigen Überlebenschancen von Transplantationspatienten deutlich zu verbessern, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of the American Society of Nephrology

Raumfahrt Japans Weltraum-Jacht wurde ins All geschickt.

Japanischen Agenturangaben zufolge wurde heute das solarbetriebene Raumschiff Ikaros von einer Trägerrakete zusammen mit Japans erstem Venus-Satelliten erfolgreich in den Weltraum befördert. Der Start war aufgrund schlechter Wetterbedingungen um drei Tage verschoben worden. Das einem Winddrachen ähnelnde Sonnensegel aus Polyimid-Harz hat einen Durchmesser von 20 Metern – bei einer Dicke von 0,0075 Millimeter. Der Satellit Akatsuki soll den Orbit der Venus Ende des Jahres erreichen und zwei Jahre lang ihre Atmosphäre erkunden. //[mst]//

Quelle: Jaxa

Astronomie  Stern verschlingt seinen Planeten.

Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops haben Forscher des Space Telescope Science Institutes in Baltimore den Planet WASP-12b entdeckt, der sich so nahe an seinem Stern befindet, dass er ihn in nur 1,1 Tagen umkreist. Damit bleiben dem Planeten vielleicht noch weitere zehn Millionen Jahre, bevor er komplett verschlungen ist, berichten die Forscher im Fachblatt The Astrophysical Journal Letters. WASP-12b sei mittlerweile rund 1.500 Grad Celsius heiß und in die Länge gezogen. Er befindet sich rund 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Wintersternbild Auriga. //[mst]//

Quelle: www.hubblesite.org

20.05.2010

Umwelt Die Temperatur der Weltmeere steigt.

In den oberen Schichten der Ozeane ist die Temperatur zwischen 1993 und 2008 angestiegen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Nature" aufgrund einer Neubewertung von Daten. Bis in 700 Meter Tiefe habe die Temperatur um anderthalb Grad Celsius zugenommen. Die oberen Meeresschichten sind ein riesiger Wärmeableiter und schlucken einen Großteil der Wärmeenergie, die durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt freigesetzt wird. Das Ausmaß der Wärmespeicherung in den Ozeanen kann Hinweise auf den globalen Klimawandel geben. Bislang allerdings kamen Forscher bei ihren Berechnungen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dies liege, so die Forscher in "Nature", daran, dass Messungen der Temperaturstruktur in den Meeresschichten bis zum Jahr 2002 mit Wegwerf-Sonden vorgenommen wurden. Die Sonden sanken langsam auf dem Meeresgrund und gaben dabei die Temperaturdaten preis – sie waren allerdings nur punktuell. Seit 2003 wird mit mehreren 1000 Driftern kontinuierlich gemessen und diese Daten sind umfassender und verlässlicher. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 465, Seite 334

Biologie Moschusschildkröten bleiben ein halbes Jahr unter Wasser.

Lange haben Forscher gerätselt, wie es diesen Schildkröten gelingt, so lange unter Wasser zu bleiben, ohne an der Oberfläche Luft holen zu müssen. Jetzt haben österreichische Wissenschaftler entdeckt: Die Moschusschildkröte hat ein spezielles Atmungsorgan im Rachen. Im Fachblatt "Anatomical Record" liefern sie eine Beschreibung: Die Organstrukturen, sogenannte Papillen, sind von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen. Die große Oberfläche des Organs macht einen einfachen Gasaustausch möglich. Unter Wasser spülen die Tiere ihren Rachenraum regelmäßig mit frischem Wasser, um an den benötigten Sauerstoff zu kommen. //[tj]//

Quelle: Anatomical Record

Medizin Diabetiker erkranken häufiger an Krebs.

Zu diesem Ergebnis kommt die weltweit bislang größte Studie zum Thema. Sie basiert auf den Daten von über 125.000 schwedischen Diabetikern. Im einzelnen stellten die Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg fest, dass Typ-II-Diabetiker ein erhöhtes Risiko für 24 untersuchte Krebsarten haben. Bei Bauchspeicheldrüsen- und Leberzellkrebs ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit bis zu sechs Mal höher als bei der Allgemeinbevölkerung. Bei Nieren-, Dünndarm-, Schilddrüsen- und Speiseröhrenkrebs ist das Risiko mehr als doppelt so hoch. Noch sei nicht geklärt, warum Typ-II-Diabetiker häufiger an Krebs erkranken als Menschen, die nicht von dieser Stoffwechselkrankheit betroffen sind. Überrascht hat die Forscher, dass Diabetiker deutlich seltener als Gesunde an Prostatakrebs erkranken. Auch hier ist die Ursache noch unklar. //[tj]//

Quelle: DKFZ

Medizin Staphylokokken können – müssen aber nicht gefährlich sein.

Solange Staphylokokken nur Haut und Schleimhäute besiedeln, sind sie harmlos. Gelangen sie ins Körperinnere, können sie zu lebensbedrohlichen Infektionen wie Lungenentzündungen führen. Japanische Wissenschaftler haben nun herausgefunden, weshalb einige Menschen resistent gegen den //Staphylococcus aureus// sind: Sie beherbergen einen bestimmten Stamm des //Staphylokokkus epidermidis//. Diese Bakterien können sich offenbar mit Hilfe eines Enzyms der unerwünschten Mitstreiter vom Stamm //Staphylococcus aureus// entledigen. Das betreffende Enzym konnte identifiziert werden und nun hoffen die Forscher in Bälde eine effektive und nicht antibiotische Therapie gegen den Erreger anbieten zu können. //[tj]//

Quelle: Nature

Genetik Genvarianten könnten das Risiko für Infektionserkrankungen erhöhen.

Forscher aus Großbritannien und Singapur haben eine Gruppe von Genvarianten gefunden, welche die Empfindlichkeit für Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria verstärken. Wie das "New England Journal of Medicine" schreibt, wurden verschiedene Mutationen des Gens mit dem Namen CISH entdeckt. Wer auch nur eine dieser Mutationen aufweist, hat bereits ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko eine Infektion anzulocken. Dass dieses kleine Gen für multiple Infektionen mitverantwortlich sein kann, hat die Wissenschaftler nach eigenen Angaben überrascht. //[tj]//

Quelle: NEJM

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