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28.05.2010

Forschungspolitik Die Hirnforscher der Universität Bremen dürfen vorerst weiter an Affen forschen.

Das Verwaltungsgericht Bremen hob eine anders lautende Entscheidung der Gesundheitsbehörde des Stadtstaates auf. Zugleich wies das Gericht jedoch auch die Klage der Universität gegen die Entscheidung der Behörde zurück. Die Gesundheitsbehörde muss nun erneut über eine Zulassung der Tierversuche befinden und dabei die Auflagen des Gerichtes berücksichtigen. Zu denen gehört, dass ein Verbot der Forschung an den Affen detaillierter begründet werden müsste. Ausdrücklich hielt das Gericht fest, dass es keine Entscheidung in der Sache selbst getroffen habe. Diese müsse zuerst durch neue Gutachten besser untersucht werden als bisher. //[gät]//

Kernenergie Um die Sicherheitsstandards im geplanten Atommüll-Endlager Gorleben gibt es neuen Streit.

Wie das ARD-Fernsehmagazins "Kontraste" berichtet, plant das Bundesumweltministerium, auf eine Rückholbarkeit des Atommülls aus dem Endlager zu verzichten. Nach den derzeit geltenden Sicherheitsanforderungen für ein Endlager sollte der Atommüll 500 Jahre lang aus den Stollen wieder geborgen werden können. Dem Bericht zufolge fehle ein Hinweis auf die Möglichkeit zur Bergung von radioaktivem Abfall im neuen Entwurf der Sicherheitsanforderungen. Der Verzicht sei auf Bitte der Atomindustrie hin erfolgt. Vor 14 Tagen hatte die Gesellschaft für Nuklear-Service –GNS- eine Versuchsanlage nach Gorleben gefahren. Diese hatte zuvor demonstriert, dass hochradioaktiver Müll ohne Schutzhüllen in Bohrlöchern im Salz eingelagert werden kann. Nach Angabe der GNS wird das Gerät in Gorleben nur ausgestellt, es sei nicht für die Arbeit unter Tage ausgelegt. Das Bundesumweltministerium dementiert, dass die Sicherheitsanforderungen in Gorleben gesenkt werden sollen. //[gät]//

Quelle: ARD

Biologie Solarzellen ziehen Wasserinsekten an.

Die Tiere verwechseln die tiefschwarz oder – blau schimmernden Flächen mit Wasseroberflächen und versuchen, ihre Eier auf dem Silizium abzulegen. Das von diesen Flächen reflektierte Licht sei polarisiert; an diesem Licht orientieren sich jedoch die Insekten bei der Suche nach Brutplätzen. Darauf weisen Forscher der Michigan State University hin. Die Wissenschaftler schlagen vor, die großen Flächen durch ein Netz weißer Linien zu zerteilen. Das reduziere zwar die Energieausbeute der Solarzellen um rund 1,8 Prozent, lasse die Fläche aber in den Augen der Insekten weniger attraktiv als Brutplatz erscheinen. //[gät]//

Umwelt BP hat auch Fasermaterialien und Gummireste in das Bohrloch im Golf von Mexiko geschossen.

Das Verfahren hört auf die Bezeichnung "Junk Shot". Es ist Teil der Operation "Top Kill" und soll das Sicherheits-Ventil auf dem Bohrloch verstopfen. Das Verfahren wurde bis jetzt noch nie in großen Tiefen probiert. Eine Aussage über den Erfolg dieser Maßnahme will das Unternehmen frühestens in 48 Stunden wagen. Aktuelle Messungen hätten jedoch ergeben, dass weniger Schlamm als bisher aus der Quelle entweicht. In der Zwischenzeit versucht der Ölkonzern weiterhin, das Bohrloch mit Hilfe von schwerem Schlamm abzudichten. Gleichzeitig wird die Quelle von zwei Seiten her zusätzlich angebohrt, und das Steigrohr durch ein neues, breiteres Rohr ersetzt. //[gät]//

Mikrobiologie Gegen resistente Bakterien könnten Pilzeiweiße helfen.

Das hoffen Forscher aus Bonn und ihre Kollegen aus Dänemark und den Niederlanden. Das Team stützt seine Hoffnung auf Plectasin, ein Eiweiß, das zu den Abwehrmolekülen von Pilzen gehört. Das Plectasin heftet sich an ein Molekül, das die Bakterien zur Bildung ihrer Membran bei der Zellteilung benötigen. Die Folge: Der Erreger kann sich nicht mehr teilen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Science" berichten, sind auch eine Reihe von multiresistenten Bakterien gegen diesen Wirkstoff empfindlich. Die Forscher hoffen daher, die Basis für ein neues Antibiotikum entdeckt zu haben. //[gät]//

Quelle: Science

27.05.2010

Umwelt In der Antarktis wurden sechs neue Korallenarten entdeckt.

Während mehrere Exkursionen mit dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern" haben Wissenschaftler der Universität Sevilla die neuen Korallenarten im Weddellmeer entdeckt. Es handelt sich dabei um Hornkorallenarten. Vorgestellt werden sie gleich in zwei Fachzeitschriften: "Polar Biology" und "Scientia Marina". //[tj]//

Physiologie Wer sportlich ist, tickt biochemisch anders.

Dass sportliche Aktivität vielen Erkrankungen vorbeugt und damit für ein längeres und gesünderes Leben sorgt, ist hinlänglich bekannt. Weshalb - das ist noch nicht gänzlich aufgeklärt. Jetzt hat eine US-amerikanische Studie neues Licht ins Dunkel gebracht. Bei jeder energieverbrauchenden Aktivität produziert der Körper Stoffwechselprodukte, die zu Hunderten in Blutproben nachgewiesen werden können. Was die Forscher nun zeigen konnten, ist, dass sportliche Menschen eine völlig andere Verstoffwechselung aufweisen als Menschen, die körperlich wenig aktiv sind. Sie untersuchten Studienteilnehmer vor, während und nachdem sie auf einem Laufband trainierten. Bei denjenigen, die schon vorher fit war, stieg die Aufspaltung von gespeichertem Fett, Zucker und Aminosäuren um 98 Prozent an. Bei den weniger fitten Probanden lag der Prozentsatz bei 60 bis 70 Prozent. Bei Extremsportlern, wie Marathonläufern lag die Anstiegsrate sogar bei 1128 Prozent. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Taufliegen-Larven können blaues Licht riechen.

Bochumer Wissenschaftler haben bei Taufliegen-Larven einzelne der insgesamt 28 Riech-Nervenzellen genetisch verändert – und zwar so, dass sie auf blaues Licht reagieren. Normalerweise meiden die Tiere Licht. Bei dem Experiment – das in der Zeitschrift "Frontiers in Neuroscience Behavior" vorgestellt wird – ließen sich Nervenzellen, die für attraktive Duftstoffe zuständig sind, lichtempfindlich machen. Bei Bestrahlung mit blauem Licht feuern die aktivierten Nervenzellen elektrische Signale ab. Die Taufliegenlarve hat den Eindruck, Banane oder Marzipan zu riechen– also Duftstoffe, die in verfaulendem Obst vorkommen. Für die Tiere ist dies attraktiv und entsprechend bewegten sie sich auf das Licht zu, während gentechnisch nicht veränderte Artgenossen Licht weiterhin mieden. //[tj]//

Quelle: PM Ruhr-Universität Bochum

Paläontologie Horndinosaurier lebten auch in Europa.

Als Lebensraum der Horndinosaurier galten bisher das heutige Ostasien und Nordamerika. Ein "Nature"-Artikel liefert Belege dafür, dass die Hornsaurier auch in Europa lebten. Im westungarischen Iharkút hat ein internationales Forscherteam Fossilien einer neuen Hornsaurier-Art ausgegraben, die vor 85 bis 65 Millionen Jahren lebte. Der vierbeinige Pflanzenfresser war einen Meter lang und besaß mit einer Schnauze in Form eine Papageienschnabels das charakteristische Merkmal der Hornsaurier. Da die Schädelknochen starke Ähnlichkeiten mit denen asiatischen Vertretern aufweisen, gehen die Forscher jetzt davon aus, dass die europäischen Hornsaurier aus dem Osten über Inselketten eingewandert sind. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Das Rätsel um den //Nectocaris pteryx// ist gelöst.

Das erste Exemplar eines //Nectocaris pteryx// wurde in den 1930er Jahren gefunden. Das eigentümliche Urtier hatte kurze Stielaugen und zwei langen Tentakeln am Kopf . Man glaubte zunächst, es handele sich um einen unbekannten Vorfahr von Krebsen oder Wirbeltieren. Nach der Analyse von über 90 Fossilienfunden kommen kanadische Forscher jetzt in "Nature" zu dem Schluss, dass es sich bei dem Tier um einen Vorfahr der heutigen Kraken und Tintenfische handelt. //[tj]//

Quelle: Nature

Neurologie Der Mensch kombiniert zwei Lernstrategien, um effizient zu sein.

Im Fachmagazin "Neuron" berichten Hamburger Wissenschaftler von einem Experiment, bei dem sie während eines Computerspiels die Signalmuster im Gehirn von Probanden beobachteten. Und dies ist das Ergebnis: Je nachdem, wie kompliziert eine anstehende Entscheidung ist, nutzt der Mensch seine Erfahrungen oder probiert einfach aus. Fällt die Entscheidung durch Versuch und Irrtum, so zeigen bildgebende Verfahren Aktivitäten in einem Großhirnareal: dem Striatum. Hierbei wird das Gehirn wenig belastet. Wird eine Situation mit dem vorhandenen Erfahrungsschatz abgeglichen, ist der Frontallappen der Großhirnrinde aktiv. Letzteres erfordert im Gehirn eine größere Verarbeitungsleistung. //[tj]//

Quelle: Neuron, Band 66, Seite 585

26.05.2010

Medizin Träger von Gleitsichtbrillen haben ein höheren Sturzrisiko.

Vor allem ältere Menschen stürzen beim Tragen dieser Sehhilfen häufiger. Daher sollten Senioren beim Gehen außerhalb des Hauses aus Sicherheitsgründen besser keine Gleitsichtbrillen tragen. Das empfehlen australische Mediziner im "British Medical Journal". Sie hatten in ihrer Studie bei mehr als 600 Freiwilligen mögliche Unfallrisiken untersucht. Dabei sahen sie, dass sich das Sturzrisiko bei Brillenträgern ohne Gleitsichtlinsen im Freien um 40 Prozent reduzieren lässt. Den Forschern zufolge verursachen Gleitsichtbrillen typische Verzerrungen im Gesichtsfeld, die mit Gleichgewichtsproblemen der Träger dieser Sehhilfen einhergehen, zudem werden Hindernisse auf dem Boden oftmals falsch eingeschätzt. //[mst]//

Quelle: BMJ

Medizin Schwere Kopfverletzungen können zu Schlafstörungen führen.

Grund sei eine verringerte Produktion des Schlafhormons Melatonin im Gehirn. Das berichten australische Psychiater im Fachblatt "Neurology". Damit konnten sie nach eigenen Angaben erstmals die exakte Ursache für die Schlafstörungen bei Hirntraumata nachweisen. Folgeuntersuchungen sollen nun zeigen, ob die Einnahme von Melatonin Patienten helfen kann, die Schlafstörungen zu bekämpfen. Die Forscher schlagen vor, dass zukünftig auch Patienten mit Gehirnerschütterungen auf eine verringerte Melatoninproduktion untersucht werden sollten. Häufig werden sie zu früh aus dem Krankenhaus entlassen. Dadurch komme es vermehrt zu Rückfällen, da das Gehirn stärker als vermutet geschädigt wurde. //[mst]//

Quelle: Neurology

Raumfahrt Die Internationale Raumstation ISS fliegt tiefer.

Wie das russische Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mitteilte, ist die Flugbahnhöhe heute morgen um 1,5 Kilometer verringert worden. Die ISS umkreist damit die Erde auf einer mittleren Höhe von 345 Kilometern. Die Korrektur sei nötig gewesen, um optimale Voraussetzungen für die Landung des Raumschiffes Sojus TMA-17 am 2. Juni in Kasachstan zu schaffen. Mit der Raumkapsel kehren drei Raumfahrer nach 163 Tagen aus dem Weltall zurück. //[mst]//

Medizin Bakterien können Darmkrebs anzeigen.

Tummeln sich im menschlichen Darm überdurchschnittlich viele Bakterien der Art //Eubacterium ramulus//, so sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Polypen als Vorstufe von Darmtumoren vorhanden. Das geht aus einer Studie US-amerikanischer Forscher hervor, die nach Zusammenhängen zwischen Darmkrebs und der Zusammensetzung der Darmflora gesucht hatten. Wie sie auf einer Fachtagung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie berichten, haben sie dabei auch einen Negativbeweis gefunden: ausschließlich bei Menschen ohne Polypen ist das Bakterium Ruminococcus in größerer Zahl nachzuweisen. Damit könnte die Bestimmung der individuellen Darmflora eine Alternative zur Darmspiegelung sein, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: http://gm.asm.org

Biologie Termitenhügel bereichern Ökosysteme.

Das geht aus einer Studie hervor, die US-Wissenschaftler der Harvard Universität im Fachmagazin "PLoS Biology" vorstellen. Sie hatten in der kenianischen Steppe die Flora und Fauna in der Nähe von Termitenhügeln untersucht. Dabei sahen sie, dass die Insekten das Erdreich in unmittelbarer Nähe ihrer Bauwerke nachhaltig verändern. Das Vorhandensein von Termitenhügeln geht demnach mit einer besseren Wasserdurchlässigkeit und erhöhten Nährstoffzufuhr einher und schaffe damit ideale Bedingungen für viele Tier- und Pflanzenarten. Die regelmäßige Anordnung der Hügel und die Verteilung über die Steppe habe damit einen enormen Einfluss auf ein funktionierendes Ökosystem, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: PLoS Biology

Biologie Der Zwergtaucher in Madagaskar ist offiziell ausgestorben.

Wie die internationale Vogelschutzorganisation BirdLife heute mitteilte, wurde der Delacour-Zwergtaucher seit mehr als 20 Jahren nicht mehr in seiner Heimat Madagaskar gesichtet. Damit gilt der Wasservogel, der auf dem Alaotra-See im Osten der ostafrikanischen Insel lebte, nun offiziell als ausgestorben. Als Gründe führt die Organisation das Einsetzen exotischer Fischarten in einigen Seen auf Madagaskar an, sowie das Ersticken in Nylon-Fischernetzen, die dramatische Veränderung der Mikrofauna durch die Einleitung von Dünger in den See und die Verlandung der Ufer. Die letzten beiden Exemplare der Delacour-Zwergtaucher wurden 1988 gesichtet. //[mst]//

Quelle: www.birdlife.org

Biologie In Schwärmen lebende Heuschrecken haben größere Gehirne.

Zumindest im Vergleich zu ihren allein lebenden Artgenossen. Das geht aus einer Studie hervor, die Biologen aus Cambridge in den Proceedings der britischen Royal Society vorstellen. Die Forscher hatten Heuschrecken der Art //Schistocerca gregaria// über drei Generation hinweg zu solitär lebenden Tieren gezüchtet. Dabei sahen sie, dass sich das Insektenhirn um 30 Prozent verkleinerte. Während nicht mehr benötigte Hirnregionen, vor allem die für Lern- und Verarbeitungsprozesse zuständigen, schrumpften, vergrößerten sich hingegen die Bereiche, die für das Sehen und Riechen zuständig sind. Diese Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, warum bestimmte Wirbeltiere besonders große Gehirne entwickelt haben, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

25.05.2010

Chemie Titanverbindung ermöglicht neue Datenspeicher.

Japanische Chemiker haben ein Material entwickelt, das sich wahrscheinlich als Datenspeicher mit bisher nicht gekannter Speicherdichte anbietet. Es besteht aus Nanokristallen einer Titan-Sauerstoff-Verbindung, die sich zwischen zwei verschiedenen Zuständen hin und her schalten lässt. Im Normalfall verhält sie sich wie ein Metall. Setzt man sie aber ultraviolettem Licht aus, dann wandelt sie ihre Eigenschaften: Sie wird zu einem Halbleiter. Mit UV-Licht einer kürzeren Wellenlänge lässt sich dieser Wechsel wieder rückgängig machen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Chemistry". Weil die einzelnen Kristalle sehr klein sind, hoffen die Forscher nun, dass sie ein Medium erschaffen können mit einer Speicherdichte, welche die einer Blu-Ray Disc um das Fünfhundertfache übersteigt. //[reu]//

Quelle: RSC, Nature Chemistry

Paläontologie Zähne zeigen die Körpertemperatur.

Wissenschaftler aus den USA und Deutschland glauben, dass sie eine Methode gefunden haben, mit der sie die Körpertemperatur längst ausgestorbener Tiere bestimmen können. Dazu untersuchen sie den Zahnschmelz der Lebewesen: Sie messen darin die Konzentrationen der beiden seltenen Isotope Kohlenstoff-13 und Sauerstoff-18. Daraus können sie auf die Temperatur schließen. Zunächst haben die Forscher die Methode an lebenden Tieren erprobt, an einem indischen Elefanten und einem Krokodil beispielsweise. Dann wandten sie die Prozedur auf Zähne ausgestorbener Lebewesen an, etwa auf ein prähistorisches Nashorn und einen Alligator. Die so ermittelten Temperaturen glichen denen von heute noch lebenden Verwandten der Tiere. Die Forscher hoffen, dass sie mit ihrer Methode auch die Körpertemperatur von Dinosauriern ermitteln können. //[reu]//

Biologie Einzeller macht Mäuse klug.

Der Einzeller //Mycobacterium vaccae// der im Erdboden lebt und auch in Kuhmist vorkommt, kann bei Mäusen das Lernvermögen verbessern. Das berichten US-Wissenschaftler auf der Generalversammlung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie, die zurzeit in San Diego stattfindet. Die Forscher hatten die Mäuse mit Brot gefüttert, das mit den Bakterien versetzt war. Innerhalb von drei Wochen ließen sie die Nager zwölf mal durch ein Labyrinth laufen. Dort traten sie an gegen Mäuse, die unbehandeltes Brot gefressen hatten. Im Vergleich zu ihnen fanden die Mäuse mit den Bakterien den Weg aus dem Labyrinth doppelt so schnell. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Bakterien in den Mäusen die Produktion des Botenstoffs Serotonin anregen, der unter anderem das Lern- und Erinnerungsvermögen anregt. //[reu]//

Quelle: eurekalert

Raumfahrt Phoenix ist nicht wiederauferstanden.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat gestern die Phoenix-Mission zum Mars offiziell für beendet erklärt. Die Sonde war heute vor zwei Jahren auf dem Roten Planeten gelandet. Dort hatte sie fünf Monate lang Daten gesammelt und zur Erde gefunkt. Mit dem Einbruch des Mars-Winters hatte sie ihren Dienst eingestellt. Über 200 Versuche, mit ihr wieder Kontakt aufzunehmen, sind seither gescheitert. Aktuelle Bilder, die eine Sonde in der Mars-Umlaufbahn aufgenommen hat, weisen darauf hin, dass eines der Sonnensegel der Phoenix-Sonde abgebrochen ist – wahrscheinlich unter der Last von Kohlendioxid-Eis. //[reu]//

Biologie Testosteron lässt vertrauensselige Menschen vorsichtig werden.

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron verhilft sehr gutgläubigen Menschen zu einer erhöhten Wachsamkeit gegenüber Fremden. Das haben niederländische Forscher herausgefunden, indem sie einer Gruppe von Frauen sowohl Testosteron als auch ein Placebo in unterschiedlicher Reihenfolge verabreicht hatten. Bei den Probandinnen, die sich zunächst als gutgläubig erwiesen hatten, konnten die Forscher feststellen, dass die Frauen nach der Gabe des Hormons ein erhöhtes Misstrauen zeigten, als sie anhand der Porträts von fremden Personen deren Vertrauenswürdigkeit einschätzen sollten. Diese Ergebnisse lieferten neue Einsichten über den Einfluss von Hormonen auf zwischenmenschliche Interaktionen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

21.05.2010

Verhaltensforschung Netzwerker sind wirtschaftlich erfolgreich.

Mit steigenden Kontakten stellt sich statistisch gesehen auch der berufliche Erfolg ein. Das ist das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer Forscher vom MIT in Cambridge, die sie im Fachblatt "Science" vorstellen. Sie hatten sämtliche Telefonkommunikationsdaten eines Monats in England ausgewertet, um so die sozialen Netzwerke der Bürger abzubilden. Anschließend fügten sie in ihre Datenbank Einkommen, Bildungsstand, Kriminalitätsrate, Wohnsituation und Umweltqualität ein. Dabei sahen sie, dass dieser sozioökonomische Status einer Region sehr stark mit der Vielfalt der Kontakte korreliert. Damit sei es wirtschaftlich gesehen sinnvoll, auch Beziehungen über große Distanzen und in verschiedenen Orten zu pflegen, statt sich auf einen engen und lokalen Freundeskreis zu beschränken. //[mst]//

Quelle: Science

Biologie Frösche schütteln Bäume, um zu kommunizieren.

Wollen männliche Rotaugenlaubfrösche Konkurrenten Informationen über ihrer Körpergröße und ihren Status mitteilen, benutzen sie die umgebende Vegetation und lassen diese vibrieren. Diese auch als Tremulation bezeichneten Signale benutzen die Amphibien im Vorfeld aggressiver Auseinandersetzungen zwischen Konkurrenten, schreiben australische Forscher im Fachblatt "Current Biology". Sie hatten die in Mittelamerika beheimateten Frösche in freier Wildbahn studiert und diese Kommunikationsversuche im Labor nachgestellt. Dabei sahen die Biologen, dass die Tiere potentielle Gegner vor einem Kampf warnen, indem sie ihren Körper schütteln. Die Vibrationen werden im Geäst übertragen und von den Kontrahenten als Signale erkannt und beantwortet. Dies ermögliche neue Einsichten im Bereich der nichtvisuellen und nichtakustischen Kommunikation, die vermutlich auch bei Vögeln, Reptilien und Primaten vorkommt, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Current Biology

Biologie Dicke Menschen haben kleine Gehirne.

Das berichten US-Mediziner im Fachjournal "Annals of Neurology", nachdem sie im Rahmen einer Studie mehr als 730 ältere Probanden untersucht haben. Dabei wiesen die Studienteilnehmer mit besonders viel Körperfett ein geringeres Hirnvolumen auf als schlankere Testteilnehmer. Zudem konnten die Wissenschaftler einen starken Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und dem Risiko von Demenzerkrankungen wie Alzheimer nachweisen. Bei der Studie hatten die Forscher den Körper-Masse-Index der Probanden mit dem Hirnvolumen und der Dichte der weißen Gehirnmasse verglichen. //[mst]//

Quelle: Annals of Neurology

Medizin Bei Nierentransplantationen ist das Gewicht des Organs für den Erfolg entscheidend.

Je schwerer der Empfänger ist, desto schwerer sollte auch das zu verpflanzende Spenderorgan sein, um das Risiko möglicher Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu verringern. Das ist das Fazit französischer Mediziner im "Journal of the American Society of Nephrology", nachdem sie knapp 1200 Patienten untersucht hatten, die eine Spenderniere erhalten haben. Demnach kam es häufiger zu Komplikationen, wenn das Gewicht der Spenderniere weniger als 2,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers betrug. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die langfristigen Überlebenschancen von Transplantationspatienten deutlich zu verbessern, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of the American Society of Nephrology

Raumfahrt Japans Weltraum-Jacht wurde ins All geschickt.

Japanischen Agenturangaben zufolge wurde heute das solarbetriebene Raumschiff Ikaros von einer Trägerrakete zusammen mit Japans erstem Venus-Satelliten erfolgreich in den Weltraum befördert. Der Start war aufgrund schlechter Wetterbedingungen um drei Tage verschoben worden. Das einem Winddrachen ähnelnde Sonnensegel aus Polyimid-Harz hat einen Durchmesser von 20 Metern – bei einer Dicke von 0,0075 Millimeter. Der Satellit Akatsuki soll den Orbit der Venus Ende des Jahres erreichen und zwei Jahre lang ihre Atmosphäre erkunden. //[mst]//

Quelle: Jaxa

Astronomie  Stern verschlingt seinen Planeten.

Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops haben Forscher des Space Telescope Science Institutes in Baltimore den Planet WASP-12b entdeckt, der sich so nahe an seinem Stern befindet, dass er ihn in nur 1,1 Tagen umkreist. Damit bleiben dem Planeten vielleicht noch weitere zehn Millionen Jahre, bevor er komplett verschlungen ist, berichten die Forscher im Fachblatt The Astrophysical Journal Letters. WASP-12b sei mittlerweile rund 1.500 Grad Celsius heiß und in die Länge gezogen. Er befindet sich rund 600 Lichtjahre von der Erde entfernt im Wintersternbild Auriga. //[mst]//

Quelle: www.hubblesite.org

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