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02.05.2016

Biologie Australische Behörden wollen Wildpferde dezimieren

Die Regierung des Bundesstaates New South Wales macht die in einem Nationalpark südwestlich von Sydney lebenden rund 6000 Wildpferde für Umweltschäden verantwortlich und will die Herde daher drastisch reduzieren.

"Wir schlagen angemessene Kontrollmethoden vor, darunter einfangen, umsiedeln, erschießen, Geburtenkontrolle, und einzäunen" - heißt es in dem Plan der Regierung. In 20 Jahren sollten dort höchstens noch 600 Wildpferde leben.

Tierfreunde in Australien protestieren gegen den Plan.

Die Vorfahren der etwa eine Million Wildpferde wurden von weißen Siedlern nach Australien gebracht.

http://www.smh.com.au/environment/animals/anger-at-nsw-plans-to-cull-5000-iconic-wild-brumbies-in-snowy-mountains-20160502-gojqkp.html

Quelle: mawi, 2.5.2016, Agenturen, The Sydney Morning Herald

Ebola Impfstoff bewährt sich in erster klinischen Studie

Der Ebola-Impfstoff-Kandidat "rVSV-ZEBOV" ist an vier Standorten in Afrika und Europa an 158 gesunden Erwachsenen getestet worden.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um ein abgeschwächtes, gentechnisch verändertes VS-Virus, das Bruchstücke von einem Oberflächen-Protein des Ebola-Virus trägt.

Bei allen Teilnehmern sei das Immunsystem angeregt worden, Abwehrmoleküle gegen das Ebola-Protein zu bilden. Diese Antikörper seien auch nach sechs Monaten noch nachweisbar gewesen, berichtet ein internationales Forscherteam im "New England Journal of Medicine". Eine einmalige Impfung könnte ausreichen, um vor einer Ansteckung mit Ebola zu schützen, hoffen die Forscher.

Bei einigen der Teilnehmer kam es nach der Impfung vorübergehend zu leichtem Fieber oder auch zu Gelenkbeschwerden. Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich.

Der Impfstoff könnte frühestens Anfang 2017 zugelassen werden.

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1502924?af=R&rss=currentIssue

Quelle: Quelle: mawi, 2.5.2016, idw, NEJM, DOI : 0.1056/NEJMoa1502924

Teilchenbeschleuninger "Large Hadron Collider" (LHC) ruht nach Marderschaden

Ein Marder hat vergangenen Freitag einen Kurzschluss verursacht - in einer Transformatoranlage des 27 Kilometer langen Beschleunigerrings Large Hadron Collider LHC. Dies habe zu einer schweren elektrischen Störung geführt,  jetzt müssten Stromverbindungen repariert und der LHC auf eventuelle Schäden untersucht werden, teilte das CERN heute mit.

Der Marder habe den Kurzschluss nicht überlebt, hieß es.

Für den letzten ähnlichen Zwischenfall im Cern war im November 2009 ein Vogel verantwortlich. Er hatte Brotstücke fallen gelassen, die einen Kurzschluss auslösten. Daraufhin fiel das Kühlsystem des Beschleunigers vorübergehend aus. Der Vogel entkam damals unverletzt – aber hungrig.

http://indico.cern.ch/event/506407/contributions/1184968/attachments/1265776/1873815/LHC_29042016.pdf

Quelle: mawi, 2.5.2016, Agenturen, CERN

Ebola Virus kann offenbar lange Zeit im Körper ruhen

Im westafrikanischen Liberia ist es vergangenes Jahr zu einem kleineren Ausbruch gekommen – Monate, nachdem das Land offiziell "Ebola-frei" erklärt worden war.  Ein internationales Forscherteam hat den Ausbruch analysiert und kommt im Fachblatt "Science Advances" zu dem Schluss: Das Virus ruhte offenbar längere Zeit im Körper einer Frau, die die Infektion überlebt hatte, dann übertrug sie das Virus auf einen Mann.  

Wenn ein Mensch eine Ebola-Infektion überlebt, beseitigt sein Immunsystem das Virus aus dem Blut und anderen Geweben. Die Person ist dann nicht mehr ansteckend. Zuweilen findet das Virus aber den Weg in Körperbereiche, wo es vor den Angriffen des Immunsystems sicher ist: etwa die Augen, die Rückenmarksflüssigkeit oder die Hoden. Bekannt war bereits: Männer können nach einer Ebola-Infektion ein Jahr oder länger das Virus sexuell übertragen. Offenbar könne das Virus aber auch in umgekehrter Richtung von Frauen auf Männer übertragen werden.

Betroffene Länder müssten wachsam bleiben, auch wenn die Ebola-Epidemie längst offiziell beendet sei, so die Forscher.

DOI : 10.1126/sciadv.1600378

Quelle: mawi, science advances, http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1600378

Kernfusion Kernfusionsreaktor Iter wird zehn Jahre später fertig als geplant

Der Kernfusionsreaktor Iter wird zehn Jahre später fertig als geplant und wird etwa vier Milliarden Euro teurer.

Am Internationalen Kernfusionsreaktors Iter im südfranzösischen Cadarache soll durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie gewonnen werden.

Erste Test zur Herstellung eines Plasmas würden frühestens 2025 anlaufen; volle Kapazität werde der Reaktor nicht vor 2035 erreichen, sagte Iter-Generaldirektor Bernard Bigott der französischen Zeitung "Les Echos".

Die Kosten für Iter waren zunächst auf  fünf Milliarden, dann auf 14 bis 15 geschätzt worden – und jetzt also auf 18 bis 19 Milliarden Euro.    

An Iter sind neben Europa die USA, China, Indien, Japan, Russland sowie Südkorea beteiligt.

http://www.lesechos.fr/industrie-services/energie-environnement/021889734118-nucleaire-nouveau-surcout-de-4-milliards-pour-le-projet-iter-1218721.php

http://af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFL5N17Z16S

Quelle: mawi, 02.05.2016, Les Echos, Reuters

Astronomie Forscher sichten Asteroiden aus Zeit der Erdentstehung

Der Asteroid C/2014 S3 stamme ursprünglich aus dem inneren Sonnensystem - aus der Zeit, als sich die Erde gebildet hat, berichtet ein internationales Forscherteam im Online-Fachblatt "Science Advances". 

Allerdings habe der Asteroid die meiste Zeit weit draußen in unserem Sonnensystem - in der sogenannten Oortschen Wolke - verbracht, bei Temperaturen unter minus 200 Grad Celsius. Daher sei das Objekt ungewöhnlich gut erhalten.

Die bislang bekannten Asteroiden seien über Milliarden von Jahren in der Nähe der Sonne aufgeheizt worden. Das habe flüchtige Elemente verdampfen lassen und ihre chemische Zusammensetzung verändert.

Die lange Umlaufzeit von C/2014 S3 von derzeit etwa 860 Jahren lege nahe, dass der Asteroid erst vor vergleichsweise kurzer Zeit aus der Oortschen Wolke in eine Umlaufbahn gelangt ist, die ihn näher an die Sonne heranbringt.

Der Asteroid könnte helfen zu erklären, wie sich das Sonnensystem gebildet hat, aber auch, wie das Wasser auf die Erde gekommen ist.

DOI: 10.1126/sciadv.1600038

Quelle: mawi, http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1600038

29.04.2016

Archäologie Bauarbeiter haben einen großen Münz-Schatz entdeckt

In der südspanischen Stadt Tomares haben Bauarbeiter 19 Ton-Amphoren gefunden, in denen sich tausende römische Gold- und Silbermünzen befanden. Sie stammen aus dem vierten Jahrhundert und bringen es auf ein Gewicht von 600 Kilogramm.

Die Römer hatten mit der Eroberung des heutigen Spaniens im Jahr 218 nach Christus begonnen und dort bis zum 5. Jahrhundert geherrscht. Die Münzen seien ein einzigartiger Fund für Spanien und von unschätzbarem Wert, wie eine Expertin mitteilte.

Die Bauarbeiten im Park wurden gestoppt, damit Archäologen das Gelände weiter untersuchen können.

Quelle: dpa jst 29.04.2016 bif160429h

Fukushima Tepco verkündet ersten Erfolg beim Gefrierwall

Der unterirdische Eiswall rund um die vier Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi soll Fortschritte machen. In den Abschnitten, in denen das Einfrieren begonnen habe, liege die Bodentemperatur inzwischen unter Null Grad Celsius, erklärt Betreiber Tepco auf Facebook.

Der unterirdische Eiswall soll das Grundwasser zurückhalten, das derzeit in großen Mengen in die zerstörten Reaktoren eindringt und stark kontaminiert wieder herausläuft. Allerding verkündete der für dieses Projekt zuständige Tepco- Ingenieur gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass auch dieser Wall die Anlage nicht vollständig isolieren könne.

Er hofft, dass künftig nur noch höchstens 50 Tonnen Wasser am Tag eindringen statt bislang 400 Tonnen.

Quelle: Facebook-Account Tepco, AP Röhrlich 29.04.2016 bif160429g

Umwelt Afrikanische Antilopen werden vom Klimawandel hart getroffen

Britische Wissenschaftler haben für 72 afrikanische Antilopenarten untersucht, wie sich deren Lebensräume in Zeiten des Klimawandels entwickeln werden. In Modellrechnungen kommen sie zu dem Schluss, dass 80 Prozent der Antilopen im Jahr 2080 weniger geeigneten Lebensraum vorfinden werden als heute.

Bereits jetzt gelten viele Antilopenarten gefährdet, da deren Verbreitungsgebiet recht klein ist, wie die Forscher im Fachblatt Current Biology schreiben. Ein Drittel aller Antilopenarten weltweit gilt momentan als gefährdet.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429f Doi: 10.1016/j.cub.2016.02.067

Humanbiologie Kinder verlieren die Lust am Spielzeug...

...wenn ihre Erwachsenen Mitspieler vom Spielzeug wegschauen.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die heute im Fachmagazin Current Biology veröffentlich wurde. US-amerikanische Forscher haben Kleinkinder, die ein Jahr alt waren, und deren Eltern mit speziellen Kameras am Kopf ausgestattet und ihnen Spielzeug bereitgestellt.

Ließen die Eltern ihre Kinder entscheiden, mit welchem der Spielzeuge sie spielen wollten, schauten die Kinder länger auf das Spielzeug, wie wenn die Eltern den Kindern ein Spielzeug präsentierten. Auch fixierten die Kinder das Spielzeug deutlich kürzer, wenn die Eltern im Raum umherblickten oder auf ihr Smartphone schauten.

Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf einem Gegenstand zu halten, sei entscheidend für die spätere Entwicklung der Kinder, was zum Beispiel Spracherwerb oder Problemlösung angehe, so die Wissenschaftler.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429e Doi: 10.1016/j.cub.2016.03.026

Medizin Forscher wandeln Hautzellen in Herzzellen um...

…und zwar mit Hilfe eines Cocktails aus neun chemischen Verbindungen.

Bislang mussten Biologen bei solchen Transformationen immer noch Gene in die Zellen einschleusen. Wie US-Wissenschaftler in Science berichten, konnten sie nach einiger Suche eine Mischung aus neun chemischen Verbindungen ausmachen, die menschliche Hautzellen zuerst in Stammzellen und dann in Herzzellen umwandeln können.

Die Forscher hoffen, eines Tages bestimmte Herzerkrankungen mit solchen Medikamenten behandeln zu können, die das Herz anregen, geschädigtes Gewebe durch neue Herzzellen zu ersetzen.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429d Doi: 10.1126/science.aaf1502

Astronomie Die Japanische Raumfahrtagentur schreibt Hitomi ab

Der Satellit Hitomi war am 17. Februar ins All geschossen worden, fünf Wochen später war der Funkkontakt abgerissen. Nun gilt Hitomi, der umgerechnet 250 Millionen Euro gekostet hat, als verloren.

Die Forscher der Japanischen Raumfahrtagentur gehen von einem Software-Fehler als Ursache aus. Dieser hätte dazu geführt, dass ein Triebwerk den Satelliten beschleunigte, anstatt ihn abzubremsen. Teile des Satelliten brachen daraufhin ab.

Hitomi sollte die Röntgenstrahlung kosmischer Objekte untersuchen. Dies war ihm auch drei Tage lang gelungen. Die Forscher hatten auf eine Lebensdauer von zehn Jahren gehofft.

Quelle: NatureNews JSt 29.04.2016 bif160429c

Alternsforschung Eine Genvariante lässt Menschen alt aussehen

Personen, die eine bestimmte Genvariante besitzen, sehen im Schnitt zwei Jahre älter aus als ihre Altersgenossen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam im Fachblatt Current Biology.

Die Wissenschaftler nutzten eine Datenbank mit Fotos von 2.700 älteren Niederländern. Testpersonen hatten deren Alter eingeschätzt, manche jünger, etliche älter als sie tatsächlich waren. Anschließend suchten die Forscher im Erbgut der jünger und der älter geschätzten Probanden nach Auffälligkeiten.

Beim Gen MC1R wurden sie fündig: Menschen, die eine bestimmte Variante davon besitzen, werden im Schnitt zwei Jahre älter geschätzt. Das Gen ist bereits bekannt dafür, dass es die Haarfarbe und die Hautbräunung beeinflusst.

Der Prozess des Alterns ist jedoch komplex: Mehrere hundert Gene sind daran beteiligt.

Quelle: dpa, Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429b DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2

Schlafforschung Auch Reptilien fallen in unterschiedliche Schlafphasen

Forscher des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main haben erstmals bei Reptilien REM- und Delta-Schlafphasen nachweisen können. Während der REM-Phase bewegen sich die Augen stark und der Schlaf ist leicht, bei Delta-Phasen handelt es sich um den Tiefschlaf. Bislang waren diese Phasen nur von Säugetieren und Vögeln bekannt.

Die Wissenschaftler werteten elektrische Aktivitätsmuster der Gehirne von Bartagamen aus. Bei den Echsen dauere ein Schlafzyklus nur etwa 80 Sekunden - beim Menschen etwa 60 bis 90 Minuten. Die beiden Schlafphasen sind bei den Echsen etwa gleich lang, bei Säugetieren sind die REM-Phasen deutlich kürzer als die Delta-Phasen.

Wie die Forscher im Fachmagazin Science schreiben, seien die unterschiedlichen Schlafphasen vor mindestens 320 Millionen Jahren entstanden, als der gemeinsame Vorfahre von Reptilien, Vögeln und Säugetieren lebte.

Quelle: idw, Science JSt 29.04.2016 bif160429a DOI: 10.1126/science.aaf3621

28.04.2016

Biologie Forscher schauen dem Pfau auf die Augen

Wenn Pfauen-Männchen ein Weibchen beeindrucken wollen, stellen sie ihre langen Schwanzfedern auf, schütteln das bunte Rad und erzeugen ein lautes Rascheln. Ein Team aus amerikanischen Biologen und Physikern hat dieses Balzverhalten jetzt genauer untersucht und seine Ergebnisse im Fachjournal PLOS ONE vorgestellt.

Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen konnten die Forscher zeigen, dass die schillernden Pfauen-Augen stets an der gleichen Stelle stehen bleiben, während sich die umgebenden Spitzen der Federn bewegen. Möglich wird das durch kleine Haken im bunt gefärbten Bereich der Federn, die diese auch bei Bewegung dicht zusammenhalten.

Ein weiteres Ergebnis: Die Vögel schütteln ihre Federn mit der Frequenz, die deren Eigenschwingung entspricht. Ähnlich einer Gitarrenseite schwingen die Federn weiter, wenn sie einmal angeregt wurden. Der Pfau spart so Energie.

Quelle: PLOS ONE doi:10.1371/journal.pone.0152759

Meeresbiologie Fische in Gefangenschaft hören schlecht

Das haben australische Meeresbiologen entdeckt. Rund die Hälfte aller Atlantischen Lachse, die weltweit in Aquakultur leben, leiden an einer Hörschwäche. Grund dafür ist die Verformung der Otolithen, einer knöchernen Strukturen im Innenohr der Fische, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Scientific Reports.

Die Otolithen der Zuchtfische sind dünner, größer und gleichzeitig brüchiger als die ihrer wild lebenden Artgenossen. Dadurch büßen die Tiere bis zu 50 Prozent ihrer Hörfähigkeit ein.

Als Ursache der Deformation haben die Biologen eine veränderte Kristallstruktur des Calciumcarbonats ausgemacht, aus dem die Otolithen bestehen. Sie findet sich schon bei sehr jungen Fischen.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler  Zuchtlachse sowie wild lebende Fische aus Norwegen, Kanada, Schottland, Chile und Australien untersucht.

Bei wild lebenden Fischen wurde eine solche Deformation nur sehr selten gefunden.

Quelle: Scientific Reports doi:10.1038/srep25249

Raumfahrt Marsrover "Curiosity" erreicht ebenes Terrain

Nach mehrwöchiger Fahrt hat der Marsrover das Naukluft-Plateau überquert und die Strecke über den raue Sandstein ohne größere Schäden überstanden. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Damit hat Curiosity den bisher schroffsten Teil seiner Fahrt hinter sich gebracht.

Zuvor hatten sich die NASA-Wissenschaftler Sorgen um die Aluminiumräder des Marsrovers gemacht, die schon vor der Fahrt über das Sandstein-Plateau Löcher und Risse aufwiesen.

Curiosity war vor fast vier Jahren auf dem Mars gelandet und sucht dort nach Spuren von früherem Leben.

 

Quelle: DPA/ NASA

Raumfahrt Russlands neuer Weltraumbahnhof ist eröffnet

Am Donnerstag um 11:01 Uhr Ortszeit hob eine Sojus-Rakete mit drei Satelliten an Bord vom Kosmodrom in Wostotschny ab. Nachdem ein technischer Defekt den Start der Rakete am Mittwoch verhindert hatte, konnte er im zweiten Anlauf wie geplant erfolgen.

Die Rakete flog zunächst über Nordsibirien, bevor sie die drei Satelliten in 500 Kilometern Höhe aussetzte.

Wostotschny ist der erste nicht-militärisch genutzte Weltraumbahnhof auf russischem Staatsgebiet. Langfristig soll er das Kosmodrom im kasachischen Baikonur ersetzen.

Die nächsten Raketenstarts in Wostotschny sind für 2017 geplant. Ab 2030 sollen von dort aus auch bemannte Weltraumflüge stattfinden.

Quelle: DPA

Lebensmittelchemie Limonen macht Schokolade zarter

Fettarme Schokolade ist weniger weich und schmilzt im Mund schlechter als die kalorienreichere Version. Zusätze wie Limonen, das natürlich unter anderem in Zitrusfrüchten vorkommt, können die Textur verbessern.

Dabei hängt das Ergebnis nicht nur von der zugefügten Menge des Limonens ab, schreiben belgische Forscher im Journal of Agricultural and Food Chemistry. Auch Temperaturunterschiede im Produktionsablauf spielen eine Rolle.

Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass Limonen die Kristallisation der Kakaobutter bei 17 Grad beschleunigt, aber bei 20 Grad verhindert. Um eine möglichst zarte fettarme Schokolade herzustellen, müssten also verschiedene Faktoren optimiert werden.

Quelle: JAFC doi:10.1021/acs.jafc.5b05965

Immunologie Antikörper schützt Affen vor dem Immunschwäche-Virus

Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin Nature. Makaken, die einmalig mit dem neuen Antikörper behandelt wurden, waren bis zu 23 Wochen vor einer Infektion mit SIV, der Affen-Variante des HI-Virus, geschützt. Die Tiere steckten sich auch dann nicht an, wenn sie jede Woche erneut mit dem Virus in Kontakt gebracht wurden.

Den Antikörper hatten die Wissenschaftler chemisch so modifiziert, dass er über einen längeren Zeitraum im Körper der Tiere stabil blieb. Dadurch verlängerte sich auch die schützende Wirkung.

Bisher war nicht klar, wie lange eine einmalige Behandlung mit Antikörpern eine HIV-Infektion verhindern kann.

Quelle: Nature doi:10.1038/nature17677

27.04.2016

Biologie Ein Weizen-Pilz wütet in Bangladesh

Der Pilz Magnaporthe oryzae ist bei asiatischen Reisbauern seit langem als Schädling gefürchtet. In Bangladesh ist jetzt eine Variante aufgetreten, die Weizenpflanzen befällt.
Mehr als 15.000 Hektar sollen dem Pilz schon zum Opfer gefallen sein, berichten Forscher der Kansas State University.

Es wird befürchtet, dass der Pilz sich auch in anderen Weizen-Anbauregionen Südostasiens ausbreiten könnte.

Bisher waren Ausbrüche des Magnaporthe-Pilzes auf Weizenfeldern nur aus Südamerika bekannt. Wie der Pilz nach Bangladesh gelangte, ist noch unklar.

Um die Ausbreitung einzudämmen, empfiehlt die Regierung von Bangladesh den Bauern, befallene Weizenfelder abzubrennen.

Eine Bekämpfung mit Fungiziden ist kaum möglich, da der Pilz beim Weizen nicht wie bei Reis die Blätter, sondern die Ähren befällt.

Quelle: Nature, http://dx.doi.org/10.1038/532421a

Medizin Es gibt immer mehr dicke junge Chinesen

Im Reich der Mitte ist die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in den vergangenen 30 Jahren dramatisch angestiegen. Chinesische Forscher berichten im European Journal of Preventive Cardiology über Ergebnisse langjähriger Untersuchungen von Schulkindern in der Provinz Shandong. Demnach liegt dort der Anteil der Übergewichtigen männlichen Schülern heute bei rund 30 Prozent, 60 Mal höher als vor 30 Jahren. Bei Mädchen stieg die Rate im gleichen Zeitraum um das 25-fache auf heute 20 Prozent.

Als Grund für diesen Trend vermuten die Forscher veränderte Ernährungsgewohnheiten. Auch in China gibt es immer mehr Fastfood und gezuckerte Limonaden.

Zudem tendieren offenbar viele chinesische Eltern vor allem in Ein-Kind-Familien dazu, ihre Kinder zu überfüttern.

Quelle: EJPC, http://dx.doi.org/10.1177/2047487316643830

Raumfahrt Weltraumbahnhof startet später

Eigentlich sollte die erste Rakete vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny schon heute Morgen abheben. Doch etwa zwei Minuten vor dem geplanten Start der Sojus-Rakete mit drei Satelliten an Bord wurde der Countdown automatisch abgebrochen. Nach Angaben der Raumfahrtbehörde Roskosmos soll es Probleme mit einem Tank gegeben haben. Der Starttermin wurde auf Donnerstag, 11 Uhr Ortszeit verschoben.

Wostotschny ist der erste nichtmilitärische Weltraumbahnhof in der Geschichte Russlands.
Er wurde als Alternative zum traditionsreichen Kosmodrom Baikonur gebaut.

Baikonur gehört seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 zu Kasachstan, liegt also nicht auf russischem Staatsgebiet.

Quelle: Agenturen

Astronomie MakeMake hat einen Mond

Der 2005 entdeckte Zwergplanet MakeMake galt bisher als der einzige bekannte größere Himmelskörper im Kuipergürtel, der keinen Mond besitzt. Doch diese Einschätzung ist falsch: US-Astronomen haben mit Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble jetzt doch einen Mond von MakeMake aufgespürt.

Vorläufig trägt er nur die Bezeichnung S/2015. Der Mond umkreist MakeMake mit einem mittleren Abstand von 21.000 Kilometern und benötigt für eine Umrundung 12,4 Tage.

Sein Durchmesser beträgt 160 Kilometer. MakeMake selbst ist 1400 Kilometer groß.

Quelle: arXiv, http://arxiv.org/abs/1604.07461

Nanotechno DNA misst Temperatur

Kanadische Forscher haben das nach eigenen Angaben kleinste Thermometer der Welt konstruiert. Es ist 20.000 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares und basiert auf der Erbsubstanz DNA.

DNA-Stränge in Zellen sind normalerweise stark gefaltet, haben aber die Eigenschaft, sich zu strecken, wenn sie erhitzt werden. Die Forscher entwickelten Verfahren, mit denen sich synthetische DNA-Stränge so designen lassen, dass sie dieses Verhalten bei ganz spezifischen Temperaturen zeigen – und zwar zwischen 30 und 85 Grad Celsius.

Streckt sich die DNA, werden angehängte optische Signalmoleküle aktiviert.

Mit solchen DNA-Thermometern ließe sich in Zukunft eine Temperaturüberwachung von Nano-Maschinen realisieren, so die Forscher.

Die Studie ist im Fachmagazin Nano Letters erschienen.

Quelle: Nano Letters, http://dx.doi.org/10.1021/acs.nanolett.6b00156

Psychologie Tiefe Männerstimmen schüchtern

Wenn Männer tiefe Stimmen hören, verbinden sie damit typischerweise dominantere Typen, während Frauen hinter dem tiefen Klang eher attraktivere Menschen vermuten. Das berichten US-Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B.

In einem Experiment spielten die Forscher männlichen und weiblichen Probanden die Stimmen von 258 Frauen und 175 Männern vor und ließen sie darüber urteilen. Dabei zeigte sich: Für Männer ist der einschüchternde Effekt tiefer Männerstimmen stärker ausgeprägt als der anziehende Effekt der gleichen Stimmen auf Frauen. Die Wissenschaftler sehen darin einen Hinweis, dass tiefe Stimmen evolutionär gesehen vor allem dazu dienen, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen.

Bei Frauenstimmen fanden die Forscher keine bestimmte Frequenz, die als besonders attraktiv wahrgenommen wird.

Quelle: RSPB, http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2015.2830

26.04.2016

Hirnforschung Musikalische Übungen könnten bei Kleinkindern die Wahrnehmung von Sprache fördern

US-Forscher haben knapp 40 Kleinkinder über einen Monat lang unter Anleitung spielen lassen. Die Hälfte der Kinder hörte dabei Musik und wurde durch ihre Eltern ermuntert, sich im Takt der Musik zu bewegen. Die andere Hälfte der Kinder ging Beschäftigungen ohne Musik nach.

Später spielten die Forscher den Kindern Musik- und Sprachaufnahmen vor und untersuchten deren Hirnaktivität mittels Magnetresonanztomographie. Das Ergebnis: Kinder aus der Musikgruppe reagierten stärker auf Änderungen im Rhythmus von Sprache und Musik, notieren die Wissenschaftler im Magazin "PNAS".

Quelle: PNAS, http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1603984113

Genetik Mücken-Mischform könnte Krankheiten von Vögeln auf Menschen übertragen

Österreichische Forscher haben sie entdeckt, als sie 1500 Exemplare der nordeuropäischen Hausmücke untersuchten. Zwei Formen dieser Art sind in Ostösterreich heimisch. Eine davon ernährt sich vorwiegend von Vogelblut, die andere bevorzugt das Blut von Menschen.

Die Wissenschaftler entdeckten nun dank genetischer Untersuchungen eine Mischform aus beiden. Die hat keine eindeutigen Vorlieben, was die Blutmalzeiten angeht. Dadurch könnte sie zu einem so genannten Brückenvektor werden, also Krankheiten von Vögeln auf Menschen übertragen.

Diese Mischform kommt jedoch relativ selten vor, wie die Forscher im Fachmagazin "Parasites and Vectors" schreiben.

Quelle: http://parasitesandvectors.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13071-016-1495-4

Humangenetik Gen begünstigt das Wachstum von Hirntumoren

Das Glioblastom ist ein bösartiger Hirntumor. Nach einer Diagnose bleiben dem Patienten im Schnitt 16 Monate zu leben, denn effektive Therapien gibt es bislang nicht.

Forscher aus Australien, Kanada und den USA haben nun einen Mechanismus entdeckt, der zumindest als Ansatz für eine Therapie dienen könnte. In Versuchen mit Mäusen und Tumorzellen von Menschen stellten sie fest: Ein als OSMR bekanntes Gen spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum dieser Tumore. Blockierten die Wissenschaftler das Gen, formten Zellen keine Tumore mehr.

Bis diese Entdeckung zu einer neuartigen Therapie führt, dürften jedoch Jahre vergehen, heißt es von den Forschern, die ihre Studie im Magazin "Nature Neuroscience" veröffentlich haben.

Quelle: Nature, http://nature.com/articles/doi:10.1038/nn.4295

Raumfahrt Der vierte Wächter ist mit Verspätung gestartet.

Gestern hob der Satellit "Sentinel-1B" an Bord einer Sojus-Trägerrakete ab. Zuvor musste der Cowntdown drei Mal wegen schlechten Wetters und technischer Probleme abgebrochen werden.

"Sentinel" ist das englische Wort für Wächter. Der 2,3 Tonnen schwere Satellit soll die Erdoberfläche mit Radarantennen abtasten. Diese Informationen werden etwa bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen gebraucht.

Sentinel-1B ergänz seinen Schwestersatelliten 1A, der vor zwei Jahren startete. Beide sind Teil des europäischen Copernicus-Programms, für das nach dem gestrigen Start bereits vier Satelliten im All sind.

Quelle: dpa

Biologie Bergsteigende Bären schützen Kirschbäume vor dem Klimawandel.

Dass Tiere zu höher gelegenen  und damit kühleren Lebensräumen wandern, um sich vor den steigenden Temperaturen zu schützen, ist bekannt. Japanische Forscher haben nun beobachtet, dass das auch für Bäume der Fall ist.

Die Bäume bekommen dabei Hilfe von asiatischen Schwarzbären. In ihrem Dung transportieren sie Samen der Bäume mehrere Hundert Meter die Berge hinauf. Dort wachsen die Bäume dann. Das helfe ihnen, mit den steigenden Temperaturen zurechtzukommen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology".

Die Studie unterstreiche, dass man die Verbreitung von Samen in Betracht ziehen müsse, wenn man die Folgen des Klimawandels abschätzen will. 

Quelle: Current Biology http://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(16)30170

Genetik Forscher machen wichtige Pflanzen widerstandsfähiger

Darum geht es in gleich drei Artikeln der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Nature Biotechnology".

Pflanzenkrankheiten vernichten 15 Prozent der weltweiten Ernten. Wissenschaftler aus sechs Ländern haben nun eine Methode entwickelt, um Weizen, Sojabohnen und Kartoffeln gegen typische Krankheiten resistent zu machen. Zunächst entnahmen sie anderen Gewächsen Gene, die vor den Krankheiten schützen. Dann fügten sie diese Gene in das Erbgut der Nutzpflanzen ein.

Im Falle der Kartoffel entnahmen sie der Pflanze "Schwarzer Nachtschatten" ein Gen, das vor Kartoffelmehltau schützt: Einer Krankheit, im 19. Jahrhundert zu einer Hungersnot in Irland führte.

Aus der Straucherbse wiederum isolierten Forscher ein Gen, das Pflanzen gegen den Asiatischen Sojarost schützen soll. Diese Krankheit führt zu Ernteverlusten von bis zu 80 Prozent.

Im Falle des Weizens schließlich, konnten Wissenschaftler zwei Gene ausfindig machen, die vor Schwarzrost schützen: Einem Pilz, der bereits oft Widerstandskräfte gegen bisherige Bekämpfungsmethoden entwickeln konnte.

Quellen Nature:

http://nature.com/articles/doi:10.1038/nbt.3540

http://nature.com/articles/doi:10.1038/nbt.3543

http://nature.com/articles/doi:10.1038/nbt.3554

Quelle: Nature

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