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06.05.2016

Gelbfieber Die Zahl der Toten bei einem Gelbfieberausbruch in Afrika steigt an

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im westafrikanischen Angola 277 Menschen an einer Gelbfieber-Infektion gestorben. Mehr als 600 Verdachtsfälle seien mittlerweile durch Laboruntersuchungen bestätigt worden. Weltweit betrachtet ist dies der verheerendste Gelbfieberausbruch seit drei Jahrzehnten.

Seit Februar wurden sechs Millionen der 24 Millionen Einwohner Angolas gegen das Virus geimpft. Überträger der Krankheit sind Mücken, die auch das Zika-Virus übertragen können. Gelbfieber kommt vor allem im tropischen Afrika, aber auch in Südamerika vor. Die meisten Fälle verlaufen mild mit grippeähnlichen Symptomen. Es kann jedoch auch zu Organversagen kommen.

Quelle: Agenturen

Biologie Schwebfliegen-Larven stehlen Beute vom fleischfressenden Sonnentau

Ein internationales Forscherteam hat in Brasilien auf den stark klebrigen Blättern von fleischfressenden Sonnentau-Pflanzen die Larven einer Schwebfliegenart entdeckt. Das Besondere daran: Die Larven sind nicht die Beute des Sonnentaus, sondern sie leben dort ungestört, um selbst Beute zu machen: Die Larven ernähren sich von festgeklebten Insekten, bis sie sich auf der nicht klebrigen Unterseite der Sonnentau-Blätter verpuppen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt PLOS ONE berichten.

Quelle: idw, PLOS ONE

Zellbiologie Forscher filmen erstmals die Entstehung eines Proteins in einer lebenden Zelle

Die US-amerikanischen Wissenschaftler setzten fluoreszierende Antikörper-Fragmente ein, um den Prozess sichtbar zu machen. Sie filmten die Entstehung eines Proteins an den Ribosomen mit einem speziellen Mikroskop, das zwei hochauflösende Kameras besitzt. Die Ribonukleinsäure, kurz RNA, bringt die genetischen Informationen für das Protein zu den Ribosomen der Zelle, wo das Protein in Windeseile zusammengebaut wird – mit zehn Aminosäuren pro Sekunde, wie die Forscher in Science schreiben.

Quelle: Eurekalert, Science

Krebsforschung Feinstaub erhöht das Sterberisiko durch Krebs deutlich

Zu diesem Ergebnis kommen chinesische und amerikanische Forscher im Fachblatt Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention. Sie hatten Ende der 90er-Jahre über 66.000 Menschen in Hong Kong in eine Datenbank aufgenommen und bis zum Jahr 2011 deren Todesursachen festgehalten. Außerdem werteten sie Daten zur Feinstabbelastung in Hong Kong aus. Demnach erhöhte sich das Risiko, an Krebs zu sterben deutlich bei den Menschen, die einer um 10 Mikrogramm erhöhten Konzentration von Feinstaub pro Kubikmeter Luft ausgesetzt waren.

Besonders deutlich stieg bei Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu sterben  - und zwar um 80 Prozent. Bei den Männern erhöhte sich zum Beispiel das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um 36 Prozent. Als besonders gefährlich gelten Feinstab-Teilchen, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 Mikrometer haben, weil sie sich tief in den Bronchien festsetzen können.

Quelle: EPI

Raumfahrt Eine zweite Trägerrakete von SpaceX landet auf einer Plattform im Atlantik

Die zweistöckige Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX startete heute Morgen vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral, und brachte einen japanischen Kommunikationssatelliten ins All.

Nach der Abtrennung des unteren Raketenteils mit dem Satelliten, landete der 70 Meter hohe obere Teil sicher auf einer Plattform im Atlantik. Die erste unbeschadete Rückkehr einer SpaceX-Rakete war am 8. April geglückt. Das Unternehmen plant, Raketen zu wiederverwertbaren Transportmitteln zu machen.

Quelle: Agenturen

Evolutionsbiologie Vielen Affen wurde es vor 34 Millionen Jahren zu kalt

Zu diesem Schluss kommen chinesische und amerikanische Biologen, nachdem sie mehrere Affen-Fossilien untersucht haben. Die Fossilien wurden in Süd-China entdeckt und gehören zu sechs neuen prähistorischen Affen-Arten, die in vielen Merkmalen den heutigen Lemuren Madagaskars ähneln. Diese kommen mit kühlen Temperaturen besser zurecht als viele Affenarten auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Forscher gehen davon aus, dass es im frühen Oligozän vor etwa 34 Millionen Jahren deutlich kühler wurde. Wärmeliebende Arten verschwanden, einige wenige jedoch, die mit der Kälte zu Recht kamen, gelangten dann auch nach Afrika und verbreiteten sich dort. Nur im heutigen Süd-China war es damals noch warm genug, damit Affen überleben konnten.

Die Studie ist im Fachmagazin Science erschienen.

Quelle: Eurekalert, Science

Embryonalforschung Forscher haben menschliche Embryonen im Labor heranwachsen lassen

Sie setzten eine Woche alte befruchtete Eizellen in Kulturschalen, in denen sich ein spezielles Nährmedium und eine Gerüststruktur befanden. Dann beobachtete das internationale Team von Wissenschaftlern, wie sich die Embryonen bis zum 13. Tag nach der Befruchtung entwickelten, völlig unabhängig von mütterlichen Einflüssen. Die Forscher hatten zuvor die unterschiedlichen Zelltypen der Embryonen chemisch markiert.

Wie die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Nature und Nature Cell Biology schreiben, trennten sich die Zellen, aus denen das Kind entsteht von den beiden Zelllinien, aus denen die Plazenta und der Dottersack hervorgehen. Die Forscher hoffen, dass ihre Versuche helfen zu verstehen, warum einige Schwangerschaften so früh enden und warum künstliche Befruchtungen so geringe Erfolgsraten besitzen.

Versuche mit Embryonen, die maximal 14 Tage alt sind, sind unter anderem in den USA, Schweden oder Großbritannien erlaubt. In Deutschland sind sie verboten.

Quelle: NatureNews

04.05.2016

Chemie Forscher wollen ein fluoreszierendes Molekül zur Chiffrierung nutzen.

Chemiker des Weizmann Instituts in Rehovot haben einen molekularen Sensor entwickelt, der auf zahlreiche Chemikalien mit spezifischen Strahlungsmustern reagiert. Die Chemikalien dienen als Verschlüsselungscode. Der Sensor, bestehend aus einem Aminosäuren-Gerüst, erzeugt unter dem Einfluss bestimmter Chemikalien charakteristische Emissionsmuster und generiert auf diese Weise einen Verschlüsselungscode.

Der Clou dieser Verschlüsselungsmethode sei, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Communications, dass die verschlüsselte Nachricht nur dekodiert werden kann, wenn der identische Sensor vorliegt und die verwendete Chemikalie bekannt ist.

Mithilfe dieses Prinzips sei es theoretisch möglich, Nachrichten in jedem denkbaren Molekül zu verstecken, so die Studienautoren.

Quelle: Nature Communications

Geschichte Archäologen könnten James Cooks "Endeavour" gefunden haben.

1768 startete Weltumsegler James Cook mit dem Schiff Endeavour auf eine von der britischen Royal Society geförderte Reise nach Tahiti, bei der die Besatzung den Venustransit von 1769 beobachten sollte.

Was mit dem Schiff nach der Rückkehr 1771 passierte, war seither unklar. Nun berichten Forscher des Rhode Island Archaeology Projects, dass das Schiff später unter dem Namen "Lord Sandwich" von den Briten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt und 1778 von aufständischen Kolonisten im Hafen von Newport versenkt wurde.

Die Archäologen haben mittlerweile neun Wracks im Hafen von Newport ausgespürt. "Lord Sandwich" gehörte demnach zu einer Gruppe von fünf Schiffen, die gemeinsam versenkt wurden. Vier dieser Wracks haben die Wissenschaftler aufgespürt.

Demnach sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich darunter auch die berühmte ehemalige Endeavour befinde, so die Forscher.

Quelle: RIMAP

Archäologie Bremen gibt menschliche Überreste an Neuseeland zurück.

Das Te Papa Museum in Wellington habe im Auftrag des Staates um eine Rückgabe gebeten, teilte der Bremer Senat mit. Die menschlichen Überreste waren bei einer Forschungsreise in den späten 1890er Jahren in den Besitz des Übersee-Museums Bremen gelangt.

Bei den Überresten der Angehörigen des Moriori-Volkes handelt es sich um zwei Skelette sowie 13 Schädel, zudem um mehrere Unterkiefer sowie weitere Skelettteile. Zudem befinden sich in der Sammlung neun Schädel von Maori, von denen einige 1906 angekauft worden seien.

Die Herausgabe sei eine freiwillige Geste der Freien Hansestadt Bremen, betonte der Senat.

Quelle: Agenturen

Fortpflanzungsbiologie Väterliche Fürsorge soll Weibchen überzeugen.

Diese Fortpflanzungsstrategie ist offenbar bei Riesenwanzen in Japan erfolgreich. Biologen der Kyoto Universität haben zwei Wasserwanzen- Spezies bei der Partnersuche beobachtet und ihre Theorie danach im Labor getestet. Dabei sollten sich Wanzenweibchen zwischen zwei Männchen entscheiden. Während das eine Männchen Wanzeneier auf dem Rücken trug und sich so um den Nachwuchs kümmerte, konnte das andere Männchen nicht mit Brutpflegeeigenschaften aufwarten.

Wie die Forscher im Fachblatt Open Science der Royal Society schreiben, präferierten die Weibchen überwiegend die Männchen, die ihre Babysitter-Eigenschaften unter Beweis gestellt hatten.

Vermutlich sei dieses Verhalten ein starker Hinweis auf eine sexuelle Selektion, so die Forscher.

Medizin Paolo Macchiarini bricht sein Schweigen.

Im Februar wurden in einer Dokumentation des schwedischen Senders SVT schwere Vorwürfe gegen den Chirurgen Paolo Macchiarini erhoben. Unter anderem soll er Patienten in Russland durch die Transplantation künstlicher Luftröhren in Lebensgefahr gebracht haben. Insgesamt pflanzte er acht Patienten in Schweden, den USA und Russland nachgebaute Organe aus Kunststoff ein, die er mit Stammzellen behandelt hatte. Sechs der Patienten starben, die beiden Überlebenden hatten schwere Komplikationen, die künstlichen Luftröhren wurden durch Spenderorgane ersetzt.

Macchiarini hat sich nun erstmals ausführlich öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. In der schwedischen Ärztezeitung "Läkartidningen" bestreitet er, seine künstlichen Organe an Menschen getestet zu haben, die nicht lebensbedrohlich krank waren. Zudem sei das Karolinska-Institut, an dem er bis vor kurzem beschäftigt war, über die Operationen informiert und damit einverstanden gewesen.

Das Karolinska-Institut hat Macchiarini nach Ausstrahlung der Dokumentation entlassen. Derzeit laufen gegen den Mediziner mehrere Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Forschungsbetrug.

Quelle: Läkartidningen, Christine Westerhaus

Diabetes Infektionen können das Diabetes-Risiko erhöhen.

Das geht aus einer Studie im Fachblatt JAMA hervor. Demnach sind virale Atemwegsinfektionen in den ersten sechs Lebensmonaten mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes assoziiert.

Für die Studie hatten Mediziner des Helmholtz Zentrums München die Daten von knapp 300.000 Kindern in Deutschland analysiert, die zwischen 2005 und 2007 geboren worden waren.

Die Kinder wurden seither jeweils vier Mal im Jahr untersucht, um

Infektionen im Hinblick auf das spätere Auftreten von Typ-1-Diabetes auszuwerten. Die Infektionen wurden nach der Lokalisation der Symptome, den Ursachen sowie dem Lebensalter ausgewertet.

Demnach erhöhen virale Atemwegserkrankungen im ersten Lebenshalbjahr signifikant das Risiko für eine Typ-1-Diabetes-Erkrankung, so die Forscher.

Quelle: JAMA, Helholtz Zentrum München

03.05.2016

Schädlingsbekämpfung Australiens Regierung will Karpfen mit Herpesviren bekämpfen

Australiens Vizeprämier hat diesen Plan im Parlament präsentiert.

Die Karpfen waren im 19. Jahrhundert nach Australien gebracht worden. In den 1960er Jahren hätten sie sich dann rasant vermehrt, wie die BBC berichtet. Dadurch verschlechtern die Karpfen die Wasserqualität einiger Flüsse und vertreiben andere Fischarten.

Die Regierung will nun mit einem Herpesvirus 95 Prozent der Karpfen töten. Erstmals war dieses Karpfen-Virus in Israel aufgetaucht.

Die Aktion soll umgerechnet 10 Millionen Dollar kosten und könnte 2018 beginnen.

Quelle: bbc, http://www.bbc.com/news/world-australia-36189409

Klimawandel Wirkstoff könnte Kühen das rülpsen austreiben

Wiederkäuer wie Kühe und Schafe verdauen ihre Nahrung indem sie sie fermentieren. Dabei entstehen organische Säuren, die den Tieren als Energiequelle dienen. Aber auch Methan, das in die Atmosphäre entweicht. Dort wirkt es als Treibhausgas, was ein Problem bei der Viehzucht darstellt.

Bereits 2014 konnten Forscher zeigen, dass ein bestimmtes Molekül die Methanproduktion hemmt: Mischten sie es dem Futter von Schafen hinzu, stießen diese weniger Methan aus. Nun hat ein internationales Wissenschaftlerteam den genauen Mechanismus dahinter entschlüsselt und im Fachblatt "PNAS" beschrieben.

Demnach deaktiviert das Molekül ein Enzym, das an der Methanproduktion im Verdauungstrakt der Tiere beteiligt ist. Die Produktion der wichtigen organischen Säuren hingegen stört das Molekül nicht.

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1600298113

Solarflieger „Solar Impulse 2“ ist in Phoenix gelandet

Damit hat der Solarflieger eine 16 stündige Etappe von Kalifornien nach Arizona beendet. 1200 Kilometer hat er dabei zurückgelegt.

Zuvor war das Solarflugzeug von Hawaii ohne Zwischenlandung nach Kalifornien geflogen. Als nächstes stehen noch einige Stopps in den USA an, bevor das Flugzeug den Atlantik überqueren soll.

Die "Solar Impulse 2" ist eine solarbetriebene, einsitzige Maschine. Sie war im März letzten Jahres zu einer Weltumrundung gestartet.

Wegen beschädigter Batterien musste sie zwischenzeitlich neun Monate lang pausieren.

Quelle: DPA

Archäologie In Spanien hat ein Spaziergänger den Fußabdruck eines Dinosaurier-Vorfahrens entdeckt

Das berichtet die Presseagentur "Associated Press" und beruft sich auf die katalanische Regierung.

Der Fundort des Fußabdrucks befinde sich 40 Kilometer nördlich von Barcelona. Der Abdruck stamme von einem Dinosaurier-Vorfahren, der vor 230 Millionen Jahren gelebt habe.

Er weise Details der Krallen und der Haut des Tieres auf und sei der besterhaltene derartige Fußabdruck, der je auf der iberischen Halbinsel gefunden wurde.

Quelle: APD

Mikrobiologie Auf der Erde könnte es über eine Billion verschiedener Mikroben-Arten geben

Zu diesem Schluss kommen zwei Biologen der amerikanischen Indiana University. Dazu werteten sie Daten zu 5,6 Millionen bekannten Arten aus. Sie schätzen, dass es auf der Erde eine Billion verschiedener Mikroben-Arten geben muss. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachblatt "PNAS" zusammengefasst.

Das bedeutet, dass lediglich ein Tausendstel eines Prozents aller Arten auf der Erde überhaupt bekannt ist.

Als Mikroben bezeichnet man Lebewesen, die derart klein sind, dass man sie einzeln mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Durch Fortschritte beim Auslesen von Erbinformationen kann man heutzutage große Mengen an Mikroben schnell und einfach identifizieren. Das hat den Forschern bei ihrer Schätzung geholfen.

Außerdem konnten sie in ihrer Arbeit einfache Gesetzmäßigkeiten der Artenvielfalt bestätigen. Etwa die, dass die Artenvielfalt mit der Anzahl einzelner Individuen in einer Probe steigt.

Quelle: pnas, http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1521291113

Astronomie Forscher finden drei Planeten, die einen roten Zwerg umkreisen

Rote Zwerge sind besonders kleine und schwach leuchtende Sterne. Die Forscher haben nun ein etwa Jupiter-großes Exemplar untersucht, das sich 40 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Wassermann befindet.

Dabei konnten sie erkennen, dass der Stern in regelmäßigen Abständen dunkler erschien. Daraus und aus weiteren Messungen schlossen sie, dass drei erdähnliche Planeten den Stern umkreisen.

Es ist das erste Mal, dass Forscher Planeten in der Umlaufbahn eines so kleinen und schwach leuchtenden Sterns finden. Eine wichtige Entdeckung, denn die Wissenschaftler werden in der Lage sein, die Atmosphären der Planeten besonders genau zu analysieren. Bei Planeten, die helle Sterne umkreisen, ist das so nicht möglich. 

Die Forscher haben ihre Entdeckung im Magazin "Nature" beschrieben.

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature17448

Nanotechnologie Britische Forscher bauen winzigen Motor

Er ist nur einige Nanometer groß und besteht aus geladenen Goldpartikeln, die mit einem Polymer verbunden sind.

Heizt man dieses Polymer mit einem Laser auf, zieht es sich schlagartig zusammen. Kühlt man es wieder ab, dehnt es sich in Bruchteilen einer Sekunde aus, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS".

Sie haben damit das Konzept für einen Nano-Motor vorgelegt, der mit einem Laser betrieben werden kann. Maschinen auf dieser Basis könnten durch Wasser schwimmen und sogar in lebende Zellen eindringen.

Quelle: pnas http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1524209113

02.05.2016

Biologie Australische Behörden wollen Wildpferde dezimieren

Die Regierung des Bundesstaates New South Wales macht die in einem Nationalpark südwestlich von Sydney lebenden rund 6000 Wildpferde für Umweltschäden verantwortlich und will die Herde daher drastisch reduzieren.

"Wir schlagen angemessene Kontrollmethoden vor, darunter einfangen, umsiedeln, erschießen, Geburtenkontrolle, und einzäunen" - heißt es in dem Plan der Regierung. In 20 Jahren sollten dort höchstens noch 600 Wildpferde leben.

Tierfreunde in Australien protestieren gegen den Plan.

Die Vorfahren der etwa eine Million Wildpferde wurden von weißen Siedlern nach Australien gebracht.

http://www.smh.com.au/environment/animals/anger-at-nsw-plans-to-cull-5000-iconic-wild-brumbies-in-snowy-mountains-20160502-gojqkp.html

Quelle: mawi, 2.5.2016, Agenturen, The Sydney Morning Herald

Ebola Impfstoff bewährt sich in erster klinischen Studie

Der Ebola-Impfstoff-Kandidat "rVSV-ZEBOV" ist an vier Standorten in Afrika und Europa an 158 gesunden Erwachsenen getestet worden.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um ein abgeschwächtes, gentechnisch verändertes VS-Virus, das Bruchstücke von einem Oberflächen-Protein des Ebola-Virus trägt.

Bei allen Teilnehmern sei das Immunsystem angeregt worden, Abwehrmoleküle gegen das Ebola-Protein zu bilden. Diese Antikörper seien auch nach sechs Monaten noch nachweisbar gewesen, berichtet ein internationales Forscherteam im "New England Journal of Medicine". Eine einmalige Impfung könnte ausreichen, um vor einer Ansteckung mit Ebola zu schützen, hoffen die Forscher.

Bei einigen der Teilnehmer kam es nach der Impfung vorübergehend zu leichtem Fieber oder auch zu Gelenkbeschwerden. Insgesamt sei der Impfstoff gut verträglich.

Der Impfstoff könnte frühestens Anfang 2017 zugelassen werden.

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1502924?af=R&rss=currentIssue

Quelle: Quelle: mawi, 2.5.2016, idw, NEJM, DOI : 0.1056/NEJMoa1502924

Teilchenbeschleuninger "Large Hadron Collider" (LHC) ruht nach Marderschaden

Ein Marder hat vergangenen Freitag einen Kurzschluss verursacht - in einer Transformatoranlage des 27 Kilometer langen Beschleunigerrings Large Hadron Collider LHC. Dies habe zu einer schweren elektrischen Störung geführt,  jetzt müssten Stromverbindungen repariert und der LHC auf eventuelle Schäden untersucht werden, teilte das CERN heute mit.

Der Marder habe den Kurzschluss nicht überlebt, hieß es.

Für den letzten ähnlichen Zwischenfall im Cern war im November 2009 ein Vogel verantwortlich. Er hatte Brotstücke fallen gelassen, die einen Kurzschluss auslösten. Daraufhin fiel das Kühlsystem des Beschleunigers vorübergehend aus. Der Vogel entkam damals unverletzt – aber hungrig.

http://indico.cern.ch/event/506407/contributions/1184968/attachments/1265776/1873815/LHC_29042016.pdf

Quelle: mawi, 2.5.2016, Agenturen, CERN

Ebola Virus kann offenbar lange Zeit im Körper ruhen

Im westafrikanischen Liberia ist es vergangenes Jahr zu einem kleineren Ausbruch gekommen – Monate, nachdem das Land offiziell "Ebola-frei" erklärt worden war.  Ein internationales Forscherteam hat den Ausbruch analysiert und kommt im Fachblatt "Science Advances" zu dem Schluss: Das Virus ruhte offenbar längere Zeit im Körper einer Frau, die die Infektion überlebt hatte, dann übertrug sie das Virus auf einen Mann.  

Wenn ein Mensch eine Ebola-Infektion überlebt, beseitigt sein Immunsystem das Virus aus dem Blut und anderen Geweben. Die Person ist dann nicht mehr ansteckend. Zuweilen findet das Virus aber den Weg in Körperbereiche, wo es vor den Angriffen des Immunsystems sicher ist: etwa die Augen, die Rückenmarksflüssigkeit oder die Hoden. Bekannt war bereits: Männer können nach einer Ebola-Infektion ein Jahr oder länger das Virus sexuell übertragen. Offenbar könne das Virus aber auch in umgekehrter Richtung von Frauen auf Männer übertragen werden.

Betroffene Länder müssten wachsam bleiben, auch wenn die Ebola-Epidemie längst offiziell beendet sei, so die Forscher.

DOI : 10.1126/sciadv.1600378

Quelle: mawi, science advances, http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1600378

Kernfusion Kernfusionsreaktor Iter wird zehn Jahre später fertig als geplant

Der Kernfusionsreaktor Iter wird zehn Jahre später fertig als geplant und wird etwa vier Milliarden Euro teurer.

Am Internationalen Kernfusionsreaktors Iter im südfranzösischen Cadarache soll durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie gewonnen werden.

Erste Test zur Herstellung eines Plasmas würden frühestens 2025 anlaufen; volle Kapazität werde der Reaktor nicht vor 2035 erreichen, sagte Iter-Generaldirektor Bernard Bigott der französischen Zeitung "Les Echos".

Die Kosten für Iter waren zunächst auf  fünf Milliarden, dann auf 14 bis 15 geschätzt worden – und jetzt also auf 18 bis 19 Milliarden Euro.    

An Iter sind neben Europa die USA, China, Indien, Japan, Russland sowie Südkorea beteiligt.

http://www.lesechos.fr/industrie-services/energie-environnement/021889734118-nucleaire-nouveau-surcout-de-4-milliards-pour-le-projet-iter-1218721.php

http://af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFL5N17Z16S

Quelle: mawi, 02.05.2016, Les Echos, Reuters

Astronomie Forscher sichten Asteroiden aus Zeit der Erdentstehung

Der Asteroid C/2014 S3 stamme ursprünglich aus dem inneren Sonnensystem - aus der Zeit, als sich die Erde gebildet hat, berichtet ein internationales Forscherteam im Online-Fachblatt "Science Advances". 

Allerdings habe der Asteroid die meiste Zeit weit draußen in unserem Sonnensystem - in der sogenannten Oortschen Wolke - verbracht, bei Temperaturen unter minus 200 Grad Celsius. Daher sei das Objekt ungewöhnlich gut erhalten.

Die bislang bekannten Asteroiden seien über Milliarden von Jahren in der Nähe der Sonne aufgeheizt worden. Das habe flüchtige Elemente verdampfen lassen und ihre chemische Zusammensetzung verändert.

Die lange Umlaufzeit von C/2014 S3 von derzeit etwa 860 Jahren lege nahe, dass der Asteroid erst vor vergleichsweise kurzer Zeit aus der Oortschen Wolke in eine Umlaufbahn gelangt ist, die ihn näher an die Sonne heranbringt.

Der Asteroid könnte helfen zu erklären, wie sich das Sonnensystem gebildet hat, aber auch, wie das Wasser auf die Erde gekommen ist.

DOI: 10.1126/sciadv.1600038

Quelle: mawi, http://advances.sciencemag.org/content/2/4/e1600038

29.04.2016

Archäologie Bauarbeiter haben einen großen Münz-Schatz entdeckt

In der südspanischen Stadt Tomares haben Bauarbeiter 19 Ton-Amphoren gefunden, in denen sich tausende römische Gold- und Silbermünzen befanden. Sie stammen aus dem vierten Jahrhundert und bringen es auf ein Gewicht von 600 Kilogramm.

Die Römer hatten mit der Eroberung des heutigen Spaniens im Jahr 218 nach Christus begonnen und dort bis zum 5. Jahrhundert geherrscht. Die Münzen seien ein einzigartiger Fund für Spanien und von unschätzbarem Wert, wie eine Expertin mitteilte.

Die Bauarbeiten im Park wurden gestoppt, damit Archäologen das Gelände weiter untersuchen können.

Quelle: dpa jst 29.04.2016 bif160429h

Fukushima Tepco verkündet ersten Erfolg beim Gefrierwall

Der unterirdische Eiswall rund um die vier Reaktorblöcke von Fukushima Daiichi soll Fortschritte machen. In den Abschnitten, in denen das Einfrieren begonnen habe, liege die Bodentemperatur inzwischen unter Null Grad Celsius, erklärt Betreiber Tepco auf Facebook.

Der unterirdische Eiswall soll das Grundwasser zurückhalten, das derzeit in großen Mengen in die zerstörten Reaktoren eindringt und stark kontaminiert wieder herausläuft. Allerding verkündete der für dieses Projekt zuständige Tepco- Ingenieur gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass auch dieser Wall die Anlage nicht vollständig isolieren könne.

Er hofft, dass künftig nur noch höchstens 50 Tonnen Wasser am Tag eindringen statt bislang 400 Tonnen.

Quelle: Facebook-Account Tepco, AP Röhrlich 29.04.2016 bif160429g

Umwelt Afrikanische Antilopen werden vom Klimawandel hart getroffen

Britische Wissenschaftler haben für 72 afrikanische Antilopenarten untersucht, wie sich deren Lebensräume in Zeiten des Klimawandels entwickeln werden. In Modellrechnungen kommen sie zu dem Schluss, dass 80 Prozent der Antilopen im Jahr 2080 weniger geeigneten Lebensraum vorfinden werden als heute.

Bereits jetzt gelten viele Antilopenarten gefährdet, da deren Verbreitungsgebiet recht klein ist, wie die Forscher im Fachblatt Current Biology schreiben. Ein Drittel aller Antilopenarten weltweit gilt momentan als gefährdet.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429f Doi: 10.1016/j.cub.2016.02.067

Humanbiologie Kinder verlieren die Lust am Spielzeug...

...wenn ihre Erwachsenen Mitspieler vom Spielzeug wegschauen.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die heute im Fachmagazin Current Biology veröffentlich wurde. US-amerikanische Forscher haben Kleinkinder, die ein Jahr alt waren, und deren Eltern mit speziellen Kameras am Kopf ausgestattet und ihnen Spielzeug bereitgestellt.

Ließen die Eltern ihre Kinder entscheiden, mit welchem der Spielzeuge sie spielen wollten, schauten die Kinder länger auf das Spielzeug, wie wenn die Eltern den Kindern ein Spielzeug präsentierten. Auch fixierten die Kinder das Spielzeug deutlich kürzer, wenn die Eltern im Raum umherblickten oder auf ihr Smartphone schauten.

Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf einem Gegenstand zu halten, sei entscheidend für die spätere Entwicklung der Kinder, was zum Beispiel Spracherwerb oder Problemlösung angehe, so die Wissenschaftler.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429e Doi: 10.1016/j.cub.2016.03.026

Medizin Forscher wandeln Hautzellen in Herzzellen um...

…und zwar mit Hilfe eines Cocktails aus neun chemischen Verbindungen.

Bislang mussten Biologen bei solchen Transformationen immer noch Gene in die Zellen einschleusen. Wie US-Wissenschaftler in Science berichten, konnten sie nach einiger Suche eine Mischung aus neun chemischen Verbindungen ausmachen, die menschliche Hautzellen zuerst in Stammzellen und dann in Herzzellen umwandeln können.

Die Forscher hoffen, eines Tages bestimmte Herzerkrankungen mit solchen Medikamenten behandeln zu können, die das Herz anregen, geschädigtes Gewebe durch neue Herzzellen zu ersetzen.

Quelle: Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429d Doi: 10.1126/science.aaf1502

Astronomie Die Japanische Raumfahrtagentur schreibt Hitomi ab

Der Satellit Hitomi war am 17. Februar ins All geschossen worden, fünf Wochen später war der Funkkontakt abgerissen. Nun gilt Hitomi, der umgerechnet 250 Millionen Euro gekostet hat, als verloren.

Die Forscher der Japanischen Raumfahrtagentur gehen von einem Software-Fehler als Ursache aus. Dieser hätte dazu geführt, dass ein Triebwerk den Satelliten beschleunigte, anstatt ihn abzubremsen. Teile des Satelliten brachen daraufhin ab.

Hitomi sollte die Röntgenstrahlung kosmischer Objekte untersuchen. Dies war ihm auch drei Tage lang gelungen. Die Forscher hatten auf eine Lebensdauer von zehn Jahren gehofft.

Quelle: NatureNews JSt 29.04.2016 bif160429c

Alternsforschung Eine Genvariante lässt Menschen alt aussehen

Personen, die eine bestimmte Genvariante besitzen, sehen im Schnitt zwei Jahre älter aus als ihre Altersgenossen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam im Fachblatt Current Biology.

Die Wissenschaftler nutzten eine Datenbank mit Fotos von 2.700 älteren Niederländern. Testpersonen hatten deren Alter eingeschätzt, manche jünger, etliche älter als sie tatsächlich waren. Anschließend suchten die Forscher im Erbgut der jünger und der älter geschätzten Probanden nach Auffälligkeiten.

Beim Gen MC1R wurden sie fündig: Menschen, die eine bestimmte Variante davon besitzen, werden im Schnitt zwei Jahre älter geschätzt. Das Gen ist bereits bekannt dafür, dass es die Haarfarbe und die Hautbräunung beeinflusst.

Der Prozess des Alterns ist jedoch komplex: Mehrere hundert Gene sind daran beteiligt.

Quelle: dpa, Eurekalert JSt 29.04.2016 bif160429b DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2

Schlafforschung Auch Reptilien fallen in unterschiedliche Schlafphasen

Forscher des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main haben erstmals bei Reptilien REM- und Delta-Schlafphasen nachweisen können. Während der REM-Phase bewegen sich die Augen stark und der Schlaf ist leicht, bei Delta-Phasen handelt es sich um den Tiefschlaf. Bislang waren diese Phasen nur von Säugetieren und Vögeln bekannt.

Die Wissenschaftler werteten elektrische Aktivitätsmuster der Gehirne von Bartagamen aus. Bei den Echsen dauere ein Schlafzyklus nur etwa 80 Sekunden - beim Menschen etwa 60 bis 90 Minuten. Die beiden Schlafphasen sind bei den Echsen etwa gleich lang, bei Säugetieren sind die REM-Phasen deutlich kürzer als die Delta-Phasen.

Wie die Forscher im Fachmagazin Science schreiben, seien die unterschiedlichen Schlafphasen vor mindestens 320 Millionen Jahren entstanden, als der gemeinsame Vorfahre von Reptilien, Vögeln und Säugetieren lebte.

Quelle: idw, Science JSt 29.04.2016 bif160429a DOI: 10.1126/science.aaf3621

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