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11.05.2016

Archäologie  Die älteste Axt der Welt stammt aus Australien

Fast 50.000 Jahre alt soll ein besonders behauener Basaltsplitter sein, den Archäologen in Westaustralien gefunden haben. Seine Form legt nahe, dass der Stein an einem Schaft montiert war und somit als Handaxt oder Beil diente. Es wäre das bislang älteste nachgewiesene Werkzeug dieser Art aus der Menschheitsgeschichte.

Ähnliche Funde, auch aus Australien, wurden bisher rund 10.000 Jahre jünger datiert. Das berichten die Forscher im Fachmagazin Australian Archaeology.

Handäxte gelten als deutlich komplexere Werkzeuge als Faustkeile, die weltweit aus steinzeitlichen Fundstätten bekannt sind. Solche Faustkeile können mehrere hunderttausend Jahre alt sein.

Quelle: Australian Archaeology

Astronomie Die Nasa hat massenhaft neue Planeten ausgemacht

Bisher waren schon 2125 extrasolare Planeten bekannt. Jetzt gaben Forscher der Nasa mit einem Schlag eine Liste von 1248 weiteren Planeten bekannt, die um andere Sterne herum kreisen. Mehr als 100 davon sollen von erdähnlicher Größe sein.

In vielen Medienberichten werden die Funde, die mit dem Weltraumteleskop Kepler gelangen, als Entdeckung gefeiert. Im Grunde handelt es sich aber nicht um eine echte Neuentdeckung. Die Forscher setzten nur eine besondere statistische Methode ein, um bereits vorhandene Daten des Kepler-Teleskops genauer zu analysieren.

Bisher hatte bei vielen der von Kepler beobachteten Sternen nur der Verdacht bestanden, dass sie Planeten besitzen. Die Forscher konnten jetzt die Existenz dieser Planeten bestätigen.

In 428 Fällen kamen sie allerdings auch zu dem Schluss, dass die gefundenen Spuren nicht von Planeten stammen können.

Die Studie ist im Fachmagazin The Astrophysical Journal erschienen.

Quelle: The Astrophysical Journal

Chemie Pekings Bäume bekommen eine Hormonbehandlung

In der chinesischen Hauptstadt wachsen viele Pappeln und Weiden. Im Frühjahr haben die Menschen dort allerdings mit Massen an fluffigen Flugsamen der Bäume zu kämpfen. Um diesem Problem Herr zu werden, setzen die lokalen Behörden in diesem Jahr erstmals auf eine Hormonbehandlung.

Tausende der Pekinger Bäume sollen laut einem Bericht des Magazins Chemistry World in den nächsten Wochen eine spezielle wässrige Lösung unter die Rinde gespritzt bekommen. Das Gemisch enthält drei Pflanzenhormone, welche gezielt das Blühen verhindern und stattdessen das vegetative Wachstum fördern.

Vor rund zehn Jahren hatten chinesische Forscher gezeigt, dass sich mit dieser Technik die Weidenblüte um mehr als 90 Prozent reduzieren lässt. Jetzt kommt das Verfahren erstmals im großen Stil zu Anwendung.

Quelle: Chemistry World

Chemie Kinoluft verrät die Wirkung von Filmszenen

Bei manchen Kinofilmen liegt die Spannung nicht nur sprichwörtlich in der Luft, sie lässt sich auch ganz real darin messen. Das haben Wissenschaftler des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie herausgefunden.  

Die Forscher zogen Luftproben aus vollen Kinosälen, in denen gerade verschiedene Blockbuster vorgeführt wurden, und analysierten sie mit einem Massenspektrometer.

Dabei zeigte sich unter anderem: Während besonders spannender Filmszenen stiegen die Werte für Kohlendioxid und Isopren in der Abluft deutlich an - ein Zeichen dafür, dass die Zuschauer schneller atmeten und unter Stress standen.

Die chemischen Signale auch weiterer Stoffe seien so eindeutig, dass sich an der Luftchemie erkennen lasse, ob eine Filmszene vom Publikum als angsteinflößend, lustig oder eher langweilig empfunden werde, so die Forscher.

Insgesamt wurden 16 Filme in die Untersuchung mit einbezogen, darunter Komödien, Action-Filme und Science-Fiction-Thriller.

Quelle: MPIC

Medizin Ein einfacher Test erkennt das Zweit-Infarktrisiko

Bis zu zehn Prozent der Patienten, die einen Herzinfarkt überstanden haben, sterben innerhalb der nächsten zwei Jahre an einem weiteren Infarkt – selbst bei guter medizinischer Betreuung. Ärzte vom Münchener Klinikum rechts der Isar haben jetzt einen einfachen Test entwickelt, mit dem sich erkennen lässt, welche Patienten ein besonders hohes Risiko tragen.

Die Kardiologen untersuchten, wie die Atmung die Herzfrequenz von Infarkt-Patienten beeinflusst. Normalerweise schlägt das Herz beim Einatmen etwas schneller, beim Ausatmen langsamer. Patienten, die auch nach einem Infarkt ein solches Muster zeigten, entpuppten sich als weniger gefährdet. Variierte das Herzschlagmuster hingegen kaum noch mit der Atmung, stieg das Risiko eines weiteren Infarktes deutlich an.

Die Studie basiert auf der Langzeitanalyse des Krankheitsverlaufes von 900 Herzinfarkt-Überlebenden. Sie ist im Journal of the American College of Cardiology erschienen.

Quelle: JACC

10.05.2016

Medizin Radon erhöht Risiko für Blutkrebs

Radon erhöht offenbar auch das Risiko für Blutkrebs insbesondere bei Frauen. Mediziner der US-amerikanischen Krebsgesellschaft haben die Daten von über 140 Tausend Teilnehmern einer 1992 begonnenen Langzeitstudie ausgewertet.  Etwa drei Tausend Teilnehmer entwickelten im Laufe der Jahre eine bösartige Erkrankung des Blutsystems.

Die Auswertung ergab, dass Frauen, die in Regionen mit einer besonders hohen natürlichen Radonbelastung lebten, ein deutlich höheres Blutkrebs-Risiko hatten.  

Warum für Frauen ein höheres Risiko bestehen könnte als für Männer, können die Forscher nicht erklären. Sie regen an, den Fund in einer weiteren, größeren Studie zu überprüfen.     

Bereits bekannt ist, dass das radioaktive Radon Lungenkrebs verursacht.

Quelle: American Cancer Society

Erneuerbare Energien Windräder in Bayern müssen weiter Abstand halten

Seit Februar 2014 gilt in Bayern beim Bau von Windrädern die Einschränkung: Der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung muss mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen. Bei modernen 200-Meter-Windkraftanlagen sind das also zwei Kilometer.

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat heute Klagen - unter anderem der Landtags-Opposition - gegen diese Einschränkung abgewiesen. Es bleibt also bei der Abstandsregelung von 2014.

Die Richter argumentieren: Neue Windräder können gebaut werden. Je niedriger sie sind, desto mehr lassen sich aufstellen - auch wenn niedrige Windräder nicht so rentabel sind.

Es sei aber nicht auf die bestmögliche Ausnutzung der technischen Möglichkeiten abzustellen, so die Richter. Es komme allein darauf an, ob ein sinnvoller Anwendungsbereich für die Windkraft verbleibe.

Biologie Bei Fischen heilen Augenverletzungen wieder

Bei Menschen richten Verletzungen der Netzhaut des Auges bislang bleibende Schäden an. Bei Fischen heilen solche Verletzungen aus. Heidelberger Forscher haben entdeckt, dass ein einziger Faktor gleich zwei zentrale Schritte des Reparatur-Prozesses auslöst.

Beim Medaka-Fisch regt der Faktor mit Namen "Atoh7" zunächst Gliazellen, die sich in der Nähe der Verletzung befinden, an, sich zu teilen, berichten die Forscher im Fachblatt "Development". Es entsteht ein Zellhaufen, der Vorläuferzellen für die Zelltypen der Netzhaut beinhaltet. Derselbe Faktor sorgt dann auch dafür, dass diese Vorläuferzellen zu allen Zelltypen ausreifen, die gebraucht werden, um den Netzhautdefekt zu reparieren.

Die Forscher wollen ausprobieren, ob der Faktor Atoh 7 auch Gliazellen des Menschen dazu bringt, sich zu teilen und dann in andere Zelltypen auszureifen. Die Wissenschaftler hoffen auf neue Behandlungsmöglichkeiten von Netzhautdefekten.

Quelle: IDW-Ticker, Development DOI: 10.1242/dev.135905

Biologie Liste bedrohter Arten in Australien ist länger geworden

In Australien kommen zahlreiche Tiere und Pflanzen vor, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Doch viele sind bedroht. Die Australische Regierung hat jetzt knapp 50 Tier- und Pflanzenarten neu auf die Liste gefährdeter Spezies gesetzt. Ziel ist es, etwa das Bürstenschwanz-Rattenkänguru, den Schwalbensittich oder Albatros- und Orchideen-Arten besser vor dem Aussterben zu schützen. Neun der neu aufgenommenen Arten gelten als besonders stark bedroht.

Australische Naturschützer kritisierten, dass die Regierung sich nicht genug gegen das Artensterben einsetze, das Australien zur Zeit erneut erlebe. Zahlreiche Säugetiere sind bereits mit der Ankunft der Europäer verschwunden.

Biologie Gruppenreisen sind sicherer für junge Lachse

Kanadische Forscher der Universität von British Columbia haben mehr als 2000 junge Lachse mit Sendern ausgestattet und deren mehr als 1000 Kilometer lange Wanderung vom Chilko-See bis in den Pazifischen Ozean verfolgt. 

Als besonders gefährlich erwies sich für die Jungfische die Reise durch den klaren, langsam fließenden Chilko River. Dort seien die meisten Verluste zu verzeichnen gewesen. Im trüberen, schnell fließenden Fraser River hätten die  Lachse bis zu 220 Kilometer am Tag zurückgelegt und beinahe alle Tiere überlebten diese Etappe.

Von den Jungtieren, die in kleinen Gruppen reisten, erreichten nur 40 Prozent den Pazifik. Besonders sicher reiste es sich in großen Gruppen: Hier überlebten über 90 Prozent der Tiere.       

Quelle: eurekalert.org

Schlafforschung Deutsche schlafen relativ wenig

Die Deutschen bekommen im Schnitt nur etwa 7 Stunden und 45 Minuten Schlaf pro Nacht – weniger als Menschen in vielen anderen Ländern.

Forscher der Universität Michigan haben das Schlafverhalten von 5.500 Menschen in 20 Ländern untersucht - mit Hilfe einer App. Vor allem der Zeitpunkt des Einschlafens werde durch Umgebung und soziale Normen bestimmt und - teils entgegen dem eigenen Schlafbedürfnis - nach hinten verschoben, schreiben die Forscher im Online-Fachblatt "Science Advances". Die innere Uhr des Einzelnen regele vor allem die Aufwachzeit, und eine spätere Einschlafzeit führe zu einem Verlust an Schlaf.

Besonders wenig Schlaf - 7 Stunden und 24 Minuten - bekommen Menschen in Japan und Singapur. Besonders viel Schlaf – 8 Stunden 12 Minuten - gönnen sich die Niederländer. Jede halbe Stunde Schlaf bedeute einen deutlichen Unterschied in puncto Leistungsfähigkeit des Gehirns und auch Langzeitgesundheit, betonen die Forscher.

Männer mittleren Alters schlafen oft weniger als die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Frauen schlafen durchschnittlich etwa 30 Minuten länger als Männer. Früher ins Bett gehen und damit mehr Schlaf bekommen zumeist die Menschen, die sich tagsüber unter freiem Himmel aufhalten

Quelle: Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.1501705

09.05.2016

Gliazellen Verletzungen des Auges heilen bei Fischen wieder

Bei Menschen richten Verletzungen der Netzhaut des Auges bislang bleibende Schäden an. Bei Fischen heilen solche Verletzungen aus. Heidelberger Forscher haben entdeckt, dass ein einziger Faktor gleich zwei zentrale Schritte des Reparatur-Prozesses auslöst.

Beim Medaka-Fisch regt der Faktor mit Namen "Atoh7" zunächst Gliazellen, die sich in der Nähe der Verletzung befinden, an, sich zu teilen, berichten die Forscher im Fachblatt "Development". Es entsteht ein Zellhaufen, der Vorläuferzellen für die Zelltypen der Netzhaut beinhaltet. Derselbe Faktor sorgt dann auch dafür, dass diese Vorläuferzellen zu allen Zelltypen ausreifen, die gebraucht werden, um den Netzhautdefekt zu reparieren. Die Forscher wollen ausprobieren, ob der Faktor "Atoh 7" auch Gliazellen des Menschen dazu bringt, sich zu teilen und dann in andere Zelltypen auszureifen. Die Wissenschaftler hoffen auf neue Behandlungsmöglichkeiten von Netzhautdefekten.

Quelle: Development

Nachtruhe Wir bekommen wenig Schlaf

Die Deutschen bekommen im Schnitt nur etwa 7 Stunden und 45 Minuten Schlaf pro Nacht – weniger als Menschen in vielen anderen Ländern. Forscher der Universität Michigan haben das Schlafverhalten von 5.500 Menschen in 20 Ländern untersucht - mit Hilfe einer App. Vor allem der Zeitpunkt des Einschlafens werde durch Umgebung und soziale Normen bestimmt und - teils entgegen dem eigenen Schlafbedürfnis - nach hinten verschoben, schreiben die Forscher im Online-Fachblatt "Science Advances". Die innere Uhr des Einzelnen regele vor allem die Aufwachzeit, und eine spätere Einschlafzeit führe zu einem Verlust an Schlaf.

Besonders wenig Schlaf - 7 Stunden und 24 Minuten - bekommen Menschen in Japan und Singapur. Besonders viel Schlaf – 8 Stunden 12 Minuten - gönnen sich die Niederländer. Jede halbe Stunde Schlaf bedeute einen deutlichen Unterschied in puncto Leistungsfähigkeit des Gehirns und auch Langzeitgesundheit, betonen die Forscher. Männer mittleren Alters schlafen oft weniger als die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Frauen schlafen durchschnittlich etwa 30 Minuten länger als Männer. Früher ins Bett gehen und damit mehr Schlaf bekommen zumeist die Menschen, die sich tagsüber unter freiem Himmel aufhalten.

Quelle: Science Advances

Biologie Gruppenreisen sind sicherer für junge Lachse

Kanadische Forscher der Universität von British Columbia haben mehr als 2000 junge Lachse mit Sendern ausgestattet und deren mehr als 1000 Kilometer lange Wanderung vom Chilko-See bis in den Pazifischen Ozean verfolgt. 

Als besonders gefährlich erwies sich für die Jungfische die Reise durch den klaren, langsam fließenden Chilko River. Dort seien die meisten Verluste zu verzeichnen gewesen. Im trüberen, schnell fließenden Fraser River hätten die  Lachse bis zu 220 Kilometer am Tag zurückgelegt und beinahe alle Tiere überlebten diese Etappe. Von den Jungtieren, die in kleinen Gruppen reisten, erreichten nur 40 Prozent den Pazifik. Besonders sicher reiste es sich in großen Gruppen: Hier überlebten über 90 Prozent der Tiere.       

Quelle: mawi

Erneuerbare Energien Windräder in Bayern müssen weiter Abstand halten

Seit Februar 2014 gilt in Bayern beim Bau von Windrädern die Einschränkung: Der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung muss mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen. Bei modernen 200-Meter-Windkraftanlagen sind das also zwei Kilometer. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat heute Klagen - unter anderem der Landtags-Opposition - gegen diese Einschränkung abgewiesen. Es bleibt also bei der Abstandsregelung von 2014.

Die Richter argumentieren: Neue Windräder können gebaut werden. Je niedriger sie sind, desto mehr lassen sich aufstellen - auch wenn niedrige Windräder nicht so rentabel sind. Es sei aber nicht auf die bestmögliche Ausnutzung der technischen Möglichkeiten abzustellen, so die Richter. Es komme allein darauf an, ob ein sinnvoller Anwendungsbereich für die Windkraft verbleibe.

Quelle: mawi

Natur-/Tierschutz Die Liste bedrohter Arten in Australien ist länger geworden

In Australien kommen zahlreiche Tiere und Pflanzen vor, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Doch viele sind bedroht. Die Australische Regierung hat jetzt knapp 50 Tier- und Pflanzenarten neu auf die Liste gefährdeter Spezies gesetzt. Ziel ist es, etwa das Bürstenschwanz-Rattenkänguru, den Schwalbensittich oder Albatros- und Orchideen-Arten besser vor dem Aussterben zu schützen. Neun der neu aufgenommenen Arten gelten als besonders stark bedroht.

Australische Naturschützer kritisierten, dass die Regierung sich nicht genug gegen das Artensterben einsetze, das Australien zurzeit erneut erlebe. Zahlreiche Säugetiere sind bereits mit der Ankunft der Europäer verschwunden.

Quelle: mawi

Krebsforschung Radon erhöht offenbar auch das Risiko für Blutkrebs

Insbesondere bei Frauen steigt das Risiko. Mediziner der US-amerikanischen Krebsgesellschaft haben die Daten von über 140 Tausend Teilnehmern einer 1992 begonnenen Langzeitstudie ausgewertet. Etwa drei Tausend Teilnehmer entwickelten im Laufe der Jahre eine bösartige Erkrankung des Blutsystems. Die Auswertung ergab, dass Frauen, die in Regionen mit einer besonders hohen natürlichen Radonbelastung lebten, ein deutlich höheres Blutkrebs-Risiko hatten. 

Warum für Frauen ein höheres Risiko bestehen könnte als für Männer, können die Forscher nicht erklären. Sie regen an, den Fund in einer weiteren, größeren Studie zu überprüfen. Bereits bekannt ist, dass das radioaktive Radon Lungenkrebs verursacht.

Quelle: American Cancer Society

Zoologie Eine einzige Schlange macht noch keine neue Art

Knapp 30 Jahre hat es gedauert. Jetzt ist klar: Bei einer 1986 erstmals in Äthiopien in den Bale Mountains entdeckten Giftschlange handelt es sich tatsächlich um eine neue Art. Zoologen vom Museum Alexander Koenig in Bonn haben mit einem internationalen Forscherteam jetzt ein zweites Exemplar untersucht, in der Fachzeitschrift "Zootaxa" beschrieben und der Art den wissenschaftlichen Namen Bitis harenna gegeben. 

Da es sich bei der neuen Art um eine giftige Schlange handelt, wollen die Forscher jetzt ihr Gift genauer charakterisieren und ein Gegengift entwickeln – für den Fall, dass einmal ein Mensch von Bitis harenna gebissen wird.

Quelle: Zootaxa

Münzenfund Ein Kletterer aus Bayern findet in der Sächsischen Schweiz einen Schatz

Das bei einer Klettertour zwischen Bad Schandau und Sebnitz entdeckte Versteck mit historischen Silbermünzen enthielt 800 bis 1000 Silbermünzern aus dem 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Münzen seien vermutlich zwischen 1817 und 1820, kurz nach dem Wiener Kongress, versteckt worden, teilte das Landesamt für Archäologie in Dresden mit. Der Finder werde eine Belohnung erhalten.

Quelle: mawi

06.05.2016

Gelbfieber Die Zahl der Toten bei einem Gelbfieberausbruch in Afrika steigt an

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im westafrikanischen Angola 277 Menschen an einer Gelbfieber-Infektion gestorben. Mehr als 600 Verdachtsfälle seien mittlerweile durch Laboruntersuchungen bestätigt worden. Weltweit betrachtet ist dies der verheerendste Gelbfieberausbruch seit drei Jahrzehnten.

Seit Februar wurden sechs Millionen der 24 Millionen Einwohner Angolas gegen das Virus geimpft. Überträger der Krankheit sind Mücken, die auch das Zika-Virus übertragen können. Gelbfieber kommt vor allem im tropischen Afrika, aber auch in Südamerika vor. Die meisten Fälle verlaufen mild mit grippeähnlichen Symptomen. Es kann jedoch auch zu Organversagen kommen.

Quelle: Agenturen

Biologie Schwebfliegen-Larven stehlen Beute vom fleischfressenden Sonnentau

Ein internationales Forscherteam hat in Brasilien auf den stark klebrigen Blättern von fleischfressenden Sonnentau-Pflanzen die Larven einer Schwebfliegenart entdeckt. Das Besondere daran: Die Larven sind nicht die Beute des Sonnentaus, sondern sie leben dort ungestört, um selbst Beute zu machen: Die Larven ernähren sich von festgeklebten Insekten, bis sie sich auf der nicht klebrigen Unterseite der Sonnentau-Blätter verpuppen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt PLOS ONE berichten.

Quelle: idw, PLOS ONE

Zellbiologie Forscher filmen erstmals die Entstehung eines Proteins in einer lebenden Zelle

Die US-amerikanischen Wissenschaftler setzten fluoreszierende Antikörper-Fragmente ein, um den Prozess sichtbar zu machen. Sie filmten die Entstehung eines Proteins an den Ribosomen mit einem speziellen Mikroskop, das zwei hochauflösende Kameras besitzt. Die Ribonukleinsäure, kurz RNA, bringt die genetischen Informationen für das Protein zu den Ribosomen der Zelle, wo das Protein in Windeseile zusammengebaut wird – mit zehn Aminosäuren pro Sekunde, wie die Forscher in Science schreiben.

Quelle: Eurekalert, Science

Krebsforschung Feinstaub erhöht das Sterberisiko durch Krebs deutlich

Zu diesem Ergebnis kommen chinesische und amerikanische Forscher im Fachblatt Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention. Sie hatten Ende der 90er-Jahre über 66.000 Menschen in Hong Kong in eine Datenbank aufgenommen und bis zum Jahr 2011 deren Todesursachen festgehalten. Außerdem werteten sie Daten zur Feinstabbelastung in Hong Kong aus. Demnach erhöhte sich das Risiko, an Krebs zu sterben deutlich bei den Menschen, die einer um 10 Mikrogramm erhöhten Konzentration von Feinstaub pro Kubikmeter Luft ausgesetzt waren.

Besonders deutlich stieg bei Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu sterben  - und zwar um 80 Prozent. Bei den Männern erhöhte sich zum Beispiel das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um 36 Prozent. Als besonders gefährlich gelten Feinstab-Teilchen, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 Mikrometer haben, weil sie sich tief in den Bronchien festsetzen können.

Quelle: EPI

Raumfahrt Eine zweite Trägerrakete von SpaceX landet auf einer Plattform im Atlantik

Die zweistöckige Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX startete heute Morgen vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral, und brachte einen japanischen Kommunikationssatelliten ins All.

Nach der Abtrennung des unteren Raketenteils mit dem Satelliten, landete der 70 Meter hohe obere Teil sicher auf einer Plattform im Atlantik. Die erste unbeschadete Rückkehr einer SpaceX-Rakete war am 8. April geglückt. Das Unternehmen plant, Raketen zu wiederverwertbaren Transportmitteln zu machen.

Quelle: Agenturen

Evolutionsbiologie Vielen Affen wurde es vor 34 Millionen Jahren zu kalt

Zu diesem Schluss kommen chinesische und amerikanische Biologen, nachdem sie mehrere Affen-Fossilien untersucht haben. Die Fossilien wurden in Süd-China entdeckt und gehören zu sechs neuen prähistorischen Affen-Arten, die in vielen Merkmalen den heutigen Lemuren Madagaskars ähneln. Diese kommen mit kühlen Temperaturen besser zurecht als viele Affenarten auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Forscher gehen davon aus, dass es im frühen Oligozän vor etwa 34 Millionen Jahren deutlich kühler wurde. Wärmeliebende Arten verschwanden, einige wenige jedoch, die mit der Kälte zu Recht kamen, gelangten dann auch nach Afrika und verbreiteten sich dort. Nur im heutigen Süd-China war es damals noch warm genug, damit Affen überleben konnten.

Die Studie ist im Fachmagazin Science erschienen.

Quelle: Eurekalert, Science

Embryonalforschung Forscher haben menschliche Embryonen im Labor heranwachsen lassen

Sie setzten eine Woche alte befruchtete Eizellen in Kulturschalen, in denen sich ein spezielles Nährmedium und eine Gerüststruktur befanden. Dann beobachtete das internationale Team von Wissenschaftlern, wie sich die Embryonen bis zum 13. Tag nach der Befruchtung entwickelten, völlig unabhängig von mütterlichen Einflüssen. Die Forscher hatten zuvor die unterschiedlichen Zelltypen der Embryonen chemisch markiert.

Wie die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Nature und Nature Cell Biology schreiben, trennten sich die Zellen, aus denen das Kind entsteht von den beiden Zelllinien, aus denen die Plazenta und der Dottersack hervorgehen. Die Forscher hoffen, dass ihre Versuche helfen zu verstehen, warum einige Schwangerschaften so früh enden und warum künstliche Befruchtungen so geringe Erfolgsraten besitzen.

Versuche mit Embryonen, die maximal 14 Tage alt sind, sind unter anderem in den USA, Schweden oder Großbritannien erlaubt. In Deutschland sind sie verboten.

Quelle: NatureNews

04.05.2016

Chemie Forscher wollen ein fluoreszierendes Molekül zur Chiffrierung nutzen.

Chemiker des Weizmann Instituts in Rehovot haben einen molekularen Sensor entwickelt, der auf zahlreiche Chemikalien mit spezifischen Strahlungsmustern reagiert. Die Chemikalien dienen als Verschlüsselungscode. Der Sensor, bestehend aus einem Aminosäuren-Gerüst, erzeugt unter dem Einfluss bestimmter Chemikalien charakteristische Emissionsmuster und generiert auf diese Weise einen Verschlüsselungscode.

Der Clou dieser Verschlüsselungsmethode sei, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Communications, dass die verschlüsselte Nachricht nur dekodiert werden kann, wenn der identische Sensor vorliegt und die verwendete Chemikalie bekannt ist.

Mithilfe dieses Prinzips sei es theoretisch möglich, Nachrichten in jedem denkbaren Molekül zu verstecken, so die Studienautoren.

Quelle: Nature Communications

Geschichte Archäologen könnten James Cooks "Endeavour" gefunden haben.

1768 startete Weltumsegler James Cook mit dem Schiff Endeavour auf eine von der britischen Royal Society geförderte Reise nach Tahiti, bei der die Besatzung den Venustransit von 1769 beobachten sollte.

Was mit dem Schiff nach der Rückkehr 1771 passierte, war seither unklar. Nun berichten Forscher des Rhode Island Archaeology Projects, dass das Schiff später unter dem Namen "Lord Sandwich" von den Briten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt und 1778 von aufständischen Kolonisten im Hafen von Newport versenkt wurde.

Die Archäologen haben mittlerweile neun Wracks im Hafen von Newport ausgespürt. "Lord Sandwich" gehörte demnach zu einer Gruppe von fünf Schiffen, die gemeinsam versenkt wurden. Vier dieser Wracks haben die Wissenschaftler aufgespürt.

Demnach sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich darunter auch die berühmte ehemalige Endeavour befinde, so die Forscher.

Quelle: RIMAP

Archäologie Bremen gibt menschliche Überreste an Neuseeland zurück.

Das Te Papa Museum in Wellington habe im Auftrag des Staates um eine Rückgabe gebeten, teilte der Bremer Senat mit. Die menschlichen Überreste waren bei einer Forschungsreise in den späten 1890er Jahren in den Besitz des Übersee-Museums Bremen gelangt.

Bei den Überresten der Angehörigen des Moriori-Volkes handelt es sich um zwei Skelette sowie 13 Schädel, zudem um mehrere Unterkiefer sowie weitere Skelettteile. Zudem befinden sich in der Sammlung neun Schädel von Maori, von denen einige 1906 angekauft worden seien.

Die Herausgabe sei eine freiwillige Geste der Freien Hansestadt Bremen, betonte der Senat.

Quelle: Agenturen

Fortpflanzungsbiologie Väterliche Fürsorge soll Weibchen überzeugen.

Diese Fortpflanzungsstrategie ist offenbar bei Riesenwanzen in Japan erfolgreich. Biologen der Kyoto Universität haben zwei Wasserwanzen- Spezies bei der Partnersuche beobachtet und ihre Theorie danach im Labor getestet. Dabei sollten sich Wanzenweibchen zwischen zwei Männchen entscheiden. Während das eine Männchen Wanzeneier auf dem Rücken trug und sich so um den Nachwuchs kümmerte, konnte das andere Männchen nicht mit Brutpflegeeigenschaften aufwarten.

Wie die Forscher im Fachblatt Open Science der Royal Society schreiben, präferierten die Weibchen überwiegend die Männchen, die ihre Babysitter-Eigenschaften unter Beweis gestellt hatten.

Vermutlich sei dieses Verhalten ein starker Hinweis auf eine sexuelle Selektion, so die Forscher.

Medizin Paolo Macchiarini bricht sein Schweigen.

Im Februar wurden in einer Dokumentation des schwedischen Senders SVT schwere Vorwürfe gegen den Chirurgen Paolo Macchiarini erhoben. Unter anderem soll er Patienten in Russland durch die Transplantation künstlicher Luftröhren in Lebensgefahr gebracht haben. Insgesamt pflanzte er acht Patienten in Schweden, den USA und Russland nachgebaute Organe aus Kunststoff ein, die er mit Stammzellen behandelt hatte. Sechs der Patienten starben, die beiden Überlebenden hatten schwere Komplikationen, die künstlichen Luftröhren wurden durch Spenderorgane ersetzt.

Macchiarini hat sich nun erstmals ausführlich öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. In der schwedischen Ärztezeitung "Läkartidningen" bestreitet er, seine künstlichen Organe an Menschen getestet zu haben, die nicht lebensbedrohlich krank waren. Zudem sei das Karolinska-Institut, an dem er bis vor kurzem beschäftigt war, über die Operationen informiert und damit einverstanden gewesen.

Das Karolinska-Institut hat Macchiarini nach Ausstrahlung der Dokumentation entlassen. Derzeit laufen gegen den Mediziner mehrere Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Forschungsbetrug.

Quelle: Läkartidningen, Christine Westerhaus

Diabetes Infektionen können das Diabetes-Risiko erhöhen.

Das geht aus einer Studie im Fachblatt JAMA hervor. Demnach sind virale Atemwegsinfektionen in den ersten sechs Lebensmonaten mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes assoziiert.

Für die Studie hatten Mediziner des Helmholtz Zentrums München die Daten von knapp 300.000 Kindern in Deutschland analysiert, die zwischen 2005 und 2007 geboren worden waren.

Die Kinder wurden seither jeweils vier Mal im Jahr untersucht, um

Infektionen im Hinblick auf das spätere Auftreten von Typ-1-Diabetes auszuwerten. Die Infektionen wurden nach der Lokalisation der Symptome, den Ursachen sowie dem Lebensalter ausgewertet.

Demnach erhöhen virale Atemwegserkrankungen im ersten Lebenshalbjahr signifikant das Risiko für eine Typ-1-Diabetes-Erkrankung, so die Forscher.

Quelle: JAMA, Helholtz Zentrum München

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