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12.05.2016

Polar- und Meeresforschung Die "Polarstern" ist zurück im heimischen Hafen

Nach einer sechsmonatigen Expedition in die Antarktis ist das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts nach Bremerhaven zurückgekehrt. Bei ihrer Fahrt war die "Polarstern" bis zum Filchner-Graben im Südpolarmeer unterwegs. Dort trifft sehr kaltes Eisschelfwasser auf vergleichsweise warmes Tiefseewasser.

Die Forscher untersuchten vor Ort die Meeresströmungen sowie die Artenvielfalt. Das Aufeinandertreffen der Wassermassen treibt die Ozeanzirkulation an und ist für die Belüftung der Tiefsee wichtig.

Die nächste Expedition der Polarstern ist für Juni geplant und soll in die Arktis gehen.

Quelle: DPA / AWI

Raumfahrt Der Drache ist gelandet

Dragon, ein Raumfrachter des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, ist von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Nach seiner Landung im Pazifik wurde der unbemannte Frachter zum Entladen in den Hafen von Los Angeles gebracht. An Bord befanden sich 1.500 Kilogramm Müll und wissenschaftliche Experimente. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit.

Dragon hatte im April Versorgungsnachschub zur ISS gebracht und war danach für einen Monat an der Raumstation angedockt geblieben.

Quelle: DPA

Medizin Forscher können Zika-Infektionen an Mäusen untersuchen

Gleich zwei Forschergruppen ist es gelungen, ein Maus-Modell für das Zika-Virus zu entwickeln. Da die Tiere normalerweise nicht am Zika-Virus erkranken, mussten die Forscher ihr Immunsystem künstlich schwächen. Anschließend konnten sie bei den Mäusejungen dieselben Schädigungen sehen, die Ärzte in Südamerika bei Menschen beobachten, schreiben die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Nature und Cell.

Außerdem halten es die Forscher für erwiesen, dass die Infektion mit der brasilianischen Linie des Zika-Virus ausreicht, um die Gehirnentwicklung von Föten im Mutterleib zu stören. Bislang wurde vermutet, dass noch weitere Faktoren hinzukommen müssen, um eine Mikrozephalie auszulösen - Umweltfaktoren oder frühere Erkrankungen mit nah verwandten Viren zum Beispiel.

Quelle: Nature/ Cell

Medizin Dicke Luft tötet jährlich mehr als drei Millionen Menschen

Das geht aus einer Studie hervor, die die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf vorgestellt hat. Dafür wurde die Luftqualität von 3000 Städten in 103 Ländern ausgewertet.

Laut der Studie sind 80 Prozent der Bewohner der erfassten Städte von Luftverschmutzung in einem Ausmaß betroffen, dass das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte oder Lungenkrebs erhöht. Der belastende Feinstaub entsteht vor allem durch Emissionen aus Fahrzeugen, Kraftwerken oder das Verbrennen von Holz zum Heizen und Kochen.

Besonders schlecht sei die Stadtluft in den Entwicklungsländern. In Neu Delhi, Kairo und Dhaka wurden die Grenzwerte der WHO um das Fünf- bis Zehnfache überschritten. Aber auch in den Industrienationen lagen 56 Prozent der Messungen über den Grenzwerten.

Positiv vermerkt sind in dem Bericht dagegen die Bemühungen vieler wohlhabender Länder, die Luftqualität zu verbessern. Trotzdem hat die Luftverschmutzung weltweit zwischen 2008 und 2013 um acht Prozent zugenommen.

Quelle: WHO / DPA

Meeresforschung Eine Volkszählung zeigt die artenreichsten Regionen der Tiefsee

Und diese liegen, anders als in flacheren Gewässern, nicht am Äquator sondern näher an den Erdpolen. Zu diesem Ergebnis kommen australische Meeresökologen, die die globale Verteilung von Schlangensternen untersucht haben. Die meisten Arten des Seestern-Verwandten fanden sich in der Tiefsee zwischen dem 30. und 50. Breitengrad, schreiben die Forscher im Fachmagazin Nature.

Als Grund für diese Verteilung konnten die Wissenschaftler die Verfügbarkeit von Kohlenstoffverbindungen ausmachen, von denen sich die Schlangensterne ernähren. In flacheren Gewässern ist stattdessen die Wassertemperatur für die Artenvielfalt entscheidend.

In die Studie flossen Daten von 1.500 Forschungsexpeditionen ein, bei denen mehr als 2000 Schlangenstern-Arten gefunden wurden. Da diese häufig die Fauna am Meeresboden dominieren, eigenen sie sich als Indikator für die Biodiversität vor Ort.

Quelle: Nature

Medizin Bakterien auf der Kopfhaut könnten für Schuppen verantwortlich sein

Und nicht, wie oft vermutet, bestimmte Pilze. Das haben japanische Forscher herausgefunden. Ihre Studie, die im Fachblatt Scientific Reports erschienen ist, zeigt, dass das Gleichgewicht verschiedener Bakterienarten auf der Kopfhaut die Schuppenbildung beeinflusst.

Probanden, auf deren Kopf die Forscher mehr Staphylokokken und weniger Propionibakterien fanden, hatten im Durchschnitt mehr Schuppen als jene Probanden, bei denen mehr Propionibakterien vorkamen.

Entscheidend für das bakterielle Gleichgewicht könnte die Talgproduktion der Haut sein. Probanden mit geringerer Talgproduktion hatten sowohl mehr Staphylokokken als auch mehr Schuppen auf dem Kopf.

Quelle: Scientific Reports / DPA

11.05.2016

Archäologie  Die älteste Axt der Welt stammt aus Australien

Fast 50.000 Jahre alt soll ein besonders behauener Basaltsplitter sein, den Archäologen in Westaustralien gefunden haben. Seine Form legt nahe, dass der Stein an einem Schaft montiert war und somit als Handaxt oder Beil diente. Es wäre das bislang älteste nachgewiesene Werkzeug dieser Art aus der Menschheitsgeschichte.

Ähnliche Funde, auch aus Australien, wurden bisher rund 10.000 Jahre jünger datiert. Das berichten die Forscher im Fachmagazin Australian Archaeology.

Handäxte gelten als deutlich komplexere Werkzeuge als Faustkeile, die weltweit aus steinzeitlichen Fundstätten bekannt sind. Solche Faustkeile können mehrere hunderttausend Jahre alt sein.

Quelle: Australian Archaeology

Astronomie Die Nasa hat massenhaft neue Planeten ausgemacht

Bisher waren schon 2125 extrasolare Planeten bekannt. Jetzt gaben Forscher der Nasa mit einem Schlag eine Liste von 1248 weiteren Planeten bekannt, die um andere Sterne herum kreisen. Mehr als 100 davon sollen von erdähnlicher Größe sein.

In vielen Medienberichten werden die Funde, die mit dem Weltraumteleskop Kepler gelangen, als Entdeckung gefeiert. Im Grunde handelt es sich aber nicht um eine echte Neuentdeckung. Die Forscher setzten nur eine besondere statistische Methode ein, um bereits vorhandene Daten des Kepler-Teleskops genauer zu analysieren.

Bisher hatte bei vielen der von Kepler beobachteten Sternen nur der Verdacht bestanden, dass sie Planeten besitzen. Die Forscher konnten jetzt die Existenz dieser Planeten bestätigen.

In 428 Fällen kamen sie allerdings auch zu dem Schluss, dass die gefundenen Spuren nicht von Planeten stammen können.

Die Studie ist im Fachmagazin The Astrophysical Journal erschienen.

Quelle: The Astrophysical Journal

Chemie Pekings Bäume bekommen eine Hormonbehandlung

In der chinesischen Hauptstadt wachsen viele Pappeln und Weiden. Im Frühjahr haben die Menschen dort allerdings mit Massen an fluffigen Flugsamen der Bäume zu kämpfen. Um diesem Problem Herr zu werden, setzen die lokalen Behörden in diesem Jahr erstmals auf eine Hormonbehandlung.

Tausende der Pekinger Bäume sollen laut einem Bericht des Magazins Chemistry World in den nächsten Wochen eine spezielle wässrige Lösung unter die Rinde gespritzt bekommen. Das Gemisch enthält drei Pflanzenhormone, welche gezielt das Blühen verhindern und stattdessen das vegetative Wachstum fördern.

Vor rund zehn Jahren hatten chinesische Forscher gezeigt, dass sich mit dieser Technik die Weidenblüte um mehr als 90 Prozent reduzieren lässt. Jetzt kommt das Verfahren erstmals im großen Stil zu Anwendung.

Quelle: Chemistry World

Chemie Kinoluft verrät die Wirkung von Filmszenen

Bei manchen Kinofilmen liegt die Spannung nicht nur sprichwörtlich in der Luft, sie lässt sich auch ganz real darin messen. Das haben Wissenschaftler des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie herausgefunden.  

Die Forscher zogen Luftproben aus vollen Kinosälen, in denen gerade verschiedene Blockbuster vorgeführt wurden, und analysierten sie mit einem Massenspektrometer.

Dabei zeigte sich unter anderem: Während besonders spannender Filmszenen stiegen die Werte für Kohlendioxid und Isopren in der Abluft deutlich an - ein Zeichen dafür, dass die Zuschauer schneller atmeten und unter Stress standen.

Die chemischen Signale auch weiterer Stoffe seien so eindeutig, dass sich an der Luftchemie erkennen lasse, ob eine Filmszene vom Publikum als angsteinflößend, lustig oder eher langweilig empfunden werde, so die Forscher.

Insgesamt wurden 16 Filme in die Untersuchung mit einbezogen, darunter Komödien, Action-Filme und Science-Fiction-Thriller.

Quelle: MPIC

Medizin Ein einfacher Test erkennt das Zweit-Infarktrisiko

Bis zu zehn Prozent der Patienten, die einen Herzinfarkt überstanden haben, sterben innerhalb der nächsten zwei Jahre an einem weiteren Infarkt – selbst bei guter medizinischer Betreuung. Ärzte vom Münchener Klinikum rechts der Isar haben jetzt einen einfachen Test entwickelt, mit dem sich erkennen lässt, welche Patienten ein besonders hohes Risiko tragen.

Die Kardiologen untersuchten, wie die Atmung die Herzfrequenz von Infarkt-Patienten beeinflusst. Normalerweise schlägt das Herz beim Einatmen etwas schneller, beim Ausatmen langsamer. Patienten, die auch nach einem Infarkt ein solches Muster zeigten, entpuppten sich als weniger gefährdet. Variierte das Herzschlagmuster hingegen kaum noch mit der Atmung, stieg das Risiko eines weiteren Infarktes deutlich an.

Die Studie basiert auf der Langzeitanalyse des Krankheitsverlaufes von 900 Herzinfarkt-Überlebenden. Sie ist im Journal of the American College of Cardiology erschienen.

Quelle: JACC

10.05.2016

Medizin Radon erhöht Risiko für Blutkrebs

Radon erhöht offenbar auch das Risiko für Blutkrebs insbesondere bei Frauen. Mediziner der US-amerikanischen Krebsgesellschaft haben die Daten von über 140 Tausend Teilnehmern einer 1992 begonnenen Langzeitstudie ausgewertet.  Etwa drei Tausend Teilnehmer entwickelten im Laufe der Jahre eine bösartige Erkrankung des Blutsystems.

Die Auswertung ergab, dass Frauen, die in Regionen mit einer besonders hohen natürlichen Radonbelastung lebten, ein deutlich höheres Blutkrebs-Risiko hatten.  

Warum für Frauen ein höheres Risiko bestehen könnte als für Männer, können die Forscher nicht erklären. Sie regen an, den Fund in einer weiteren, größeren Studie zu überprüfen.     

Bereits bekannt ist, dass das radioaktive Radon Lungenkrebs verursacht.

Quelle: American Cancer Society

Erneuerbare Energien Windräder in Bayern müssen weiter Abstand halten

Seit Februar 2014 gilt in Bayern beim Bau von Windrädern die Einschränkung: Der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung muss mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen. Bei modernen 200-Meter-Windkraftanlagen sind das also zwei Kilometer.

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat heute Klagen - unter anderem der Landtags-Opposition - gegen diese Einschränkung abgewiesen. Es bleibt also bei der Abstandsregelung von 2014.

Die Richter argumentieren: Neue Windräder können gebaut werden. Je niedriger sie sind, desto mehr lassen sich aufstellen - auch wenn niedrige Windräder nicht so rentabel sind.

Es sei aber nicht auf die bestmögliche Ausnutzung der technischen Möglichkeiten abzustellen, so die Richter. Es komme allein darauf an, ob ein sinnvoller Anwendungsbereich für die Windkraft verbleibe.

Biologie Bei Fischen heilen Augenverletzungen wieder

Bei Menschen richten Verletzungen der Netzhaut des Auges bislang bleibende Schäden an. Bei Fischen heilen solche Verletzungen aus. Heidelberger Forscher haben entdeckt, dass ein einziger Faktor gleich zwei zentrale Schritte des Reparatur-Prozesses auslöst.

Beim Medaka-Fisch regt der Faktor mit Namen "Atoh7" zunächst Gliazellen, die sich in der Nähe der Verletzung befinden, an, sich zu teilen, berichten die Forscher im Fachblatt "Development". Es entsteht ein Zellhaufen, der Vorläuferzellen für die Zelltypen der Netzhaut beinhaltet. Derselbe Faktor sorgt dann auch dafür, dass diese Vorläuferzellen zu allen Zelltypen ausreifen, die gebraucht werden, um den Netzhautdefekt zu reparieren.

Die Forscher wollen ausprobieren, ob der Faktor Atoh 7 auch Gliazellen des Menschen dazu bringt, sich zu teilen und dann in andere Zelltypen auszureifen. Die Wissenschaftler hoffen auf neue Behandlungsmöglichkeiten von Netzhautdefekten.

Quelle: IDW-Ticker, Development DOI: 10.1242/dev.135905

Biologie Liste bedrohter Arten in Australien ist länger geworden

In Australien kommen zahlreiche Tiere und Pflanzen vor, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Doch viele sind bedroht. Die Australische Regierung hat jetzt knapp 50 Tier- und Pflanzenarten neu auf die Liste gefährdeter Spezies gesetzt. Ziel ist es, etwa das Bürstenschwanz-Rattenkänguru, den Schwalbensittich oder Albatros- und Orchideen-Arten besser vor dem Aussterben zu schützen. Neun der neu aufgenommenen Arten gelten als besonders stark bedroht.

Australische Naturschützer kritisierten, dass die Regierung sich nicht genug gegen das Artensterben einsetze, das Australien zur Zeit erneut erlebe. Zahlreiche Säugetiere sind bereits mit der Ankunft der Europäer verschwunden.

Biologie Gruppenreisen sind sicherer für junge Lachse

Kanadische Forscher der Universität von British Columbia haben mehr als 2000 junge Lachse mit Sendern ausgestattet und deren mehr als 1000 Kilometer lange Wanderung vom Chilko-See bis in den Pazifischen Ozean verfolgt. 

Als besonders gefährlich erwies sich für die Jungfische die Reise durch den klaren, langsam fließenden Chilko River. Dort seien die meisten Verluste zu verzeichnen gewesen. Im trüberen, schnell fließenden Fraser River hätten die  Lachse bis zu 220 Kilometer am Tag zurückgelegt und beinahe alle Tiere überlebten diese Etappe.

Von den Jungtieren, die in kleinen Gruppen reisten, erreichten nur 40 Prozent den Pazifik. Besonders sicher reiste es sich in großen Gruppen: Hier überlebten über 90 Prozent der Tiere.       

Quelle: eurekalert.org

Schlafforschung Deutsche schlafen relativ wenig

Die Deutschen bekommen im Schnitt nur etwa 7 Stunden und 45 Minuten Schlaf pro Nacht – weniger als Menschen in vielen anderen Ländern.

Forscher der Universität Michigan haben das Schlafverhalten von 5.500 Menschen in 20 Ländern untersucht - mit Hilfe einer App. Vor allem der Zeitpunkt des Einschlafens werde durch Umgebung und soziale Normen bestimmt und - teils entgegen dem eigenen Schlafbedürfnis - nach hinten verschoben, schreiben die Forscher im Online-Fachblatt "Science Advances". Die innere Uhr des Einzelnen regele vor allem die Aufwachzeit, und eine spätere Einschlafzeit führe zu einem Verlust an Schlaf.

Besonders wenig Schlaf - 7 Stunden und 24 Minuten - bekommen Menschen in Japan und Singapur. Besonders viel Schlaf – 8 Stunden 12 Minuten - gönnen sich die Niederländer. Jede halbe Stunde Schlaf bedeute einen deutlichen Unterschied in puncto Leistungsfähigkeit des Gehirns und auch Langzeitgesundheit, betonen die Forscher.

Männer mittleren Alters schlafen oft weniger als die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Frauen schlafen durchschnittlich etwa 30 Minuten länger als Männer. Früher ins Bett gehen und damit mehr Schlaf bekommen zumeist die Menschen, die sich tagsüber unter freiem Himmel aufhalten

Quelle: Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.1501705

09.05.2016

Gliazellen Verletzungen des Auges heilen bei Fischen wieder

Bei Menschen richten Verletzungen der Netzhaut des Auges bislang bleibende Schäden an. Bei Fischen heilen solche Verletzungen aus. Heidelberger Forscher haben entdeckt, dass ein einziger Faktor gleich zwei zentrale Schritte des Reparatur-Prozesses auslöst.

Beim Medaka-Fisch regt der Faktor mit Namen "Atoh7" zunächst Gliazellen, die sich in der Nähe der Verletzung befinden, an, sich zu teilen, berichten die Forscher im Fachblatt "Development". Es entsteht ein Zellhaufen, der Vorläuferzellen für die Zelltypen der Netzhaut beinhaltet. Derselbe Faktor sorgt dann auch dafür, dass diese Vorläuferzellen zu allen Zelltypen ausreifen, die gebraucht werden, um den Netzhautdefekt zu reparieren. Die Forscher wollen ausprobieren, ob der Faktor "Atoh 7" auch Gliazellen des Menschen dazu bringt, sich zu teilen und dann in andere Zelltypen auszureifen. Die Wissenschaftler hoffen auf neue Behandlungsmöglichkeiten von Netzhautdefekten.

Quelle: Development

Nachtruhe Wir bekommen wenig Schlaf

Die Deutschen bekommen im Schnitt nur etwa 7 Stunden und 45 Minuten Schlaf pro Nacht – weniger als Menschen in vielen anderen Ländern. Forscher der Universität Michigan haben das Schlafverhalten von 5.500 Menschen in 20 Ländern untersucht - mit Hilfe einer App. Vor allem der Zeitpunkt des Einschlafens werde durch Umgebung und soziale Normen bestimmt und - teils entgegen dem eigenen Schlafbedürfnis - nach hinten verschoben, schreiben die Forscher im Online-Fachblatt "Science Advances". Die innere Uhr des Einzelnen regele vor allem die Aufwachzeit, und eine spätere Einschlafzeit führe zu einem Verlust an Schlaf.

Besonders wenig Schlaf - 7 Stunden und 24 Minuten - bekommen Menschen in Japan und Singapur. Besonders viel Schlaf – 8 Stunden 12 Minuten - gönnen sich die Niederländer. Jede halbe Stunde Schlaf bedeute einen deutlichen Unterschied in puncto Leistungsfähigkeit des Gehirns und auch Langzeitgesundheit, betonen die Forscher. Männer mittleren Alters schlafen oft weniger als die empfohlenen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Frauen schlafen durchschnittlich etwa 30 Minuten länger als Männer. Früher ins Bett gehen und damit mehr Schlaf bekommen zumeist die Menschen, die sich tagsüber unter freiem Himmel aufhalten.

Quelle: Science Advances

Biologie Gruppenreisen sind sicherer für junge Lachse

Kanadische Forscher der Universität von British Columbia haben mehr als 2000 junge Lachse mit Sendern ausgestattet und deren mehr als 1000 Kilometer lange Wanderung vom Chilko-See bis in den Pazifischen Ozean verfolgt. 

Als besonders gefährlich erwies sich für die Jungfische die Reise durch den klaren, langsam fließenden Chilko River. Dort seien die meisten Verluste zu verzeichnen gewesen. Im trüberen, schnell fließenden Fraser River hätten die  Lachse bis zu 220 Kilometer am Tag zurückgelegt und beinahe alle Tiere überlebten diese Etappe. Von den Jungtieren, die in kleinen Gruppen reisten, erreichten nur 40 Prozent den Pazifik. Besonders sicher reiste es sich in großen Gruppen: Hier überlebten über 90 Prozent der Tiere.       

Quelle: mawi

Erneuerbare Energien Windräder in Bayern müssen weiter Abstand halten

Seit Februar 2014 gilt in Bayern beim Bau von Windrädern die Einschränkung: Der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung muss mindestens das Zehnfache der Bauhöhe betragen. Bei modernen 200-Meter-Windkraftanlagen sind das also zwei Kilometer. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat heute Klagen - unter anderem der Landtags-Opposition - gegen diese Einschränkung abgewiesen. Es bleibt also bei der Abstandsregelung von 2014.

Die Richter argumentieren: Neue Windräder können gebaut werden. Je niedriger sie sind, desto mehr lassen sich aufstellen - auch wenn niedrige Windräder nicht so rentabel sind. Es sei aber nicht auf die bestmögliche Ausnutzung der technischen Möglichkeiten abzustellen, so die Richter. Es komme allein darauf an, ob ein sinnvoller Anwendungsbereich für die Windkraft verbleibe.

Quelle: mawi

Natur-/Tierschutz Die Liste bedrohter Arten in Australien ist länger geworden

In Australien kommen zahlreiche Tiere und Pflanzen vor, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Doch viele sind bedroht. Die Australische Regierung hat jetzt knapp 50 Tier- und Pflanzenarten neu auf die Liste gefährdeter Spezies gesetzt. Ziel ist es, etwa das Bürstenschwanz-Rattenkänguru, den Schwalbensittich oder Albatros- und Orchideen-Arten besser vor dem Aussterben zu schützen. Neun der neu aufgenommenen Arten gelten als besonders stark bedroht.

Australische Naturschützer kritisierten, dass die Regierung sich nicht genug gegen das Artensterben einsetze, das Australien zurzeit erneut erlebe. Zahlreiche Säugetiere sind bereits mit der Ankunft der Europäer verschwunden.

Quelle: mawi

Krebsforschung Radon erhöht offenbar auch das Risiko für Blutkrebs

Insbesondere bei Frauen steigt das Risiko. Mediziner der US-amerikanischen Krebsgesellschaft haben die Daten von über 140 Tausend Teilnehmern einer 1992 begonnenen Langzeitstudie ausgewertet. Etwa drei Tausend Teilnehmer entwickelten im Laufe der Jahre eine bösartige Erkrankung des Blutsystems. Die Auswertung ergab, dass Frauen, die in Regionen mit einer besonders hohen natürlichen Radonbelastung lebten, ein deutlich höheres Blutkrebs-Risiko hatten. 

Warum für Frauen ein höheres Risiko bestehen könnte als für Männer, können die Forscher nicht erklären. Sie regen an, den Fund in einer weiteren, größeren Studie zu überprüfen. Bereits bekannt ist, dass das radioaktive Radon Lungenkrebs verursacht.

Quelle: American Cancer Society

Zoologie Eine einzige Schlange macht noch keine neue Art

Knapp 30 Jahre hat es gedauert. Jetzt ist klar: Bei einer 1986 erstmals in Äthiopien in den Bale Mountains entdeckten Giftschlange handelt es sich tatsächlich um eine neue Art. Zoologen vom Museum Alexander Koenig in Bonn haben mit einem internationalen Forscherteam jetzt ein zweites Exemplar untersucht, in der Fachzeitschrift "Zootaxa" beschrieben und der Art den wissenschaftlichen Namen Bitis harenna gegeben. 

Da es sich bei der neuen Art um eine giftige Schlange handelt, wollen die Forscher jetzt ihr Gift genauer charakterisieren und ein Gegengift entwickeln – für den Fall, dass einmal ein Mensch von Bitis harenna gebissen wird.

Quelle: Zootaxa

Münzenfund Ein Kletterer aus Bayern findet in der Sächsischen Schweiz einen Schatz

Das bei einer Klettertour zwischen Bad Schandau und Sebnitz entdeckte Versteck mit historischen Silbermünzen enthielt 800 bis 1000 Silbermünzern aus dem 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert. Die Münzen seien vermutlich zwischen 1817 und 1820, kurz nach dem Wiener Kongress, versteckt worden, teilte das Landesamt für Archäologie in Dresden mit. Der Finder werde eine Belohnung erhalten.

Quelle: mawi

06.05.2016

Gelbfieber Die Zahl der Toten bei einem Gelbfieberausbruch in Afrika steigt an

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im westafrikanischen Angola 277 Menschen an einer Gelbfieber-Infektion gestorben. Mehr als 600 Verdachtsfälle seien mittlerweile durch Laboruntersuchungen bestätigt worden. Weltweit betrachtet ist dies der verheerendste Gelbfieberausbruch seit drei Jahrzehnten.

Seit Februar wurden sechs Millionen der 24 Millionen Einwohner Angolas gegen das Virus geimpft. Überträger der Krankheit sind Mücken, die auch das Zika-Virus übertragen können. Gelbfieber kommt vor allem im tropischen Afrika, aber auch in Südamerika vor. Die meisten Fälle verlaufen mild mit grippeähnlichen Symptomen. Es kann jedoch auch zu Organversagen kommen.

Quelle: Agenturen

Biologie Schwebfliegen-Larven stehlen Beute vom fleischfressenden Sonnentau

Ein internationales Forscherteam hat in Brasilien auf den stark klebrigen Blättern von fleischfressenden Sonnentau-Pflanzen die Larven einer Schwebfliegenart entdeckt. Das Besondere daran: Die Larven sind nicht die Beute des Sonnentaus, sondern sie leben dort ungestört, um selbst Beute zu machen: Die Larven ernähren sich von festgeklebten Insekten, bis sie sich auf der nicht klebrigen Unterseite der Sonnentau-Blätter verpuppen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt PLOS ONE berichten.

Quelle: idw, PLOS ONE

Zellbiologie Forscher filmen erstmals die Entstehung eines Proteins in einer lebenden Zelle

Die US-amerikanischen Wissenschaftler setzten fluoreszierende Antikörper-Fragmente ein, um den Prozess sichtbar zu machen. Sie filmten die Entstehung eines Proteins an den Ribosomen mit einem speziellen Mikroskop, das zwei hochauflösende Kameras besitzt. Die Ribonukleinsäure, kurz RNA, bringt die genetischen Informationen für das Protein zu den Ribosomen der Zelle, wo das Protein in Windeseile zusammengebaut wird – mit zehn Aminosäuren pro Sekunde, wie die Forscher in Science schreiben.

Quelle: Eurekalert, Science

Krebsforschung Feinstaub erhöht das Sterberisiko durch Krebs deutlich

Zu diesem Ergebnis kommen chinesische und amerikanische Forscher im Fachblatt Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention. Sie hatten Ende der 90er-Jahre über 66.000 Menschen in Hong Kong in eine Datenbank aufgenommen und bis zum Jahr 2011 deren Todesursachen festgehalten. Außerdem werteten sie Daten zur Feinstabbelastung in Hong Kong aus. Demnach erhöhte sich das Risiko, an Krebs zu sterben deutlich bei den Menschen, die einer um 10 Mikrogramm erhöhten Konzentration von Feinstaub pro Kubikmeter Luft ausgesetzt waren.

Besonders deutlich stieg bei Frauen das Risiko, an Brustkrebs zu sterben  - und zwar um 80 Prozent. Bei den Männern erhöhte sich zum Beispiel das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um 36 Prozent. Als besonders gefährlich gelten Feinstab-Teilchen, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 Mikrometer haben, weil sie sich tief in den Bronchien festsetzen können.

Quelle: EPI

Raumfahrt Eine zweite Trägerrakete von SpaceX landet auf einer Plattform im Atlantik

Die zweistöckige Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX startete heute Morgen vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral, und brachte einen japanischen Kommunikationssatelliten ins All.

Nach der Abtrennung des unteren Raketenteils mit dem Satelliten, landete der 70 Meter hohe obere Teil sicher auf einer Plattform im Atlantik. Die erste unbeschadete Rückkehr einer SpaceX-Rakete war am 8. April geglückt. Das Unternehmen plant, Raketen zu wiederverwertbaren Transportmitteln zu machen.

Quelle: Agenturen

Evolutionsbiologie Vielen Affen wurde es vor 34 Millionen Jahren zu kalt

Zu diesem Schluss kommen chinesische und amerikanische Biologen, nachdem sie mehrere Affen-Fossilien untersucht haben. Die Fossilien wurden in Süd-China entdeckt und gehören zu sechs neuen prähistorischen Affen-Arten, die in vielen Merkmalen den heutigen Lemuren Madagaskars ähneln. Diese kommen mit kühlen Temperaturen besser zurecht als viele Affenarten auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Forscher gehen davon aus, dass es im frühen Oligozän vor etwa 34 Millionen Jahren deutlich kühler wurde. Wärmeliebende Arten verschwanden, einige wenige jedoch, die mit der Kälte zu Recht kamen, gelangten dann auch nach Afrika und verbreiteten sich dort. Nur im heutigen Süd-China war es damals noch warm genug, damit Affen überleben konnten.

Die Studie ist im Fachmagazin Science erschienen.

Quelle: Eurekalert, Science

Embryonalforschung Forscher haben menschliche Embryonen im Labor heranwachsen lassen

Sie setzten eine Woche alte befruchtete Eizellen in Kulturschalen, in denen sich ein spezielles Nährmedium und eine Gerüststruktur befanden. Dann beobachtete das internationale Team von Wissenschaftlern, wie sich die Embryonen bis zum 13. Tag nach der Befruchtung entwickelten, völlig unabhängig von mütterlichen Einflüssen. Die Forscher hatten zuvor die unterschiedlichen Zelltypen der Embryonen chemisch markiert.

Wie die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Nature und Nature Cell Biology schreiben, trennten sich die Zellen, aus denen das Kind entsteht von den beiden Zelllinien, aus denen die Plazenta und der Dottersack hervorgehen. Die Forscher hoffen, dass ihre Versuche helfen zu verstehen, warum einige Schwangerschaften so früh enden und warum künstliche Befruchtungen so geringe Erfolgsraten besitzen.

Versuche mit Embryonen, die maximal 14 Tage alt sind, sind unter anderem in den USA, Schweden oder Großbritannien erlaubt. In Deutschland sind sie verboten.

Quelle: NatureNews

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