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20.05.2016

Fischindustrie In Kanada dürfen gentechnisch veränderte Lachse verkauft werden

Das kanadische Gesundheitsministerium erlaubt ab sofort den Verkauf eines atlantischen Lachses, dessen Wachstum durch Gene pazifischer Lachse beschleunigt wurde. Untersuchungen hätten ergeben, dass der gentechnisch veränderte Lachs so sicher und nahrhaft sei wie konventioneller Lachs. Der gentechnisch veränderte Fisch ist innerhalb von 18 Monaten ausgewachsenen, der konventionelle nach 30 Monaten. Auch in den USA darf der gentechnisch veränderte Lachs verkauft werden.

Brennstoff Ecuador will Erdöl im Regenwald fördern

Im Juli soll die umstrittene Ölförderung im Yasuni-Regenwald beginnen, teilte das Ministerium für fossile Brennstoffe mit. Bis Ende des Jahres soll die Produktion etwa 20.000 Fass pro Tag erreichen. Der Yasuni-Nationalpark gilt als einer der artenreichsten Regenwälder weltweit.  2007 hatte Präsident Rafael Correa vorgeschlagen, das Öl unter der Erde zu lassen, wenn die internationale Gemeinschaft umgerechnet mindestens 3,2 Milliarden Euro in einen Fond einzahlt. 2013 erklärte Correa die Initiative aus Geldmangel für gescheitert.

Himmelskörper Forscher finden erstmals Hinweise auf Kometen außerhalb unseres Sonnensystems

Das berichtete ein internationales Team von Astronomen auf einer Tagung im chilenischen Santiago. Die Wissenschaftler hatten mit dem Atacama-Riesenteleskop Alma geringe Mengen von Kohlenmonoxidgas entdeckt, das einen Stern außerhalb unseres Sonnensystems umgibt. Dies spreche für die Existenz eines Kometen.

Kometen sind Brocken aus Gestein und Eis, die manchmal einen Schweif aus Staub und Eispartikeln hinter sich her ziehen. Der Stern, den die Astronomen erspäht haben, ist etwa 30 Prozent größer als unsere Sonne und 160 Lichtjahre entfernt. Der Stern und der Komet sind etwa 23 Millionen Jahre alt – also sehr jung im Vergleich zu den 4,6 Milliarden Jahren unseres Sonnensystems. Die Forscher erhoffen sich mit ihrer Entdeckung Einblicke in die frühe Zeit unseres Sonnensystems.

Infos der University of Cambridge

Quelle: University of Cambridge

Acetylen Bei der Plastik-Herstellung könnte Energie gespart werden

Wenn in Zukunft die Entdeckung eines internationalen Forscherteams berücksichtigt würde, die heute in Science beschrieben wird. Die Wissenschaftler konnten mit Hilfe von sogenannten metallorganischen Gerüstverbindungen unerwünschte Verunreinigungen in Form von Acetylen aus Ethen herausfiltern. Ethen ist der Ausgangsstoff für einen Großteil des produzierten Plastiks.

Bislang wird das störende Acetylen abgeschieden und in Ethen umgewandelt, allerdings ist dafür Palladium, ein teures und seltenes Metall, als Katalysator nötig - ein energieaufwändiger Prozess. Schickten die Forscher das Ethen durch die metallorganischen Gerüstverbindungen, konnten diese die enthaltenen Acetylen-Verunreinigungen sehr effizient herausfiltern. Der neue Prozess benötigt deutlich weniger Energie.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Magnetismus Forscher haben ein neuartiges Spin-Eis entwickelt

Spin-Eis ist ein Material, bei dem sich die magnetischen Momente wie die Protonen im Wassereis anordnen. US-Forschern ist es nun gelungen, eine neue Art von magnetischem Spin-Eis bereits bei Zimmertemperatur zu entwickeln, das eines Tages als effizientes Speichermedium in Computern eingesetzt werden könnte.

Heutige Speichermedien besitzen Nanomagnete mit zwei Polaritäten, die in Computern dem Binärcode von 0 und 1 entsprechen. Wie die Wissenschaftler in Science schreiben, hat ihr magnetisches Spin-Eis acht mögliche Konstellationen anstatt nur zwei – somit könnten mehr Daten gespeichert werden.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Biologie Aus Gelb wird Rot

Wenn Vögel über die Nahrung gelbe Farbpigmente aufnehmen, können sie diese in rote umwandeln und in ihre Federn oder den Schnabel einlagern. Der genaue Mechanismus, wie manche Vögel zu ihrer roten Färbung kommen, war bislang unklar. Ein internationales Forscherteam untersuchte das Erbgut von Zebrafinken mit rotem und gelbem Schnabel. Sie stießen auf drei Gene der rotschnabligen, die im Erbgut der gelbschnabligen fehlten oder verändert waren. Die Gene sind verantwortlich für die Herstellung eines bestimmten Enzyms, das die Rotfärbung beeinflusst.

Auch bei roten und gelben Kanarienvögeln stießen die Wissenschaftler auf dieses Enzym, wie sie im Fachblatt Current Biology berichten. Die rote Färbung von Federn oder Schnabel ist bei Vögeln eine Signalfarbe: Sie zeigt den Weibchen an, wie fit die Männchen sind. Dabei gilt: Je röter, desto besser, weil röter gefärbte Männchen zum Beispiel besser Giftstoffe aus ihrem Körper auswaschen können als weniger rot gefärbte.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Robotik Eine Roboter-Biene kann an der Unterseite von Blättern andocken

Forscher in den USA und Hong Kong haben einen winzigen Flugroboter gebaut, der an unterschiedlichen Gegenständen haften kann. Die nur 100 Milligramm leichte Mini-Drohne wiegt so viel wie eine echte Biene und flattert mit Hilfe von zwei Flügeln durch die Luft – was sehr  energieaufwändig ist. Um Energie zu sparen und dann länger in der Luft bleiben zu können, bauten die Wissenschaftler eine Andockplatte oben an die Roboter-Biene. Die Platte funktioniert ähnlich wie ein aufgeladener Luftballon, der durch elektrostatische Anziehung irgendwo hängen bleiben kann.

Berührte die Andockplatte eine Blattunterseite, eine Holz- oder Glasfläche, erzeugten die Wissenschaftler in der Platte eine Spannung von 1.000 Volt – die Roboter-Biene haftete an. Unterbrachen sie den Stromfluss wieder, schwebte das künstliche Insekt weiter. Das Andocken verbrauche nur einen Bruchteil der Energie, die für das Fliegen nötig sei, schreiben die Forscher im Fachmagazin Science. Solche Roboter-Bienen könnten eines Tages zum Beispiel ein Katastrophengebiet aus der Luft überwachen.

Infos auf eurekalert.org

Quelle: dpa, Eurekalert

19.05.2016

DNA Forscher finden Gene, die die Nasenform bestimmen

Die vier Gene steuern Knochen- und Knorpelwachstum und sind damit für Breite und Länge der Nase verantwortlich. Das schreiben britische  Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Communications. Für ihre Studie bewerteten sie die Gesichtsmerkmale von knapp 6.000 Probanden mit unterschiedlicher ethnischer Abstammung. In DNA-Proben der Probanden suchten sie anschließend nach Genen, die die optischen Unterschiede erklären konnten.

Die Nasenform reguliert Temperatur und Feuchtigkeit der eingeatmeten Luft. Deshalb hatten die Forscher vermutet, dass sie sich je nach Regionen der Erde im Lauf der Evolution unterschiedlich entwickelt hat. Die schmale Nase der meisten Europäer könnte an ein eher kaltes und trockenes Klima angepasst sein. Darüber hinaus fanden die Forscher ein fünftes Gen, das die Kinnform bestimmt.

Quelle: Nature Communications

Medizin Forscher entwickeln einen Baukasten für neue Antibiotika

Dafür zerlegten sie größere ringförmige Moleküle, sogenannte Makrolide, von denen einige bereits als Antibiotika eingesetzt werden, chemisch in acht kleine Einheiten. Dann lernten sie, wie sie die einzelnen Bauteile nach Belieben wieder verknüpfen können. Mehr als 300 neue potentielle Wirkstoffe konnten die Wissenschaftler so erzeugen. Ihr Vorgehen beschreiben sie im Fachjournal Nature. Viele der neuen Substanzen kommen in der Natur nicht vor. In Tests waren einige davon auch gegen Bakterien wirksam, die gegen viele gebräuchliche Antibiotika bereits resistent sind.

Quelle: Nature

Evolutionsbiologie Affenmütter behandeln Söhne und Töchter unterschiedlich

Weibliche Rhesusaffen verhalten sich ihren Söhnen gegenüber im ersten Lebensjahr deutlich aggressiver und schwächen damit deren Bindung an die Gruppe. Das haben Biologen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. Für die Studie hatten die Forscher 50 Rhesusaffen auf einer Insel nahe Puerto Rico von deren Geburt an beobachtet.

Die unterschiedliche Behandlung im ersten Lebensjahr führt dazu, dass das Sozialverhalten von Affensöhnen und -töchtern sich deutlich unterscheidet. Männliche Jungtiere verlassen Mutter und Geschwister, wenn sie mit vier Jahren geschlechtsreif werden. Weibchen bleiben dagegen ihr Leben lang bei ihrer Geburtsgruppe. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der Fachzeitschrift PLOS ONE vor.

Quelle: PLOS ONE

Biologie Nashornvögel kühlen sich mit dem Schnabel

Da Vögel keine Schweißdrüsen besitzen, hecheln sie bei Hitze wie Hunde, um ihre Körpertemperatur zu senken. Der Nashornvogel, der in der Kalahari-Wüste lebt, nutzt außerdem seinen Schnabel zur Kühlung. Das haben südafrikanische Ornithologen herausgefunden. Sie beobachteten Nashornvögel bei steigenden Temperaturen mit einer Wärmebildkamera. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachjournal PLOS ONE vor.

Übersteigt die Umgebungstemperatur 30 Grad, aktiviert der Nashornvogel seine Schnabel-Kühlung. Dabei weiten sich die Blutgefäße und geben dadurch mehr Wärme ab. Die Vögel verlieren so weniger Wasser als beim Kühlen durch Hecheln, was in der trockenen Wüste ein Vorteil ist.

Quelle: PLOS ONE

Plantenforschung Auch auf dem Mars könnte es Tsunamis gegeben haben

Amerikanische Astronomen haben Spuren von zwei dieser Riesenwellen auf der Oberfläche des Mars entdeckt. Die beiden Tsunamis könnten durch Meteoriteneinschläge vor rund 3,4 Milliarden Jahren ausgelöst worden sein, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

Ihre Ergebnisse sollen neue Belege dafür liefern, dass zu diesem Zeitpunkt ein Ozean den nördlichen Teil des Planeten bedeckte. Dessen Existenz ist bisher umstritten, unter anderem weil auf der Marsoberfläche kein durchgängiger Küstenverlauf mehr zu erkennen ist. Diese Kontroverse sei nun gelöst, schreiben die Wissenschaftler. Durch die bis zu 50 Meter hohen Wellen der Tsunamis habe sich die Küstenlinie an einigen Stellen weit auf das Festland verschoben und sei deshalb nicht mehr klar zu sehen.

Weitere Infos auf newscientist.com

Quelle: Scientific Reports

18.05.2016

Steinzeit Feuer machte Speere nicht stabiler

Die Jäger der Steinzeit haben ihre Holzspeere ins Feuer gehalten, um sie zu härten und damit besser jagen zu können. Das ist die bisherige Sichtweise von Anthropologen. Doch jetzt haben britische Forscher Experimente gemacht und herausgefunden: Wenn man Holzspeere aus dünnen Haselnussstämmen im Feuer ankokeln lässt, werden sie zwar etwas härter, doch zugleich deutlich spröder und brüchiger, was letztlich im Einsatz ein Nachteil wäre.

Nach Einschätzung der Forscher nutzten die Steinzeitjäger die Feuerhärtung aus einem anderen Grund. Im verkohlten Zustand lassen sich die Spitzen der Speere viel besser schärfen. Für diesen Vorteil hätten die Jäger den negativen Seiteneffekt der erhöhten Brüchigkeit durch die Feuerhärtung wohl in Kauf genommen. Die Studie ist im Fachmagazin Biology Letters erschienen.

Quelle: Biology Letter

Weltrekord Datenfunk wird immer schneller

Forscher der Universität Stuttgart und des Karlsruher Instituts für Technologie haben einen neuen Weltrekord bei der Datenübertragung per Richtfunk aufgestellt. Sie erreichten nach eigenen Angaben mit einer Funkstrecke über 37 Kilometer Entfernung eine Datenrate von sechs Gigabit pro Sekunde. Diese Leistung übertrifft den bisherigen Stand der Technik um das Zehnfache. Herausragend ist vor allem die große Entfernung der Funkstrecke. Über kürzere Distanzen wurden auch schon höhere Datenraten bis zu 100 Gigabit pro Sekunde erreicht.  Das Problem bei weiten Funkstrecken besteht darin, dass die Radiosignale in der Atmosphäre stark abgeschwächt werden.

Die Forscher entwickelten besonders leistungsstarke Sender und Empfänger, deren Transistoren nicht auf Silizium, sondern auf neuartigen Halbleitermaterialien basieren. Im Sender arbeiten Transistoren aus Galliumnitrid, im Empfänger aus Indium-Gallium-Arsenid.

Quelle: IDW / Uni Stuttgart

Landwirtschaft Grüne Gentechnik zeigt gemischte Bilanz

Ein Expertengremium der National Academies of Sciences der USA hat einen umfangreichen Bericht zu Nutzen und Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht. Darin heißt es, dass die Grüne Gentechnik sich zwar in einzelnen Bereichen für die Landwirtschaft als nützlich erwiesen habe. Statistisch lasse sich aber kein allgemeiner Ertragsvorteil gegenüber konventionell gezüchteten Sorten nachweisen. Negative Gesundheitsfolgen durch den Verzehr transgener Nahrungsmittel seien nicht erkennbar, wie epidemiologische Vergleiche zwischen den USA und Europa zeigten.

Die Autoren des Berichts empfehlen, die Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte, aber auch für konventionell gezüchtete Pflanzen zu ändern. Im Fokus der Sicherheitsabschätzung sollte nicht mehr stehen, welche Technik bei der Pflanzenzucht zum Einsatz kommt, sondern welche neuen Eigenschaften eine Pflanze am Ende aufweist.

Quelle: NAS

Infektion Das Zika-Virus könnte Europa erreichen

Das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat davor gewarnt, dass das Zika-Virus sich ab Frühsommer auch in Europa ausbreiten könnte. Gefährdet seien vor allem die Insel Madeira sowie die Schwarzmeerküste in Georgien und Russland. In vielen Mittelmeerstaaten bestehe ein mäßiges Risiko, in Deutschland sei das Risiko gering,  heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht. Die WHO-Experten basierten ihre Risiko-Abschätzung auf zwei Fragen. Zum einen, mit welcher Wahrscheinlichkeit kann sich das Zika-Virus ausbreiten, wenn die Asiatische Tigermücke als Überträger lokal vorkommt. Zum anderen, wie gut sind die Länder gerüstet, einem Virusausbruch vorzubeugen und örtliche Übertragungen schnell einzudämmen.

Forschungsberichte Großverlag kauft Pre-Print-Server

Der große Wissenschaftsverlag Elsevier hat das Social Science Research Network aufgekauft. Dies ist der bekannteste sogenannte Pre-Print-Server im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auf Pre-Print-Servern können Forscher ihre Studien kostenlos veröffentlichen, noch bevor diese für einen Abdruck in Fachmagazinen von Kollegen begutachtet werden.

Es ist der erste Fall, dass ein Pre-Print-Server von einem profitorientierten Großverlag übernommen wird. Der bekannteste Pre-Print-Server im naturwissenschaftlichen Bereich ist ArXiv. Dieser wird von der Cornell University betrieben und von Stiftungen finanziert. Elsevier kündigte an, dass die Nutzung des Social Science Research Network kostenlos bleibe. Den Forschern sollen aber kostenpflichtige Zusatzangebote unterbreitet werden.

Quelle: Elsevier

17.05.2016

Psyche Ein Wirkstoff aus halluzinogenen Pilzen könnte Depressionen lindern

So genannte "magic mushrooms" werden als Rauschmittel benutzt. Das liegt daran, dass sie den Stoff Psilocybin enthalten, der Halluzinationen verursacht. Ein internationales Forscherteam hat nun gezeigt, dass Psilocybin noch mehr kann. In einer kleinen Studie verabreichten die Wissenschaftler zwölf Menschen den Wirkstoff. Alle litten seit Jahren an Despressionen und hatten auf keine gängige Therapie angesprochen. Eine Woche nach der Einnahme, ging es allen Patienten besser. Fünf von Ihnen hatten nach drei Monaten gar keine Symptome mehr. Die Arbeit ist im Magazin "The Lancet Psychiatry" erschienen und könnte als Anfangspunkt für die Erforschung neuer Therapien dienen.

Quelle: Nature

Bornitrid Ein selbstheilendes Material könnte flexible Elektrogeräte verbessern

Es gibt bereits Materialen, die sich von alleine wieder zusammensetzen können, nachdem sie etwa zerschnitten wurden. Doch meistens verändern sie dabei ihre elektrischen  Eigenschaften. Ein internationales Forscherteam hat nun ein Material entwickelt, das nach einer Selbstheilung alle Eigenschaften wie Festigkeit, elektrischen Widerstand und Wärmeleitfähigkeit behält. Sie haben ihn im Fachblatt "Advanced Functional Materials" beschrieben.

Es besteht aus einer hauchdünnen Bornitrid-Schicht, die auf einem Polymer aufgebracht ist. Die Selbstheilungseigenschaften verdankt es dem Bornitrid. Wird es in zwei Teile zertrennt, ziehen sich diese gegenseitig über elektrostatische Kräfte an.  Die Arbeit könnte der Entwicklung von flexiblen Elektrogeräten helfen, die starken Belastungen trotzen müssen. Das Material widersteht auch Feuchtigkeit, weshalb es für Geräte genutzt werden könnte, die etwa unter der Dusche oder am Strand Anwendung finden. 

Quelle: Frontiers in Plant Science

Medizin Grünes Licht kann gegen Migräne helfen

Licht im Allgemeinen kann Symptome von Migräne verstärken. Betroffene müssen sich daher häufig in dunkle Räume zurückziehen, wenn sie an einer Migräne-Attacke leiden. Forscher aus Israel und den USA konnten nun zeigen, dass nicht jedes Licht die Leiden verstärkt. Sie bestrahlten 70 Migräne-Patienten mit verschiedenfarbigem Licht. Das Ergebnis: Grünes Licht verstärke die Beschwerden nicht. In manchen Fällen linderte grünes Licht die Symptome sogar ein wenig, notieren die Forscher im Fachblatt "Brain". In Zukunft könnte man auf diesen Ergebnissen aufbauend Lichtquellen entwickeln, die bei Migräne helfen. Noch seien Lampen, die präzise das notwendige Licht ausstrahlen jedoch extrem teuer.

Quelle: Brain

Staphylococcus aureus Bestimmte Krankenhauskeime verbreiten sich über das Immunsystem im Körper

Das Bakterium Staphylococcus aureus gilt als gefährlicher Krankenhauskeim. Es besiedelt bei Menschen zumeist die Haut und macht sich dort nicht bemerkbar. Dringt es jedoch in den Körper ein, kann es lebensgefährliche Krankheiten verursachen. Wie es das schafft, haben Forscher aus den USA und Deutschland nun herausgefunden und im Fachblatt "PNAS" beschrieben. Sie konnten zeigen, dass die Bakterien, die ins Blut eindringen, sich von denen auf der Haut unterscheiden: Immunzellen des menschlichen Körpers können von den Bakterien im Blut nur schlecht zerstört werden.

So werden die Eindringlinge von Fresszellen des Immunsystems aufgenommen. Sie verbreiten sich  in den Fresszellen wie in einem Trojanischen Pferd durch den Körper und verursachen dann die schwerwiegenden Infektionen.

Quelle: PNAS

Münzenfund Taucher haben einen römischen Schatz im Mittelmeer entdeckt

Es handelt sich um die Ladung eines Handelsschiffs, das vor 1600 Jahren gesunken ist. Die Taucher haben den Schatz im antiken Hafen der Stadt Caesarea vor Israel gefunden. Er umfasst unter anderem Tausende antiker Münzen, Bronzestatuen römischer Götter und einen Wasserhahn in Form eines Wildschweins mit einem Schwan auf dem Kopf.

Laut Israels Altertumsbehörde seien die Fundstücke in einem ausgezeichneten Zustand. Es sei der größte Fund dieser Art seit dreißig Jahren.

Quelle: DPA; REUTERS

13.05.2016

Eukaryoten Wissenschaftler haben einen Einzeller ohne Mitochondrien entdeckt

Bislang galt folgende Lehrbuchmeinung: Eukaryoten, also ein- bis wenigzellige Organismen, besitzen immer Mitochondrien, die sogenannten "Kraftwerke" der Zelle. Mitochondrien versorgen Zellen mit Energie. Wie ein internationales Team von Forschern im Fachblatt Current Biology schreibt, sind sie auf einen Eukaryoten gestoßen, der keine Mitochondrien besitzt.

Die Wissenschaftler hatten das Genom eines Einzellers aus der Gattung Monocercomonas entschlüsselt und darin keine Hinweise auf Mitochondrien gefunden. Auch stießen sie nicht auf Proteine, die Mitochondrien benötigen, um zu funktionieren. Die Monocercomonas-Art lebt in einer sauerstoffarmen Umgebung, in der Nährstoffe vorhanden sind – somit ist der Einzeller nicht auf die Mitochondrien angewiesen.

Mehr Infos auf eurekalert.org

Quelle: Eurekalert, ScienceNews

Diabetes Ein Streit um Blutzucker-Teststreifen landet vor Gericht

Anfang des Jahres hat das Institut für Diabetes-Technologie an der Universität Ulm, kurz IDT, eine Charge von Blutzucker-Messstreifen eines Unternehmens getestet, das Blutzucker-Messgeräte und –Teststreifen herstellt. Das Ergebnis: Die Messgenauigkeit der Teststreifen sei mangelhaft, so das IDT. Besonders im niedrigen Blutzuckerbereich lägen die Messwerte im Durchschnitt um 16 Prozent zu hoch.

Leider habe der Hersteller nicht die Konsequenz gezogen, einen Rückruf zu starten, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die Teststreifen wurden über einen großen Discounter vertrieben. Der Hersteller hat mittlerweile dem IDT per einstweiliger Verfügung untersagt, Testergebnisse seiner Produkte zu veröffentlichen. Dagegen will das IDT nun Widerspruch einlegen.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

Raumfahrt Vier Raumsonden sammeln Daten über die Magnetosphäre der Erde

Die US-Weltraumbehörde NASA will mit den Sonden vor allem mehr über sogenannte magnetische Stürme erfahren. Die vier Sonden haben mehrere Geräte an Bord, um das elektrische und das magnetische Feld der Magnetosphäre zu vermessen, sowie die Bewegung von Elektronen zu bestimmen, die bei magnetischen Stürmen eine wichtige Rolle spielen.

In einem Zeitraum von sechs Monaten flogen die Raumsonden 4.000 Mal durch die Magnetosphäre der Erde. Wie ein internationales Forscherteam heute in Science berichtet, bewegen sich die Elektronen recht geordnet hin und her durch die Magnetosphäre. Bislang war man davon ausgegangen, dass sie sich wild durcheinander bewegen.

Quelle: ScienceNews, Eurekalert

Nachtruhe Der Schlaf ist wichtig für unser Gedächtnis

Seit vielen Jahren vermuten Forscher, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der sogenannten REM-Schlafphase, in der wir träumen, und bestimmten Gedächtnisleistungen. Ein Nachweis war bislang nicht gelungen. Schweizer und kanadische Wissenschaftler stellen nun in Science eine neue Studie vor, die solch einen Zusammenhang aufzeigt. Mit Hilfe der Optogenetik konnten sie bestimmte Nervenzellen im Gehirn von Mäusen mit Licht fernsteuern. Die Nervenzellen befinden sich im Hippocampus, der eine zentrale Rolle für das räumliche Gedächtnis spielt.

Die Forscher trainierten die Mäuse, bis diese eine räumliche Orientierungs-Aufgabe lösen konnten. Als die Nager schliefen, unterdrückten die Wissenschaftler die Nervenzellen im Hippocampus während der REM-Phase mit Lichtpulsen. Am nächsten Tag war die räumliche Orientierung der Mäuse deutlich schwächer. Die Forscher unterdrückten dieselben Nervenzellen dann außerhalb der REM-Phase – dies hatte keinen Effekt auf das Gedächtnis.

Mehr Infos auf idw-online.de

Quelle: idw, ScienceNews

Sierra Leone Versöhnungs-Projekte nach einem Bürgerkrieg bringen Vor- und Nachteile

Zu diesem Schluss kommen US-Forscher in Science. Sie hatten Versöhnungs-Projekte im afrikanischen Sierra Leone und deren Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung untersucht. Die Projekte wurden von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt. Nach Ansicht der Wissenschaftler können solche Maßnahmen nach einem Bürgerkrieg hlefen, den sozialen Zusammenhalt zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen wieder zu festigen.

Auf der anderen Seite können solche Projekte aber alte Wunden wieder aufreißen: die Fälle von Depressionen, Angstgefühlen und Traumata nahmen während der Durchführung zu. In Sierra Leone tobte zwischen 1991 und 2002 ein blutiger Bürgerkrieg. Mehr als 50.000 Menschen starben.

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Quelle: Eurekalert

Infektion Erstmals ist eine sexuelle Übertragung des Zika-Virus in Deutschland bekannt geworden

Betroffen ist ein Paar, das ungeschützten Sex hatte. Der Mann hatte sich Anfang April in Puerto Rico aufgehalten und sich mit dem Zika-Virus angesteckt. Nach seiner Rückkehr hat er das Virus auf seine Partnerin übertragen, die dann ebenfalls erkrankte. Angesichts der Jahreszeit und der geografischen Lage sei es auszuschließen, dass Mücken das Virus übertragen hätten, teilte das Robert Koch-Institut in Berlin mit.

Ähnliche Fälle sind auch aus anderen europäischen Ländern bekannt. Das Zika-Virus wird in erster Linie durch den Stich infizierter Mücken übertragen. Aktuell verbreitet sich das Virus vor allem in Mittel- und Südamerika, sowie der Karibik. Es wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht.

Quelle: Agenturen

Knutt Der Klimawandel lässt Vögel schrumpfen

Der Knutt ist ein etwa amselgroßer Zugvogel, der 5.000 Kilometer nonstop aus arktischen Gebieten nach Afrika fliegt. Im Sommer ernähren sich Knutts in der russischen Arktis vor allem von Insekten, im Winter fressen sie in Afrika hauptsächlich Muscheln.

Ein internationales Forscherteam hat Daten der letzten 30 Jahre ausgewertet und kommt im Fachmagazin Science zu dem Schluss, dass der Frühling in den russischen Verbreitungsgebieten des Knutts aufgrund des Klimawandels mittlerweile zwei Wochen früher einsetzt als noch vor 30 Jahren. Die Vögel fangen aber mit der Brut nicht früher an, somit verpassen sie die Phase der größten Insektenschwärme. Die Folge: Die Knutt-Küken bekommen weniger Futter und bleiben als ausgewachsene Vögel kleiner, auch ihr Schnabel ist kürzer. In Afrika angekommen, gelangen sie mit ihrem kurzen Schnabel nur an weniger nahrhaftes Futter – die kleineren Knutts haben eine geringere Überlebenschance als ihre größeren Artgenossen mit langem Schnabel.

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Quelle: BBCNews, Eurekalert

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