Samstag, 24.10.2020
 
Seit 17:05 Uhr Streitkultur
30.05.2016

Meeresbiologie Riesiger Meeresschwamm lebt vor Hawaii

Tiefseeforscher haben in den Gewässern nordwestlich von Hawaii in über 2000 Metern Meeres-Tiefe einen Schwamm entdeckt. Er habe die Größe eines Kleintransporters, berichten die Biologen im Fachblatt "Marine Biodiversity".

Das Alter des Schwamms sei nur schwer abzuschätzen. Anders als Korallen bilden Schwämme keine Jahresringe aus. Wahrscheinlich bringe es das Exemplar aber auf ein Alter von einigen Hundert Jahren möglicherweise sogar auf bis zu 2.000 Jahre.

Schwämme bilden einen Lebens- und Schutzraum für zahlreiche andere Arten. Sie filtern und reinigen das Wasser.

Artikel im Guardian mit Video

Quelle: Guardian

Mikrobiologie Bakterien kurbeln Darmkrebs-Wachstum an

Jedes Jahr erkranken etwa 40.000 Menschen in Deutschland an Dickdarmkrebs. Bei zwei von drei Patienten kommt es dazu, dass der Darm durchlässig wird und  Darmbakterien den Tumor besiedeln. Mediziner der Universität Regensburg haben entdeckt, dass besonders häufig Darmbakterien einwandern, wenn viel von einem körpereigenen Stoff mit Namen IRAK-M gebildet wird.

Bakterien lösen im Tumor Entzündungsreaktionen aus. Die Folge: Es sterben weniger Tumorzellen ab, die Tumorzellen teilen sich öfter und schneller.

Für betroffene Patienten sei dies mit einer ungünstigeren Prognose verbunden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Cancer Cell".

Das IRAK-M Molekül eigne sich als Marker, um die Behandlung und Nachkontrolle von Darmkrebs-Patienten zu verbessern.

Außerdem wollen die Mediziner nach Wegen suchen, IRAK-M im Tumor gezielt zu blockieren.

 

Quelle: Cancer Cell, DOI: 10.1016/j.ccell.2016.03.014

Raumfahrt ISS hat ein zusätzliches Zimmer bekommen

Das an der Internationalen Raumstation ISS angebrachte Wohnmodul "Beam" ist am Samstag im zweiten Versuch erfolgreich aufgepumpt worden. Die Aktion dauerte insgesamt sieben Stunden.

Das Modul muss eine Reihe von Tests durchlaufen, auch um eventuelle Leckagen auszuschließen. In einer knappen Woche wird die ISS-Besatzung voraussichtlich das Modul betreten dürfen und unter anderem Strahlungs-Messgeräte anbringen. Wie genau das Modul verwendet werden wird, ist noch nicht geklärt.

Beam soll zwei Jahre an der ISS bleiben, dann abgetrennt und entsorgt werden.

Aufblasbare Module sind platzsparend transportierbar. Sie könnten in Zukunft als Wohnräume auf dem Mond oder dem Mars dienen.

Quelle: Agenturen, NASA

Ornithologie Kompass der Vögel funktioniert auch im Dunkeln

Vögel besitzen zur Orientierung im Erdmagnetfeld zwei Sinnesorgane: In ihrem Schnabel messen sie die Stärke des Magnetfeldes. Die Richtungsinformation wird im Auge wahrgenommen – von speziellen Molekülen. Dieses Cryptochrom ist lichtempfindlich. Bei Licht und bei Dunkelheit entstehen je unterschiedliche Radikalpaare. Forscher der Universität Frankfurt haben gemeinsam mit französischen Kollegen entdeckt, welches dieser Radikalpaare entscheidend ist für die Orientierung der Vögel.

Sie setzten dazu Rotkehlchen im schnellen Takt zwei verschiedenen Bedingungen aus: Sie schalteten entweder das Licht oder das Erdmagnetfeld aus. Es zeigte sich, dass die Vögel trotzdem an den Magnetfeldlinien der Erde orientieren konnten.

Die Forscher schließen daraus, dass das Cryptochrom-Radikal-Paar, das im Dunkeln entsteht, für die Wahrnehmung der Magnetfeldlinien zuständig ist.

Licht werde nur benötigt, um den Zyklus der Cryptochrom-Bildung in Gang zu halten, schreiben die Forscher im "Journal of the Royal Society Interface".

Quelle: idw-Ticker, J. R. Soc. Interface 20151010. DOI: 10.1098/rsif.2015.1010

Mikrobiologie Gefährliche Bakterien in Biofilmen lassen sich schneller entdecken

Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa verursacht zahlreiche Krankenhausinfektionen. Pseudomonas-Bakterien bilden Biofilme, die sie vor Antibiotika schützen. Infektionsforscher aus Saarbrücken und Hannover haben die Proteine genauer untersucht, mit denen sich das Bakterium an Zuckermoleküle auf der Oberfläche von Körperzellen anheftet. Diese Lektine vernetzen auch die Bestandteile des Biofilms miteinander.

Verschiedene Pseudomonas-Stämme bilden je unterschiedliche Lektine. Die Lektine liessen sich daher nutzen, um schnell und sicher gefährliche von weniger gefährlichen Stämmen zu unterscheiden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Chemical Science" der Royal Society of Chemistry.

Ein weiterer, überraschender Fund: Obwohl sich die Lektine voneinander unterscheiden, binden sie trotzdem an die gleichen Zuckermoleküle.

Die Forscher wollen jetzt Moleküle entwickeln, die die Lektine blockieren. Die Bestandteile des Biofilms würden so ihren Halt verlieren. Die Bakterien würden sich aus der Lebensgemeinschaft herauslösen und wären wieder angreifbar für Antibiotika.

Quelle: Chemical Science DOI: 10.1039/c6sc00696e

Sportmedizin Ausdauersport geht offenbar doch nicht aufs Herz

Vor vier Jahren haben belgische Wissenschaftler Hinweise darauf gefunden, dass wiederholte intensive Ausdauerbelastungen auf Leistungssport-Niveau zu einer gefährlichen Vergrößerung der rechten Herzkammer führen können. Sportmediziner der Universität des Saarlandes haben den Befund überprüft an älteren Leistungssportlern - darunter Triathleten, Schwimmer und Profi-Fußballer.

Sie konnten feststellen, dass die Herzen der langjährigen Spitzensportler größer und kräftiger waren. Aber sie hätten keine Hinweise für eine dauerhafte Schädigung, krankhafte Vergrößerung oder Funktionseinschränkung der rechten oder linken Herzkammer durch langjährig betriebenen intensiven Ausdauersport gefunden, berichten die Forscher im Fachblatt "Circulation". 

Quelle: IDW-Ticker

27.05.2016

Archäologie Arbeiter haben auf einer Baustelle im Harz Menschenknochen entdeckt

Zwei Schädel und weitere Knochen kamen bei Bauarbeiten in Ilsenburg im Harz zum Vorschein. Nach Angaben des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie von Sachsen-Anhalt sind die menschlichen Knochen mindestens 500 Jahre alt. Bei Nachgrabungen entdeckten Archäologen vier weitere Skelette. Vermutlich handele es sich bei dem Fundort um einen ehemaligen Friedhof, so die Forscher. [jst]

 

Quelle: Agenturen      

Zoologie Schweinswale sind erfolgreiche Jäger

Die knapp zwei Meter langen Wale fangen bis zu 550 Fische pro Stunde. Dabei sind sie in 90 Prozent ihrer Jagdversuche erfolgreich, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Current Biology berichtet. Um ihren Energiebedarf decken zu können, müssten Schweinswale fast rund um die Uhr Beute machen, die meist aus kleinen Fischen bis fünf Zentimeter Länge besteht. Die Wissenschaftler hatten fünf Schweinswalen einen kleinen Computer auf die Haut geklebt, der die Ultraschall-Rufe der Wale aufzeichnete, aber auch das von den Fischen zurückgeworfene Echo. Daraus konnten die Forscher die Zahl der gefressenen Fische und deren Größe berechnen. Die Biologen betonen, dass es Schweinswale kaum kompensieren können, wenn sie bei der Nahrungssuche, etwa durch Menschen, gestört werden. [jst]

 

Quelle: Eurekalert     

Telekommunikation Ein neues Daten-Kabel soll die USA mit Europa verbinden

Die beiden US-Unternehmen Facebook und Microsoft bauen gemeinsam eine neue Highspeed-Datenverbindung zwischen den USA und Europa. Das Transatlantik-Kabel Marea werde mit einer Kapazität von 160 Terabyte pro Sekunde die bislang leistungsfähigste Verbindung sein, teilten die Unternehmen mit. Das 6.600 Kilometer lange Kabel soll vom Ostküstenstaat Virginia ins spanische Bilbao führen und im Herbst 2017 in Betrieb genommen werden. Von Bilbao aus sollen weitere europäische Länder sowie Staaten im Nahen Osten angebunden werden. [jst]

Quelle: Agenturen        

Raumfahrt Ein neuartiges Wohnmodul an der ISS hat sich nicht aufgeblasen

Das teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. Das Beam genannte Modul sollte sich an der Internationalen Raumstation ISS selbst aufblasen und für zwei Jahre als zusätzlicher Wohnraum dienen. Das Modul ist ein Prototyp, im aufgebauten Zustand etwa 3 mal 4 Meter groß und sehr leicht. Bereits für morgen plant die NASA einen neuen Versuch. [jst]

 

Quelle: Agenturen, Science News

Epidemiologie Besonders resistente Bakterien erreichen auch die USA

Bakterien, die gegen das Notfall-Antibiotikum Colistin resistent sind, wurden nun erstmals auch in den USA nachgewiesen. Colistin wird eingesetzt, wenn verbreitete Antibiotika nicht mehr helfen. Das für die Resistenz verantwortliche Gen mcr-1 sei bei einer 49-jährigen Frau aus Pennsylvania entdeckt worden, berichten Forscher im Fachblatt Antimicrobial Agents and Chemotherapy. Das Resistenzgen mcr-1 war im Januar auch bei Menschen in Deutschland nachgewiesen worden. Colistin-resistente Bakterien sind  außerdem aus weiteren europäischen Ländern bekannt. [jst]

Quelle: Agenturen 

Astronomie Auch auf dem Mars gab es eine Eiszeit

Zu diesem Schluss kommen US-Forscher, nachdem sie Radar-Aufnahmen der NASA-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter ausgewertet hatten. Demnach endete die Eiszeit auf dem Mars vor etwa 370.000 Jahren. Seitdem haben sich an seinen Polen 87.000 Kubik-Kilometer Eis angelagert. Damit könnte man den gesamten roten Planeten mit einer 60 Zentimeter dicken Eisschicht bedecken. Der Großteil des Eises ist am Mars-Nordpol zu finden. Dort konnten die Wissenschaftler die einzelnen Schichten im Eis ausmachen. Die Südpolkappe ist hingegen relativ klein und wurde von Meteoriteneinschlägen verändert, wie die Forscher im Fachmagazin Science schreiben. Da der Mars derzeit keine Ozeane besitzt, stelle er eine Art vereinfachtes Labor dar, um die Klimageschehnisse auf der Erde besser verstehen zu können, so die Wissenschaftler. [jst]   

Quelle: dpa, Eurekalert     

26.05.2016

Gesundheit Alzheimer könnte durch Infektionen im Gehirn entstehen

Forscher von der Universität Harvard haben gezeigt, dass Beta-Amyloid, das Eiweiß, aus dem die typischen Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten entstehen, gegen Bakterien wirkt. In Versuchen mit Mäusen und Würmern konnten die Forscher zeigen, dass das Protein käfigartige Strukturen um eindringende Krankheitserreger bildet und so eine Ausbreitung der Infektion verhindert. Alzheimer könnte entstehen, wenn es dem Körper nicht gelingt, diese wieder zu entfernen, vermuten die Forscher in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine.

Bisher wird Beta-Amyloid ausschließlich als zelluläres Abfallprodukt ohne spezifische Funktion angesehen. Ob es einen ähnlichen Mechanismus auch beim Menschen gibt, sollen weitere Studien zeigen.

Quelle: Science Translation Medicine/mas

Bakterien Forscher untersuchten die menschliche Nasen-Flora

Und dabei herausgefunden, dass sich die Zusammensetzung der dort lebenden Bakterienarten von Mensch zu Mensch unterscheidet. Für die Studie analysierten Biologen vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Hannover Nasen-Abstriche und Gewebeproben von 80 Probanden. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachmagazin "Environmental Microbiology" vor.

Am häufigsten fanden die Forscher harmlose Keime. Aber auch resistente Stämme wie Staphylococcus Aureus bewohnen die menschliche Nasenhöhle in großer Zahl.

Anhand der Bakterienart, die jeweils am häufigsten vorkommt, ließen sich die Probanden in 13 Untergruppen mit vergleichsweise ähnlicher Nasen-Flora einteilen. Die unterschiedlichen Profile könnten für die Behandlung von Krankheiten bedeutsam sein.

Keinen Unterschied machte es dagegen, ob die Proben an den Nasenlöchern oder tief im Inneren der Nasenhöhle entnommen worden waren.

Quelle: Environmental Microbiology/mas

Dinosaurier Auch der Südpol war nicht sicher

Als vor 66 Millionen Jahren ein großes Massenaussterben die meisten Dinosaurier vernichtete, blieben auch die Tiere in der Antarktis nicht verschont. Das haben britische Paläontologen herausgefunden. Sie untersuchten mehr als 6000 marine Fossilien aus dieser Zeit und konnten zeigen, dass es zeitgleich mit dem Aussterben der Dinosaurier auf den Kontinenten einen plötzlichen starken Rückgang der Artenvielfalt im Antarktischen Ozean gab. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachmagazin "Nature Communications".

Bisherige Theorien gingen davon aus, dass die Erdpole weit genug von der Ursache des Massenaussterbens entfernt lagen, um die Tiere dort vor den Folgen zu schützen.

Quelle: Nature Communications/mas

Gesundheit Finanzkrise könnte die Zahl der Krebs-Toten erhöht haben

Über 260.000 zusätzliche Todesfälle könnte es in Folge von steigender Arbeitslosigkeit und Einschnitten im Gesundheitssystem zwischen 2008 und 2010 gegeben haben, 160.000 davon allein in den Ländern der EU. Das berichten britische Forscher in der Fachzeitschrift "The Lancet". Für ihre Studie werteten sie Daten der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation aus und fanden entsprechende Zusammenhänge.

Demnach stieg die Sterblichkeitsrate von Krebspatienten an, wenn die Arbeitslosigkeit zunahm oder die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung sanken. Besonders deutlich sei der Zusammenhang bei eigentlich gut therapierbaren Krebsarten wie Brust-, Prostata-, oder Darmkrebs, schreiben die Forscher.

Quelle: The Lancet/AFPD/mas

Fruchtfliegen Je größer die Spermien, desto größer der Fortpflanzungserfolg

Das gilt zumindest bei Fruchtfliegen. Die Männchen der Art Drosophila bifurca produzieren Spermien, die mit knapp sechs Zentimetern Länge etwa 20 Mal so lang sind wie die Fliegen selbst und damit auch deutlich größer als die zu befruchtende Eizelle.

Forscher aus der Schweiz und den USA haben jetzt herausgefunden, wie die Riesenspermien den Fortpflanzungserfolg erhöhen. Wenn sich ein Fruchtfliegen-Weibchen mit mehreren Männchen paart, kann das längste Spermium seine kürzeren Konkurrenten aus dem Geschlechtstrakt eines Weibchens verdrängen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature".

Durch diese Art der sexuellen Selektion werden Männchen mit besonders langen Spermien bevorzugt, obwohl sie eine geringere Anzahl der Keimzellen produzieren.

Auch vor der Paarung ist Größe ein Vorteil: Fruchtfliegen-Weibchen bevorzugen aktiv größere Männchen mit größeren Spermien.

Quelle: Nature/mas

25.05.2016

Biologie Bakterien sollen Moskitos bekämpfen

Die USA könnten das erste Land sein, in dem Bakterien eingesetzt werden, um Mücken zu dezimieren. Die US-Umweltbehörde EPA prüft derzeit einen Antrag der Firma MoskitoMate, ein entsprechendes Verfahren offiziell zuzulassen. Ziel ist es, die asiatischen Tigermücken zu bekämpfen, die als Überträger von Viren wie Zika, Dengue und Chikunguya gelten. Das berichtet das Fachmagazin "Nature".

MoskitoMate züchtet Tigermücken und infiziert sie gezielt mit Bakterien der Art
Wolbachia pipientis. Die männlichen Zuchtmoskitos werden dann in der Natur freigelassen. Paaren sich die infizierten Männchen mit Moskitoweibchen, die keine Wolbachia-Bakterien in sich tragen, reifen deren Ei-Gelege nicht weiter aus. Es gibt keine Nachkommen mehr.

Versuche hatten gezeigt, dass sich lokale Mücken-Populationen auf diese Weise um 70 Prozent reduzieren ließen.

Quelle: Nature

Medizin Sport macht auch die Augen müde

Bei körperlicher Anstrengung werden nicht nur die eingesetzten Muskeln langsam schlapp. Die Ermüdung kann sich auch auf andere Teile des Körpers auswirken.

Neuseeländische Forscher berichten im Fachmagazin "Scientific Reports" von Versuchen, bei denen sie Probanden drei Stunden auf einem Ergometer strampeln ließen. Vor und nach dem sportlichen Einsatz vermaßen sie bei den Testpersonen die feinen Sprung- und Zitterbewegungen der Augen, die dabei helfen, neue visuelle Informationen aufzunehmen. Im Durchschnitt war dieses Augenzittern nach der Anstrengung um rund acht Prozent reduziert.

Erhielten die Testpersonen vor dem Sport allerdings einen koffeinhaltigen Drink, blieb ein messbarer Ermüdungseffekt auf die Augenmuskeln aus.

Quelle: Scientific Reports

Tiere Neuseeland bläst zur Mäusejagd

Die so kleine wie einsame Felsinselgruppe der Antipoden 760 Kilometer südöstlich von Neuseeland gilt als Vogelparadies. Doch seit Jahren herrscht dort eine Mäuseplage. Die einst vermutlich von Robbenjägern eingeschleppten Nager haben sich so stark vermehrt, dass sie den ansässigen Vögeln den Lebensraum streitig machen. Das neuseeländische Umweltministerium hat den Mäusen jetzt den Kampf angesagt. Es entsandte ein Expertenteam mit zwei Schiffen, drei Hubschraubern und 65 Tonnen Mäusegift, um die Mäuse auszurotten. Die "The Million Dollar Mouse" genannte Aktion kostet rund 2,4 Millionen Euro.

Auf den Antipoden leben unter anderem Albatrosse und eine Papageienart, die nirgendwo sonst vorkommt: der Einfarblaufsittich (Cyanoramphus unicolor).  Die Hauptinsel der Antipoden ist etwa so groß wie Hiddensee in der Ostsee.

Quelle: Agenturen

Medizin Jeder dritte Sterbefall in der EU ist vorzeitig

Untersucht wurden für die Statistik alle Todesfälle von Menschen unter 75 Jahren in der EU aus dem Jahr 2013. Insgesamt waren das 1,7 Millionen. Davon könnten 577.500 Sterbefälle als "vorzeitig" betrachtet werden, hieß es. Ein Sterbefall gilt für die Statistiker als vermeidbar, wenn mit dem vorhandenen medizinischem Wissen und technischen Möglichkeiten eine bestimmte Todesursache durch optimale Gesundheitsversorgung hätte abgewendet werden können. Je nach Todesursache gibt es unterschiedliche Kenngrößen.

Den größten Anteil an den potenziell vermeidbaren Sterbefällen in der EU haben Herzinfarkte, gefolgt von Schlaganfall, Darmkrebs und Brustkrebs. Im Vergleich der EU-Länder weist die Statistik für Frankreich mit knapp 25 Prozent den niedrigsten Anteil vermeidbarer Sterbefälle auf. Deutschland kommt auf 31,4 Prozent. Am schlechtesten schneidet Rumänien ab, dort liegt die Quote bei fast 50 Prozent.

Quelle: Eurostat

Biologie Auch Einzeller können sich etwas merken

Und zwar die Form und Größe ihres Lebensumfeldes. Das berichten japanische Forscher im Fachmagazin "Journal of the Royal Society Interface".

Die Wissenschaftler sperrten schwimmende Protozoen der Gattung Tetrahymena, gemeinhin auch als Urtierchen bezeichnet, eine Zeit lang in kleine Wassertropfen ein. Dort konnten sich die Einzeller nur im Kreis fortbewegen. Wurden die Protozoen anschließend wieder in größere Gefäße übertragen, behielten sie ihre kreisförmigen Bewegungsmuster bei. Dabei entsprach der Durchmesser der runden Schwimmbahnen der Größe der Wassertropfen, in denen sie zuvor gehalten wurden.

Auf welchem Mechanismus dieses Erinnerungsvermögen der Einzeller beruht, ist noch ungeklärt.

Quelle: RoySocInterface

24.05.2016

Biologie Nano-Kugeln verleihen dem Gemeinen Efeu seine Klebekraft

Seit langem ist Efeu dafür bekannt, sich hartnäckig an verschiedene Oberflächen zu heften. Etwa an Hausfassaden. Jetzt erst konnten US-Forscher entschlüsseln, wie die Pflanze das schafft. Das Geheimnis ist ein Kleber aus winzigen Eiweiß-Kugeln. Sie dringen in Ecken und Risse auf der Oberfläche, an der der Efeu haftet. Sobald der Kleber trocknet, verbinden sich die Kugeln mit anderen Stoffen zu einer harten Schicht. Wenn es gelingen sollte, diesen Mechanismus nachzuahmen, könnte man besonders wirksame Klebstoffe herstellen. Sie könnten sogar dazu dienen, Zellen auf bestimmte Träger zu kleben, um künstliche Organe zu bauen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PNAS".

Quelle: PNAS

Astronomie Astronomen haben eine extrem dunkle Galaxie beobachtet

Es handelt sich um die am schwächsten leuchtende Galaxie aus dem frühen Universum, die jemals beobachtet wurde. Weil sie sehr weit von uns entfernt ist, erschien sie den Forscher so, wie sie vor 13 Milliarden Jahren ausgesehen hat.

Die Wissenschaftler nutzten eine sogenannte Gravitationslinse, um die Galaxie zu erkennen. Dabei handelt es sich um einen Galaxien-Haufen, der zwischen uns und der beobachteten Galaxie liegt. Der Haufen ist so massiv, dass er das Licht der entfernten Galaxie beugt, was es wiederum einfacher macht, sie zu beobachten.

Die Arbeit, die die Forscher in den "Astrophysical Journal Letters" beschrieben haben, soll dabei helfen, das frühe Universum besser zu verstehen.

Quelle: Eurekalert

Tierforschung Wer Wildtiere mit Drohnen beobachtet, soll sich an Regeln halten

Das fordern australische Wissenschaftler im Fachmagazin "Current Biology". Sie schreiben, dass Drohnen nützlich bei der Erforschung von Tieren seien. Jedoch könne ihr Einsatz negative Folgen für die Tiere haben, so können manche Tiere etwa ungestört erscheinen, jedoch tatsächlich von einer Drohne gestresst sein.

Daher fordern die Autoren unter anderem, die Tiere mit den Fluggeräten möglichst wenig zu stören, sich ihnen beispielsweise nicht zu sehr zu nähern oder in sicherem Abstand zu landen. Auch sollen die Drohnen gewissenhaft ausgewählt werden, sodass sie etwa nicht zu viel Lärm verursachen. Unter Umständen sei es sinnvoll, die Fluggeräte zu tarnen, damit sie den Tieren nicht auffallen. Außerdem sollen Forscher die Reaktionen der Tiere auf die Drohnen in ihre Publikationen aufnehmen. Dazu sollen negative wie positive Erfahrungen mit Fluggerät und Tier zählen.

Generell sollten die Forscher (wie bei anderen Experimenten auch) ihre Einsätze von Ethik-Komitees beaufsichtigen lassen.

Quelle: Current Biology

Biologie Kopffüßer sind auf dem Vormarsch

Die Populationen dieser Tiere, zu denen auch die Tintenfische gehören, haben sich seit den 50ern erhöht. Das haben australische Forscher herausgefunden, indem sie Datenbanken zu gefangenen Kopffüßern durchsucht haben.

Ihren Erfolg verdanken die Tintenfische einer günstigen Kombination biologischer Eigenschaften: Sie wachsen schnell, haben kurze Lebenszeiten und können sich flexibel entwickeln. So schaffen sie es schneller als andere Arten, sich an Veränderungen anzupassen. Dadurch könnten sie etwa vom Klimawandel profitieren.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Magazin "Current Biology" veröffentlicht. Sie könnten dabei helfen, den Einfluss der Menschen auf das Meer besser zu verstehen.

Quelle: Current Biology

Medizin Ein simpler Sensor erkennt einzelne Viren im Urin

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Man fügt dem Urin Moleküle hinzu, die sich mit den gesuchten Viren verbinden. Dann lässt man den Urin an einem hauchdünnen, unter Strom stehenden Draht vorbeifließen. Treffen die Klumpen aus Molekülen und Viren auf den Draht, führt das zu einem elektrischen Signal.

Chemiker und Biologen der Universität Texas haben diese Methode entwickelt. Sie konnten damit bereits Viren aus der Herpes-Familie nachweisen. Der Vorteil der Methode ist, dass der Urin nicht aufwendig aufgearbeitet werden muss. Sie eignet sich daher für Gegenden ohne gute medizinische Infrastruktur. Für eine Anwendung muss sie jedoch noch technisch verbessert werden, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS".

Quelle: PNAS

MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk