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02.06.2008

Raumfahrt Der Roboter-Arm von Phoenix hinterlässt Spuren im Mars-Sand.

Der Roboterarm der Sonde «Phoenix» hat zum ersten Mal den Boden des Mars berührt. Das teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Weitere Tests seien für diese Woche geplant. Der Roboterarm soll mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben. Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Mars-Oberfläche Eis liegt. Darin könnte die Sonde organische Verbindungen entdecken. Am Wochenende hatte ein Kurzschluss in einem Spezialofen zum Erhitzen von Proben der Nasa Probleme bereitet. Dank eines Reserve-Glühdrahtes könne der Ofen mit beinahe voller Kapazität arbeiten. //[mawi]//

Medizin Seltene Immunzellen haben ein gutes Gedächtnis.

Von 1000 weißen Blutzellen gehören gerade einmal zehn zur Gruppe der so genannten basophilen Granulozyten. Bekannt war bislang, dass sie eine wichtige Rolle spielen bei allergischen Reaktionen und bei der Bekämpfung von Parasiten. Forscher der Ludwig Maximilian Universität München berichten jetzt im Fachblatt "Nature Immunology", dass die Zellen auch wichtig sind für die Abwehr von krank machenden Bakterien, insbesondere von Streptokokken. Die Zellen sind offenbar Teil des immunologischen Gedächtnisses. Sobald sie Stoffe erkennen, die von den Bakterien gebildet werden, schütten sie Nachrichten-Stoffe aus – so die Interleukine 4 und 6. Dadurch werden andere Immunzellen aktiviert und diese bekämpfen dann die krank machenden Bakterien. //[mawi]//

Chemie Nanofasern filtern Ölrückstände aus dem Wasser.

Forscher am US-amerikanischen MIT in Boston haben eine papierähnliche Membran entwickelt. Sie besteht aus Nanofasern, die gleichzeitig Öl anziehen und Wasser abstoßen. Die Membranen seien in der Lage etwa das 20fache des eigenen Gewichts an Öl aufzunehmen, berichten die Wissenschaftler um Francesco Stellaci im Fachblatt "Nature Biotechnology". Da die Membran neben Öl auch andere organische Substanzen aufnehme, lasse sich mit ihr wahrscheinlich auch Trinkwasser effektiv filtern. //[mawi]//

Medizin Eine Genvariante lässt Brustkrebsmedikamente schlechter wirken.

Dänische und Finnische Forscher haben entdeckt, dass eine bestimmte genetische Variante bei Frauen mit Brustkrebs, Auswirkungen hat auf den Erfolg einer Chemotherapie mit dem Medikament Epirubizin. Bei Frauen mit zwei Kopien der ungünstigen Variante betrage die Überlebensrate nur 17 Prozent; bei Frauen mit der günstigen Genvariante dagegen betrage sie 75 Prozent. Die ungünstige Variante, NQO 1*2 mit Namen, sei weltweit bei vier bis 20 Prozent der Menschen zu finden. Angesichts der weiten Verbreitung handele es sich um einen wichtigen prognostischen Faktor für die Behandlung von Brustkrebs mit Epirubizin, so die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Sie wollen jetzt untersuchen, ob auch andere Krebsmedikamente bei Menschen mit dieser genetischen Variante schlechter wirken. //[mawi]//

Umwelt In der Arktis gibt es weniger Alt-Eis.

In der Framstraße zwischen Spitzbergen und Nordostgrönland haben Forscher in diesem Frühjahr auffällig viel einjähriges Meereis gefunden. Es mangele dagegen an dickem mehrjährigem Eis, berichtet ein internationales Team von Ozeanographen, Eisforschern und Biologen nach einer sechswöchigen Expedition mit dem norwegischen Forschungsschiff "KV Svalbard". Als Ursache für diese Entwicklung machen die Experten das starke Schmelzen des Poleises im vergangenen Sommer und Herbst verantwortlich. Wegen des fehlenden Eises konnte der arktische Ozean mehr Sonnenwärme aufnehmen als gewöhnlich. Gleichzeitig wurde ein starker Zustrom von warmem Atlantikwasser in die Arktis beobachtet. Die Veränderung der Eiszusammensetzung könne zu einer Verschiebung der alljährlichen Algenblüte führen - mit Auswirkungen auf das gesamte arktische Leben von Mikroalgen, Plankton und Fischen bis hin zu Vögeln, Robben und Walen. //[bäs]//

Biologie Seehunde aus dem Kölner Zoo schwimmen für die Wissenschaft.

Neun Seehunde aus dem Kölner Zoo haben am Sonntag ein neues Quartier bezogen: das Marine Science Center, die größte europäische Seehund-Forschungsstation. Die Tiere schwimmen unter wissenschaftlicher Aufsicht in der Ostsee vor Rostock-Warnemünde. Der Zoologe Guido Dehnhardt will mit Kollegen in einer Langzeitstudie die Sinneswahrnehmung und die Unterwasser-Orientierung der Seehunde erforschen. //[mawi]//
30.05.2008

Medizin Bakterien könnten beim Plötzlichen Kindstod eine Rolle spielen.

Diesen Schluss äußern Forscher des Great Ormond Street Hospital for Children in London im Fachblatt „The Lancet“. Die Wissenschaftler hatten mehr als 500 Fälle von Plötzlichem Kindstod untersucht. Dabei fanden sie bei rund 400 der Kleinkinder eine erhöhte Zahl von //Staphylococcus aureus// und //Escherichia coli//. Einen ursächlichen Zusammenhang wollen die Mediziner noch nicht herstellen. Sie sehen in ihrem Befund allerdings einen Hinweis auf eine mögliche Rolle der Bakterien am Tod der Kleinkinder. //[gät]//

Quelle: The Lancet, Band 371,Seite 1848

Planetologie Das Wasser auf dem Mars war zu salzig für Leben.

Davon sind Forscher der Harvard-Universität überzeugt. Die Wissenschaftler haben Daten des Marsroboters „Mars Opportunity“ neu analysiert. Der Rover hatte Magnesiumsulfid im Boden nachweisen können, dass nach Ansicht von Astrophysikern auf Salzseen hinweist. Die US–Forscher haben jetzt anhand der Daten kalkuliert, wie salzig das Wasser gewesen ist. Im Fachblatt „Science“ schreiben sie, der Salzgehalt der Mars-Meere war so hoch, dass mit irdischem Leben vergleichbare Organismen dort nicht hätten existieren können. //[gät]//

Quelle: Science, Band 320, Seite 1204

Forschungspolitik Das EIT kommt nicht nach Deutschland.

Das geht aus einem Beschluss der EU Forschungsminister hervor. Die Ressortleiter hatten sich nach der Präsentation von fünf Bewerbungen darauf geeinigt, den Verwaltungssitz des Europäischen Instituts für Technologie, kurz EIT an ein neues Mitgliedsland zu geben, das noch keine EU-Institution hat. Damit ist Jena, das sich um die Verwaltung beworben hatte, aus dem Rennen. Diplomaten geben derzeit Budapest die besten Chancen auf einen Zuschlag. //[gät]//

Archäologie In Stonehenge wurden einst Menschen bestattet.

Das vermuten Archäologen aus Sheffield. Die Wissenschaftler hatten die Überreste von verbrannten Toten datiert, die in den fünfziger Jahren in der Nähe von Stonehenge ausgegraben wurden. Sie stammten aus einer Zeit, in der das Steinmonument errichtet und genutzt wurde. Die Forscher aus Sheffield weisen darauf hin, dass es in unmittelbarer Nähe des Steinkreises in der Steinzeit eine große Siedlung gegeben habe. Sie ziehen daraus den Schluss, dass die Menschen in dieser Siedlung gelebt haben, und ihre Toten dann in der Nähe des Monuments bestatteten. Unter Britischen Forschern schwelt derzeit ein Streit darüber, wozu Stonehenge tatsächlich gedient hat. So sind Archäologen der Bournemouth University davon überzeugt, dass es eine Pilgerstätte der Steinzeit war. Angefacht wird der Streit auch durch die Medien: Während die Wissenschaftler aus Sheffield den National Geographic Channel an ihrer Seite wissen, erfuhren die Wissenschaftler aus Bournemouth Unterstützung durch die BBC. //[gät]//

Biologie Eine Klasse der Rädertierchen sammelt DNS.

Bdelloidea sind Rädertierchen, die sich seit 35 Millionen Jahren entwickeln, ohne sich sexuell zu vermehren. Wie die Tiere so lange überleben konnten, ist Biologen ein Rätsel. Einen Hinweis auf dieses Phänomen haben jetzt Forscher aus den USA entdeckt: Sie konnten nachweisen, dass die Rädertierchen Erbgut aus ihrer Umgebung aufsammeln und in ihre eigenen DNS einbauen. //[gät]//

Astronomie Forscher haben das Echo der Supernova Cassiopeia A gemessen.

1680 beobachtete der britische Hofastronom John Flamsteed im Sternbild Cassiopeia eine Explosion. Leider was sie so schwach, das niemand sonst die Beobachtung teilte, so dass bis heute unklar blieb, ob der Astronom tatsächlich die Explosion beobachtete, deren Überrest Himmelsforscher als Cassiopeia A bezeichnen. Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es jetzt gelungen, diesen Nachweis zu führen. Sie beobachteten ein plötzliches Aufleuchten in weit entfernten Himmelsregionen, das auf diese Supernova zurückzuführen ist. Eine Vermessung des Licht-Echos ergab, dass der Stern sich vor seinem Ende zu einem Roten Superriesen aufgeblasen hatte. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob Cassiopeia A mit einem anderen Stern zusammengestoßen ist. //[gät]//
29.05.2008

Biologie Tropischer Frosch kratzt wie eine Katze.

Der afrikanische Haarfrosch kann an seinen Zehenspitzen scharfe Knochenkrallen ausfahren. Normalerweise liegen sie innerhalb der Haut- und Bindegewebsschichten des Zehs. Bei Gefahr jedoch sorgen ein Muskel und eine starke Sehne am Zeh dafür, dass die verborgenen Krallen ans Licht kommen. Sie richten sich zunächst auf und durchstoßen dann die Haut. Dabei fügt sich der Frosch heftig blutende Schnittwunden zu. Wie Biologen der Harvard Universität in den „Biology Letters“ berichten, ist eine derartige Verteidigungstaktik im Tierreich bislang unbekannt. Bei Katzen beispielsweise liegen die Krallen in speziellen Hauttaschen und sie verletzen sich beim Ausfahren nicht selbst. //[tj]//

Biologie Europas Singvögel zwitschern in neuseeländischen Gärten.

Amseln, Spatzen und Stare sind in den Gärten und Parks von Neuseeland öfters zu sehen und zu hören als die dort ursprünglich heimischen Vögel. Das ergab eine erste landesweite Bestandserfassung. Dafür wurden in einer Juliwoche in Neuseeland innerhalb einer Stunde die Vögel in Parkanlagen, auf Schulhöfen und in verschiedenen Gärten gezählt. Unter den Top Ten war nur eine einzige neuseeländische Art: der so genannte Graurückenbrillenvogel. Fachleute sehen in der Ausbreitung nicht einheimischer Vogelarten eine große Gefahr für Neuseelands sensible Flora und Fauna. //[uhl]//

Analytik Auch aus Hausstaub lässt sich menschliche DNA isolieren.

Obwohl US-amerikanische Forscher nur ein Billionstel Gramm der Erbsubstanz in untersuchtem Hausstaub fanden, reichte das Material für eine Laboranalyse. Das teilten sie dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ mit. Die Forscher hatte Staubproben aus vielbesuchten und sehr ruhigen Räumen der Universität von Richmond gesammelt. Die meiste DNA darin stammte von Bakterien und Pilzen. In jeder der Proben war aber auch menschliches Erbmaterial vorhanden. Allerdings fanden sich dabei die Gene vieler verschiedener Menschen. So ließ sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen. Dennoch meinen die Forscher, dass ihre Technik in Zukunft zu neuen Methoden bei der kriminologischen Analyse von Tatorten führen wird. //[tj]//

Medizin Zähneputzen verringert die Gefahr einer Lungenentzündung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an der Universität Barcelona. Ausgewertet wurden dafür die Fälle von 1300 Patienten, die sich außerhalb von Krankenhäusern eine Lungenentzündung zugezogen hatten. Neben der Zahnhygiene könne auch eine Grippeimpfung vor einer Lungenentzündung schützen, berichten die Forscher im Fachblatt „European Respiratory Journal“. Eine gegenteilige Wirkung hätten dagegen starkes Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum, abrupte Temperaturschwankungen und ein enger Kontakt mit Haustieren. //[tj]//

Paläontologie Australische Wissenschaftler haben ein 380 Millionen Jahre altes Fossil gefunden, das die versteinerten Überreste eines schwangeren Fisches zeigt.

Die etwa 25 Zentimeter lange Fischmutter gehört zu einer bislang unbekannten Art. Im Fachmagazin „Nature“ schreiben die Forscher: Dies sei nicht nur der erste Fund eines fossilen Embryos mit einer Nabelschnur, sondern auch das älteste bekannte Beispiel irgendeiner Kreatur, die lebende Junge gebärt. Bislang war man davon ausgegangen, dass die ersten Lebendgeburten im Tierreich erst 200 Millionen Jahre später geschahen. Aufgrund des Fossils sei nun klar, dass das Lebendgebären zur gleichen Zeit anfing wie das Eierlegen. //[tj]//

Paläontologie Schwefelwasserstoff führte zu einem Massensterben der ersten Mehrzeller.

Vor rund 600 Millionen Jahren am Ende des Präkambriums beherrschte eine Gruppe von mehrzelligen Weichtieren die Meere. Plötzlich starben sie aus. Bislang gibt es verschiedene Theorien über die Ursache. Geologen von der Universität Bern haben nun neue Daten, die nur eine Erklärung zulassen: aus der Meerestiefe aufsteigender Schwefelwasserstoff hat die Mehrzellentiere vergiftet. Die neuen Daten beruhen auf der Analyse von Sedimentgesteinen aus China und dem Oman – und sind im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht. //[tj]//
28.05.2008

Raumfahrt Zwei Tage nach der Landung der Raumsonde Phoenix auf dem Mars hat es eine Panne gegeben.

Der Roboterarm konnte aufgrund von Funkproblemen vorerst nicht aktiviert werden. Dieser soll Bodenproben sammeln, die später auf Spuren von organischem Leben untersucht werden. Laut der US-amerikanischen Weltraumagentur Nasa handelt es sich lediglich um ein vorübergehendes Problem. Der 2,3 Meter lange Roboterarm soll im Laufe des Tages in Gang gesetzt werden. Es gebe keinen Anlass zur Sorge, hieß es in einer Pressemitteilung. Als Ursache vermuten die Experten, dass sich das Kommunikationssystem auf den Stand-by-Modus geschaltet habe. Wie es zu der Panne kommen konnte, sei unklar. Möglicherweise handele es sich um Folgen von Strahlenbelastungen. Die Marssonde habe aber mittlerweile weitere Bilder zur Erde gesendet. //[mst]//

Paläontologie Riesige Flugsaurier jagten zu Fuß.

Die Azhdarchiden - eine Gruppe gigantischer Flugsaurier - jagten entgegen bisheriger Überlegungen ihre Beute nicht im Flug, wie dies heute Pelikane oder Möwen tun. Das berichten britische Forscher im Fachblatt "PLoS One". Die Flugsaurier konnten nach den anatomischen Rekonstruktionen relativ schnell laufen. Ihr Verhalten vergleichen die Paläontologen mit dem heutiger Störche: Zum einen hatten die Tiere lange Beine, mit denen sie im Wasser waten konnten. Zum anderen war ihr Schädel sehr gut dafür geeignet, kleine Tiere und andere Nahrung vom Boden aufzupicken. Die größten Exemplare der Flugsaurier hatten eine Flügelspannweite von mehr als zehn Metern und erreichten stehend die Höhe einer Giraffe. //[mst]//

Medizin Eine hohe Bleibelastung erhöht das Risiko gewalttätig zu werden.

Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachblatt "PLoS Medicine". Zwischen 1979 und 1984 hatten sie die Blutwerte von Schwangeren aus besonders bleibelasteten Stadtvierteln in Cincinnati untersucht, deren Häuser alte Wasserrohre und bleihaltige Wandfarben hatten. Ebenso analysierten sie das Blut von knapp 380 Neugeborenen und kontrollierten es regelmäßig, bis die Kinder sechseinhalb Jahre waren. Jetzt verglichen die Forscher die Daten mit der lokalen Verbrechensentwicklung. Demnach korreliert eine Bleibelastung im Babyalter mit einer kriminellen Karriere im Erwachsenenalter. Die gefährlichen Auswirkungen des Nervengifts auf Hirnstruktur, Intelligenzentwicklung und Verhalten sind seit längerem bekannt, und konnten nun erstmals in Langzeitstudien bestätigt werden. //[mst]//

Biologie Männermangel macht erfinderisch.

Das gilt zumindest für Albatros-Weibchen auf Hawaii. Die von akutem Männermangel betroffenen Vögel bilden gleichgeschlechtlich Brutpaare. Wie US-Forscher in den "Biology Letters" berichten, bleiben diese Paare oft über mehrere Jahre zusammen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich partnerlose Weibchen von einem bereits liierten Männchen befruchten lassen, um sich dann für die Brut und Aufzucht des Nachwuchses mit einem anderen Weibchen zusammenzutun. Der Bruterfolg der weiblichen Paare sei nur etwas geringer als der gemischter Albatros-Eltern-Paare. //[mst]//

Raumfahrt Die Toilette der Internationalen Raumstation ist defekt.

Aufgrund eines technischen Schadens können die drei Astronauten auf der ISS ihre Toilette nicht mehr benutzen. Zudem ist ihre einzige Alternative - die Toilette der angedockten Landekapsel Sojus - bald voll. Die Ursache des Defekts ist unklar. Die US-amerikanische Weltraumagentur Nasa muss daher möglicherweise Ersatzteile mit der Raumfähre Discovery zur ISS schicken, die am Wochenende starten soll. Dies sei jedoch mit erheblichen Probleme verbunden, da die Ladung so akribisch geplant sei, dass eigentlich kein Platz mehr für Klempnerzubehör vorhanden ist, so die Nasa. Die Toilette russischen Fabrikats verrichtet ihren Weltraumdienst seit sieben Jahren. Als ein Besatzungsmitglied in der vergangenen Woche das stille Örtchen benutzte, fiel ein Motor aus. //[mst]//

Astronomie Die Milchstraße ist nur halb so schwer wie angenommen.

Wie das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg berichtet, hat die Milchstrasse nur rund halb so viel Masse wie bislang angenommen, also nur etwa 1000 Milliarden Mal so viel Masse wie unsere Sonne. Die Astronomen hatten die Geschwindigkeiten von 2400 Sternen ermittelt, die die Milchstraße auf weiten Bahnen in den Außenbereichen umlaufen. Diese Flugbahnen verraten, wie schnell die Sterne sich bewegen müssen, um der Anziehungskraft des Milchstraßensystems und seiner sogenannten Dunklen Materie zu widerstehen. Das Ergebnis spiele unter anderem eine wichtige Rolle für den Vergleich der Milchstraße mit anderen Galaxien, so die Forscher. //[mst]//
27.05.2008

Virologie Die Geburt eines Partikels des HI-Virus dauert etwa sechs Minuten.

Forscher von der Rockefeller Universität in New York konnten erstmals beobachten, wie sich Hunderttausende Moleküle zu einem Partikel des HI-Virus zusammenschließen. Dieser Vorgang dauert fünf bis sechs Minuten berichten die Forscher im Fachblatt „Nature“. Sie hatten ein spezielles Mikroskopie-Verfahren entwickelt, mit dem sich Vorgänge an der Zelloberfläche in Echtzeit und mit hoher Auflösung beobachten lassen. Nun wollen sie beginnen, die Geburt des HI-Virus im Detail zu beschreiben. //[tj]//

Medizin Eine neue Methode macht die Eiweißverklumpungen bei Alzheimer sichtbar.

Faserartige Verklumpungen von Eiweißen, so genannte Amyloidfibrillen, treten bei Alzheimer Patienten gehäuft auf. Aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften gab es bislang kein Verfahren, mit dem sich ihre Struktur beschreiben ließ. Wissenschaftler der „Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung“ in Halle haben hier eine neue Methode gefunden. Sie konnten die computergestützten Strukturberechnungen aus elektronenmikroskopischen Daten entscheidend verbessern. So konnten sie jetzt erstmals weltweit ein genaues Bild einer Alzheimer Amyloidfibrille veröffentlichen. Es hat eine Auflösung von weniger als zehn Angström. Damit lassen sich frühere Modelle zur Entstehung und Wirkung der Amyloidfibrillen überprüfen. Erstaunlicherweise unterschiedet sich die gefundene Struktur von allen bisherigen Vorstellungen, berichten die Zellbiologen heute im Fachmagazin PNAS. //[tj]//

Astronomie Superteleskop zeigt erstmals Details eines Sterns außerhalb der Milchstraße.

Astronomen vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie haben zwei 8-Meter-Teleskope der Europäischen Südsternwarte in Chile zu einem virtuellen Superteleskop von 60 Metern Durchmesser zusammengeschaltet. So konnten sie erstmals Details des so genannten Roten Überriesen WOH 64 beobachten. Der Stern ist rund 2000 Mal so groß wie unsere Sonne und liegt 163 000 Lichtjahre entfernt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der Milchstraße. Wie die Astronomen beobachten konnten, bläst der alternde Stern äußerst schnell seine Materie ins All und hat bereits 40 Prozent seiner ursprünglichen Masse verloren. //[tj]//

Biologie Neues Insektenabwehrmittel wirkt dreimal so lange wie DEET.

Bislang hieß das am weitesten verbreitete Insekten-Abwehrmittel DEET. Es blockiert das Riechsystem von Mücken. US-amerikanische Forscher haben nun neue, hochwirksame chemische Substanzen entwickelt. Dabei ließen sie die Vorarbeiten vom Computer ausführen. In künstlichen neuronalen Netzen wurden so verschiedene Substanzen auf ihre mögliche Wirksamkeit prüfen. Anschließend testeten die Forscher die vielversprechendsten Wirkstoffe an Freiwilligen. Sie fanden 27 chemische Verbindungen, die genau so gut oder besser wirkten als DEET. Einige der neuen Stoffe hielten Malaria-Mücken sogar mehr als dreimal so lange vom Zustechen ab. //[tj]//

Quelle: PNAS, Band 105, Seite 7359

Biologie Das populäre Tierlexikon „Brehms Tierleben“ bekommt einen modernen Nachfolger.

Er heißt „Cryo-Brehm Deutsche Zellbank für Wildtiere Alfred Brehm“. und er sammelt das tiefgefrorene Erbgut wilder Tiere. Das Genmaterial soll als Reserve für künftige Generationen dienen. Wissenschaftler der Lübecker Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie wollen die „Eis-Bibliothek“ gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik sowie kooperierenden Zoos zum 1. Juni gründen. //[tj]//
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