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03.06.2008

Biologie Deutsche Affenforscherin kehrt wohlbehalten zurück.

Ein Suchtrupp hat nach knapp zweiwöchiger Suche die 23-jährige deutsche Affenforscherin im dichten Regenwald der Demokratischen Republik Kongo entdeckt, teilte ein Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft mit. Die wiedergefundene Studentin aus Leipzig habe sich mittlerweile auf den Rückweg in das Basislager gemacht. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Sie hatte sich am 22. Mai mit einem Assistenten in den Wald begeben, um Nester von Zwergschimpansen zu beobachten. Entgegen der Anweisung, sich nicht voneinander zu trennen, machte sich die Frau allein auf den Rückweg. Seither wurde sie vermisst. Am Wochenende fingen UN-Soldaten den Funkspruch eines Missionars auf, der von einer weißen Frau 100 Kilometer vom Basiscamp entfernt berichtete. Daraufhin war die Suche nach der Studentin nochmals verstärkt worden. //[mst]//

Astronomie Die Marssonde Phoenix hat möglicherweise Eis entdeckt.

Auf den Aufnahmen der deutschen Kamera vom Boden des Roten Planeten erstrecke sich neben den Füßen der Sonde eine helle Fläche, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit. Ihre Struktur erscheine außerordentlich glatt und gerundet, dies sei sehr untypisch für einen Stein. Die Forscher vermuten, dass die Bremsraketen bei der Landung gefrorenes Wasser freigelegt haben. Möglicherweise bedecke an der Landestelle nur eine dünne Decke aus lockerem Sand und Gestein eine weitläufige Eisschicht. Weitere Untersuchungen mit Farbaufnahmen sollen nun Gewissheit bringen. Nach knapp zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise war Phoenix Ende Mai erfolgreich auf dem Mars gelandet. Die Sonde soll in den nächsten drei Monaten nach Spuren von Leben auf unserem Nachbarplaneten suchen. //[mst]//

Medizin Eiweiße können den Jojo-Effekt verhindern.

Das haben Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke herausgefunden. In einer europäischen Studie sahen sie, dass nach einer Diät die Erhöhung des Eiweißanteils der Nahrung hilfreich sein kann, um das erneute Zunehmen, den so genannten Jojo-Effekt, zu verhindern. Bei der Studie hatten die Forscher an 1500 Freiwilligen untersucht, welche Ernährungsfaktoren bei der Gewichtszunahme eine Rolle spielen. Zu Beginn mussten die Freiwilligen zunächst acht Prozent ihres Körpergewichts abnehmen. Anschließend hielten sie eine von fünf vorgegebenen Diäten ein. Dabei sahen die Forscher, dass eine erhöhte Proteinzufuhr mit einer geringeren erneuten Gewichtszunahme einherging. //[mst]//

Astronomie Astronomen entdeckten den bislang kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Das teilten Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri mit. Der so genannte Exoplanet im Sternbild Schütze hat nur rund dreimal so viel Masse wie die Erde und umkreist eine Mini-Sonne. Der rund 3000 Lichtjahre entfernte Planet mit Namen MOA-2007-BLG192Lb bestehe vermutlich vor allem aus Eis und Gestein und könnte einer Theorie zufolge komplett von einem tiefen Ozean bedeckt sein. Konkrete Hinweise auf Wasser oder gar Leben gibt es nicht. //[mst]//

Anthropologie Rattenknochen belegen eine späte Besiedlung Neuseelands.

Das geht aus neuen Datierungen hervor, die Archäologen aus Neuseeland, Australien und Oxford im Fachblatt PNAS vorstellen. Demnach besiedelten die polynesischen Ureinwohner, die Maoris, die Inseln wahrscheinlich erst im späten 13. Jahrhundert, und nicht 1500 Jahre früher, wie bislang angenommen. Die Forscher hatten Knochen der Pazifischen Ratte mit der Radiokarbonmethode datiert. Damit konnten sie alte Datierungen widerlegen, wonach die dieselben Knochen aus der Zeit um 200 vor Christus stammen sollen. Als erster Europäer erreichte 1642 wahrscheinlich der Niederländer Abel Janszoon Tasman - Neuseeland. Da die Pazifische Ratte nicht sehr weit schwimmen kann, kann sie nur an Bord von Booten nach Neuseeland gekommen sein, vermuten die Forscher. Die früheste Ankunft der pazifischen Ratten sei damit auch ein Hinweis auf die Ankunft der Menschen. //[mst]//

Physik Ultrakurze Laserpulse schweißen ultrakalte Atome zusammen.

Physiker der Freien Universität Berlin gelang es bei Experimenten erstmals, Atome in einem ultrakalten Gas mit Hilfe von Laserblitzen zu Molekülen zu verschweißen. Trotz der hohen Energie dieser ultrakurzen Laserpulse sind die auf diese Weise geformten Moleküle ebenso kalt wie die Atome, aus denen sie gebildet wurden. Dabei wechselwirken die Moleküle nach ihrer Bildung weiterhin mit dem Lichtblitz, indem sie für kurze Zeit Energie aus dem Puls aufnehmen und wieder an diesen abgeben. Dieser Prozess wiederholt sich auf einer Zeitskala von einigen Billiardstel Sekunden, abhängig von der Laserfrequenz und der Bindungsstärke der Moleküle. Damit haben die Forscher erstmals praktisch eine Verbindung zwischen den Welten ultraschneller Prozesse und ultrakalter Temperaturen hergestellt. //[mst]//

Raumfahrt Die Discovery-Astronauten nehmen ihre Arbeit auf.

Nach dem Andocken an die Internationale Raumstation ISS gestern Abend, haben die Raumfahrer mit der Montage des Forschungslabors Kibo begonnen. Das elf Meter lange japanische Labor ist größer als die bereits installierten Module aus den USA und Europa. Bei ihrem ersten von drei Außenbordeinsätzen in gut einer halben Stunde wollen die Astronauten zudem versuchen, das klemmende Gelenk eines Sonnensegels auszutauschen. An Bord der Raumfähre befinden sich auch Ersatzteile für die defekte Toilette der ISS. Die drei Langzeitbesatzungsmitglieder müssen sich derzeit mit der Sanitäranlage der Sojus -Landekapsel behelfen. //[mst]//
02.06.2008

Raumfahrt Der Roboter-Arm von Phoenix hinterlässt Spuren im Mars-Sand.

Der Roboterarm der Sonde «Phoenix» hat zum ersten Mal den Boden des Mars berührt. Das teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Weitere Tests seien für diese Woche geplant. Der Roboterarm soll mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben. Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Mars-Oberfläche Eis liegt. Darin könnte die Sonde organische Verbindungen entdecken. Am Wochenende hatte ein Kurzschluss in einem Spezialofen zum Erhitzen von Proben der Nasa Probleme bereitet. Dank eines Reserve-Glühdrahtes könne der Ofen mit beinahe voller Kapazität arbeiten. //[mawi]//

Medizin Seltene Immunzellen haben ein gutes Gedächtnis.

Von 1000 weißen Blutzellen gehören gerade einmal zehn zur Gruppe der so genannten basophilen Granulozyten. Bekannt war bislang, dass sie eine wichtige Rolle spielen bei allergischen Reaktionen und bei der Bekämpfung von Parasiten. Forscher der Ludwig Maximilian Universität München berichten jetzt im Fachblatt "Nature Immunology", dass die Zellen auch wichtig sind für die Abwehr von krank machenden Bakterien, insbesondere von Streptokokken. Die Zellen sind offenbar Teil des immunologischen Gedächtnisses. Sobald sie Stoffe erkennen, die von den Bakterien gebildet werden, schütten sie Nachrichten-Stoffe aus – so die Interleukine 4 und 6. Dadurch werden andere Immunzellen aktiviert und diese bekämpfen dann die krank machenden Bakterien. //[mawi]//

Chemie Nanofasern filtern Ölrückstände aus dem Wasser.

Forscher am US-amerikanischen MIT in Boston haben eine papierähnliche Membran entwickelt. Sie besteht aus Nanofasern, die gleichzeitig Öl anziehen und Wasser abstoßen. Die Membranen seien in der Lage etwa das 20fache des eigenen Gewichts an Öl aufzunehmen, berichten die Wissenschaftler um Francesco Stellaci im Fachblatt "Nature Biotechnology". Da die Membran neben Öl auch andere organische Substanzen aufnehme, lasse sich mit ihr wahrscheinlich auch Trinkwasser effektiv filtern. //[mawi]//

Medizin Eine Genvariante lässt Brustkrebsmedikamente schlechter wirken.

Dänische und Finnische Forscher haben entdeckt, dass eine bestimmte genetische Variante bei Frauen mit Brustkrebs, Auswirkungen hat auf den Erfolg einer Chemotherapie mit dem Medikament Epirubizin. Bei Frauen mit zwei Kopien der ungünstigen Variante betrage die Überlebensrate nur 17 Prozent; bei Frauen mit der günstigen Genvariante dagegen betrage sie 75 Prozent. Die ungünstige Variante, NQO 1*2 mit Namen, sei weltweit bei vier bis 20 Prozent der Menschen zu finden. Angesichts der weiten Verbreitung handele es sich um einen wichtigen prognostischen Faktor für die Behandlung von Brustkrebs mit Epirubizin, so die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Sie wollen jetzt untersuchen, ob auch andere Krebsmedikamente bei Menschen mit dieser genetischen Variante schlechter wirken. //[mawi]//

Umwelt In der Arktis gibt es weniger Alt-Eis.

In der Framstraße zwischen Spitzbergen und Nordostgrönland haben Forscher in diesem Frühjahr auffällig viel einjähriges Meereis gefunden. Es mangele dagegen an dickem mehrjährigem Eis, berichtet ein internationales Team von Ozeanographen, Eisforschern und Biologen nach einer sechswöchigen Expedition mit dem norwegischen Forschungsschiff "KV Svalbard". Als Ursache für diese Entwicklung machen die Experten das starke Schmelzen des Poleises im vergangenen Sommer und Herbst verantwortlich. Wegen des fehlenden Eises konnte der arktische Ozean mehr Sonnenwärme aufnehmen als gewöhnlich. Gleichzeitig wurde ein starker Zustrom von warmem Atlantikwasser in die Arktis beobachtet. Die Veränderung der Eiszusammensetzung könne zu einer Verschiebung der alljährlichen Algenblüte führen - mit Auswirkungen auf das gesamte arktische Leben von Mikroalgen, Plankton und Fischen bis hin zu Vögeln, Robben und Walen. //[bäs]//

Biologie Seehunde aus dem Kölner Zoo schwimmen für die Wissenschaft.

Neun Seehunde aus dem Kölner Zoo haben am Sonntag ein neues Quartier bezogen: das Marine Science Center, die größte europäische Seehund-Forschungsstation. Die Tiere schwimmen unter wissenschaftlicher Aufsicht in der Ostsee vor Rostock-Warnemünde. Der Zoologe Guido Dehnhardt will mit Kollegen in einer Langzeitstudie die Sinneswahrnehmung und die Unterwasser-Orientierung der Seehunde erforschen. //[mawi]//
30.05.2008

Medizin Bakterien könnten beim Plötzlichen Kindstod eine Rolle spielen.

Diesen Schluss äußern Forscher des Great Ormond Street Hospital for Children in London im Fachblatt „The Lancet“. Die Wissenschaftler hatten mehr als 500 Fälle von Plötzlichem Kindstod untersucht. Dabei fanden sie bei rund 400 der Kleinkinder eine erhöhte Zahl von //Staphylococcus aureus// und //Escherichia coli//. Einen ursächlichen Zusammenhang wollen die Mediziner noch nicht herstellen. Sie sehen in ihrem Befund allerdings einen Hinweis auf eine mögliche Rolle der Bakterien am Tod der Kleinkinder. //[gät]//

Quelle: The Lancet, Band 371,Seite 1848

Planetologie Das Wasser auf dem Mars war zu salzig für Leben.

Davon sind Forscher der Harvard-Universität überzeugt. Die Wissenschaftler haben Daten des Marsroboters „Mars Opportunity“ neu analysiert. Der Rover hatte Magnesiumsulfid im Boden nachweisen können, dass nach Ansicht von Astrophysikern auf Salzseen hinweist. Die US–Forscher haben jetzt anhand der Daten kalkuliert, wie salzig das Wasser gewesen ist. Im Fachblatt „Science“ schreiben sie, der Salzgehalt der Mars-Meere war so hoch, dass mit irdischem Leben vergleichbare Organismen dort nicht hätten existieren können. //[gät]//

Quelle: Science, Band 320, Seite 1204

Forschungspolitik Das EIT kommt nicht nach Deutschland.

Das geht aus einem Beschluss der EU Forschungsminister hervor. Die Ressortleiter hatten sich nach der Präsentation von fünf Bewerbungen darauf geeinigt, den Verwaltungssitz des Europäischen Instituts für Technologie, kurz EIT an ein neues Mitgliedsland zu geben, das noch keine EU-Institution hat. Damit ist Jena, das sich um die Verwaltung beworben hatte, aus dem Rennen. Diplomaten geben derzeit Budapest die besten Chancen auf einen Zuschlag. //[gät]//

Archäologie In Stonehenge wurden einst Menschen bestattet.

Das vermuten Archäologen aus Sheffield. Die Wissenschaftler hatten die Überreste von verbrannten Toten datiert, die in den fünfziger Jahren in der Nähe von Stonehenge ausgegraben wurden. Sie stammten aus einer Zeit, in der das Steinmonument errichtet und genutzt wurde. Die Forscher aus Sheffield weisen darauf hin, dass es in unmittelbarer Nähe des Steinkreises in der Steinzeit eine große Siedlung gegeben habe. Sie ziehen daraus den Schluss, dass die Menschen in dieser Siedlung gelebt haben, und ihre Toten dann in der Nähe des Monuments bestatteten. Unter Britischen Forschern schwelt derzeit ein Streit darüber, wozu Stonehenge tatsächlich gedient hat. So sind Archäologen der Bournemouth University davon überzeugt, dass es eine Pilgerstätte der Steinzeit war. Angefacht wird der Streit auch durch die Medien: Während die Wissenschaftler aus Sheffield den National Geographic Channel an ihrer Seite wissen, erfuhren die Wissenschaftler aus Bournemouth Unterstützung durch die BBC. //[gät]//

Biologie Eine Klasse der Rädertierchen sammelt DNS.

Bdelloidea sind Rädertierchen, die sich seit 35 Millionen Jahren entwickeln, ohne sich sexuell zu vermehren. Wie die Tiere so lange überleben konnten, ist Biologen ein Rätsel. Einen Hinweis auf dieses Phänomen haben jetzt Forscher aus den USA entdeckt: Sie konnten nachweisen, dass die Rädertierchen Erbgut aus ihrer Umgebung aufsammeln und in ihre eigenen DNS einbauen. //[gät]//

Astronomie Forscher haben das Echo der Supernova Cassiopeia A gemessen.

1680 beobachtete der britische Hofastronom John Flamsteed im Sternbild Cassiopeia eine Explosion. Leider was sie so schwach, das niemand sonst die Beobachtung teilte, so dass bis heute unklar blieb, ob der Astronom tatsächlich die Explosion beobachtete, deren Überrest Himmelsforscher als Cassiopeia A bezeichnen. Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es jetzt gelungen, diesen Nachweis zu führen. Sie beobachteten ein plötzliches Aufleuchten in weit entfernten Himmelsregionen, das auf diese Supernova zurückzuführen ist. Eine Vermessung des Licht-Echos ergab, dass der Stern sich vor seinem Ende zu einem Roten Superriesen aufgeblasen hatte. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob Cassiopeia A mit einem anderen Stern zusammengestoßen ist. //[gät]//
29.05.2008

Biologie Tropischer Frosch kratzt wie eine Katze.

Der afrikanische Haarfrosch kann an seinen Zehenspitzen scharfe Knochenkrallen ausfahren. Normalerweise liegen sie innerhalb der Haut- und Bindegewebsschichten des Zehs. Bei Gefahr jedoch sorgen ein Muskel und eine starke Sehne am Zeh dafür, dass die verborgenen Krallen ans Licht kommen. Sie richten sich zunächst auf und durchstoßen dann die Haut. Dabei fügt sich der Frosch heftig blutende Schnittwunden zu. Wie Biologen der Harvard Universität in den „Biology Letters“ berichten, ist eine derartige Verteidigungstaktik im Tierreich bislang unbekannt. Bei Katzen beispielsweise liegen die Krallen in speziellen Hauttaschen und sie verletzen sich beim Ausfahren nicht selbst. //[tj]//

Biologie Europas Singvögel zwitschern in neuseeländischen Gärten.

Amseln, Spatzen und Stare sind in den Gärten und Parks von Neuseeland öfters zu sehen und zu hören als die dort ursprünglich heimischen Vögel. Das ergab eine erste landesweite Bestandserfassung. Dafür wurden in einer Juliwoche in Neuseeland innerhalb einer Stunde die Vögel in Parkanlagen, auf Schulhöfen und in verschiedenen Gärten gezählt. Unter den Top Ten war nur eine einzige neuseeländische Art: der so genannte Graurückenbrillenvogel. Fachleute sehen in der Ausbreitung nicht einheimischer Vogelarten eine große Gefahr für Neuseelands sensible Flora und Fauna. //[uhl]//

Analytik Auch aus Hausstaub lässt sich menschliche DNA isolieren.

Obwohl US-amerikanische Forscher nur ein Billionstel Gramm der Erbsubstanz in untersuchtem Hausstaub fanden, reichte das Material für eine Laboranalyse. Das teilten sie dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ mit. Die Forscher hatte Staubproben aus vielbesuchten und sehr ruhigen Räumen der Universität von Richmond gesammelt. Die meiste DNA darin stammte von Bakterien und Pilzen. In jeder der Proben war aber auch menschliches Erbmaterial vorhanden. Allerdings fanden sich dabei die Gene vieler verschiedener Menschen. So ließ sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen. Dennoch meinen die Forscher, dass ihre Technik in Zukunft zu neuen Methoden bei der kriminologischen Analyse von Tatorten führen wird. //[tj]//

Medizin Zähneputzen verringert die Gefahr einer Lungenentzündung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an der Universität Barcelona. Ausgewertet wurden dafür die Fälle von 1300 Patienten, die sich außerhalb von Krankenhäusern eine Lungenentzündung zugezogen hatten. Neben der Zahnhygiene könne auch eine Grippeimpfung vor einer Lungenentzündung schützen, berichten die Forscher im Fachblatt „European Respiratory Journal“. Eine gegenteilige Wirkung hätten dagegen starkes Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum, abrupte Temperaturschwankungen und ein enger Kontakt mit Haustieren. //[tj]//

Paläontologie Australische Wissenschaftler haben ein 380 Millionen Jahre altes Fossil gefunden, das die versteinerten Überreste eines schwangeren Fisches zeigt.

Die etwa 25 Zentimeter lange Fischmutter gehört zu einer bislang unbekannten Art. Im Fachmagazin „Nature“ schreiben die Forscher: Dies sei nicht nur der erste Fund eines fossilen Embryos mit einer Nabelschnur, sondern auch das älteste bekannte Beispiel irgendeiner Kreatur, die lebende Junge gebärt. Bislang war man davon ausgegangen, dass die ersten Lebendgeburten im Tierreich erst 200 Millionen Jahre später geschahen. Aufgrund des Fossils sei nun klar, dass das Lebendgebären zur gleichen Zeit anfing wie das Eierlegen. //[tj]//

Paläontologie Schwefelwasserstoff führte zu einem Massensterben der ersten Mehrzeller.

Vor rund 600 Millionen Jahren am Ende des Präkambriums beherrschte eine Gruppe von mehrzelligen Weichtieren die Meere. Plötzlich starben sie aus. Bislang gibt es verschiedene Theorien über die Ursache. Geologen von der Universität Bern haben nun neue Daten, die nur eine Erklärung zulassen: aus der Meerestiefe aufsteigender Schwefelwasserstoff hat die Mehrzellentiere vergiftet. Die neuen Daten beruhen auf der Analyse von Sedimentgesteinen aus China und dem Oman – und sind im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht. //[tj]//
28.05.2008

Raumfahrt Zwei Tage nach der Landung der Raumsonde Phoenix auf dem Mars hat es eine Panne gegeben.

Der Roboterarm konnte aufgrund von Funkproblemen vorerst nicht aktiviert werden. Dieser soll Bodenproben sammeln, die später auf Spuren von organischem Leben untersucht werden. Laut der US-amerikanischen Weltraumagentur Nasa handelt es sich lediglich um ein vorübergehendes Problem. Der 2,3 Meter lange Roboterarm soll im Laufe des Tages in Gang gesetzt werden. Es gebe keinen Anlass zur Sorge, hieß es in einer Pressemitteilung. Als Ursache vermuten die Experten, dass sich das Kommunikationssystem auf den Stand-by-Modus geschaltet habe. Wie es zu der Panne kommen konnte, sei unklar. Möglicherweise handele es sich um Folgen von Strahlenbelastungen. Die Marssonde habe aber mittlerweile weitere Bilder zur Erde gesendet. //[mst]//

Paläontologie Riesige Flugsaurier jagten zu Fuß.

Die Azhdarchiden - eine Gruppe gigantischer Flugsaurier - jagten entgegen bisheriger Überlegungen ihre Beute nicht im Flug, wie dies heute Pelikane oder Möwen tun. Das berichten britische Forscher im Fachblatt "PLoS One". Die Flugsaurier konnten nach den anatomischen Rekonstruktionen relativ schnell laufen. Ihr Verhalten vergleichen die Paläontologen mit dem heutiger Störche: Zum einen hatten die Tiere lange Beine, mit denen sie im Wasser waten konnten. Zum anderen war ihr Schädel sehr gut dafür geeignet, kleine Tiere und andere Nahrung vom Boden aufzupicken. Die größten Exemplare der Flugsaurier hatten eine Flügelspannweite von mehr als zehn Metern und erreichten stehend die Höhe einer Giraffe. //[mst]//

Medizin Eine hohe Bleibelastung erhöht das Risiko gewalttätig zu werden.

Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachblatt "PLoS Medicine". Zwischen 1979 und 1984 hatten sie die Blutwerte von Schwangeren aus besonders bleibelasteten Stadtvierteln in Cincinnati untersucht, deren Häuser alte Wasserrohre und bleihaltige Wandfarben hatten. Ebenso analysierten sie das Blut von knapp 380 Neugeborenen und kontrollierten es regelmäßig, bis die Kinder sechseinhalb Jahre waren. Jetzt verglichen die Forscher die Daten mit der lokalen Verbrechensentwicklung. Demnach korreliert eine Bleibelastung im Babyalter mit einer kriminellen Karriere im Erwachsenenalter. Die gefährlichen Auswirkungen des Nervengifts auf Hirnstruktur, Intelligenzentwicklung und Verhalten sind seit längerem bekannt, und konnten nun erstmals in Langzeitstudien bestätigt werden. //[mst]//

Biologie Männermangel macht erfinderisch.

Das gilt zumindest für Albatros-Weibchen auf Hawaii. Die von akutem Männermangel betroffenen Vögel bilden gleichgeschlechtlich Brutpaare. Wie US-Forscher in den "Biology Letters" berichten, bleiben diese Paare oft über mehrere Jahre zusammen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich partnerlose Weibchen von einem bereits liierten Männchen befruchten lassen, um sich dann für die Brut und Aufzucht des Nachwuchses mit einem anderen Weibchen zusammenzutun. Der Bruterfolg der weiblichen Paare sei nur etwas geringer als der gemischter Albatros-Eltern-Paare. //[mst]//

Raumfahrt Die Toilette der Internationalen Raumstation ist defekt.

Aufgrund eines technischen Schadens können die drei Astronauten auf der ISS ihre Toilette nicht mehr benutzen. Zudem ist ihre einzige Alternative - die Toilette der angedockten Landekapsel Sojus - bald voll. Die Ursache des Defekts ist unklar. Die US-amerikanische Weltraumagentur Nasa muss daher möglicherweise Ersatzteile mit der Raumfähre Discovery zur ISS schicken, die am Wochenende starten soll. Dies sei jedoch mit erheblichen Probleme verbunden, da die Ladung so akribisch geplant sei, dass eigentlich kein Platz mehr für Klempnerzubehör vorhanden ist, so die Nasa. Die Toilette russischen Fabrikats verrichtet ihren Weltraumdienst seit sieben Jahren. Als ein Besatzungsmitglied in der vergangenen Woche das stille Örtchen benutzte, fiel ein Motor aus. //[mst]//

Astronomie Die Milchstraße ist nur halb so schwer wie angenommen.

Wie das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg berichtet, hat die Milchstrasse nur rund halb so viel Masse wie bislang angenommen, also nur etwa 1000 Milliarden Mal so viel Masse wie unsere Sonne. Die Astronomen hatten die Geschwindigkeiten von 2400 Sternen ermittelt, die die Milchstraße auf weiten Bahnen in den Außenbereichen umlaufen. Diese Flugbahnen verraten, wie schnell die Sterne sich bewegen müssen, um der Anziehungskraft des Milchstraßensystems und seiner sogenannten Dunklen Materie zu widerstehen. Das Ergebnis spiele unter anderem eine wichtige Rolle für den Vergleich der Milchstraße mit anderen Galaxien, so die Forscher. //[mst]//
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