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04.06.2008

Astronomie Die Milchstraße verliert zwei Spiralarme.

Das berichteten Forscher von der Universität von Wisconsin auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft in St. Louis. Mithilfe des Spitzer-Teleskops haben sie keine Spuren von zwei großen Armen entdecken können. Die Forscher hatten das Infrarotlicht von rund 110 Millionen Sternen katalogisiert und damit die Verteilung der Sterne in weiten Teilen der Milchstraße untersucht. Dort, wo bislang zwei der vier großen Spiralarme vermutet wurden, entdeckten sie keine Anhäufung von Sternen. Auf der gegenüberliegenden Seite unserer Galaxie stießen Forscher vom Harvard-Smithsonian Institute hingegen auf einen bislang unbekannten kleinen Arm. Er ist der langgesuchte Zwilling eines schon vor 50 Jahren entdeckten Spiralarms auf unserer Seite der Milchstraße. Damit besitzt unsere Galaxie zwei große und zwei kleine Spiralarme. //[mst]//

Medizin Mädchen profitieren stärker von der Muttermilch als Jungen.

Mediziner aus Argentinien vermuten im Fachblatt "Pediatrics", dass das Stillen bei Mädchen eher einen wirkungsvollen Schutzmechanismus gegen Atemwegsinfektionen aktiviert als bei Jungen. Beim Stillen werden allerdings nicht direkt mit der Milch schützende Substanzen übertragen. Die Forscher gehen daher von einem komplexen Schutzmechanismus aus, der bei Mädchen einfacher auszulösen ist. In der Studie hatten sie rund 120 frühgeborene Kinder untersucht. Jungen und Mädchen erkrankten an Atemwegsinfektionen etwa gleich häufig, egal ob sie gestillt wurden oder nicht. Die Muttermilch reduzierte also nicht die Häufigkeit von Infektionen, sondern milderte ihre Schwere. Mädchen, die nicht gestillt wurden, mussten am häufigsten stationär behandelt werden. //[mst]//

Biologie Dumme Fliegen leben länger.

Das berichten Forscher der Universität Lausanne im Fachblatt "Evolution". Bei den Experimenten haben sie Fliegen beigebracht, den Geruch einer Nahrung mit einem bestimmten Geschmack oder einen im Labor zugefügten Schock mit einem bestimmten Duft zu verbinden. Auf diese Weise erhielten die Forscher nach 30 bis 40 Generationen Fliegen, die lernfähiger waren und ein besseres Gedächtnis hatten als ihre Vorfahren. Dabei stellten die Forscher fest, dass die normalen Fliegen mit 80 bis 85 Tagen eine weitaus längere Lebensdauer hatten als ihre intelligenteren Artgenossen, die höchstens 60 Tage lebten. Die Biologen gehen davon aus, dass ein aktives Gehirn die Fliegen schneller altern lässt. //[mst]//

Biologie Die Katzenkrankheit befällt auch Meeressäuger.

Forscher aus Kalifornien haben herausgefunden, warum sich Seeotter, Robben und Wale zunehmend mit Toxoplasmose infizieren. Die Biologen berichteten auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Boston, dass Sardellen für die Übertragung verantwortlich sind. Diese Kleinfische, die einen Großteil der Nahrung der Meeressäuger ausmachen, hätten zuvor infektiöse Eier des Toxoplasma-Parasiten im Schmutzwasser aufgenommen. In freier Wildbahn können demnach die Schmarotzer im Katzenkot mit Abwässern ins küstennahe Meer gespült werden. Dort reichern sie sich in Sardellen an, die die Parasiten dann ins offene Meer bringen. Vor der kalifornischen Küste leiden vor allem Seeotter unter der Toxoplasmose und sterben häufig an Hirnhautentzündungen. //[mst]//

Medizin Eine Rotweinsubtanz kann das Altern verlangsamen.

Das berichten US-Genetiker aus Madison im Fachblatt PLoS. Bei Experimenten an Mäusen sahen sie, dass sich schon geringe Mengen der Substanz Resveratrol wie eine kalorienarme Kost auf den Körper auswirken und vor Herzerkrankungen schützen. Bereits ein Glas Rotwein am Tag trage demnach deutlich dazu bei, dass das Herz langsamer altere. Dies könnte erklären, weshalb es in Ländern, in denen regelmäßig Rotwein getrunken wird, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Die positive Wirkung von Resveratrol auf das Herz war bereits bekannt. Bislang gingen die Forscher jedoch davon aus, dass umgerechnet eine Flasche Rotwein pro Tag getrunken werden müsste, um die Wirksamkeit des Stoffes zu erreichen. //[mst]//

Biologie Bienen sind sprachbegabt.

Asiatische Honigbienen sind in der Lage, binnen weniger Wochen die tänzerische Sprache ihrer weit entfernten europäischen Verwandten zu erlernen. Das berichten deutsche, chinesische und australische Biologen im Fachblatt PLoS. Mit dem sogenannten Schwänzeltanz zeigen Bienen ihren Artgenossen, wo es welche Nahrung gibt. Bei ihren Experimenten vereinten die Forscher zwei Bienenvölker aus Europa und Asien in einem Stock. Ihr Schwänzeltanz unterschied sich vor allem in der Tanzdauer, die die Entfernung zur Futterquelle angibt. Nach kurzer Zeit jedoch verstanden die Asiatischen Honigbienen die neue Tanzsprache ihrer europäischen Stockgenossen und konnten anschließend die vorgetanzten Ziele problemlos finden. //[mst]//
03.06.2008

Biologie Deutsche Affenforscherin kehrt wohlbehalten zurück.

Ein Suchtrupp hat nach knapp zweiwöchiger Suche die 23-jährige deutsche Affenforscherin im dichten Regenwald der Demokratischen Republik Kongo entdeckt, teilte ein Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft mit. Die wiedergefundene Studentin aus Leipzig habe sich mittlerweile auf den Rückweg in das Basislager gemacht. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Sie hatte sich am 22. Mai mit einem Assistenten in den Wald begeben, um Nester von Zwergschimpansen zu beobachten. Entgegen der Anweisung, sich nicht voneinander zu trennen, machte sich die Frau allein auf den Rückweg. Seither wurde sie vermisst. Am Wochenende fingen UN-Soldaten den Funkspruch eines Missionars auf, der von einer weißen Frau 100 Kilometer vom Basiscamp entfernt berichtete. Daraufhin war die Suche nach der Studentin nochmals verstärkt worden. //[mst]//

Astronomie Die Marssonde Phoenix hat möglicherweise Eis entdeckt.

Auf den Aufnahmen der deutschen Kamera vom Boden des Roten Planeten erstrecke sich neben den Füßen der Sonde eine helle Fläche, teilte das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau mit. Ihre Struktur erscheine außerordentlich glatt und gerundet, dies sei sehr untypisch für einen Stein. Die Forscher vermuten, dass die Bremsraketen bei der Landung gefrorenes Wasser freigelegt haben. Möglicherweise bedecke an der Landestelle nur eine dünne Decke aus lockerem Sand und Gestein eine weitläufige Eisschicht. Weitere Untersuchungen mit Farbaufnahmen sollen nun Gewissheit bringen. Nach knapp zehn Monaten und einer 680 Millionen Kilometer langen Reise war Phoenix Ende Mai erfolgreich auf dem Mars gelandet. Die Sonde soll in den nächsten drei Monaten nach Spuren von Leben auf unserem Nachbarplaneten suchen. //[mst]//

Medizin Eiweiße können den Jojo-Effekt verhindern.

Das haben Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke herausgefunden. In einer europäischen Studie sahen sie, dass nach einer Diät die Erhöhung des Eiweißanteils der Nahrung hilfreich sein kann, um das erneute Zunehmen, den so genannten Jojo-Effekt, zu verhindern. Bei der Studie hatten die Forscher an 1500 Freiwilligen untersucht, welche Ernährungsfaktoren bei der Gewichtszunahme eine Rolle spielen. Zu Beginn mussten die Freiwilligen zunächst acht Prozent ihres Körpergewichts abnehmen. Anschließend hielten sie eine von fünf vorgegebenen Diäten ein. Dabei sahen die Forscher, dass eine erhöhte Proteinzufuhr mit einer geringeren erneuten Gewichtszunahme einherging. //[mst]//

Astronomie Astronomen entdeckten den bislang kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Das teilten Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri mit. Der so genannte Exoplanet im Sternbild Schütze hat nur rund dreimal so viel Masse wie die Erde und umkreist eine Mini-Sonne. Der rund 3000 Lichtjahre entfernte Planet mit Namen MOA-2007-BLG192Lb bestehe vermutlich vor allem aus Eis und Gestein und könnte einer Theorie zufolge komplett von einem tiefen Ozean bedeckt sein. Konkrete Hinweise auf Wasser oder gar Leben gibt es nicht. //[mst]//

Anthropologie Rattenknochen belegen eine späte Besiedlung Neuseelands.

Das geht aus neuen Datierungen hervor, die Archäologen aus Neuseeland, Australien und Oxford im Fachblatt PNAS vorstellen. Demnach besiedelten die polynesischen Ureinwohner, die Maoris, die Inseln wahrscheinlich erst im späten 13. Jahrhundert, und nicht 1500 Jahre früher, wie bislang angenommen. Die Forscher hatten Knochen der Pazifischen Ratte mit der Radiokarbonmethode datiert. Damit konnten sie alte Datierungen widerlegen, wonach die dieselben Knochen aus der Zeit um 200 vor Christus stammen sollen. Als erster Europäer erreichte 1642 wahrscheinlich der Niederländer Abel Janszoon Tasman - Neuseeland. Da die Pazifische Ratte nicht sehr weit schwimmen kann, kann sie nur an Bord von Booten nach Neuseeland gekommen sein, vermuten die Forscher. Die früheste Ankunft der pazifischen Ratten sei damit auch ein Hinweis auf die Ankunft der Menschen. //[mst]//

Physik Ultrakurze Laserpulse schweißen ultrakalte Atome zusammen.

Physiker der Freien Universität Berlin gelang es bei Experimenten erstmals, Atome in einem ultrakalten Gas mit Hilfe von Laserblitzen zu Molekülen zu verschweißen. Trotz der hohen Energie dieser ultrakurzen Laserpulse sind die auf diese Weise geformten Moleküle ebenso kalt wie die Atome, aus denen sie gebildet wurden. Dabei wechselwirken die Moleküle nach ihrer Bildung weiterhin mit dem Lichtblitz, indem sie für kurze Zeit Energie aus dem Puls aufnehmen und wieder an diesen abgeben. Dieser Prozess wiederholt sich auf einer Zeitskala von einigen Billiardstel Sekunden, abhängig von der Laserfrequenz und der Bindungsstärke der Moleküle. Damit haben die Forscher erstmals praktisch eine Verbindung zwischen den Welten ultraschneller Prozesse und ultrakalter Temperaturen hergestellt. //[mst]//

Raumfahrt Die Discovery-Astronauten nehmen ihre Arbeit auf.

Nach dem Andocken an die Internationale Raumstation ISS gestern Abend, haben die Raumfahrer mit der Montage des Forschungslabors Kibo begonnen. Das elf Meter lange japanische Labor ist größer als die bereits installierten Module aus den USA und Europa. Bei ihrem ersten von drei Außenbordeinsätzen in gut einer halben Stunde wollen die Astronauten zudem versuchen, das klemmende Gelenk eines Sonnensegels auszutauschen. An Bord der Raumfähre befinden sich auch Ersatzteile für die defekte Toilette der ISS. Die drei Langzeitbesatzungsmitglieder müssen sich derzeit mit der Sanitäranlage der Sojus -Landekapsel behelfen. //[mst]//
02.06.2008

Raumfahrt Der Roboter-Arm von Phoenix hinterlässt Spuren im Mars-Sand.

Der Roboterarm der Sonde «Phoenix» hat zum ersten Mal den Boden des Mars berührt. Das teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Weitere Tests seien für diese Woche geplant. Der Roboterarm soll mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben. Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Mars-Oberfläche Eis liegt. Darin könnte die Sonde organische Verbindungen entdecken. Am Wochenende hatte ein Kurzschluss in einem Spezialofen zum Erhitzen von Proben der Nasa Probleme bereitet. Dank eines Reserve-Glühdrahtes könne der Ofen mit beinahe voller Kapazität arbeiten. //[mawi]//

Medizin Seltene Immunzellen haben ein gutes Gedächtnis.

Von 1000 weißen Blutzellen gehören gerade einmal zehn zur Gruppe der so genannten basophilen Granulozyten. Bekannt war bislang, dass sie eine wichtige Rolle spielen bei allergischen Reaktionen und bei der Bekämpfung von Parasiten. Forscher der Ludwig Maximilian Universität München berichten jetzt im Fachblatt "Nature Immunology", dass die Zellen auch wichtig sind für die Abwehr von krank machenden Bakterien, insbesondere von Streptokokken. Die Zellen sind offenbar Teil des immunologischen Gedächtnisses. Sobald sie Stoffe erkennen, die von den Bakterien gebildet werden, schütten sie Nachrichten-Stoffe aus – so die Interleukine 4 und 6. Dadurch werden andere Immunzellen aktiviert und diese bekämpfen dann die krank machenden Bakterien. //[mawi]//

Chemie Nanofasern filtern Ölrückstände aus dem Wasser.

Forscher am US-amerikanischen MIT in Boston haben eine papierähnliche Membran entwickelt. Sie besteht aus Nanofasern, die gleichzeitig Öl anziehen und Wasser abstoßen. Die Membranen seien in der Lage etwa das 20fache des eigenen Gewichts an Öl aufzunehmen, berichten die Wissenschaftler um Francesco Stellaci im Fachblatt "Nature Biotechnology". Da die Membran neben Öl auch andere organische Substanzen aufnehme, lasse sich mit ihr wahrscheinlich auch Trinkwasser effektiv filtern. //[mawi]//

Medizin Eine Genvariante lässt Brustkrebsmedikamente schlechter wirken.

Dänische und Finnische Forscher haben entdeckt, dass eine bestimmte genetische Variante bei Frauen mit Brustkrebs, Auswirkungen hat auf den Erfolg einer Chemotherapie mit dem Medikament Epirubizin. Bei Frauen mit zwei Kopien der ungünstigen Variante betrage die Überlebensrate nur 17 Prozent; bei Frauen mit der günstigen Genvariante dagegen betrage sie 75 Prozent. Die ungünstige Variante, NQO 1*2 mit Namen, sei weltweit bei vier bis 20 Prozent der Menschen zu finden. Angesichts der weiten Verbreitung handele es sich um einen wichtigen prognostischen Faktor für die Behandlung von Brustkrebs mit Epirubizin, so die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Sie wollen jetzt untersuchen, ob auch andere Krebsmedikamente bei Menschen mit dieser genetischen Variante schlechter wirken. //[mawi]//

Umwelt In der Arktis gibt es weniger Alt-Eis.

In der Framstraße zwischen Spitzbergen und Nordostgrönland haben Forscher in diesem Frühjahr auffällig viel einjähriges Meereis gefunden. Es mangele dagegen an dickem mehrjährigem Eis, berichtet ein internationales Team von Ozeanographen, Eisforschern und Biologen nach einer sechswöchigen Expedition mit dem norwegischen Forschungsschiff "KV Svalbard". Als Ursache für diese Entwicklung machen die Experten das starke Schmelzen des Poleises im vergangenen Sommer und Herbst verantwortlich. Wegen des fehlenden Eises konnte der arktische Ozean mehr Sonnenwärme aufnehmen als gewöhnlich. Gleichzeitig wurde ein starker Zustrom von warmem Atlantikwasser in die Arktis beobachtet. Die Veränderung der Eiszusammensetzung könne zu einer Verschiebung der alljährlichen Algenblüte führen - mit Auswirkungen auf das gesamte arktische Leben von Mikroalgen, Plankton und Fischen bis hin zu Vögeln, Robben und Walen. //[bäs]//

Biologie Seehunde aus dem Kölner Zoo schwimmen für die Wissenschaft.

Neun Seehunde aus dem Kölner Zoo haben am Sonntag ein neues Quartier bezogen: das Marine Science Center, die größte europäische Seehund-Forschungsstation. Die Tiere schwimmen unter wissenschaftlicher Aufsicht in der Ostsee vor Rostock-Warnemünde. Der Zoologe Guido Dehnhardt will mit Kollegen in einer Langzeitstudie die Sinneswahrnehmung und die Unterwasser-Orientierung der Seehunde erforschen. //[mawi]//
30.05.2008

Medizin Bakterien könnten beim Plötzlichen Kindstod eine Rolle spielen.

Diesen Schluss äußern Forscher des Great Ormond Street Hospital for Children in London im Fachblatt „The Lancet“. Die Wissenschaftler hatten mehr als 500 Fälle von Plötzlichem Kindstod untersucht. Dabei fanden sie bei rund 400 der Kleinkinder eine erhöhte Zahl von //Staphylococcus aureus// und //Escherichia coli//. Einen ursächlichen Zusammenhang wollen die Mediziner noch nicht herstellen. Sie sehen in ihrem Befund allerdings einen Hinweis auf eine mögliche Rolle der Bakterien am Tod der Kleinkinder. //[gät]//

Quelle: The Lancet, Band 371,Seite 1848

Planetologie Das Wasser auf dem Mars war zu salzig für Leben.

Davon sind Forscher der Harvard-Universität überzeugt. Die Wissenschaftler haben Daten des Marsroboters „Mars Opportunity“ neu analysiert. Der Rover hatte Magnesiumsulfid im Boden nachweisen können, dass nach Ansicht von Astrophysikern auf Salzseen hinweist. Die US–Forscher haben jetzt anhand der Daten kalkuliert, wie salzig das Wasser gewesen ist. Im Fachblatt „Science“ schreiben sie, der Salzgehalt der Mars-Meere war so hoch, dass mit irdischem Leben vergleichbare Organismen dort nicht hätten existieren können. //[gät]//

Quelle: Science, Band 320, Seite 1204

Forschungspolitik Das EIT kommt nicht nach Deutschland.

Das geht aus einem Beschluss der EU Forschungsminister hervor. Die Ressortleiter hatten sich nach der Präsentation von fünf Bewerbungen darauf geeinigt, den Verwaltungssitz des Europäischen Instituts für Technologie, kurz EIT an ein neues Mitgliedsland zu geben, das noch keine EU-Institution hat. Damit ist Jena, das sich um die Verwaltung beworben hatte, aus dem Rennen. Diplomaten geben derzeit Budapest die besten Chancen auf einen Zuschlag. //[gät]//

Archäologie In Stonehenge wurden einst Menschen bestattet.

Das vermuten Archäologen aus Sheffield. Die Wissenschaftler hatten die Überreste von verbrannten Toten datiert, die in den fünfziger Jahren in der Nähe von Stonehenge ausgegraben wurden. Sie stammten aus einer Zeit, in der das Steinmonument errichtet und genutzt wurde. Die Forscher aus Sheffield weisen darauf hin, dass es in unmittelbarer Nähe des Steinkreises in der Steinzeit eine große Siedlung gegeben habe. Sie ziehen daraus den Schluss, dass die Menschen in dieser Siedlung gelebt haben, und ihre Toten dann in der Nähe des Monuments bestatteten. Unter Britischen Forschern schwelt derzeit ein Streit darüber, wozu Stonehenge tatsächlich gedient hat. So sind Archäologen der Bournemouth University davon überzeugt, dass es eine Pilgerstätte der Steinzeit war. Angefacht wird der Streit auch durch die Medien: Während die Wissenschaftler aus Sheffield den National Geographic Channel an ihrer Seite wissen, erfuhren die Wissenschaftler aus Bournemouth Unterstützung durch die BBC. //[gät]//

Biologie Eine Klasse der Rädertierchen sammelt DNS.

Bdelloidea sind Rädertierchen, die sich seit 35 Millionen Jahren entwickeln, ohne sich sexuell zu vermehren. Wie die Tiere so lange überleben konnten, ist Biologen ein Rätsel. Einen Hinweis auf dieses Phänomen haben jetzt Forscher aus den USA entdeckt: Sie konnten nachweisen, dass die Rädertierchen Erbgut aus ihrer Umgebung aufsammeln und in ihre eigenen DNS einbauen. //[gät]//

Astronomie Forscher haben das Echo der Supernova Cassiopeia A gemessen.

1680 beobachtete der britische Hofastronom John Flamsteed im Sternbild Cassiopeia eine Explosion. Leider was sie so schwach, das niemand sonst die Beobachtung teilte, so dass bis heute unklar blieb, ob der Astronom tatsächlich die Explosion beobachtete, deren Überrest Himmelsforscher als Cassiopeia A bezeichnen. Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es jetzt gelungen, diesen Nachweis zu führen. Sie beobachteten ein plötzliches Aufleuchten in weit entfernten Himmelsregionen, das auf diese Supernova zurückzuführen ist. Eine Vermessung des Licht-Echos ergab, dass der Stern sich vor seinem Ende zu einem Roten Superriesen aufgeblasen hatte. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob Cassiopeia A mit einem anderen Stern zusammengestoßen ist. //[gät]//
29.05.2008

Biologie Tropischer Frosch kratzt wie eine Katze.

Der afrikanische Haarfrosch kann an seinen Zehenspitzen scharfe Knochenkrallen ausfahren. Normalerweise liegen sie innerhalb der Haut- und Bindegewebsschichten des Zehs. Bei Gefahr jedoch sorgen ein Muskel und eine starke Sehne am Zeh dafür, dass die verborgenen Krallen ans Licht kommen. Sie richten sich zunächst auf und durchstoßen dann die Haut. Dabei fügt sich der Frosch heftig blutende Schnittwunden zu. Wie Biologen der Harvard Universität in den „Biology Letters“ berichten, ist eine derartige Verteidigungstaktik im Tierreich bislang unbekannt. Bei Katzen beispielsweise liegen die Krallen in speziellen Hauttaschen und sie verletzen sich beim Ausfahren nicht selbst. //[tj]//

Biologie Europas Singvögel zwitschern in neuseeländischen Gärten.

Amseln, Spatzen und Stare sind in den Gärten und Parks von Neuseeland öfters zu sehen und zu hören als die dort ursprünglich heimischen Vögel. Das ergab eine erste landesweite Bestandserfassung. Dafür wurden in einer Juliwoche in Neuseeland innerhalb einer Stunde die Vögel in Parkanlagen, auf Schulhöfen und in verschiedenen Gärten gezählt. Unter den Top Ten war nur eine einzige neuseeländische Art: der so genannte Graurückenbrillenvogel. Fachleute sehen in der Ausbreitung nicht einheimischer Vogelarten eine große Gefahr für Neuseelands sensible Flora und Fauna. //[uhl]//

Analytik Auch aus Hausstaub lässt sich menschliche DNA isolieren.

Obwohl US-amerikanische Forscher nur ein Billionstel Gramm der Erbsubstanz in untersuchtem Hausstaub fanden, reichte das Material für eine Laboranalyse. Das teilten sie dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ mit. Die Forscher hatte Staubproben aus vielbesuchten und sehr ruhigen Räumen der Universität von Richmond gesammelt. Die meiste DNA darin stammte von Bakterien und Pilzen. In jeder der Proben war aber auch menschliches Erbmaterial vorhanden. Allerdings fanden sich dabei die Gene vieler verschiedener Menschen. So ließ sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen. Dennoch meinen die Forscher, dass ihre Technik in Zukunft zu neuen Methoden bei der kriminologischen Analyse von Tatorten führen wird. //[tj]//

Medizin Zähneputzen verringert die Gefahr einer Lungenentzündung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an der Universität Barcelona. Ausgewertet wurden dafür die Fälle von 1300 Patienten, die sich außerhalb von Krankenhäusern eine Lungenentzündung zugezogen hatten. Neben der Zahnhygiene könne auch eine Grippeimpfung vor einer Lungenentzündung schützen, berichten die Forscher im Fachblatt „European Respiratory Journal“. Eine gegenteilige Wirkung hätten dagegen starkes Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum, abrupte Temperaturschwankungen und ein enger Kontakt mit Haustieren. //[tj]//

Paläontologie Australische Wissenschaftler haben ein 380 Millionen Jahre altes Fossil gefunden, das die versteinerten Überreste eines schwangeren Fisches zeigt.

Die etwa 25 Zentimeter lange Fischmutter gehört zu einer bislang unbekannten Art. Im Fachmagazin „Nature“ schreiben die Forscher: Dies sei nicht nur der erste Fund eines fossilen Embryos mit einer Nabelschnur, sondern auch das älteste bekannte Beispiel irgendeiner Kreatur, die lebende Junge gebärt. Bislang war man davon ausgegangen, dass die ersten Lebendgeburten im Tierreich erst 200 Millionen Jahre später geschahen. Aufgrund des Fossils sei nun klar, dass das Lebendgebären zur gleichen Zeit anfing wie das Eierlegen. //[tj]//

Paläontologie Schwefelwasserstoff führte zu einem Massensterben der ersten Mehrzeller.

Vor rund 600 Millionen Jahren am Ende des Präkambriums beherrschte eine Gruppe von mehrzelligen Weichtieren die Meere. Plötzlich starben sie aus. Bislang gibt es verschiedene Theorien über die Ursache. Geologen von der Universität Bern haben nun neue Daten, die nur eine Erklärung zulassen: aus der Meerestiefe aufsteigender Schwefelwasserstoff hat die Mehrzellentiere vergiftet. Die neuen Daten beruhen auf der Analyse von Sedimentgesteinen aus China und dem Oman – und sind im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht. //[tj]//
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