Dienstag, 15.06.2021
 
Seit 14:10 Uhr Deutschland heute
10.06.2008

Genetik Der Zappelphilipp bringt Nomaden Vorteile.

Amerikanische Forscher haben ursprünglich lebende Nomaden in Kenia auf die Genvariante hin untersucht, die das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS begünstigt. Sie entdeckten dass diejenigen Nomaden mit einer Veranlagung für ADHS besser ernährt waren als Stammesgenossen ohne diese Genvariante. Bei Vertretern desselben Volkes, die nicht mehr nomadisch, sondern sesshaft lebten, wirkte sich die ADHS-begünstigende Genvariante dagegen negativ auf die körperliche Verfassung aus. Daraus schließen die Forscher in der Fachzeitschrift „BMC Evolutionary Biology“, dass ADHS sich während der Evolution des Menschen erhalten und verbreitet hat, weil die mit ADHS verknüpften Verhaltensweisen wie Neugierde und Unruhe vorteilhaft für umherziehenden Nomaden sind. //[seyn]//

Biologie Eine Eiweißspritze entwöhnt Ratten vom Alkohol.

Alkoholabhängige Ratten verloren innerhalb von zehn Minuten das Interesse an Alkohol, nachdem ihnen Forscher ein körpereigenes Eiweiß ins Gehirn gespritzt hatten. Wie die amerikanischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ - PNAS - berichten, verhinderte die Eiweißgabe auch, dass die Tiere nach einer zweiwöchigen Abstinenz rückfällig wurden. Im Gegensatz zu anderen Therapieansätzen beeinflusst das körpereigene Eiweiß namens GDNF nur die Alkoholsucht, dämpft aber nicht die Freude an anderen Genussmitteln. Da das Suchtverhalten bei Ratten durch ähnliche Mechanismen entsteht wie beim Menschen, vermuten die Forscher, dass sich GDNF auch beim Menschen bewähren könnte. //[seyn]//

Biologie Meeresbakterien können Kohlendioxid aufnehmen.

In einem Prozess ähnlich der Photosynthese nutzen sie die Energie des Sonnenlichts um Kohlendioxid zu binden. Von Bakterien in Seen mit Sauerstoffmangel war diese Fähigkeit bereits bekannt, aber jetzt entdeckte ein internationales Forscherteam, dass auch Bakterien in den sonnendurchfluteten Bereichen der Ozeane Kohlendioxid aufnehmen können. Wie viele marine Bakterien diese Fähigkeit besitzen, und welche Mengen CO2 sie der Atmosphäre entziehen, müsse dringend erforscht werden, schreiben die Forscher in der Zeitschrift PNAS. Bislang war nur bekannt, dass im Ozean lebende Algen CO2 aufnehmen. Sie entziehen der Atmosphäre jeden Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid. //[seyn]//

Biologie Rauchen ist schlecht fürs Gedächtnis.

Menschen die nie geraucht haben, schneiden in Gedächtnis- und Verständnistests wesentlich besser ab, als Menschen die im Alter zwischen 35 und 55 immer noch rauchen. Das entdeckten französische Forscher, als sie die Gesundheitsdaten von über 10.000 britischen Beamten auswerteten, die über Jahre hinweg untersucht worden waren. Sie beschreiben ihre Ergebnisse in den „Archives of Internal Medicine“. Demnach schnitten Ex-Raucher bei Gedächtnistests deutlich besser ab, als rauchende Teilnehmer und zeigten auch in anderen gesundheitsrelevanten Bereichen Verbesserungen. //[seyn]//

Technik Eine neue Waschmaschine braucht nur ein Glas Wasser.

Britische Forscher haben eine Maschine entwickelt, die Kleidung mit Hilfe von Plastikchips und nur einem Glas Wasser reinigt. Die bis zu 100 Mal wieder verwendbaren Plastikstückchen sollen der Kleidung die Flecken entziehen und die störenden Partikel absorbieren. In einer Pressemitteilung der Universität von Leeds heißt es, die neue Waschmaschine verbrauche weniger als zwei Prozent des Wasser- und Energiebedarfs einer konventionellen Waschmaschine. Auf den britischen Markt könnte sie 2009 kommen. //[seyn]//
09.06.2008

Raumfahrt Phoenix verschluckt sich an der ersten Mars-Sand-Probe.

Der rote Sand, den der Roboterarm der Marssonde Phoenix gesammelt hat, ist offenbar zu grobkörnig. Die Folge: die Probe gelangte nicht in den Analyseofen der Sonde. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Wochenende mit. Der Einlassfilter in das Messinstrument lasse nur Partikel durch, die kleiner sind als einen Millimeter. Videobilder zeigen, dass die Bodenprobe auf dem Filter liegt, der den Einlass zu dem Miniaturofen schützt. Der Ofen ist Teil eines Labors an Bord von Phoenix, das Proben auf Wasser und auf Spuren von Leben auf dem Mars untersuchen soll. Ingenieure und Wissenschaftler der «Phoenix»-Mission arbeiteten nun in der Universität von Arizona in Tucson an einer Lösung, so die Nasa. //[mawi]//

Medizin Ein einzelnes Organ kann offenbar verschiedene adulte Stammzell-Typen enthalten.

Darauf weist Nobelpreisträger Mario Capecchi von der University of Utah im Fachmagazin `Nature Genetics" hin. Capecchi hatte den Darm von Mäusen untersucht. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass es für jedes Organ spezielle Vorläuferzellen gibt, so dass im Körper mit genau diesen Zellen zielgerichtet Reparaturprogramme angestoßen werden könnten. Sollten auch beim Menschen mehrere verschiedene adulte Stammzellentypen in jedem Organ vorkommen, dann könnte sich die Entwicklung einer Behandlung mit adulten Stammzellen vielleicht als noch komplizierter als bislang befürchtet herausstellen. Der Einsatz von adulten Stammzellen gilt als ethisch unbedenklich, weil sich die Zellen aus normalem Gewebe erwachsener Menschen gewinnen lassen. //[mawi]//

Informationstechnik Keiner rechnet so schnell wie "Roadrunner".

Roadrunner, zu deutsch: Renn-Kuckuck – so heißt ein vom Computerkonzern IBM entwickelter Rechner der US-amerikanischen Regierung. Weil er mehr als eine Billiarde Operationen in der Sekunde schaffte, gilt er als erster Petaflop–Computer und als schnellster Rechner der Welt. Der Computer wurde am IBM-Center in Poughkeepsie im US-Staat New York installiert. Er soll für die Atom-Waffen-Forschung eingesetzt werden. Als nächste Hürde gelten eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde, ein Exaflop. Mit solch einem Rechner ist um das Jahr 2019 zu rechnen, da sich statistisch gesehen die Rechenkraft von Großrechnern etwa alle elf Jahre vertausendfacht. //[mawi]//

Geologie Die Anden sind schneller gewachsen als gedacht.

Die Gipfel des zweithöchsten Gebirges der Welt stiegen innerhalb einer Million Jahre um mehr als einen Kilometer in die Höhe. Das berichten Forscher der Universität von Rochester im Fachblatt "Science". Die Forscher hatten eine Serie von geologischen und geochemischen Untersuchungen in den zentralen Anden durchgeführt. So ermittelten sie das Alter von Schluchten. Mit Hilfe der Verteilung von Isotopen bestimmten sie, wie hoch bestimmte Gipfel zu einem bestimmten Zeitpunkt waren. Das Ergebnis: Vor zehn Millionen Jahren war das Gebirge noch weniger als zwei Kilometer hoch und wuchs innerhalb von vier Millionen Jahren auf etwa 4.000 Meter Höhe an. Vor acht Millionen Jahren nahm die Höher der Gipfel sogar um 1.500 Meter zu. Bislang waren Geologen davon ausgegangen, dass die Anden 40 Millionen Jahre lang langsam aber stetig gewachsen sind. Nun müsse die Theorie der Plattentektonik erweitert werden, meinen die Forscher. //[mawi]//

Medizin Der plötzliche Herztod kann genetische Ursachen haben.

Genetiker aus Berlin, Köln und Bonn haben eine Großfamilie genauer untersucht, in der viele Mitglieder unter einer so genannten hypertrophen Kardiomyopathie leiden. Diese Herz-Krankheit kann lange unentdeckt bleiben und zum plötzlichen Tod durch Herzversagen führen. Bei der Erbgutanalyse stießen die Forscher auf eine typische Veränderung, eine CSRP3 Mutation. Das Problem: Auch bei Trägern der Mutation können - es müssen aber keine Warnzeichen auftreten. Der Fund, so die Forscher im Fachblatt "Human Molecular Genetics", biete neue Chancen, den Mechanismus aufzuklären, der der Herzkrankheit zugrundeliegt. //[mawi]//
06.06.2008

Technik Die Auflösung von Lichtmikroskopen verbessert sich weiter.

Mit Lichtmikroskopen lassen sich lebende Zellen studieren. Allerdings gibt es eine Grenze: Alles, was kleiner ist als die halbe Wellenlänge des Lichts erscheint nur noch als verwaschener Fleck. Wissenschaftler aus München und den USA stellen jetzt im Fachblatt „Science“ eine Technik vor, mit der sie dieses Limit etwa um die Hälfte unterschreiten können: Die Forscher erzeugen mit Hilfe einer Laser-Optik einen Effekt, der die an sich unsichtbare Struktur -erheblich vergröbert- vergrößert. Ein Computer berechnet dann aus mehreren Aufnahmen ein dreidimensionales Bild. Damit lassen sich Vorgänge im Inneren von Zellen beobachten. Das US-Münchener Team ist allerdings nicht allein: Vor wenigen Wochen stellten Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen im Fachblatt „Nature Methods“ ein Lichtmikroskop vor, mit dem sich noch schärfere, dreidimensionale Bilder erreichen lassen. Beide können dabei mehrere Farben darstellen. //[gät]//

Biologie Bakterien könnten Frösche retten.

Rund ein Drittel der Amphibien ist derzeit vom Aussterben bedroht. Neben dem Verlust des Lebensraums verursacht vor allem ein Pilz das Massensterben der Frösche und Lurche: der Cythrid–Pilz verbreitet sich vor allem in Südamerika und Europa. Er greift die Haut der Tiere an. Bis jetzt gibt es kein Gegenmittel. US- Forscher der James Madison University in Harrisonburg, Virginia, hoffen jetzt jedoch, eines gefunden zu haben: Sie brachten infizierte Tiere mit einem bestimmten Bakterium zusammen. In der Folge überlebten die Frösche die -ansonsten für mehr als die Hälfte tödliche Pilzinfektion- mindestens 140 Tage. Die Wissenschaftler wollen jetzt prüfen, ob diese Wirkung von Dauer ist. //[gät]//

Planetologie Phoenix kann mit dem Graben beginnen.

Die Sonde hat die entsprechenden Kommandos am Donnerstag erhalten. Das teilte die Nasa mit. Die Marssonde kann nicht direkt angefunkt werden. In der Regel dient einer der beiden Forschungssatelliten, „Mars Reconnaissance Orbiter“ oder „Mars Odyssey“ als Relaisstation. „Mars Odyssey“ hat sich jedoch in einen Standby Modus versetzt, bevor er die Befehle für Phoenix weiterleiten konnte. Die Nasa-Techniker mussten daher die Kommandos für den Roboterarm des Landers erneut senden – sie wurden jetzt über den „Reconnaissance Orbiter“ weitergeleitet. Bis auf weiteres soll dieser Mars-Satellit die Kommandos der Bodenzentrale weiterleiten. Die Nasa-Techniker hoffen, den Fehler an Bord von Mars Odyssey in den nächsten Tagen beheben zu können. //[gät]//

Biologie Tiere helfen Bäumen, sich trotz Abholzung zu behaupten.

Bäume haben zwei Strategien entwickelt, um sich zu verbreiten: Ein Teil setzt auf Tiere, die den Samen entweder verstecken und dann vergessen oder irgendwo ausscheiden, der andere Teil auf den Wind. Dabei kommen die Pflanzen, die sich auf Tiere verlassen, offenbar besser mit dem Verlust von Wäldern zurecht als diejenigen, die auf den Wind setzen. Das berichten Ökologen aus Spanien im Fachblatt „Science“. Die Forscher hatten festgestellt, dass parallel zu den schrumpfenden Waldflächen auch 24 Baumarten verschwinden. Sämtliche verbreiten ihren Samen mit dem Wind. Die Wissenschaftler führen den Schwund darauf zurück, dass der Wind den Samen eben zufällig verbreitet und oft auf trockenen Boden treibt. //[gät]//
05.06.2008

Geschichte Schon 1867 entdeckte ein Deutscher Machu Picchus.

Die gut erhaltenen Überreste der Stadt Machu Picchu in den peruanischen Anden sind deutlich früher entdeckt worden, als bisher angenommen. So galt es lange als sicher, dass der US-Archäologe Hiram Bingham im Jahr 1911 auf den Ort stieß. Doch die ehemalige Inka-Stadt wurde schon 1867 wiederentdeckt und zwar von dem Deutschen Augusto Berns. Das teilte der peruanische Historiker Carlos Carcelén mit. Gemeinsam mit anderen Forschern vom Französischen Institut für Andenstudien in Lima fand er in Archiven neue Hinweise auf den Zeitpunkt der Machu Picchu –Entdeckung. //[tj]//

Biologie Junge Amphibien fressen ihrer Mutter die Haut vom Leib.

Einem internationalen Forscherteam ist eine erstaunliche Entdeckung gelungen: Im Tierreich existiert Kannibalismus an der Mutter. Wie die Universität Jena berichtet, haben Evolutionsbiologen um den Forscher Alexander Kupfer beobachtet, dass Jungtiere der südamerikanischen Ringelwühle ihrer Mutter regelrecht die Haut vom Leib fressen. Über einen Zeitraum von zwei Monaten wird die Haut zwei Mal in der Woche von acht bis 16 Jungtieren abgerissen und verspeist. Bislang wurde angenommen, dass sich die wurmförmigen Amphibien nur von bereits abgefallenen Hautresten der Mutter ernähren. Nun konnten die Jenaer herausfinden, dass sich bereits während der Brutzeit die Physiologie der Haut beim Muttertier verändert. Fette und Proteine würden eingelagert und die Hautzellen vergrößerten sich. Das später folgende brutale Verhalten der jungen Ringelwühlen und die Aufopferung des Muttertieres seien unvergleichbar. Dieser enorme Einsatz erkläre, warum sich Ringelwühlen wahrscheinlich nur alle zwei Jahre fortpflanzten, so die Wissenschaftler. //[tj]//

Technik Neuartiger Magnetsensor lässt sich nicht stören.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen in Erlangen haben einen integrierten 3-D-Magnetfeldsensor entwickelt, der ohne Abschirmung auskommt. Er misst nicht nur die Stärke des Magnetfeld, sondern auch, wie es sich räumlich verhält. Mit dem Sensor können erstmals magnetische Störfelder als solches erkannt und von erwünschten Magnetfeldern getrennt werden. Wie die Fraunhofer-Gesellschaft berichtet, funktioniere der Sensor selbst dann noch fehlerfrei, wenn das Störfeld deutlich größer sei als das Nutzfeld. Er lasse sich also auch dort einsetzen, wo Stromkabel ein Störfeld erzeugen – zum Beispiel im Außenspiegel eines Autos. Zudem biete der neuartige Sensor einen weiteren Vorteil. Er eigne sich für Hochtemperatur-Anwendungen bis etwa 150 Grad Celsius und lasse sich von daher zum Beispiel auch im Motorraum einsetzen. //[tj]//

Medizin Mit Hilfe menschlicher Stammzellen haben Forscher bei Mäusen die Nervenkrankheit Multiple Sklerose behandelt – und das mit beachtlichem Erfolg.

Wie das Fachjournal „Cell Stem Cell“ berichtet, arbeiteten US-amerikanische Wissenschaftler mit Versuchsmäusen, denen die Schutzhülle um die Nerven herum – die so genannte Myelinscheide – fehlte. In das Gehirn dieser Tiere transplantierten sie menschliche Stammzellen. Diese bildeten daraufhin die fehlende Schutzhülle um die Nervenfasern komplett neu. In der Folge konnten elektrische Signale wieder in normaler Geschwindigkeit durch die Nervenfasern übertragen werden. Die Symptome der Erkrankung - wie Zittern, Schwäche in den Gliedmaßen oder Wahrnehmungsstörungen -verbesserten sich erheblich. Ein Teil der Tiere sei sogar völlig geheilt worden. Die Forscher wollen in weiteren Studien zunächst erreichen, dass möglichst alle Mäuse auf die Behandlung ansprechen. //[tj]//

Planetologie Die Kommunikation mit der Marssonde PHOENIX scheint problematisch.

Phoenix hat gestern nicht - wie geplant - damit begonnen, im Boden des Mars nach Eis und Hinweisen auf mögliches Leben zu graben. Schuld daran sei aber nicht die Marssonde selber, sondern die um den Mars kreisende und als Relaisstation dienende Sonde „Odyssey“. Sie habe das Signal der Bodenkontrolle nicht weitergeleitet. Das teilte die Raumfahrtbehörde Nasa mit. Offenbar hatte sich Odyssey selbst in einen Schlummerbetrieb versetzt und so den Befehl der Bodenkontrolle nicht übermitteln können. Möglicherweise beeinträchtigten hochenergetische Partikel aus dem Weltraum den Speicher des Bordcomputers von Odyssey. Es ist bereits das zweite Komunikationsproblem, das die Arbeit von Phoenix behindert. Zwei Tage nach der Landung hatte eine andere Sonde, der „Mars Reconnaissance Orbiter“ das Funkgerät von Phoenix abgeschaltet. //[tj]//

Technik Feinstes Papier kann nicht mehr reißen.

Forscher aus Schweden und Japan haben ein neuartiges Material entwickelt: ein Nanopapier. Es besteht aus feinsten Zellulosefasern, die in einem speziellen Verfahren aus Zellstoff gewonnen werden und sich zu einem hochfesten Gewebe verbinden. Im Fachblatt „Biomacromolecules“ erläutern die Wissenschaftler die Herstellung des Nanopapiers. Dafür behandelten sie einen aus Holz gewonnenen Zellulosebrei mechanisch und mit speziellen Enzymen. Der Brei wird mit hohen Drücken durch ein extrem feines Gitter gepresst. Anschließend wird daraus eine Lösung hergestellt, die dann zu feinen Filmen gegossen und unter Zugabe spezieller Lösungsmittel getrocknet wird. Messungen ergaben: Die Zugfestigkeit des Papiers liege in der Größenordnung von Gusseisen. //[tj]//
04.06.2008

Astronomie Die Milchstraße verliert zwei Spiralarme.

Das berichteten Forscher von der Universität von Wisconsin auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomengesellschaft in St. Louis. Mithilfe des Spitzer-Teleskops haben sie keine Spuren von zwei großen Armen entdecken können. Die Forscher hatten das Infrarotlicht von rund 110 Millionen Sternen katalogisiert und damit die Verteilung der Sterne in weiten Teilen der Milchstraße untersucht. Dort, wo bislang zwei der vier großen Spiralarme vermutet wurden, entdeckten sie keine Anhäufung von Sternen. Auf der gegenüberliegenden Seite unserer Galaxie stießen Forscher vom Harvard-Smithsonian Institute hingegen auf einen bislang unbekannten kleinen Arm. Er ist der langgesuchte Zwilling eines schon vor 50 Jahren entdeckten Spiralarms auf unserer Seite der Milchstraße. Damit besitzt unsere Galaxie zwei große und zwei kleine Spiralarme. //[mst]//

Medizin Mädchen profitieren stärker von der Muttermilch als Jungen.

Mediziner aus Argentinien vermuten im Fachblatt "Pediatrics", dass das Stillen bei Mädchen eher einen wirkungsvollen Schutzmechanismus gegen Atemwegsinfektionen aktiviert als bei Jungen. Beim Stillen werden allerdings nicht direkt mit der Milch schützende Substanzen übertragen. Die Forscher gehen daher von einem komplexen Schutzmechanismus aus, der bei Mädchen einfacher auszulösen ist. In der Studie hatten sie rund 120 frühgeborene Kinder untersucht. Jungen und Mädchen erkrankten an Atemwegsinfektionen etwa gleich häufig, egal ob sie gestillt wurden oder nicht. Die Muttermilch reduzierte also nicht die Häufigkeit von Infektionen, sondern milderte ihre Schwere. Mädchen, die nicht gestillt wurden, mussten am häufigsten stationär behandelt werden. //[mst]//

Biologie Dumme Fliegen leben länger.

Das berichten Forscher der Universität Lausanne im Fachblatt "Evolution". Bei den Experimenten haben sie Fliegen beigebracht, den Geruch einer Nahrung mit einem bestimmten Geschmack oder einen im Labor zugefügten Schock mit einem bestimmten Duft zu verbinden. Auf diese Weise erhielten die Forscher nach 30 bis 40 Generationen Fliegen, die lernfähiger waren und ein besseres Gedächtnis hatten als ihre Vorfahren. Dabei stellten die Forscher fest, dass die normalen Fliegen mit 80 bis 85 Tagen eine weitaus längere Lebensdauer hatten als ihre intelligenteren Artgenossen, die höchstens 60 Tage lebten. Die Biologen gehen davon aus, dass ein aktives Gehirn die Fliegen schneller altern lässt. //[mst]//

Biologie Die Katzenkrankheit befällt auch Meeressäuger.

Forscher aus Kalifornien haben herausgefunden, warum sich Seeotter, Robben und Wale zunehmend mit Toxoplasmose infizieren. Die Biologen berichteten auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Boston, dass Sardellen für die Übertragung verantwortlich sind. Diese Kleinfische, die einen Großteil der Nahrung der Meeressäuger ausmachen, hätten zuvor infektiöse Eier des Toxoplasma-Parasiten im Schmutzwasser aufgenommen. In freier Wildbahn können demnach die Schmarotzer im Katzenkot mit Abwässern ins küstennahe Meer gespült werden. Dort reichern sie sich in Sardellen an, die die Parasiten dann ins offene Meer bringen. Vor der kalifornischen Küste leiden vor allem Seeotter unter der Toxoplasmose und sterben häufig an Hirnhautentzündungen. //[mst]//

Medizin Eine Rotweinsubtanz kann das Altern verlangsamen.

Das berichten US-Genetiker aus Madison im Fachblatt PLoS. Bei Experimenten an Mäusen sahen sie, dass sich schon geringe Mengen der Substanz Resveratrol wie eine kalorienarme Kost auf den Körper auswirken und vor Herzerkrankungen schützen. Bereits ein Glas Rotwein am Tag trage demnach deutlich dazu bei, dass das Herz langsamer altere. Dies könnte erklären, weshalb es in Ländern, in denen regelmäßig Rotwein getrunken wird, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Die positive Wirkung von Resveratrol auf das Herz war bereits bekannt. Bislang gingen die Forscher jedoch davon aus, dass umgerechnet eine Flasche Rotwein pro Tag getrunken werden müsste, um die Wirksamkeit des Stoffes zu erreichen. //[mst]//

Biologie Bienen sind sprachbegabt.

Asiatische Honigbienen sind in der Lage, binnen weniger Wochen die tänzerische Sprache ihrer weit entfernten europäischen Verwandten zu erlernen. Das berichten deutsche, chinesische und australische Biologen im Fachblatt PLoS. Mit dem sogenannten Schwänzeltanz zeigen Bienen ihren Artgenossen, wo es welche Nahrung gibt. Bei ihren Experimenten vereinten die Forscher zwei Bienenvölker aus Europa und Asien in einem Stock. Ihr Schwänzeltanz unterschied sich vor allem in der Tanzdauer, die die Entfernung zur Futterquelle angibt. Nach kurzer Zeit jedoch verstanden die Asiatischen Honigbienen die neue Tanzsprache ihrer europäischen Stockgenossen und konnten anschließend die vorgetanzten Ziele problemlos finden. //[mst]//
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk