Dienstag, 15.06.2021
 
Seit 14:35 Uhr Campus & Karriere
12.06.2008

Informationstechnologie Los Alamos knackt die Billiarden-Marke.

Im amerikanischen Los Alamos National Laboratory hat IBM einen Superrechner in Betrieb genommen, der erstmals die Petaflop-Grenze überschreitet. Der als Roadrunner bezeichnete Rechner kann eine Billiarde Rechenoperationen in einer Sekunde ausführen. Mit seinen 13.000 Cell-Chips und 7000 Opteron-Prozessoren ist er doppelt so schnell ist wie das Vorgängermodell Blue Gene. Als Betriebssystem wurde eine modifizierte Version von Linux verwendet. Dadurch ist es jetzt möglich, dass eine derart hohe Zahl an Prozessoren zusammenarbeitet. Die verwendeten Cell-Chips sind zum Teil in Deutschland entwickelt worden und stecken unter anderem in der Playstation-Spielekonsole. Die Nutzung des neuen Superrechner Roadrunner ist zunächst den amerikanischen Militärs vorbehalten. Dies wird unter Computerwissenschaftler kontrovers diskutiert, denn das Pentagon will mit den Rechnern die genauen chemischen und physikalischen Prozesse nach Explosionen simulieren. Dies könnte der Entwicklung neuer Atomwaffen dienen. //[wel]//

Biologie Wildvögel übertragen selten die Vogelgrippe.

Bisher standen Wildvögel, vor allem Wasservögel im Verdacht, das Vogelgrippe-Virus in die Geflügelhaltung einzuschleppen. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Zu diesem Schluss kommt das grenzüberschreitende Forschungsprogramm „Constanze“. Wissenschaftler der Vogelwarte Radolfzell am Max-Planck-Institut für Ornithologie hatten von Oktober 2007 bis Januar 2008 insgesamt zwölf Geflügelbetriebe beobachtet. Sie stellten fest, dass es zwischen wildlebenden Enten und gehaltenen Hühnern, Enten oder anderem Hausgeflügel kaum direkte Kontakte gebe. Auch das Schweizer Tropeninstitut fand bei Befragungen von 4000 Haltern von Freilandgeflügel heraus, dass nun in jeden sechsten Betrieb Wasservögel eingeflogen waren. //[tj]//

Planetologie Die Marssonde „Phoenix“ erhitzt die ersten Bodenproben.

Nach tagelangen vergeblichen Bemühungen hat es jetzt endlich geklappt: die ersten Bodenproben des Mars sind in den Analyseofen der Marssonde gerutscht und werden dort langsam erhitzt – letztlich bis auf 1000 Grad Celsius. Dies soll Aufschluss geben über ihren Wassergehalt und die in der Probe enthaltenen Minerale. Seit vergangenem Samstag hatte der Roboterarm von Phoenix aufgeschaufelte Proben auf den Einlassfilter des Analyseofens gelegt. Sie waren jedoch zu verklumpt, um den Weg in den Ofen zu schaffen. //[tj]//

Biologie Robben orientieren sich an den Sternen.

Experimente von dänischen und deutschen Wissenschaftlern zeigen: Der Orientierungssinn bei Robben ist besser ausgebildet als der von Vögeln. Die Forscher beobachteten die Tiere in einem eigens angelegten Planetarium mit Schwimmbecken. Die Robben waren in der Lage, sich auf einem künstlichen und sich immer wieder verändernden Firmament zurechtzufinden. Von nachts navigierenden Vögeln ist diese Fähigkeit auch bekannt. Allerdings erkennen Vögel nicht einzelne Sterne, sondern ermitteln anhand der Rotation der Himmelskörper um den Polarstern lediglich die Nordrichtung. Die Robben aber fanden sogar einen einzelnen, sich bewegenden Stern immer wieder. Diese Fähigkeit, aus der Lage einzelner, sich bewegender Sterne auf die Richtung zu schließen, ist bei Tieren bisher nicht bekannt. //[tj]//

Medizin Ein neuer Wirkstoff soll gegen Alzheimer-Plaques vorgehen.

Bei Alzheimer-Patienten bilden sich im Gehirn Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid. Lange Beta-Amyloid-Stücke ballen sich zusammen und beeinträchtigen die Gehirnfunktion. Ein neuer Wirkstoff greift dieses Protein direkt an. Das berichtet das Fachmagazin „Nature“. Der Wirkstoff namens Tarenflurbil stammt aus der Gruppe der Gamma-Secretase-Modulatoren und wird derzeit in der dritten und letzten Phase von klinischen Studien getestet. Wie sich zeigt, sorgt der Wirkstoff nicht nur dafür, dass die Produktion von langen Beta-Amyloid-Stücken sinkt. Er begünstigt gleichzeitig, dass kurze Beta-Amyloid-Stücke gebildet werden. Dadurch würden die langen Varianten daran gehindert sich zusammenzuballen und Ablagerungen zu bilden, berichten Forscher von der Mayo Clinic in Jacksonville, die das neue Mittel testen. //[tj]//
11.06.2008

Astronomie Die Sonne sorgt für Verwirrung.

Auf einem Astronomiekongress an der Montana State University berichteten Forscher von einer unerklärlich langen Periode der Sonneninaktivität. Solche Phasen seien zwar durchaus normal, doch die aktuelle dauere außergewöhnlich lange, hieß es. Die letzte Ruhephase unserer Sonne solchen Ausmaßes, das heißt nur ein Minimum an Sonnenflecken, Stürmen und Eruptionen, hatte es vor rund 350 Jahren gegeben. Forscher des Kiepenheuer-Instituts für Sonnenphysik in Freiburg widersprechen ihren amerikanischen Kollegen jedoch. Den deutschen Astronomen zufolge befindet sich unsere Sonne in einem ganz normalen Minimum, in dem eine dreiwöchige Phase ohne Sonnenflecken normal sei. Wahrscheinlich handele es sich um einen Scherz. Zudem sei bereits gestern wieder eine Fleckengruppe aufgetaucht. //[mst]//

Neurologie Melodientaube Menschen spüren harmonische Fehler.

Menschen mit einer sogenannten Melodientaubheit sind nicht in der Lage, harmonische Tonfolgen zu erkennen. Trotz dieser sensorischen Störung nehmen sie falsche Töne wahr, berichten amerikanische Forscher im Fachblatt PLoS. Bei Experimenten spielten sie melodientauben Freiwilligen hundert ähnliche Melodien vor, von denen die Hälfte am Ende einen falschen Ton enthielt. Die Hirnaktivität der Probanden maßen die Forscher mit einem Elektroenzephalographen. Dabei sahen sie, dass die Teilnehmer im Frontallappen ihres Gehirns auf die falschen Töne reagierten. Das bedeute, dass die melodientauben Probanden falsche Töne wahrnehmen, sich dessen aber nicht bewusst sind, schreiben die Forscher. //[mst]//

Informatik Eine Software soll Menschen am Gang erkennen.

Indische Forscher haben ein automatisches Erkennungssystem entwickelt. Dabei zeichnet eine Kamera die Bewegungsabläufe beim Gehen eines Menschen auf, während eine Software die Auswertung übernimmt. Ist das typische Bewegungsprofil der betreffenden Person erkannt, kann das System dieses mit anderen Profilen in entsprechenden Datenbanken abgleichen. Das neue Erkennungsverfahren könnte als Ergänzung zu biometrischen Identifizierungsmethoden genutzt werden, wie etwa die Analyse von Fingerabdrücken, der Iris-Scan oder die Stimmerkennung. Anders als diese bereits verwendeten Identifizierungsverfahren hätte die Ganganalyse den Vorteil, dass sie aus der Ferne erfolgen kann, schreiben die Forscher im Fachblatt "International Journal of Biometrics". //[mst]//

Medizin Augenärzte können Linsen mit UV-Licht einstellen.

Mediziner der Ruhr-Universität Bochum setzen als erste hierzulande ein Verfahren ein, bei dem sie Patienten bei einer Operation am Grauen Star eine justierbare Linse einsetzen. Statt einer Standardkunstlinse mit fixer Brechkraft können die Augenärzte die Brechkraft der neuen Linse auch nach der OP mittels Ultraviolettem Licht justieren. Dazu wird das UV-Licht mit einer bestimmten Wellenlänge auf die optische Zone der Linse gerichtet. Dabei kommt es in der Linse zu einer Verkettung von freien Teilchen, die sich innerhalb von wenigen Stunden in die bestrahlten Regionen verlagern und eine Abflachung oder Verdickung der optischen Zone der Linse bewirken. Dadurch können die Patienten im Regelfall nach der Operation scharf sehen und ganz auf ihre Brille verzichten. Eine Korrektur der Sehschärfe war mit den bisherigen Methoden nicht möglich. //[mst]//

Biologie Europäischer Speisepilz gedeiht in Neuseeland.

Neuseeländischen Forschern ist es gelungen, einen europäischen Speisepilz zu kultivieren. Sechs Jahre haben sie gebraucht, um die besten Wachstumsbedingungen für den so genannten Edelreizker zu finden. Dabei untersuchten die Genetiker das Feinwurzelwerk von verschiedenen Bäumen, um eine Eignung als Wirtspflanze zu prüfen. Kieferplantagen stellten sich als bester Nährboden heraus. Der Edelreizker ist in Europa und Asien ein beliebter Speisepilz. Saurer Regen, Abholzung und starkes Absammeln führten zu einem Rückgang der Ernte. Neuseeländische Agrarinvestoren hoffen daher auf einen guten Absatz, zudem der Edelreizker auf der Südhalbkugel zwischen Februar und Juni gedeiht, wenn in Europa keine Saison ist. //[su]//

Medizin Babys besitzen ein angeborenes Alarmsystem.

Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften berichten, dass bereits zwölf Wochen alte Babys den Gesichtsausdruck ihrer Eltern deuten können. Bei Tests sahen die Forscher, dass Säuglinge unterschiedlich auf Gegenstände reagierten, je nachdem, ob ein Erwachsener beim Anblick auf das Objekt erschrocken oder neutral geschaut hatte. Im Fachblatt "PLoS ONE" schreiben die Forscher, dass Babys entgegen bisheriger Vermutungen schon mit drei Monaten den Gesichtsausdruck der Eltern als Warnsignal wahrnehmen können. //[mst]//

Medizin Ein biblisches Alter muss nicht zur Demenz führen.

Das berichten Mediziner der Universität Groningen im Fachblatt "Neurobiology of Aging". Sie hatten die ehemals älteste Frau der Welt, eine mit 115 Jahren verstorbene Niederländerin, untersucht und festgestellt, dass sie nicht unter alterstypischen Hirnveränderungen litt. Bei der neuroanatomischen Untersuchung der Verstorbenen fanden sie keine alzheimertypischen Plaques, kaum Neurofibrillen und nur geringe Anzeichen von Arteriosklerose. Dies spreche gegen die Annahme, dass eine Altersdemenz im Alter unausweichlich sei. Wenige Jahre vor ihrem Tod hatte sich die Seniorin freiwillig neurologischen und psychologischen Tests unterzogen. Dabei zeigte sie keine Hinweise auf Altersdemenz oder erhöhte Vergesslichkeit. //[mst]//
10.06.2008

Genetik Der Zappelphilipp bringt Nomaden Vorteile.

Amerikanische Forscher haben ursprünglich lebende Nomaden in Kenia auf die Genvariante hin untersucht, die das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS begünstigt. Sie entdeckten dass diejenigen Nomaden mit einer Veranlagung für ADHS besser ernährt waren als Stammesgenossen ohne diese Genvariante. Bei Vertretern desselben Volkes, die nicht mehr nomadisch, sondern sesshaft lebten, wirkte sich die ADHS-begünstigende Genvariante dagegen negativ auf die körperliche Verfassung aus. Daraus schließen die Forscher in der Fachzeitschrift „BMC Evolutionary Biology“, dass ADHS sich während der Evolution des Menschen erhalten und verbreitet hat, weil die mit ADHS verknüpften Verhaltensweisen wie Neugierde und Unruhe vorteilhaft für umherziehenden Nomaden sind. //[seyn]//

Biologie Eine Eiweißspritze entwöhnt Ratten vom Alkohol.

Alkoholabhängige Ratten verloren innerhalb von zehn Minuten das Interesse an Alkohol, nachdem ihnen Forscher ein körpereigenes Eiweiß ins Gehirn gespritzt hatten. Wie die amerikanischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ - PNAS - berichten, verhinderte die Eiweißgabe auch, dass die Tiere nach einer zweiwöchigen Abstinenz rückfällig wurden. Im Gegensatz zu anderen Therapieansätzen beeinflusst das körpereigene Eiweiß namens GDNF nur die Alkoholsucht, dämpft aber nicht die Freude an anderen Genussmitteln. Da das Suchtverhalten bei Ratten durch ähnliche Mechanismen entsteht wie beim Menschen, vermuten die Forscher, dass sich GDNF auch beim Menschen bewähren könnte. //[seyn]//

Biologie Meeresbakterien können Kohlendioxid aufnehmen.

In einem Prozess ähnlich der Photosynthese nutzen sie die Energie des Sonnenlichts um Kohlendioxid zu binden. Von Bakterien in Seen mit Sauerstoffmangel war diese Fähigkeit bereits bekannt, aber jetzt entdeckte ein internationales Forscherteam, dass auch Bakterien in den sonnendurchfluteten Bereichen der Ozeane Kohlendioxid aufnehmen können. Wie viele marine Bakterien diese Fähigkeit besitzen, und welche Mengen CO2 sie der Atmosphäre entziehen, müsse dringend erforscht werden, schreiben die Forscher in der Zeitschrift PNAS. Bislang war nur bekannt, dass im Ozean lebende Algen CO2 aufnehmen. Sie entziehen der Atmosphäre jeden Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid. //[seyn]//

Biologie Rauchen ist schlecht fürs Gedächtnis.

Menschen die nie geraucht haben, schneiden in Gedächtnis- und Verständnistests wesentlich besser ab, als Menschen die im Alter zwischen 35 und 55 immer noch rauchen. Das entdeckten französische Forscher, als sie die Gesundheitsdaten von über 10.000 britischen Beamten auswerteten, die über Jahre hinweg untersucht worden waren. Sie beschreiben ihre Ergebnisse in den „Archives of Internal Medicine“. Demnach schnitten Ex-Raucher bei Gedächtnistests deutlich besser ab, als rauchende Teilnehmer und zeigten auch in anderen gesundheitsrelevanten Bereichen Verbesserungen. //[seyn]//

Technik Eine neue Waschmaschine braucht nur ein Glas Wasser.

Britische Forscher haben eine Maschine entwickelt, die Kleidung mit Hilfe von Plastikchips und nur einem Glas Wasser reinigt. Die bis zu 100 Mal wieder verwendbaren Plastikstückchen sollen der Kleidung die Flecken entziehen und die störenden Partikel absorbieren. In einer Pressemitteilung der Universität von Leeds heißt es, die neue Waschmaschine verbrauche weniger als zwei Prozent des Wasser- und Energiebedarfs einer konventionellen Waschmaschine. Auf den britischen Markt könnte sie 2009 kommen. //[seyn]//
09.06.2008

Raumfahrt Phoenix verschluckt sich an der ersten Mars-Sand-Probe.

Der rote Sand, den der Roboterarm der Marssonde Phoenix gesammelt hat, ist offenbar zu grobkörnig. Die Folge: die Probe gelangte nicht in den Analyseofen der Sonde. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Wochenende mit. Der Einlassfilter in das Messinstrument lasse nur Partikel durch, die kleiner sind als einen Millimeter. Videobilder zeigen, dass die Bodenprobe auf dem Filter liegt, der den Einlass zu dem Miniaturofen schützt. Der Ofen ist Teil eines Labors an Bord von Phoenix, das Proben auf Wasser und auf Spuren von Leben auf dem Mars untersuchen soll. Ingenieure und Wissenschaftler der «Phoenix»-Mission arbeiteten nun in der Universität von Arizona in Tucson an einer Lösung, so die Nasa. //[mawi]//

Medizin Ein einzelnes Organ kann offenbar verschiedene adulte Stammzell-Typen enthalten.

Darauf weist Nobelpreisträger Mario Capecchi von der University of Utah im Fachmagazin `Nature Genetics" hin. Capecchi hatte den Darm von Mäusen untersucht. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass es für jedes Organ spezielle Vorläuferzellen gibt, so dass im Körper mit genau diesen Zellen zielgerichtet Reparaturprogramme angestoßen werden könnten. Sollten auch beim Menschen mehrere verschiedene adulte Stammzellentypen in jedem Organ vorkommen, dann könnte sich die Entwicklung einer Behandlung mit adulten Stammzellen vielleicht als noch komplizierter als bislang befürchtet herausstellen. Der Einsatz von adulten Stammzellen gilt als ethisch unbedenklich, weil sich die Zellen aus normalem Gewebe erwachsener Menschen gewinnen lassen. //[mawi]//

Informationstechnik Keiner rechnet so schnell wie "Roadrunner".

Roadrunner, zu deutsch: Renn-Kuckuck – so heißt ein vom Computerkonzern IBM entwickelter Rechner der US-amerikanischen Regierung. Weil er mehr als eine Billiarde Operationen in der Sekunde schaffte, gilt er als erster Petaflop–Computer und als schnellster Rechner der Welt. Der Computer wurde am IBM-Center in Poughkeepsie im US-Staat New York installiert. Er soll für die Atom-Waffen-Forschung eingesetzt werden. Als nächste Hürde gelten eine Trillion Rechenoperationen in der Sekunde, ein Exaflop. Mit solch einem Rechner ist um das Jahr 2019 zu rechnen, da sich statistisch gesehen die Rechenkraft von Großrechnern etwa alle elf Jahre vertausendfacht. //[mawi]//

Geologie Die Anden sind schneller gewachsen als gedacht.

Die Gipfel des zweithöchsten Gebirges der Welt stiegen innerhalb einer Million Jahre um mehr als einen Kilometer in die Höhe. Das berichten Forscher der Universität von Rochester im Fachblatt "Science". Die Forscher hatten eine Serie von geologischen und geochemischen Untersuchungen in den zentralen Anden durchgeführt. So ermittelten sie das Alter von Schluchten. Mit Hilfe der Verteilung von Isotopen bestimmten sie, wie hoch bestimmte Gipfel zu einem bestimmten Zeitpunkt waren. Das Ergebnis: Vor zehn Millionen Jahren war das Gebirge noch weniger als zwei Kilometer hoch und wuchs innerhalb von vier Millionen Jahren auf etwa 4.000 Meter Höhe an. Vor acht Millionen Jahren nahm die Höher der Gipfel sogar um 1.500 Meter zu. Bislang waren Geologen davon ausgegangen, dass die Anden 40 Millionen Jahre lang langsam aber stetig gewachsen sind. Nun müsse die Theorie der Plattentektonik erweitert werden, meinen die Forscher. //[mawi]//

Medizin Der plötzliche Herztod kann genetische Ursachen haben.

Genetiker aus Berlin, Köln und Bonn haben eine Großfamilie genauer untersucht, in der viele Mitglieder unter einer so genannten hypertrophen Kardiomyopathie leiden. Diese Herz-Krankheit kann lange unentdeckt bleiben und zum plötzlichen Tod durch Herzversagen führen. Bei der Erbgutanalyse stießen die Forscher auf eine typische Veränderung, eine CSRP3 Mutation. Das Problem: Auch bei Trägern der Mutation können - es müssen aber keine Warnzeichen auftreten. Der Fund, so die Forscher im Fachblatt "Human Molecular Genetics", biete neue Chancen, den Mechanismus aufzuklären, der der Herzkrankheit zugrundeliegt. //[mawi]//
06.06.2008

Technik Die Auflösung von Lichtmikroskopen verbessert sich weiter.

Mit Lichtmikroskopen lassen sich lebende Zellen studieren. Allerdings gibt es eine Grenze: Alles, was kleiner ist als die halbe Wellenlänge des Lichts erscheint nur noch als verwaschener Fleck. Wissenschaftler aus München und den USA stellen jetzt im Fachblatt „Science“ eine Technik vor, mit der sie dieses Limit etwa um die Hälfte unterschreiten können: Die Forscher erzeugen mit Hilfe einer Laser-Optik einen Effekt, der die an sich unsichtbare Struktur -erheblich vergröbert- vergrößert. Ein Computer berechnet dann aus mehreren Aufnahmen ein dreidimensionales Bild. Damit lassen sich Vorgänge im Inneren von Zellen beobachten. Das US-Münchener Team ist allerdings nicht allein: Vor wenigen Wochen stellten Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen im Fachblatt „Nature Methods“ ein Lichtmikroskop vor, mit dem sich noch schärfere, dreidimensionale Bilder erreichen lassen. Beide können dabei mehrere Farben darstellen. //[gät]//

Biologie Bakterien könnten Frösche retten.

Rund ein Drittel der Amphibien ist derzeit vom Aussterben bedroht. Neben dem Verlust des Lebensraums verursacht vor allem ein Pilz das Massensterben der Frösche und Lurche: der Cythrid–Pilz verbreitet sich vor allem in Südamerika und Europa. Er greift die Haut der Tiere an. Bis jetzt gibt es kein Gegenmittel. US- Forscher der James Madison University in Harrisonburg, Virginia, hoffen jetzt jedoch, eines gefunden zu haben: Sie brachten infizierte Tiere mit einem bestimmten Bakterium zusammen. In der Folge überlebten die Frösche die -ansonsten für mehr als die Hälfte tödliche Pilzinfektion- mindestens 140 Tage. Die Wissenschaftler wollen jetzt prüfen, ob diese Wirkung von Dauer ist. //[gät]//

Planetologie Phoenix kann mit dem Graben beginnen.

Die Sonde hat die entsprechenden Kommandos am Donnerstag erhalten. Das teilte die Nasa mit. Die Marssonde kann nicht direkt angefunkt werden. In der Regel dient einer der beiden Forschungssatelliten, „Mars Reconnaissance Orbiter“ oder „Mars Odyssey“ als Relaisstation. „Mars Odyssey“ hat sich jedoch in einen Standby Modus versetzt, bevor er die Befehle für Phoenix weiterleiten konnte. Die Nasa-Techniker mussten daher die Kommandos für den Roboterarm des Landers erneut senden – sie wurden jetzt über den „Reconnaissance Orbiter“ weitergeleitet. Bis auf weiteres soll dieser Mars-Satellit die Kommandos der Bodenzentrale weiterleiten. Die Nasa-Techniker hoffen, den Fehler an Bord von Mars Odyssey in den nächsten Tagen beheben zu können. //[gät]//

Biologie Tiere helfen Bäumen, sich trotz Abholzung zu behaupten.

Bäume haben zwei Strategien entwickelt, um sich zu verbreiten: Ein Teil setzt auf Tiere, die den Samen entweder verstecken und dann vergessen oder irgendwo ausscheiden, der andere Teil auf den Wind. Dabei kommen die Pflanzen, die sich auf Tiere verlassen, offenbar besser mit dem Verlust von Wäldern zurecht als diejenigen, die auf den Wind setzen. Das berichten Ökologen aus Spanien im Fachblatt „Science“. Die Forscher hatten festgestellt, dass parallel zu den schrumpfenden Waldflächen auch 24 Baumarten verschwinden. Sämtliche verbreiten ihren Samen mit dem Wind. Die Wissenschaftler führen den Schwund darauf zurück, dass der Wind den Samen eben zufällig verbreitet und oft auf trockenen Boden treibt. //[gät]//
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk