Dienstag, 15.06.2021
 
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16.06.2008

Medizin Das "Hunger"-Signal hellt auch die Stimmung auf.

Das Hunger-Gefühl wird unter anderem von einem Hormon mit Namen Ghrelin ausgelöst. Ghrelin wird vom leeren Magen in den Blutstrom abgegeben und gelangt so ins Gehirn. Seit Jahren testen Forscher, ob sich die Reaktion des Körpers auf das Hormon medikamentös unterdrücken lässt – als Therapie gegen Übergewicht. Im Fachblatt "Nature Neuroscience" berichten Forscher der Universitätsklinik in Dallas, dass Ghrelin unerwartete Wirkungen auf die Stimmung hat. So zeigten Versuchs-Mäuse mit einem hohen Ghrelin-Spiegel im Blut weniger Zeichen von Angst und Depression. Möglicherweise lasse sich Ghrelin als Stimmungsaufheller nutzen, so die Forscher. Als Nebenwirkung wäre allerdings mit Heißhunger zu rechnen – und langfristig mit einer deutlichen Gewichtszunahme. //[mawi]//

Medizin In Südafrika sind Tuberkulose-Patienten aus der Klinik geflohen.

Insgesamt 19 Patienten, die mit gefährlichen Tuberkulose-Erregern infiziert sind, seien aus einer geschlossenen Krankenhausabteilung in Port Elizabeth geflohen, teilten die Behörden in Südafrika mit. Über Ostern bereits hatten 33 Tuberkulose-Patienten die Wächter eingeschüchtert und das Hospital verlassen. An den gegen die meisten Medikamente resistenten Bakterien, den so genannten XDR-TB-Bakterien, sind mehr als 300 Menschen in Südafrika gestorben. In Südafrika wurde XDR-Tuberkulose erstmals 2006 nachgewiesen, damals starben 52 von 53 Infizierten. Die Zahl der Infizierten in der besonders betroffene Ostkap-Provinz wird auf über 200 geschätzt. Mediziner der Weltgesundheitsorganisation WHO haben bereits mehrfach vor den Folgen einer unkontrollierten Ausbreitung resistenter Stämme gewarnt. //[mawi]//

Psychologie Angst öffnet Augen und Nase.

Wenn wir unser Gesicht verziehen – aus Angst oder aus Ekel, drücken wir damit nicht allein Gefühle aus. Wir verändern auch unsere Sinneswahrnehmungen. Das berichten Forscher der kanadischen Universität Toronto im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Wissenschaftler haben in Wahrnehmungstests mit Probanden herausgefunden, dass ein angstvoll verzerrtes Gesicht das Gesichtsfeld vergrößert. Außerdem beschleunige es die Augenbewegung und erweitere die Nase. Das mache auch Sinn, so die Forscher. Bei Angst sei es hilfreich, möglichst viele Informationen über ein potentiell bedrohliches Umfeld zu erfassen. Eine Ekel-Grimasse hingegen sorge für kleine Nasenöffnungen und zusammen gekniffene Augen. Auch das mache Sinn, denn Ekel entstehe als Reaktion auf ein potenziell krank machendes Objekt. Je weniger von dessen Ausdünstungen eingeatmet werde, um so besser. //[mawi]//

Medizin Listerien-Bakterien tummeln sich gerne in Bauernhof-Betten.

Listerien sind krank machende Bakterien, die in Rohmilchkäse, Tartar oder Räucherlachs vorkommen können. Forscher der Technischen Universität München haben Staubproben aus Ställen und Kinderzimmern von Bauernhöfen in Südbayern untersucht. In knapp 30 Prozent der Tierstall-Proben und in 60 Prozent der Proben aus Matratzenstaub fanden die Forscher Listerien. Offenbar seien die Kinder den Keimen dauerhaft ausgesetzt, so die Forscher. Kinder vom Bauernhof, hatten frühere Studien gezeigt, erkranken seltener an Asthma und Allergien als ihre Altersgenossen aus der Stadt. Dass beide Befunde zusammenhängen - eine frühe und lang anhaltende Auseinandersetzung des Immunsystems mit Listerien also vor Allergien schützt - ist denkbar, aber noch nicht erwiesen. //[mawi]//

Astronomie Neil Amstrongs Spuren im Mond-Sand sind bedroht…

...das jedenfalls befürchten Astro-Historiker angesichts einer Renaissance der Mondforschung und angekündigter Projekte der USA, Chinas sowie privater Unternehmen. Es gebe nur eine einzige Chance, historische Orte auf dem Mond - wie etwa die Tranquility Base, wo Amstrong landete, zu schützen, so Dirk Spennemann von der australischen Charles Sturt University. Die Tranquility Base stehe für eine Errungenschaft der Menschheit, die bedeutender sei als die Pyramiden von Gizeh, wichtiger als die erste Überquerung des Atlantiks. Da der Mond keine Atmosphäre besitze und dort auch keine Bakterien lebten, seien Spuren und historische Relikte im Prinzip für alle Ewigkeiten sicher. Sicher aber seien sie nicht vor Rover-Fahrern kommender Mond-Expeditionen. Das müsse sich ändern. Spennemann forderte, historische Relikte unter Mond-Denkmal-Schutz zu stellen. //[mawi]//
13.06.2008

Biologie Forscher aus Israel ziehen eine Dattelpalme aus einem 2000 Jahre alten Kern.

Der Samen wurde in den 60er Jahren in der Festung Masada gefunden; 2005 pflanzten ihn Forscher des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem. Gut zwei Jahre später ist aus dem Kern eine Pflanze von 1,20 Meter entsprossen. Untersuchungen der Samenhüllen sowie von zwei weiteren, aus dem selben Fund stammenden Samen ergaben, dass die Mutterpflanze die Kerne vor rund 2000 Jahren gebildet hat. Damit ist der Methusalem getaufte Kern der älteste Samen der Welt, der gekeimt hat. Die aus ihm gewachsene Pflanze ist nach Angaben der Forscher im Fachblatt "Science" gesund. Der bisherige Rekordhalter war ein Lotussamen, der nach 1300 Jahren aufging. //[gät]//

Umwelt China ist jetzt CO2 Erzeuger Nummer eins.

Die Kohlendioxid-Emissionen des Landes übertreffen die der USA um rund 14 Prozent. Das hat die Niederländische Umweltagentur berechnet. Sie spricht dabei von einer vorläufigen Abschätzung und stützt sich auf Daten zum Energieverbrauch, die der Konzern BP kürzlich veröffentlicht hat. Der weltweite CO2-Ausstoß nahm demnach im vergangenen Jahr um etwas mehr als drei Prozent zu. Zwei Drittel davon gingen auf das Konto Chinas. Das Land habe acht Prozent mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen; vor allem durch eine Ausweitung der sehr energieintensiven Zementproduktion. Die Niederländer rechnen damit, dass dieser Industriezweig das Klima in Zukunft noch stärker belastet wird. Nach dem jüngsten Erdbeben in der zentralchinesischen Provinz Sichuan werde der Zementbedarf steigen, da viele Häuser neugebaut werden müssten. //[mra]//

Astronomie Die erste Weltraumannonce wirbt für Tortilla Chips.

Sechs Stunden lang haben die Radarsender der Europäischen Forschungsorganisation EISCAT auf Spitzbergen eine Funkwerbung ins All abgestrahlt. Die kommerzielle Botschaft richteten die Mitarbeiter der Station auf ein System im Sternbild Großer Bär; sie wird dort in 42 Jahren eintreffen. Da das Sternsystem eine Zone hat, in dem Leben existieren kann, hoffen die Forscher, auf Empfang zu stoßen. Für die Sendung erhalten sie von dem Hersteller der Chips eine ungenannte Zuwendung. Die Wissenschaftler hoffen, auf diese Weise zusätzliches Geld für den Betrieb der Anlagen einnehmen zu können. EISCAT betreibt Forschungsradars zur Untersuchung der Lufthülle. Ob extraterrestrisches Leben die kommerzielle Note der Botschaft allerdings entschlüsseln wird, ist ungewiss: Die Wissenschaftler haben sie als Folge von Nullen und Einsen gesendet. //[gät]//

Astronomie Pluto wird zum Archetyp der Kleinplaneten jenseits des Neptun.

Vor zwei Jahren haben die Astronomen Pluto den Status eines Planeten entzogen. Jetzt hat die Internationale Astronomische Union auf ihrer Tagung in Oslo beschlossen, die Kleinplaneten, die jenseits des Neptun kreisen, künftig als Plutoiden zu bezeichnen: Himmelskörper, die zwar genug Masse und damit Anziehungskraft haben, um annähernd rund zu sein, die aber dennoch zu klein sind, um als Planeten zu gelten. Nach der neuen Definition hat das Sonnensystem jetzt acht Planeten und zwei Plutoiden: Pluto und den Kleinplaneten Eris. //[gät]//

Physik Der Fusionsreaktor Iter wird teurer als geplant.

Statt der geplanten fünf Milliarden Euro dürften die Kosten für das Experiment bei 6,2 bis 6,6 Milliarden liegen. Das berichtet das Fachblatt "Nature" unter Berufung auf einen wissenschaftlichen Arbeitskreis des Projekts. Die Forscher führen die höheren Kosten demnach auf Konstruktionsänderungen zurück - so müsse der Forschungsreaktor an dem jetzt geplanten Standort Cadarache gegen Erdbeben gesichert werden. Ferner wollten Ingenieure nach Untersuchungen mehr Magnete zur Steuerung des Plasmas einsetzen als ursprünglich geplant. Über die Mehrkosten und die Verzögerung des Baus zwischen einem bis drei Jahren sollen die Mitglieder des Iter-Projekts in der kommenden Woche unterrichtet werden. //[gät]//

Raumfahrt Die nächsten Taikonauten starten im Herbst.

Das berichten die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua sowie weitere Zeitungen in Peking unter Berufung auf einen Sprecher der Mission. An Bord der Shenzhou VII werden den Berichten zufolge drei Taikonauten ins All starten. Einer davon soll während der Mission aussteigen und nicht näher bezeichnete wissenschaftliche Experimente durchführen. Einen genauen Starttermin nannten die Medien nicht. Derzeit trainieren Chinas Raumpiloten noch dem Umgang mit ihren Schutzanzügen; die Kapsel selbst ist den Angaben zufolge bereits fertig gestellt und geprüft. //[gät]//
12.06.2008

Informationstechnologie Los Alamos knackt die Billiarden-Marke.

Im amerikanischen Los Alamos National Laboratory hat IBM einen Superrechner in Betrieb genommen, der erstmals die Petaflop-Grenze überschreitet. Der als Roadrunner bezeichnete Rechner kann eine Billiarde Rechenoperationen in einer Sekunde ausführen. Mit seinen 13.000 Cell-Chips und 7000 Opteron-Prozessoren ist er doppelt so schnell ist wie das Vorgängermodell Blue Gene. Als Betriebssystem wurde eine modifizierte Version von Linux verwendet. Dadurch ist es jetzt möglich, dass eine derart hohe Zahl an Prozessoren zusammenarbeitet. Die verwendeten Cell-Chips sind zum Teil in Deutschland entwickelt worden und stecken unter anderem in der Playstation-Spielekonsole. Die Nutzung des neuen Superrechner Roadrunner ist zunächst den amerikanischen Militärs vorbehalten. Dies wird unter Computerwissenschaftler kontrovers diskutiert, denn das Pentagon will mit den Rechnern die genauen chemischen und physikalischen Prozesse nach Explosionen simulieren. Dies könnte der Entwicklung neuer Atomwaffen dienen. //[wel]//

Biologie Wildvögel übertragen selten die Vogelgrippe.

Bisher standen Wildvögel, vor allem Wasservögel im Verdacht, das Vogelgrippe-Virus in die Geflügelhaltung einzuschleppen. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Zu diesem Schluss kommt das grenzüberschreitende Forschungsprogramm „Constanze“. Wissenschaftler der Vogelwarte Radolfzell am Max-Planck-Institut für Ornithologie hatten von Oktober 2007 bis Januar 2008 insgesamt zwölf Geflügelbetriebe beobachtet. Sie stellten fest, dass es zwischen wildlebenden Enten und gehaltenen Hühnern, Enten oder anderem Hausgeflügel kaum direkte Kontakte gebe. Auch das Schweizer Tropeninstitut fand bei Befragungen von 4000 Haltern von Freilandgeflügel heraus, dass nun in jeden sechsten Betrieb Wasservögel eingeflogen waren. //[tj]//

Planetologie Die Marssonde „Phoenix“ erhitzt die ersten Bodenproben.

Nach tagelangen vergeblichen Bemühungen hat es jetzt endlich geklappt: die ersten Bodenproben des Mars sind in den Analyseofen der Marssonde gerutscht und werden dort langsam erhitzt – letztlich bis auf 1000 Grad Celsius. Dies soll Aufschluss geben über ihren Wassergehalt und die in der Probe enthaltenen Minerale. Seit vergangenem Samstag hatte der Roboterarm von Phoenix aufgeschaufelte Proben auf den Einlassfilter des Analyseofens gelegt. Sie waren jedoch zu verklumpt, um den Weg in den Ofen zu schaffen. //[tj]//

Biologie Robben orientieren sich an den Sternen.

Experimente von dänischen und deutschen Wissenschaftlern zeigen: Der Orientierungssinn bei Robben ist besser ausgebildet als der von Vögeln. Die Forscher beobachteten die Tiere in einem eigens angelegten Planetarium mit Schwimmbecken. Die Robben waren in der Lage, sich auf einem künstlichen und sich immer wieder verändernden Firmament zurechtzufinden. Von nachts navigierenden Vögeln ist diese Fähigkeit auch bekannt. Allerdings erkennen Vögel nicht einzelne Sterne, sondern ermitteln anhand der Rotation der Himmelskörper um den Polarstern lediglich die Nordrichtung. Die Robben aber fanden sogar einen einzelnen, sich bewegenden Stern immer wieder. Diese Fähigkeit, aus der Lage einzelner, sich bewegender Sterne auf die Richtung zu schließen, ist bei Tieren bisher nicht bekannt. //[tj]//

Medizin Ein neuer Wirkstoff soll gegen Alzheimer-Plaques vorgehen.

Bei Alzheimer-Patienten bilden sich im Gehirn Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid. Lange Beta-Amyloid-Stücke ballen sich zusammen und beeinträchtigen die Gehirnfunktion. Ein neuer Wirkstoff greift dieses Protein direkt an. Das berichtet das Fachmagazin „Nature“. Der Wirkstoff namens Tarenflurbil stammt aus der Gruppe der Gamma-Secretase-Modulatoren und wird derzeit in der dritten und letzten Phase von klinischen Studien getestet. Wie sich zeigt, sorgt der Wirkstoff nicht nur dafür, dass die Produktion von langen Beta-Amyloid-Stücken sinkt. Er begünstigt gleichzeitig, dass kurze Beta-Amyloid-Stücke gebildet werden. Dadurch würden die langen Varianten daran gehindert sich zusammenzuballen und Ablagerungen zu bilden, berichten Forscher von der Mayo Clinic in Jacksonville, die das neue Mittel testen. //[tj]//
11.06.2008

Astronomie Die Sonne sorgt für Verwirrung.

Auf einem Astronomiekongress an der Montana State University berichteten Forscher von einer unerklärlich langen Periode der Sonneninaktivität. Solche Phasen seien zwar durchaus normal, doch die aktuelle dauere außergewöhnlich lange, hieß es. Die letzte Ruhephase unserer Sonne solchen Ausmaßes, das heißt nur ein Minimum an Sonnenflecken, Stürmen und Eruptionen, hatte es vor rund 350 Jahren gegeben. Forscher des Kiepenheuer-Instituts für Sonnenphysik in Freiburg widersprechen ihren amerikanischen Kollegen jedoch. Den deutschen Astronomen zufolge befindet sich unsere Sonne in einem ganz normalen Minimum, in dem eine dreiwöchige Phase ohne Sonnenflecken normal sei. Wahrscheinlich handele es sich um einen Scherz. Zudem sei bereits gestern wieder eine Fleckengruppe aufgetaucht. //[mst]//

Neurologie Melodientaube Menschen spüren harmonische Fehler.

Menschen mit einer sogenannten Melodientaubheit sind nicht in der Lage, harmonische Tonfolgen zu erkennen. Trotz dieser sensorischen Störung nehmen sie falsche Töne wahr, berichten amerikanische Forscher im Fachblatt PLoS. Bei Experimenten spielten sie melodientauben Freiwilligen hundert ähnliche Melodien vor, von denen die Hälfte am Ende einen falschen Ton enthielt. Die Hirnaktivität der Probanden maßen die Forscher mit einem Elektroenzephalographen. Dabei sahen sie, dass die Teilnehmer im Frontallappen ihres Gehirns auf die falschen Töne reagierten. Das bedeute, dass die melodientauben Probanden falsche Töne wahrnehmen, sich dessen aber nicht bewusst sind, schreiben die Forscher. //[mst]//

Informatik Eine Software soll Menschen am Gang erkennen.

Indische Forscher haben ein automatisches Erkennungssystem entwickelt. Dabei zeichnet eine Kamera die Bewegungsabläufe beim Gehen eines Menschen auf, während eine Software die Auswertung übernimmt. Ist das typische Bewegungsprofil der betreffenden Person erkannt, kann das System dieses mit anderen Profilen in entsprechenden Datenbanken abgleichen. Das neue Erkennungsverfahren könnte als Ergänzung zu biometrischen Identifizierungsmethoden genutzt werden, wie etwa die Analyse von Fingerabdrücken, der Iris-Scan oder die Stimmerkennung. Anders als diese bereits verwendeten Identifizierungsverfahren hätte die Ganganalyse den Vorteil, dass sie aus der Ferne erfolgen kann, schreiben die Forscher im Fachblatt "International Journal of Biometrics". //[mst]//

Medizin Augenärzte können Linsen mit UV-Licht einstellen.

Mediziner der Ruhr-Universität Bochum setzen als erste hierzulande ein Verfahren ein, bei dem sie Patienten bei einer Operation am Grauen Star eine justierbare Linse einsetzen. Statt einer Standardkunstlinse mit fixer Brechkraft können die Augenärzte die Brechkraft der neuen Linse auch nach der OP mittels Ultraviolettem Licht justieren. Dazu wird das UV-Licht mit einer bestimmten Wellenlänge auf die optische Zone der Linse gerichtet. Dabei kommt es in der Linse zu einer Verkettung von freien Teilchen, die sich innerhalb von wenigen Stunden in die bestrahlten Regionen verlagern und eine Abflachung oder Verdickung der optischen Zone der Linse bewirken. Dadurch können die Patienten im Regelfall nach der Operation scharf sehen und ganz auf ihre Brille verzichten. Eine Korrektur der Sehschärfe war mit den bisherigen Methoden nicht möglich. //[mst]//

Biologie Europäischer Speisepilz gedeiht in Neuseeland.

Neuseeländischen Forschern ist es gelungen, einen europäischen Speisepilz zu kultivieren. Sechs Jahre haben sie gebraucht, um die besten Wachstumsbedingungen für den so genannten Edelreizker zu finden. Dabei untersuchten die Genetiker das Feinwurzelwerk von verschiedenen Bäumen, um eine Eignung als Wirtspflanze zu prüfen. Kieferplantagen stellten sich als bester Nährboden heraus. Der Edelreizker ist in Europa und Asien ein beliebter Speisepilz. Saurer Regen, Abholzung und starkes Absammeln führten zu einem Rückgang der Ernte. Neuseeländische Agrarinvestoren hoffen daher auf einen guten Absatz, zudem der Edelreizker auf der Südhalbkugel zwischen Februar und Juni gedeiht, wenn in Europa keine Saison ist. //[su]//

Medizin Babys besitzen ein angeborenes Alarmsystem.

Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften berichten, dass bereits zwölf Wochen alte Babys den Gesichtsausdruck ihrer Eltern deuten können. Bei Tests sahen die Forscher, dass Säuglinge unterschiedlich auf Gegenstände reagierten, je nachdem, ob ein Erwachsener beim Anblick auf das Objekt erschrocken oder neutral geschaut hatte. Im Fachblatt "PLoS ONE" schreiben die Forscher, dass Babys entgegen bisheriger Vermutungen schon mit drei Monaten den Gesichtsausdruck der Eltern als Warnsignal wahrnehmen können. //[mst]//

Medizin Ein biblisches Alter muss nicht zur Demenz führen.

Das berichten Mediziner der Universität Groningen im Fachblatt "Neurobiology of Aging". Sie hatten die ehemals älteste Frau der Welt, eine mit 115 Jahren verstorbene Niederländerin, untersucht und festgestellt, dass sie nicht unter alterstypischen Hirnveränderungen litt. Bei der neuroanatomischen Untersuchung der Verstorbenen fanden sie keine alzheimertypischen Plaques, kaum Neurofibrillen und nur geringe Anzeichen von Arteriosklerose. Dies spreche gegen die Annahme, dass eine Altersdemenz im Alter unausweichlich sei. Wenige Jahre vor ihrem Tod hatte sich die Seniorin freiwillig neurologischen und psychologischen Tests unterzogen. Dabei zeigte sie keine Hinweise auf Altersdemenz oder erhöhte Vergesslichkeit. //[mst]//
10.06.2008

Genetik Der Zappelphilipp bringt Nomaden Vorteile.

Amerikanische Forscher haben ursprünglich lebende Nomaden in Kenia auf die Genvariante hin untersucht, die das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS begünstigt. Sie entdeckten dass diejenigen Nomaden mit einer Veranlagung für ADHS besser ernährt waren als Stammesgenossen ohne diese Genvariante. Bei Vertretern desselben Volkes, die nicht mehr nomadisch, sondern sesshaft lebten, wirkte sich die ADHS-begünstigende Genvariante dagegen negativ auf die körperliche Verfassung aus. Daraus schließen die Forscher in der Fachzeitschrift „BMC Evolutionary Biology“, dass ADHS sich während der Evolution des Menschen erhalten und verbreitet hat, weil die mit ADHS verknüpften Verhaltensweisen wie Neugierde und Unruhe vorteilhaft für umherziehenden Nomaden sind. //[seyn]//

Biologie Eine Eiweißspritze entwöhnt Ratten vom Alkohol.

Alkoholabhängige Ratten verloren innerhalb von zehn Minuten das Interesse an Alkohol, nachdem ihnen Forscher ein körpereigenes Eiweiß ins Gehirn gespritzt hatten. Wie die amerikanischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ - PNAS - berichten, verhinderte die Eiweißgabe auch, dass die Tiere nach einer zweiwöchigen Abstinenz rückfällig wurden. Im Gegensatz zu anderen Therapieansätzen beeinflusst das körpereigene Eiweiß namens GDNF nur die Alkoholsucht, dämpft aber nicht die Freude an anderen Genussmitteln. Da das Suchtverhalten bei Ratten durch ähnliche Mechanismen entsteht wie beim Menschen, vermuten die Forscher, dass sich GDNF auch beim Menschen bewähren könnte. //[seyn]//

Biologie Meeresbakterien können Kohlendioxid aufnehmen.

In einem Prozess ähnlich der Photosynthese nutzen sie die Energie des Sonnenlichts um Kohlendioxid zu binden. Von Bakterien in Seen mit Sauerstoffmangel war diese Fähigkeit bereits bekannt, aber jetzt entdeckte ein internationales Forscherteam, dass auch Bakterien in den sonnendurchfluteten Bereichen der Ozeane Kohlendioxid aufnehmen können. Wie viele marine Bakterien diese Fähigkeit besitzen, und welche Mengen CO2 sie der Atmosphäre entziehen, müsse dringend erforscht werden, schreiben die Forscher in der Zeitschrift PNAS. Bislang war nur bekannt, dass im Ozean lebende Algen CO2 aufnehmen. Sie entziehen der Atmosphäre jeden Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid. //[seyn]//

Biologie Rauchen ist schlecht fürs Gedächtnis.

Menschen die nie geraucht haben, schneiden in Gedächtnis- und Verständnistests wesentlich besser ab, als Menschen die im Alter zwischen 35 und 55 immer noch rauchen. Das entdeckten französische Forscher, als sie die Gesundheitsdaten von über 10.000 britischen Beamten auswerteten, die über Jahre hinweg untersucht worden waren. Sie beschreiben ihre Ergebnisse in den „Archives of Internal Medicine“. Demnach schnitten Ex-Raucher bei Gedächtnistests deutlich besser ab, als rauchende Teilnehmer und zeigten auch in anderen gesundheitsrelevanten Bereichen Verbesserungen. //[seyn]//

Technik Eine neue Waschmaschine braucht nur ein Glas Wasser.

Britische Forscher haben eine Maschine entwickelt, die Kleidung mit Hilfe von Plastikchips und nur einem Glas Wasser reinigt. Die bis zu 100 Mal wieder verwendbaren Plastikstückchen sollen der Kleidung die Flecken entziehen und die störenden Partikel absorbieren. In einer Pressemitteilung der Universität von Leeds heißt es, die neue Waschmaschine verbrauche weniger als zwei Prozent des Wasser- und Energiebedarfs einer konventionellen Waschmaschine. Auf den britischen Markt könnte sie 2009 kommen. //[seyn]//
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