Dienstag, 15.06.2021
 
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25.06.2008

Medizin Gefriergetrocknete Blutplättchen sollen die Wundheilung ankurbeln.

Forscher der Universität von Kalifornien in Davis arbeiten an Wundverbänden mit gefriergetrockneten Bluttplättchen. Dazu isolierten sie die Blutplättchen zunächst, gaben Zucker sowie ein Verdickungsmittel hinzu. Dann wurde dem Gemisch beim Gefriertrocknen etwa 95 Prozent des Wasseranteils entzogen. Wichtig sei, dass die Plättchen intakt blieben, sonst könnten die Zellen nach dem Auftragen auf eine Wunde keine Wachstumsfaktoren zur Wundheilung abgeben. Die Forscher, heißt es im Wissenschaftsmagazin "New Scientist", wollen jetzt ausprobieren, ob Blutungen sich schneller stoppen lassen, wenn das Blutplättchen-Pulver direkt auf die Wunde aufgetragen wird - oder ob es besser ist, das Pulver in Wundverbände einzuarbeiten. //[mawi]//

Medizin Chopins Herz könnte das Geheimnis seines Todes verraten.

Polnische Mediziner wollen klären, ob der polnische Pianist und Komponist Frédéric Chopin tatsächlich wie bislang angenommen an Tuberkulose starb oder an Mukoviszidose. Die Beschwerden und Krankheiten, unter denen Chopin litt, deuteten eher auf eine Mukoviszidose hin. Er war seit frühester Kindheit schwach, neigte zu Infekten und Husten. Als Erwachsener wog Chopin bei 1,70 Meter Körpergröße nur 40 Kilogramm. Klarheit könnte jetzt ein Gentest bringen. Chopin war auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt worden, doch sein Herz ruht in Cognac konserviert in einer Warschauer Kirche. Über den Antrag der Ärzte, dem Herzen Chopins Gewebeproben entnehmen zu dürfen, hat das polnische Kulturministeriums aber bislang noch nicht entschieden. //[mawi]//

Genetik Das Leben hinterlässt Spuren auf dem Erbmolekül.

Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben genetische Proben von Menschen aus dem Jahr 1991 untersucht und mit Proben aus den Jahren 2002 bis 2005 verglichen. Bei jedem zweiten Probanden stellten sie fest, dass sich im Laufe der Jahre das so genannte epigenetische Muster verändert hatte. Wenn epigenetische Markierungen an wichtigen Stellen der DNA verloren gehen oder an der falschen Stelle angebracht sind, fallen wichtige Steuerungsfunktionen weg und Krankheiten können entstehen - wie Krebs oder Diabetes. Die Studie zeige, dass im Alter das normale epigenetische Muster verloren gehe, so die Forscher im Fachblatt JAMA. Sie wollen sich jetzt genauer ansehen, welche Erbgutstellen besonders häufig betroffen sind. Möglicherweise könne dies helfen, Krankheiten zu erklären, die besonders häufig im Alter auftreten. //[mawi]//

Medizin Eine Checkliste soll Operationen sicherer machen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hofft, mit einer Sicherheits-Checkliste die Zahl der Todesfälle und schweren Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen senken zu können. Im Fachblatt "The Lancet" heißt es, etwa die Hälfte der Todesfälle und Komplikationen wäre vermeidbar, wenn einfache Sicherheitsvorschriften eingehalten würden. Die Checkliste sieht unter anderem vor, dass vor einer Operation alle bekannten Allergien des Patienten notiert werden und dass zum Abschluss eines Eingriffs alle medizinischen Instrumente, Nadeln und Tupfer gezählt werden, Die Checkliste wurde von Medizinern der US-amerikanischen Harvard University zusammengestellt. Sie soll weltweit und unter verschiedensten sanitären Bedingungen anwendbar sein. Weltweit werden jährlich etwa 234 Millionen größere Operationen durchgeführt. In Entwicklungsländern sterben bei schweren Eingriffen zwischen 10 bis 15 von 100 Patienten. In Industriestaaten liegt die Todesrate bei 0,4 bis 0,8 Prozent. //[mawi]//

Archäologie In Troja läuft die vorerst letzte Grabungskampagne.

Nach gut 20 Jahren werden die Grabungen in der antiken Stadt Troja im Nordwesten der Türkei in diesem Herbst voraussichtlich abgeschlossen. Projektleiter Ernst Pernicka kündigte heute in Tübingen an, es werde noch der weitere Verlauf eines Befestigungsgrabens im Osten der Stadt gesucht. Die Lage des Grabens sei entscheidend für die Frage, wie weit sich die Unterstadt Trojas ausgedehnt habe. 25 Hektar Siedlungsfläche seien schon gesichert. Sollten es aber 35 Hektar sein, käme Troja an die größte spätbronzezeitliche Siedlung in Knossos auf Kreta heran, so Pernicka. Von einem - so wörtlich - "Kuhdorf" könne man dann nicht mehr sprechen. //[mawi]//

Forschungspolitk Es gibt weiterhin keine Klarheit über das europäische Stammzell-Patent.

Das Europäische Patentamt in München hat gestern eine auf zwei Tage angesetzte Anhörung bereits nach einem Tag abgeschlossen. Die Entscheidung über die Patentierbarkeit embryonaler Stammzellen hat das Patentamt vertagt - ein Termin wurde nicht genannt. Der US-amerikanische Stammzellenforscher James Thomson will sein Forschungsverfahren, und damit auch die Zellen selbst, patentieren lassen. 1998 war es ihm als erstem Wissenschaftler gelungen, menschliche embryonale Stammzellen zu kultivieren. Die Grundsatzentscheidung des Europäischen Patentamtes würde sich auf rund 100 weitere Patentanträge auswirken. //[mawi]//
24.06.2008

Umwelt Das Atommülllager Asse II soll geschlossen werden

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Forschungsministerin Annette Schavan wollen eine Arbeitsgruppe einsetzen, die mögliche Schließungskonzepte prüfen soll. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Salzlauge in dem Atommüllager bei Wolfenbüttel stark radioaktiv belastet ist. Die zulässigen Grenzwerte sollen um das acht- bis neunfache überschritten sein. Die Arbeitsgruppe soll sowohl die notwendigen rechtlichen Genehmigungen für das künftige Verfahren, als auch die Fehler im bisherigen Betrieb klären, sagten die Minister bei einem Krisentreffen in Berlin. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Medizin Pizzagewürze lindern Entzündungen

Das berichten schweizerische und deutsche Forscher in der Fachzeitschrift PNAS. Verantwortlich für die entzündungshemmende Wirkung sei der Stoff Beta-Caryophyllen, der in vielen Gewürzpflanzen wie Oregano, Basilikum, Rosmarin, Zimt oder Pfeffer vorkommt. Die Forscher entdeckten, dass dieser Wirkstoff an bestimmte Rezeptoren in der Zellmembran andockt und dadurch das Verhalten der Zelle so verändert, dass diese weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aussendet. Sie behandelten Mäuse, die eine entzündliche Schwellung an der Pfote hatten mit Beta-Caryophyllen. In 70 Prozent der Fälle klang die Schwellung daraufhin ab. Experimente an Mäusen zeigten nach Aussage der Forscher außerdem, dass die Substanz auch bei Osteoporose wirksam ist. //[seyn]//

Quelle: dpa, pnas

Biologie Krokodile verabreden ihre Geburt

Mit Rufen verständigen sich Krokodilbabys noch im Ei mit ihren Geschwistern auf einen gemeinsamen Schlüpftermin. Das haben französische Forscher herausgefunden und im Fachblatt Current Biology beschrieben. Sie spielten einer Gruppe von Eiern eine Minute lang die wie "Umpf" klingenden Rufe vor und beobachteten anschließend, dass alle Krokodilbabys innerhalb von zehn Minuten schlüpften. Wurden die Eier gar nicht oder mit beliebigem Lärm beschallt, zog sich das Schlüpfen der Geschwister über fünf Stunden hinweg. Durch die Absprache und das gleichzeitige Schlüpfen erhöhen die Neugeborenen ihre Überlebenschancen, vermuten die Forscher, da die erwachsenen Tiere sie so besser schützen können. //[seyn]//

Quelle: Current Biology, wissenschaft.de

Archäologie Die Odyssee endete am 16. April 1178 vor Christus

Das schreiben argentinische und US-amerikanische Astronomen in der Zeitschrift Proceedings Of The National Academy Of Sciences – PNAS. Sie hatten verschiedene Aussagen zu Himmelsereignissen aus Homers Odyssee analysiert, um herauszufinden, an welchem Tag Odysseus seine Heimat erreichte. Homer zufolge war dieser Zeitpunkt gekennzeichnet durch eine Sonnenfinsternis, sowie durch eine hoch am Firmament stehende Venus und zwei Sternenkonstellationen, die gleichzeitig am Himmel sichtbar waren: der Sternhaufen der Plejaden und das Sternenbild des Bärenhüters. Außerdem stand der Merkur, dem Schriftsteller zufolge, nahe des westlichen Endes seiner Umlaufbahn. Da all diese Ereignisse nur ein einziges Mal im selben Muster auftreten, konnten die Forscher Odysseus Heimkehr auf den Tag genau datieren. Ihrer Ansicht nach unterstützen diese Ergebnisse die generelle Glaubwürdigkeit von Homers Epos. //[seyn]//

Quelle: pnas, wissenschaft.de

Medizin Betäubungsmittel können Schmerzen verstärken

Einige gängige Narkosemittel aktivieren schmerzempfindliche Nervenzellen und verursachen dadurch stärkere Wundschmerzen nach Operationen und eine allgemeine Erhöhung der Schmerzempfindlichkeit. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin PNAS. Bei Untersuchungen an Nervenzellen und Mäusen sahen die Forscher, dass die Substanzen in schmerzempfindlichen Nervenzellen Signale auslösen, indem sie auf zwei Rezeptoren namens TRPA1 und TRPV1 einwirken. Diese Moleküle sind auch für die Schmerzen bei Kontakt mit Hitze oder scharfen Stoffen verantwortlich. Die Forscher empfehlen, bei der Narkose zusätzliche Substanzen zu verabreichen, die diese Rezeptoren blockieren und damit den Schmerz mindern. //[seyn]//

Quelle: PNAS, wissenschaft.de

Umwelt Japan verkauft mehr Walfleisch als erlaubt

Der Internationale Tierschutzfonds hat 99 Walfleischprodukte von japanischen Märkten genetisch analysiert und festgestellt, dass das Fleisch von 15 verschiedenen Finnwalen stammte. Offiziell habe Japan aber nur 13 erlegte Finnwale gemeldet, hieß es auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission in Santiago de Chile. Japan darf zu Forschungszwecken Finnwale erlegen und deren Fleisch später auch verkaufen, muss aber die Zahl der getöteten Tiere melden. Dass Fleisch von mehr Tieren verkauft wurde, als offiziell getötet wurden lässt sich nach Ansicht des Internationalen Tierschutzfonds nur dadurch erklären, dass Japan entweder nicht alle getöteten Wale melde oder die illegale Jagd nicht unterbinden könne. //[seyn]//

Quelle: dpa

Sicherheit Russland bereitet sich auf einen Militäreinsatz in der Arktis vor

Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge mit der Ausarbeitung möglicher Kriegspläne für die Arktis begonnen. Das Verteidigungsministerium habe sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem neben Russland auch die anderen Arktis-Anrainerstaaten Ansprüche auf Teile des Arktischen Ozeans und die darunter vermuteten Rohstofflagerstätten angemeldet haben, heißt es in der russischen Militärzeitung Krasnaja Swesda. //[seyn]//

Quelle: dpa

23.06.2008

Medizin Vorläufer-Zellen weisen den Weg zu einer besseren Krebs-Behandlung

Forscher der Universitäten Regensburg , Düsseldorf, Hamburg sowie des Max-Planck-Institutes für Biochemie in Martinsried haben bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs den ursprünglichen Tumor genetisch charakterisiert aber auch Vorläuferzellen, aus denen sich später Metastasen bilden. Im Fachblatt "Cancer Cell" berichten sie, dass sich das genetische Profil der Vorläuferzellen deutlich unterscheidet von dem Profil der Zellen im Primärtumor. Für die Planung einer Therapie gebe die Untersuchung der Vorläuferzellen wichtige zusätzliche Hinweise. So würden die Vorläuferzellen beim Speiseröhrenkrebs auf das Brustkrebs-Medikament "Herceptin" ansprechen, die Zellen des Primärtumors hingegen nicht. Für das Überleben eines Patienten ist entscheidend, wie erfolgreich das Wachstum von Metastasen gestoppt werden kann. //[mawi]//

Quelle: idw-Ticker

Technik Ein Solar-Flugzeug stellt einen neuen Welt-Rekord auf

Über 27 Stunden lang hat das unbemannte Solar-Segelflugzeug "Sky Sailor" in einer Höhe von 200 bis 400 Metern seine Runden gedreht und dabei etwa 900 Kilometer zurückgelegt. Das teilte die Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich heute mit. Das Flugzeug wiegt 2,5 Kilogramm und hat eine Spannweite von 3,2 Meter. Für die Energieversorgung der Bordelektronik sorgten 216 Silizium-Solarzellen auf den Tragflächen sowie eine spezielle Lithium-Ionen-Batterie. Fernziel der Forscher sei die Entwicklung eines Solarflugzeuges, das sich für Erkundungsflüge über dem Mars eigne, so die Hochschule. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Archäologie Bims-Steine polieren die Chroniken der alten Hochkulturen auf

In der Bronzezeit, zwischen dem 3. und 1. Jahrtausend vor unserer Zeit wurde Bims zum Schleifen von Steinskulpturen, Bauwerken und Bronzegegenständen benutzt – ob nun in der ägyptischen, der minoischen oder der syrischen Kultur. Wissenschaftler der Technischen Universität Wien haben antike Bimssteinproben mit Neutronen bestrahlt und mit Hilfe eines speziellen Spektrometers den chemischen Fingerabdruck der Proben erstellt – sie ermittelten welche Spuren-Elemente in welcher Menge eine Probe enthielt. Durch den Abgleich mit einer Datenbank konnten sie die Herkunft einer Probe bestimmen. So stellten sie fest, dass vulkanischer Bimsstein aus Griechenland nach Ägypten und Bims von der Insel Lipari – nördlich von Sizilien – bis nach Palästina verkauft wurde. Dank der neuen Methode könnten auch die Chroniken unterschiedlicher Hochkulturen synchronisiert werden. Im Idealfall lasse sich ableiten, welcher syrische Herrscher zeitgleich mit einem ägyptischen Pharao regiert habe, so die Forscher. //[mawi]//

Quelle: idw-Ticker

Biologie Das also sind des Pudels Gene

Vor 15.000 Jahren haben Menschen begonnen, den Wolf zu domestizieren und weiter zu züchten. Heute gibt es rund 350 verschiedene Hunderassen, aber Wissenschaftler wussten bislang wenig darüber, welche Gene im Hunderbgut für äußerliche Merkmale oder das Verhalten einer Hunderasse verantwortlich sind. Forscher am Forschungszentrum für Tierernährung des Lebensmittel-Konzerns Mars haben das Erbgut aus 13 Tausend Blut- und Speichelproben von Hunden analysiert. Sie konnten so das Erbgut von 148 Hunderassen genetisch miteinander vergleichen. Demnach scheinen sechs Gene auf fünf Chromosomen eine wichtige Rolle zu spielen bei der Regulation des Wachstums; vier Gene bestimmen, wie alt eine Hunderasse werden kann. Außerdem fanden die Forscher Hinweise, an welchen Orten im Erbgut Gene sind, die Einfluss haben auf Verhaltensweisen etwa von Jagdhunden oder Schäferhunden. Im Fachblatt "Genetics" schreiben die Forscher, sie wollten ihre Technik noch weiter verfeinern, um mehr über genetischen Hintergrund von Lernfähigkeit oder Temperament von Hunderassen zu erfahren. //[mawi]//

Quelle: BdW-Ticker

Internet Viele Internet-Adress-Wünsche werden wahr

Internet-Adressen enden zu Zeit auf Endungen wie: .de, .com oder .org. Die Zahl dieser so genannten "Top Level Domain"-Namen ist begrenzt. Das soll sich ändern. Die in den USA ansässige Internetaufsicht ICANN will ab dem ersten Quartal 2009 Wunschkürzel zulassen, gab ihr Vorsitzender Paul Twomey heute in Paris bekannt. Die 1,3 Milliarden Internetnutzer weltweit könnten dann geläufige Wörter wie .liebe oder auch Eigennamen eintragen lassen. Ein paar Einschränkungen werde es dennoch geben. Zum einen dürfe eine Endung keine Markenrechte verletzen, außerdem dürfe es nicht zu Problemen mit der öffentlichen Ordnung oder Moral kommen. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

20.06.2008

Raumfahrt Phoenix hat erneut Probleme

Die Marssonde hat die in den vergangenen Tagen gesammelten Daten aufgrund eines Computerfehlers verloren. Statt die Daten wie geplant zur Erde zu funken, sendete die Sonde 45 tausend Mal ein Datenpaket, das eigentlich für Routine-Tests dient. Mit dieser Sendung war der Rechner so ausgelastet, dass die wissenschaftlichen Daten eines Tages nicht mehr gespeichert werden konnten. Forscher der NASA bezeichneten den Verlust als ärgerlich, aber nicht als spektakulär; es habe sich in erster Linie um Photos gehandelt. Sie setzten die Grabungen des Greifarms für einen Tag aus. Trotz des Verlustes sind die Wissenschafter inzwischen sicher, Wasser gefunden zu haben: Bei kleinen weißen Flecken, die beim Ausheben des ersten Grabes auf Bildern zu erkennen gewesen sind, müsse es sich um Eis gehandelt habe: Die Flecken sind inzwischen verschwunden. Die Wissenschaftler vermuten, dass es verdampft ist. //[gä]//

Quelle: science/nyt/nasa

Statistik Kriege töten drei Mal so viele Menschen wie offiziell bekannt

Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Institute for Health Metric, and Evaluation in Seattle. Die Forscher hatten sich nicht auf die konventionellen Zahlen verlassen wollen. Stattdessen werteten sie Daten der WHO aus, die zwischen 2002 und 2003 gesammelt wurden. Die Weltgesundheitsorganisation hatte in 45 Nationen zufällig ausgewählte Haushalte gefragt, wer wann woran in den letzten knapp 50 Jahren gestorben ist. Die US Forscher suchten in den Antworten aus Ländern wie Vietnam, Bosnien oder Zimbabwe nach Kriegsopfern und schätzen danach die Zahl der Toten in diesen Ländern. Sie kamen dabei zum Beispiel für Vietnam auf 3,8 Millionen Tote; offizielle Schätzungen sprechen von drei Millionen. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass in den Kriegen seit 1950 immer mehr Menschen gestorben sind. Die weit verbreitete Meinung, moderne Waffen töteten weniger Zivilisten, weil sie präziser sind, sei unhaltbar. //[gä]//

Quelle: der spiegel/bmj

Physik Kürzeste Lichtblitze sollen Elektronen sichtbar machen

Um sich von einer Seite eines Wasserstoff-Atoms auf die andere Seite zu bewegen, benötigt ein Elektron nur 24 Attosekunden – den Milliardsten Teil des Milliardsten Teils einer Sekunde. Wollte man das Elektron dabei beobachten, müsste man eine Technik entwickeln, mit der man noch kürzere Blitze erzeugt. Ein internationales Physikerteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Quantenoptik in Garching ist diesem Ziel jetzt näher gekommen: Die Forscher präsentieren im Fachblatt SCIENCE eine Technik, mit der sie Licht für nur 80 Attosekunden aufblitzen lassen. Die Forscher hoffen, noch deutlich kürzere Lichtblitze erzeugen und damit Vorgänge in den Atomen beobachten zu können. //[gä]//

Quelle: science/mpg/spektrumdirekt/newscientist

Biologie Auch Bakterien haben eine "Kupplung"

Bakterien können sich mit einer Geissel vorwärtsbewegen. Ein Eiweiß, das sich im Kreise drehen kann, lässt den Faden rotieren und treibt damit das Lebewesen voran. Ein Forscherteam aus den USA berichtet jetzt im Fachblatt Science, dass die Bakterien diesen Motor regelrecht auskuppeln können, wenn sie anhalten wollen: Dann setzt sich ein weiteres Eiweiß auf den molekularen Motor des Bakteriums und trennt ihn von der Geißel. Die dreht sich frei weiter und kommt dann zum Halt. Die Wissenschaftler haben den Mechanismus eher zufällig entdeckt. Sie hoffen jetzt, Stoffe finden zu können, die die Kupplung blockieren. Die Bakterien könnten dann nicht mehr stoppen um sich zum Beispiel auf Medizinischem Gerät nieder zu lassen. //[gä]//

Quelle: science/nature.com/spiegel-online

Umwelt Die US-Verbrauchangaben für Autos führen in die Irre

Diese Überzeugung vertreten Forscher der Duke University in den USA im Fachblatt Science. In den USA wie in Großbritannien wird der Verbrauch angegeben als variable Strecke, die man mit einer feststehenden Menge Kraftstoff zurücklegen kann (in Miles per Gallon). Bei Versuchen hatte sich gezeigt, dass der tatsächliche Verbrauch und mögliche Verbrauchsvorteil von Autos bei der US-Angabe nicht zu erkennen sei, so die Forscher: Die Versuchspersonen neigten dazu, die tatsächlich eingesparten Spritmengen zu über- beziehungsweise zu unterschätzen. Die Wissenschaftler plädieren daher dafür, den Verbrauch künftig wie in Europa anzugeben, also eine variable Kraftstoffmenge auf eine feste Strecke zu beziehen - allerdings in den US-Maßen Gallons per 100 Miles. //[gä]//

Quelle: science

19.06.2008

Medizin US-Mediziner haben Hautkrebspatienten erfolgreich mit Immun-Therapie behandelt

Die Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle hatten besondere Immunzellen des Patienten ausgewählt und auf Oberflächenstrukturen von Tumorzellen regelrecht abgerichtet. Anschießend vermehrten die Wissenschaftler die Zellen außerhalb des Patienten und spritzten sie ihm. Wie die Mediziner im Fachblatt New England Journal Of Medicine schreiben, sei der Patient nach zwei Monaten frei von Tumor und Metastasen gewesen - ein Zustand, der auch zwei Jahre noch besteht. Sie weisen allerdings darauf hin, dass sie nur einen einzigen Patienten auf diese Weise behandelt haben. Wissenschaftler arbeiten bereits seit langem an Immuntherapien gegen Krebs - bislang allerdings mit mäßigem Erfolg. Sollte der Patient aus den USA auch in den kommenden Jahren keinen Rückfall erleiden, zählte er zu den ersten, die tatsächlich mit Erfolg behandelt wurden. Inwieweit sich diese Immuntherapie auch auf andere Patienten übertragen lässt, ist noch offen. //[gä]//

Quelle: bbc/dpa

Forschungspolitik Forscher fälschen viel öfter als bekannt wird

Diese Ansicht vertreten Mitarbeiter des Amts für Korrekte Forschung in den USA im Fachblatt Nature. Das Amt hatte 4300 Wissenschaftler angeschrieben, die von den Nationalen Gesundheitsinstituten gefördert werden. 2212 antworteten; neun Prozent gaben an, Fälschungen oder Manipulationen gesehen zu haben. Übertragen auf die Gesamtzahl der von den Gesundheitsinstituten unterstützten Wissenschaftlern in der biomedizinischen Forschung hieße das, es müssten jedes Jahr 1350 Meldungen über Unregelmäßigkeiten beim Amt eingehen, so die Mitarbeiter. Tatsächlich seien es aber nur rund zwei Dutzend jedes Jahr. //[gä]//

Quelle: nature/heise

Forschungspolitik Das EIT kommt nach Budapest

Darauf haben sich die Forschungsminister der EU-Staaten in Brüssel geeinigt. Das Europäische Institut für Innovation und Technologie soll Hochschulen, Forschungszentren und Unternehmen miteinander in Kontakt bringen und dabei helfen, so genannte Innovationsgemeinschaften zu bilden. In Budapest werden dafür 60 Mitarbeiter eingestellt, die bis 2013 einen Etat von 308 Millionen Euro zur Verfügung haben. Die ersten Wettbewerbe sollen kommendes Jahr ausgeschrieben werden, die ersten Forschungsprojekte Anfang 2010 beginnen. //[gä]//

Quelle: dpa/ap

Astronomie Den Saturn erhellt ein weiteres Polarlicht

Polarlichter gibt es nicht nur in der Lufthülle, sondern auch in der Gashülle des Jupiter. Während sie auf der Erde durch den Sonnenwind verursacht werden, entstehen sie am Jupiterhimmel durch Teilchen, die vor allem vom Jupitermond Io stammen. Als Astronomen vor 10 Jahren Polarlicht über den Saturnpolen entdeckten, vermuteten sie, dass es auf ähnliche Weise wie das irdische entsteht. Jetzt berichten Wissenschaftler der Universität Leicester in Groß Britannien von einem zweiten, wesentlich schwächeren Polarlicht. Sie vermuten, dass diese Lichterscheinung auf ähnliche Weise wie die des Jupiters entsteht. //[gä]//

Quelle: nature/new scientist

Umwelt Die Meere haben sich stärker ausgedehnt als geschätzt

Das schreiben Forscher aus Australien im Fachblatt Nature. Die Wissenschaftler der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation in Hobart hatten die Messdaten der Jahre 1950 bis 2003 erneut ausgewertet. Dabei entdeckten sie, dass die Ozeane seit 1961 immer wärmer werden und der Meeresspiegel dabei um 22 Millimeter gestiegen ist. Forscher hatten bislang angenommen, dass der Anstieg nur 15 Millimeter betragen habe. Nach Auffassung der Australischen Wissenschaftler sollten neue und detailliertere Modelle eingesetzt werden, um regionale und weltweite Daten besser auszuwerten. //[gä]//

Quelle: spektrumdirekt/nature

Raumfahrt "Jules Verne" weitet die Umlaufbahn der ISS um sieben Kilometer

Das teilte das Russische Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau mit. Die ISS kreist damit jetzt in einer Höhe von 345 Kilometern und 600 Metern. Bis zum Abdocken des europäischen Raumfrachters ATV im September soll dieses Manöver noch einmal im Monat wiederholt werden. Mit dem Ablegen von Jules Verne endet dann auch eine Phase relativen Komforts für die Astronauten. Wegen der ansonsten beengten Verhältnisse auf der Raumstation nutzen sie den Laderaum des ATV zur Körperpflege und als zusätzlichen Schlafplatz. //[gä]//

Quelle: ddp/sz

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