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30.06.2008

Archäologie Die "Argo" fährt nach Venedig

Griechische Archäologen und Schiffbauer haben das mythologische Argonauten-Schiff "Argo" nachgebaut und heute in Piräus präsentiert. Vorangegangen waren zweijährige Testfahrten. Ursprünglich wollten die Schiffbauer die mythologische Reise Iasons von der Hafenstadt Volos – die damals Iolkos hieß - nach Kolchis am östlichen Schwarzen Meer wiederholen. Aus Sicherheitsgründen änderten sie die Reiseroute - und wollen jetzt nach Venedig fahren. Die Archäologen erwarten von der rund drei Monate dauernden Fahrt neue Erkenntnisse über die Schifffahrt im Altertum. Die Besatzung besteht aus 72 freiwilligen Ruderern und Seglern. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Medizin In Großbritannien sind erstmals Embryonen mit Krebs-Risiko-Genen aussortiert worden

Ärzte in Großbritannien haben erstmals eine Embryo-Selektion vorgenommen, um ein Baby vor einer erblichen Brustkrebserkrankung zu schützen. Britische Medien berichten, dass eine 27jährige Frau sich für eine künstliche Befruchtung und anschließende Präimplantationsdiagnostik PID entschieden hatte, weil die Familie ihres Mannes besonders betroffen war: sowohl ihre Schwiegermutter, als auch ihre Schwägerin, und deren Großmutter und Cousine hatten Brustkrebs. Von den elf künstlich hergestellten Embryos pflanzten Ärzte zwei ohne das Krebs-Risiko-Gen in die Gebärmutter der Frau ein. Ein Embryo habe überlebt, hieß es. Die Präimplantationsdiagnostik ist in Großbritannien legal. Bislang wurde allerdings nur auf Gen-Defekte getestet, die zwangläufig zu einer Erkrankung führen. Wer eines der Brustkrebsrisikogene trägt, hat ein hohes aber kein 100prozentiges Risiko, zu erkranken. Am Freitag hat auch die niederländische Regierung der Embryo-Selektion bei drohender Vererbung von Brust- oder Darmkrebs zugestimmt. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz jegliche Form von Präimplantationsdiagnostik. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Umwelt Ab heute wird in Ketzin Kohlendioxid in die Tiefe gepumpt

Klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (Kohlendioxid) soll nahe der brandenburgischen Stadt Ketzin in einem ehemaligen Erdgasspeicher in die Tiefe gepumpt werden. Bei dem Projekt mit Namen "Kohlendioxid-SINK" handelt es sich nach Angaben des Potsdamer Geoforschungszentrum um den größten Praxis-Test zur Untergrundspeicherung von Kohlendioxid auf dem europäischen Kontinent. Im Februar 2007 begann die Bohrung in den Schilfsandstein, um das Gas 700 Meter in die Tiefe pumpen zu können. In zwei weiteren Bohrungen wurden Messfühler installiert. Die erste Ladung Kohlendioxid soll heute Abend in das Bohrloch gepresst werden. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob es wirtschaftlich machbar und ökologisch sinnvoll sein kann, Kohlendioxid im Erduntergrund zu lagern. Umweltschutzorganisationen halten die Technik für unausgereift und zu teuer. Sie fordern stattdessen den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. //[mawi]//

Quelle: GFZ Potsdam

Medizin Deutsche Forscher entwickeln ein einfacheres Rezept zur Reprogrammierung von Zellen

Forscher aus Münster und Aachen haben in Stammzellen aus dem Gehirn von erwachsenen Mäusen mit Hilfe von Retroviren zwei Gene eingeschleust: die Gene für die Faktoren Oct4 und Klf4. So verwandelten sie die adulten Stammzellen in so genannte IPS-Zellen – also Zellen, die ähnlich wandelbar sind wie embryonale Stammzellen. Um die Wandlungsfähigkeit der iPS-Zellen zu testen, gaben die Forscher um Hans Schöler vom Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin in Münster und Martin Zenke von der Universität Aachen ihre Zellen zu achtzelligen Mäuse-Embryonen. Die Zellen integrierten sich. Es kam offenbar gesunder Mäusenachwuchs zur Welt, der sich mit normalen Mäusen kreuzen ließ, berichten die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblattes "Nature". Japanischen Forschern war erstmal die Schaffung von iPS-Zellen gelungen. Sie hatte dazu normale Körperzellen aus der Haut reprogrammiert, indem sie vier Gene einschleusten – darunter das c-Myc-Gen. Dieses Gen erhöht das Risiko, dass iPS-Zellen sich in Krebszellen verwandeln. Und die deutschen Forscher konnten auf das Gen verzichten. Nicht verzichten konnten sie auf den Einsatz von Retroviren als Genfähren. Retroviren gelten als gefährlich, weil sie ihr Erbgut in Zellen einbauen. //[mawi]//

Quelle: Nature-Online; Fachartikelnummer: DOI 10.1038/nature07061

27.06.2008

Biologie Der weltgrößte Fisch wird immer kleiner.

Walhaie vor der australischen Westküste sind heute um durchschnittlich zwei Meter kleiner als noch vor zehn Jahren, berichten australische Forscher im Fachblatt „Biological Conservation“. 300 bis 500 Tiere wurden am Ningaloo Riff in Westaustralien beobachtet. Im Jahr 1995 waren die Tiere im Mittel sieben Meter lang und 2004 nur noch gute fünf Meter. Verantwortlich dafür ist nach Ansicht der Forscher die Überfischung. So kehrten vor allem große Weibchen von ihren Wanderungen nicht mehr zurück. Das erkläre auch den Bestandsrückgang am Ningaloo Riff um vierzig Prozent, schreiben die Forscher. Da in Australien der Fang von Walhaien untersagt ist, werden die Tiere möglicherweise in Gewässern vor Südostasien oder im Indischen Ozean gefangen. //[ssu]//

Paläontologie Eine Erbgutanalyse bringt den Stammbaum der Vögel durcheinander.

Die klassische Einteilung aller Vögel in Land-, Wasser-, und Küstenvögel entspricht nach Ansicht eines internationalen Forscherteams nicht den wahren Verwandtschaftsverhältnissen. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“ schreiben, haben sie das Erbgut von 169 Vogelarten untersucht und festgestellt, dass zum Beispiel Flamingos nur sehr entfernt mit anderen Wasservögeln verwandt sind und der Kuckuck kaum genetische Ähnlichkeit mit anderen Landvögeln aufweist. Dagegen seien der klassischen Einteilung nach sehr unterschiedliche Arten wie Specht und Eulen sehr nah miteinander verwandt. //[sey]//

Planetologie Der Marsboden enthält Pflanzennährstoffe.

Die an Bord der US-Sonde „Phoenix“ analysierten Bodenproben enthalten Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Natrium. Das teilten Wissenschaftler der Universität von Arizona mit. Außerdem sei der Marsboden mit einem pH-Wert von 8 bis 9 leicht basisch und enthalte relativ viel Salz. Insgesamt ähnele er in seiner chemischen Zusammensetzung den trockenen Hochtälern der Antarktis, so die Forscher. Für Leben schädliche Giftstoffe seien nicht gefunden worden. Allerdings fehle in den Proben auch organischer Kohlenstoff - der Grundbaustein aller irdischen Lebewesen. //[sey]//

Medizin Aids erreichte die Menschheit schon Anfang des 20. Jahrhunderts.

Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass sich erst 1931 der erste Mensch mit der Immunschwächekrankheit infizierte. Nach genetischen Untersuchungen verschiedener Varianten des Aids-Erregers HIV kommen US-amerikanische Forscher jetzt aber im Fachmagazin „Science“ zu dem Schluss, dass die genetische Vielfalt innerhalb des häufigsten HIV-Typs, HIV-1, bereits Anfang der 60er Jahre schon so groß war, dass seit dem Auftreten beim Menschen mehr als die bislang vermuteten 30 Jahre vergangen sein mussten. Die Forscher untersuchten außerdem die Pendants der HI-Viren beim Affen, die SI-Viren. Sie entdeckten dass SIV erst seit etwa 200 Jahren bei Affen auftritt und nicht wie vermutet schon seit Millionen von Jahren. Bislang war man davon ausgegangen, dass Affen aufgrund der langen Anpassungszeit immun gegen SIV geworden sind. Wenn der Erreger aber erst seit kurzem Affen befällt müssen andere Faktoren für ihre Immunität verantwortlich sein. Und diese könnten nach Ansicht der Forscher neue Therapieansätze gegen Aids aufzeigen. //[sey]//

Medizin Eine Studie zweifelt die Zuverlässigkeit von Dopingtests an.

Dänische Forscher haben acht Studenten das Blutdopingmittel Epo auf ähnliche Weise verabreicht, wie Sportler es benutzen, die betrügen wollen. In den ersten zwei Wochen gaben sie hohe Dosen, danach immer geringere. Während der siebenwöchigen Behandlung nahmen sie regelmäßig Urinproben und ließen diese von zwei Labors auswerten, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada akkreditiert sind. Wie die Forscher im „Journal of applied physiology“ schreiben, fielen die Messungen der beiden Labors völlig unterschiedlich aus und beide konnten nach den ersten beiden Wochen mit Intensiv-Doping nur noch in den wenigsten Proben das Blutdopingmittel nachweisen. //[sey]//

Umwelt Der Klimawandel verändert küstennahe Lebensgesellschaften.

Vor der Küste des amerikanischen Bundesstaates Rhode Islands hat die Anzahl der Fischarten in den letzten 50 Jahren deutlich abgenommen. Gleichzeitig leben dort immer mehr wirbellose Tiere wie Krebse und Tintenfische. Das entdeckten Forscher der Universität von Rhode Island als sie die Ergebnisse von seit 1959 wöchentlich stattfindenden Bestandsaufnahmen analysierten. Wie sie im „Canadian Journal of fishery and aquatic sciences“ berichten, habe außerdem die Anzahl kleiner, wärmeliebender Arten zugenommen, während große, kälteliebende Arten immer seltener werden. Verantwortlich dafür sei in erster Linie das seit den 50er Jahren um zwei Grad wärmer gewordene Oberflächenwasser. //[sey]//
26.06.2008

Raumfahrt Deutscher Kleinsatellit soll kosmische Geschosse aufspüren.

Nach Modellrechnungen gibt es mehr als 1000 Asteroiden in der Erdumlaufbahn, die einen Durchmesser von über 100 Metern haben. Da sie von der Erde aus besonders schwer zu sichten sind, will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sie nun mit einem neuen Kleinsatelliten aufspüren. Denn: Asteroiden gelten als potenzielle Gefahrenquelle. Im Herbst soll mit der Entwicklung des Kleinsatelliten begonnen werden. //[tj]//

Paläontologie Der älteste Vierbeiner der Erdgeschichte wurde in Lettland entdeckt.

Das Fossil ist 365 Millionen Jahre alt. Es zeigt Schädel, Schulter und Teile der Hüfte von einem Tier mit dem lateinischen Namen //Ventastega curonica//. Dieses Tier lebte im Wasser und endete vermutlich in einer evolutionären Sackgasse. Das berichtet das Fachmagazin "Nature". Dennoch werfe der Fund ein neues Licht auf den Übergang von Fischen zu Tetrapoden - das sind Tiere mit vier Gliedmaßen, zu deren Nachfahren Amphibien, Vögel und Säugetiere zählen. Der Ventastega war mehr Tetrapode als Fisch und verfügte über Stummelgliedmaße. Sie wurden zwar nicht gefunden, die Forscher schlossen aber aus der Form von Hüften und Schultern auf deren Vorhandensein. //[tj]//

Technik RFID-Chips können ohne Vorwarnung medizinische Geräte ausschalten.

RFID-Chips arbeiten nicht über Sicht oder Berührung, sondern können über Funk Objekte erkennen. Die winzigen Mikrochips werden mittlerweile vielfältig eingesetzt: in Mautsystemen, Containersiegeln, Bekleidungsetiketten und allen neuen Reisepässen. Jetzt hat eine neue Studie herausgefunden, dass die RFID-Chips medizinische Geräte gefährlich beeinflussen. Forscher der Universität Amsterdam testeten auf einer Intensivstation 41 Geräte. Das Ergebnis, das sie in der Fachzeitschrift "JAMA" veröffentlichen, besagt: Die elektromagnetischen Wellen der Chips tun mehr als sie sollen: Sind sie in Reichweite von medizinischen Geräten, dann schaffen sie es, Beatmungsmaschinen und Dialysegeräte auszuschalten. Dennoch sollen die Funkchips in Kliniken eingesetzt werden. //[tj]//

Astronomie Riesenkrater auf dem Mars entdeckt.

Astronomen haben auf dem Mars die mit Abstand größte Einschlagspur eines Asteroiden in unserem Sonnensystem identifiziert. Das so genannten Borealis-Becken auf dem Mars zeuge von einer gigantischen Kollision vor rund vier Milliarden Jahren. Diese bereits seit 1984 diskutierte These sei jetzt durch Modellrechnungen bestätigt worden, schreibt das Fachmagazin "Nature". Danach wurde der Mars vor spätestens 3,9 Milliarden Jahren in einem Winkel von 45 Grad von einem rund 2000 Kilometer großen Objekt getroffen. Eines der größten Rätsel in der Geschichte der Marsforschung scheint damit gelöst: Seit Jahrzehnten hatten sich Wissenschaftler gefragt, warum die Nordhalbkugel des Mars so glatt und eben sei und die Südhalbkugel so rau und bergig. //[tj]//

Quelle: Nature Bd 453 S. 1212, 1216,1220

Raumfahrt Nasa präsentiert die Mondrakete der Zukunft

Heute hat die US-Raumfahrtbehörde eine neue Version der geplanten Rakete "Ares V" vorgestellt. Sie soll 2020 Astronauten zum Mond bringen. Die Rakete soll jetzt 116 Meter hoch werden und eine um sieben Tonnen größere Nutzlast ins All bringen als zunächst geplant. Dazu wird sie sechs statt fünf Starttriebwerke bekommen und auch die beiden zusätzlichen Feststoffraketen an der Seite werden nun größer ausfallen. //[tj]//

Biologie Lemuren riechen auf der rechten Seite anders als auf der linken.

Wissenschaftler von der Universität Florenz haben sieben männliche Lemuren im Labor untersucht und kamen zu einem ungewöhnlichen Resultat: Die Feuchtnasenaffen auf Madagaskar produzieren je Körperhälfte andere Gerüche. So unterschieden sich die Drüsensekrete vom rechten und linken Arm der einzelnen Tiere ebenso stark voneinander wie die Düfte verschiedener Individuen. Erstaunlich sei, dass die Lemuren aus der gleichen Drüsenart je Körperseite unterschiedliche Geruchscocktails absondern, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie vermuten, dass sich hinter dem Doppel-Duft eine Täuschungsstrategie verbirgt. Wenn jedes Tier einer Gruppe zwei Duftmarken hinterlässt, glauben benachbarte Affengruppen es lebten doppelt so viele Tiere im anderen Revier. //[tj]//
25.06.2008

Medizin Gefriergetrocknete Blutplättchen sollen die Wundheilung ankurbeln.

Forscher der Universität von Kalifornien in Davis arbeiten an Wundverbänden mit gefriergetrockneten Bluttplättchen. Dazu isolierten sie die Blutplättchen zunächst, gaben Zucker sowie ein Verdickungsmittel hinzu. Dann wurde dem Gemisch beim Gefriertrocknen etwa 95 Prozent des Wasseranteils entzogen. Wichtig sei, dass die Plättchen intakt blieben, sonst könnten die Zellen nach dem Auftragen auf eine Wunde keine Wachstumsfaktoren zur Wundheilung abgeben. Die Forscher, heißt es im Wissenschaftsmagazin "New Scientist", wollen jetzt ausprobieren, ob Blutungen sich schneller stoppen lassen, wenn das Blutplättchen-Pulver direkt auf die Wunde aufgetragen wird - oder ob es besser ist, das Pulver in Wundverbände einzuarbeiten. //[mawi]//

Medizin Chopins Herz könnte das Geheimnis seines Todes verraten.

Polnische Mediziner wollen klären, ob der polnische Pianist und Komponist Frédéric Chopin tatsächlich wie bislang angenommen an Tuberkulose starb oder an Mukoviszidose. Die Beschwerden und Krankheiten, unter denen Chopin litt, deuteten eher auf eine Mukoviszidose hin. Er war seit frühester Kindheit schwach, neigte zu Infekten und Husten. Als Erwachsener wog Chopin bei 1,70 Meter Körpergröße nur 40 Kilogramm. Klarheit könnte jetzt ein Gentest bringen. Chopin war auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt worden, doch sein Herz ruht in Cognac konserviert in einer Warschauer Kirche. Über den Antrag der Ärzte, dem Herzen Chopins Gewebeproben entnehmen zu dürfen, hat das polnische Kulturministeriums aber bislang noch nicht entschieden. //[mawi]//

Genetik Das Leben hinterlässt Spuren auf dem Erbmolekül.

Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben genetische Proben von Menschen aus dem Jahr 1991 untersucht und mit Proben aus den Jahren 2002 bis 2005 verglichen. Bei jedem zweiten Probanden stellten sie fest, dass sich im Laufe der Jahre das so genannte epigenetische Muster verändert hatte. Wenn epigenetische Markierungen an wichtigen Stellen der DNA verloren gehen oder an der falschen Stelle angebracht sind, fallen wichtige Steuerungsfunktionen weg und Krankheiten können entstehen - wie Krebs oder Diabetes. Die Studie zeige, dass im Alter das normale epigenetische Muster verloren gehe, so die Forscher im Fachblatt JAMA. Sie wollen sich jetzt genauer ansehen, welche Erbgutstellen besonders häufig betroffen sind. Möglicherweise könne dies helfen, Krankheiten zu erklären, die besonders häufig im Alter auftreten. //[mawi]//

Medizin Eine Checkliste soll Operationen sicherer machen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hofft, mit einer Sicherheits-Checkliste die Zahl der Todesfälle und schweren Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen senken zu können. Im Fachblatt "The Lancet" heißt es, etwa die Hälfte der Todesfälle und Komplikationen wäre vermeidbar, wenn einfache Sicherheitsvorschriften eingehalten würden. Die Checkliste sieht unter anderem vor, dass vor einer Operation alle bekannten Allergien des Patienten notiert werden und dass zum Abschluss eines Eingriffs alle medizinischen Instrumente, Nadeln und Tupfer gezählt werden, Die Checkliste wurde von Medizinern der US-amerikanischen Harvard University zusammengestellt. Sie soll weltweit und unter verschiedensten sanitären Bedingungen anwendbar sein. Weltweit werden jährlich etwa 234 Millionen größere Operationen durchgeführt. In Entwicklungsländern sterben bei schweren Eingriffen zwischen 10 bis 15 von 100 Patienten. In Industriestaaten liegt die Todesrate bei 0,4 bis 0,8 Prozent. //[mawi]//

Archäologie In Troja läuft die vorerst letzte Grabungskampagne.

Nach gut 20 Jahren werden die Grabungen in der antiken Stadt Troja im Nordwesten der Türkei in diesem Herbst voraussichtlich abgeschlossen. Projektleiter Ernst Pernicka kündigte heute in Tübingen an, es werde noch der weitere Verlauf eines Befestigungsgrabens im Osten der Stadt gesucht. Die Lage des Grabens sei entscheidend für die Frage, wie weit sich die Unterstadt Trojas ausgedehnt habe. 25 Hektar Siedlungsfläche seien schon gesichert. Sollten es aber 35 Hektar sein, käme Troja an die größte spätbronzezeitliche Siedlung in Knossos auf Kreta heran, so Pernicka. Von einem - so wörtlich - "Kuhdorf" könne man dann nicht mehr sprechen. //[mawi]//

Forschungspolitk Es gibt weiterhin keine Klarheit über das europäische Stammzell-Patent.

Das Europäische Patentamt in München hat gestern eine auf zwei Tage angesetzte Anhörung bereits nach einem Tag abgeschlossen. Die Entscheidung über die Patentierbarkeit embryonaler Stammzellen hat das Patentamt vertagt - ein Termin wurde nicht genannt. Der US-amerikanische Stammzellenforscher James Thomson will sein Forschungsverfahren, und damit auch die Zellen selbst, patentieren lassen. 1998 war es ihm als erstem Wissenschaftler gelungen, menschliche embryonale Stammzellen zu kultivieren. Die Grundsatzentscheidung des Europäischen Patentamtes würde sich auf rund 100 weitere Patentanträge auswirken. //[mawi]//
24.06.2008

Umwelt Das Atommülllager Asse II soll geschlossen werden

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Forschungsministerin Annette Schavan wollen eine Arbeitsgruppe einsetzen, die mögliche Schließungskonzepte prüfen soll. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Salzlauge in dem Atommüllager bei Wolfenbüttel stark radioaktiv belastet ist. Die zulässigen Grenzwerte sollen um das acht- bis neunfache überschritten sein. Die Arbeitsgruppe soll sowohl die notwendigen rechtlichen Genehmigungen für das künftige Verfahren, als auch die Fehler im bisherigen Betrieb klären, sagten die Minister bei einem Krisentreffen in Berlin. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Medizin Pizzagewürze lindern Entzündungen

Das berichten schweizerische und deutsche Forscher in der Fachzeitschrift PNAS. Verantwortlich für die entzündungshemmende Wirkung sei der Stoff Beta-Caryophyllen, der in vielen Gewürzpflanzen wie Oregano, Basilikum, Rosmarin, Zimt oder Pfeffer vorkommt. Die Forscher entdeckten, dass dieser Wirkstoff an bestimmte Rezeptoren in der Zellmembran andockt und dadurch das Verhalten der Zelle so verändert, dass diese weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aussendet. Sie behandelten Mäuse, die eine entzündliche Schwellung an der Pfote hatten mit Beta-Caryophyllen. In 70 Prozent der Fälle klang die Schwellung daraufhin ab. Experimente an Mäusen zeigten nach Aussage der Forscher außerdem, dass die Substanz auch bei Osteoporose wirksam ist. //[seyn]//

Quelle: dpa, pnas

Biologie Krokodile verabreden ihre Geburt

Mit Rufen verständigen sich Krokodilbabys noch im Ei mit ihren Geschwistern auf einen gemeinsamen Schlüpftermin. Das haben französische Forscher herausgefunden und im Fachblatt Current Biology beschrieben. Sie spielten einer Gruppe von Eiern eine Minute lang die wie "Umpf" klingenden Rufe vor und beobachteten anschließend, dass alle Krokodilbabys innerhalb von zehn Minuten schlüpften. Wurden die Eier gar nicht oder mit beliebigem Lärm beschallt, zog sich das Schlüpfen der Geschwister über fünf Stunden hinweg. Durch die Absprache und das gleichzeitige Schlüpfen erhöhen die Neugeborenen ihre Überlebenschancen, vermuten die Forscher, da die erwachsenen Tiere sie so besser schützen können. //[seyn]//

Quelle: Current Biology, wissenschaft.de

Archäologie Die Odyssee endete am 16. April 1178 vor Christus

Das schreiben argentinische und US-amerikanische Astronomen in der Zeitschrift Proceedings Of The National Academy Of Sciences – PNAS. Sie hatten verschiedene Aussagen zu Himmelsereignissen aus Homers Odyssee analysiert, um herauszufinden, an welchem Tag Odysseus seine Heimat erreichte. Homer zufolge war dieser Zeitpunkt gekennzeichnet durch eine Sonnenfinsternis, sowie durch eine hoch am Firmament stehende Venus und zwei Sternenkonstellationen, die gleichzeitig am Himmel sichtbar waren: der Sternhaufen der Plejaden und das Sternenbild des Bärenhüters. Außerdem stand der Merkur, dem Schriftsteller zufolge, nahe des westlichen Endes seiner Umlaufbahn. Da all diese Ereignisse nur ein einziges Mal im selben Muster auftreten, konnten die Forscher Odysseus Heimkehr auf den Tag genau datieren. Ihrer Ansicht nach unterstützen diese Ergebnisse die generelle Glaubwürdigkeit von Homers Epos. //[seyn]//

Quelle: pnas, wissenschaft.de

Medizin Betäubungsmittel können Schmerzen verstärken

Einige gängige Narkosemittel aktivieren schmerzempfindliche Nervenzellen und verursachen dadurch stärkere Wundschmerzen nach Operationen und eine allgemeine Erhöhung der Schmerzempfindlichkeit. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin PNAS. Bei Untersuchungen an Nervenzellen und Mäusen sahen die Forscher, dass die Substanzen in schmerzempfindlichen Nervenzellen Signale auslösen, indem sie auf zwei Rezeptoren namens TRPA1 und TRPV1 einwirken. Diese Moleküle sind auch für die Schmerzen bei Kontakt mit Hitze oder scharfen Stoffen verantwortlich. Die Forscher empfehlen, bei der Narkose zusätzliche Substanzen zu verabreichen, die diese Rezeptoren blockieren und damit den Schmerz mindern. //[seyn]//

Quelle: PNAS, wissenschaft.de

Umwelt Japan verkauft mehr Walfleisch als erlaubt

Der Internationale Tierschutzfonds hat 99 Walfleischprodukte von japanischen Märkten genetisch analysiert und festgestellt, dass das Fleisch von 15 verschiedenen Finnwalen stammte. Offiziell habe Japan aber nur 13 erlegte Finnwale gemeldet, hieß es auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission in Santiago de Chile. Japan darf zu Forschungszwecken Finnwale erlegen und deren Fleisch später auch verkaufen, muss aber die Zahl der getöteten Tiere melden. Dass Fleisch von mehr Tieren verkauft wurde, als offiziell getötet wurden lässt sich nach Ansicht des Internationalen Tierschutzfonds nur dadurch erklären, dass Japan entweder nicht alle getöteten Wale melde oder die illegale Jagd nicht unterbinden könne. //[seyn]//

Quelle: dpa

Sicherheit Russland bereitet sich auf einen Militäreinsatz in der Arktis vor

Russlands Militär hat eigenen Angaben zufolge mit der Ausarbeitung möglicher Kriegspläne für die Arktis begonnen. Das Verteidigungsministerium habe sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem neben Russland auch die anderen Arktis-Anrainerstaaten Ansprüche auf Teile des Arktischen Ozeans und die darunter vermuteten Rohstofflagerstätten angemeldet haben, heißt es in der russischen Militärzeitung Krasnaja Swesda. //[seyn]//

Quelle: dpa

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