Freitag, 15.11.2019
 
Seit 16:10 Uhr Büchermarkt
11.07.2005

Biologie BSE-Lebendtest wurde in Großstudie erprobt.

Ein an der Universität Göttingen entwickelter BSE-Test an lebenden Rindern ist zum ersten Mal in einer großen Studie getestet worden. Dabei gelang es dem Test, unter etwa 1000 Tieren vier BSE-Rinder aufzuspüren. Der Test weist kleine Schnipsel des Erbmoleküls DNS im Blutserum der Tiere nach. Die Schnipsel treten immer dann auf, wenn eine Zelle belastet wird und in Stress gerät. Diese so genannten Gen-Marker sind aber nicht nur typisch für BSE, sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Nach Einschätzung seiner Entwickler ist der Test dazu geeignet, Risiko-Rinder in Herden frühzeitig zu erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. Für eine Routineuntersuchung zur Kontrolle auf BSE ist der Test allerdings nicht geeignet. Die Zahl der Fehlalarme ist mit 0,5 Prozent zu hoch. Die BSE-Quote liegt in Deutschland deutlich unter 0,1 Prozent. Der Test würde also weit mehr Fehlalarme liefern als tatsächliche BSE-Nachweise. möglicherweise reagiert er auf viele Krankheiten, die mit Zellstress einhergehen.

Quelle: ml

Biologie Spermien entpuppen sich als Musterknaben.

Ab einer bestimmten Dichte im Wasser ziehen sich die Samenfäden wie von Geisterhand an - sie rotten sich in kleinen Gruppen zusammen, stimmen den Schlag ihrer Geißeln aufeinander ab und drehen sich im Kreis. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden beobachtet. Die Forscher hatten Seeigel-Spermien untersucht, die sich im Wasser mit Eizellen vereinen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Science", Band 309, Seiten 300 bis 303, schreiben, lassen sich die dynamischen Muster physikalisch erklären: mit Hilfe der so genannten Hydrodynamik. Wird es für die Spermien zu eng, beeinflussen die Strömungen, die durch den Geißelschlag entstehen, die Fortbewegung der Nachbarzelle. Auch andere biologische Organellen bilden – unter bestimmen Voraussetzungen - Muster, zum Beispiel die Flimmerhärchen in der Lunge.

Quelle: kar

Medizin Mediziner lüften den Mechanismus des Sars-Virus.

Ein internationales Forscherteam hat auf der Oberfläche von Körperzellen ein Enzym entdeckt, also einen Katalysator, der chemische Reaktionen steuert. Dieses Enzym mit Namen ACE 2 soll eigentlich vor Infektionen schützen, es wird vom Sars-Virus aber blockiert. Das berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Nature Medicine". Bei Versuchen mit Mäusen stellten die Forscher fest, dass sich mit Hilfe des Enzyms der Zustand von erkrankten Tieren spürbar verbesserte. Das Enzym lässt sich deshalb möglicherweise bei einer Therapie einsetzen gegen Sars, Vogelgrippe oder Milzbrand.

Quelle: kar

Medizin Gene haben mehr Einfluss auf den Cholesterinspiegel als Sport.

Davon sind Forscher des Lawrence Livermore National Laboratory überzeugt. Die Wissenschaftler hatten Zwillingspaare untersucht, bei denen der eine sehr sportlich war, der andere jedoch nicht. Aßen die Geschwister eine ausgesucht fette Diät, waren die Folgen, so schreiben die Forscher im "American journal of clinical nutrition" bei beiden gleich: der Cholesterinspiegel stieg an, entweder stark oder schwach. Die Forscher schließen daraus, dass in erster Linie die Erbanlagen über den Cholesterinspiegel entscheiden. Trotz dieser Studie werben die Wissenschaftler aber generell für eine gesunde Lebensweise mit fettarmem Essen und Sport.

Quelle: kar

Physik Das Blau des Himmels entsteht im Auge des Betrachters.

Das berichten Forscher aus den USA in der Zeitschrift "American Journal of Physics", Band 73, Seite 5990. Demnach erhält der Himmel seine Farbe durch die Wellenlänge, die am stärksten in der Lufthülle gestreut wird. Das ist vor allem kurzwelliges Licht; doch das ist nicht nur blau, sondern auch violett. Das menschliche Auge aber nehme bestimmte Mischungen unterschiedlicher Wellenlängen nur als eine Farbe wahr, schreiben die Physiker. Und deshalb erscheine uns der Himmel nur blau, obwohl er auch eine violette Färbung hat.

Quelle: kar

Astronomie m Weltall strahlt eine geheimnisvoll Quelle.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat das Geheimnis dieser Quelle gelüftet. Wie die Astronomen in "Science Express" berichten, handelt es sich vermutlich um einen Mikroquasar, der aus zwei Sternen besteht. Einer davon hat seinen gesamten Energievorrat bereits verbrannt und ist zu einem sehr dichten Kern zerfallen. Daraus ist dann entweder ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch entstanden. Und das saugt fortlaufend Materie von seinem Nachbarstern ab. Der Mikroquasar ist eine neuartige Quelle hochenergetischer Gammastrahlen, der die Forscher nun weiter auf den Grund gehen wollen.

Quelle: kar

Astronomie Tempel 1 fasziniert die Astronomen.

Genauer gesagt, die Bilder der Kometenkollision vergangene Woche. Die Wissenschaftler in Pasadena haben die rund 4.500 Fotos grob gesichtet, die bei dem Aufprall gemacht wurden. Demnach ist der Krater, den das Projektil gerissen hat, offensichtlich fast 250 Meter breit. Der Staub, der bei dem Aufprall aufgewirbelt wurde, war außerdem extrem feinkörnig. Das haben Messungen ergeben. Die Wissenschaftler vermuten, dass Tempel 1 über einen sehr langen Zeitraum entstanden ist. Durch die Auswertung der Fotos wollen die Forscher mehr über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erfahren.

Quelle: kar

08.07.2005

Raumfahrt Der dritte Weltraumtourist startet im Herbst.

An Bord der russischen Raumkapsel, die im Oktober zur Raumstation ISS starten wird, soll auch der Amerikaner Gregory Olsen ins All fliegen. Der Privatmann beabsichtigt, eine Woche an Bord der Raumstation ISS zu bleiben und dann wieder zur Erde zurückzukehren. Das teilte die russische Raumfahrtagentur mit. Allerdings will der Amerikaner nicht nur die Aussicht genießen: Nach Auskunft von Rossiakosmos plant Olsen Experimente mit Kristallen. Der Flug kostet den Amerikaner rund 16 Millionen Euro.

Quelle: gät

Biologie Eine Tiefseequalle jagt mit rotem Leuchtfeuer.

Eine Tiefseequalle jagt Fische mit rotem Licht. Das berichten Forscher des Monterey Bay Aquariums im Fachblatt „Science“ nach einer Untersuchung von Exemplaren der Gattung Erenna. Für Biologen ist dieses Ergebnis in dreifacher Sicht überraschend: Zum einen können nur sehr wenige Tiefseelebewesen rotes Licht erzeugen, zum zweiten wird Licht in der Tiefsee in erster Linie zur Verteidigung und nicht zum Jagen genutzt und zum dritten ernähren sich die Staaten-Quallen dieser Gattung in der Regel von Krustentieren, nicht von Fisch.

Quelle: gät

Biologie Auch Fische haben ein Protein für eine chemische Heizung.

Bislang gingen Biologen davon aus, dass nur Säugetiere über eine chemische Heizung verfügen. Dabei sorgt eine bestimmte Gruppe von Proteinen dafür, dass in den Mitochondrien Wärmeenergie frei gesetzt wird. Dieser Prozess habe den Säugetieren einen Vorteil beim Überleben in kalten Regionen verschafft. Wissenschaftler der Universität Marburg haben jetzt jedoch Proteine der gleichen Gruppe auch bei Fischen entdeckt. Da diese Tiere sich von der Entwicklungslinie, die zum Säugetier führte, bereits vor 420 Millionen Jahre abgekoppelt haben, muss diese Proteingruppe unabhängig von den Säugetieren entstanden sein, so die Forscher. Wozu diese Proteine den Fischen dienen, ist allerdings noch unklar: Prinzipiell könnten sich die Tiere damit ebenso warm halten wie Säugetiere; die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Fische nur einzelne Gewebeteile heizen.

Quelle: gät

Physik Vom Pentaquark fehlt noch immer jede Spur.

Das Pentaquark ist eine Verbindung von fünf Elementarbausteinen, den Quarks. Eine solche Verbindung hatten Physiker vor zwei Jahren zum ersten Mal beobachtet. Seitdem versuchen Forscher, einen weiteren Beweis für das Pentaquark zu finden. Physiker des Thomas Jefferson Laboratoriums in Virginia, USA, veröffentlichten jetzt das Ergebnis ihrer Suche. Die Forscher haben zehnmal so viele Daten wie bisher gesammelt. Trotzdem fanden sie keine Spur der aus fünf Quarks bestehenden Verbindung. Weil die Datenmenge dieser Versuchsreihe größer ist als alle vorangehenden, kommt diesem Ergebnis ein besonders großes Gewicht zu. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass es unter bestimmten Bedingungen ein Pentaquark geben kann.

Quelle: gät

Forschungspolitik Bioethik-Journale sollten keine industriefinanzierten Artikel veröffentlichen.

Davon zeigt sich das britische Fachblatt „The Lancet“ überzeugt. Das Blatt weist als Begründung darauf hin, dass eine Finanzierung von Medizinern durch Unternehmen die Ärzte oft beeinflusst: die Ärzte verschreiben zum Beispiel tendenziell mehr Medikamente des betreffenden Unternehmens. Ähnliches sei bei industriegeförderter Ethik-Forschung zu erwarten. Weil es derzeit aber nicht üblich ist, dass die Autoren von Ethik-Studien auf eine Förderung durch ein Unternehmen hinweisen müssen, könne der Leser dieser Studien nicht beurteilen, ob der Autor unter Umständen beeinflusst worden sei. Auch eine Veröffentlichungspflicht werde allerdings dieses Problem nicht lösen, ergänzt das Fachblatt.

Quelle: gät

Biologie Sieben Strukturen machen ein Skelett aus Glas stabil.

Der Gieskannenschwamm bildet aus Glas ein praktisch unzerbrechliches Skelett. Wie diese Robustheit entsteht, haben jetzt Forscher des Max-Planck Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und Kollegen im Fachblatt „Science“ beschrieben: das Skelett besteht aus insgesamt sieben verschiedenen Strukturen unterschiedlicher Größe. Grundlage sind Nanopartikel, die zu Lamellen und Fasern zusammengesetzt werden. Diese werden zu Stäben verbunden, dann zu einem Netz verwoben, durch Rippen verstärkt und schließlich zu einem Konus geformt. Wie die einfachen Tiere diese komplexe Form zusammensetzen können, ist den Forschern allerdings unbekannt. Die Wissenschaftler hoffen, aus dem Glasskelett neue Prinzipien für die Materialforschung ableiten zu können.

Quelle: gät

07.07.2005

Biologie Viele Nachkommen allein garantieren noch nicht die Erhaltung der Art.

Ob eine bestimmte Tierart von einer anderen verdrängt wird und ausstirbt, hängt auch davon ab, wie schnell sich der Bestand jener Art nach einem ersten Einbruch wieder erholt. Das schreiben Wissenschaftler des Max-Planck Instituts für molekulare Genetik in Berlin sowie Forscher aus Göttingen im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society: B". Bislang hatten Biologen vermutet, dass die Art überlebt, die sich am schnellsten vermehrt. Das Wissenschaftlerteam führt jedoch Berechnungen an, die belegen, dass die Geschwindigkeit, mit der sich ein Bestand erholt, entscheidend ist für das Überleben einer Art. Dabei kann sich auch eine Art behaupten, deren eigentlich Wachstumsrate niedriger ist als die des Konkurrenten. Die Forscher bezeichnen diese Fähigkeit als Robustheit oder evolutionäre Entropie einer Art.

Quelle: apr

Biologie Das Auge achtet vor allem auf Änderungen.

Von allen Informationen, die das Auge aufnimmt, erreicht offenbar nur ein Teil tatsächlich das Sehzentrum im Gehirn. Das schreiben Forscher der Harvard University im Fachblatt "Nature". Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie die Lichtreize eines Musters in der Netzhaut in elektrische Impulse umgewandelt und weiter geleitet werden. Dabei stellten sie fest, dass ein Teil der Nervenzellen in der Netzhaut Informationen unterdrückt: Bestand das Muster überwiegend aus waagerechten Linien, reagierten die Zellen in erster Linie auf die senkrechten Striche. Die Forscher sind überzeugt, dass diese Auswahl der Netzhaut die Verarbeitung von optischen Reizen erheblich beschleunigt. Biologen hatten bereits vermutet, dass die Nervenzellen in der Netzhaut einen Teil der aufgenommenen Informationen unterdrücken.

Quelle: gät

Informationstechnik Das Bankkonto der Zukunft erhält ein digitales Schloss.

Der Schlüssel zum Schloss könnte im Mobiltelefon integriert werden, berichtet der Online-Informationsdienst "Heise.de". Das teilten Industrieforscher aus Japan mit. Will der Besitzer Geld von seinem Konto abheben, schickt er zunächst vom Mobiltelefon aus ein Passwort an den Rechner der Bank. Dieser gibt dann die Karte des Besitzers zum Geldabheben frei. Nach dem Vorgang wird das Konto wieder geschlossen. Mit dem Sicherungssystem sollen die Konten vor Dieben geschützt werden, die mit gefälschten Karten oder gestohlenen PIN-Nummern Geld abheben wollen.

Quelle: gät

Technik Prozessoren folgen ähnlichen Mustern wie das Wetter.

Davon sind Forscher des staatlichen Französischen Forschungsinstituts für Information und Automation in Orsay nach Angaben des "New Scientist" überzeugt. Die Wissenschaftler hatten ein einfaches Programm in einem Simulator - mit dem normalerweise Mikroprozessoren entworfen und getestet werden - mehrmals hintereinander laufen lassen. Dabei stellten die französischen Wissenschaftler fest, dass die Test-Läufe unterschiedlich lang dauerten. Allerdings folgten diese unterschiedlichen Längen offenbar in einem chaotischen Muster aufeinander, dem auch die Wetterentwicklung unterliegt. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass ein Rechenprozess in einem komplexen Prozessor auch von dessen Zustand beeinflusst wird.

Quelle: gät

Biologie Ein aggressives Vogelgrippevirus hat Zugvögel in China infiziert.

Das berichten zwei Forscherteams aus China in den Fachblättern "Nature" und "Science". Die Wissenschaftler hatten Wildgänse untersucht, die im Westen Chinas tot aufgefunden worden waren. Dabei entdeckten sie eine aggressive Variante des Vogelgrippevirus H5N1. Im Tierversuch zeigte sich, dass Mäuse, die mit dieser Variante infiziert wurden, innerhalb von wenigen Tagen verendeten; Hühner innerhalb von 20 Stunden. Die Forscher befürchten, dass das Virus von den Zugvögeln in ganz Asien und darüber hinaus verbreiten werden könnte.

Quelle: gät

Medizin Die Vorgänge bei Multipler Sklerose könnten enträtselt werden.

Forscher des Max-Planck Instituts für Neurologie in Martinsried haben zum ersten Mal beobachtet, was bei Multipler Sklerose im Gehirn passiert. Bei dieser Krankheit greifen T-Zellen auch im Gehirn die Umhüllungen von Nervenzellen an. Wie die Forscher im Fachblatt "Journal of Experimental Biology" schreiben, bewegt sich dabei ein Teil diese Zellen sehr schnell durch das Nervengewebe, während andere sich um bestimmte Synapsen anlagen und schwingen. Die Forscher vermuten, dass es ihnen gelungen ist, einen Vorgang der Krankheit zu beobachten. Sie hoffen jetzt, einen Therapieansatz entwickeln zu können.

Quelle: mst

Klimaforschung Italien wird heiß und trocken.

Das berichtet die italienische Wissenschaftszeitschrift "Le Scienze". Demnach hat das staatliche Wissenschaftsinstitut CNR die Aufzeichnungen von 50 Klimastationen ausgewertet, die sein mehr als zwei Jahrhunderten Wetterdaten sammeln. Dabei zeigte sich, dass die Durchschnittstemperatur um rund vier Grad gestiegen ist. Gleichzeitig fiel - vor allem in Süditalien -- immer weniger Regen. Die Forscher des CNR befürchten daher, dass fast ein Drittel Süditaliens sich in eine Wüste verwandeln könne.

Quelle: mig

06.07.2005

Biologie DFG stellt Untersuchung gegen Leibniz-Preisträgerin ein.

Die Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die das vermutete wissenschaftliche Fehlverhalten der Trägerin des Leibniz-Forschungspreises Stefanie Dimmeler untersuchte, hat das Verfahren gegen die Professorin eingestellt. Wie die DFG gestern mitteilte, trage die Molekularbiologin an einigen Unregelmäßigkeiten bei Publikationen ihres Instituts keine Schuld. Der Grund des Verfahrens waren irrtümlich vertauschte Bilder. Diese waren bei Veröffentlichungen in Fachzeitschriften aufgetreten. Anschließend hat die Forscherin lauf DFG entsprechende Berichtigungen publiziert und die Experimente wiederholt, bei denen sie die gleichen Ergebnisse erhielt. Mit dieser Entscheidung kann die Frankfurter Professorin jetzt über die 1,55 Millionen Euro des höchstdotierten deutschen Förderpreises verfügen. Den Preis bekam Dimmeler für ihren Beitrag zum Verständnis von Blutgefäßen und deren Verkalkung. Diese Arbeiten waren die Grundlage für erste klinische Studien zur Stammzelltherapie bei Infarktpatienten. Dimmeler hatte die Auszeichnung vorerst ruhen lassen und war der Preisverleihung am 2. März in Berlin ferngeblieben.

Quelle: mst

Informatik Das Europaparlament lehnt die EU-Richtlinie zu den Softwarepatenten ab.

Und zwar mit überwältigender Mehrheit von 648 zu 14 Stimmen. Nach der Ablehnung gilt für Computersoftware weiter das Urheberrecht. Damit schützt es wie bisher nur den konkreten Programmiercode, nicht jedoch die Idee oder das Verfahren an sich. Mit diesem Entschluss kann Software nicht generell patentiert werden. Nur wenn eine Erfindung einen technischen Marktwert besitzt, wie etwa das Programm einer Waschmaschine, ist ein Patent möglich.

Quelle: mst

Medizin Aspirin schützt nicht vor einer Krebserkrankung.

Das schlussfolgern Wissenschaftler der Harvard Medical School nach einer 10-jährigen Studie. Wie die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Science" schreiben, hemmt Aspirin zwar das intrazelluläre Enzym Cyclooxygenase, das eine entscheidende Rolle bei der Entzündungsreaktion spielt. Der vermutete Schutz gegen Krebs konnte aber nicht nachgewiesen werden. Bei ihren Untersuchungen hatten die Wissenschaftler mehr als 40.000 gesunde Frauen über 45 Jahre untersucht, die täglich eine Tablette nahmen, die entweder 100 Milligramm Aspirin, Vitamin E oder ein Placebo enthielt.

Quelle: mst

Genetik Der Ursprung des Quaggas ist geklärt.

Damit haben molekulargenetische Untersuchungen des Smithsonian-Instituts in Washington die Verwandtschaftsverhältnisse des bereits vor 150 Jahren ausgestorben Zebras geklärt. Wie die Forscher in einer Online-Vorabveröffentlichung der Fachjournals "Proceedings of the Royal Society" schreiben, stammten die Proben für die Erbgutanalysen von 13 ausgestopften Museums-Tieren. Bei ihren Untersuchungen konnten sie vier typische Erbgutmuster identifizieren, von denen das älteste vor rund 290.000 Jahren entstanden sein muss. Demnach waren die Quaggas eine Unterart des Steppenzebras. Durch ihre Isolation von anderen Zebras entwickelte sich auch deren typische Fellfärbung mit einem gestreiften Vorderleib und einem einfarbigen Hinterteil.

Quelle: mst

Genforschung Der allergikerfreundliche Apfel ist in Reichweite.

Das hoffen Forscher der Universität Wageningen in den Niederlanden. Ihnen gelang es, 26 Gene in Äpfeln zu bestimmen, die eine wichtige Rolle bei allergischen Patienten spielen. 18 dieser entdeckten Gene kodieren für ein Protein mit Namen "Mal d1". Auf dieses reagieren rund zwei Prozent der Westeuropäer allergisch, schreiben die Wissenschaftler heute in einer Pressemittelung der Universität. Jetzt arbeiten die Forscher in einem EU-Projekt daran, diese Gene gezielt auszuschalten, um so den ersten allergiefreien Apfel zu züchten.

Quelle: mst

05.07.2005

Medizin Ein Gen entscheidet mit darüber, wie schnell eine Leberzirrhose entsteht.

In Mäusen haben Genetiker der Universitäten Bonn und Aachen entdeckt, dass eine bestimmte Variante des so genannten "C 5"-Gens für einen schnelleren Umbau von Lebergewebe in Narbengewebe sorgt: eine Leberzirrhose. Das C5-Gen spielt eine Schlüsselrolle für die Regulation von Entzündungsreaktionen. Bei chronischen Virus-Infektionen der Leber kann eine starke Entzündungsreaktion auf Dauer eher schaden als nützen. Im Fachblatt "Nature Genetics" berichten die Forscher, dass auch Menschen die bei den Mäusen entdeckte Gen-Variante besitzen. Die Forscher haben ein Eiweißmolekül entwickelt, das die fortschreitende Vernarbung der Leber abbremsen könnte. Der Wirkstoff ist allerdings noch nicht am Menschen getestet worden. Quelle: idw-Ticker

Quelle: mawi

Anthropologie Amerika war vielleicht doch früher bewohnt als gedacht.

Britische Archäologen haben in einem Steinbruch nahe der zentralmexikanischen Stadt Puebla menschliche Fußabdrücke ausgegraben. Die fossilen Überreste der Fußspuren warne durch eine harte Schicht Vulkangestein konserviert worden. Wahrscheinlich hatten Menschen das Ufer eines Vulkansees kurz vor einem weiteren Vulkanausbruch passiert. Ein internationales Geo-Archäologen-Team kam zu dem Schluss, dass die Spuren mindestens 40.000 Jahre alt sind. Möglicherweise seien die ersten amerikanischen Siedler auf dem Wasserweg nach Amerika gekommen, so die Forscher. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die ersten Siedler erst vor 11.000 bis 13.000 Jahren zu Fuß über die Beringstrasse einwanderten. Quelle: Royal Society London

Quelle: mawi

Biologie Australische Biologen entdeckten eine neue Delfinart.

Nach Angaben der Forscher lebt das stumpfflossige Tier in flachen Küstengewässern vor der australischen Nordküste und wahrscheinlich auch vor Papua-Neuguinea. Die Ergebnisse von DNA-Tests hätten bestätigt, dass es sich um eine bisher unbekannte Delfinart handele. Wie viele der Stumpfflossen-Delfine es gibt, konnten die Forscher bisher nicht ermitteln.

Quelle: mawi

Medizin Ein Nachrichtenstoff warnt vor aggressiven Tumoren.

Nervenzellen verständigen sich untereinander mit chemischen Verbindungen. Einer dieser so genannten Neurotransmitter mit Namen Gamma-Amino-Butter-Säure – kurz: GABA - ist in besonders hoher Konzentration auch in bestimmten Tumoren zu finden, berichten US-amerikanische Mediziner der Washington University, Saint Louis, im Fachblatt PNAS. Erhöhte GABA-Werte seien bei besonderen Formen von Lungen-, Schilddrüsen und Prostata-Krebs gefunden worden. Je höher der GABA-Wert, um so aggressiver sei der Tumor und um so eher bilde er Tochtergeschwülste aus, so die Forscher. Im Tierversuch wollen die Forscher jetzt erproben, ob die Tumore weniger aggressiv sind, wenn die GABA-Produktion der Krebszellen medikamentös gedrosselt wird.

Quelle: mawi

Medizin Ein Australier erhält einen "bionischen Arm" - made in Germany.

Ein Zugführer aus Australien, der vor zehn Jahren bei einem Zugunglück einen Arm verlor, hat eine neuartige in Deutschland entwickelte Armprothese erhalten. Der so genannte "Dynamic Arm" ist mit einem Motor in der künstlichen Hand ausgestattet. Die bionische Prothese besitze sechsmal mehr Kraft als herkömmliche Prothesen, teilte ein Mediziner der Caulfied-Klinik in Melbourne heute mit. Dabei sei sie etwa ein Viertel leichter, dreimal so schnell und könne eine wesentlich größere Last heben als Vorgängermodelle. Der Patient müsse etwa eine Woche trainieren, um sich an den neuen künstlichen Arm zu gewöhnen.

Quelle: mawi

Umwelt In den Niederlanden töten Windräder jährlich 50.000 Vögel.

Das ergab eine gemeinsame Untersuchung des Energiekonzerns Nuon und des niederländischen Vogelschutzbundes. Die Zahl getöteter Vögel sei weitaus niedriger als bislang angenommen. Auffällig sei auch, dass große Windräder kaum mehr Vögel töten als kleine. Zum Vergleich: In den Niederlanden kommen durch den Autoverkehr jährlich etwa zwei Millionen Vögel ums Leben, sagen Schätzungen.

Quelle: mawi

MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk