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15.07.2005

Medizin Händewaschen kann Kinderleben retten.

Das berichten Mitarbeiter der US-Seuchenbehörde CDC im Fachblatt „The Lancet“, Band 366, Seite 225. Die Forscher hatten ein Jahr lang Seife an 600 Familien in Karachi verteilt und diese ermuntert, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Bei einem Vergleich mit anderen Familien zeigte sich, dass sich die Zahl von Durchfall- und Atemwegserkrankungen bei Kindern um die Hälfte reduziert hatte. Jede Familie einmal in der Woche zu besuchen, ist allerdings zu teuer. Die Wissenschafter wollen daher nach billigeren Wegen suchen, das Händewaschen zu propagieren.

Quelle: gät

Informationstechnik Magnet-Speicher Chips werden immer schneller.

Konventionelle Speicherchips müssen mit Strom versorgt werden, damit die Informationen erhalten bleiben. Bei Magnet-Speicherchips dagegen werden die Informationen durch die Ausrichtung von winzigen Partikeln dauerhaft gespeichert. Ein Computer ist damit nach dem Einschalten ohne zu booten sofort betriebsbereit und verbraucht deutlich weniger Strom. Allerdings dauerte es bis jetzt länger, um die Information dem Partikel aufzuprägen, weil diese nach dem Schreiben sozusagen magnetisch nachschwingen. Forscher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig haben jetzt eine Technik entwickelt, mit der diese magnetische Anregung auf dem ganzen Chip unterdrückt wird. Damit könnten sich Informationen genau so schnell wie auf den schnellsten konventionellen Chips speichern lassen.

Quelle: gät

Neurologie Nerven kommunizieren nicht nur über die Synapsen.

Biologen gingen bis jetzt davon aus, dass Informationen zwischen Nervenzellen nur über die Synapsen ausgetauscht werden. Das sind die verdickten Enden der Zellen, die von einem winzigen Spalt getrennt werden. Durch diesen Spalt diffundiert ein Botenstoff zur nächsten Nervenzelle und löst dort einen Reiz aus. Forscher des Salk Instituts in den USA beschreiben im Fachblatt „Science“, Band 309, Seite 446, jetzt jedoch einen anderen Weg, auf dem Signale im Gehirn übertragen werden. Durch Untersuchungen und Simulationen der Signalvermittlung in den Nervenzellen vom Huhn konnten die Wissenschaftler zeigen, dass ein Teil der Botenstoffe an den Synapsen vorbei freigesetzt und empfangen wird. Die Forscher schließen daraus, dass Nervenzellen - entgegen der Lehrmeinung - mehrere Möglichkeiten haben, miteinander zu kommunizieren.

Quelle: gät

Archäologie Archäologen finden vier mittelalterliche Papstsiegel in einer Latrine.

Die Siegel sind aus Blei und messen etwa 3,5 Zentimeter. Sie wiegen mehr als 50 Gramm und stammen aus der Zeit von Papst Bonifatius IX. Gefunden wurden die Siegel von Archäologen bei Ausgrabungen auf dem Gelände der Universität Greifswald in einem zeitgenössischem Latrinenschacht. Die Forscher vermuten daher, dass die Siegel noch während des oder kurz nach dem Pontifikat im Unrat landeten. Ob es sich dabei um ein Versehen handelte, ließen die Wissenschaftler offen.

Quelle: gät

Umwelt Eissturmvögel tragen Industriegifte in die Arktis.

Das notieren Forscher aus Kanada im Fachblatt „Science“, Band 309, Seite 445. Bislang hatten Wissenschaftler vermutet, dass Schadstoffe wie DDT oder Hexa-Chlorbenzol durch Luftströmungen in den hohen Norden geweht werden. Die Ergebnisse der Studie legen jedoch nahe, dass viele Schadstoffe von Tieren wie den Eissturmvögeln verschleppt werden. Diese fressen weit im Süden Seetiere, die bereits hoch belastet sind. Anschließend fliegen die Tiere nach Norden zu ihren Nistplätzen und scheiden dort die hoch belasteten Reste ihre Nahrung wieder aus. Dieser Schadstoff-Transport schadet auch den Menschen: So zählen Eskimos zu den am stärksten belasteten Menschen der Welt.

Quelle: gät

14.07.2005

Medizin Aidstherapie zum Discountpreis.

Die thailändische Regierung will Hunderttausenden Aids-Kranken Zugang zu einer bezahlbaren Behandlung verschaffen. Etwa 500.000 HIV-Kranke können ab Oktober in den Krankenhäusern des Landes eine Anti-Retroviral-Therapie für umgerechnet etwa 60 Euro-Cent pro Besuch bekommen, teilte das Bangkoker Gesundheitsministerium heute mit. Die dafür benötigten Medikamente würden in Thailand günstig als Generika hergestellt. Nach Angaben aus Bangkok ist das Projekt in der Welt einmalig. Das Angebot richte sich an HIV-Kranke, bei denen die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Als Gradmesser dient der Wert der CD4-T-Zellen im Blut, die von dem HI-Virus besonders stark angegriffen werden. Für die Generika werden Medikamente internationaler Pharmafirmen in heimischen Labors billig kopiert. Vor allem bei US-Pharmakonzernen hatte dies einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Quelle: dk

Astronomie Gasplanet erstaunt Astronomen.

Ein US-Astronom hat einen rätselhaften heissen Planeten in einem System mit drei Sonnen entdeckt. Der Gasplanet hätte nach den gängigen Theorien gar nicht entstehen dürfen. Anziehungskraft und Hitze der drei Sonnen in diesem System hätten das nach den gängigen Theorien verhindern müssen, schreibt der Forscher vom California Institute of Technology in Pasadena in der britischen Fachzeitschrift Nature, Band 436, Seite 230. Als Mindestabstand für die Entstehung von Gasplaneten gilt nach den bisherigen Theorien die 2,7-fache Distanz Erde-Sonne. Erst hinter dieser Grenze kann sich demnach ein Eiskern formen, an dem dann Gas kondensiert. In dem Dreifachsternsystem beträgt die Entfernung jedoch nur die Hälfte dessen. Die geschätzte Zahl der Planeten bei anderen Sternen müsste dann nach oben korrigiert werden.

Quelle: dk

Geologie Phuket hat sich verschoben.

Das Erdbeben, das im Dezember die Tsunami-Katastrophe in Asien auslöste, hat einen weit größeren Riss am Grunde des Indischen Ozeans erzeugt als angenommen. Statt anfangs vermuteter 450 Kilometer sei der Graben 1000 Kilometer lang, heisst es in einer im britischen Wissenschaftsblatt "Nature" veröffentlichten Untersuchung eines Geologenteams. Bei dem Beben am 26. Dezember 2004 wurde dabei der unterseeische Rand der Asiatischen Platte zusätzlich zur Nordverschiebung um zehn Meter angehoben. Zudem veränderte sich die Lage mehrerer Orte in der Region deutlich Die thailändische Ferieninsel Phuket verschob sich durch das Beben um 27 Zentimeter, die malaysische Insel Langkawi um 17 Zentimeter. Schon zehn Minuten nach Beginn des Bebens sei es bei den Messpunkten in Thailand zu Verschiebungen gekommen. Selbst an bis zu 3000 Kilometer entfernten Orten seien noch Bewegungen zwischen fünf und zehn Millimetern registriert worden. Die Messungen wurden mit dem GPS-System durchgeführt.

Quelle: dk

Umwelt Mit Benzin am Arbeitsplatz lebt es sich gefährlicher.

Benzindämpfe aus Zapfsäulen können bei dauerhaftem Einatmen das Unfallrisiko mehr als verdoppeln. Das haben die Unfalldaten von 20.000 Arbeitnehmern in Taiwan gezeigt, die von der taiwanesischen Nationaluniversität in Taipeh ausgewertet wurden. Über die Studie berichtet das britische Magazin "New Scientist", Nummer 2508, Seite 16. An Zapfsäulen Beschäftigte hatten demnach auf dem Heimweg 2,4 Mal mehr Unfälle als Büroangestellte. Die seit 1997 auch in Deutschland vorgeschriebenen Absauganlagen für Benzindämpfe schalten das zusätzliche Risiko der Studie zufolge effektiv aus.

Quelle: dk

Medizin Akupunktur hilft bei Arthrose.

Akupunktur kann die Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern. Das ist das Ergebnis einer Studie der Charité - Klinik in Berlin mit 300 Arthrose-Patienten, die jetzt in der Fachzeitschrift "Lancet" publiziert wurde. Ein einmaliger Akupunkturzyklus bringt den Patienten demnach nachweislich eine spürbare Besserung für die Dauer von mindestens acht Wochen. Die Studie belegt auch, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob die Nadeln an richtigen Akupunkturpunkten gesetzt werden oder nur zum Schein an der Oberfläche. Die 300 Patienten mit chronischen Schmerzen wurden nach dem Zufallsprinzip auf echte und Scheinakupunktur verteilt sowie nicht behandelt. Die mit echter Akupunktur behandelten Menschen hatten deutlich weniger Beschwerden.

Quelle: dk

Paläontologie Dinosaurier holten ähnlich Luft wie die Vögel.

Ähnlich komplex wie das der heute lebenden Vögel war das Atmungssystem der Dinosaurier. Sie besaßen zahlreiche bis in die Knochen reichende Luftsäcke zur Unterstützung der Atmung. Darauf deuten die Ergebnisse zweier amerikanischer Forscher hin, die eine Reihe von Dinosaurierknochen untersucht haben. Sie sind in der aktuellen Nature, Band 436, Seite 253 veröffentlicht. Luftsäcke ziehen sich beinahe durch den ganzen Körper von Vögeln. Diese Konstruktionen ermöglichen es den Tieren, einen nahezu konstanten Luftfluss sowohl beim Ein- wie auch beim Ausatmen aufrecht zu erhalten, was einen optimalen Gasaustausch gewährleistet. Die Forscher verglichen Aufbau der fossilen Knochen aus zahlreichen Museen mit dem moderner Vögel und untersuchten, wie das Luftsacksystem in das Skelett an Nacken, Brustkorb und Hüfte vorgedrungen war. Dabei gab es eindeutige Ähnlichkeiten zu denen der Vögel. Deren Atemsystem ist also entstanden, lange bevor sich die Vögel als Art entwickelt haben.

Quelle: dk

Medizin Essstörungen treten immer früher auf.

Essstörungen bei Jugendlichen treten nach einer Studie schon im jüngeren Alter auf als bislang bekannt. Vor allem bei der Bulimie sei das Alter der Ersterkrankten um etwa drei Jahre auf 15- bis 16-jährige gesunken. Das geht aus einer Studie der Universität Halle hervor. Laut Untersuchung seien bei zehn Prozent der Mädchen und zwei Prozent der Jungen bulimische Verhaltens- und Denkweisen festzustellen. Jeder siebte Jugendliche trage mittlerweile ein Magersuchtrisiko, auch Jungen seien zunehmend betroffen. Risikofaktoren für Essstörungen seien unter anderem ein instabiles Selbstwertgefühl sowie ein ausgeprägtes Schlankheitsideal.

Quelle: dk

13.07.2005

Mikrobiologie Elektronenfluss hält Bakterien am Leben.

Forscher der Züricher Hochschulen haben die atomare Struktur zweier Eiweiße bestimmt, die eine wichtige Rolle bei der anaeroben Energiegewinnung des weitverbreiteten Bakteriums //Escherichia coli// spielen. Darüber berichtet die amerikanische Wissenschaftszeitschrift "Structure", Band 13, Ausgabe 7. Dabei konnten die Forscher zeigen, wie Elektronen von Protein zu Protein übertragen werden, um letztlich das für die Atmungskette des Bakteriums wichtige Protein Cytochrom c funktionsbereit zu machen. Untersucht haben die Forscher speziell zwei Schlüsselproteine, deren Zusammenwirken bei der Reifung von Cytochrom c bisher umstritten war. Beide Eiweiße bilden dabei einen Komplex. Es zeigte sich auch, dass eines der Proteine strukturell so flexibel ist, dass es mit Proteinen ganz unterschiedlicher Stoffwechselwege interagieren kann. Die Ergebnisse aus Zürich sind deshalb von grundlegender Bedeutung, denn das bessere Verständnis der anaeroben Energiegewinnung von Bakterien, also unter Luftabschluss, ist eine Voraussetzung, um krankheitserregende Bakterien besser bekämpfen zu können.

Quelle: dk

Biologie Auch in der Tiefsee gibt es einen Tagesrhythmus.

Das berichtet ein Tübinger Wissenschaftler nach Abschluss einer Forschungsreise. Unterhalb von 1000 Metern lebende Arten, die ohne Sonnenlicht auskommen müssen, orientieren sich offenbar an den Mondphasen. Auf der Reise des US-Forschungsschiffes "New Horizon" entdeckten die Forscher in den Zirbeldrüsen von Tiefseefischen den Botenstoff Melatonin, der auch im menschlichen Hirn den Tag- und Nachtrhythmus steuert. Dabei hat sich gezeigt, dass bodenlebende Arten wie Tiefseeaale oder Grenadierfische nicht die Sonne als Rhythmusgeber haben, sondern den Mond, dessen Phasen sie durch die Strömungswechsel der Gezeiten wahrnehmen. Die Änderungen der Strömungsrichtung werden vom Seitenliniensystem und durch Änderungen bestimmter Signal- und Geruchsstoffe wahrgenommen.

Quelle: dk

Medizin Ein Fehler im Signalweg lässt den Krebs entstehen.

Forscher der Universität Zürich haben den Mechanismus des so genannten "Wnt- Signalweges" ein Stück weiter aufgeklärt. Dieser regelt die Kommunikation der Zellen untereinander. Fehler in diesem Signalweg können zu Krebs führen. Die Forschungsgruppe konnte nun zeigen, dass ein bestimmtes Protein zuständig für die Aktivierung der Kommunikation von Zellen untereinander ist. Diese Kommunikation ist wichtig, damit sich die Zellen richtig verhalten und ihr entsprechendes genetisches Programm abrufen. Diese Erkenntnis soll neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Krebs liefern. Die Studie wurde in der Wissenschaftszeitschrift "Current Biology", Band 15, Ausgabe 13, publiziert. Mutationen von Komponenten des so genannten "Wnt-Signalweges" sind die Ursache für gut 90 Prozent der auftretenden Fälle von Dickdarmkrebs.

Quelle: dk

Medizin Schwankender Luftdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkte.

Sinkt der Luftdruck plötzlich ab, ist die Gefahr eines Herzinfarkts besonders hoch. Aus diesem Grund sind im Winter mehr Herzinfarkte zu verzeichnen, da in der kalten Jahreszeit der Luftdruck stärker schwankt. Das berichten US-Mediziner vom Scott & White Hospital in Temple im "American Journal of Cardiology", Band 96, S. 45. Sie stützen ihre Aussage auf die Daten von über 2000 Herzpatienten und den entsprechenden Wetterlagen. Die Kälte an sich sei nicht das Problem, denn auch an warmen Orten wie Hawaii kommt es laut der Studie im Winter vermehrt zu Herzattacken. Verantwortlich sei daher der Umgebungsdruck. Je drastischer der Druck sinkt, desto größer ist das Risiko, am nächsten Tag einen Herzinfarkt zu erleiden, zeigten die Ergebnisse. Verantwortlich seien Ablagerungen in den Blutgefäßen. Bei einem Druckabfall könnten sie sich in den Arterien lösen und so einen Herzinfarkt verursachen.

Quelle: dk

Medizin In Europa sterben noch immer viele Frauen an Lungenkrebs.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Italien und der Schweiz nach einer umfangreichen vergleichenden Studie. Demnach, so meldet der Internetdienst "wissenschaft.de", ist die Zahl der Todesfälle pro 100.000 Frauen aufgrund dieser Krebserkrankung in den meisten Ländern in den vergangenen zwanzig Jahren stetig gestiegen. Die Trends in einigen Ländern geben allerdings auch Grund zur Hoffnung, berichten die Wissenschaftler. In den EU-Ländern ist die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs bei Frauen zwischen 1990 und 2000/2001 um 16 Prozent gestiegen. Sechs Länder weisen hingegen in diesem Jahrzehnt einen Abfall der Zahlen auf darunter England und Russland. In weiteren Ländern wie Italien und den Niederlanden nehmen die Sterbefälle bei jüngeren Frauen die ab. Dies gebe Anlass zu der Hoffnung, dass in Europa der Höhepunkt der Entwicklung bereits erreicht sei. Anders als in den USA Dort führt Lungenkrebs gegenüber anderen Tumorarten bei Frauen am häufigsten zum Tode.

Quelle: dk

Physik Warmes Licht aus der LED.

Chemiker aus Münster, München und Freiburg haben eine weiße LED-Lichtquelle mit außergewöhnlicher Farbbrillanz hergestellt. Dem Team gelang es, zwei neuartige orangerote und gelbgrüne Phosphore auf der Basis von Silizium und Stickstoff und dem fluoreszierenden Element Europium zu entwickeln. Diese Leuchtquellen wurden mit einer blauen LED kombiniert. Das Ergebnis sei eine warmweiße Lichtquelle mit hoher Effizienz und exzellenter Farbbrillanz, so die Forscher. Die Firma Lumileds Lighting, der größte amerikanische Leuchtdiodenhersteller, wird diese LEDs auf den Markt bringen.

Quelle: dk

12.07.2005

Biologie Fruchtfliegen auf Speed balzen ohne Ende.

Die synthetische Droge Methamphetamin - auch "Speed" genannt - wirkt bei der Fruchtfliege //Drosophila melanogaster// ähnlich wie bei Menschen: Sie werden wacher, unruhig und werben fieberhaft - wenn auch meist erfolglos - um einen Sexual-Partner. Das berichten US-amerikanische Neurowissenschaftler aus Kalifornien im Fachjournal "Current Biology", Band 15, Seite 1165. Die Studie veranschauliche, dass der Botenstoff Dopamin eine entscheidende Rolle bei der Regulierung von Schlaf, Wachphasen und Erregung spiele. Bei gentechnisch veränderten Fruchtfliegen, die kein Dopamin herstellten, zeigte Methamphetamin keine Wirkung im Gehirn. Für ein normal funktionierendes Gehirn sei die richtige Dopamin-Balance unerlässlich - für Menschen wie Fruchtfliegen. Das Steuersystem durch Dopamin habe sich wahrscheinlich sehr früh in der Evolution entwickelt, so die Forscher.

Quelle: mawi

Biologie Eine vorgetäuschte Paarung macht Hennen treu.

Wenn ein Hahn sich mit einer Henne paart, kommt es nicht immer zu einem Samenerguss. Durch dieses so genannte "Aufreiten" verstärke der Hahn aber die Treue des Weibchens und erhöhe so seine Chancen, Vater des nächsten Kükens zu werden, berichten britische Biologen im Fachblatt "Current Biology". Für zwei bis vier Tage ließen sich Hennen kaum mit anderen Hähnen ein. Selbst wenn es zu einer Paarung mit einem anderen Männchen komme, werde deutlich weniger Samen übertragen, fanden die Biologen heraus.

Quelle: mawi

Medizin Cholesterin senkende Medikamente schützen nicht vor Demenz.

Die so genannten "Statine" besitzen einen entzündungshemmenden Effekt und behindern die Produktion des Blutfettes Cholesterin. Mediziner glaubten deshalb, die Medikamente könnten auch vor der Entstehung von Alzheimer und anderen Formen von Demenz schützen. Diese Annahme haben jetzt der "New York Times" zufolge US-amerikanische Forscher in einer Studie mit knapp 3.000 Teilnehmern widerlegt. Auch Patienten, die Statine in hohen Dosen eingenommen hatten, bekamen statistisch gesehen ebenso häufig eine Demenz, wie Kontrollpersonen, die noch nie in ihrem Leben Cholesterin senkende Medikamente eingenommen hatten.

Quelle: mawi

Medizin Es scheint "gute" und "böse" Blutgerinnungs-Faktoren zu geben.

Der Blutgerinnungsfaktor XII spielt bei der Heilung von Wunden keine große Rolle. Dafür aber bei der Entstehung von gefährlichen Blutgerinnseln, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen. Zu dieser Neuberwertung des Faktors XII kommen experimentelle Bio-Mediziner des Rudolf-Virchow-Zentrums in Würzburg nach Experimenten an Mäusen. Möglicherweise könne es künftig gelingen, bei Herzinfarkt-gefährdeten Menschen den Faktor XII gezielt zu blockieren und so der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen. Quelle: dw-Ticker

Quelle: mawi

Medizin Der Beipackzettel von Viagra wird vor möglichen Sehstörungen warnen.

Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn teilte mit, nach den USA werde auch die Europäische Union künftig stärker vor den Gefahren von Viagra und anderen Potenzpillen für die Sehkraft warnen. Bei der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA werde bereits über Änderungen des bisher nur sehr allgemein gehaltenen Beipackzettels beraten. In den USA sind die Hersteller von Viagra sowie zwei weiteren Potenzmitteln nach einer Anordnung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA bereits verpflichtet, mit Packungsaufklebern vor einer möglichen Erblindung zu warnen.

Quelle: mawi

11.07.2005

Biologie BSE-Lebendtest wurde in Großstudie erprobt.

Ein an der Universität Göttingen entwickelter BSE-Test an lebenden Rindern ist zum ersten Mal in einer großen Studie getestet worden. Dabei gelang es dem Test, unter etwa 1000 Tieren vier BSE-Rinder aufzuspüren. Der Test weist kleine Schnipsel des Erbmoleküls DNS im Blutserum der Tiere nach. Die Schnipsel treten immer dann auf, wenn eine Zelle belastet wird und in Stress gerät. Diese so genannten Gen-Marker sind aber nicht nur typisch für BSE, sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Nach Einschätzung seiner Entwickler ist der Test dazu geeignet, Risiko-Rinder in Herden frühzeitig zu erkennen, lange bevor erste Symptome auftreten. Für eine Routineuntersuchung zur Kontrolle auf BSE ist der Test allerdings nicht geeignet. Die Zahl der Fehlalarme ist mit 0,5 Prozent zu hoch. Die BSE-Quote liegt in Deutschland deutlich unter 0,1 Prozent. Der Test würde also weit mehr Fehlalarme liefern als tatsächliche BSE-Nachweise. möglicherweise reagiert er auf viele Krankheiten, die mit Zellstress einhergehen.

Quelle: ml

Biologie Spermien entpuppen sich als Musterknaben.

Ab einer bestimmten Dichte im Wasser ziehen sich die Samenfäden wie von Geisterhand an - sie rotten sich in kleinen Gruppen zusammen, stimmen den Schlag ihrer Geißeln aufeinander ab und drehen sich im Kreis. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden beobachtet. Die Forscher hatten Seeigel-Spermien untersucht, die sich im Wasser mit Eizellen vereinen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Science", Band 309, Seiten 300 bis 303, schreiben, lassen sich die dynamischen Muster physikalisch erklären: mit Hilfe der so genannten Hydrodynamik. Wird es für die Spermien zu eng, beeinflussen die Strömungen, die durch den Geißelschlag entstehen, die Fortbewegung der Nachbarzelle. Auch andere biologische Organellen bilden – unter bestimmen Voraussetzungen - Muster, zum Beispiel die Flimmerhärchen in der Lunge.

Quelle: kar

Medizin Mediziner lüften den Mechanismus des Sars-Virus.

Ein internationales Forscherteam hat auf der Oberfläche von Körperzellen ein Enzym entdeckt, also einen Katalysator, der chemische Reaktionen steuert. Dieses Enzym mit Namen ACE 2 soll eigentlich vor Infektionen schützen, es wird vom Sars-Virus aber blockiert. Das berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Nature Medicine". Bei Versuchen mit Mäusen stellten die Forscher fest, dass sich mit Hilfe des Enzyms der Zustand von erkrankten Tieren spürbar verbesserte. Das Enzym lässt sich deshalb möglicherweise bei einer Therapie einsetzen gegen Sars, Vogelgrippe oder Milzbrand.

Quelle: kar

Medizin Gene haben mehr Einfluss auf den Cholesterinspiegel als Sport.

Davon sind Forscher des Lawrence Livermore National Laboratory überzeugt. Die Wissenschaftler hatten Zwillingspaare untersucht, bei denen der eine sehr sportlich war, der andere jedoch nicht. Aßen die Geschwister eine ausgesucht fette Diät, waren die Folgen, so schreiben die Forscher im "American journal of clinical nutrition" bei beiden gleich: der Cholesterinspiegel stieg an, entweder stark oder schwach. Die Forscher schließen daraus, dass in erster Linie die Erbanlagen über den Cholesterinspiegel entscheiden. Trotz dieser Studie werben die Wissenschaftler aber generell für eine gesunde Lebensweise mit fettarmem Essen und Sport.

Quelle: kar

Physik Das Blau des Himmels entsteht im Auge des Betrachters.

Das berichten Forscher aus den USA in der Zeitschrift "American Journal of Physics", Band 73, Seite 5990. Demnach erhält der Himmel seine Farbe durch die Wellenlänge, die am stärksten in der Lufthülle gestreut wird. Das ist vor allem kurzwelliges Licht; doch das ist nicht nur blau, sondern auch violett. Das menschliche Auge aber nehme bestimmte Mischungen unterschiedlicher Wellenlängen nur als eine Farbe wahr, schreiben die Physiker. Und deshalb erscheine uns der Himmel nur blau, obwohl er auch eine violette Färbung hat.

Quelle: kar

Astronomie m Weltall strahlt eine geheimnisvoll Quelle.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat das Geheimnis dieser Quelle gelüftet. Wie die Astronomen in "Science Express" berichten, handelt es sich vermutlich um einen Mikroquasar, der aus zwei Sternen besteht. Einer davon hat seinen gesamten Energievorrat bereits verbrannt und ist zu einem sehr dichten Kern zerfallen. Daraus ist dann entweder ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch entstanden. Und das saugt fortlaufend Materie von seinem Nachbarstern ab. Der Mikroquasar ist eine neuartige Quelle hochenergetischer Gammastrahlen, der die Forscher nun weiter auf den Grund gehen wollen.

Quelle: kar

Astronomie Tempel 1 fasziniert die Astronomen.

Genauer gesagt, die Bilder der Kometenkollision vergangene Woche. Die Wissenschaftler in Pasadena haben die rund 4.500 Fotos grob gesichtet, die bei dem Aufprall gemacht wurden. Demnach ist der Krater, den das Projektil gerissen hat, offensichtlich fast 250 Meter breit. Der Staub, der bei dem Aufprall aufgewirbelt wurde, war außerdem extrem feinkörnig. Das haben Messungen ergeben. Die Wissenschaftler vermuten, dass Tempel 1 über einen sehr langen Zeitraum entstanden ist. Durch die Auswertung der Fotos wollen die Forscher mehr über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erfahren.

Quelle: kar

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