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01.08.2014

Paläontologie Der Übergang von den Dinosauriern zu den Vögeln dürfte ungefähr 50 Millionen Jahre gedauer

Diese Abschätzung legt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science" vor. Die Experten präsentieren einen detaillierten Stammbaum der sogenannten Theropoden. Die Körpergröße dieser schwerfälligen Zweibeiner nahm im Lauf der Evolution kontinuierlich ab – von rund 160 Kilogramm bei den frühen Vertretern der Gruppe bis zu ungefähr 800 Gramm beim Urvogel Archaeopteryx. Gleichzeitig veränderte sich das Skelett der Tiere, es entstanden Federn und Schwingen. Dieser Prozess lief vierfach schneller ab als bei anderen Dinosauriern, wodurch sich die Theropoden besser an veränderte Umweltbedingungen anpassen konnten. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1252243

Astronomie Novae senden Gammastrahlen durchs All.

Nicht nur eine Supernova, sondern auch eine klassische Nova erzeugt hochenergetische Gammastrahlung. Das berichtet ein internationales Team von Astronomen im Fachblatt "Science". Eine Nova entsteht in einem Doppelsternsystem, in dem ein eigentlich erloschener Stern durch seinen Begleiter neue Materie erhält. Dadurch setzt die Fusionsreaktion wieder ein, was sich durch einen Helligkeitsausbruch bemerkbar macht. Das System schleudert dabei Materie ins Weltall. Bisher war man davon ausgegangen, dass deren Beschleunigung nicht ausreiche, um Gammastrahlung entstehen zu lassen. Nun aber hat das Fermi-Weltraumteleskop gleich vier Novae beobachtet, bei denen das Sternsystem auch Gammastrahlung aussandte. Die Forscher wagen daher die Hypothese, dass alle klassischen Novae mit diesem Phänomen einhergehen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1253947

Präparation Tote Mäuse lassen tief blicken.

Forschern aus Kalifornien ist es gelungen, das Gewebe eines Mäusekadavers so zu verändern, dass der Körper weitgehend transparent erscheint. Wie sie im Fachblatt "Cell" berichten, dauert die Prozedur ungefähr zwei Wochen. Dabei wird zunächst ein Hydrogel in die Blutbahnen der Mäuse injiziert. Seine Aufgabe besteht darin, das Gewebe zu stützen und die Zellstruktur zu erhalten, während Fettverbindungen mit Hilfe von Reinigungsmitteln aus dem toten Körper ausgeschwemmt werden. Das transparente Gewebe ermögliche Untersuchungsmethoden, die vorher nicht möglich gewesen seien, zum Beispiel zum Erstellen von dreidimensionalen anatomischen Karten. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2014.07.017

Tiergesundheit Umstrittene Antibiotika in der Tierzucht nehmen zu.

2013 wurden in Deutschland weniger Antibiotika für die Tierhaltung abgegeben als in den beiden Vorjahren. Die Menge lag bei rund 1450 Tonnen. Das sind ungefähr 250 Tonnen weniger als im Jahr 2011. Diese Zahlen teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit heute mit. Auf die Wirkstoffklasse der Fluorchinolone entfielen rund dreizehn Tonnen. Hier hat die Menge allerdings zugenommen – von acht Tonnen im Jahr 2011. Ihr Einsatz wird als besonders kritisch eingestuft, da sie in der Humanmedizin als Reserve-Antibiotika gelten. Sie werden bei Menschen für besonders schwere Infektionen verwendet, wenn konventionelle Antibiotika nicht mehr anschlagen. Experten befürchten, dass durch ihre Verwendung in der Tiermast weitere Resistenzen entstehen könnten. [reu]

Quelle: BVL

Raumfahrt Die Nasa möchte Sauerstoff auf dem Mars erzeugen.

Der Nachfolger des Marsrovers "Curiosity" soll im Jahr 2020 sieben verschiedene wissenschaftliche Instrumente mit auf den Roten Planeten nehmen. Das teilte die Nasa gestern in Washington mit. Unter den Geräten befindet sich auch ein Versuchsaufbau, der aus dem Kohlendioxid in der Marsatmosphäre Sauerstoff gewinnen soll. Damit möchte die Nasa erproben, ob sich das CO2 als Sauerstoffquelle eignet für eine Besiedlung des Planeten durch Menschen. Die sieben Forschungsinstrumente hat die Nasa aus insgesamt 58 Vorschlägen ausgewählt. Sie sollen nun an verschiedenen Universitäten in den USA und Europa entwickelt werden. Die Kosten dafür schätzt die Raumfahrtbehörde auf umgerechnet 97 Millionen Euro. [reu]

31.07.2014

Medizin In Südostasien breiten sich gegen Medikamente resistente Malaria-Erreger aus.

Im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" zeigen sich Wissenschaftler alarmiert. Ihrer Studie zufolge breiten sich Malariaerreger aus, die auf das Standardmedikament Artemisinin nicht mehr reagieren. Die Forscher hatten resistente Erreger in den Grenzregionen von Kambodscha, in Myanmar, Thailand und Vietnam nachgewiesen. Auch im Süden von Laos gebe es schon Anzeichen für eine Resistenz. Dies sei dramatisch, da Artemisinin zu den besten Anti-Malaria-Medikamenten gehört habe, schreiben die Forscher. Sie hoffen nun, dass sich die resistenten Erreger nicht von Asien nach Afrika ausbreiten. Eine Maßnahme, um das zu verhindern, sei, die Behandlung mit dem Medikament von bislang drei auf sechs Tage zu verlängern. Denn wenn die Behandlung zu früh beendet wird und Erreger überleben, können sie mutieren und gegen den Wirkstoff immun werden. [tj]

Quelle: DOI: 10.1056/NEJMoa0808859

Anthropologie Das Rätsel der Mumien-Arteriosklerose.

Lange Zeit dachte man, dass Arteriosklerose – zu deutsch Gefäßverkalkungen - eine typische Folge unseres modernen Lebensstils seien: zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, Rauchen– Eine Zivilisationserkrankung eben. Doch im vergangenen Jahr veröffentlichten US-amerikanische Forscher eine Studie , für die sie Mumien aus verschiedenen Kulturen untersucht hatten. Darunter waren zahlreiche ägyptische Mumien, Relikte prähistorischer Menschen aus dem heutigen Peru, den Aleuten und einer Pueblo-Kultur aus Nordamerika. Bei allen Mumien fanden die Forscher überraschenderweise Anzeichen für Arteriosklerose. Und jetzt haben sie eine erste Erklärung: der Rauch der offenen Feuerstellen – der vergleichbar schädlich wie das Tabakrauchen ist - könnte die Arteriosklerose verursacht haben. Aber auch chronische Entzündungen. Viele Kulturen lebten damals in der Nähe von Gewässern, hatten aber weder Kanalisation noch hygienisches Wissen. Die Menschen hielten sich zudem auf engem Raum auf. Mikrobielle Infektionen und anhaltender Parasitenbefall waren die Folge. Da der Körper versucht Infektionen abzuwehren, war der Körper der Menschen damals vermutlich in einem permanenten Entzündungszustand. Und das wiederum hat wohl die Arteriosklerose ausgelöst. [tj]

Quelle: Global Heart

Biologie Tiefsee-Oktopusse halten den Brutrekord.

Wie US-Forscher herausfanden, bebrüten die achtarmigen Kraken aus der Tiefsee ihre Eier viereinhalb Jahre lang. In dieser Zeit bleibt das Weibchen die gesamte Zeit bei dem sich im Ei entwickelnden Nachwuchs und frisst selbst fast nichts. Sobald die Jungkraken geschlüpft sind, stirbt das Weibchen. Das haben die Forscher mit einem Tauchroboter beobachten können. Dieser hatte in einer Tiefseeschlucht vor der kalifornischen Küste einen Tiefsee Oktopus der Art Graneledone boreopacifica entdeckt. Diese im Nordpazifik und im Atlantik verbreitete Krakenart ist knapp zehn Meter lang. Durch das extrem lange Brüten, sind die Jungen beim Schlüpfen schon sehr weit entwickelt und können sofort auf Beutefang gehen. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone0103437

Geologie Asteroiden bombardierten die Erde in ihrer Frühzeit.

Gewaltige Gesteinsbrocken schlugen vor 4,6 bis 4 Milliarden Jahren auf die Erde. Das zeigt eine in "Nature" veröffentlichte Computersimulation der damaligen Zeit. Sie stützt sich auf geologische Daten von Erde und Mond. Danach schlugen im Zeitalter des Hadaikum neben kleineren Meteoriten mindestens vier Himmelskörper auf die Erde, die einen Durchmesser zwischen 1000 und 3000 Kilometern hatten. Da die Erde zunächst nur eine dünne Kruste hatte, verschmolzen sie mit der Erde und vergrößerten sie. Das zumindest vermuten die Forscher des Southwest Research Institute in Boulder, Colorado. Als Folge der gewaltigen Meteoriteneinschläge verdampften alle Ozeane nicht nur einmal sondern mehrfach. Dennoch konnte auf der Erde Leben entstehen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass das aufkeimende Leben widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen war. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13539

Planetologie Der Mond ist keine perfekte Kugel.

Er hat vermutlich eher die Form einer Zitrone und daran ist die Erde schuld, heißt es heute im Fachmagazin "Nature". Denn als der Mond vor etwa 4,4 Milliarden Jahren bei einem Zusammenstoß der jungen Erde mit einem anderen Himmelskörper entstand, da waren mächtige Gravitationskräfte am Werk. Der Mond war damals noch extrem heiß. Die Gravitationskräfte von Erde und Sonne wirkten ungleichmäßig auf das abkühlende weiche Mondgestein und so bildete sich die ungewöhnliche zitronenähnliche Gestalt. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13639

30.07.2014

Physik Schrödingers Katze bekommt eine Schwester.

Ein internationales Forscherteam hat erstmals Elementarteilchen von einer ihren Eigenschaften getrennt. Sie haben Neutronen dazu gebracht, sich entlang eines anderen Weges zu bewegen als ihr magnetisches Moment. Dazu hatten sie zunächst einen Neutronenstrahl an einem Silizium-Kristall aufgesplittet, die Teilchen in einem speziellen Zustand präpariert und dann beide Strahlen wieder vereint. Durch eine Anordnung von Filtern und eine spezielle Auswahl der Neutronen verhielt sich das System so, als wären die Neutronen räumlich von ihrem magnetischen Moment getrennt, wie die Wissenschaftler in "Nature Communications" berichten. Dieses Phänomen bezeichnen sie als Quanten-Grinsekatze. Damit spielen sie auf eine Figur an, die im Roman "Alice im Wunderland" auftaucht: eine Katze, die verschwinden kann, dabei aber ihr Grinsen zurück lässt.
[ar]

Quelle: Nature Communications, Eurekalert, idw, BBC, doi:10.1038/ncomms5492

Biologie Die Schwinge entscheidet über die Effizienz

Wie viel Energie Kolibris brauchen, um an einer Stelle in der Luft zu schweben, hängt von der Form ihrer Flügel ab. Das berichten niederländische und amerikanische Forscher im "Journal of the Royal Society Interface". Lang gestreckte Flügel verbrauchen bei der Abwärtsbewegung deutlich weniger Energie als kurze, breite Schwingen. Das ergaben Messungen der Forscher an 26 Kolibri-Flügeln, die zu 12 verschiedenen Arten gehörten.
[ar]

 

Quelle: Journal of the Royal Society Interface, Science Now, doi: 10.1098/rsif.2014.0585

Biologie Die erste Mückenfabrik in Brasilien öffnet ihre Tore.

In der Nähe von São Paulo wurde gestern die erste Zuchtstation eröffnet, in der gentechnisch veränderte Mücken im industriellen Maßstab herangezogen werden können. Die Insekten sollen dabei helfen, das Dengue-Fieber einzudämmen. In der Fabrik können zunächst rund 500.000 Mücken pro Woche gezüchtet werden. Die Kapazität der Anlage könne aber auf zehn Millionen Exemplare im Monat gesteigert werden, wie die Tageszeitung "O Globo" berichtet. Das Erbgut der männlichen Tiere wird so verändert, dass ihre Nachfahren sich nicht vollständig entwickeln können. Dadurch soll die gesamte Population dezimiert werden. Erste Feldversuche hatten ergeben, dass sich auf diese Weise der Bestand der Mücken um über 80 Prozent reduzieren lässt.

[ar]

Astronomie Die Milchstraße besitzt weniger Masse als von Astronomen bisher angenommen.

Das ergab ein Vergleich mit unserer Nachbargalaxie, dem Andromedanebel. Obwohl beide Galaxien sich in ihrer Form und ihrer Ausdehnung ähneln, besitzt der Andromedanebel rund doppelt so viel Masse wie die Milchstraße. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". Berücksichtigt haben die Wissenschaftler auch die sogenannte Dunkle Materie, die sich vor allem in den äußeren Bereichen von Galaxien befindet. Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge verfügt die Andromeda-Galaxie auch über doppelt so viel Dunkle Materie wie die Milchstraße. Ausgewertet hatten die Forscher bereits veröffentlichte Daten zu dem Abstand und der Geschwindigkeit beider Galaxien zueinander.
[ar]

Quelle: Eurekalert, Alphagalileo, MNRAS, doi:10.1093/mnras/stu879

Psychiatrie Ein Bluttest soll das Suizidrisiko vorhersagen.

Eine chemische Veränderung an einem einzelnen Gen kann eine Aussage darüber machen, wie stark ein Mensch selbstmordgefährdet ist. Das berichten Forscher aus Baltimore im "American Journal of Psychiatry". Sie hatten Menschen untersucht, die durch Suizid aus dem Leben geschieden waren. Bei einigen dieser Menschen war die Aktivität des Gens SKA2 durch eine chemische Markierung deutlich vermindert. Diese Erbanlage spielt eine Rolle dabei, wie gut Menschen Stress verarbeiten können. In einem zweiten Versuch testeten die Forscher das Blut von rund 300 lebenden Probanden auf die Aktivität des Gens. Damit konnten sie mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent vorhersagen, ob eine Testperson einen Suizidversuch hinter sich hatte. Die Forscher betonen, dass es notwendig sei, diese Ergebnisse in einer größeren Studie zu überprüfen.
[ar]

Quelle: American Journal of Psychiatry, Eurekalert, doi:10.1176/appi.ajp.2014.14010008

29.07.2014

Gesundheit Fist-Bump überträgt weniger Keime als Händeschütteln


Das haben britische Forscher in einem Experiment gezeigt. Sie ließen Testpersonen Hände-Schütteln oder einen Fist-Bump vollführen. Als Fist-Bump bezeichnet man den Gruß, bei dem zwei Menschen je eine Faust leicht gegeneinanderschlagen.

Eine Testperson hatte dabei einen sterilen Handschuh an. Die andere trug einen Handschuh, der mit Bakterien verunreinigt war. Die Auswertung der zunächst sterilen Handschuhe zeigte: Beim Fist-Bump wurden gut 90 Prozent weniger Keime übertragen als per Handschlag. Das berichten die Forscher im "American Journal of Infection Control".

Die Studie ist eine Reaktion auf einen Artikel aus dem Medizinjournal "JAMA". Darin plädieren die Autoren dafür, den Handschlag aus den Krankenhäusern zu verbannen, um so die Verbreitung von Infektionen zu vermeiden. [hell]

Quelle: American Journal of Infection Control; doi - 10.1016/j.ajic.2014.04.011

Raumfahrt Mars-Roboter Opportunity stellt Rekord auf

Er hat auf dem Mars mehr als 40 Kilometer zurückgelegt. So weit ist noch kein Roboter auf irgendeinem Himmelskörper gefahren. Das berichtet die US-Raumfahrtbehörde NASA.

Bisheriger Rekordhalter war der sowjetische Roboter "Lunokhod 2". Er hatte in den 70er-Jahren 39 Kilometer auf dem Mond zurückgelegt. Der neue Rekordhalter Opportunity landete 2004 auf dem Mars. Ursprünglich sollte er nur einen Kilometer fahren, heißt es von der NASA. 

Pharmakologie Forscher koppeln Xenon-Atome an Zellen

Dadurch lassen sich diese Zellen bei der Magnetresonanztomographie millimetergenau lokalisieren. Die Wissenschaftler des Leibnitz-Instituts für Molekulare Pharmakologie haben dafür spezielle Sonden konstruiert.

Wie die Forscher im Fachblatt "PNAS" schreiben, docken die Sonden gezielt an bestimmten Eiweißen auf der Zelloberfläche an. So lassen sich etwa Zellen markieren, die bei Entzündungen eine Rolle spielen.

Weil die Sonden leicht veränderte Xenon-Atome enthalten, sind sie – und damit auch die markierten Zellen – auf Bildern der Magnetresonanztomographie gut erkennbar.Bisher lassen sich mit diesem bildgebenden Verfahren kleinste Entzündungen oder Ablagerungen kaum erkennen. Das könnte sich dank der Xenon-Markierung in Zukunft ändern. [hell ]

Quelle: PNAS; doi: 10.1073/pnas.1406797111

Umwelt Umweltverschmutzung kam vor dem Menschen am Südpol an

Ein internationales Forscherteam hat die Bleibelastung in der Antarktis ermittelt. Dafür nahmen die Wissenschaftler 16 Eisbohrkerne, darunter einen am Südpol.

Aus den Daten, die bis ins Jahr 1.600 zurückreichen, rekonstruierten sie, wie sich die Bleiverschmutzung in der Antarktis ausbreitete. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in den "Scientific Reports".

Demnach sprangen die Werte in den 1880er-Jahren, also mehr als 20 Jahre vor dem Wettlauf zum Südpol, um etwa das Sechsfache nach oben. Zur gleichen Zeit begann man in Südaustralien damit, Blei abzubauen und zu verarbeiten.

Anfang des letzten Jahrhunderts erreichten die Blei-Werte einen Höchststand. Den behielten sie lange bei. Sie sanken nur währen der Großen Depression und am Ende des zweiten Weltkrieges. Seit den 90ern nimmt die Blei-Konzentration in der Antarktis ab. Sie ist jedoch immer noch vier Mal höher als vor Beginn der Industrialisierung. [hell]

Psychologie Der erste Eindruck beruht auf den Gesichtszügen des Gegenübers

Und welche Gesichtszüge das sind, ist objektiv messbar. Das haben britische Psychologen in einem Experiment in zwei Schritten gezeigt.

Die Forscher untersuchten Fotos von über 1.000 Gesichtern auf Merkmale wie die Breite der Augenbrauen oder Winkel im Mundbereich. Diese Fotos legten sie Testpersonen zur Beurteilung vor. Die sollten den Gesichtern persönliche Eigenschaften zuordnen.

Es zeigte sich etwa, dass Menschen mit einem großen Mund als besonders zugänglich wahrgenommen werden. Gesichter mit männlichen Zügen hinterlassen einen dominanten Eindruck, schreiben die Forscher im Magazin "PNAS".

In einem zweiten Schritt entwickelten sie computergeneriete Gesichter mit unterschiedlichen Merkmalen. Wieder legten sie die Bilder Probanden vor. Das Ergebnis: Die Befragten nahmen die Bilder in der erwarteten Weise war. Sie ordneten den computergenerierten Gesichtern die persönlichen Eigenschaften zu, die den optischen Merkmalen entsprachen. [hell]

Quelle: PNAS; doi: 10.1073/pnas.1409860111

Raumfahrt Ingenieure testen Harpune für Landung auf Kometen

Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt schossen die Harpune dazu mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde in eine simulierte Kometenoberfläche aus Schaumbeton.

Mit der Harpune soll das Minilabor "Philae" im November auf einem Kometen verankert werden. Das Labor ist zurzeit an Board der Raumsonde "Rosetta" unterwegs. Mit den Daten aus dem Versuch wollen die Forscher die geplante Landung optimieren. [hell]

28.07.2014

Medizin Hepatitis-E Virus wird über Bluttransfusionen weitergegeben

Etwa einer von 3.000 Blutspendern in Großbritannien ist mit dem Hepatitis-E-Virus infiziert, berichten britische Mediziner im Fachblatt "The Lancet". Eine Übertragung des Virus habe in 18 von 43 Fällen stattgefunden, in denen Patienten infiziertes Blut bekamen. Ein Patient entwickelte eine leichte Form von Leberentzündung. Vermutlich gebe es jährlich zwischen 80.000 und 100.000 Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus allein in Großbritannien.

In einem Kommentar fordert Virusexperte Jean-Michel Pawlotsky aus Paris, Spenderblut künftig systematisch auf das Hepatitis-E-Virus zu kontrollieren. Bislang wird dies von offiziellen europäischen Stellen als nicht notwendig erachtet.

Hepatitis-E-Viren verursachen in der Regel leichte Symptome. Gefährlich werden kann das Virus aber für Schwangere sowie für Menschen mit Krebs oder nach einer Transplantation. Eine ursächliche Behandlung existiert nicht. [mawi]

Quelle: The Lancet - DOI 10.1016/S0140-6736(14)61187-9

Raumfahrt/Zoologie Die Geckos im All sind erst einmal außer Gefahr

Der Forschungssatellit "Foton-M" ist wieder unter Kontrolle. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte mit, der Satellit reagiere wieder auf Signale von der Erde. An Bord sind neben fünf Geckos auch Fruchtfliegen und Pflanzensamen für Experimente.

Der am 19. Juli gestartete Satellit soll Ende September kontrolliert im Ural-Gebiet landen. Ohne Bodenkontrolle würde der Satellit im November unkontrolliert auf die Erde stürzen – bis dahin wären die Geckos längst verhungert. [mawi]

Psychologie Empfindsame Männer kommen bei Frauen nicht so gut an

Frauen, die sich für die Widrigkeiten im Leben von Männern interessieren, werden von Männern als besonders attraktiv bewertet. Umgekehrt gilt dies nicht, berichten Psychologen aus Israel und den USA. Im Fachblatt "Personality and Social Psychology Bulletin" berichten sie, dass Frauen nette Männer weder als besonders maskulin noch als sexuell attraktiv bewerteten.

Die Wissenschaftler hatten Männer und Frauen paarweise über negative Erlebnisse sprechen oder chatten lassen. Dann liessen sie den Mann die Frau bewerten und umgekehrt. Kühle männliche Gesprächspartner schnitten bei Frauen besser ab und als sexuell attraktiver. [mawi]

Quelle: Personality and Social Psychology Bulletin - DOI: 10.1177/0146167214543879

Medizin Ebola-Patient aus Sierra Leone könnte in Hamburg behandelt werden

Erstmals seit dem Ebola-Ausbruch in Westafrika könnte ein infizierter Patient, ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation, in Deutschland behandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation hatte beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt. Hamburg sei zur Aufnahme bereit und darauf vorbereitet, teilte das Klinikum mit. Die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass es keinen Grund zur Sorge gebe – weder für Mitarbeiter noch für die Öffentlichkeit.

Ebola ist am Wochenende in Liberia zu einem nationalen Notfall erklärt worden. Liberia kündigte an, alle Grenzen zu den Nachbarstaaten zu schließen – mit Ausnahme von zwei Flughäfen und drei Grenzstellen. An diesen würden aber Zentren eingerichtet, um alle Ein- und Ausreisenden auf das Virus zu testen. [mawi]

Paläontologie Dinosaurier hätten vielleicht überleben können

Den Asteroiden-Einschlag, der letztendlich zu ihrem Aussterben geführt hat, hätten die Dinosaurier eigentlich überleben können, berichtet ein Internationales Forscherteam im Fachblatt "Biological Letters" nach der Auswertung zahlreicher Fossilienfunde.

Der Einschlag kam für die Saurier zur falschen Zeit. Starke vulkanische Aktivität auf der Erde sowie schwankende Temperaturen und Meeresspiegel hatten bereits für ungünstige Lebensbedingungen gesorgt. Die Vielfalt der pflanzenfressenden Dinosaurier hatte unter diesen Bedingungen abgenommen. Den Raubsauriern fehlte es so an Beutetieren. Der Asteroiden-Einschlag gab den Dinos den Rest. [mawi]

Biologie Genetiker haben Erbgut der Afrikanischen Reispflanze analysiert

Der Afrikanische Reis Oryza glaberrima unterscheidet sich deutlich von asiatischen Reis-Sorten. Er ist besser an Stressfaktoren wie Trockenheit angepasst, und er wächst auch auf saureren Böden. Um zu verstehen, wie der Reis sich an ungünstigere Bedingungen anpasste, sequenzierten Forscher der Universität von Arizona das Erbgut verschiedener afrikanischer Sorten. Der afrikanische Reis sei vor etwa 3.000 Jahren in West Afrika domestiziert worden, berichten sie im Fachblatt "Nature Genetics". Jetzt wollen sie herausfinden, welche Gene genau für die Stress-Resistenz verantwortlich sind. Möglicherweise lassen sich diese Gene in empfindlichere Sorten einkreuzen, um so den Ertrag zu erhöhen. [mawi]

Quelle: Nature Genetics - DOI: 10.1038/ng.3044

Botanik Pilze können sich auch kurzfristig vor Medikamenten schützen

Bakterien und Pilze können der Wirkung von Medikamenten ausweichen. Der bekannteste Resistenzmechanismus ist, dass sie ihr Erbgut dauerhaft so verändern, dass die Wirkstoffe ihnen nichts mehr anhaben können. Forscher an der Duke Universität haben jetzt bei krankmachenden Pilzen einen bislang unbekannten Resistenzmechanismus entdeckt. Der Krankheitserreger M. circinelloides schützt sich vor dem Wirkstoff Tacrolimus, indem er ein spezielles Gen mit Namen FKBP12 vorübergehend außer Betrieb setzt. Und zwar mithilfe kleiner Erbgut-Schnipsel.

Die winzigen RNA-Moleküle schalteten ganz gezielt nur dieses eine Gen aus. Den Effekt könnten die Pilze jederzeit wieder aufheben, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Daher sei das Phänomen, das Wissenschaftler "Epimutation" nennen, bislang übersehen worden. Die Forscher gehen davon aus, dass nicht allein Pilze sondern auch Bakterien über diesen Resistenzmechanismus verfügen. [mawi]

Quelle: Nature - DOI: 10.1038/nature13575

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