Dienstag, 23.07.2019
 
Seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag
11.08.2014

Archäologie Steinmetze von Herodes haben offenbar gepfuscht

Bei der Erweiterung des Jerusalemer Tempelbergs und dem Ausbau seines zweiten Jüdischen Tempels lieferten die Steinmetze Herodes dem Großen immer wieder Steinquader von schlechter Qualität, berichten Gowissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem im Fachblatt "Geology".

Seit der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 ist einzig die westliche Stützmauer des Tempelbergs erhalten. In der sogenannten "Klagemauer" zeigen viele der großen Steinquader starke Witterungsschäden, andere sind gut erhalten. Mithilfe von Laserscannern haben die Forscher ein 3D-Modell der Mauer erstellt. Sie identifizierten die Quader mit den stärksten Oberflächenverlusten, verglichen ihre Struktur mit der von nahezu unbeschädigten Steinen und kamen zu dem Schluss, dass die Steine unterschiedlich große Kalkkristalle aufwiesen.

Die Steine stammen offenbar aus verschiedenen Steinbrüchen. Die Steine minderer Qualität wurden aus einem Steinbruch nördlich von Jerusalem geliefert, der höher liegt als die Altstadt, was den Transport erleichterte. [mawi]

Medizin WHO prüft Einsatz experimenteller Wirkstoffe gegen Ebola

Von der Weltgesundheitsorganisation beauftragte Medizinethiker haben heute Beratungen aufgenommen, ob es verantwortbar ist, experimentelle Wirkstoffe gegen Ebola einzusetzen, obwohl diese bislang noch nicht in klinischen Versuchen getestet worden sind. Erste Ergebnisse sollen morgen in Genf vorgestellt werden.

Zwei aus den USA stammende Ebola-Patienten sowie ein Spanier sind mit dem Mittel ZMapp behandelt worden. Dieses war zuvor an Affen, noch nicht aber in den üblichen klinischen Testreihen erprobt worden.

Vor der Zulassung eines Präparates müssen Pharmahersteller normalerweise in klinischen Studien belegen, dass ein Wirkstoff wirksam ist und keine unvertretbaren unerwünschten Wirkungen hat.

Derweil wird ein Student aus Deutschland wegen Ebola-Verdachts in einem Krankenhaus in Ruanda untersucht. Der Mann leidet unter Malaria, einige Symptome wie Fieber und Durchfall können auch bei Ebola-Fieber auftreten. Es handelt sich um den ersten Ebola-Verdachtsfall in Ruanda. [mawi]

Arktis Rennen um Bodenschätze geht in neue Runde

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Wochenende offiziell den Startschuss für ein Gemeinschaftsprojekt des US-Energiekonzerns ExxonMobil und des russischen Staatskonzerns Rosneft in der Arktis gegeben.

ExxonMobil und Rosneft kooperieren bei der Erkundung arktischer Erdölvorkommen in der Karasee nördlich von Sibirien. Das Vorhaben soll – ungeachtet politischer Spannungen zwischen Russland und den USA - bis Oktober abgeschlossen werden, bevor das Meer zufriert. Die Karasee birgt nach Schätzungen von Rosneft Ölvorkommen von bis zu einhundert Milliarden Barrel, zu deren Ausbeutung Russland aber technische Hilfe aus dem Westen benötigt.

Derweil hat Kanada zwei Forschungseisbrecher in die Arktis entsandt, um die seit elf Jahren laufende Kartierung des Meeresbodens fortzusetzen. Kanada will damit Gebietsansprüche auf 1,2 Millionen Quadratkilometer polarer Region untermauern. Auch Russland und Dänemark erheben Ansprüche auf polare Gebiete. Eine spezielle Uno Kommission definiert die Seegebietsansprüche der Nationen und definiert deren 200-Meilen-Zonen, in deren Grenzen Nationen besondere Rechte auf Ausbeutung natürlicher Ressourcen genießen. [mawi]

Geologie Das Erdbeben von Chile hat auch das antarktische Eis erschüttert

Im Jahr 2010 hat ein Erdbeben der Stärke 8,8 Chile erschüttert. Das Erdbeben habe etwa sechs Stunden später 5.000 Kilometer südlich in der Antarktis eine Serie kleinerer Eisbeben ausgelöst, berichten Forscher des Georgia Institute of Technology im Fachblatt "Nature Geoscience". Die Eisbeben hätten auch zu Brüchen im Eispanzer geführt. Es ist schon länger bekannt, dass starke Beben auch an entfernten Stellen der Erdkruste seismische Aktivitäten auslösen können. Bislang unbekannt war aber, dass die seismischen Wellen auch durch dicke Eisschichten wandern.

Selbst weit entfernte Erdbeben, so die Forscher, könnten also Auswirkungen haben auf die Bewegungen des Eises. [mawi]

 

 

Quelle: Nature Geoscience - DOI: 10.1038/ngeo 2212

Medizin Neu entdecktes Molekül könnte vor Herzversagen schützen

Ist das Herz dauerhaft Stress ausgesetzt – etwa hohem Blutdruck – führt das zu einem Umbau des Organs. Die Herzwände werden dicker und schwächer. Damit steigt das Risiko für den plötzlichen Herztod.

Gesteuert wird der Umbau von Genen, die normalerweise nur während der Embryonal-Entwicklung aktiv sind.

Forscher aus Indianapolis berichten im Fachblatt "Nature", dass sie einen körpereigenen Stoff gefunden haben, der den Umbau des Herzens stoppen und so vor dem plötzlichen Herztod schützen kann. Es handelt sich um ein großes RNA-Molekül, dem die Forscher den Namen "Myheart" gaben.

Bei vielen RNAs handelt es sich um Kopien der DNA mit der Bauanleitung für Proteine. Einige RNAs aber sind von sich aus wirksam. Das neu entdeckte Myheart blockiere die Gene, die die Herzwände dicker und kraftloser werden lassen. [mawi]

 

08.08.2014

Antarktis Polarforschung liegt "auf Eis"

Ein Stromausfall auf der britischen Halley-Station in der Antarktis hat dazu geführt, dass dort fast das gesamte wissenschaftliche Programm ruht. Das teilte das Polarforschungs-institut "British Arctic Survey" mit. Demnach waren am Mittwoch die Stromversorgung und die Heizanlage ungefähr 20 Stunden lang ausgefallen. Ein Teil der Systeme konnte mittlerweile wieder hergestellt werden. Die Polarstation befindet sich im Winterbetrieb. Es halten sich dort zurzeit 13 Personen auf. [reu]

Raumfahrt Astronauten sind schlaflos im Shuttle

Astronauten leiden während ihres Fluges und bereits in den Tagen davor unter Schlafmangel. Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern aus den USA. Danach schliefen Astronauten im Schnitt ungefähr sechs Stunden innerhalb eines Zeitfensters von 24 Stunden. Der Wert sei ungefähr gleich für Teilnehmer von Shuttle-Missionen und Bewohner der Internationalen Raumstation ISS. Die Forscher hatten Daten von 85 Astronauten ausgewertet. Erfasst wurde nicht nur die Zeit während des Flugs, sondern auch die Nächte davor und danach. Die Aktivität wurde mit einem Gerät am Handgelenk gemessen, das die Schlafphasen aufzeichnete. Herangezogen wurden auch Tagebucheinträge der Astronauten zur Qualität ihres Schlafs. Als Ursachen für den verkürzten Schlaf vermuten die Wissenschaftler die Schwerelosigkeit, Geräusche und das Kühlsystem an Bord. [reu]

Biologie Forscher finden ein Ökosystem in Öl

Winzig kleine Wassertropfen in Erdöl können Bakterien und andere Einzeller beherbergen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Die Wissenschaftler hatten einen Asphaltsee im Südwesten von Trinidad untersucht. Dabei fanden sie Wassertropfen mit einem Volumen von nur wenigen Mikrolitern. Eine DNA-Analyse enthüllte, dass darin eine Vielzahl von Mikroorganismen lebte. Die Einzeller ernährten sich offenbar von dem Öl. Die chemische Zusammensetzung der Tropfen deutet darauf hin, dass sie aus den Tiefen des Asphaltsees stammen und nicht durch Regen eingetragen wurden. Die Wissenschaftler hoffen, dass die gefundenen Bakterien dabei helfen könnten, kontaminiertes Wasser zu reinigen. [reu]

Medizin WHO ruft wegen Ebola internationalen Gesundheits-Notfall aus

Eine koordinierte internationale Antwort sei nötig, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, erklärte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO heute in Genf. Die betroffenen Länder seien allein nicht in der Lange, die Situation zu bewältigen. Durch die Ausrufung des Notfalls ist es der WHO nun möglich, völkerrechtlich verbindliche Vorschriften zu erlassen, um die Infektionswelle zu bekämpfen. Möglich seien unter anderem Quarantäne-Maßnahmen, wie etwa die Schließung von Grenzen. Gleichzeitig hat die US-Arzneimittelbehörde FDA Beschränkungen für ein neues Ebola-Medikament gelockert, das noch nicht zugelassen ist. Es könne nun an Patienten in Westafrika getestet werden, teilte das kanadische Pharma-Unternehmen mit, welches den Wirkstoff entwickelt hat. [reu]

07.08.2014

Chemie Kohlenstoffnanoröhrchen lassen sich aus Vorläufermolekülen züchten

Forschern des Max Plack Instituts für Festkörperforschung ist es zusammen mit Empa-Kollegen erstmals gelungen, einwandige Kohlenstoffnanoröhrchen mit identischen elektronischen Eigenschaften zu züchten. Wie die Forscher in NATURE schreiben, haben sich die einwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen aus maßgeschneiderten organischen Vorläufermolekülen auf einer Platinoberfläche quasi von selbst aufgebaut.

In Zukunft könnten solche Kohlenstoffnanoröhrchen in ultrasensiblen Lichtdetektoren und kleinsten Transistoren eingesetzt werden. [Tj]

Quelle: NATURE

Medizin Vitamin D-Mangel erhöht das Demenzrisiko

Wer sich kaum in der Sonne aufhält und wenig Fisch, Milch, Eier und Käse zu sich nimmt, provoziere womöglich frühzeitig dement zu werden.

Diese Vermutung hat eine neue Studie bestätigt. An ihr waren mehr als 1.600 Menschen über 65 Jahren beteiligt. Sie wurden fünf Jahre lang begleitet. Das im Fachblatt "NEUROLOGY" veröffentlichte Ergebnis überraschte in seiner Deutlichkeit selbst die Wissenschaftler: Im Vergleich zu Menschen mit ausgeglichenem Vitamin D Spiegel im Blut erhöhte sich das Demenzrisiko für Menschen mit niedriger Konzentration um 53 Prozent. Bei schweren Vitamin D Mangelerscheinungen stieg das Demenzrisiko sogar auf 120 Prozent. [Tj]

Quelle: Neurology doi:

Paläontologie In Bayern wurden Urzeitlebewesen entdeckt

Paläontologen der Universität Köln fanden die urzeitlichen Fossilien im Frankenwald. Es handelt sich dabei um schwammähnliche Meerestiere, sogenannte Archaeocyathen, die vor 520 Millionen Jahren in einem Meer vor Ur-Afrika gelebt haben. Diese Lebewesen bildeten rund zehn Zentimeter hohe Kelche, die am Meeresboden festwurzelten.

Wie die Fossilien nach Bayern kamen erklären die Forscher so: Vor mehr als 300 Millionen Jahren stießen die Kontinente Ur-Afrika und Ur-Europa  aneinander, dabei brachen große Gesteinspakete des afrikanischen Kontinentalrandes ab und wurden bei der Auffaltung der europäischen Gebirge mitgenommen.

Bisher wurden vergleichbare Fossilien nur noch in der Nähe von Leipzig entdeckt. [Bs]

Quelle: Pressemitteilung Bayr. Umweltministerium, Universität Köln

Medizin PSA-Test zur Frühererkennung von Prostatkrebs nicht flächendeckend einführen

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universitätsklinik Rotterdam. Sie sind an einer großen europäischen Langzeitstudie beteiligt, mit der das PSA-Screening untersucht wurde. Die Studie mit über 160.000 Männern kam zu dem Ergebnis, dass sich mit regelmäßigen PSA Tests das Risiko an Prostatakrebs zu sterben, zwar um mehr als ein Fünftel senken lässt.

Allerdings seien etwa 40 Prozent der beim Test diagnostizierten Fälle Überdiagnosen, bei denen dann oft unnötig behandelt wird und es zu Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz kommen kann.

Der PSA Test – bei dem die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens im Blut ermittelt wird – ist seit längerem in der Kritik. [Tj]

Quelle: The Lancet:doi:10.1016/S0140-6736(14)60525-0

Technik Hitchbot soll Kanada allein durchtrampen

Hitchbot ist seit dem 27. Juli in Kanada auf der Straße – und er kommt offenbar gut voran. Die Autofahrer in Kanada reagieren ziemlich hilfsbereit auf den kleinen Roboter in Gummistiefeln, der mit Kamera und Mikrofon ausgestattet ist und kleine vorprogrammierte Dialoge mit Menschen führen kann. In den vergangenen 10 Tagen hat er schon mehr als 2500 Kilometer per Anhalter hinter sich gebracht.

Insgesamt soll Hitchbot 7.000 Kilometer alleine durch Kanada reisen und dabei seine Erlebnisse auf Twitter, Instagram und Facebook dokumentieren. Die hinter dem Projekt stehenden Forscher der Universität Toronto wollen den Umgang der Menschen mit Robotern beobachten. Bisher zumindest konnte das kleinkindgroße Maschinenwesen den Menschen, denen er begegnete vertrauen. [Tj]

Chemie Das Geheimnis des Safranaromas ist gelüftet

Für die Farbe , den Geschmack und das Aroma von Safran sind die Inhaltsstoffe Crocetin, Pinocrocin und Safranal verantwortlich . Forscher der Universität Freiburg haben zusammen mit italienischen, spanischen und saudiarabischen Kollegen nun ein Schlüsselenzym für die Synthese der Inhaltsstoffe entdeckt: das Enzym CCD2. Dieses Enzym – so berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PNAS – spalte ein Vorläufermolekül von Crocetin. Das Wissen, wie die Biosynthese des Safrans ablaufe, ermögliche demnächst das Gewürz mit biotechnologischen Methoden herzustellen. [Tj]

Quelle: PNAS doi: 10.1073/pnas1404629111/-/DCSupplemental

06.08.2014

Informatik Neue Abhörsoftware rekonstruiert Sprache aus tonlosen Videos.

Eine neue Abhörsoftware kann aus Videos von Gegenständen rekonstruieren, was Menschen in der Nähe gesprochen haben. Wenn Tonwellen auf Gegenstände treffen, dann entstehen Vibrationen und die Bewegung erzeugt ein winziges Bildsignal, das für das bloße Auge unsichtbar ist. Die neue Software setzt auf einen Algorithmus, der die winzigen Vibrationen der Gegenstände in Tonsignale transkribiert.

Forscher vom MIT haben die Software entwickelt und eine Chipstüte mit einem eingesprochenen Kinderreim beschallt. Aus viereinhalb Metern Entfernung nahmen sie die Tüte mit einer Kamera auf. Die Bilder wurden durch die Abhörsoftware geschickt und das Ergebnis war verblüffend. Zwar kann man nicht alles Gesprochene verstehen, aber doch recht viel. Und das ausschließlich aus Bildern einer herumliegenden Chipstüte.
[tj]

 

Quelle: MIT

Genforschung Genveränderte Tomaten vertragen Dauerlicht.

Das schreiben niederländische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Communications". Sie fanden bei einer Wildtomatenart aus Südamerika das sogenannte CAB-13-Gen. Dieses erlaubt es der Pflanze, 24 Stunden Dauerlicht zu tolerieren. Die Forscher übertrugen das Gen auf Kulturtomaten. Bislang konnten diese Pflanzen nur im Wechsel von 16 Stunden Dauerlicht und acht Stunden Dunkelheit gedeihen. Zuviel Licht schadet ihren Blättern. Bei den genveränderten Kulturtomaten erhöhte sich die Ernte um bis zu 20 Prozent. Negative Auswirkungen auf Geschmack oder Lagerung konnten die Wissenschaftler nach eigener Aussage nicht feststellen.
[tj]

Quelle: Nature Communications doi: 10.1038/ncomms5549

Telekommunikation Cyberkriminelle haben die Daten zu 1,2 Milliarden Internetprofilen geklaut.

Dahinter scheint eine Hackergruppe aus Russland zu stecken. Es sei der bislang größte Datendiebstahl, warnte die amerikanische IT-Sicherheitsfirma Hold Security, die den Fall aufgedeckt hat. Bei den erbeuteten Daten handelt es sich um Einwahlkombinationen für Internetprofile, das heißt Benutzernamen und Passwörter. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn prüft derzeit, ob auch deutsche Internetnutzer und Online-Anbieter betroffen seien. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, hieß es. Privatpersonen können derzeit nicht feststellen, ob sie selbst Opfer sind.
[tj]

Biologie Grizzlybären bekommen nur im Winter Diabetes.

Im Frühjahr sind sie wieder gesund. Diese ungewöhnliche Selbstheilung beschreiben Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell Metabolism". Sie hatten mehrere Grizzlys verschiedenen Alters und beiderlei Geschlechts vor während und nach der Winterruhe untersucht. Dabei zeigte sich: Im Herbst sind die Tiere zwar dick, aber symptomfrei, ihr Körper ist empfänglich für das Hormon Insulin. Während der Winterruhe sind die Tiere dann diabetisch -ein bestimmtes Protein namens PTEN schaltet die Empfindlichkeit der Fettzellen für Insulin ab und der Körper bedient sich an seinen Fettreserven. Beim Aufwachen im Frühling wird die Empfindlichkeit wieder angeschaltet und das Insulin wirkt wieder. Die Forscher hoffen, dass sich aus dem Regulationsmechanismus der Grizzlys neue Therapieansätze für diabetische Patienten entwickeln lassen.
[tj]

Quelle: Cell Metabolism doi: 10.1016/j.cmet.2014.07.008

Geophysik Gigantische Eisberge haben Kratzspuren auf dem Meeresboden hinterlassen.

Auf dem Hovgaard Rücken in der Arktis haben deutsche Forscher in einer Tiefe von 1,2 Kilometern spektakuläre Furchen entdeckt. Sie stammen von riesigen Eisbergen und sind bis zu vier Kilometer lang und 15 Meter tief. Das berichtet das Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Wann die Eisberge den Meeresboden schrammten, ließe sich nur grob sagen: Es passierte irgendwann in den vergangenen 80.000 Jahren.
Erstaunlich, so schreiben die Forscher in den "Geophysical Research Letters", seien die Ausmaße. Da bei Eisbergen meist nur ein Siebtel der Masse aus dem Wasser ragt, müssen die furchenziehenden Kolosse rund 1,2 Kilometer hoch gewesen sein. Vergleichbare Rieseneisberge gibt es heute nicht mehr. Die größten Vertreter sind derzeit in der Antarktis zu finden, und reichen bis maximal 700 Meter unter Wasser.
[tj]

Quelle: Idw, AWI, Geophysical Research Letters, doi: 10.1002/2014GL060267

05.08.2014

Wissenschaftler Japanischer Stammzellenforscher begeht Selbstmord

Yoshiki Sasai hat sich im Riken-Zentrum für Entwicklungsbiologie im japanischen Kobe das Leben genommen. Das teilte die Forschungseinrichtung heute mit.

Sasai war Co-Autor der umstrittenen Stammzellenstudie von Haruko Obokata. Die im Magazin "Nature" erschienene Arbeit beschreibt einen einfachen Weg, Körperzellen in Stammzellen umzuwandeln. Nachdem eine Untersuchung Unregelmäßigkeiten in der Studie zutage förderte, wurde die Veröffentlichung zurückgezogen.

Sasai wurde daraufhin vorgeworfen, er habe die Arbeit der jungen Forscherin nicht ausreichend überwacht. Das Wissenschaftsministerium reagierte auf den Tod des Forschers. Es würdigte Sasai als einen führenden Vertreter der Stammzellenforschung und sprach von einem großen Verlust. [hell]

Zoologie Forscher beschreiben neu entdeckte Ansammlung von Walhaien

Die Gruppe junger Tiere hält sich in einem Korallenriff des Roten Meeres nahe der saudi-arabischen Küste auf. Sie zählt etwa gleich viele Weibchen wie Männchen, notieren die Forscher im Online-Journal "Plos One".

Normalerweise sind bei Ansammlungen junger Walhaie die Männchen in der Überzahl.Die Wissenschaftler markierten knapp 50 Exemplare mit Sensoren und zeichneten über zwei Jahre die Bewegungsmuster der Tiere auf. Dabei stellten sie fest: Der größte bekannte Meeresfisch taucht regelmäßig in Tiefen von 500 Metern ab. Gelegentlich erreichten die Walhaie Tiefen von über 1000 Metern.

Die meisten Tiere verbrachten die gesamte Zeit im Roten Meer. Nur wenige schwammen bis in den Indischen Ozean. Walhaie zählen seit der Jahrtausendwende zu den gefährdeten Tierarten. Weltweit gibt es derzeit zwölf Populationen. [hell]

Medizin Mausmodell eignet sich bei Entzündungskrankheiten doch zur Beschreibung des Menschen

Das schreiben japanische Forscher im Fachblatt "PNAS". Damit widersprechen sie Ergebnissen ihrer amerikanischen Kollegen aus dem Jahr 2013. Die hatten die Rolle des Mausmodells zur Erklärung menschlicher Entzündungskrankheiten angezweifelt.

Aus dem gleichen Datensatz zieht das japanische Team nun einen ganz anderen Schluss. Erkenntnisse aus dem Mausmodell gelten demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für den Menschen. Grund für die gegenteilige Interpretation der Daten durch das amerikanische Team sei der Einsatz ungeeigneter statistischer Methoden gewesen. [hell]

Zoologie Pferde kommunizieren auch über die Stellung der Ohren

Das haben zwei britische Forscherinnen in einem Experiment gezeigt. Sie ließen Pferde zwischen zwei Futtereimern wählen. Mittig zwischen den Eimern hatten sie ein lebensgroßes Foto eines Pferdekopfes angebracht, der auf einen der beiden Eimer blickte.

In den meisten Fällen gingen die Pferde zu dem Eimer, auf den ihr fotografierter Artgenosse schaute. Anschließend brachten die Biologinnen Fotos von Pferden an, deren Augen oder Ohren von Masken verdeckt waren. Diesmal ließen sich die Versuchstiere nicht von den Fotos leiten.

Die Studie zeige, dass Pferde die Augen und die beweglichen Ohren ihrer Artgenossen als Informationsquelle nutzen, schreiben die Forscherinnen im Magazin "Current Biology". Mit der Ohren-Stellung untersuche die Studie erstmals ein Kommunikationsmerkmal bei Pferden, das Menschen nicht zur Verfügung steht. [hell]

 

 

Quelle: Current Biology

Medizin Ebola-Patient bekommt experimentelles Medikament verabreicht

Kurz nachdem der amerikanische Arzt Kent Brantly ein Mittel mit dem Namen "ZMapp" verabreicht bekam, besserten sich seine Symptome. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, ließen die Atemstörungen des Mannes nach und sein Ausschlag ging zurück. Am nächsten Tag konnte er alleine aufstehen und duschen.

Bei einer mit Ebola infizierten Krankenpflegerin schlug das Mittel zunächst nicht so gut an. Erst eine zweite Dosis brachte ihr Besserung. Das Mittel basiert auf Antikörpern, die in Mäusen gezüchtet wurden. Es soll verhindern, dass das Ebola-Virus neue Zellen befällt.

US-Forscher hatten das Mittel an Affen getestet und vor einem Jahr im Magazin "Science Translational Medicine" beschrieben. Damals überlebte die Hälfte der Versuchstiere eine Ebola-Infektion, nachdem sie das Medikament verabreicht bekamen.

Eine Zulassung des Mittels als Therapeutikum für Ebola ist nicht in Sicht. Bisher haben die Forscher keine klinischen Studien an Menschen durchgeführt. Die wären nötig, um die Wirksamkeit und die Sicherheit des Mittels zu demonstrieren.[hell]

 

Quelle: Science - doi: 10.1126/scitranslmed.3006608

MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk