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13.08.2014

Fields-Medaille Erstmals erhält eine Frau die höchste mathematische Auszeichnung

Die 36-jährige Maryam Mirzakhani ist heute in Soul mit der Fields-Medaille ausgezeichnet worden, die alle vier Jahre von der Internationalen Mathematischen Union vergeben wird. Die Mathematikerin stammt aus dem Iran und lehrt an der Stanford Universität in Kalifornien, wo sie sich mit algebraischer Geometrie und Topologie beschäftigt.

Die Fields-Medaille gilt als eine Art Nobelpreis der Mathematik und wird an junge Mathematiker unter 40 Jahren verliehen.

Neben Mirzakhani erhielten drei Männer aus Österreich, Brasilien und Kanada die Fields-Medaille.

Sie wurden für ihre Forschungsarbeiten an der Theorie stochastischer partieller und nicht-partieller Differenzialgleichungen, der Theorie Dynamischer Systeme und Erkenntnissen auf dem Gebiet der Zahlentheorie geehrt.

Erbgut Antarktische Mücke zeigt kompaktes Genom

Zwar ist Belgica antarctica nur sieben Millimeter lang, jedoch gilt die Zuckmücke damit als das größte Landtier, das dauerhaft in der Antarktis lebt. US-Genetiker aus Stanford haben nun das Erbgut des Tieres untersucht. Wie die Forscher im Fachblatt Nature Communications berichten, ist es das kleinste bisher sequenzierte Insektengenom überhaupt.

Vermutlich ist diese Kompaktheit der Grund für den Erfolg, in der Eiseskälte zu überleben. Das Genom der Zuckmücke umfasst nur 99 Millionen Basenpaare; das menschliche Erbgut enthält zum Vergleich rund 3,2 Milliarden Basenpaare.

Die Larven sind die meiste Zeit ihrer zweijährigen Entwicklung im Eis eingefroren.

Dabei tolerieren sie den Verlust von bis zu 70 Prozent ihrer Körperflüssigkeit, zugleich tiefe Temperaturen und hohe UV-Strahlung.

Ebola Weiteres Todesopfer in Nigeria

Nach Angaben der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas ist ein 36-jähriger Mitarbeiter gestern in Lagos gestorben. Er habe Kontakt zu dem infizierten Berater der liberianischen Regierung gehabt, der im Juli nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen war.

In Nigeria sind damit drei Menschen nachweislich an Ebola gestorben, mehr als 100 Personen stehen derzeit unter Beobachtung.

Die Zahl der Todesopfer in ganz Afrika ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile auf mehr als 1.000 gestiegen.

Wegen der Ebola-Epidemie hat das Auswärtige Amt unterdessen alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert.

Ausdrücklich davon ausgenommen sei dringend benötigtes medizinisches Personal.

Bakterien Listerien fordern Menschenleben in Nordeuropa

In Dänemark sind zwölf Menschen wahrscheinlich nach dem Verzehr von Wurst an einer Bakterien-Infektion gestorben. Hauptquelle für den Listerien-Ausbruch sei Fleisch eines Produzenten, der Aufschnitt und andere Wurstwaren herstellt. Das teilte das dänische Lebensmittelministerium mit.

Seit September 2013 hätten sich in Dänemark 20 Menschen unterschiedlichen Alters mit identischen Listerien infiziert, darunter 15 allein in den vergangenen drei Monaten.

Die gleichen Bakterien seien nun in einer Wurst-Charge des Unternehmens, das mittlerweile geschlossen wurde, entdeckt worden.

Meeresbiologie Wissenschaftler präsentieren ein Quallen-Archiv

Ein internationales Forscherteam hat die erste Datenbank zur weltweiten Verbreitung von Nesseltieren erstellt. Wie das spanische Forschungsinstitut CSIC mitteilte, sind in der Jellyfish Database Initiative (JeDI) schon mehr als 476.000 Daten zu den Quallen erfasst. Mit diesen Daten lässt sich die Verbreitung der Biomasse bis zu einer Tiefe von 200 Metern bestimmen.

Quallen, die zu 98 Prozent aus Wasser bestehen, existieren weltweit; ihre größte Verbreitung haben sie in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel.

Bei Berührung mit den Nesselzellen sondern die Tiere ein Sekret ab, das zu verbrennungsähnlichen Rötungen und Ausschlägen führen kann, in einige Fällen können diese Begegnungen lebensgefährlich sein.

Raumfahrt Die Internationale Raumstation hat Nachschub erhalten

Der letzte europäische Raumtransporter hat gestern erfolgreich an der internationalen Raumstation (ISS) in rund 400 Kilometern Höhe angedockt, wie das französische Raumfahrtzentrum CNES mitteilte.

Der unbemannte Frachter der europäischen Weltraumagentur ESA bringt den sechs Raumfahrern auf der ISS neue Lebensmittelvorräte und wissenschaftliches Gerät für Experimente.

Rund ein halbes Jahr soll der Transporter an der Raumstation angedockt bleiben.

Ende 2014 wird der Frachter dann mit mehreren Tonnen Abfall gefüllt und auf seine letzte Reise in Richtung Erdatmosphäre geschickt, wo er verglühen wird.

12.08.2014

Hirngewebe Bioingenieure entwickeln ein Modell

Es ist dreidimensional und besteht aus Hirnzellen von Ratten. Die Forscher ließen die Zellen auf einer Struktur aus verschiedenen Eiweißen wachsen, schreiben sie im Fachblatt "PNAS".

Auf gewisse äußere Einflüsse reagierte das Hirn-Modell wie ein echtes Gehirn. So ließen die Forscher etwa ein Gewicht auf ihr Modell fallen, um eine Hirnverletzung zu simulieren. Das Modell-Gewebe stieß daraufhin Glutamat aus. Bei Verletzungen eines echten Gehirns wird dieser Botenstoff ebenfalls ausgeschüttet.
Mit dem Modell wollen die Wissenschaftler zukünftig Hirnfunktionen und Krankheiten des Gehirns erforschen.

Quelle: hell

Analyse Herkunft von Wein lässt sich chemisch bestimmen

Das haben Wissenschaftler auf dem Treffen der American Chemical Society in San Francisco berichtet. Sie untersuchten flüchtige organische Verbindungen von Weinen der Rebsorten Cabernet, Sauvignon und Malbec.

Bei den untersuchten Malbec-Weinen unterschieden sich knapp 50 von 60 Verbindungen deutlich. Die Forscher konnten daraus auf die Anbaugebiete schließen. Ähnlich war es beim Cabernet Sauvignon. Die Wissenschaftler konnten zehn Regionen Kaliforniens definieren, deren Böden einen charakteristischen Einfluss auf den Wein hatten. Die Ergebnisse könnten dabei helfen, Weinfälscher zu überführen.

In einer anderen Studie wandten sich Forscher der Lagerung von Wein zu. Sie lagerten 400 Flaschen teils in einem professionellen Weinkeller und teils unter normalen Haushaltsbedingungen. Im Weinkeller lag die Temperatur bei 16 Grad, in dem anderen Raum schwankte sie je nach Jahreszeit.

Das Ergebnis: Der im Haus gelagerte Wein alterte schneller. Schon nach sechs Monaten war er chemisch gesehen so alt, wie sein Keller-Pendant nach einem Jahr.

Quelle: Agenturen, hell

Empathie Forscher vergleichen Menschen und Bonobos

Und dazu untersuchten sie, wie Affen und Menschen darauf reagieren, wenn ein Artgenosse gähnt. Empathie beschreibt die Fähigkeit, Emotionen von jemand anderem nachzuempfinden. Sich vom Gähnen eines anderen anstecken zu lassen, gilt als eine Art der Übertragung von Emotionen.

Die Forscher beobachteten Affen und Menschen fünf Jahre lang. Das Ergebnis: Das Gähnen war bei Mensch und Affe gleich ansteckend, wenn sich die Individuen nicht kannten. Wenn jedoch ein Freund oder Familienmitglied gähnte, reagierten Menschen schneller und häufiger als Bonobos. So beschreiben es die Forscher im Magazin "Peer J".

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Übertragung von Emotionen in diesem Fall beim Menschen von dem sozialen Gefüge abhängt. Kennt der Mensch sein Gegenüber nicht, ist er in etwa so empathisch wie ein Bonobo.

Quelle: hell

Madagaskar Knapp 40 Prozent der Reptilien vom Aussterben bedroht

Zu dem Schluss kommt ein internationales Forscherteam. Die Wissenschaftler haben erstmals den Gefährdungsstatus aller auf Madagaskar beheimateten Reptilien untersucht. Die Abholzung des Regenwaldes bedrohe die Echsen und Schlangen der Insel, notieren die Wissenschaftler im Magazin "Plos One". Außerdem stuften sie alle vier Landschildkröten-Arten Madagaskars als gefährdet ein. Die Schildkröten werden illegal gejagt und nach Asien geschmuggelt oder in Madagaskar verzehrt.
Erfreulich sei, dass bisher so gut wie keine Art ausgestorben ist, heißt es von den Forschern. Auch wenn einige Arten kurz vor dem Aussterben stünden – mit intensivem Naturschutz könnte man sie erhalten.

 

 

Quelle: hell

11.08.2014

Archäologie Steinmetze von Herodes haben offenbar gepfuscht

Bei der Erweiterung des Jerusalemer Tempelbergs und dem Ausbau seines zweiten Jüdischen Tempels lieferten die Steinmetze Herodes dem Großen immer wieder Steinquader von schlechter Qualität, berichten Gowissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem im Fachblatt "Geology".

Seit der Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 ist einzig die westliche Stützmauer des Tempelbergs erhalten. In der sogenannten "Klagemauer" zeigen viele der großen Steinquader starke Witterungsschäden, andere sind gut erhalten. Mithilfe von Laserscannern haben die Forscher ein 3D-Modell der Mauer erstellt. Sie identifizierten die Quader mit den stärksten Oberflächenverlusten, verglichen ihre Struktur mit der von nahezu unbeschädigten Steinen und kamen zu dem Schluss, dass die Steine unterschiedlich große Kalkkristalle aufwiesen.

Die Steine stammen offenbar aus verschiedenen Steinbrüchen. Die Steine minderer Qualität wurden aus einem Steinbruch nördlich von Jerusalem geliefert, der höher liegt als die Altstadt, was den Transport erleichterte. [mawi]

Medizin WHO prüft Einsatz experimenteller Wirkstoffe gegen Ebola

Von der Weltgesundheitsorganisation beauftragte Medizinethiker haben heute Beratungen aufgenommen, ob es verantwortbar ist, experimentelle Wirkstoffe gegen Ebola einzusetzen, obwohl diese bislang noch nicht in klinischen Versuchen getestet worden sind. Erste Ergebnisse sollen morgen in Genf vorgestellt werden.

Zwei aus den USA stammende Ebola-Patienten sowie ein Spanier sind mit dem Mittel ZMapp behandelt worden. Dieses war zuvor an Affen, noch nicht aber in den üblichen klinischen Testreihen erprobt worden.

Vor der Zulassung eines Präparates müssen Pharmahersteller normalerweise in klinischen Studien belegen, dass ein Wirkstoff wirksam ist und keine unvertretbaren unerwünschten Wirkungen hat.

Derweil wird ein Student aus Deutschland wegen Ebola-Verdachts in einem Krankenhaus in Ruanda untersucht. Der Mann leidet unter Malaria, einige Symptome wie Fieber und Durchfall können auch bei Ebola-Fieber auftreten. Es handelt sich um den ersten Ebola-Verdachtsfall in Ruanda. [mawi]

Arktis Rennen um Bodenschätze geht in neue Runde

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Wochenende offiziell den Startschuss für ein Gemeinschaftsprojekt des US-Energiekonzerns ExxonMobil und des russischen Staatskonzerns Rosneft in der Arktis gegeben.

ExxonMobil und Rosneft kooperieren bei der Erkundung arktischer Erdölvorkommen in der Karasee nördlich von Sibirien. Das Vorhaben soll – ungeachtet politischer Spannungen zwischen Russland und den USA - bis Oktober abgeschlossen werden, bevor das Meer zufriert. Die Karasee birgt nach Schätzungen von Rosneft Ölvorkommen von bis zu einhundert Milliarden Barrel, zu deren Ausbeutung Russland aber technische Hilfe aus dem Westen benötigt.

Derweil hat Kanada zwei Forschungseisbrecher in die Arktis entsandt, um die seit elf Jahren laufende Kartierung des Meeresbodens fortzusetzen. Kanada will damit Gebietsansprüche auf 1,2 Millionen Quadratkilometer polarer Region untermauern. Auch Russland und Dänemark erheben Ansprüche auf polare Gebiete. Eine spezielle Uno Kommission definiert die Seegebietsansprüche der Nationen und definiert deren 200-Meilen-Zonen, in deren Grenzen Nationen besondere Rechte auf Ausbeutung natürlicher Ressourcen genießen. [mawi]

Geologie Das Erdbeben von Chile hat auch das antarktische Eis erschüttert

Im Jahr 2010 hat ein Erdbeben der Stärke 8,8 Chile erschüttert. Das Erdbeben habe etwa sechs Stunden später 5.000 Kilometer südlich in der Antarktis eine Serie kleinerer Eisbeben ausgelöst, berichten Forscher des Georgia Institute of Technology im Fachblatt "Nature Geoscience". Die Eisbeben hätten auch zu Brüchen im Eispanzer geführt. Es ist schon länger bekannt, dass starke Beben auch an entfernten Stellen der Erdkruste seismische Aktivitäten auslösen können. Bislang unbekannt war aber, dass die seismischen Wellen auch durch dicke Eisschichten wandern.

Selbst weit entfernte Erdbeben, so die Forscher, könnten also Auswirkungen haben auf die Bewegungen des Eises. [mawi]

 

 

Quelle: Nature Geoscience - DOI: 10.1038/ngeo 2212

Medizin Neu entdecktes Molekül könnte vor Herzversagen schützen

Ist das Herz dauerhaft Stress ausgesetzt – etwa hohem Blutdruck – führt das zu einem Umbau des Organs. Die Herzwände werden dicker und schwächer. Damit steigt das Risiko für den plötzlichen Herztod.

Gesteuert wird der Umbau von Genen, die normalerweise nur während der Embryonal-Entwicklung aktiv sind.

Forscher aus Indianapolis berichten im Fachblatt "Nature", dass sie einen körpereigenen Stoff gefunden haben, der den Umbau des Herzens stoppen und so vor dem plötzlichen Herztod schützen kann. Es handelt sich um ein großes RNA-Molekül, dem die Forscher den Namen "Myheart" gaben.

Bei vielen RNAs handelt es sich um Kopien der DNA mit der Bauanleitung für Proteine. Einige RNAs aber sind von sich aus wirksam. Das neu entdeckte Myheart blockiere die Gene, die die Herzwände dicker und kraftloser werden lassen. [mawi]

 

08.08.2014

Antarktis Polarforschung liegt "auf Eis"

Ein Stromausfall auf der britischen Halley-Station in der Antarktis hat dazu geführt, dass dort fast das gesamte wissenschaftliche Programm ruht. Das teilte das Polarforschungs-institut "British Arctic Survey" mit. Demnach waren am Mittwoch die Stromversorgung und die Heizanlage ungefähr 20 Stunden lang ausgefallen. Ein Teil der Systeme konnte mittlerweile wieder hergestellt werden. Die Polarstation befindet sich im Winterbetrieb. Es halten sich dort zurzeit 13 Personen auf. [reu]

Raumfahrt Astronauten sind schlaflos im Shuttle

Astronauten leiden während ihres Fluges und bereits in den Tagen davor unter Schlafmangel. Das ist das Ergebnis einer Studie von Medizinern aus den USA. Danach schliefen Astronauten im Schnitt ungefähr sechs Stunden innerhalb eines Zeitfensters von 24 Stunden. Der Wert sei ungefähr gleich für Teilnehmer von Shuttle-Missionen und Bewohner der Internationalen Raumstation ISS. Die Forscher hatten Daten von 85 Astronauten ausgewertet. Erfasst wurde nicht nur die Zeit während des Flugs, sondern auch die Nächte davor und danach. Die Aktivität wurde mit einem Gerät am Handgelenk gemessen, das die Schlafphasen aufzeichnete. Herangezogen wurden auch Tagebucheinträge der Astronauten zur Qualität ihres Schlafs. Als Ursachen für den verkürzten Schlaf vermuten die Wissenschaftler die Schwerelosigkeit, Geräusche und das Kühlsystem an Bord. [reu]

Biologie Forscher finden ein Ökosystem in Öl

Winzig kleine Wassertropfen in Erdöl können Bakterien und andere Einzeller beherbergen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Die Wissenschaftler hatten einen Asphaltsee im Südwesten von Trinidad untersucht. Dabei fanden sie Wassertropfen mit einem Volumen von nur wenigen Mikrolitern. Eine DNA-Analyse enthüllte, dass darin eine Vielzahl von Mikroorganismen lebte. Die Einzeller ernährten sich offenbar von dem Öl. Die chemische Zusammensetzung der Tropfen deutet darauf hin, dass sie aus den Tiefen des Asphaltsees stammen und nicht durch Regen eingetragen wurden. Die Wissenschaftler hoffen, dass die gefundenen Bakterien dabei helfen könnten, kontaminiertes Wasser zu reinigen. [reu]

Medizin WHO ruft wegen Ebola internationalen Gesundheits-Notfall aus

Eine koordinierte internationale Antwort sei nötig, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, erklärte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO heute in Genf. Die betroffenen Länder seien allein nicht in der Lange, die Situation zu bewältigen. Durch die Ausrufung des Notfalls ist es der WHO nun möglich, völkerrechtlich verbindliche Vorschriften zu erlassen, um die Infektionswelle zu bekämpfen. Möglich seien unter anderem Quarantäne-Maßnahmen, wie etwa die Schließung von Grenzen. Gleichzeitig hat die US-Arzneimittelbehörde FDA Beschränkungen für ein neues Ebola-Medikament gelockert, das noch nicht zugelassen ist. Es könne nun an Patienten in Westafrika getestet werden, teilte das kanadische Pharma-Unternehmen mit, welches den Wirkstoff entwickelt hat. [reu]

07.08.2014

Chemie Kohlenstoffnanoröhrchen lassen sich aus Vorläufermolekülen züchten

Forschern des Max Plack Instituts für Festkörperforschung ist es zusammen mit Empa-Kollegen erstmals gelungen, einwandige Kohlenstoffnanoröhrchen mit identischen elektronischen Eigenschaften zu züchten. Wie die Forscher in NATURE schreiben, haben sich die einwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen aus maßgeschneiderten organischen Vorläufermolekülen auf einer Platinoberfläche quasi von selbst aufgebaut.

In Zukunft könnten solche Kohlenstoffnanoröhrchen in ultrasensiblen Lichtdetektoren und kleinsten Transistoren eingesetzt werden. [Tj]

Quelle: NATURE

Medizin Vitamin D-Mangel erhöht das Demenzrisiko

Wer sich kaum in der Sonne aufhält und wenig Fisch, Milch, Eier und Käse zu sich nimmt, provoziere womöglich frühzeitig dement zu werden.

Diese Vermutung hat eine neue Studie bestätigt. An ihr waren mehr als 1.600 Menschen über 65 Jahren beteiligt. Sie wurden fünf Jahre lang begleitet. Das im Fachblatt "NEUROLOGY" veröffentlichte Ergebnis überraschte in seiner Deutlichkeit selbst die Wissenschaftler: Im Vergleich zu Menschen mit ausgeglichenem Vitamin D Spiegel im Blut erhöhte sich das Demenzrisiko für Menschen mit niedriger Konzentration um 53 Prozent. Bei schweren Vitamin D Mangelerscheinungen stieg das Demenzrisiko sogar auf 120 Prozent. [Tj]

Quelle: Neurology doi:

Paläontologie In Bayern wurden Urzeitlebewesen entdeckt

Paläontologen der Universität Köln fanden die urzeitlichen Fossilien im Frankenwald. Es handelt sich dabei um schwammähnliche Meerestiere, sogenannte Archaeocyathen, die vor 520 Millionen Jahren in einem Meer vor Ur-Afrika gelebt haben. Diese Lebewesen bildeten rund zehn Zentimeter hohe Kelche, die am Meeresboden festwurzelten.

Wie die Fossilien nach Bayern kamen erklären die Forscher so: Vor mehr als 300 Millionen Jahren stießen die Kontinente Ur-Afrika und Ur-Europa  aneinander, dabei brachen große Gesteinspakete des afrikanischen Kontinentalrandes ab und wurden bei der Auffaltung der europäischen Gebirge mitgenommen.

Bisher wurden vergleichbare Fossilien nur noch in der Nähe von Leipzig entdeckt. [Bs]

Quelle: Pressemitteilung Bayr. Umweltministerium, Universität Köln

Medizin PSA-Test zur Frühererkennung von Prostatkrebs nicht flächendeckend einführen

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universitätsklinik Rotterdam. Sie sind an einer großen europäischen Langzeitstudie beteiligt, mit der das PSA-Screening untersucht wurde. Die Studie mit über 160.000 Männern kam zu dem Ergebnis, dass sich mit regelmäßigen PSA Tests das Risiko an Prostatakrebs zu sterben, zwar um mehr als ein Fünftel senken lässt.

Allerdings seien etwa 40 Prozent der beim Test diagnostizierten Fälle Überdiagnosen, bei denen dann oft unnötig behandelt wird und es zu Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz kommen kann.

Der PSA Test – bei dem die Konzentration des Prostata-spezifischen Antigens im Blut ermittelt wird – ist seit längerem in der Kritik. [Tj]

Quelle: The Lancet:doi:10.1016/S0140-6736(14)60525-0

Technik Hitchbot soll Kanada allein durchtrampen

Hitchbot ist seit dem 27. Juli in Kanada auf der Straße – und er kommt offenbar gut voran. Die Autofahrer in Kanada reagieren ziemlich hilfsbereit auf den kleinen Roboter in Gummistiefeln, der mit Kamera und Mikrofon ausgestattet ist und kleine vorprogrammierte Dialoge mit Menschen führen kann. In den vergangenen 10 Tagen hat er schon mehr als 2500 Kilometer per Anhalter hinter sich gebracht.

Insgesamt soll Hitchbot 7.000 Kilometer alleine durch Kanada reisen und dabei seine Erlebnisse auf Twitter, Instagram und Facebook dokumentieren. Die hinter dem Projekt stehenden Forscher der Universität Toronto wollen den Umgang der Menschen mit Robotern beobachten. Bisher zumindest konnte das kleinkindgroße Maschinenwesen den Menschen, denen er begegnete vertrauen. [Tj]

Chemie Das Geheimnis des Safranaromas ist gelüftet

Für die Farbe , den Geschmack und das Aroma von Safran sind die Inhaltsstoffe Crocetin, Pinocrocin und Safranal verantwortlich . Forscher der Universität Freiburg haben zusammen mit italienischen, spanischen und saudiarabischen Kollegen nun ein Schlüsselenzym für die Synthese der Inhaltsstoffe entdeckt: das Enzym CCD2. Dieses Enzym – so berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PNAS – spalte ein Vorläufermolekül von Crocetin. Das Wissen, wie die Biosynthese des Safrans ablaufe, ermögliche demnächst das Gewürz mit biotechnologischen Methoden herzustellen. [Tj]

Quelle: PNAS doi: 10.1073/pnas1404629111/-/DCSupplemental

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