Mittwoch, 21.08.2019
 
Seit 13:30 Uhr Nachrichten
16.08.2014

Kryptogeld Ebay-Tochter verhandelt über die Einführung von Bitcoins

Nach Angaben des "Wall Street Journal" könnte das Kryptogeld zeitnah zu einer festen Größe im Onlinegeldverkehr werden. Der zum Internetkonzern Ebay gehörende Zahlungsabwickler Braintree soll Gespräche über eine Einführung der virtuellen Währung führen.

Die Digitalwährung könnte dadurch einen kräftigen Schub erhalten, denn Braintree wickelt Zahlungen für Trendfirmen wie den Bettenvermittler Airbnb, den Fahrdienst Uber oder den Restaurantreservierer OpenTable ab.

Bitcoins gibt es seit 2009. Das Krytogeld kommt vor allem bei Geschäften im Internet zur Anwendung und soll eine Geldwirtschaft unabhängig von Zentral- und Geschäftsbanken möglich machen.

Quelle: Agenturen/heise/Mst

Brasilien Manipulation von Wikipedia-Profilen

Unbekannte haben mehrfach aus dem Netzwerk der brasilianischen Regierung heraus Wikipedia- Profile verfälscht. Nach wachsendem Druck durch die lokale Presse leitete die Regierung nun Untersuchungen gegen die Manipulationen aus den Jahren 2008 bis 2014 ein, bei denen Rechner mit IP-Adressen aus Regierungsnetzwerken dazu genutzt wurden, um kritische Kommentare in der Wikipedia zu manipulieren oder zu entfernen.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, die diese Manipulationen als "nicht statthaft" verurteilte, steht damit unter Druck. Am 5. Oktober finden die nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

Quelle: heise/Mst

Kundenschutz Online-Speicherdienst will vor Durchsuchungen warnen

Der Dienst Spideroak will ein Warnsystem einführen, das eine mögliche Kompromittierung durch Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste ankündigen soll. Da es dem Dienst nach US-Recht verboten ist, über strafrechtliche Anordnungen, sogenannte National Security Letters, öffentlich zu sprechen, soll auf der Webseite kontinuierlich mitgeteilt werden, dass alles in Ordnung ist. Sollte der Online-Speicherdienst gezwungen werden, Kundendaten auszuhändigen, soll die Webseite nicht mehr aktualisiert werden.

Die Aktualisierung müsse von drei Mitarbeitern gleichzeitig signiert werden, die sich an verschiedenen Orten auf der Welt befinden.

Quelle: Golem/Mst

Automatisierung Jedes zwölfte Twitter-Profil ist ein Bot

Da geht aus dem Bericht hervor, den der Microblogging-Dienst an die amerikanische Börsenaufsicht geschickt hat. Demnach gab es Ende Juni 2014 weltweit 271 Millionen aktive Nutzer. Elf Prozent der Aktivitäten würden mithilfe externer Tools erfolgen. Die Zahl der automatisierten Twitter-Accounts liegt demnach bei 23 Millionen.

Darunter fallen nicht nur Spam-Verteiler. Deren Anteil liegt Twitter zufolge bei unter fünf Prozent.

Twitter-Bots sind Automaten, die selbstständig bestimmte Nachrichten verschicken, wie etwa das Twitter-Profil vom Londoner Glockenturm Big Ben, das alle Stunde via Twitter die Anzahl der Glockenschläge sendet.

Auch Wetterdienste, Wasserstands- oder Erdbebenmeldungen werden demnach regelmäßig genutzt.

Quelle: www.sec.gov/SPON/Mst

Internet Provider müssen keine Sperren einsetzen

Das Oberlandesgericht Köln hat geurteilt, dass Provider keine URL-, DNS-, IP-Sperren oder Filter einsetzen müssen, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

Eine Störerhaftung von Access-Providern wurde dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Bei dem Urteil ging es um im Ausland gespeicherte, urheberrechtswidrige Musikkopien, die über eDonkey-Links auf zwei Webseiten erreichbar waren.

Die Kläger waren führende Unternehmen der Musikindustrie.

Quelle: golem.de/Mst

Lauschangriff Bewegungssensoren in Smartphones können Gespräche abhören

Forscher der US-amerikanischen Stanford University wollen die Abhörmethode via Gyroskop kommende Woche auf einer Sicherheitskonferenz in San Diego präsentieren. Nach einem Bericht der "Wired" haben die Wissenschaftlern Smartphones mit einer Software präpariert, die leichte Schwingungen der Bewegungssensoren auslesen und in Tondateien umwandeln kann.

Im Gegensatz zum Mikrofon lassen sich die Smartphone-Zugriffsrechte auf Bewegungssensoren nicht abschalten.

Die Gefahr, über das Gyroskop abgehört zu werden, lasse sich jedoch reduzieren. Die Betriebssystementwickler müssten die Frequenz beim Zugriff auf die Sensoren reduzieren.

Bei Apple-Betriebssystemen sei dies bereits der Fall, bei Android-Geräten müsse Google zunächst noch ein Tool bereitstellen.

Quelle: WIRED/SPON/Mst

Computer Apple verbieten zwei giftige Chemikalien

Der IT-Konzern verbannt wegen potenzieller Vergiftungsgefahr von Mitarbeitern in seinen Fabriken zwei Toxine aus der iPhone- und iPad-Herstellung. Apple war wegen der Verwendung von Benzol und n-Hexan öffentlich in die Kritik geraten.

Der Konzern erklärte am Donnerstag auf seiner Website, dass eine viermonatige Untersuchung keine Hinweise auf eine Gefährdung der Angestellten in der Endproduktion geliefert habe.

Dennoch habe sich das Unternehmen entschieden, künftig auf den Einsatz der beiden Stoffe zu verzichten. Die Chemikalien sollen Leukämie und Nervenschäden verursachen können.

Quelle: Apple/heise/Agenturen /Mst

Webausfall Zu knapp konfigurierte Router bremsen das Internet

Am Dienstag zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr deutscher Zeit kam es weltweit zu Internetausfällen und langsamen Übertragungen bei verschiedenen Providern. Verantwortlich waren große Routing-Tabellen, welche die Tabellenspeicherkapazität einiger Backbone-Router überstiegen haben. Als Reaktion darauf löschten betroffene Geräte überzählige Routen, was wiederum zu Ausfällen führte.

Zur Kompensation des Problems haben Betreiber den Speicher für Internetrouten in den betreffenden Routern erhöht.

In Deutschland kam es vor allem bei Anschlüssen der Telekom zu Verbindungsproblemen.

Quelle: BGPMON/SPON/Heise/Mst

15.08.2014

Biologie Schmarotzer nehmen nicht nur, manchmal geben sie auch.

US-Biologen haben herausgefunden, dass Schmarotzerpflanzen wie Cuscuta, der sogenannte Teufelszwirn, nicht nur Nährstoffe von ihren Wirtspflanzen abzweigen. Vielmehr kommt es auch zu einem regen Austausch von molekularen Botschaften: Die Pflanzen geben einander Molekül-Stränge weiter, die aus kurzen RNA-Sequenzen bestehen. Aber auch lange RNA-Ketten werden ausgetauscht, sogenannte Messenger-RNA, die den genetischen Bauplan für komplette Proteine tragen. Das sei überraschend, weil man bisher davon ausgegangen war, dass Messenger-RNA sehr fragil ist und einen solchen Transport nicht überleben würde, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Science". Warum die Pflanzen diese Stoffe austauschen, konnten die Forscher noch nicht herausfinden. Sie vermuten allerdings, dass die Parasiten die Geninformationen ihrer Wirte mitlesen, um daraufhin gezielte Angriffe starten zu können. [ha]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1253122

Astronomie Die Raumsonde "Stardust" hat offenbar Staubkörner zur Erde gebracht, die aus Quellen jense

Die Untersuchung der insgesamt sieben Partikel zeige, dass der Staub im interstellaren Raum deutlich vielfältiger sei als bisher angenommen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Das betreffe sowohl die Größe der Körner als auch ihre chemische Zusammensetzung und ihren inneren Aufbau. Gefunden haben die Forscher zum Beispiel das Mineral Olivin, ein Magnesium-Eisen-Silikat. Drei der sieben Körnchen enthalten Schwefel. Das sei überraschend, weil die Existenz dieses Elements im interstellaren Staub bisher strittig war. Die "Stardust"-Sonde war 1999 ins All gestartet und hatte die Proben im Jahr 2006 zur Erde gebracht, nachdem sie weitere Staubkörner des Kometen "Wild 2" eingesammelt hatte. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1252496

Medizin Neuer Ansatz gegen HIV.

Forschern aus den USA ist es gelungen, HI-Viren zu bekämpfen, die sich vor dem Immunsystem verstecken. Solche inaktiven Viren können die Behandlung mit Medikamenten überdauern, um nach der Therapie wieder hervorzubrechen. Im Fachblatt "Cell" beschreiben die Wissenschaftler nun eine Kombination aus Antikörpern, die gegen viele verschiedene HIV-Typen wirken, und Medikamenten, welche die schlafenden Viren aktivieren. Im Versuch mit Mäusen, die das HI-Virus in sich trugen, zeigte dieser Ansatz erste Erfolge: Bei rund sechzig Prozent der Nager, die mit der Wirkstoffkombination behandelt worden waren, konnten nach der Therapie keine Spuren der Infektion mehr nachgewiesen werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass dieser Ansatz es in Zukunft ermöglichen könne, Patienten mit HIV dauerhaft zu heilen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2014.07.043

Umwelt Menschen lassen Gletscher immer rascher schmelzen.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte haben sich menschliche Einflüsse zum stärksten Faktor der Gletscherschmelze entwickelt. Das berichten Forscher aus Kanada und Österreich im Fachmagazin "Science". Das Abschmelzen der Gletscher begann Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von natürlichen und menschengemachten Einflüssen. Im Zeitraum von 1851 bis 2010 haben die Gletscher nach Aussagen der Forscher nur ein Viertel ihrer Masse durch menschliches Einwirken verloren. Von 1991 bis 2010 läge der Anteil jedoch bei siebzig Prozent. Die Wissenschaftler stützen sich dabei auf Messdaten der Gletscherausdehnung und auf Modellrechnungen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254702

Medizin Ein Impfstoff gegen eine Tropenkrankheit hat sich bewährt.

In der ersten Phase einer klinischen Studie hat ein Impfstoff gegen das Chikungunyafieber bei den Probanden eine Immunreaktion ausgelöst. Das berichten Wissenschaftler aus den USA im Medizinfachblatt "The Lancet". Der Impfstoff besteht aus Nanopartikeln, die Moleküle aus der Hülle der Viren tragen. Er enthält jedoch kein Erbmaterial des Erregers, so dass eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Die Vakzine wurde 25 gesunden Probanden injiziert. Ernsthafte Nebenwirkungen traten dabei nicht auf. Nach einer mehrmaligen Behandlung hatten alle Versuchsteilnehmer eine hohe Zahl von Antikörpern gebildet. Diese waren nach einigen Monaten noch nachzuweisen. Das Chikungunyafieber wird durch Mücken übertragen. Ein zugelassener Impfschutz oder eine Therapie mit Medikamenten existieren zur Zeit noch nicht. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61185-5

14.08.2014

Archäologie Die Ägypter mumifizierten Leichname mehr als 1000 Jahre früher als bislang angenommen.

Das hat eine Untersuchung alter Leichentuchreste ergeben, die auf einem der ältesten ägyptischen Friedhöfe gefunden wurden. Die Textilien wiesen Spuren komplex zusammengesetzter Flüssigkeiten auf. Durch biochemische Analysen identifizierte ein internationales Forscherteam ein Pinienharz, pflanzlichen Zucker, ein aromatisches Pflanzenextrakt, natürliches Petroleum sowie ein pflanzliches und ein tierisches Fett. Diese Substanzen entsprächen denen, die später während der Zeit der Pharaonen für die Einbalsamierung verwendet wurden, heißt es im Fachjournal "PLoS One". Da die untersuchten Leinentuchreste aus der Zeit zwischen 4500 und 3350 vor Christus stammen, scheinen die alten Ägypter mehr als 1000 Jahre früher als vermutet mit dem Einbalsamieren begonnen zu haben. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0103608

Paläontologie Ein Knochenhaufen in Brasilien entpuppt sich als neue Flugsaurierart.

Aus vielen versteinerten Knochen haben Paläontologen gleich 47 Exemplare einer bisher unbekannten Flugsaurierart zusammengesetzt. Die neue Spezies stammt aus der Kreidezeit und erhielt den Namen Caiuajara dobruskii. Die Flugsaurier trugen einen auffälligen Knochenkamm auf dem Schädel und ihre Flügel hatten - ausgewachsenen- eine Spannweite von 2,35 Metern. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0100005

Biologie Ein australischer Kuckuck legt mit Bedacht braune Eier.

Und damit verfolgt er eine ganz andere Strategie als die bei uns heimischen Kuckucksweibchen. Das haben australische Forscher beobachtet. Bei beiden Strategien geht es um Täuschung. Während hiesige Kuckucksweibchen jedoch rosafarbene, gefleckte Eier legen, die denen des Wirtsvogels möglichst ähnlich sind, hat der australische Kuckuck seine Artgenossen im Visier. Da Kuckucksweibchen immer ein Ei aus dem Wirtsnest werfen, bevor sie ein eigenes hineinlegen, hat ein braunes Ei Vorteile: Im Halbdunkel des Nests hat es bessere Chancen, von einem später eintreffenden Kuckuck übersehen zu werden. [tj]

Quelle: DOI: 10.1098/rspb.2014.1014

Genetik Gewächshausspinnen haben doppelt so viele aktive Gene wie der Mensch.

Das haben Göttinger Entwicklungsbiologen mithilfe neuer Sequenziermethoden herausgefunden: Während im Laufe eines Lebens im Menschen etwa 25.000 Gene aktiv sind, verfügt die Spinne über bis zu 60.000 solcher Gene. Wozu die Gewächshausspinnen mehr aktive Gene benötigen ist derzeit noch unklar. Die Forscher vermuten im Fachmagazin "PLoS One", dass mit dem zusätzlichen Genmaterial im Lauf der Evolution spezielle Eigenschaften entwickelt wurden: beispielsweise das Herstellen von Spinnseide zum Netzbau oder die Produktion von Gift, um Beutetiere zu töten. Gewächshausspinnen werden seit einigen Jahren untersucht, weil sich mit ihnen modellhaft die Entwicklung menschlicher Organe erforschen lässt. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0104885

Medizin Das experimentelle Ebola-Medikament „ZMapp“ ist gestern Abend in Liberias Hauptstadt Monro

Damit sollen zwei infizierte Ärzte behandelt werden. Die Vorräte des Präparates seien damit allerdings erschöpft – teilte der Hersteller mit. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren. Fast gleichzeitig hat ein anderes US-amerikanisches Pharmaunternehmen angekündigt, dass man erstmals einen Impfstoff gegen Ebola am Menschen testen wolle und das schon in wenigen Wochen. Ursprünglich war man von einer Vorlaufzeit von bis zu 10 Monaten ausgegangen. Und die Fachzeitschrift "Cell Host & Microbe" berichtet, dass sie einen der Gründe gefunden hat, weshalb das Ebola-Virus das körpereigene Immunsystem blockiert: Die Blockade geht auf das Virus-Protein VP24 zurück. Dieses bindet an ein Transportprotein, das eigentlich dazu da ist, im Fall einer Infektion Signalstoffe in den Zellkern zu leiten, die dort eine Immunantwort gegen den Erreger auslösen. Durch die Blockade aber kann die Körperabwehr nicht aktiviert werden. [tj]

Quelle: DOI: 10.1016/j.chom.2014.07.008

13.08.2014

Fields-Medaille Erstmals erhält eine Frau die höchste mathematische Auszeichnung

Die 36-jährige Maryam Mirzakhani ist heute in Soul mit der Fields-Medaille ausgezeichnet worden, die alle vier Jahre von der Internationalen Mathematischen Union vergeben wird. Die Mathematikerin stammt aus dem Iran und lehrt an der Stanford Universität in Kalifornien, wo sie sich mit algebraischer Geometrie und Topologie beschäftigt.

Die Fields-Medaille gilt als eine Art Nobelpreis der Mathematik und wird an junge Mathematiker unter 40 Jahren verliehen.

Neben Mirzakhani erhielten drei Männer aus Österreich, Brasilien und Kanada die Fields-Medaille.

Sie wurden für ihre Forschungsarbeiten an der Theorie stochastischer partieller und nicht-partieller Differenzialgleichungen, der Theorie Dynamischer Systeme und Erkenntnissen auf dem Gebiet der Zahlentheorie geehrt.

Erbgut Antarktische Mücke zeigt kompaktes Genom

Zwar ist Belgica antarctica nur sieben Millimeter lang, jedoch gilt die Zuckmücke damit als das größte Landtier, das dauerhaft in der Antarktis lebt. US-Genetiker aus Stanford haben nun das Erbgut des Tieres untersucht. Wie die Forscher im Fachblatt Nature Communications berichten, ist es das kleinste bisher sequenzierte Insektengenom überhaupt.

Vermutlich ist diese Kompaktheit der Grund für den Erfolg, in der Eiseskälte zu überleben. Das Genom der Zuckmücke umfasst nur 99 Millionen Basenpaare; das menschliche Erbgut enthält zum Vergleich rund 3,2 Milliarden Basenpaare.

Die Larven sind die meiste Zeit ihrer zweijährigen Entwicklung im Eis eingefroren.

Dabei tolerieren sie den Verlust von bis zu 70 Prozent ihrer Körperflüssigkeit, zugleich tiefe Temperaturen und hohe UV-Strahlung.

Ebola Weiteres Todesopfer in Nigeria

Nach Angaben der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas ist ein 36-jähriger Mitarbeiter gestern in Lagos gestorben. Er habe Kontakt zu dem infizierten Berater der liberianischen Regierung gehabt, der im Juli nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen war.

In Nigeria sind damit drei Menschen nachweislich an Ebola gestorben, mehr als 100 Personen stehen derzeit unter Beobachtung.

Die Zahl der Todesopfer in ganz Afrika ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile auf mehr als 1.000 gestiegen.

Wegen der Ebola-Epidemie hat das Auswärtige Amt unterdessen alle deutschen Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert.

Ausdrücklich davon ausgenommen sei dringend benötigtes medizinisches Personal.

Bakterien Listerien fordern Menschenleben in Nordeuropa

In Dänemark sind zwölf Menschen wahrscheinlich nach dem Verzehr von Wurst an einer Bakterien-Infektion gestorben. Hauptquelle für den Listerien-Ausbruch sei Fleisch eines Produzenten, der Aufschnitt und andere Wurstwaren herstellt. Das teilte das dänische Lebensmittelministerium mit.

Seit September 2013 hätten sich in Dänemark 20 Menschen unterschiedlichen Alters mit identischen Listerien infiziert, darunter 15 allein in den vergangenen drei Monaten.

Die gleichen Bakterien seien nun in einer Wurst-Charge des Unternehmens, das mittlerweile geschlossen wurde, entdeckt worden.

Meeresbiologie Wissenschaftler präsentieren ein Quallen-Archiv

Ein internationales Forscherteam hat die erste Datenbank zur weltweiten Verbreitung von Nesseltieren erstellt. Wie das spanische Forschungsinstitut CSIC mitteilte, sind in der Jellyfish Database Initiative (JeDI) schon mehr als 476.000 Daten zu den Quallen erfasst. Mit diesen Daten lässt sich die Verbreitung der Biomasse bis zu einer Tiefe von 200 Metern bestimmen.

Quallen, die zu 98 Prozent aus Wasser bestehen, existieren weltweit; ihre größte Verbreitung haben sie in den mittleren Breiten der Nordhalbkugel.

Bei Berührung mit den Nesselzellen sondern die Tiere ein Sekret ab, das zu verbrennungsähnlichen Rötungen und Ausschlägen führen kann, in einige Fällen können diese Begegnungen lebensgefährlich sein.

Raumfahrt Die Internationale Raumstation hat Nachschub erhalten

Der letzte europäische Raumtransporter hat gestern erfolgreich an der internationalen Raumstation (ISS) in rund 400 Kilometern Höhe angedockt, wie das französische Raumfahrtzentrum CNES mitteilte.

Der unbemannte Frachter der europäischen Weltraumagentur ESA bringt den sechs Raumfahrern auf der ISS neue Lebensmittelvorräte und wissenschaftliches Gerät für Experimente.

Rund ein halbes Jahr soll der Transporter an der Raumstation angedockt bleiben.

Ende 2014 wird der Frachter dann mit mehreren Tonnen Abfall gefüllt und auf seine letzte Reise in Richtung Erdatmosphäre geschickt, wo er verglühen wird.

12.08.2014

Hirngewebe Bioingenieure entwickeln ein Modell

Es ist dreidimensional und besteht aus Hirnzellen von Ratten. Die Forscher ließen die Zellen auf einer Struktur aus verschiedenen Eiweißen wachsen, schreiben sie im Fachblatt "PNAS".

Auf gewisse äußere Einflüsse reagierte das Hirn-Modell wie ein echtes Gehirn. So ließen die Forscher etwa ein Gewicht auf ihr Modell fallen, um eine Hirnverletzung zu simulieren. Das Modell-Gewebe stieß daraufhin Glutamat aus. Bei Verletzungen eines echten Gehirns wird dieser Botenstoff ebenfalls ausgeschüttet.
Mit dem Modell wollen die Wissenschaftler zukünftig Hirnfunktionen und Krankheiten des Gehirns erforschen.

Quelle: hell

Analyse Herkunft von Wein lässt sich chemisch bestimmen

Das haben Wissenschaftler auf dem Treffen der American Chemical Society in San Francisco berichtet. Sie untersuchten flüchtige organische Verbindungen von Weinen der Rebsorten Cabernet, Sauvignon und Malbec.

Bei den untersuchten Malbec-Weinen unterschieden sich knapp 50 von 60 Verbindungen deutlich. Die Forscher konnten daraus auf die Anbaugebiete schließen. Ähnlich war es beim Cabernet Sauvignon. Die Wissenschaftler konnten zehn Regionen Kaliforniens definieren, deren Böden einen charakteristischen Einfluss auf den Wein hatten. Die Ergebnisse könnten dabei helfen, Weinfälscher zu überführen.

In einer anderen Studie wandten sich Forscher der Lagerung von Wein zu. Sie lagerten 400 Flaschen teils in einem professionellen Weinkeller und teils unter normalen Haushaltsbedingungen. Im Weinkeller lag die Temperatur bei 16 Grad, in dem anderen Raum schwankte sie je nach Jahreszeit.

Das Ergebnis: Der im Haus gelagerte Wein alterte schneller. Schon nach sechs Monaten war er chemisch gesehen so alt, wie sein Keller-Pendant nach einem Jahr.

Quelle: Agenturen, hell

Empathie Forscher vergleichen Menschen und Bonobos

Und dazu untersuchten sie, wie Affen und Menschen darauf reagieren, wenn ein Artgenosse gähnt. Empathie beschreibt die Fähigkeit, Emotionen von jemand anderem nachzuempfinden. Sich vom Gähnen eines anderen anstecken zu lassen, gilt als eine Art der Übertragung von Emotionen.

Die Forscher beobachteten Affen und Menschen fünf Jahre lang. Das Ergebnis: Das Gähnen war bei Mensch und Affe gleich ansteckend, wenn sich die Individuen nicht kannten. Wenn jedoch ein Freund oder Familienmitglied gähnte, reagierten Menschen schneller und häufiger als Bonobos. So beschreiben es die Forscher im Magazin "Peer J".

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Übertragung von Emotionen in diesem Fall beim Menschen von dem sozialen Gefüge abhängt. Kennt der Mensch sein Gegenüber nicht, ist er in etwa so empathisch wie ein Bonobo.

Quelle: hell

Madagaskar Knapp 40 Prozent der Reptilien vom Aussterben bedroht

Zu dem Schluss kommt ein internationales Forscherteam. Die Wissenschaftler haben erstmals den Gefährdungsstatus aller auf Madagaskar beheimateten Reptilien untersucht. Die Abholzung des Regenwaldes bedrohe die Echsen und Schlangen der Insel, notieren die Wissenschaftler im Magazin "Plos One". Außerdem stuften sie alle vier Landschildkröten-Arten Madagaskars als gefährdet ein. Die Schildkröten werden illegal gejagt und nach Asien geschmuggelt oder in Madagaskar verzehrt.
Erfreulich sei, dass bisher so gut wie keine Art ausgestorben ist, heißt es von den Forschern. Auch wenn einige Arten kurz vor dem Aussterben stünden – mit intensivem Naturschutz könnte man sie erhalten.

 

 

Quelle: hell

MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk