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19.08.2014

Medizin Frau in Berlin mit Verdacht auf Ebola isoliert

Die 30-Jährige war heute im Jobcenter Berlin-Pankow zusammengebrochen. Laut einem Feuerwehrsprecher habe sie typische Anzeichen von Ebola gezeigt. Zuvor sei sie in Nigeria gewesen.
Die Frau wurde zunächst in einem Notarztwagen isoliert und dann in die Infektionsabteilung der Charité gebracht.
Die dortigen Experten gingen am späten Nachmittag nicht davon aus, dass es sich um Ebola handelt. Ein Bluttest soll jetzt genauen Aufschluss geben.
Das Klinikum verfügt über eine Sonderisolierstation, die Platz für bis zu 20 Patienten bietet.
Nachdem das Jobcenter zunächst abgeriegelt wurde, durften die Besucher es mittlerweile verlassen. Kontaktpersonen der Frau wurden ebenfalls in eine Klinik gebracht.
Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind bisher mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen.

Krebsforschung Natürliche Killerzellen könnten Leukämie bekämpfen

Die sogenannten NK-Zellen haben im Körper die Aufgabe, abnormale Zellen zu zerstören, bevor sie krebsartig werden. Wie US-Mediziner nun gezeigt haben, kann man sie auch einsetzen, um akute lymphatische Leukämie zu bekämpfen.
In Laborexperimenten vermehrten die Forscher NK-Zellen eines Patienten und ließen sie gegen Leukämiezellen desselben Patienten vorgehen. Wie die Wissenschaftler im Journal "Leukemia" schreiben, zerstörten die Killerzellen die Krebs-Zellen.
Akute lymphatische Leukämie ist die häufigste Krebsart bei Kindern. Die Forscher versprechen sich aus den Ergebnissen Ansätze für eine Alternative zur Chemotherapie.

Raumfahrt Spuren von Meeresplankton an Außenwänden der ISS

Das hat ein russischer Raumfahrt-Einsatzleiter berichtet.
Demnach seien die Plankton-Spuren bei Tests entdeckt worden, die sich über das vergangene Jahr erstreckt hätten.
Wie die Mikroteilchen an die Wand der ISS gelangten, sei unklar. Man habe ähnliche Teilchen auf der Meeresoberfläche gefunden. Auf dem Weltraumbahnhof Baikonur, wo Raumschiffe zur ISS starten, gebe es sie üblicherweise nicht.

Biologie Training der Finger verbessert den Tastsinn im Gesicht

Ein deutsch-französisches Forscherteam hat den Tastsinn des rechten Zeigefingers von Probanden trainiert. Dazu stimulierten die Wissenschaftler die Fingerspitzen der Testpersonen mit einer vibrierenden Membran.
Nach dem Training konnten die Testpersonen zwei nebeneinanderliegende Reize auf dem Finger leichter auseinanderhalten. Gleichzeitig verbesserte sich auch ihr Tastsinn in den Wangen und den Lippen. So notieren es die Forscher im Magazin "Current Biology".
Als mögliche Begründung nennen sie, dass Sinneseindrücke von Finger und Gesicht im Gehirn dicht nebeneinander verarbeitet werden.
Ähnliche Effekte kannte man bisher von Handamputationen. Hirnareale, die zuvor Sinneseindrücke der Hand repräsentierten, erhielten nach einer Amputation Signale aus der benachbarten Gesichtsregion.
Die aktuelle Studie weist erstmals nach, dass solche Lerneffekte nicht nur nach Amputationen auftreten, heißt es von den Forschern.

Gesichtserkennung Grenzbeamte können falsche Passfotos oft nicht erkennen

Das zeigt ein Experiment australischer Forscher. Dabei bekamen Grenzbeamte das Passbild einer Person zu sehen. Sie sollten entscheiden, ob das Foto einen Menschen zeigte, der direkt vor ihnen stand.
Die Beamten irrten sich in 15 Prozent der Fälle.
Damit hatten die geschulten Grenzbeamten ähnliche Trefferquoten wie eine Gruppe ungeübter Studenten, schreiben die Forscher im Journal "Plos One". In beiden Gruppen – bei den Grenzbeamten und bei den Studenten – fanden sich jedoch Personen, die die Aufgabe nahezu perfekt meisterten.
Die Wissenschaftler schließen daraus, dass es sich womöglich nicht lohnt, Grenzbeamte aufwendig zu schulen. Vielmehr sollte man bei der Auswahl des Personals darauf achten, dass es das Talent besitzt, Gesichter mit Fotos abzugleichen.

Demografie Wilderei bedroht Afrikas Elefanten

Wegen der illegalen Jagd schrumpft die Zahl der Tiere seit 2010 um gut zwei Prozent pro Jahr. Das berichtet ein Forscherteam in Magazin "PNAS".
Die Biologen haben Daten zur Demografie und zu Todesursachen von Elefanten aus ganz Afrika analysiert. Damit schätzten sie zum ersten Mal das Ausmaß der Wilderei auf kontinentaler und regionaler Ebene.
Einen Höhepunkt hatte die illegale Jagd demnach im Jahre 2011 erreicht. Damals seien rund acht Prozent der afrikanischen Elefanten Wilderern zum Opfer gefallen.
Die Tiere werden wegen ihrer Stoßzähne gejagt. In einer Region, die die Forscher besonders genau beobachtet hatten, hing die Zahl der illegal getöteten Elefanten mit dem Schwarzmarktpreis für Elfenbein in China zusammen.

18.08.2014

Zoologie Hallucigenia hat seinen Platz im Stammbaum des Lebens gefunden

Es ist ein merkwürdig anzusehendes Tier gewesen: Ein Wurm mit Füßen, Stacheln auf dem Rücken und einem Schwanz, der kaum vom Kopf zu unterscheiden ist. Seit dem ersten Fund von Fossilien des Hallucigenia sparsa genannten Tieres hatten Forscher Schwierigkeiten, ihm einen Platz im Stammbaum des Lebens zuzuweisen. Forscher der Universität Cambridge haben mithilfe bildgebender Verfahren und vergleichender Untersuchungen starke Indizien dafür gefunden, dass Hallucigenia mit den heutigen Stummelfüßern verwandt ist, die in tropischen Lebensräumen und in der gemäßigten Zone der Südhalbkugel leben. Wichtigster Hinweis auf die Verwandtschaft sei der Bau der Klauen an den Füßen der Tiere, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Hallucigenia wurde zwischen fünf und 35 Millimeter lang und lebte im Kambrium – also vor 541 bis 485 Millionen Jahren - auf dem Boden der Ozeane. [mawi]

Medizin Neue Behandlung stoppt Haarausfall

US-amerikanische Mediziner haben drei Patienten mit Haarausfall erfolgreich behandelt. Die Männer litten unter alopecia areata, dem sogenannten kreisrunden Haarausfall. Das ist eine Erkrankung, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Haarfollikel angreift. Die Forscher der Columbia University in New York City entdeckten, dass eine bestimmte Gruppe von T-Helferzellen die Follikel attackiert. Mit zwei bereits zugelassenen Wirkstoffen lässt sich der Angriff der Immunzellen gezielt unterbinden.

Fünf Monate nach Beginn der Behandlung hätten drei Patienten wieder volles Kopfhaar gehabt, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Die Wirksamkeit der Präparate müsse aber noch in größeren Studien endgültig belegt werden. [mawi]

Quelle: Nature Medicine

Biologie Winzige genetische Veränderung macht das Leben in großer Höhe einfacher

Die Luft ist dünn auf dem Hochplateau in Tibet. Der Austausch eines einzigen Erbgut-Bausteins im sogenannten EGLN-1-Gen hat dafür gesorgt, dass Menschen dort besser mit der Sauerstoffknappheit zurechtkommen. Die genetische Variante sei vor etwa 8.000 Jahren entstanden und habe sich sehr schnell verbreitet. Etwa 88 Prozent der Tibeter trügen die Genvariante. Bei Menschen im nahen asiatischen Tiefland hingegen sei die Variante beinahe nicht zu finden, berichten Forscher der Universität von Utah im Fachblatt "Nature Genetics".

Die Genvariante der Tibeter sorge dafür, dass der Körper nicht allzu stark auf den Sauerstoffmangel reagiere. Normalerweise bilden Menschen bei Sauerstoffknappheit besonders viele rote Blutzellen. Das Blut dickt regelrecht ein und das Risiko für gesundheitliche Schäden steigt. [mawi]

Medizin Bakterien lassen Tumor schrumpfen

Mediziner am Johns-Hopkins-Krebszentrum in Baltimore haben einer Patientin mit einem Muskelkrebs, der bereits Tochtergeschwülste gebildet hat, Bakterien-Sporen in eine Schultermetastase gespritzt. Es handelt sich um Sporen des Bakteriums Clostridium novyi. Der Verwandte des Botulismus-Erregers gedeiht nur bei Sauerstoffmangel. Im Inneren von Tumoren herrscht Sauerstoffknappheit. Im Fachblatt "Science Translational Medicine" berichten die US-Mediziner, dass der Tumor deutlich geschrumpft sei. Die Bakterien hätten möglicherweise nicht alleine dazu beigetragen, wahrscheinlich habe das Immunsystem der Patientin mitgeholfen. Darauf deuteten auch vorherige Versuche an Hunden hin.

Krebs mit Bakterien zu bekämpfen, ist eine Idee aus dem 19. Jahrhundert. Die Methode hat sich bislang allerdings nicht durchgesetzt. Die US-Forscher in Baltimore wollen ihr Konzept in einer Studie mit 18 Patienten weiter erproben. [mawi]

Quelle: Science Translational Medicine - DOI: 10.1126/scitranslmed.3008982

Geologie In Taiwan verschwindet eine Schlucht im Eiltempo

Aus einer schmalen Schlucht wird mit der Zeit ein breites Tal mit einem flachen Flussbett. Wissenschaftler sind bislang davon ausgegangen, dass dieser Übergang Tausende Jahre dauert und im Wesentlichen durch die Erosion der seitlichen Ränder der Schlucht vorangetrieben wird. Ein Forscherteam des Deutschen Geoforschungszentrums GFZ hat in einer Schlucht im Flusslauf des Da'an Chi in Taiwan einen neuen Mechanismus entdeckt, mit dem dieser Erosionsprozess vor sich geht. Vor dem Eingang in die Schlucht macht der Flusslauf scharfe Kurven. In diesen Kurven prallen die Steine und das Geröll, das der Fluss mit sich führt, auf die Wände der Schlucht und verursachen so eine starke flussabwärts fortschreitende Erosion. Dieser Mechanismus spüle so nach und nach das gesamte Gestein der Schlucht weg, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Mit einer momentanen Abtragungsrate von 17 Metern pro Jahr werde es am Da'an Chi nur 50 bis 100 Jahre dauern, bis die Schlucht verschwunden ist. [mawi]

Quelle: Nature Geoscience - DOI: 10.1038/ngeo2224

16.08.2014

Kryptogeld Ebay-Tochter verhandelt über die Einführung von Bitcoins

Nach Angaben des "Wall Street Journal" könnte das Kryptogeld zeitnah zu einer festen Größe im Onlinegeldverkehr werden. Der zum Internetkonzern Ebay gehörende Zahlungsabwickler Braintree soll Gespräche über eine Einführung der virtuellen Währung führen.

Die Digitalwährung könnte dadurch einen kräftigen Schub erhalten, denn Braintree wickelt Zahlungen für Trendfirmen wie den Bettenvermittler Airbnb, den Fahrdienst Uber oder den Restaurantreservierer OpenTable ab.

Bitcoins gibt es seit 2009. Das Krytogeld kommt vor allem bei Geschäften im Internet zur Anwendung und soll eine Geldwirtschaft unabhängig von Zentral- und Geschäftsbanken möglich machen.

Quelle: Agenturen/heise/Mst

Brasilien Manipulation von Wikipedia-Profilen

Unbekannte haben mehrfach aus dem Netzwerk der brasilianischen Regierung heraus Wikipedia- Profile verfälscht. Nach wachsendem Druck durch die lokale Presse leitete die Regierung nun Untersuchungen gegen die Manipulationen aus den Jahren 2008 bis 2014 ein, bei denen Rechner mit IP-Adressen aus Regierungsnetzwerken dazu genutzt wurden, um kritische Kommentare in der Wikipedia zu manipulieren oder zu entfernen.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, die diese Manipulationen als "nicht statthaft" verurteilte, steht damit unter Druck. Am 5. Oktober finden die nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

Quelle: heise/Mst

Kundenschutz Online-Speicherdienst will vor Durchsuchungen warnen

Der Dienst Spideroak will ein Warnsystem einführen, das eine mögliche Kompromittierung durch Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste ankündigen soll. Da es dem Dienst nach US-Recht verboten ist, über strafrechtliche Anordnungen, sogenannte National Security Letters, öffentlich zu sprechen, soll auf der Webseite kontinuierlich mitgeteilt werden, dass alles in Ordnung ist. Sollte der Online-Speicherdienst gezwungen werden, Kundendaten auszuhändigen, soll die Webseite nicht mehr aktualisiert werden.

Die Aktualisierung müsse von drei Mitarbeitern gleichzeitig signiert werden, die sich an verschiedenen Orten auf der Welt befinden.

Quelle: Golem/Mst

Automatisierung Jedes zwölfte Twitter-Profil ist ein Bot

Da geht aus dem Bericht hervor, den der Microblogging-Dienst an die amerikanische Börsenaufsicht geschickt hat. Demnach gab es Ende Juni 2014 weltweit 271 Millionen aktive Nutzer. Elf Prozent der Aktivitäten würden mithilfe externer Tools erfolgen. Die Zahl der automatisierten Twitter-Accounts liegt demnach bei 23 Millionen.

Darunter fallen nicht nur Spam-Verteiler. Deren Anteil liegt Twitter zufolge bei unter fünf Prozent.

Twitter-Bots sind Automaten, die selbstständig bestimmte Nachrichten verschicken, wie etwa das Twitter-Profil vom Londoner Glockenturm Big Ben, das alle Stunde via Twitter die Anzahl der Glockenschläge sendet.

Auch Wetterdienste, Wasserstands- oder Erdbebenmeldungen werden demnach regelmäßig genutzt.

Quelle: www.sec.gov/SPON/Mst

Internet Provider müssen keine Sperren einsetzen

Das Oberlandesgericht Köln hat geurteilt, dass Provider keine URL-, DNS-, IP-Sperren oder Filter einsetzen müssen, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

Eine Störerhaftung von Access-Providern wurde dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Bei dem Urteil ging es um im Ausland gespeicherte, urheberrechtswidrige Musikkopien, die über eDonkey-Links auf zwei Webseiten erreichbar waren.

Die Kläger waren führende Unternehmen der Musikindustrie.

Quelle: golem.de/Mst

Lauschangriff Bewegungssensoren in Smartphones können Gespräche abhören

Forscher der US-amerikanischen Stanford University wollen die Abhörmethode via Gyroskop kommende Woche auf einer Sicherheitskonferenz in San Diego präsentieren. Nach einem Bericht der "Wired" haben die Wissenschaftlern Smartphones mit einer Software präpariert, die leichte Schwingungen der Bewegungssensoren auslesen und in Tondateien umwandeln kann.

Im Gegensatz zum Mikrofon lassen sich die Smartphone-Zugriffsrechte auf Bewegungssensoren nicht abschalten.

Die Gefahr, über das Gyroskop abgehört zu werden, lasse sich jedoch reduzieren. Die Betriebssystementwickler müssten die Frequenz beim Zugriff auf die Sensoren reduzieren.

Bei Apple-Betriebssystemen sei dies bereits der Fall, bei Android-Geräten müsse Google zunächst noch ein Tool bereitstellen.

Quelle: WIRED/SPON/Mst

Computer Apple verbieten zwei giftige Chemikalien

Der IT-Konzern verbannt wegen potenzieller Vergiftungsgefahr von Mitarbeitern in seinen Fabriken zwei Toxine aus der iPhone- und iPad-Herstellung. Apple war wegen der Verwendung von Benzol und n-Hexan öffentlich in die Kritik geraten.

Der Konzern erklärte am Donnerstag auf seiner Website, dass eine viermonatige Untersuchung keine Hinweise auf eine Gefährdung der Angestellten in der Endproduktion geliefert habe.

Dennoch habe sich das Unternehmen entschieden, künftig auf den Einsatz der beiden Stoffe zu verzichten. Die Chemikalien sollen Leukämie und Nervenschäden verursachen können.

Quelle: Apple/heise/Agenturen /Mst

Webausfall Zu knapp konfigurierte Router bremsen das Internet

Am Dienstag zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr deutscher Zeit kam es weltweit zu Internetausfällen und langsamen Übertragungen bei verschiedenen Providern. Verantwortlich waren große Routing-Tabellen, welche die Tabellenspeicherkapazität einiger Backbone-Router überstiegen haben. Als Reaktion darauf löschten betroffene Geräte überzählige Routen, was wiederum zu Ausfällen führte.

Zur Kompensation des Problems haben Betreiber den Speicher für Internetrouten in den betreffenden Routern erhöht.

In Deutschland kam es vor allem bei Anschlüssen der Telekom zu Verbindungsproblemen.

Quelle: BGPMON/SPON/Heise/Mst

15.08.2014

Biologie Schmarotzer nehmen nicht nur, manchmal geben sie auch.

US-Biologen haben herausgefunden, dass Schmarotzerpflanzen wie Cuscuta, der sogenannte Teufelszwirn, nicht nur Nährstoffe von ihren Wirtspflanzen abzweigen. Vielmehr kommt es auch zu einem regen Austausch von molekularen Botschaften: Die Pflanzen geben einander Molekül-Stränge weiter, die aus kurzen RNA-Sequenzen bestehen. Aber auch lange RNA-Ketten werden ausgetauscht, sogenannte Messenger-RNA, die den genetischen Bauplan für komplette Proteine tragen. Das sei überraschend, weil man bisher davon ausgegangen war, dass Messenger-RNA sehr fragil ist und einen solchen Transport nicht überleben würde, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Science". Warum die Pflanzen diese Stoffe austauschen, konnten die Forscher noch nicht herausfinden. Sie vermuten allerdings, dass die Parasiten die Geninformationen ihrer Wirte mitlesen, um daraufhin gezielte Angriffe starten zu können. [ha]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1253122

Astronomie Die Raumsonde "Stardust" hat offenbar Staubkörner zur Erde gebracht, die aus Quellen jense

Die Untersuchung der insgesamt sieben Partikel zeige, dass der Staub im interstellaren Raum deutlich vielfältiger sei als bisher angenommen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Das betreffe sowohl die Größe der Körner als auch ihre chemische Zusammensetzung und ihren inneren Aufbau. Gefunden haben die Forscher zum Beispiel das Mineral Olivin, ein Magnesium-Eisen-Silikat. Drei der sieben Körnchen enthalten Schwefel. Das sei überraschend, weil die Existenz dieses Elements im interstellaren Staub bisher strittig war. Die "Stardust"-Sonde war 1999 ins All gestartet und hatte die Proben im Jahr 2006 zur Erde gebracht, nachdem sie weitere Staubkörner des Kometen "Wild 2" eingesammelt hatte. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1252496

Medizin Neuer Ansatz gegen HIV.

Forschern aus den USA ist es gelungen, HI-Viren zu bekämpfen, die sich vor dem Immunsystem verstecken. Solche inaktiven Viren können die Behandlung mit Medikamenten überdauern, um nach der Therapie wieder hervorzubrechen. Im Fachblatt "Cell" beschreiben die Wissenschaftler nun eine Kombination aus Antikörpern, die gegen viele verschiedene HIV-Typen wirken, und Medikamenten, welche die schlafenden Viren aktivieren. Im Versuch mit Mäusen, die das HI-Virus in sich trugen, zeigte dieser Ansatz erste Erfolge: Bei rund sechzig Prozent der Nager, die mit der Wirkstoffkombination behandelt worden waren, konnten nach der Therapie keine Spuren der Infektion mehr nachgewiesen werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass dieser Ansatz es in Zukunft ermöglichen könne, Patienten mit HIV dauerhaft zu heilen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cell.2014.07.043

Umwelt Menschen lassen Gletscher immer rascher schmelzen.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte haben sich menschliche Einflüsse zum stärksten Faktor der Gletscherschmelze entwickelt. Das berichten Forscher aus Kanada und Österreich im Fachmagazin "Science". Das Abschmelzen der Gletscher begann Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von natürlichen und menschengemachten Einflüssen. Im Zeitraum von 1851 bis 2010 haben die Gletscher nach Aussagen der Forscher nur ein Viertel ihrer Masse durch menschliches Einwirken verloren. Von 1991 bis 2010 läge der Anteil jedoch bei siebzig Prozent. Die Wissenschaftler stützen sich dabei auf Messdaten der Gletscherausdehnung und auf Modellrechnungen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254702

Medizin Ein Impfstoff gegen eine Tropenkrankheit hat sich bewährt.

In der ersten Phase einer klinischen Studie hat ein Impfstoff gegen das Chikungunyafieber bei den Probanden eine Immunreaktion ausgelöst. Das berichten Wissenschaftler aus den USA im Medizinfachblatt "The Lancet". Der Impfstoff besteht aus Nanopartikeln, die Moleküle aus der Hülle der Viren tragen. Er enthält jedoch kein Erbmaterial des Erregers, so dass eine Ansteckung ausgeschlossen ist. Die Vakzine wurde 25 gesunden Probanden injiziert. Ernsthafte Nebenwirkungen traten dabei nicht auf. Nach einer mehrmaligen Behandlung hatten alle Versuchsteilnehmer eine hohe Zahl von Antikörpern gebildet. Diese waren nach einigen Monaten noch nachzuweisen. Das Chikungunyafieber wird durch Mücken übertragen. Ein zugelassener Impfschutz oder eine Therapie mit Medikamenten existieren zur Zeit noch nicht. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/S0140-6736(14)61185-5

14.08.2014

Archäologie Die Ägypter mumifizierten Leichname mehr als 1000 Jahre früher als bislang angenommen.

Das hat eine Untersuchung alter Leichentuchreste ergeben, die auf einem der ältesten ägyptischen Friedhöfe gefunden wurden. Die Textilien wiesen Spuren komplex zusammengesetzter Flüssigkeiten auf. Durch biochemische Analysen identifizierte ein internationales Forscherteam ein Pinienharz, pflanzlichen Zucker, ein aromatisches Pflanzenextrakt, natürliches Petroleum sowie ein pflanzliches und ein tierisches Fett. Diese Substanzen entsprächen denen, die später während der Zeit der Pharaonen für die Einbalsamierung verwendet wurden, heißt es im Fachjournal "PLoS One". Da die untersuchten Leinentuchreste aus der Zeit zwischen 4500 und 3350 vor Christus stammen, scheinen die alten Ägypter mehr als 1000 Jahre früher als vermutet mit dem Einbalsamieren begonnen zu haben. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0103608

Paläontologie Ein Knochenhaufen in Brasilien entpuppt sich als neue Flugsaurierart.

Aus vielen versteinerten Knochen haben Paläontologen gleich 47 Exemplare einer bisher unbekannten Flugsaurierart zusammengesetzt. Die neue Spezies stammt aus der Kreidezeit und erhielt den Namen Caiuajara dobruskii. Die Flugsaurier trugen einen auffälligen Knochenkamm auf dem Schädel und ihre Flügel hatten - ausgewachsenen- eine Spannweite von 2,35 Metern. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0100005

Biologie Ein australischer Kuckuck legt mit Bedacht braune Eier.

Und damit verfolgt er eine ganz andere Strategie als die bei uns heimischen Kuckucksweibchen. Das haben australische Forscher beobachtet. Bei beiden Strategien geht es um Täuschung. Während hiesige Kuckucksweibchen jedoch rosafarbene, gefleckte Eier legen, die denen des Wirtsvogels möglichst ähnlich sind, hat der australische Kuckuck seine Artgenossen im Visier. Da Kuckucksweibchen immer ein Ei aus dem Wirtsnest werfen, bevor sie ein eigenes hineinlegen, hat ein braunes Ei Vorteile: Im Halbdunkel des Nests hat es bessere Chancen, von einem später eintreffenden Kuckuck übersehen zu werden. [tj]

Quelle: DOI: 10.1098/rspb.2014.1014

Genetik Gewächshausspinnen haben doppelt so viele aktive Gene wie der Mensch.

Das haben Göttinger Entwicklungsbiologen mithilfe neuer Sequenziermethoden herausgefunden: Während im Laufe eines Lebens im Menschen etwa 25.000 Gene aktiv sind, verfügt die Spinne über bis zu 60.000 solcher Gene. Wozu die Gewächshausspinnen mehr aktive Gene benötigen ist derzeit noch unklar. Die Forscher vermuten im Fachmagazin "PLoS One", dass mit dem zusätzlichen Genmaterial im Lauf der Evolution spezielle Eigenschaften entwickelt wurden: beispielsweise das Herstellen von Spinnseide zum Netzbau oder die Produktion von Gift, um Beutetiere zu töten. Gewächshausspinnen werden seit einigen Jahren untersucht, weil sich mit ihnen modellhaft die Entwicklung menschlicher Organe erforschen lässt. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0104885

Medizin Das experimentelle Ebola-Medikament „ZMapp“ ist gestern Abend in Liberias Hauptstadt Monro

Damit sollen zwei infizierte Ärzte behandelt werden. Die Vorräte des Präparates seien damit allerdings erschöpft – teilte der Hersteller mit. Es werde Monate dauern, die Produktion hochzufahren. Fast gleichzeitig hat ein anderes US-amerikanisches Pharmaunternehmen angekündigt, dass man erstmals einen Impfstoff gegen Ebola am Menschen testen wolle und das schon in wenigen Wochen. Ursprünglich war man von einer Vorlaufzeit von bis zu 10 Monaten ausgegangen. Und die Fachzeitschrift "Cell Host & Microbe" berichtet, dass sie einen der Gründe gefunden hat, weshalb das Ebola-Virus das körpereigene Immunsystem blockiert: Die Blockade geht auf das Virus-Protein VP24 zurück. Dieses bindet an ein Transportprotein, das eigentlich dazu da ist, im Fall einer Infektion Signalstoffe in den Zellkern zu leiten, die dort eine Immunantwort gegen den Erreger auslösen. Durch die Blockade aber kann die Körperabwehr nicht aktiviert werden. [tj]

Quelle: DOI: 10.1016/j.chom.2014.07.008

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