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04.09.2012

Zoologie Sanfte Tasmanische Teufel sind weniger krebsanfällig

Der Tasmanischen Teufel ist in seinem Bestand durch eine Krebserkrankung im Gesichtsbereich bedroht. Der Tumor wird durch Viren verursacht, die über Bisse verbreitet werden. Forscher der Universität von Tasmanien berichten im "Journal of Animal Behaviour" von der überraschenden Beobachtung, dass Tiere, die aggressiver sind, häufiger beißen und seltener gebissen werden, besonders anfällig sind für den Gesichtskrebs. Üblicherweise tritt der Tumor zunächst im Bereich des Mauls auf. Die Forscher schließen daraus, dass die aggressiveren Tasmanischen Teufel sich häufig beim Biss in einen Tumor anstecken und dann selbst krank werden. Ein neuer erfolgsversprechender Weg, den Tasmanischen Teufel vor dem Aussterben zu retten, könnte darin bestehen, gezielt weniger aggressive Tiere zu züchten, glauben die Forscher. So könnte die Ausbreitung der infektiösen Tumorerkrankung zumindest begrenzt werden. //[mawi]//

Medizin Cholesterinsenkende Medikamente wirken offenbar auch gegen Tumore

Tumore bilden neue Lymphgefäße, um wachsen zu können und Tochtergeschwülste zu bilden. Forscher an der ETH Zürich haben in Zellversuchen entdeckt, dass Cholesterin senkende Medikamente, so genannte Statine, dieses Wachstum von Lymphgefäßen bremsen. Die Forscher hatten rund 1000 Substanzen getestet und 30 Stoffe gefunden, die das Lymphgefässwachstum hemmen. Die hemmende Wirkung verschiedener Statine bestätigten die Forscher in Versuchen an Mäusen.Patienten mit Herzkreislaufproblemen nehmen häufig Statine ein, um ein Fortschreiten einer Arteriosklerose zu verhindern. Statine gehören zu den weltweit meistverwendeten Medikamenten überhaupt. Unklar ist noch, wie hoch Statine als Krebsmedikament dosiert werden müssten, um das Lymphgefässwachstum zuverlässig zu unterbinden. //[mawi]//

Psychologie Männer und Frauen nehmen Farben und Kontraste anders wahr

Männer können schwache Kontraste und schnelle Bewegungen besser erkennen als Frauen. Außerdem nehmen sie die selben Farbtöne anders – nämlich etwas bläulicher wahr als Frauen. Auch beim Sehsinn gebe es deutliche Geschlechtsunterschiede, berichten US-amerikanische Forscher der City University of New York nach Experimenten mit Freiwilligen im Fachmagazin "Biology of Sex Differences". Noch sei unklar, was die Ursache ist für die Wahrnehmungsunterschiede. Möglicherweise spiele das Geschlechtshormon Testosteron eine Rolle, von dem Männer üblicherweise mehr hätten. Von Testosteron ist bekannt, dass es bei Ungeborenen die Bildung von Gehirnzellen im Sehzentrum und von Nervenverbindungen fördert. Vielleicht rühre daher bei Männern das bessere Kontrast- und Bewegungssehen, spekulieren die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Biology of Sex Differences

Zoologie In der Antarktis brüten immer weniger Pinguine

Wissenschaftler vom Biodiversität-und Klimaforschungszentrum in Frankfurt beobachteten zwei Wochen lang Zügelpinguine auf Deception Island, einer vor der antarktischen Halbinsel gelegenen Vulkaninsel. Das Ergebnis: Der Bestand brütender Pinguine hat sich seit 2002/2003 von circa 85.000 Pinguinen auf circa 52.000 im Jahr 2010 verringert. Seit 1987 hat sich der Bestand brütender Pinguine sogar mindestens halbiert, berichten die Forscher im Fachjournal "Polar Biology". Die Ursache für den Rückgang sei jedoch weniger der Tourismus auf der Vulkaninsel, sondern vielmehr der Einfluss des Klimawandels. //[mawi]//

Quelle: Polar Biol. DOI 10.1007/s00300-012-1230-3

Ernährung Bio-Nahrungsmittel sind kaum gesünder als herkömmliche

Lebensmittel aus ökologischem Anbau schonen die Umwelt. Der gesundheitliche Nutzen von Bio-Lebensmitteln aber ist offenbar geringer als angenommen. Zu diesem Schluss zumindest kommen Mediziner der Stanford University in den "Annals of Internal Medicine". Die Entscheidung für Obst und Gemüse aus biologischem Anbau könne zwar gerade bei Kindern die Belastung des Körpers mit Pestiziden verringern. Doch auch die in herkömmlichen Lebensmitteln gemessenen Werte seien absolut im sicheren Bereich. Ihre Meta-Studie habe zudem keine Belege dafür geliefert, dass Bio-Essen nahrhafter sei als herkömmliches. Auch das Risiko einer Kontamination mit Bakterien sei bei beiden Nahrungstypen in etwa gleich groß. Aber bei dem Fleisch von Hühnern oder Schweinen aus konventioneller Haltung sei die Wahrscheinlichkeit, das die Bakterien Resistenzen aufweisen, um 33 Prozent höher, betonen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Annals of Internal Medicine

Geologie Höhlenforscher erreichen Rekordtiefen

Wissenschaftler aus neun Ländern haben im Süden Russlands nahe des Schwarzen Meers eine Höhle erkundet und dabei einen neuen Tiefenrekord aufgestellt. Ein ukrainischer Forscher des Teams kletterte bis auf eine Tiefe von 2196 Metern – und damit fünf Meter tiefer als der bisherige Rekordhalter, teilte die Hebrew University in Jerusalem mit. Die Exkursionsteilnehmer blieben teilweise bis zu 24 Tage lang unter der Erde. Bei Höhlenforschern gilt die russische Höhle Krubera-Voronya als "Everest unter den Höhlen". Die Wissenschaftler vermuten, dass sie so tief werden konnte, da sie früher eine direkte Verbindung zum Schwarzen Meer besaß. //[mawi]//

Quelle: ScienceDaily

03.09.2012

Botanik Pollenlose Geranien leben länger

Über ein Bakterium haben spanische Biologen aus Valencia zwei Gene in die Zellen einer Geranie geschleust. Das eine Gen bewirkt eine vermehrte Produktion von Cytokinin. Dieses verzögert den Alterungsprozess und hält die Blätter länger grün. Das zweite Gen sorgt dafür, dass sich die Pollen der Blütenpflanze nicht richtig entwickeln. Damit könnte die pollenlose Balkonpflanze ideal für Allergiker sein, schreiben die Molekularbiologen im Fachmagazin "BMC Plant Biology". Durch nicht völlig entwickelten Pollen ist die Pflanze steril und kann sich nicht selbst aussähen oder über Bestäuber-Insekten verbreitet werden. Die gentechnisch veränderte Geranie soll außerdem besonders intensive Farben haben. //[mst]//

Quelle: BMC Plant Biology

Medizin  Asthma-Sprays können Wachstum von Kindern dauerhaft hemmen

Das ist das Ergebnis einer Studie, die US-Mediziner im New England "Journal of Medicine" vorstellen. Sie hatten rund 1000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren untersucht, die an Asthma leiden und sie bis zu sechs Jahre lang begleitet. Dabei sahen die Mediziner, dass Kinder, die regelmäßig ein Asthmaspray mit dem Wirkstoff Budesonid nahmen, als Erwachsene im Durchschnitt 1,2 Zentimeter kleiner blieben als Asthmatiker, die ein Placebo oder einen anderen Wirkstoff erhalten hatten. Bislang gingen die Forscher nur von einer vorübergehenden Wachstumshemmung aus. Das bedeute jedoch nicht, dass die Behandlung mit diesem Mittel eingestellt werden solle, so die Forscher. Vielmehr müsse der gut ein Zentimeter weniger an Körpergröße gegen die positive Wirkung des Mittels gegen chronisches Asthma abgewogen werden. //[mst]//

Quelle: New England Journal of Medicine

Raumfahrt Internationale Raumstation muss Strom sparen

Zwei Astronauten der ISS haben es bei einem Außeneinsatz nicht geschafft, einen kaputten Stromverteiler zu reparieren. Derzeit produzieren nur fünf der insgesamt acht Solarmodule Elektrizität. Daher mussten einige wissenschaftliche Instrumente und auch andere Systeme heruntergefahren werden, teilte die US-Raumfahrtagentur NASA auf ihrer Webseite mit. Die Behörde hat für Mittwoch einen außerplanmäßigen Ausstieg anberaumt, bei dem die neue Verteilerbox im zweiten Anlauf montiert werden soll. //[mst]//

Medizin Gentherapie repariert defekten Geruchssinn bei Mäusen

Mithilfe eines Nasensprays haben US-Pharmakologen der Universität von Michigan Mäusen ein intaktes Geruchs-Gen eingeschleust, welches sich rasch im Erbgut festsetzte. Bereits einen Tag später konnten die von Geburt an geruchsunfähigen Mäuse plötzlich erstmals Gerüche wahrnehmen, notieren die Forscher im britischen Fachmagazin "Nature Medicine". Messungen der Hirnströme zeigten, dass das Ersatz-Gen die fehlerhaften Riechzellen repariert habe. Ähnliche Gendefekte, die einen fehlerhaften Geruchssinn bedingen, gibt es auch bei Menschen. Eine Heilung mittels Gentherapie ist bislang nicht möglich. //[mst]//

Medizin Klima kann Choleraausbrüche fördern

Die Frage, ob der Cholera-Ausbruch im Senegal 2005 auch durch die damaligen klimatischen Bedingungen zustande kam und in seiner Heftigkeit gefördert wurde, bejaht ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PLOS ONE" eindeutig. Bei der Epidemie vor sieben Jahren erkrankten mehr als 30.000 Menschen an dem Durchfall-Erreger, fast 500 von ihnen starben. Die Studienautoren hatten die Niederschlagsmengen von 2005 mit denen der Vorjahre verglichen. Demnach habe es vor und während des Cholera-Ausbruchs eher sporadisch, dafür aber sehr heftig geregnet. Diese Situation sei ein wesentlicher Faktor bei der Ausbreitung der Cholera gewesen, schreiben die Forscher. Sie hoffen, mithilfe dieser Daten neue Vorhersagemodelle für Seuchen-Ausbrüche erstellen zu können. //[mst]//

Quelle: PLOS ONE (doi:10.1371/journal.pone.044577)

Umwelt In Tibet gibt es fast perfekt saubere Luft

Besucher des heiligen Nam Co Sees können Messungen zufolge die sauberste Luft der Welt atmen. Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hatten dort auf 4700 Meter über dem Meeresspiegel die Qualität der Luft vor allem hinsichtlich der Menge an Feinstaubpartikeln untersucht, die als gesundheitsschädlich gelten. Durchschnittlich lag die tägliche Belastung bei zehn Mikrogramm pro Kubikmeter. Beim späteren Vergleich zu Messungen an anderen Orten sahen die Forscher, dass nirgends auf der Welt die Belastung niedriger ist. Damit sei die Luftqualität ähnlich hoch wie die der Antarktis. Der Nam Co See gilt als der höchstgelegene See der Welt. //[mst]//
31.08.2012

Raumfahrt Roskosmos will mit der Esa eine Sonde zum Jupitermond Ganymed schicken.

Die Sonde soll auf dem Mond landen, nach Lebensformen suchen und das Magnetfeld des Jupiter vermessen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Die Esa hatte vor kurzem beschlossen, 2022 eine Jupitermission zu starten. Die Sonde soll die vier großen Monde des Gasriesen untersuchen. Weil die Nasa an diesem Projekt aus finanziellen Problemen nicht mehr teilnehmen will, hatte die europäische Weltraumagentur andere Nationen eingeladen. Der Vorschlag von Roskosmos, einen Mond-Lander mit zu nehmen, will die Esa nun prüfen. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Mikrobiologie Bodenbakterien und Krankheitserreger haben sieben Resistenz-Gene ausgetauscht.

Bakterien im Boden bekämpfen sich untereinander mit Antibiotika. Mediziner haben daher eine Reihe von Medikamenten auf dieser Grundlage entwickelt. Allerdings entwickeln Bodenbakterien auch Resistenzen gegen diese Antibiotika, und tauschen die Gene dafür mit anderen Bakterien. Ein dänisch-US-amerikanisches Forscherteam wollte nun untersuchen, ob und wie auch Krankheitserreger mit Bodenbakterien Resistenzen tauschen. Dabei entdeckten sie, dass die Erreger in der Vergangenheit bereits sieben Gene weiter gegeben haben. Da diese Gene bei beiden Gruppen gleich waren und obendrein kaum Mutationen aufweisen, vermuten die Forscher in "Science", dass der Gentausch erst vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten stattgefunden hat. Die Forscher führen die Verbreitung von Resistenzen im Boden zum großen Teil auf Bauern zurück: Sie gäben zu viele Antibiotika, die dann im Abwasser und der Gülle ihren Weg in den Boden fänden. Die Folge sei, dass resistente Bakterien besser überlebten. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1220761

Klimaforschung Ruß heizt das Klima weniger auf als vermutet.

Klimaforscher gingen bislang davon aus, dass Ruß auf Platz zwei gleich hinter Kohlendioxid rangiert, was seine Klimawirkung angeht. Sie stützen sich dabei auf Simulationsrechnungen und die Annahme, dass Ruß Sonnenlicht absorbiert, sich erwärmt und dabei direkt die Luft erhitzt. Forscher aus Kalifornien schreiben nun in "Science", dass der Einfluss von Ruß offenbar überschätzt wurde. Die Forscher hatten in zwei Regionen Kaliforniens beobachtet, welchen Einfluss die dunklen Partikel auf das Wetter haben. Dabei stellten sie fest, dass Ruß die Erwärmung der Luft durch Sonnenlicht nur um sechs Prozent erhöht. Auf Laborversuche gestützte Modelle gingen zum Teil von dem doppelten Wert aus. Andere Einflüsse auf das Wetter wie etwa die verstärkte Wolkenbildung durch Verbrennungsrückstände haben die Forscher jedoch nicht untersucht. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1223447

Geologie Vor der Ostküste der Philippinen hat sich ein schweres Erdbeben ereignet.

Es erreichte einen Wert von 7,6 nach US-Amerikanischen Messungen; sein Zentrum lag 146 Kilometer vor der Küste in 32 Kilometern Tiefe. Berichte über Schäden liegen noch nicht vor; für die Küsten Indonesiens und der Philippinen gilt eine Tsunami - Warnung. Die Inselgruppe liegt auf dem so genannten Pazifischen Feuerring. Fast 90 Prozent der aktiven Vulkane liegen auf dieser Linie, ebenso hoch ist der Anteil schwerer Erdbeben. Der Feuerring oder Feuergürtel zieht sich von der Küste Chiles nach Norden bis Alaska, reicht über die Aleuten nach Japan und verläuft dann entlang der Philippinen, Indonesiens und einiger Inselgruppen bis nach Neuseeland. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Kernenergie In Fukushima hoffen Ingenieure, die Brennelemente aus dem Reaktorblock vier bergen zu können.

Bereits vor gut einem Monat gelang es ihnen, ein Brennelement aus dem Abklingbecken des zerstörten Reaktorhauses zu ziehen. Das Brennelement ist weitgehend intakt, es weist nur leichte Rostspuren auf. Bilder von der Begutachtung des Brennstab-Bündels hat der Betreiber Tepco jetzt veröffentlicht. Bauarbeiter hatten in den vergangenen Monaten damit begonnen, das Dach des vierten Reaktorhauses abzureißen, um an das Abklingbecken heran zu kommen. Dieser Reaktorblock des Atomkraftwerks von Fukushima war während des Erdbebens und des Tsunamis abgeschaltet und befand sich in Revision; seine Brennelemente waren im Abklingbecken gelagert und konnten bis jetzt nicht geborgen werden. //[gät]//

Quelle: Agenturen

30.08.2012

Paläontologie Einige Urvögel fraßen gerne Federvieh.

Paläobiologen haben den Mageninhalt von fossilen Sinocalliopteryx genauer bestimmt. Diese etwa wolfsgroßen Raubsaurier hatten am ganzen Körper feine Federn, konnten aber nicht fliegen. Stattdessen – so vermuten die Wissenschaftler – schlichen sie sich an ihre Beute heran, um sie zu erlegen. Was sich im Magen der versteinerten Raptoren fand – ist im Fachmagazin "PLoS One" nachzulesen. Bei einem waren es Überreste von drei Confuciusornis – das ist eine Art Urvogel – rund 30 Zentimeter groß. Bei einem anderen fand sich ein gefiederter, etwa katzengroßer Fleischfresser. Dies sei der erste Nachweis, dass ein Raptor auch als Nahrung für einen anderen dienen konnte. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0044012">P

Astronomie Im Weltall wimmelt es vor unsichtbaren Himmelsobjekten.

Rund 2,5 Millionen Schwarze Löcher hat das Weltraumteleskop Wise im All gesichtet. Zwei Drittel dieser Objekte seien zuvor noch nicht nachgewiesen worden, berichtete die US-Weltraumbehörde Nasa. "Wise" ist ein Infrarot-Observatorium. Es startete im Dezember 2009 und suchte bis Anfang 2011 den Himmel zweimal nach unsichtbaren Objekten ab. Dabei entdeckte es auch eine neue Gruppe staubverhüllter Galaxien, die im sichtbaren Licht zuvor nicht entdeckt worden waren. Dahinter strahlen die Sterninseln bis zu 1000 Mal stärker als unsere Milchstraße und gehören damit zu den leuchtkräftigsten Objekten im Universum. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Nasa

Psychologie Kleinkinder haben einen Gerechtigkeitssinn.

Dreijährige scheinen nicht so egoistisch zu sein, wie bislang gedacht. Das legt eine Studie der Harvard-Universität nahe. Die Forscher hatten mit Kindern ein Angelspiel ausprobiert. Dabei angelten die Kinder gemeinsam mit einer Handpuppe und sollten den jeweiligen Erfolg anschließend mit Geschenken belohnen. Es zeigte sich, dass Kinder schon früh in der Lage sind, die eigenen Leistungen gegen die Leistungen der anderen abzuwägen. Das Prinzip Fairness – so schreiben die Forscher im Fachjournal "PLoS One" – sei also Kindern im Vorschulalter durchaus bekannt. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0043979">P

Medizin Die multiresistente Tuberkulose ist auf dem Vormarsch.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass rund fünf Prozent aller Tuberkulosepatienten mit einem multiresistenten Bakterienstamm infiziert sind – und damit auf viele Medikamente nicht ansprechen. Eine große internationale Studie , die in der Online Ausgabe des "Lancet" veröffentlicht wurde, kommt zu einem Ergebnis, dass aufhorchen läßt: In manchen Gebieten hat bald jeder zweite Tuberkulose- Patient einen multiresistenten Erreger im Blut. In Lettland liegt die Rate besonders hoch. //[tj]//

Genetik Eine Genmutation bestimmt spezielle Gangarten von Pferden.

Pass oder Tölt – so heißen spezielle Gangarten bei Pferden. Nicht alle könne sie erlernen. Was schon lange vermutet wurde, konnte jetzt nachgewiesen werden: Ein Gen entscheidet darüber, ob Pferde mehr können als die drei Standard-Gangarten: Schritt, Trab und Galopp. Ein internationales Forscherteam untersuchte Islandpferde mit vier Gangarten und solche mit fünf Gangarten. Dabei stellten sie fest: Die Fähigkeit zum Passgang ist eng verbunden mit dem Auftreten einer Genvariante des Proteins DMRT3. Dieses Protein spielt auch bei anderen Tieren eine wichtige Rolle für die Koordination- berichtet das Fachmagazin "Nature". Bei Mäusen kontrollieren die DMRT3 Nervenzellen die Beinbewegungen der linken und rechten Seite. Die Forscher vermuten, dass das Gen auch beim Menschen an der Beinkoordination beteiligt ist. //[tj]//

Quelle: Nature

29.08.2012

Genetik Eine Anfälligkeit für Internetsucht könnte genetisch bedingt sein.

Wissenschaftler haben erstmals Hinweise darauf gefunden, dass eine Internet-Sucht ähnliche genetische Ursachen haben kann wie die Abhängigkeit von Rauschgift, Alkohol und Tabak. Forscher der Universität Bonn konnten bei süchtigen Internetnutzern eine Veränderung in einer Gehirnregion feststellen, die auch bei der Nikotin-Sucht eine Rolle spielt, schreiben sie im Journal of Addiction Medicine. Demnach könnte eine Genmutation manche Menschen anfälliger für die Internetsucht machen. Diese Mutation verändert den Stoffwechsel wichtiger Signalstoffe im Gehirn und fördert dadurch suchttypisches Verhalten. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass noch weitere Studien erforderlich sind, um den Zusammenhang zwischen dieser Mutation und dem Internet-Suchtverhalten vollständig zu verstehen. [mst]

Quelle: idw-online

Astronomie Astronomen entdecken Zucker in einem jungen Sonnensystem.

Mithilfe des Radio-Observatoriums ALMA haben Weltraumforscher vom Kopenhagener Niels-Bohr-Institut einfache Zuckermoleküle in der unmittelbaren Umgebung einer 400 Lichtjahre entfernten Sonne entdeckt. Wie die Europäische Südsternwarte ESO heute mitteilte, zeigt der Fund, dass die Grundzutat für die Entstehung von Leben bereits in sich noch bildenden Sonnensystemen vorhanden ist. Die Astronomen haben in der Scheibe aus Gas und Staub, die diesen neu entstandenen Stern umgibt, den einfachen Zucker Glycolaldehyd ausmachen können. Dieses Molekül gilt als Grundbaustein des Lebens, da es auch bei der Entstehung von RNA eine Rolle für das Ablesen der Gene in höheren Lebewesen spielt. Die Ergebnisse wurden in den Astrophysical Journal Letters vorgestellt. [mst]

Quelle: www.eso.org/public/news/eso1234/

Biologie Männliche Schnecken agieren als Tagesväter.

Männchen der an der mexikanischen Küste beheimateten Meeresschneckenart Solenosteria macrospira kümmern sich nicht nur um ihren eigenen Nachwuchs, sondern bisweilen auch um den von bis zu 25 anderen Männchen. Das berichten Biologen der Universität von Kalifornien in Davis im Fachblatt Ecology Letters. Demnach gehörten im Schnitt von den Hunderten Eiern, die ein Männchen mit sich herumträgt, nur rund ein Viertel zu seiner eigenen Nachkommenschaft. Weibchen von Solenosteria leben promisk und überlassen den ständig wechselnden Partnern den Nachwuchs. [mst]

Quelle: news.ucdavis.edu

Biologie Korallen verhalten sich paradox.

Bislang galt in der Biologie das Dogma, dass vielfältige und flexible Organismen besser an sich ändernde Umweltbedingungen angepasst sind als spezialisierte Lebewesen. Korallen am Moorea-Riff bei Tahiti zeigen jedoch gegenteiliges Verhalten, schreiben Forscher der Universität von Hawaii in den Proceedings B der britischen Royal Society. Demnach erwiesen sich Korallen, die auf nur eine oder wenige einzellige Algenarten als Symbiosepartner angewiesen sind, als besonders robust gegenüber Umweltveränderungen wie etwa einer Erhöhung der Wassertemperatur. Flexible Arten dagegen litten stärker unter der Korallenbleiche. Die Algen produzieren über Fotosynthese energiereiche Bausteine für den Stoffwechsel der Koralle, welche als Gegenleistung den Algen Schutz und optimale Lebensbedingungen bietet. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B. (doi:10.1098/rspb.2012.1454)

Medizin Aspirin könnte das Leben von Patienten mit Prostatakrebs verlängern.

Das vermuten US-Mediziner vom UT Southwestern Medical Center im Journal of Clinical Oncology. Sie hatten rund 6.000 Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt waren, untersucht, die im Rahmen einer Studie entweder medikamentös oder mittels Strahlentherapie behandelt worden waren. Dabei sahen sie, dass die medikamentös behandelten Studienteilnehmer, die unter anderem Aspirin erhielten, mit drei Prozent eine niedrigere Sterblichkeitsrate im ersten Jahrzehnt nach der Therapie aufwiesen als die Vergleichsgruppe, in der zehn Prozent der Probanden starben. Bevor Aspirin jedoch routinemäßig an Prostata-Krebspatienten ausgegeben würde, bedarf es noch weiterer Studien, mahnen Mediziner. [mst]

Quelle: Eureakalert!

Physik Eine Membran trennt Wasser und Öl ohne extra Energie.

US-Materialwissenschaftler der Universität von Michigan haben eine Membran entwickelt, die Gemische aus Öl und Wasser allein mithilfe der Schwerkraft in ihre Bestandteile trennt. Wie die Forscher im Fachblatt NATURE Communications schreiben, haben sie mikroporöse Membranen mit einem Gemisch aus zwei Polymeren beschichtet. Demnach lassen sich damit auch stabile Emulsionen in die zu über 99,9 Prozent reinen Phasen auftrennen. Die neue Membran ist sowohl im trockenen Zustand als auch in Gegenwart von Wasser extrem Öl abweisend. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms2027)

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