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06.09.2012

Physiologie Ein warmes Gesicht ist verräterisch.

Griechische Forscher haben einen einfachen Test entwickelt, mit dem sich Betrunkene identifizieren lassen. Sie messen die Gesichtstemperatur – denn durch Alkohol weiten sich die Blutgefäße. Allerdings nicht überall gleich stark. Um das genau festzustellen, setzten die Forscher zunächst die verschiedenen Gesichtsbereiche und ihre Temperaturwerte bei Alkoholkonsum in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass das Gebiet um die Nase und den Mund umso wärmer wird, je mehr ein Proband trinkt – die Stirn hingegen bleibt unverändert kühl. Ihr neues Testsystem – das sie im "International Journal of Electronic Security and Digital Forensics" vorstellen – besteht aus einer Wärmebildkamera mit angeschlossener Software. So kann die Gesichtstemperatur von Nase und Stirn verglichen werden. Ist die Nase deutlich wärmer als die Stirn, ist Alkohol im Spiel. //[tj]//

Quelle: International Journal of Electronic Security and Digital Forensics

Raumfahrt Die Stromversorgung der ISS ist wieder hergestellt.

Eine Woche lang musste in der Internationalen Raumstation Strom gespart werden. Nach einer Marathon-Außeneinsatz ist die defekte Stromverteilerbox nun ausgetauscht worden. Die amerikanische Astronautin Sunita Williams und ihr japanischer Kollege Akihiko Hoshide hatten dies in 6,5-stündiger Arbeit bewerkstelligt. Der erste Reparaturversuch am vergangenen Donnerstag war wegen eines klemmenden Bolzens gescheitert. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Witzig ist, worüber Vater und Mutter lachen.

Bereits mit sechs Monaten haben Babys ihren eigenen Sinn für Humor – und den haben sie sich von Ihren Eltern abgeguckt. Anhand der Reaktion von Mutter und Vater entscheiden sie, ob sie etwas lustig finden oder nicht. Der britische Psychologenverband stellte jetzt eine kleine Studie vor, die belegt, dass Babys nicht erst mit acht Monaten – wie bislang gedacht – sondern schon früher Emotionen von ihren Eltern abgucken. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung der British Psychological Society

Klimaforschung Durch die Zerstörung des Regenwaldes wird es in den Tropen trockener.

Britische Forscher haben mit Hilfe von Satellitendaten den Zusammenhang von Regen und Vegetation großflächig untersucht. Für mehr als 60 Prozent der tropischen Landfläche gilt demnach: Luftmassen, die über stark bewachsenen Flächen ziehen, produzieren doppelt so viel Regen wie Luftmassen, deren Weg über eher kahle Gebiete führen. In "Nature" zeichnen die Forscher ein Szenario für die tropischen Regenwaldregionen. Für das Amazonasbecken hieß das für das Jahr 2050: Wenn weiterhin so viel Regenwald abgeholzt wird, wie seit Beginn der 2000er Jahre, dann geht der Niederschlag während der Regenzeiten um zwölf Prozent zurück, während der Trockenzeit sogar um 21 Prozent. //[tj]//

Quelle: Nature

Physik Forscher beamen Informationen über eine rekordverdächtige Distanz...

…und zwar über eine Entfernung von 143 Kilometern. Den Physikern von der Universität Wien gelang das so genannte Teleportieren des Quantenzustandes eines Photons von der kanarischen Insel La Palma zur benachbarten Insel Teneriffa. Im Fachblatt "Nature" betonen die Wissenschaftler, dass nicht die schiere Kilometerzahl das Interessante sei. Vielmehr sei mit der praktisch verzögerungsfreien Informationsübertragung eine weltweite, satellitenbasierte Quantenkommunikation in Reichweite gekommen. Ein zukünftiges Quanteninternet könnte die Kommunikation abhörsicherer machen und Berechnungen beschleunigen. //[tj]//

Quelle: Nature

Neurologie Tennisspieler sehen in Zeitlupe...

….allerdings nur, wenn sie sich darauf vorbereiten einen Ball anzunehmen. Das berichten Neurowissenschaftler vom University College in London. Professionelle Baseball- und Tennisspieler berichten immer wieder davor, dass sich in ihrer Wahrnehmung der Ball stark verlangsamt, bevor sie ihn annehmen. Die Briten haben nun eine Erklärung für das Phänomen: Wenn sich Sportler auf einen Rückschlag vorbereiten, kann ihr Gehirn besonders viele Informationen verarbeiten, schreiben sie in den Proceedings der Royal Society. Dank dieser Strategie lässt sich präzise auf ankommende Bälle reagieren. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

Medizin Vaginalring schützt gegen Affen-Aids.

Wissenschaftler vom Zentrum für Biomedizinische Forschung in New York haben Makaken einen Kunststoffring in die Vagina eingesetzt, der spezielle Mikrobizide gegen SHI-Viren bei Affen abgibt. Entscheidend – so die Forscher im Fachjournal "Science Translational Medicine" – war dabei nicht, wie lange vor der Infektion der Ring eingesetzt wurde, sondern dass er auch nach der Infektion noch das Gegenmittel abgeben konnte. Bei der Testreihe wurden zwei von 17 Affen trotz des Rings infiziert – ohne lag die Infektionsrate fünf Mal so hoch. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

05.09.2012

Medizin In Afrika gibt es weitere Ebola-Fälle.

Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO heute auf ihrer Webseite mitteilte, wurden weitere 28 mutmaßliche Fälle der tödlichen Virus-Erkrankung in der kongolesischen Provinz Orientale festgestellt. 14 Menschen davon seien bereits gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Demokratischen Republik Kongo seien weitere 169 Menschen in Kontakt mit den infizierten Patienten gekommen und stünden nun unter Beobachtung. Bereits im Juli hatte ein Ebola-Ausbruch im Nachbarland Uganda 16 Todesopfer gefordert. Der Ausbruch ist dort nach offiziellen Angaben der Behörden mittlerweile unter Kontrolle. [mst]

Quelle: WHO

Medizin Wiederbelebungsversuche sollten nicht zu früh eingestellt werden.

Ein Umdenken bezüglich der zeitlichen Länge der Reanimationsmaßnahmen bei Patienten mit Herzstillstand fordern Mediziner von der Universität Washington in Seattle im Fachblatt The Lancet. Die Kardiologen hatten die Daten vor mehr als 64.000 Patienten aus 435 US-Krankenhäusern ausgewertet, bei denen Herzdruckmassagen angewendet oder Defibrillatoren eingesetzt wurden. Demnach war die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Herzstillstand bei 25-minütigen Reanimationsbemühungen um zwölf Prozent größer im Vergleich zu Patienten, bei denen die Mediziner nur 16 Minuten lang reanimierten. Entgegen den Erkenntnissen früherer Studien kann eine Verlängerung der Wiederbelebung um zehn oder 15 Minuten tatsächlich signifikant mehr Leben retten, so die Forscher. [mst]

Quelle: The Lancet

Biologie Pilze sind vernachlässigbare "Klimasünder".

Zwar produzieren und emittieren Pilze, die totes organisches Material zersetzen, das Treibhausgas Methan. Allerdings ist die von den Pilzen freigesetzte Methanmenge im Vergleich mit anderen Quellen eher gering. Das schreiben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie (MPI) in Mainz im Fachblatt NATURE Communications. Daher sei der Beitrag der Pilze zur globalen Erwärmung als vernachlässigbar einzustufen. Interessant sei hingegen die ökologische Relevanz dieser Ergebnisse, da Pilze insbesondere in Böden und beim Abbau von organischem Material eng mit Bakterien zusammenleben. Noch sei unklar, in wieweit das durch Pilze freigesetzte Methan von diesen assoziierten Bakterien aufgenommen wird und ob sie direkt davon profitieren oder nicht. [mst]

Quelle: Nature Communications (DOI: 10.1038/ncomms2049)

Biologie Sexuallockstoffe zeigen Futterquellen an.

Biologen vom französischen Nationalinstitut für landwirtschaftliche Forschung sind der Frage nachgegangen, warum Schmetterlingsraupen einer bestimmten Eulenfalterart Sexuallockstoffe wahrnehmen - obwohl die Tiere noch nicht fortpflanzungsfähig sind. Die Antwort präsentieren die Forscher im Fachblatt Nature Communications. Demnach zeigen die erwachsenen Weibchen mithilfe des Duftstoffs den Raupen geeignetes Futter an. Bei den Larven sind die Riechsensoren noch nicht voll ausgebildet. Damit können sie noch keine komplexen Pflanzendüfte - und damit geeignetes Futter - wahrnehmen. Bei Experimenten hätten sich die Larven immer für das Futter entschieden, welches vorab mit dem Duft eines Weibchens behandelt worden war. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms2050)

Biologie Mutige Hirsche sterben früher.

Das berichten kanadische Biologen der Universität von Alberta in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie hatten in ihrer Studie über vier Jahre hinweg 122 Rothirsche mit Sendern ausgestattet und deren Verhalten via Satelliten beobachtet. Dabei sahen sie, dass kühne Hirsche, die schnell liefen und sich auf offenes Terrain begaben, eher geschossen wurden als schüchterne Tiere, die sich versteckt hielten. Während die Flucht früher gleichbedeutend mit einem sicheren Entkommen war, bedeutet diese Strategie heute in Zeiten zielgenauer Gewehre hingegen den höchstwahrscheinlichen Tod. Die Forscher vermuten, dass der Einfluss des Menschen auf den Bestand der Rothirsche deutlich größer ist als bislang angenommen. [seng]

Quelle: Proc. R. Soc. (doi: 10.1098/rspb.2012.1483)

Physik Organische Solarzellen erzeugen mehr Strom.

Zwar sind Solarzellen aus lichtaktiven Kunststoffen flexibel und lassen sich kostengünstig herstellen, durch ihren geringen Wirkungsgrad von weit unter zehn Prozent sind sie jedoch bislang keine Konkurrenz zu starren Solarzellen auf Siliziumbasis. Materialwissenschaftler aus Utah haben nun einen Zusatz erprobt, der den Wirkungsgrad der so genannten organischen Photovoltaik um 18 Prozent steigern kann. Das neue Verfahren stellen die Forscher im Fachblatt NATURE Communications vor. Die größten Verluste in organischen Solarzellen treten bislang bei der Vereinigung von Polaronen-Paaren auf. Mithilfe eines organischen Fulleren-Moleküls wird diese Rekombination nun verhindert. [mst]

Quelle: NATURE Communications (doi:10.1038/ncomms2057)

04.09.2012

Zoologie Sanfte Tasmanische Teufel sind weniger krebsanfällig

Der Tasmanischen Teufel ist in seinem Bestand durch eine Krebserkrankung im Gesichtsbereich bedroht. Der Tumor wird durch Viren verursacht, die über Bisse verbreitet werden. Forscher der Universität von Tasmanien berichten im "Journal of Animal Behaviour" von der überraschenden Beobachtung, dass Tiere, die aggressiver sind, häufiger beißen und seltener gebissen werden, besonders anfällig sind für den Gesichtskrebs. Üblicherweise tritt der Tumor zunächst im Bereich des Mauls auf. Die Forscher schließen daraus, dass die aggressiveren Tasmanischen Teufel sich häufig beim Biss in einen Tumor anstecken und dann selbst krank werden. Ein neuer erfolgsversprechender Weg, den Tasmanischen Teufel vor dem Aussterben zu retten, könnte darin bestehen, gezielt weniger aggressive Tiere zu züchten, glauben die Forscher. So könnte die Ausbreitung der infektiösen Tumorerkrankung zumindest begrenzt werden. //[mawi]//

Medizin Cholesterinsenkende Medikamente wirken offenbar auch gegen Tumore

Tumore bilden neue Lymphgefäße, um wachsen zu können und Tochtergeschwülste zu bilden. Forscher an der ETH Zürich haben in Zellversuchen entdeckt, dass Cholesterin senkende Medikamente, so genannte Statine, dieses Wachstum von Lymphgefäßen bremsen. Die Forscher hatten rund 1000 Substanzen getestet und 30 Stoffe gefunden, die das Lymphgefässwachstum hemmen. Die hemmende Wirkung verschiedener Statine bestätigten die Forscher in Versuchen an Mäusen.Patienten mit Herzkreislaufproblemen nehmen häufig Statine ein, um ein Fortschreiten einer Arteriosklerose zu verhindern. Statine gehören zu den weltweit meistverwendeten Medikamenten überhaupt. Unklar ist noch, wie hoch Statine als Krebsmedikament dosiert werden müssten, um das Lymphgefässwachstum zuverlässig zu unterbinden. //[mawi]//

Psychologie Männer und Frauen nehmen Farben und Kontraste anders wahr

Männer können schwache Kontraste und schnelle Bewegungen besser erkennen als Frauen. Außerdem nehmen sie die selben Farbtöne anders – nämlich etwas bläulicher wahr als Frauen. Auch beim Sehsinn gebe es deutliche Geschlechtsunterschiede, berichten US-amerikanische Forscher der City University of New York nach Experimenten mit Freiwilligen im Fachmagazin "Biology of Sex Differences". Noch sei unklar, was die Ursache ist für die Wahrnehmungsunterschiede. Möglicherweise spiele das Geschlechtshormon Testosteron eine Rolle, von dem Männer üblicherweise mehr hätten. Von Testosteron ist bekannt, dass es bei Ungeborenen die Bildung von Gehirnzellen im Sehzentrum und von Nervenverbindungen fördert. Vielleicht rühre daher bei Männern das bessere Kontrast- und Bewegungssehen, spekulieren die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Biology of Sex Differences

Zoologie In der Antarktis brüten immer weniger Pinguine

Wissenschaftler vom Biodiversität-und Klimaforschungszentrum in Frankfurt beobachteten zwei Wochen lang Zügelpinguine auf Deception Island, einer vor der antarktischen Halbinsel gelegenen Vulkaninsel. Das Ergebnis: Der Bestand brütender Pinguine hat sich seit 2002/2003 von circa 85.000 Pinguinen auf circa 52.000 im Jahr 2010 verringert. Seit 1987 hat sich der Bestand brütender Pinguine sogar mindestens halbiert, berichten die Forscher im Fachjournal "Polar Biology". Die Ursache für den Rückgang sei jedoch weniger der Tourismus auf der Vulkaninsel, sondern vielmehr der Einfluss des Klimawandels. //[mawi]//

Quelle: Polar Biol. DOI 10.1007/s00300-012-1230-3

Ernährung Bio-Nahrungsmittel sind kaum gesünder als herkömmliche

Lebensmittel aus ökologischem Anbau schonen die Umwelt. Der gesundheitliche Nutzen von Bio-Lebensmitteln aber ist offenbar geringer als angenommen. Zu diesem Schluss zumindest kommen Mediziner der Stanford University in den "Annals of Internal Medicine". Die Entscheidung für Obst und Gemüse aus biologischem Anbau könne zwar gerade bei Kindern die Belastung des Körpers mit Pestiziden verringern. Doch auch die in herkömmlichen Lebensmitteln gemessenen Werte seien absolut im sicheren Bereich. Ihre Meta-Studie habe zudem keine Belege dafür geliefert, dass Bio-Essen nahrhafter sei als herkömmliches. Auch das Risiko einer Kontamination mit Bakterien sei bei beiden Nahrungstypen in etwa gleich groß. Aber bei dem Fleisch von Hühnern oder Schweinen aus konventioneller Haltung sei die Wahrscheinlichkeit, das die Bakterien Resistenzen aufweisen, um 33 Prozent höher, betonen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Annals of Internal Medicine

Geologie Höhlenforscher erreichen Rekordtiefen

Wissenschaftler aus neun Ländern haben im Süden Russlands nahe des Schwarzen Meers eine Höhle erkundet und dabei einen neuen Tiefenrekord aufgestellt. Ein ukrainischer Forscher des Teams kletterte bis auf eine Tiefe von 2196 Metern – und damit fünf Meter tiefer als der bisherige Rekordhalter, teilte die Hebrew University in Jerusalem mit. Die Exkursionsteilnehmer blieben teilweise bis zu 24 Tage lang unter der Erde. Bei Höhlenforschern gilt die russische Höhle Krubera-Voronya als "Everest unter den Höhlen". Die Wissenschaftler vermuten, dass sie so tief werden konnte, da sie früher eine direkte Verbindung zum Schwarzen Meer besaß. //[mawi]//

Quelle: ScienceDaily

03.09.2012

Botanik Pollenlose Geranien leben länger

Über ein Bakterium haben spanische Biologen aus Valencia zwei Gene in die Zellen einer Geranie geschleust. Das eine Gen bewirkt eine vermehrte Produktion von Cytokinin. Dieses verzögert den Alterungsprozess und hält die Blätter länger grün. Das zweite Gen sorgt dafür, dass sich die Pollen der Blütenpflanze nicht richtig entwickeln. Damit könnte die pollenlose Balkonpflanze ideal für Allergiker sein, schreiben die Molekularbiologen im Fachmagazin "BMC Plant Biology". Durch nicht völlig entwickelten Pollen ist die Pflanze steril und kann sich nicht selbst aussähen oder über Bestäuber-Insekten verbreitet werden. Die gentechnisch veränderte Geranie soll außerdem besonders intensive Farben haben. //[mst]//

Quelle: BMC Plant Biology

Medizin  Asthma-Sprays können Wachstum von Kindern dauerhaft hemmen

Das ist das Ergebnis einer Studie, die US-Mediziner im New England "Journal of Medicine" vorstellen. Sie hatten rund 1000 Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren untersucht, die an Asthma leiden und sie bis zu sechs Jahre lang begleitet. Dabei sahen die Mediziner, dass Kinder, die regelmäßig ein Asthmaspray mit dem Wirkstoff Budesonid nahmen, als Erwachsene im Durchschnitt 1,2 Zentimeter kleiner blieben als Asthmatiker, die ein Placebo oder einen anderen Wirkstoff erhalten hatten. Bislang gingen die Forscher nur von einer vorübergehenden Wachstumshemmung aus. Das bedeute jedoch nicht, dass die Behandlung mit diesem Mittel eingestellt werden solle, so die Forscher. Vielmehr müsse der gut ein Zentimeter weniger an Körpergröße gegen die positive Wirkung des Mittels gegen chronisches Asthma abgewogen werden. //[mst]//

Quelle: New England Journal of Medicine

Raumfahrt Internationale Raumstation muss Strom sparen

Zwei Astronauten der ISS haben es bei einem Außeneinsatz nicht geschafft, einen kaputten Stromverteiler zu reparieren. Derzeit produzieren nur fünf der insgesamt acht Solarmodule Elektrizität. Daher mussten einige wissenschaftliche Instrumente und auch andere Systeme heruntergefahren werden, teilte die US-Raumfahrtagentur NASA auf ihrer Webseite mit. Die Behörde hat für Mittwoch einen außerplanmäßigen Ausstieg anberaumt, bei dem die neue Verteilerbox im zweiten Anlauf montiert werden soll. //[mst]//

Medizin Gentherapie repariert defekten Geruchssinn bei Mäusen

Mithilfe eines Nasensprays haben US-Pharmakologen der Universität von Michigan Mäusen ein intaktes Geruchs-Gen eingeschleust, welches sich rasch im Erbgut festsetzte. Bereits einen Tag später konnten die von Geburt an geruchsunfähigen Mäuse plötzlich erstmals Gerüche wahrnehmen, notieren die Forscher im britischen Fachmagazin "Nature Medicine". Messungen der Hirnströme zeigten, dass das Ersatz-Gen die fehlerhaften Riechzellen repariert habe. Ähnliche Gendefekte, die einen fehlerhaften Geruchssinn bedingen, gibt es auch bei Menschen. Eine Heilung mittels Gentherapie ist bislang nicht möglich. //[mst]//

Medizin Klima kann Choleraausbrüche fördern

Die Frage, ob der Cholera-Ausbruch im Senegal 2005 auch durch die damaligen klimatischen Bedingungen zustande kam und in seiner Heftigkeit gefördert wurde, bejaht ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PLOS ONE" eindeutig. Bei der Epidemie vor sieben Jahren erkrankten mehr als 30.000 Menschen an dem Durchfall-Erreger, fast 500 von ihnen starben. Die Studienautoren hatten die Niederschlagsmengen von 2005 mit denen der Vorjahre verglichen. Demnach habe es vor und während des Cholera-Ausbruchs eher sporadisch, dafür aber sehr heftig geregnet. Diese Situation sei ein wesentlicher Faktor bei der Ausbreitung der Cholera gewesen, schreiben die Forscher. Sie hoffen, mithilfe dieser Daten neue Vorhersagemodelle für Seuchen-Ausbrüche erstellen zu können. //[mst]//

Quelle: PLOS ONE (doi:10.1371/journal.pone.044577)

Umwelt In Tibet gibt es fast perfekt saubere Luft

Besucher des heiligen Nam Co Sees können Messungen zufolge die sauberste Luft der Welt atmen. Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hatten dort auf 4700 Meter über dem Meeresspiegel die Qualität der Luft vor allem hinsichtlich der Menge an Feinstaubpartikeln untersucht, die als gesundheitsschädlich gelten. Durchschnittlich lag die tägliche Belastung bei zehn Mikrogramm pro Kubikmeter. Beim späteren Vergleich zu Messungen an anderen Orten sahen die Forscher, dass nirgends auf der Welt die Belastung niedriger ist. Damit sei die Luftqualität ähnlich hoch wie die der Antarktis. Der Nam Co See gilt als der höchstgelegene See der Welt. //[mst]//
31.08.2012

Raumfahrt Roskosmos will mit der Esa eine Sonde zum Jupitermond Ganymed schicken.

Die Sonde soll auf dem Mond landen, nach Lebensformen suchen und das Magnetfeld des Jupiter vermessen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Die Esa hatte vor kurzem beschlossen, 2022 eine Jupitermission zu starten. Die Sonde soll die vier großen Monde des Gasriesen untersuchen. Weil die Nasa an diesem Projekt aus finanziellen Problemen nicht mehr teilnehmen will, hatte die europäische Weltraumagentur andere Nationen eingeladen. Der Vorschlag von Roskosmos, einen Mond-Lander mit zu nehmen, will die Esa nun prüfen. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Mikrobiologie Bodenbakterien und Krankheitserreger haben sieben Resistenz-Gene ausgetauscht.

Bakterien im Boden bekämpfen sich untereinander mit Antibiotika. Mediziner haben daher eine Reihe von Medikamenten auf dieser Grundlage entwickelt. Allerdings entwickeln Bodenbakterien auch Resistenzen gegen diese Antibiotika, und tauschen die Gene dafür mit anderen Bakterien. Ein dänisch-US-amerikanisches Forscherteam wollte nun untersuchen, ob und wie auch Krankheitserreger mit Bodenbakterien Resistenzen tauschen. Dabei entdeckten sie, dass die Erreger in der Vergangenheit bereits sieben Gene weiter gegeben haben. Da diese Gene bei beiden Gruppen gleich waren und obendrein kaum Mutationen aufweisen, vermuten die Forscher in "Science", dass der Gentausch erst vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten stattgefunden hat. Die Forscher führen die Verbreitung von Resistenzen im Boden zum großen Teil auf Bauern zurück: Sie gäben zu viele Antibiotika, die dann im Abwasser und der Gülle ihren Weg in den Boden fänden. Die Folge sei, dass resistente Bakterien besser überlebten. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1220761

Klimaforschung Ruß heizt das Klima weniger auf als vermutet.

Klimaforscher gingen bislang davon aus, dass Ruß auf Platz zwei gleich hinter Kohlendioxid rangiert, was seine Klimawirkung angeht. Sie stützen sich dabei auf Simulationsrechnungen und die Annahme, dass Ruß Sonnenlicht absorbiert, sich erwärmt und dabei direkt die Luft erhitzt. Forscher aus Kalifornien schreiben nun in "Science", dass der Einfluss von Ruß offenbar überschätzt wurde. Die Forscher hatten in zwei Regionen Kaliforniens beobachtet, welchen Einfluss die dunklen Partikel auf das Wetter haben. Dabei stellten sie fest, dass Ruß die Erwärmung der Luft durch Sonnenlicht nur um sechs Prozent erhöht. Auf Laborversuche gestützte Modelle gingen zum Teil von dem doppelten Wert aus. Andere Einflüsse auf das Wetter wie etwa die verstärkte Wolkenbildung durch Verbrennungsrückstände haben die Forscher jedoch nicht untersucht. //[gät]//

Quelle: DOI: 10.1126/science.1223447

Geologie Vor der Ostküste der Philippinen hat sich ein schweres Erdbeben ereignet.

Es erreichte einen Wert von 7,6 nach US-Amerikanischen Messungen; sein Zentrum lag 146 Kilometer vor der Küste in 32 Kilometern Tiefe. Berichte über Schäden liegen noch nicht vor; für die Küsten Indonesiens und der Philippinen gilt eine Tsunami - Warnung. Die Inselgruppe liegt auf dem so genannten Pazifischen Feuerring. Fast 90 Prozent der aktiven Vulkane liegen auf dieser Linie, ebenso hoch ist der Anteil schwerer Erdbeben. Der Feuerring oder Feuergürtel zieht sich von der Küste Chiles nach Norden bis Alaska, reicht über die Aleuten nach Japan und verläuft dann entlang der Philippinen, Indonesiens und einiger Inselgruppen bis nach Neuseeland. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Kernenergie In Fukushima hoffen Ingenieure, die Brennelemente aus dem Reaktorblock vier bergen zu können.

Bereits vor gut einem Monat gelang es ihnen, ein Brennelement aus dem Abklingbecken des zerstörten Reaktorhauses zu ziehen. Das Brennelement ist weitgehend intakt, es weist nur leichte Rostspuren auf. Bilder von der Begutachtung des Brennstab-Bündels hat der Betreiber Tepco jetzt veröffentlicht. Bauarbeiter hatten in den vergangenen Monaten damit begonnen, das Dach des vierten Reaktorhauses abzureißen, um an das Abklingbecken heran zu kommen. Dieser Reaktorblock des Atomkraftwerks von Fukushima war während des Erdbebens und des Tsunamis abgeschaltet und befand sich in Revision; seine Brennelemente waren im Abklingbecken gelagert und konnten bis jetzt nicht geborgen werden. //[gät]//

Quelle: Agenturen

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