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11.09.2012

Medizin Eine Variante des H1N2-Influenza-Virus kann Frettchen töten

Forscher aus Südkorea und den USA haben zwei H1N2-Virusstämme und zwei H3N2-Stämme aus Schweinen isoliert. Anschließend haben sie Frettchen mit den Viren infiziert. Frettchen gelten in der Influenza-Forschung als gutes Modell für den Menschen. Drei Virenstämme lösten bei den Frettchen nur leichte Krankheitssymptome aus, aber einer mit Namen Sw 1204 ließ drei Frettchen schwer erkranken, eines starb. Dieser H1N2-Virusstamm kann sich über die Luft verbreiten. Drei gesunde Frettchen, die neben den infizierten gehalten wurden, erkrankten ebenfalls. Während der Verbreitung mutierte das H1N2-Virus zwei Mal und war danach besser in der Lage, menschliches Lungengewebe in der Petrischale zu infizieren als die noch nicht mutierte Variante. Die Forscher, die ihre Studie in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (PNAS) veröffentlicht haben, plädieren dafür, alle Influenza-Virusstämme bei Schweinen weltweit zu überwachen. //[jst]//

Quelle: Nature News, PNAS

Medizin Ein neuer Impfstoff kann vor Dengue-Viren schützen...

... jedoch nicht uneingeschränkt. Gegen drei der vier Dengue-Virus-Formen habe der Impfstoff des Pharmaunternehmens Sanofi Pasteur eine Wirksamkeit von 60 bis 90 Prozent, gegen eine Form sei er jedoch unwirksam, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt //The Lancet//. An der Studie hatten 4000 Kinder in Thailand teilgenommen. Sie wurde von Sanofi Pasteur finanziert, mehrere Co-Autoren arbeiten für das Unternehmen. Einige Wissenschaftler kritisieren die Studie, da der Impfstoff nicht vor allen vier Virenformen schützt. Dengue-Viren werden von Mücken in den Tropen und Subtropen übertragen, vor allem Kinder sind betroffen. Bei einem schweren Verlauf der Krankheit kann es zu inneren Blutungen kommen, 12.500 Menschen sterben jährlich. //[jst]//

Neurolinguistik Babys lernen Sprachregel besser als Erwachsene

Zu diesem Ergebnis kommen Forscherinnen des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Demnach können Kleinkinder bereits im Alter von drei Monaten eine bestimmte Sprach-Regel automatisch erkennen, Erwachsene hingegen nicht, wie die Wissenschaftlerinnen im Fachmagazin "PNAS" schreiben. Sie spielten den Probanden 20 Minuten lang Kunstworte aus Silbenkombinationen vor, die nach einer festgelegten Regel zusammengesetzt wurden. Gelegentlich verletzten die Forscherinnen die Regel, indem sie eine der Silben austauschten. Die Babys nahmen diese Regelverletzung automatisch wahr, beim Elektroenzephalogramm (EEG), das von den Probanden gewonnen wurde, kam es dann zu einer Abweichung. Zwar erkannten auch einige der erwachsenen Probanden die verwendete Regel, aber erst, nachdem sie von den Wissenschaftlerinnen zum Suchen nach einer solchen aufgefordert worden waren. //[jst]//

Zoologie Eine afrikanische Beere schillert sehr, sehr blau

Kein anderes biologisches Material sei so intensiv gefärbt, berichten britische und US-amerikanische Forscher im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das metallisch blaue Leuchten der Beeren von //Pollia condensata// wird nicht durch einen Farbstoff hervorgerufen, sondern durch spezielle Nano-Strukturen in bestimmten Zellschichten. Die Wände dieser Zellen sind aus verdrehten sehr dünnen Zellulose-Fasern aufgebaut. Durch die unterschiedlichen Abstände zwischen den einzelnen Fasern werden auch unterschiedliche Wellenlängen reflektiert. Dadurch entsteht der satte Blauton, der Vögel anlocken soll, die die Beeren fressen und an anderer Stelle wieder ausscheiden und somit die Verbreitung der Pollia-Pflanze sichern. Auf diese Art hervorgerufene Farben sind auch von Pfauenfedern, Käferpanzern und Schmetterlingsflügeln bekannt. //[jst]//

Archäologie Im Hunsrück steht das älteste römische Militärlager Deutschlands

Das Lager bei Hermeskeil in Rheinland-Pfalz soll zwischen 53 und 51 vor Christus von Julius Cäsars Truppen angelegt worden sein, wie Archäologen von der Universität Mainz mitteilten. Anhand von Schuhnägeln römischer Legionäre und Resten von Amphoren und anderen Tongefäßen konnten die Forscher das Alter des Lagers eingrenzen. Die Militäranlage war etwa 26 Hektar groß, besaß einen Befestigungswall und bot Platz für 5 bis 10.000 Soldaten. Der Ort für das Lager sei vermutlich so gewählt worden, um die Kelten am nahe gelegenen Hunnenring zu vertreiben. Da das Lager sehr groß ist, werden die Ausgrabungen noch sechs Jahre dauern, so die Archäologen. //[jst]//
10.09.2012

Medizin Atemwegsinfekte bei Neugeborenen erhöhen Asthma-Risiko

Das RS-Virus verursacht bei Neugeborenen und Kleinkindern schwere Atemwegsinfekte. Aus einer schwedischen Studie ist bereits bekannt, dass von zehn Kindern, die mit einem RS-Virus-Infekt in die Klinik eingeliefert werden, vier in ihrem späteren Leben unter Asthma leiden. Warum das so ist, glauben US-amerikanische Forscher jetzt besser erklären zu können. Tierversuche an Mäusen deuten darauf hin, dass das RS-Virus spezielle Immunzellen schädigt. Die sogenannten regulatorischen T-Zellen verlieren ihre Fähigkeit, Entzündungen zu drosseln oder ganz zu stoppen, berichten die Mediziner der Universität von Pittsburgh im Fachblatt "Nature Medicine". Entzündungen sind wichtig, um Krankheitserreger unter Kontrolle zu bekommen. Menschen mit Asthma aber reagieren auf an sich harmlose Stoffe in der Luft wie Hausstaubmilben, Tierhaare oder Duftstoffe. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine

Planetologie Tonschichten auf dem Mars könnten vulkanischen Ursprungs sein

Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass die auf dem Mars entdeckten Tonschichten am Grund von einstigen Meeren, Seen oder Flüssen entstanden sind. Bei der Analyse von irdischem Magmagestein haben Forscher der Universität von Poitiers und Kollegen aus den USA festgestellt, dass sich Tonminerale auf der Erde auch in den Poren wasserhaltiger Lava bilden. Da die chemischen Merkmale dieser Minerale denen der Tonschichten auf dem Mars sehr ähneln, halten sie es für wahrscheinlich, dass auch die Tonschichten auf dem Roten Planeten vulkanischen Ursprungs sind. In jedem Fall seien diese Tonminerale kein eindeutiges Indiz mehr für eine wärmere und feuchtere Vergangenheit des Mars, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature Geoscience". Wie die Tonminerale auf dem Mars tatsächlich entstanden sind, würden wohl nur Messungen vor Ort endgültig klären können, räumen sie ein. Der Marsrover "Curiosity" könne vielleicht schon bald die noch fehlenden Daten liefern. Denn in der Nähe seines Landeplatzes finden sich solche Schichtsilikate. //[mawi]//

Quelle: Nature Geoscience - doi:10.1038/ngeo1572

Medizin Virus-Forscher finden guten Angriffspunkt für Aids-Impfstoffe

Wissenschaftler am Infektionsforschungszentrum der US-amerikanischen Armee haben einen Impfstoffversuch in Thailand aus dem Jahr 2009 neu ausgewertet. An dieser sogenannten RV144-Studie hatten rund 16.000 Menschen teilgenommen. Der Impfstoff, der getestet wurde, senkte statistisch gesehen das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus um 31 Prozent. Die US-Forscher verglichen nun die Viren, vor denen die Impfung geschützt hatte mit denen, bei denen der Impfstoff versagt hatte. Das Ergebnis: Der Impfstoff schützte besonders gut gegen Viren mit einer speziellen Abfolge der Erbbausteine in der V2-Region im Gen für die Virushülle. Der Schutz vor einer Ansteckung mit diesen Viren betrage etwa 80 Prozent, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie glauben, dass die V2-Region ein geeigneter Angriffspunkt für einen Impfstoff gegen HIV sein könnte. Allerdings zeigte die Studie auch, dass bereits zahlreiche Virus-Varianten existieren, bei denen dieser Impfstoff versagen würde. //[mawi]//

Zoologie Haie lernen voneinander

Biologen der Universität von Miami haben dies bei Experimenten mit Zitronenhaien beobachtet. Junge Haie mussten einen bestimmten Parcours absolvieren, mit Start und Ziel, um mit Fischhappen belohnt zu werden. Wurden die Junghaie mit erfahrenen Tieren zusammengesetzt, die den Parcours etwa sechs Mal pro Minute absolvieren konnten, lernten sie schneller und erfolgreicher als Jungtiere ohne Trainer. Es handele sich um den ersten Nachweis sozialen Lernens bei Haien, schrieben die Forscher im Fachblatt "Animal Behaviour". //[mawi]//
07.09.2012

Umwelt Vor der Küste Louisianas ist Öl von Deepwater Horizon aufgetaucht.

Das berichtet die "New York Times". Über den Bundesstaat Louisiana war Ende August der Hurrikan Isaac gezogen. Anschließend tauchten vor der Küste sechs Teer-Flächen auf. Auch an Land wurden Ölspuren entdeckt. Die Behörden sperrten daraufhin küstennahe Abschnitte für die Fischerei. Test der Louisiana State University ergaben nun, dass dieses Öl aus dem Bohrloch von Deepwater Horizon stammt. Die Bohrinsel sollte ein Ölfeld in mehr als 5000 Metern Tiefe erkunden. Im April 2010 explodierte und sank sie jedoch; aus dem Bohrloch strömte bis Mitte Juli Öl in den Golf von Mexiko. //[gät]//

Quelle: New York Times

Politik Die Wissenschaft in Japan hat nach Fukushima viel Vertrauen verloren.

So viel, dass Forscher aus Japan ein Programm der Japanischen Agentur für Wissenschaft und Technik in "Science" präsentieren, mit dem das Ansehen der Wissenschaftler in der Öffentlichkeit wiederhergestellt werden soll. Dazu zählen unter anderem das Bewusstsein einer besonderen Verantwortung bei der Beratung von Politikern, oder eine Transparenz wissenschaftlicher Arbeit. Darüber hinaus unterstreichen die Autoren ihre Ansicht, dass Akteure aus aller Welt an diesem Prozess teilnehmen sollten. Nach dem Erdbeben, dem Tsunami und den Explosionen der Reaktorhäuser im Atomkraftwerk von Fukushima waren Forscher in Japan vor allem mit sich widersprechenden Äußerungen über Evakuation und radioaktive Verstrahlung an die Öffentlichkeit getreten. Das habe das Vertrauen der Japaner in die Wissenschaft erschüttert, so die Forscher. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science1224004

Biologie Westliche Buschhäher erkennen tote Artgenossen.

Der Westliche Buschhäher zählt zu den Rabenvögeln. Er wird ein wenig größer als die Amsel und lebt meist in Gruppen. In diesen schützt er sich dabei auch vor Greifvögeln wie Falken oder Sperbern: Entdeckt ein Tier einen Greifvogel, gibt es Alarm. Die Gruppe rottet sich zusammen und greift den Fressfeind an. Angesichts eines toten Artgenossen reagieren die Vögel anders. Sie geben zwar auch Alarm. Aber die Gruppe schart sich im Anblick des toten Artgenossen rund um den Kadaver, berichten Forscher der University of California Davis. Der Vorgang wirkte auf die Wissenschaftler wie eine misstönende oder klagende Gemeinschaft. Sie beobachteten weiter, dass die Buschhäher in den folgenden 24 Stunden fast gar nichts mehr fraßen. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1016/j.anbehav.1012.08.007

Technik Verformbare Flügelkanten machen Flugzeuge leiser.

Für Start und Landung fahren Flugzeuge bis jetzt an der Flügelvorderkante einen Vorflügel aus. Diese Vorflügel lenken einen Teil der Luft über die Flügel und ermöglichen es Flugzeugen, zum Beispiel auf kürzerer Strecke zu starten oder zu landen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Flugzeuge dabei lauter werden. Ingenieure des DLR-Instituts für Faserverbundbau und Adaptronik in Braunschweig präsentieren nun gemeinsam mit Technikern aus der Industrie eine Flügelvorderkante mit flexibler Außenhaut. Diese Kante kann durch Stellmotoren von innen verbogen werden. So lässt sich die Flügelnase deutlich senken und der Effekt des Vorderflügels bleibt erhalten ohne den Nachteil mehr Lärm in Kauf nehmen zu müssen. //[gät]//

Quelle: Pressemitteilung DLR

Kernenergie Atomkraftwerke gehören nicht da hin, wo Erdbeben oder Flutwellen drohen.

Diese Lehre aus den Explosionen im Atomkraftwerk in Fukushima ziehen Experten auf einem heute bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zu Ende gegangenen Treffen. Zu den Schlussfolgerungen der Experten gehört weiter, dass Atomkraftwerke künftig mit Blick auf das gleichzeitige Eintreffen mehrerer schwerer Naturereignisse ausgelegt werden müssten. Außerdem sollten - neben baulichen und organisatorischen Verbesserungen - die Modellrechnungen und Risikoabschätzungen für schwere Erdbeben und Tsunami überarbeitet werden. In Polen haben vor wenigen Tagen vier Staatsfirmen bekannt gegeben, dass sie beim Bau des ersten polnischen Kernkraftwerks zusammenarbeiten wollten. Am Donnerstag hat Fukushima - Betreiber Tepco bekannt gegeben, dass die Menge an Kühlwasser, die in die havarierten Anlagen 1 bis 3 gepumpt wird, aus unbekannten Gründen zurückgegangen sei. //[drö]//

Quelle: IAEA

Umwelt Nachts entsteht mehr Feinstaub durch Stickoxide.

Davon sind Forscher der University of California in Berkeley überzeugt. Die Wissenschaftler hatten untersuchen wollen, welchen Einfluss Stickoxide auf die Entstehung von Partikeln in der Luft haben. Dafür wollten sie sich nicht auf Laborversuche stützen, sondern auf Messungen in der Natur. Diese zeigten, so die Forscher in "Science", dass des Nachts Stickoxide eine wichtige Rolle für die Entstehung von Feinstaub spielen; mit Folgen für den Tag: Sie ließen die Mengen an organischen Aerosolen vor allem im Sommer erheblich steigen, und beeinflussten so das Wetter. Die Wissenschaftler ziehen aus ihrer Untersuchung den Schluss, dass die Menge an Stickoxiden, die LKW, Flugzeuge oder Dieselloks ausstoßen, dringend reduziert werden sollte. //[seng]//

Quelle: DOI:10.1126/science1221520

06.09.2012

Physiologie Ein warmes Gesicht ist verräterisch.

Griechische Forscher haben einen einfachen Test entwickelt, mit dem sich Betrunkene identifizieren lassen. Sie messen die Gesichtstemperatur – denn durch Alkohol weiten sich die Blutgefäße. Allerdings nicht überall gleich stark. Um das genau festzustellen, setzten die Forscher zunächst die verschiedenen Gesichtsbereiche und ihre Temperaturwerte bei Alkoholkonsum in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass das Gebiet um die Nase und den Mund umso wärmer wird, je mehr ein Proband trinkt – die Stirn hingegen bleibt unverändert kühl. Ihr neues Testsystem – das sie im "International Journal of Electronic Security and Digital Forensics" vorstellen – besteht aus einer Wärmebildkamera mit angeschlossener Software. So kann die Gesichtstemperatur von Nase und Stirn verglichen werden. Ist die Nase deutlich wärmer als die Stirn, ist Alkohol im Spiel. //[tj]//

Quelle: International Journal of Electronic Security and Digital Forensics

Raumfahrt Die Stromversorgung der ISS ist wieder hergestellt.

Eine Woche lang musste in der Internationalen Raumstation Strom gespart werden. Nach einer Marathon-Außeneinsatz ist die defekte Stromverteilerbox nun ausgetauscht worden. Die amerikanische Astronautin Sunita Williams und ihr japanischer Kollege Akihiko Hoshide hatten dies in 6,5-stündiger Arbeit bewerkstelligt. Der erste Reparaturversuch am vergangenen Donnerstag war wegen eines klemmenden Bolzens gescheitert. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Witzig ist, worüber Vater und Mutter lachen.

Bereits mit sechs Monaten haben Babys ihren eigenen Sinn für Humor – und den haben sie sich von Ihren Eltern abgeguckt. Anhand der Reaktion von Mutter und Vater entscheiden sie, ob sie etwas lustig finden oder nicht. Der britische Psychologenverband stellte jetzt eine kleine Studie vor, die belegt, dass Babys nicht erst mit acht Monaten – wie bislang gedacht – sondern schon früher Emotionen von ihren Eltern abgucken. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung der British Psychological Society

Klimaforschung Durch die Zerstörung des Regenwaldes wird es in den Tropen trockener.

Britische Forscher haben mit Hilfe von Satellitendaten den Zusammenhang von Regen und Vegetation großflächig untersucht. Für mehr als 60 Prozent der tropischen Landfläche gilt demnach: Luftmassen, die über stark bewachsenen Flächen ziehen, produzieren doppelt so viel Regen wie Luftmassen, deren Weg über eher kahle Gebiete führen. In "Nature" zeichnen die Forscher ein Szenario für die tropischen Regenwaldregionen. Für das Amazonasbecken hieß das für das Jahr 2050: Wenn weiterhin so viel Regenwald abgeholzt wird, wie seit Beginn der 2000er Jahre, dann geht der Niederschlag während der Regenzeiten um zwölf Prozent zurück, während der Trockenzeit sogar um 21 Prozent. //[tj]//

Quelle: Nature

Physik Forscher beamen Informationen über eine rekordverdächtige Distanz...

…und zwar über eine Entfernung von 143 Kilometern. Den Physikern von der Universität Wien gelang das so genannte Teleportieren des Quantenzustandes eines Photons von der kanarischen Insel La Palma zur benachbarten Insel Teneriffa. Im Fachblatt "Nature" betonen die Wissenschaftler, dass nicht die schiere Kilometerzahl das Interessante sei. Vielmehr sei mit der praktisch verzögerungsfreien Informationsübertragung eine weltweite, satellitenbasierte Quantenkommunikation in Reichweite gekommen. Ein zukünftiges Quanteninternet könnte die Kommunikation abhörsicherer machen und Berechnungen beschleunigen. //[tj]//

Quelle: Nature

Neurologie Tennisspieler sehen in Zeitlupe...

….allerdings nur, wenn sie sich darauf vorbereiten einen Ball anzunehmen. Das berichten Neurowissenschaftler vom University College in London. Professionelle Baseball- und Tennisspieler berichten immer wieder davor, dass sich in ihrer Wahrnehmung der Ball stark verlangsamt, bevor sie ihn annehmen. Die Briten haben nun eine Erklärung für das Phänomen: Wenn sich Sportler auf einen Rückschlag vorbereiten, kann ihr Gehirn besonders viele Informationen verarbeiten, schreiben sie in den Proceedings der Royal Society. Dank dieser Strategie lässt sich präzise auf ankommende Bälle reagieren. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society

Medizin Vaginalring schützt gegen Affen-Aids.

Wissenschaftler vom Zentrum für Biomedizinische Forschung in New York haben Makaken einen Kunststoffring in die Vagina eingesetzt, der spezielle Mikrobizide gegen SHI-Viren bei Affen abgibt. Entscheidend – so die Forscher im Fachjournal "Science Translational Medicine" – war dabei nicht, wie lange vor der Infektion der Ring eingesetzt wurde, sondern dass er auch nach der Infektion noch das Gegenmittel abgeben konnte. Bei der Testreihe wurden zwei von 17 Affen trotz des Rings infiziert – ohne lag die Infektionsrate fünf Mal so hoch. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

05.09.2012

Medizin In Afrika gibt es weitere Ebola-Fälle.

Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO heute auf ihrer Webseite mitteilte, wurden weitere 28 mutmaßliche Fälle der tödlichen Virus-Erkrankung in der kongolesischen Provinz Orientale festgestellt. 14 Menschen davon seien bereits gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Demokratischen Republik Kongo seien weitere 169 Menschen in Kontakt mit den infizierten Patienten gekommen und stünden nun unter Beobachtung. Bereits im Juli hatte ein Ebola-Ausbruch im Nachbarland Uganda 16 Todesopfer gefordert. Der Ausbruch ist dort nach offiziellen Angaben der Behörden mittlerweile unter Kontrolle. [mst]

Quelle: WHO

Medizin Wiederbelebungsversuche sollten nicht zu früh eingestellt werden.

Ein Umdenken bezüglich der zeitlichen Länge der Reanimationsmaßnahmen bei Patienten mit Herzstillstand fordern Mediziner von der Universität Washington in Seattle im Fachblatt The Lancet. Die Kardiologen hatten die Daten vor mehr als 64.000 Patienten aus 435 US-Krankenhäusern ausgewertet, bei denen Herzdruckmassagen angewendet oder Defibrillatoren eingesetzt wurden. Demnach war die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Herzstillstand bei 25-minütigen Reanimationsbemühungen um zwölf Prozent größer im Vergleich zu Patienten, bei denen die Mediziner nur 16 Minuten lang reanimierten. Entgegen den Erkenntnissen früherer Studien kann eine Verlängerung der Wiederbelebung um zehn oder 15 Minuten tatsächlich signifikant mehr Leben retten, so die Forscher. [mst]

Quelle: The Lancet

Biologie Pilze sind vernachlässigbare "Klimasünder".

Zwar produzieren und emittieren Pilze, die totes organisches Material zersetzen, das Treibhausgas Methan. Allerdings ist die von den Pilzen freigesetzte Methanmenge im Vergleich mit anderen Quellen eher gering. Das schreiben Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie (MPI) in Mainz im Fachblatt NATURE Communications. Daher sei der Beitrag der Pilze zur globalen Erwärmung als vernachlässigbar einzustufen. Interessant sei hingegen die ökologische Relevanz dieser Ergebnisse, da Pilze insbesondere in Böden und beim Abbau von organischem Material eng mit Bakterien zusammenleben. Noch sei unklar, in wieweit das durch Pilze freigesetzte Methan von diesen assoziierten Bakterien aufgenommen wird und ob sie direkt davon profitieren oder nicht. [mst]

Quelle: Nature Communications (DOI: 10.1038/ncomms2049)

Biologie Sexuallockstoffe zeigen Futterquellen an.

Biologen vom französischen Nationalinstitut für landwirtschaftliche Forschung sind der Frage nachgegangen, warum Schmetterlingsraupen einer bestimmten Eulenfalterart Sexuallockstoffe wahrnehmen - obwohl die Tiere noch nicht fortpflanzungsfähig sind. Die Antwort präsentieren die Forscher im Fachblatt Nature Communications. Demnach zeigen die erwachsenen Weibchen mithilfe des Duftstoffs den Raupen geeignetes Futter an. Bei den Larven sind die Riechsensoren noch nicht voll ausgebildet. Damit können sie noch keine komplexen Pflanzendüfte - und damit geeignetes Futter - wahrnehmen. Bei Experimenten hätten sich die Larven immer für das Futter entschieden, welches vorab mit dem Duft eines Weibchens behandelt worden war. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms2050)

Biologie Mutige Hirsche sterben früher.

Das berichten kanadische Biologen der Universität von Alberta in den Proceedings B der britischen Royal Society. Sie hatten in ihrer Studie über vier Jahre hinweg 122 Rothirsche mit Sendern ausgestattet und deren Verhalten via Satelliten beobachtet. Dabei sahen sie, dass kühne Hirsche, die schnell liefen und sich auf offenes Terrain begaben, eher geschossen wurden als schüchterne Tiere, die sich versteckt hielten. Während die Flucht früher gleichbedeutend mit einem sicheren Entkommen war, bedeutet diese Strategie heute in Zeiten zielgenauer Gewehre hingegen den höchstwahrscheinlichen Tod. Die Forscher vermuten, dass der Einfluss des Menschen auf den Bestand der Rothirsche deutlich größer ist als bislang angenommen. [seng]

Quelle: Proc. R. Soc. (doi: 10.1098/rspb.2012.1483)

Physik Organische Solarzellen erzeugen mehr Strom.

Zwar sind Solarzellen aus lichtaktiven Kunststoffen flexibel und lassen sich kostengünstig herstellen, durch ihren geringen Wirkungsgrad von weit unter zehn Prozent sind sie jedoch bislang keine Konkurrenz zu starren Solarzellen auf Siliziumbasis. Materialwissenschaftler aus Utah haben nun einen Zusatz erprobt, der den Wirkungsgrad der so genannten organischen Photovoltaik um 18 Prozent steigern kann. Das neue Verfahren stellen die Forscher im Fachblatt NATURE Communications vor. Die größten Verluste in organischen Solarzellen treten bislang bei der Vereinigung von Polaronen-Paaren auf. Mithilfe eines organischen Fulleren-Moleküls wird diese Rekombination nun verhindert. [mst]

Quelle: NATURE Communications (doi:10.1038/ncomms2057)

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