Samstag, 24.08.2019
 
13.09.2012

Psychologie Soziale Netzwerke beeinflussen das Wählerverhalten.

Bei den vergangenen Kongresswahlen 2010 haben Sozialforscher ein Experiment gemacht. Sie schickten an 61 Millionen amerikanische Facebook-Nutzer eine Nachricht, in der sie zum Urnengang aufriefen. Bei einem Teil wurde die Nachricht mit der Information angezeigt, dass bereits sechs der Freunde gewählt hätten. Genau dieser Hinweis – so berichten die Forscher jetzt im Fachmagazin "Nature" – habe viele Studienteilnehmer tatsächlich zum Wählen veranlasst. Und das erklären sie sich so: Soziale Netzwerke verändern das Verhalten nicht durch den reinen Informationsaustausch. Vielmehr beeinflusse das vermeintliche Wissen um die Reaktion von Freunden das eigene Verhalten. //[seng]//

Quelle: Nature

Meteorologie Wo die Trockenheit groß ist, kommt es häufig zu Unwettern.

Auf diese Formel bringen britische Forscher ihre Auswertung von Satellitendaten, die aus allen Erdteilen stammten. Die meisten bisherigen Wetter- und Klimamodelle gehen davon aus, dass nasse Böden die günstigere Voraussetzung für Gewitter seien. Ganz im Gegenteil , schreiben die Forscher in "Nature". Über ausgedörrten Böden käme es viel eher zu vertikalen Luftbewegungen, in deren Folge sich Sturm und Regen entwickeln. Das träfe nicht nur für Afrika zu, sondern überall auf der Welt. Globale Wetter- und Klimamodelle müssten nachgebessert werden. //[tj]//

Quelle: Nature

Zoologie Im Kongo wurde eine neue Affenart entdeckt.

Die Tiere sind bis zu 65 Zentimeter groß und gehören zu den Meerkatzenartigen. Ihr Gesicht ist blass und von einer grau-blonden Mähne umrahmt. Entdeckt wurden die Affen im Lomami-Becken in der Mitte der Demokratischen Republik Kongo. Entsprechend erhielt die neue Spezies den Namen //Cercopithecus lomamiensis//. In der Fachzeitschrift „PLoS One“ stellen Biologen die Einzelheiten der seltenen Entdeckung vor. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0044271">P

Paläoanthropologie Die Neandertaler könnten sich wie heutige Menschen unterhalten haben.

Das vermuten Paläontologen des Frankfurter Senckenberg-Instituts. Sie hatten Zähne eines in Frankreich gefundenen Neandertalers unter die Lupe genommen. Aus schrägen, von rechts oben nach links unten verlaufenden Kratzspuren an den Zähnen schließen die Forscher, dass der Mann seine rechte Hand benutzte, um Nahrung zum Mund zu führen. Auch die Analyse der Arm- und Schulterknochen weise auf Rechtshändigkeit hin. Das sei bedeutsam. Denn Rechtshändigkeit deute darauf hin, dass die linke Gehirnhälfte dominiert. In dieser Gehirnhälfte liegt das Sprachzentrum der meisten heutigen Menschen. Die Frankfurter Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass Neandertaler die Fähigkeit zur Sprache hatten. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Senckenberg

Biologie Eine Stammzelltherapie kann bei Mäusen das Gehör zurückbringen.

Im Fachmagazin "Nature" schildert ein internationales Wissenschaftlerteam, wie es schwerhörigen und tauben Wüstenrennmäusen wieder zum Hören verholfen hat. Aus Stammzellen erzeugten die Forscher unreife Vorstufen von Hörzellen. Diese implantierten sie in die Hörschnecke der Mäuse, bei denen die feinen Haarzellen und die Hörnerven zerstört waren. Im Verlauf der nächsten zehn Wochen wuchs in den Mäuseohren nicht nur die Nervendichte deutlich, nach vier Wochen verbesserte sich auch das Hörvermögen, die Tiere nahmen allmählich immer leisere Geräusche wahr. Das Ergebnis ist nach Ansicht der Wissenschaftler vielversprechend. Beim Menschen kann bislang nur eine Beschädigung der sensorischen Haarzellen im Ohr behandelt werden – mit einer Hörprothese. Ist der Hörnerv geschädigt, gibt es keine Therapie. Das könnte sich möglicherweise mit einer entsprechenden Stammzelltherapie ändern. //[tj]//

Quelle: Nature

Psychologie Warum lieben Menschen Zungenküsse, ekeln sich aber, die Zahnbürste des anderen zu benutzen?

Weil beim einen sexuelle Erregung im Spiel ist, beim anderen nicht… Niederländische Forscher haben Experimente zur Ekelschwelle von Frauen durchgeführt. Sie ergaben im Prinzip, was bei Experimenten mit Männern schon klar war: Speichel, Sperma, Schweiß und Körpergerüche lösen bei den meisten Menschen Abscheu aus – offenbar eine Schutzfunktion. Sie bewahre uns davor bewahrt, mit möglicherweise infektiösen Substanzen in Kontakt zu kommen. Sexuelle Erregung senkt die Ekelschwelle – Fortpflanzung sei sonst wohl eher schwierig, meinen die Forscher im Fachblatt PLoS One. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0044111">P

12.09.2012

Medizin Die Ernährung während der Schwangerschaft kann sich über Generationen hinweg auswirken.

Das hat ein internationales Forscherteam zumindest bei Ratten festgestellt. Wie die Biomediziner im Fachblatt Nature Communications schreiben, beeinflusste eine fettreiche Ernährung in der Schwangerschaft bei den Nagern nicht nur das Brustkrebsrisiko der direkten Nachkommen. Ebenso zeigte auch die Enkelgeneration noch ein bis zu 60 Prozent höheres Risiko für Brustkrebs. Demnach kann eine fettreiche Ernährung das Muster chemischer Ablagerungen am Erbgut des Nachwuchses ändern. Befindet sich eine solche Ablagerung an der DNA, kann das dort liegende Gen nicht abgelesen werden. Je nach Position und Beschaffung dieser Ablagerungen können bestimmte Gene inaktiviert werden. Die Studienautoren sehen sich durch diese Ergebnisse in der Annahme bestätigt, dass es möglich sein könnte, Veränderungen am Erbgut rückgängig zu machen. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms2058)

Biologie Ein Sex-Protein verändert den weiblichen Organismus.

Paaren sich Taufliegen, überträgt das Männchen neben dem Sperma auch ein sogenanntes Sex-Peptid auf das Weibchen, berichten Genetiker aus London in den Proceedings B der britischen Royal Society. Dieser Masterregulator bewirkt, dass die Männchen viel gesunden Nachwuchs produzieren. Denn die Weibchen werden dadurch keusch und bleiben länger wach. Dadurch steigt die Ei-Legerate und es bleibt mehr Zeit zur Nahrungs- und Legeplatzsuche. Ein Widerstand des weiblichen Körpers auf das männliche Peptid sei kaum möglich, da es vielfältig agiere und so dem weiblichen Immunsystem viele Hürden in den Weg stelle, den Einfluss des Proteins zu mindern, so die Forscher. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098/rspb.2012.1634)

Medizin Fischöl wirkt nicht präventiv gegen Schlaganfall und Herzinfarkt.

Das ist das Ergebnis einer Metastudie US-amerikanischer Mediziner, die sie im Journal of the American Medical Association - JAMA - vorstellten. Die Forscher hatten untersucht, ob Omega-3-Fettsäuren tatsächlich Blutfette abbauen, Gefäßverkalkungen verhindern und vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen. Die Auswertung von 20 Studien mit rund 70.000 Patienten zeigte demnach, dass es keine signifikanten Verbesserungen bei Probanden gab, die Fischöl-Kapseln eingenommen hatten, im Gegensatz zu den Studienteilnehmern, die Placebos erhalten hatten. Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in fettigem Fisch wie Lachs, Sardelle oder Makrele enthalten. Aus ihnen werden Fischöl-Präparate hergestellt, die vor allem von Apotheken und Reformhäusern vertrieben werden. [mst]

Quelle: JAMA/Eurekalert!

Biologie Schlangen brauchen zur Fortpflanzung nicht immer ein Männchen.

Die Jungfernzeugung ist eine eingeschlechtliche Fortpflanzung, bei der Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen entstehen. Diese Form der Reproduktion konnte bei Schlangen in Gefangenschaft bereits beobachtet werden, der Nachweis in der Wildnis fehlte bislang. Dieser gelang nun Reptilienforschern der North Carolina State University in den USA. Wie sie in den Biology Letters berichten, haben sie die Jungfernzeugung bei zwei Vipernarten nachweisen können. Genetische Untersuchungen zeigten, dass bei der Zeugung des Nachwuchses kein Vater beteiligt war, da das mütterliche Erbgut beim Nachwuchs in zweifacher Ausführung vorhanden ist. Die Biologen gehen davon aus, dass eine gelegentliche Jungfernzeugung mitunter ein Überlebensvorteil der Spezies sein kann. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2012.0666)

Astronomie Astrophysiker lösen das Rätsel um die tanzenden Sterne im Orion.

Im Zentrum des Orionnebels bewegen sich die neu entstandenen Sterne deutlich schneller umeinander, als dies aufgrund der sichtbaren Masse zu erwarten ist. Forscher aus Bonn, Prag und Brisbane konnten nun dieses Paradoxon mithilfe von Simulationen lösen. Wie sie im Fachjournal The Astrophysical Journal schreiben, könnte ein schweres Schwarzes Loch im Zentrum des Orionhaufens der Grund für die ungewöhnlichen Bewegungen sein. Der zentrale Sternhaufen im Orionnebel ist rund 1.300 Lichtjahre von der Erde entfernt und enthält etwa 5.000 junge Sterne. Der Haufen hat sich den Forschern zufolge erst vor ein oder zwei Millionen Jahren gebildet. [mst]

Quelle: idw-online.de

Paläontologie In Kanada gibt es die kleinsten fossilen Fußabdrücke.

Die knapp fünf Zentimeter lange versteinerte Laufspur hat ein Wirbeltier vor rund 315 Millionen Jahren in der heutigen Provinz Nova Scotia hinterlassen. Die 30 Fußabdrücke von Batrachichnus salamandroides - einem Salamander-ähnlichen Tier - messen jeweils gerade einmal 1,6 Millimeter, notieren Paläontologen der Saint Mary's Universität im kanadischen Halifax im Fachmagazin Ichnos. Damit gelten diese fossilen Fußabdrücke als kleinste überhaupt, die bislang in der Wissenschaft beschrieben wurden. Vermutlich habe es sich bei dem Verursacher um ein Jungtier gehandelt, so die Forscher. [mst]

Quelle: Alphagalileo

11.09.2012

Medizin Eine Variante des H1N2-Influenza-Virus kann Frettchen töten

Forscher aus Südkorea und den USA haben zwei H1N2-Virusstämme und zwei H3N2-Stämme aus Schweinen isoliert. Anschließend haben sie Frettchen mit den Viren infiziert. Frettchen gelten in der Influenza-Forschung als gutes Modell für den Menschen. Drei Virenstämme lösten bei den Frettchen nur leichte Krankheitssymptome aus, aber einer mit Namen Sw 1204 ließ drei Frettchen schwer erkranken, eines starb. Dieser H1N2-Virusstamm kann sich über die Luft verbreiten. Drei gesunde Frettchen, die neben den infizierten gehalten wurden, erkrankten ebenfalls. Während der Verbreitung mutierte das H1N2-Virus zwei Mal und war danach besser in der Lage, menschliches Lungengewebe in der Petrischale zu infizieren als die noch nicht mutierte Variante. Die Forscher, die ihre Studie in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (PNAS) veröffentlicht haben, plädieren dafür, alle Influenza-Virusstämme bei Schweinen weltweit zu überwachen. //[jst]//

Quelle: Nature News, PNAS

Medizin Ein neuer Impfstoff kann vor Dengue-Viren schützen...

... jedoch nicht uneingeschränkt. Gegen drei der vier Dengue-Virus-Formen habe der Impfstoff des Pharmaunternehmens Sanofi Pasteur eine Wirksamkeit von 60 bis 90 Prozent, gegen eine Form sei er jedoch unwirksam, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt //The Lancet//. An der Studie hatten 4000 Kinder in Thailand teilgenommen. Sie wurde von Sanofi Pasteur finanziert, mehrere Co-Autoren arbeiten für das Unternehmen. Einige Wissenschaftler kritisieren die Studie, da der Impfstoff nicht vor allen vier Virenformen schützt. Dengue-Viren werden von Mücken in den Tropen und Subtropen übertragen, vor allem Kinder sind betroffen. Bei einem schweren Verlauf der Krankheit kann es zu inneren Blutungen kommen, 12.500 Menschen sterben jährlich. //[jst]//

Neurolinguistik Babys lernen Sprachregel besser als Erwachsene

Zu diesem Ergebnis kommen Forscherinnen des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Demnach können Kleinkinder bereits im Alter von drei Monaten eine bestimmte Sprach-Regel automatisch erkennen, Erwachsene hingegen nicht, wie die Wissenschaftlerinnen im Fachmagazin "PNAS" schreiben. Sie spielten den Probanden 20 Minuten lang Kunstworte aus Silbenkombinationen vor, die nach einer festgelegten Regel zusammengesetzt wurden. Gelegentlich verletzten die Forscherinnen die Regel, indem sie eine der Silben austauschten. Die Babys nahmen diese Regelverletzung automatisch wahr, beim Elektroenzephalogramm (EEG), das von den Probanden gewonnen wurde, kam es dann zu einer Abweichung. Zwar erkannten auch einige der erwachsenen Probanden die verwendete Regel, aber erst, nachdem sie von den Wissenschaftlerinnen zum Suchen nach einer solchen aufgefordert worden waren. //[jst]//

Zoologie Eine afrikanische Beere schillert sehr, sehr blau

Kein anderes biologisches Material sei so intensiv gefärbt, berichten britische und US-amerikanische Forscher im Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das metallisch blaue Leuchten der Beeren von //Pollia condensata// wird nicht durch einen Farbstoff hervorgerufen, sondern durch spezielle Nano-Strukturen in bestimmten Zellschichten. Die Wände dieser Zellen sind aus verdrehten sehr dünnen Zellulose-Fasern aufgebaut. Durch die unterschiedlichen Abstände zwischen den einzelnen Fasern werden auch unterschiedliche Wellenlängen reflektiert. Dadurch entsteht der satte Blauton, der Vögel anlocken soll, die die Beeren fressen und an anderer Stelle wieder ausscheiden und somit die Verbreitung der Pollia-Pflanze sichern. Auf diese Art hervorgerufene Farben sind auch von Pfauenfedern, Käferpanzern und Schmetterlingsflügeln bekannt. //[jst]//

Archäologie Im Hunsrück steht das älteste römische Militärlager Deutschlands

Das Lager bei Hermeskeil in Rheinland-Pfalz soll zwischen 53 und 51 vor Christus von Julius Cäsars Truppen angelegt worden sein, wie Archäologen von der Universität Mainz mitteilten. Anhand von Schuhnägeln römischer Legionäre und Resten von Amphoren und anderen Tongefäßen konnten die Forscher das Alter des Lagers eingrenzen. Die Militäranlage war etwa 26 Hektar groß, besaß einen Befestigungswall und bot Platz für 5 bis 10.000 Soldaten. Der Ort für das Lager sei vermutlich so gewählt worden, um die Kelten am nahe gelegenen Hunnenring zu vertreiben. Da das Lager sehr groß ist, werden die Ausgrabungen noch sechs Jahre dauern, so die Archäologen. //[jst]//
10.09.2012

Medizin Atemwegsinfekte bei Neugeborenen erhöhen Asthma-Risiko

Das RS-Virus verursacht bei Neugeborenen und Kleinkindern schwere Atemwegsinfekte. Aus einer schwedischen Studie ist bereits bekannt, dass von zehn Kindern, die mit einem RS-Virus-Infekt in die Klinik eingeliefert werden, vier in ihrem späteren Leben unter Asthma leiden. Warum das so ist, glauben US-amerikanische Forscher jetzt besser erklären zu können. Tierversuche an Mäusen deuten darauf hin, dass das RS-Virus spezielle Immunzellen schädigt. Die sogenannten regulatorischen T-Zellen verlieren ihre Fähigkeit, Entzündungen zu drosseln oder ganz zu stoppen, berichten die Mediziner der Universität von Pittsburgh im Fachblatt "Nature Medicine". Entzündungen sind wichtig, um Krankheitserreger unter Kontrolle zu bekommen. Menschen mit Asthma aber reagieren auf an sich harmlose Stoffe in der Luft wie Hausstaubmilben, Tierhaare oder Duftstoffe. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine

Planetologie Tonschichten auf dem Mars könnten vulkanischen Ursprungs sein

Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass die auf dem Mars entdeckten Tonschichten am Grund von einstigen Meeren, Seen oder Flüssen entstanden sind. Bei der Analyse von irdischem Magmagestein haben Forscher der Universität von Poitiers und Kollegen aus den USA festgestellt, dass sich Tonminerale auf der Erde auch in den Poren wasserhaltiger Lava bilden. Da die chemischen Merkmale dieser Minerale denen der Tonschichten auf dem Mars sehr ähneln, halten sie es für wahrscheinlich, dass auch die Tonschichten auf dem Roten Planeten vulkanischen Ursprungs sind. In jedem Fall seien diese Tonminerale kein eindeutiges Indiz mehr für eine wärmere und feuchtere Vergangenheit des Mars, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature Geoscience". Wie die Tonminerale auf dem Mars tatsächlich entstanden sind, würden wohl nur Messungen vor Ort endgültig klären können, räumen sie ein. Der Marsrover "Curiosity" könne vielleicht schon bald die noch fehlenden Daten liefern. Denn in der Nähe seines Landeplatzes finden sich solche Schichtsilikate. //[mawi]//

Quelle: Nature Geoscience - doi:10.1038/ngeo1572

Medizin Virus-Forscher finden guten Angriffspunkt für Aids-Impfstoffe

Wissenschaftler am Infektionsforschungszentrum der US-amerikanischen Armee haben einen Impfstoffversuch in Thailand aus dem Jahr 2009 neu ausgewertet. An dieser sogenannten RV144-Studie hatten rund 16.000 Menschen teilgenommen. Der Impfstoff, der getestet wurde, senkte statistisch gesehen das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus um 31 Prozent. Die US-Forscher verglichen nun die Viren, vor denen die Impfung geschützt hatte mit denen, bei denen der Impfstoff versagt hatte. Das Ergebnis: Der Impfstoff schützte besonders gut gegen Viren mit einer speziellen Abfolge der Erbbausteine in der V2-Region im Gen für die Virushülle. Der Schutz vor einer Ansteckung mit diesen Viren betrage etwa 80 Prozent, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Sie glauben, dass die V2-Region ein geeigneter Angriffspunkt für einen Impfstoff gegen HIV sein könnte. Allerdings zeigte die Studie auch, dass bereits zahlreiche Virus-Varianten existieren, bei denen dieser Impfstoff versagen würde. //[mawi]//

Zoologie Haie lernen voneinander

Biologen der Universität von Miami haben dies bei Experimenten mit Zitronenhaien beobachtet. Junge Haie mussten einen bestimmten Parcours absolvieren, mit Start und Ziel, um mit Fischhappen belohnt zu werden. Wurden die Junghaie mit erfahrenen Tieren zusammengesetzt, die den Parcours etwa sechs Mal pro Minute absolvieren konnten, lernten sie schneller und erfolgreicher als Jungtiere ohne Trainer. Es handele sich um den ersten Nachweis sozialen Lernens bei Haien, schrieben die Forscher im Fachblatt "Animal Behaviour". //[mawi]//
07.09.2012

Umwelt Vor der Küste Louisianas ist Öl von Deepwater Horizon aufgetaucht.

Das berichtet die "New York Times". Über den Bundesstaat Louisiana war Ende August der Hurrikan Isaac gezogen. Anschließend tauchten vor der Küste sechs Teer-Flächen auf. Auch an Land wurden Ölspuren entdeckt. Die Behörden sperrten daraufhin küstennahe Abschnitte für die Fischerei. Test der Louisiana State University ergaben nun, dass dieses Öl aus dem Bohrloch von Deepwater Horizon stammt. Die Bohrinsel sollte ein Ölfeld in mehr als 5000 Metern Tiefe erkunden. Im April 2010 explodierte und sank sie jedoch; aus dem Bohrloch strömte bis Mitte Juli Öl in den Golf von Mexiko. //[gät]//

Quelle: New York Times

Politik Die Wissenschaft in Japan hat nach Fukushima viel Vertrauen verloren.

So viel, dass Forscher aus Japan ein Programm der Japanischen Agentur für Wissenschaft und Technik in "Science" präsentieren, mit dem das Ansehen der Wissenschaftler in der Öffentlichkeit wiederhergestellt werden soll. Dazu zählen unter anderem das Bewusstsein einer besonderen Verantwortung bei der Beratung von Politikern, oder eine Transparenz wissenschaftlicher Arbeit. Darüber hinaus unterstreichen die Autoren ihre Ansicht, dass Akteure aus aller Welt an diesem Prozess teilnehmen sollten. Nach dem Erdbeben, dem Tsunami und den Explosionen der Reaktorhäuser im Atomkraftwerk von Fukushima waren Forscher in Japan vor allem mit sich widersprechenden Äußerungen über Evakuation und radioaktive Verstrahlung an die Öffentlichkeit getreten. Das habe das Vertrauen der Japaner in die Wissenschaft erschüttert, so die Forscher. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science1224004

Biologie Westliche Buschhäher erkennen tote Artgenossen.

Der Westliche Buschhäher zählt zu den Rabenvögeln. Er wird ein wenig größer als die Amsel und lebt meist in Gruppen. In diesen schützt er sich dabei auch vor Greifvögeln wie Falken oder Sperbern: Entdeckt ein Tier einen Greifvogel, gibt es Alarm. Die Gruppe rottet sich zusammen und greift den Fressfeind an. Angesichts eines toten Artgenossen reagieren die Vögel anders. Sie geben zwar auch Alarm. Aber die Gruppe schart sich im Anblick des toten Artgenossen rund um den Kadaver, berichten Forscher der University of California Davis. Der Vorgang wirkte auf die Wissenschaftler wie eine misstönende oder klagende Gemeinschaft. Sie beobachteten weiter, dass die Buschhäher in den folgenden 24 Stunden fast gar nichts mehr fraßen. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1016/j.anbehav.1012.08.007

Technik Verformbare Flügelkanten machen Flugzeuge leiser.

Für Start und Landung fahren Flugzeuge bis jetzt an der Flügelvorderkante einen Vorflügel aus. Diese Vorflügel lenken einen Teil der Luft über die Flügel und ermöglichen es Flugzeugen, zum Beispiel auf kürzerer Strecke zu starten oder zu landen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Flugzeuge dabei lauter werden. Ingenieure des DLR-Instituts für Faserverbundbau und Adaptronik in Braunschweig präsentieren nun gemeinsam mit Technikern aus der Industrie eine Flügelvorderkante mit flexibler Außenhaut. Diese Kante kann durch Stellmotoren von innen verbogen werden. So lässt sich die Flügelnase deutlich senken und der Effekt des Vorderflügels bleibt erhalten ohne den Nachteil mehr Lärm in Kauf nehmen zu müssen. //[gät]//

Quelle: Pressemitteilung DLR

Kernenergie Atomkraftwerke gehören nicht da hin, wo Erdbeben oder Flutwellen drohen.

Diese Lehre aus den Explosionen im Atomkraftwerk in Fukushima ziehen Experten auf einem heute bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zu Ende gegangenen Treffen. Zu den Schlussfolgerungen der Experten gehört weiter, dass Atomkraftwerke künftig mit Blick auf das gleichzeitige Eintreffen mehrerer schwerer Naturereignisse ausgelegt werden müssten. Außerdem sollten - neben baulichen und organisatorischen Verbesserungen - die Modellrechnungen und Risikoabschätzungen für schwere Erdbeben und Tsunami überarbeitet werden. In Polen haben vor wenigen Tagen vier Staatsfirmen bekannt gegeben, dass sie beim Bau des ersten polnischen Kernkraftwerks zusammenarbeiten wollten. Am Donnerstag hat Fukushima - Betreiber Tepco bekannt gegeben, dass die Menge an Kühlwasser, die in die havarierten Anlagen 1 bis 3 gepumpt wird, aus unbekannten Gründen zurückgegangen sei. //[drö]//

Quelle: IAEA

Umwelt Nachts entsteht mehr Feinstaub durch Stickoxide.

Davon sind Forscher der University of California in Berkeley überzeugt. Die Wissenschaftler hatten untersuchen wollen, welchen Einfluss Stickoxide auf die Entstehung von Partikeln in der Luft haben. Dafür wollten sie sich nicht auf Laborversuche stützen, sondern auf Messungen in der Natur. Diese zeigten, so die Forscher in "Science", dass des Nachts Stickoxide eine wichtige Rolle für die Entstehung von Feinstaub spielen; mit Folgen für den Tag: Sie ließen die Mengen an organischen Aerosolen vor allem im Sommer erheblich steigen, und beeinflussten so das Wetter. Die Wissenschaftler ziehen aus ihrer Untersuchung den Schluss, dass die Menge an Stickoxiden, die LKW, Flugzeuge oder Dieselloks ausstoßen, dringend reduziert werden sollte. //[seng]//

Quelle: DOI:10.1126/science1221520

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