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19.09.2012

Biologie Schlangen hatten unterirdische Vorfahren.

Die meisten heutigen Schlangenarten stammen von Vorfahren ab, die unter der Erde lebten. Das berichten US-Forscher in den Biology Letters. Die Wissenschaftler untersuchten und verglichen das Erbgut von 161 Schlangenarten. Dabei zeigte sich, dass die meisten Schlangen genetisch den Anomalepididae am nächsten stehen. Das ist eine Gruppe von blinden Schlangen, die in unterirdischen Gängen leben. Die Studie ist nach Angaben der Forscher die bisher umfassendste Genstudie zur Stammesgeschichte der Schlangen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.10987rsbl.2012.0703

Physik Farbumschlag zeigt Schwermetalle.

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfachen Sensor entwickelt, der eine Schwermetallbelastung von Wasser anzeigt, indem er seine Farbe ändert. Er könnte die routinemäßige Untersuchung von Wasserproben erleichtern. Der Sensor besteht aus einem speziellen Hydrogel, das mit Aptameren beschichtet ist. Aptamere sind einfache Stränge von DNA oder RNA, die Blei oder Quecksilber binden können. In Kontakt mit den Schwermetallen verändern die Aptamere ihre Form. Das führt dazu, dass sich die Kristallstruktur des Hydrogels zusammenzieht. Dabei kommt es zu einem Farbumschlag von Rot zu Blau. Durch den Einsatz spezifischer Aptamere wollen die Forscher den Sensor in Zukunft auch auf andere Substanzen wie Medikamentenwirkstoffe oder Pestizide hin anpassen. Die Studie ist im Magazin Nanoscale erschienen. [luh]

Quelle: Nanoscale / doi: 10.1039/c2nr31601c

Biologie Robben lassen ihre Lungen kollabieren.

Robben und Seelöwen haben einen Schutzmechanismus gegen die Taucherkrankheit. Um zu verhindern, dass beim Auftauchen aus großer Tiefe der im Blut gelöste Stickstoff ausperlt, können sie den Gasaustausch zwischen der Lunge und dem Blut stark einschränken. Dafür lassen sie beim Abtauchen ihre Lunge kontrolliert kollabieren. US-Biologen haben diesen Prozess jetzt erstmals exakt vermessen. Sie statteten einen Seelöwen in freier Wildbahn mit Messgeräten aus, die den Gasdruck in dessen Blut während mehrerer Tauchgänge aufzeichneten. Dabei zeigte sich: Ab einer Tauchtiefe von rund 200 Metern stellte die Lunge des Tieres den Gasaustausch komplett ein. Erst beim Auftauchen wurden die Lungenbläschen wieder mit Restluft aus den oberen Atemwegen gefüllt. Die Studie ist im Magazin Biology Letters erschienen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.1098/rsbl.2012.0743

Biologie Bohrschwämme gefährden Korallenriffe.

Durch den massiven Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid werden die Weltmeere immer saurer. Dies stellt eine Gefahr für Korallenriffe dar, weil diese im sauren Wasser mehr Energie aufwenden müssen, um ihre Kalkskelette aufzubauen. Doch es gibt noch eine zweite Belastung für die Korallen, berichten Meeresbiologen vom Senckenberg Forschungsinstitut im Magazin PLoS One. Bohrschwämme befallen Korallen und greifen als sogenannte Bioerodierer deren Kalkskelette an. Sinkt der pH-Wert des Wassers, bauen die Bohrschwämme den Kalk deutlich schneller ab. Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass an Korallenriffen in Zukunft Abbauprozesse das Gerüstwachstum übertreffen. [luh]

Quelle: PLoS One / doi: 10.1371/journal.pone.0045124

Biologie Mit Genmais gefütterte Ratten sterben früher an Krebs.

Französische Forscher der Universität Caen haben nach eigenen Angaben die weltweit erste Langzeit-Fütterungsstudie von Ratten mit gentechnisch verändertem Mais in Kombination mit einem Pestizid durchgeführt. Dabei beobachteten sie zwei Jahre lang Ratten, die mit Genmais der pestizidresistenten Sorte NK 603 gefüttert und zugleich dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup ausgesetzt wurden. Die Tiere erkrankten häufiger an Krebs und starben früher als Ratten, die herkömmlichen Mais im Futter erhielten. Der Studienleiter Gilles-Éric Séralini, ein erklärter Gentechnik-Kritiker, sprach von "alarmierenden Ergebnissen". Die EU-Kommission beauftragte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Ergebnisse der neuen Studie zu prüfen. Üblicherweise werden bei Zulassungsverfahren für transgene Pflanzen solche Fütterungsstudien nur über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" erschienen. [luh]

Biologie Mais produziert humanes Protein.

Kanadische Forscher haben einen Weg gefunden, in genetisch veränderten Maispflanzen humane Proteine als Medikamentenwirkstoffe zu produzieren. Bisher gilt die Erzeugung von humanen Proteinen in Pflanzen als problematisch, weil die Pflanzen die Moleküle mit pflanzentypischen Zuckerketten markieren. Diese können bei Menschen gefährliche Immunreaktionen auslösen. Die Forscher veränderten die eingesetzten Gene aber so, dass die damit erzeugten Proteine nicht mehr den Golgi-Apparat der Pflanzenzellen passieren. In dieser Zellstruktur werden normalerweise die problematischen Zucker hinzugefügt. Die Studie ist im Fachblatt Nature Communications erschienen. [luh]

Quelle: Nature Communications / doi: 10.1038/ncomms2070

18.09.2012

Chemie Chemiker erschaffen biegsamen Kaffee-Kristall

Forscher aus Indien haben ein Material hergestellt, das gleichzeitig kristallin und hochflexibel ist – und das bis zu einer Temperatur von minus 100 Grad Celsius. Normalerweise sind Kristalle eher spröde und brechen leicht, wenn man sie biegt. Das Material besteht aus Koffein und einer Verbindung der Benzoesäure, die man zusammen auskristallisieren ließ. Vorgestellt haben es die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie". Sie können sich vorstellen, dass sich die nadelförmigen Kristalle für den Transport von Ladungen zum Beispiel in künstlichen Muskeln eignen. //[reu]//

Quelle: Chemistry World, Angewandte Chemie

Medizin Das Chronische Erschöpfungssyndrom wird offenbar doch nicht von Viren verursacht

Das hat ein internationales Forscherteam festgestellt – in der bisher umfangreichsten Studie zu dieser Krankheit. Die Mediziner konnten keinen Zusammenhang finden zwischen dem Erschöpfungssyndrom und zwei Retroviren, die üblicherweise bei Mäusen vorkommen. Diese Ergebnisse widersprechen zwei Studien, die in den Jahren 2009 und 2010 veröffentlicht worden waren. Für die aktuelle Untersuchung haben die Forscher knapp 300 Patienten untersucht, die unter dem Erschöpfungssyndrom leiden. In ihrem Blut habe man keine Infektion mit Viren nachweisen können, schreiben die Forscher im Fachblatt "mBio". Wodurch das Chronische Erschöpfungssyndrom ausgelöst werde, sei damit noch immer unbekannt. //[reu]//

Chemie Chemiker erschaffen biegsamen Kaffee-Kristall

Forscher aus Indien haben ein Material hergestellt, das gleichzeitig kristallin und hochflexibel ist – und das bis zu einer Temperatur von minus 100 Grad Celsius. Normalerweise sind Kristalle eher spröde und brechen leicht, wenn man sie biegt. Das Material besteht aus Koffein und einer Verbindung der Benzoesäure, die man zusammen auskristallisieren ließ. Vorgestellt haben es die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie". Sie können sich vorstellen, dass sich die nadelförmigen Kristalle für den Transport von Ladungen zum Beispiel in künstlichen Muskeln eignen. //[reu]//

Quelle: Chemistry World, Angewandte Chemie

Medizin Zahl der Ebola-Fälle im Kongo weiter gestiegen

Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO heute mit. Bis zum vergangenen Wochenende seien 46 Menschen in der Provinz Orientale der Demokratischen Republik Kongo an dem lebensbedrohlichen Fieber erkrankt. In 14 Fällen konnte das Virus im Labor nachgewiesen werden. 19 Menschen sind bereits an der Seuche gestorben. Eine Ebola-Infektion führt sehr häufig zum Tod. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel. //[reu]//

Biologie Ohne Vögel nehmen Spinnen überhand

Auf der westpazifischen Insel Guam leben während der Regenzeit 40 Prozent mehr Spinnen als auf den Nachbarinseln. Diese Zahl präsentieren Forscher aus den USA im Fachmagazin "PLOS ONE". Als Ursache dafür haben die Forscher ausgemacht, dass auf Guam mittlerweile fast alle Vögel ausgestorben sind, die die Spinnen vertilgen könnten. Das wiederum läge daran, dass sich eine bestimmte Schlangenart stark auf der Insel ausgebreitet habe, die Braune Nachtbaumnatter. Diese Schlangen gelangten vermutlich während des Zweiten Weltkriegs auf die Insel. Sie haben dort keine natürlichen Feinde. Bisher sei der Effekt, den Vögel auf Spinnenpopulationen haben, immer unterschätzt worden. Denn er sei unter Laborbedingungen ermittelt worden, und nicht im Freiland, argumentieren die Forscher. //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

Medizin Resistenzen überleben auch ohne Antibiotika

US-amerikanische Forscher haben resistente Bakterien der Art Campylobacter Coli bei Schweinen gefunden, die bei der Aufzucht keine Antibiotika erhalten hatten. Ein genetischer Vergleich zeigte, dass es sich um denselben Stamm handelt, den die Forscher bei Tieren gefunden hatten, die konventionell gemästet worden waren. Da es zwischen beiden Populationen keinen direkten Kontakt gegeben hatte, glauben die Forscher, dass die Umwelt eine gewisse Rolle spiele für das Überleben der Bakterien. Offenbar sei es nicht notwendig für das Fortbestehen der Resistenzgene, dass ein Selektionsdruck durch den Gebrauch der Arzneimittel aufrecht erhalten werde, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLOS ONE". //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

17.09.2012

Biologie Korallen haben kaum eine Chance, sich an den Klimawandel anzupassen

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben mit 19 verschiedenen Klimamodellen den Wärmestress auf Korallen an über 2000 Standorten weltweit simuliert. Bis zum Jahr 2030 könnten im schlimmsten Fall rund 70 Prozent der Korallenstandorte langfristig geschädigt sein, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Um etwa die Hälfte der Korallenriffe weltweit zu schützen, dürfe die Erderwärmung höchstens 1,5 Grad Celsius betragen. Die offene Frage ist, ob und wie sehr Korallen sich an steigende Temperaturen anpassen können. Denn Korallen leben bislang mit wenig temperaturresistenten Algen in Symbiose. Die Ozeanversauerung stellt nach Ansicht der Forscher einen weiteren Risikofaktor dar. Meerwasser wird saurer, wenn es Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt. Dies wiederum stört die Kalkbildung der Korallen. Die Potsdamer Klimaforscher gehen davon aus, dass sich langfristig die Artenzusammensetzung der Riffe ändern wird, und sich nur Korallen behaupten, die weniger wärmeempfindlich sind. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change;DOI: 10.1038/NCLIMATE1674

Umwelt Das Bophal-Gift wird doch nicht in Deutschland entsorgt

Die staatliche deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihr Angebot zur Entsorgung von Giftmüll aus dem indischen Bhopal zurückgezogen. Als Grund gibt die GIZ in einem Brief an das indische Finanzministerium an, deutsche Medien hätten in Berichten unterstellt, die Giftmüllentsorgung laufe den "Interessen der deutschen Öffentlichkeit" zuwider. Nach ursprünglichen Plänen sollten 350 Tonnen mit Giftmüll verseuchter Erde aus einer ehemaligen Pestizidfabrik in Bhopal nach Deutschland geflogen und dort entsorgt werden. Im Dezember 1984 waren aus der Pestizidfabrik von Union Carbide rund 40 Tonnen giftiges Methylisocyanat ausgetreten. 23.000 Menschen starben unmittelbar nach der Katastrophe oder an den Spätfolgen. Zehntausende wurden chronisch krank. //[mawi]//

Energie Deutschland gibt kein Geld mehr für ITER

Das Bundesforschungsministerium stellt die Förderung für das Kernfusionsprojekt ITER ein. Es würden keine neuen Projektanträge mehr angenommen, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion. Seit 2009 wurden 34,3 Millionen Euro bewilligt - Deutschland ist über die EU-Förderung aber weiter an den Milliardenkosten beteiligt. Der weltweit erste Fusionsreaktor soll im südfranzösischen Cadarache entstehen. Deutsche Firmen konnten bisher kaum von dem Projekt profitieren. .//[mawi]//

Zoologie Nachtigallenmännchen schnarren sich attraktiv

Die Strophen der Nachtigallenmännchen enthalten vor allem flötende und trillernde Elemente. Etwa alle fünf Minuten aber tauchen in dem Gesang untypische Elemente auf: wiederkehrendes, langgezogenes Brummeln oder Schnarren. Diese Elemente, haben Verhaltensbiologen der Freien Universität Berlin entdeckt, haben Einfluss auf die Zuneigung der Weibchen. Denn sie verraten Wichtiges über den Sänger– etwa dessen Gewicht, sein Alter, seinen Gesundheitszustand oder Paarungsstatus. Männchen nutzen jeweils unterschiedlich hohe und lange Brummellaute. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Weibchen Männchen nicht nur anhand der vielen Strophentypen auswählen, sondern auch ganz genau hinhören und die Vortragskunst verschiedener Männchen miteinander vergleichen.//[mawi]//

Quelle: PLoS ONE

Zoologie Welchen Job eine Biene macht, steht nicht in ihren Genen

Das Erbgut der Honigbienen in einem Stock ist identisch. Dennoch können sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen, zum Beispiel kleine Bienen im Stock aufziehen oder zum Pollensammeln ausfliegen. Bienenforscher aus den USA und Norwegen haben untersucht, was sich verändert, wenn Bienen ihren Arbeitsbereich verändern. Sie entdeckten, dass das Erbgut an typischen Stellen chemisch verändert wird. Das bedeutet, bei einer Nektarsammlerin sind andere Gene aktiviert beziehungsweise ausgeschaltet als bei einer Aufzuchtsbiene. Unterschiedliche Verhaltensweisen der Bienen korrelieren also mit epigenetischen Mustern im Bienenerbgut, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Forscher vermuten, dass beim menschlichen Verhalten Epigenetik eine ähnlich große Rolle spielt. .//[ls]//

Quelle: Nature Neuroscience, doi:10.1038/nature.2012.11418

Raumfahrt "MetOp B" startet

Europas zweiter polarer Wettersatellit soll um 18.28 Uhr MESZ ins All starten. MetOp B soll vom Raumfahrtbahnhof Baikonur in Kasachstan an Bord einer Sojus-Rakete ins Weltall gebracht werden, teilte die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, Eumetsat, in Darmstadt mit. Die insgesamt drei MetOp-Satelliten sollen bis 2020 kontinuierliche Daten für die Wettervorhersage sowie für die Klima- und Umweltüberwachung liefern. Der erste Satellit, MetOp A, wurde 2006 ins All gebracht. Der dritte Satellit, MetOp C, soll Ende 2017 starten. //[mawi]//
14.09.2012

Meteorologie Der Hitze-Weltrekord wurde Libyen aberkannt.

Vor 90 Jahren meldeten Meteorologen aus Asisija in Libyen eine Temperatur von 58 Grad Celsius. Nie zuvor und niemals danach wurde auf der Erde eine so große Hitze gemessen. Unter Forschern war der Wert jedoch schon länger umstritten, weil er aus den Aufzeichnungen des Ortes heraus sticht. Ein Internationales Meteorologenteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Staatlichen Wetter-Zentrums in Libyen untermauert nun diese Zweifel im "Bulletin of the American Meteorological Society": Der zeitgenössische Temperaturableser sei inkompetent gewesen, das Instrument veraltet, und zudem über einer heißen Asphaltfläche aufgehängt. Es sei wahrscheinlich, dass es seinerzeit sieben Grad kühler war. Neuer Rekordhalter ist nun das Death Valley, wo das Thermometer 1913 56,7 Grad Celsius zeigte. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Technik Mit einem Raster-Kraftmikroskop lassen sich jetzt auch chemische Bindungen beobachten.

Das berichtet ein internationales Forscherteam in "Science". Die Wissenschaftler hatten ein Raster-Kraft Mikroskop mit einer besonderen Spitze aus einem Kohlenmonoxid-Molekül eingesetzt und damit ein Molekül aus 60 Kohlenstoffatomen abgetastet. Die Auflösung war dabei so fein, dass sie die Grenzen, Stärken und Längen der chemischen Bindungen als Bild darstellen konnten. Die Wissenschaftler sehen ihre Arbeit als einen Beitrag, mit dem die Verteilung elektrischer Ladung in Molekülen und damit auch die Leitung von Strom oder die Reaktionsfreudigkeit von Molekülen genau untersucht und beschrieben werden können. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1126/science.1225621

Kernenergie Japan plant den Ausstieg aus dem Atomstrom in den kommenden 30 Jahren.

Das bestätigte ein Sprecher der Regierung in Tokio. Demnach sollen Atomkraftwerke, die wieder angefahren werden, nicht länger als insgesamt 40 Jahre laufen. Das würde bedeuten, dass die letzten Atomkraftwerke zwischen 2030 und 2040 abgeschaltet würden. Die Regierung in Japan kündigte weiter an, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung im selben Zeitraum auf 30 Prozent steigern zu wollen. Hält das Land an diesem Ziel fest, muss es den restlichen Energiebedarf ab 2040 aus fossilen Brennstoffen erzeugen. Derzeit ist Japan der größte Importeur von Flüssig-Erdgas (LNG) und der drittgrößte Öl-Importeur. Außerdem führt das Land im großen Stil Kohle für die Stromerzeugung ein. Unklar ist, ob der Beschluss tatsächlich umgesetzt wird. Die Regierung unter Premierminister Yoshihiko Noda könnte dieses Jahr noch abgewählt werden. Ob nach einem Regierungswechsel eine neue Regierung an dem Ausstieg festhält, ist offen. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Metrologie Die Astronomische Einheit hat jetzt einen festen Wert.

Die Astronomische Einheit, AE oder AU abgekürzt, ist die Entfernung der Erde von der Sonne. Sie wird von Astronomen genutzt, um Distanzen innerhalb des Sonnensystems anzugeben. Bis jetzt hatte die Astronomische Einheit keinen festen Wert zugemessen bekommen. Sie wurde mit Hilfe einer komplexen Formel errechnet. Diese beschrieb die Einheit als den Radius eines Himmelskörpers, der in einer Anzahl von Tagen sein Zentralgestirn umläuft, die sich aus 2 pi geteilt durch die Gauß'sche Gravitationskonstante ergibt. Als Wert ergab sich dabei rund 149,6 Millionen Kilometer. Diese Definition war in den Augen der Internationalen Astronomischen Union sehr umständlich. Sie setzte daher jetzt einen Wert fest, der neun Meter länger ist als der bisher errechnete. Die alte Definition war auch nicht frei von Veränderungen. So basiert die Gauß'sche Konstante, ein Teil der Formel, auf der Masse der Sonne. Diese jedoch verliert permanent an Masse, folglich müsste auch die AE immer neu berechnet werden. //[gät]//

Quelle: <a href="http://www.nature.com/news/the-astronomical-unit-gets-fixed-1.11416">Na

Medizin Fehlende DNA-Stücke könnten als Hinweis auf ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko dienen.

Zu dieser Überzeugung gelangte ein US-Forscherteam nach Beobachtungen und Versuchen mit Hautzellen im Labor. Die Wissenschaftler hatten dabei entdeckt, dass eine bestimmte Methyl-Gruppe bei bösartig wuchernden Hautzellen fehlt. Methyl-Gruppen spielen eine Rolle bei dem Ablesen der Erbinformationen; sie bestehen aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Führten die Forscher jedoch Enzyme in die Hautkrebs-Proben, die eine Bildung der Methyl-Gruppen anregen können, hörten die Hautzellen auf, krebsartig zu wuchern, schreiben die Forscher in "Cell". Sie bewerten ihr Ergebnis als vielversprechend, sowohl für die Entwicklung einer Diagnose als auch einer Behandlung. //[gät]//

Quelle: DOI:10.1016/j.ajhg.2012.07.024

13.09.2012

Psychologie Soziale Netzwerke beeinflussen das Wählerverhalten.

Bei den vergangenen Kongresswahlen 2010 haben Sozialforscher ein Experiment gemacht. Sie schickten an 61 Millionen amerikanische Facebook-Nutzer eine Nachricht, in der sie zum Urnengang aufriefen. Bei einem Teil wurde die Nachricht mit der Information angezeigt, dass bereits sechs der Freunde gewählt hätten. Genau dieser Hinweis – so berichten die Forscher jetzt im Fachmagazin "Nature" – habe viele Studienteilnehmer tatsächlich zum Wählen veranlasst. Und das erklären sie sich so: Soziale Netzwerke verändern das Verhalten nicht durch den reinen Informationsaustausch. Vielmehr beeinflusse das vermeintliche Wissen um die Reaktion von Freunden das eigene Verhalten. //[seng]//

Quelle: Nature

Meteorologie Wo die Trockenheit groß ist, kommt es häufig zu Unwettern.

Auf diese Formel bringen britische Forscher ihre Auswertung von Satellitendaten, die aus allen Erdteilen stammten. Die meisten bisherigen Wetter- und Klimamodelle gehen davon aus, dass nasse Böden die günstigere Voraussetzung für Gewitter seien. Ganz im Gegenteil , schreiben die Forscher in "Nature". Über ausgedörrten Böden käme es viel eher zu vertikalen Luftbewegungen, in deren Folge sich Sturm und Regen entwickeln. Das träfe nicht nur für Afrika zu, sondern überall auf der Welt. Globale Wetter- und Klimamodelle müssten nachgebessert werden. //[tj]//

Quelle: Nature

Zoologie Im Kongo wurde eine neue Affenart entdeckt.

Die Tiere sind bis zu 65 Zentimeter groß und gehören zu den Meerkatzenartigen. Ihr Gesicht ist blass und von einer grau-blonden Mähne umrahmt. Entdeckt wurden die Affen im Lomami-Becken in der Mitte der Demokratischen Republik Kongo. Entsprechend erhielt die neue Spezies den Namen //Cercopithecus lomamiensis//. In der Fachzeitschrift „PLoS One“ stellen Biologen die Einzelheiten der seltenen Entdeckung vor. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0044271">P

Paläoanthropologie Die Neandertaler könnten sich wie heutige Menschen unterhalten haben.

Das vermuten Paläontologen des Frankfurter Senckenberg-Instituts. Sie hatten Zähne eines in Frankreich gefundenen Neandertalers unter die Lupe genommen. Aus schrägen, von rechts oben nach links unten verlaufenden Kratzspuren an den Zähnen schließen die Forscher, dass der Mann seine rechte Hand benutzte, um Nahrung zum Mund zu führen. Auch die Analyse der Arm- und Schulterknochen weise auf Rechtshändigkeit hin. Das sei bedeutsam. Denn Rechtshändigkeit deute darauf hin, dass die linke Gehirnhälfte dominiert. In dieser Gehirnhälfte liegt das Sprachzentrum der meisten heutigen Menschen. Die Frankfurter Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass Neandertaler die Fähigkeit zur Sprache hatten. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Senckenberg

Biologie Eine Stammzelltherapie kann bei Mäusen das Gehör zurückbringen.

Im Fachmagazin "Nature" schildert ein internationales Wissenschaftlerteam, wie es schwerhörigen und tauben Wüstenrennmäusen wieder zum Hören verholfen hat. Aus Stammzellen erzeugten die Forscher unreife Vorstufen von Hörzellen. Diese implantierten sie in die Hörschnecke der Mäuse, bei denen die feinen Haarzellen und die Hörnerven zerstört waren. Im Verlauf der nächsten zehn Wochen wuchs in den Mäuseohren nicht nur die Nervendichte deutlich, nach vier Wochen verbesserte sich auch das Hörvermögen, die Tiere nahmen allmählich immer leisere Geräusche wahr. Das Ergebnis ist nach Ansicht der Wissenschaftler vielversprechend. Beim Menschen kann bislang nur eine Beschädigung der sensorischen Haarzellen im Ohr behandelt werden – mit einer Hörprothese. Ist der Hörnerv geschädigt, gibt es keine Therapie. Das könnte sich möglicherweise mit einer entsprechenden Stammzelltherapie ändern. //[tj]//

Quelle: Nature

Psychologie Warum lieben Menschen Zungenküsse, ekeln sich aber, die Zahnbürste des anderen zu benutzen?

Weil beim einen sexuelle Erregung im Spiel ist, beim anderen nicht… Niederländische Forscher haben Experimente zur Ekelschwelle von Frauen durchgeführt. Sie ergaben im Prinzip, was bei Experimenten mit Männern schon klar war: Speichel, Sperma, Schweiß und Körpergerüche lösen bei den meisten Menschen Abscheu aus – offenbar eine Schutzfunktion. Sie bewahre uns davor bewahrt, mit möglicherweise infektiösen Substanzen in Kontakt zu kommen. Sexuelle Erregung senkt die Ekelschwelle – Fortpflanzung sei sonst wohl eher schwierig, meinen die Forscher im Fachblatt PLoS One. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0044111">P

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