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21.09.2012

Anthropologie Schon vor 13.000 Jahren setzten Menschen auf Recycling

Funde aus der Grabungsstätte Molí de Salt im spanischen Tarragona zeigen, dass die Menschen in der Jungsteinzeit gelegentlich abgenutzte Steinwerkzeuge überarbeiteten und dann für andere Zwecke nutzten. Das berichten spanische Anthropologen im Journal of Archaeological Science. Die Forscher bezogen in ihre Studie nur Funde mit ein, die Zeichen einer Feuereinwirkung aufwiesen. An den Rußspuren konnten sie eindeutig erkennen, welche Steine nach einem Brand überarbeitet worden waren. Den Erkenntnissen nach setzten die Menschen jener Zeit nur bei einfachen Werkzeugen für den häuslichen Alltag auf das Stein-Recycling. Bei Jagdwerkzeugen wie zum Beispiel Pfeilspitzen fanden die Forscher keine Hinweise auf eine Zweitnutzung.

Quelle: Journal of Archaeological Science

Psychologie Psychopathen können schlecht riechen

Menschen mit psychopathischen Wesenzügen weisen Funktionsstörungen im Vorderhirn auf. Das haben schon frühere Studien gezeigt. Im vorderen Teil des Gehirns werden allerdings nicht nur das impulsive Handeln und soziales Verhalten kontrolliert, sondern auch Gerüche verarbeitet. Australische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein gestörter Geruchssinn Hinweise auf psychopathische Tendenzen liefert. In ihrer Studie, die im Fachjournal Chemosensory Perception erschienen ist, unterzogen sie 79 Probanden sowohl einem Geruchstest als auch diversen psychologischen Tests. Jene Versuchsteilnehmer, die gemäß der Tests psychopathische Wesenzüge trugen, konnten nachweisbar schlechter riechen. Die Forscher empfehlen, bei der Diagnose psychopathischer Störungen künftig auch Riechtests in die Bewertung mit einzubeziehen.

Quelle: Chemosensory Perception

Biologie Eine Symbiose mariner Mikroorganismen düngt die Meere

In Plankton hat ein internationales Team von Meeresforschern kleine einzellige Algen und Cyanobakterien gefunden, die in einer ungewöhnlichen symbiontischen Beziehung leben. Die Mikroorganismen tauschen Kohlenstoff und Stickstoffverbindungen untereinander aus. Dabei spielen sie eine wichtige Rolle bei der Düngung der Weltmeere mit Stickstoff. Die beteiligten Cyanobakterien gehören zu einer besonderen Spezies: Ihnen fehlen Gene für die Photosynthese und andere wichtige Stoffwechselwege. Die fehlenden Funktionen werden offenbar von der Wirtszelle, einer photosynthetisch aktiven Alge, übernommen. Aufgrund der weiten Verbreitung rechnen sie die Forscher den Zellen eine bedeutende Rolle bei der globalen Stickstofffixierung zu. Die Studie ist im Magazin Science erschienen.

Quelle: Science

Biologie Die afrikanischen Khoi-San sind das älteste Volk der Welt

Die Stammeslinie der früher diskriminierend als Buschleute bezeichneten Menschen entstand bereits vor rund 100.000 Jahren – früher als alle anderen Volksgruppen des modernen Menschen. Das berichtet ein internationales Forscherteam in Science. Die neuen Erkenntnisse basieren auf der bisher umfangreichsten Genanalyse, die im südlichen Afrika gemacht wurde. Für die Studie wurden Teile des Erbguts von 220 Probanden untersucht. Dabei fanden die Forscher große genetische Unterschiede innerhalb der Khoi-San. Sie deuteten das als Hinweis darauf, dass der moderne Mensch vermutlich nicht an einem einzigen geografischen Ort entstanden ist. Schon die frühe Menschheitsgeschichte sei von Vermischungen und Abspaltungen geprägt gewesen.

Biologie Hummeln beherrschen die Routenplanung

Auf der Suche nach Nektar fliegen Hummeln immer wieder mehrere Blüten hintereinander an. Dabei optimieren sie von Mal zu Mal verblüffend schnell und effektiv ihre Flugroute hin zum kürzesten Weg, haben britische Forscher beobachtet. Die Insekten behalten auf ihren Sammelflügen nur dann eine Route bei, wenn sie kürzer ist als eine zuvor geflogene. Ist sie hingegen länger als die alte, suchen die Tiere beim nächsten Mal eine andere Streckenvariante. Dieses einfache Auswahlprinzip auf Basis von Versuch und Irrtum ermögliche den Insekten trotz ihres kleinen Gehirns eine komplexe Navigation, berichten die Forscher im Fachmagazin PLoS Biology. Für ihr Experiment statteten die Wissenschaftler Hummeln mit einem kleinen Radartransponder aus. So konnten sie deren Flugwege genau verfolgen.

Chemie Der kleinste Eiskristall der Welt

Der kleinste Eiskristall der Welt besteht aus 475 Wassermolekülen Das haben Göttinger Forscher herausgefunden. Sie gingen der Frage nach, wie viele Wassermoleküle nötig sind, um beim Gefrieren einen Eiskristall zu bilden. Die Antwort ermittelten sie mit Hilfe eines Vibrationsspektroskops. Damit lässt sich detailliert beobachten, wie sich Infrarotspektren des Wassers beim Phasenübergang von flüssig nach fest verschieben. Die ersten Ansätze eisförmiger Strukturen zeigten sich ab 275 Wassermolekülen. Eine echte kristalline Ordnung ergab sich bei 475 Molekülen, berichten die Forscher in Science. Bisher galten laut Schätzungen etwa 1000 Moleküle als Minimum für einen vollständigen Eiskristall aus Wasser.
20.09.2012

Medizin Fumarsäure wirkt bei schubförmiger Multipler Sklerose

Das belegen Studien mit dem Wirkstoff Fumarsäure, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Über einen Zeitraum von zwei Jahren nahmen Studienteilnehmer täglich zwei bis drei Kapseln mit Fumarat B 12. Im Vergleich zur Kontrollgruppe halbierte sich bei den Patienten die Rate der Krankheitsschübe. Aufnahmen des Gehirns mit einem Magnetresonanztomograf ergaben zudem: Die Therapie dämpfte bei Patienten mit Multipler Sklerose nicht nur die Überreaktion des Immunsystems sondern schützte auch die Nervenzellen. Die Zahl neuer entzündlicher Herde verringerte sich um bis zu 90 Prozent. [tj]

Quelle: New England Journal of Medicine, Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Biologie Austern haben wenig Stress.

Eine Erbgutanalyse hat ergeben, dass Austern über zahlreiche Anti-Stress-Gene verfügen. Die Genkarte der Pazifischen Auster enthalte mehrere Tausend Gene. Ein Großteil davon böte einen Schutz gegen die wechselnden Umweltfaktoren, denen Austern ausgesetzt sind. Das berichten chinesische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Sie setzten die Austern durch höhere Temperaturen oder steigenden Salzgehalt unter Stress. Dadurch nahm die Aktivität bei 5844 Genen zu. Das zeige, wie groß der Raum sei, den Mechanismen zur Bewältigung von Umweltstress im Genom der Auster einnehmen. [tj]

Quelle: Nature

Medizin Die vermutlich älteste Zahnfüllung der Welt war aus Bienenwachs

6500 Jahre ist es alt, ein in Slowenien ausgegrabenes und gut erhaltenes menschliches Kieferstück. Und es hat die Forscher überrascht. Als sie die Zähne mit Hilfe von Röntgen- und Infrarotstrahlen durchleuchteten, entdeckten sie einen Eckzahn mit einer Bienenwachsfüllung. Der Zahn war stark abgenutzt und wies einen vertikalen Riss auf. Bis dorthinein waren Spuren von Bienenwachs zu finden. Im Fachmagazin "PLOS One" räumen die Forscher allerdings ein, dass sie nicht genau sagen können, ob die Zahnfüllung vor oder nach dem Tod des betreffenden Menschen gemacht wurde. [tj]

Quelle: PLOS One

Biologie Der Ur-Riesensalamander lebte zu Land und zu Wasser,

Geowissenschaftler der Universität Tübingen Fossilien eines vor 56 Millionen Jahren in der Südmongolei lebenden Aviturus exsecratus analysiert und festgestellt: Die urzeitlichen Riesensalamander haben im Wasser und an Land nach Nahrung gesucht und nicht ausschließlich in einem Element gelebt. Das unterscheide den Urfahren von allen späteren Riesensalamander-Arten, die ausschließlich im Wasser lebten und leben. Im Fachblatt PLOS One versuchen die Forscher eine Erklärung für die drastische Veränderung in der Salamanderentwicklung zu geben : Die kurze globale Klimaerwärmung vor 55,8 Millionen Jahren könnte die Ursache gewesen sein. [tj]

Quelle: PLOS One

Biologie Ein Gen macht Fischlarven hyperaktiv.

ADHS - also die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung - wird vermutlich durch eine Reihe von Genen mit ausgelöst. Ein deutsch-französisches Forscherteam hat sich nun zumindest mit einem möglichen Übeltäter näher beschäftigt: dem Latrophilin-3-Gen. Um zu verstehen, welche Rolle dieses Gen bei der Entwicklung von ADHS-Symptomen hat, experimentierte das Forscherteam mit Zebrafischlarven. Nachdem sie das Gen während einer bestimmten Entwicklungsphase blockiert hatten, schwammen die Fischlarven deutlich längere Distanzen und waren auch erheblich schneller. Die Ursache dafür erläutern die Forscher im Fachblatt" Molecular Psychiatry". Offenbar sei die Entwicklung neuronaler Netzwerke des Dopamin-Systems im Gehirn der betreffenden Zebrafischlarven gestört. Und: Je stärker der Bewegungsdrang bei den Fischen ausgeprägt war, desto niedriger war die Zahl der entsprechenden Neuronen. Die Forscher schlussfolgern daraus: Wahrscheinlich führe auch bei Menschen eine verringerte Funktion des Latrophilin-3-Gens in der Embryonalphase zu einer gestörten Entwicklung des dopaminergen Signalweges im Gehirn - und damit zu ADHS-Symptomen. [tj]

Quelle: Universität Würzburg

19.09.2012

Biologie Schlangen hatten unterirdische Vorfahren.

Die meisten heutigen Schlangenarten stammen von Vorfahren ab, die unter der Erde lebten. Das berichten US-Forscher in den Biology Letters. Die Wissenschaftler untersuchten und verglichen das Erbgut von 161 Schlangenarten. Dabei zeigte sich, dass die meisten Schlangen genetisch den Anomalepididae am nächsten stehen. Das ist eine Gruppe von blinden Schlangen, die in unterirdischen Gängen leben. Die Studie ist nach Angaben der Forscher die bisher umfassendste Genstudie zur Stammesgeschichte der Schlangen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.10987rsbl.2012.0703

Physik Farbumschlag zeigt Schwermetalle.

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfachen Sensor entwickelt, der eine Schwermetallbelastung von Wasser anzeigt, indem er seine Farbe ändert. Er könnte die routinemäßige Untersuchung von Wasserproben erleichtern. Der Sensor besteht aus einem speziellen Hydrogel, das mit Aptameren beschichtet ist. Aptamere sind einfache Stränge von DNA oder RNA, die Blei oder Quecksilber binden können. In Kontakt mit den Schwermetallen verändern die Aptamere ihre Form. Das führt dazu, dass sich die Kristallstruktur des Hydrogels zusammenzieht. Dabei kommt es zu einem Farbumschlag von Rot zu Blau. Durch den Einsatz spezifischer Aptamere wollen die Forscher den Sensor in Zukunft auch auf andere Substanzen wie Medikamentenwirkstoffe oder Pestizide hin anpassen. Die Studie ist im Magazin Nanoscale erschienen. [luh]

Quelle: Nanoscale / doi: 10.1039/c2nr31601c

Biologie Robben lassen ihre Lungen kollabieren.

Robben und Seelöwen haben einen Schutzmechanismus gegen die Taucherkrankheit. Um zu verhindern, dass beim Auftauchen aus großer Tiefe der im Blut gelöste Stickstoff ausperlt, können sie den Gasaustausch zwischen der Lunge und dem Blut stark einschränken. Dafür lassen sie beim Abtauchen ihre Lunge kontrolliert kollabieren. US-Biologen haben diesen Prozess jetzt erstmals exakt vermessen. Sie statteten einen Seelöwen in freier Wildbahn mit Messgeräten aus, die den Gasdruck in dessen Blut während mehrerer Tauchgänge aufzeichneten. Dabei zeigte sich: Ab einer Tauchtiefe von rund 200 Metern stellte die Lunge des Tieres den Gasaustausch komplett ein. Erst beim Auftauchen wurden die Lungenbläschen wieder mit Restluft aus den oberen Atemwegen gefüllt. Die Studie ist im Magazin Biology Letters erschienen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.1098/rsbl.2012.0743

Biologie Bohrschwämme gefährden Korallenriffe.

Durch den massiven Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid werden die Weltmeere immer saurer. Dies stellt eine Gefahr für Korallenriffe dar, weil diese im sauren Wasser mehr Energie aufwenden müssen, um ihre Kalkskelette aufzubauen. Doch es gibt noch eine zweite Belastung für die Korallen, berichten Meeresbiologen vom Senckenberg Forschungsinstitut im Magazin PLoS One. Bohrschwämme befallen Korallen und greifen als sogenannte Bioerodierer deren Kalkskelette an. Sinkt der pH-Wert des Wassers, bauen die Bohrschwämme den Kalk deutlich schneller ab. Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass an Korallenriffen in Zukunft Abbauprozesse das Gerüstwachstum übertreffen. [luh]

Quelle: PLoS One / doi: 10.1371/journal.pone.0045124

Biologie Mit Genmais gefütterte Ratten sterben früher an Krebs.

Französische Forscher der Universität Caen haben nach eigenen Angaben die weltweit erste Langzeit-Fütterungsstudie von Ratten mit gentechnisch verändertem Mais in Kombination mit einem Pestizid durchgeführt. Dabei beobachteten sie zwei Jahre lang Ratten, die mit Genmais der pestizidresistenten Sorte NK 603 gefüttert und zugleich dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup ausgesetzt wurden. Die Tiere erkrankten häufiger an Krebs und starben früher als Ratten, die herkömmlichen Mais im Futter erhielten. Der Studienleiter Gilles-Éric Séralini, ein erklärter Gentechnik-Kritiker, sprach von "alarmierenden Ergebnissen". Die EU-Kommission beauftragte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Ergebnisse der neuen Studie zu prüfen. Üblicherweise werden bei Zulassungsverfahren für transgene Pflanzen solche Fütterungsstudien nur über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" erschienen. [luh]

Biologie Mais produziert humanes Protein.

Kanadische Forscher haben einen Weg gefunden, in genetisch veränderten Maispflanzen humane Proteine als Medikamentenwirkstoffe zu produzieren. Bisher gilt die Erzeugung von humanen Proteinen in Pflanzen als problematisch, weil die Pflanzen die Moleküle mit pflanzentypischen Zuckerketten markieren. Diese können bei Menschen gefährliche Immunreaktionen auslösen. Die Forscher veränderten die eingesetzten Gene aber so, dass die damit erzeugten Proteine nicht mehr den Golgi-Apparat der Pflanzenzellen passieren. In dieser Zellstruktur werden normalerweise die problematischen Zucker hinzugefügt. Die Studie ist im Fachblatt Nature Communications erschienen. [luh]

Quelle: Nature Communications / doi: 10.1038/ncomms2070

18.09.2012

Chemie Chemiker erschaffen biegsamen Kaffee-Kristall

Forscher aus Indien haben ein Material hergestellt, das gleichzeitig kristallin und hochflexibel ist – und das bis zu einer Temperatur von minus 100 Grad Celsius. Normalerweise sind Kristalle eher spröde und brechen leicht, wenn man sie biegt. Das Material besteht aus Koffein und einer Verbindung der Benzoesäure, die man zusammen auskristallisieren ließ. Vorgestellt haben es die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie". Sie können sich vorstellen, dass sich die nadelförmigen Kristalle für den Transport von Ladungen zum Beispiel in künstlichen Muskeln eignen. //[reu]//

Quelle: Chemistry World, Angewandte Chemie

Medizin Das Chronische Erschöpfungssyndrom wird offenbar doch nicht von Viren verursacht

Das hat ein internationales Forscherteam festgestellt – in der bisher umfangreichsten Studie zu dieser Krankheit. Die Mediziner konnten keinen Zusammenhang finden zwischen dem Erschöpfungssyndrom und zwei Retroviren, die üblicherweise bei Mäusen vorkommen. Diese Ergebnisse widersprechen zwei Studien, die in den Jahren 2009 und 2010 veröffentlicht worden waren. Für die aktuelle Untersuchung haben die Forscher knapp 300 Patienten untersucht, die unter dem Erschöpfungssyndrom leiden. In ihrem Blut habe man keine Infektion mit Viren nachweisen können, schreiben die Forscher im Fachblatt "mBio". Wodurch das Chronische Erschöpfungssyndrom ausgelöst werde, sei damit noch immer unbekannt. //[reu]//

Chemie Chemiker erschaffen biegsamen Kaffee-Kristall

Forscher aus Indien haben ein Material hergestellt, das gleichzeitig kristallin und hochflexibel ist – und das bis zu einer Temperatur von minus 100 Grad Celsius. Normalerweise sind Kristalle eher spröde und brechen leicht, wenn man sie biegt. Das Material besteht aus Koffein und einer Verbindung der Benzoesäure, die man zusammen auskristallisieren ließ. Vorgestellt haben es die Forscher im Fachblatt "Angewandte Chemie". Sie können sich vorstellen, dass sich die nadelförmigen Kristalle für den Transport von Ladungen zum Beispiel in künstlichen Muskeln eignen. //[reu]//

Quelle: Chemistry World, Angewandte Chemie

Medizin Zahl der Ebola-Fälle im Kongo weiter gestiegen

Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO heute mit. Bis zum vergangenen Wochenende seien 46 Menschen in der Provinz Orientale der Demokratischen Republik Kongo an dem lebensbedrohlichen Fieber erkrankt. In 14 Fällen konnte das Virus im Labor nachgewiesen werden. 19 Menschen sind bereits an der Seuche gestorben. Eine Ebola-Infektion führt sehr häufig zum Tod. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel. //[reu]//

Biologie Ohne Vögel nehmen Spinnen überhand

Auf der westpazifischen Insel Guam leben während der Regenzeit 40 Prozent mehr Spinnen als auf den Nachbarinseln. Diese Zahl präsentieren Forscher aus den USA im Fachmagazin "PLOS ONE". Als Ursache dafür haben die Forscher ausgemacht, dass auf Guam mittlerweile fast alle Vögel ausgestorben sind, die die Spinnen vertilgen könnten. Das wiederum läge daran, dass sich eine bestimmte Schlangenart stark auf der Insel ausgebreitet habe, die Braune Nachtbaumnatter. Diese Schlangen gelangten vermutlich während des Zweiten Weltkriegs auf die Insel. Sie haben dort keine natürlichen Feinde. Bisher sei der Effekt, den Vögel auf Spinnenpopulationen haben, immer unterschätzt worden. Denn er sei unter Laborbedingungen ermittelt worden, und nicht im Freiland, argumentieren die Forscher. //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

Medizin Resistenzen überleben auch ohne Antibiotika

US-amerikanische Forscher haben resistente Bakterien der Art Campylobacter Coli bei Schweinen gefunden, die bei der Aufzucht keine Antibiotika erhalten hatten. Ein genetischer Vergleich zeigte, dass es sich um denselben Stamm handelt, den die Forscher bei Tieren gefunden hatten, die konventionell gemästet worden waren. Da es zwischen beiden Populationen keinen direkten Kontakt gegeben hatte, glauben die Forscher, dass die Umwelt eine gewisse Rolle spiele für das Überleben der Bakterien. Offenbar sei es nicht notwendig für das Fortbestehen der Resistenzgene, dass ein Selektionsdruck durch den Gebrauch der Arzneimittel aufrecht erhalten werde, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLOS ONE". //[reu]//

Quelle: PLOS ONE

17.09.2012

Biologie Korallen haben kaum eine Chance, sich an den Klimawandel anzupassen

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben mit 19 verschiedenen Klimamodellen den Wärmestress auf Korallen an über 2000 Standorten weltweit simuliert. Bis zum Jahr 2030 könnten im schlimmsten Fall rund 70 Prozent der Korallenstandorte langfristig geschädigt sein, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Um etwa die Hälfte der Korallenriffe weltweit zu schützen, dürfe die Erderwärmung höchstens 1,5 Grad Celsius betragen. Die offene Frage ist, ob und wie sehr Korallen sich an steigende Temperaturen anpassen können. Denn Korallen leben bislang mit wenig temperaturresistenten Algen in Symbiose. Die Ozeanversauerung stellt nach Ansicht der Forscher einen weiteren Risikofaktor dar. Meerwasser wird saurer, wenn es Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt. Dies wiederum stört die Kalkbildung der Korallen. Die Potsdamer Klimaforscher gehen davon aus, dass sich langfristig die Artenzusammensetzung der Riffe ändern wird, und sich nur Korallen behaupten, die weniger wärmeempfindlich sind. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change;DOI: 10.1038/NCLIMATE1674

Umwelt Das Bophal-Gift wird doch nicht in Deutschland entsorgt

Die staatliche deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ihr Angebot zur Entsorgung von Giftmüll aus dem indischen Bhopal zurückgezogen. Als Grund gibt die GIZ in einem Brief an das indische Finanzministerium an, deutsche Medien hätten in Berichten unterstellt, die Giftmüllentsorgung laufe den "Interessen der deutschen Öffentlichkeit" zuwider. Nach ursprünglichen Plänen sollten 350 Tonnen mit Giftmüll verseuchter Erde aus einer ehemaligen Pestizidfabrik in Bhopal nach Deutschland geflogen und dort entsorgt werden. Im Dezember 1984 waren aus der Pestizidfabrik von Union Carbide rund 40 Tonnen giftiges Methylisocyanat ausgetreten. 23.000 Menschen starben unmittelbar nach der Katastrophe oder an den Spätfolgen. Zehntausende wurden chronisch krank. //[mawi]//

Energie Deutschland gibt kein Geld mehr für ITER

Das Bundesforschungsministerium stellt die Förderung für das Kernfusionsprojekt ITER ein. Es würden keine neuen Projektanträge mehr angenommen, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion. Seit 2009 wurden 34,3 Millionen Euro bewilligt - Deutschland ist über die EU-Förderung aber weiter an den Milliardenkosten beteiligt. Der weltweit erste Fusionsreaktor soll im südfranzösischen Cadarache entstehen. Deutsche Firmen konnten bisher kaum von dem Projekt profitieren. .//[mawi]//

Zoologie Nachtigallenmännchen schnarren sich attraktiv

Die Strophen der Nachtigallenmännchen enthalten vor allem flötende und trillernde Elemente. Etwa alle fünf Minuten aber tauchen in dem Gesang untypische Elemente auf: wiederkehrendes, langgezogenes Brummeln oder Schnarren. Diese Elemente, haben Verhaltensbiologen der Freien Universität Berlin entdeckt, haben Einfluss auf die Zuneigung der Weibchen. Denn sie verraten Wichtiges über den Sänger– etwa dessen Gewicht, sein Alter, seinen Gesundheitszustand oder Paarungsstatus. Männchen nutzen jeweils unterschiedlich hohe und lange Brummellaute. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Weibchen Männchen nicht nur anhand der vielen Strophentypen auswählen, sondern auch ganz genau hinhören und die Vortragskunst verschiedener Männchen miteinander vergleichen.//[mawi]//

Quelle: PLoS ONE

Zoologie Welchen Job eine Biene macht, steht nicht in ihren Genen

Das Erbgut der Honigbienen in einem Stock ist identisch. Dennoch können sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen, zum Beispiel kleine Bienen im Stock aufziehen oder zum Pollensammeln ausfliegen. Bienenforscher aus den USA und Norwegen haben untersucht, was sich verändert, wenn Bienen ihren Arbeitsbereich verändern. Sie entdeckten, dass das Erbgut an typischen Stellen chemisch verändert wird. Das bedeutet, bei einer Nektarsammlerin sind andere Gene aktiviert beziehungsweise ausgeschaltet als bei einer Aufzuchtsbiene. Unterschiedliche Verhaltensweisen der Bienen korrelieren also mit epigenetischen Mustern im Bienenerbgut, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Forscher vermuten, dass beim menschlichen Verhalten Epigenetik eine ähnlich große Rolle spielt. .//[ls]//

Quelle: Nature Neuroscience, doi:10.1038/nature.2012.11418

Raumfahrt "MetOp B" startet

Europas zweiter polarer Wettersatellit soll um 18.28 Uhr MESZ ins All starten. MetOp B soll vom Raumfahrtbahnhof Baikonur in Kasachstan an Bord einer Sojus-Rakete ins Weltall gebracht werden, teilte die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, Eumetsat, in Darmstadt mit. Die insgesamt drei MetOp-Satelliten sollen bis 2020 kontinuierliche Daten für die Wettervorhersage sowie für die Klima- und Umweltüberwachung liefern. Der erste Satellit, MetOp A, wurde 2006 ins All gebracht. Der dritte Satellit, MetOp C, soll Ende 2017 starten. //[mawi]//
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