Seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Mittwoch, 20.11.2019
 
Seit 23:10 Uhr Das war der Tag
25.09.2012

Statistik Statistische Analysen entlarven Wahlfälschung

Forscher der Universität Wien haben eine neue statistische Methode entwickelt, mit der sich ein möglicher Betrug bei politischen Wahlen erkennen lässt. Das Verfahren verrechnet die Wahlbeteiligung und -ergebnisse aller Wahlbezirke und stellt diese in zweidimensionalen, farbigen Punktewolken dar. Bestimmte Auswüchse dieser sogenannten Wahl-Fingerabdrücke machen Manipulationen sichtbar, zum Beispiel wenn einer Partei systematisch mehr Stimmen zugeschlagen wurden. Wie die Wissenschaftler in den "Proceedings der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften" (PNAS) berichten, fanden sie mit dieser Methode in den Auszählergebnissen der jüngsten Wahlen in Russland und Uganda deutliche Anzeichen von Betrug. //[luh]//

Quelle: PNAS / doi: 10.1073/pnas.1210722109

Biologie Im Vergleich zu Affen, isolieren Menschen ihre Nervenfasern erst spät

Viele der Reizleitungen von Neuronen bei Menschen und Affen sind von einem fetthaltigen Mantel umgeben. Diese sogenannte Myelin-Scheide wirkt wie ein Isolator und ermöglicht es, elektrische Potenziale schneller weiterzugeben. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Entwicklung des Myelins bei Menschen im Vergleich zu Schimpansen deutlich langsamer verläuft. Während bei den Affen die Myelinisierung bis zur Sexualreife abgeschlossen ist, zieht sich dieser Prozess beim Menschen bis ins dritte Lebensjahrzehnt hinein. Die verzögerte Myelinbildung bringt den Menschen nach Ansicht der Forscher Vor- und Nachteile: Sie ermöglicht eine flexiblere Verschaltung von Neuronen. Zugleich könnte sie zur zu Ausbildung psychiatrischer Krankheiten wie Schizophrenie oder Depression beitragen. Die Studie ist im Fachmagazin "PNAS" erschienen. //[luh]//

Quelle: PNAS / doi: 10.1073/pnas.1117943109

Psychologie Viele Chefs sind weniger gestresst als ihre Angestellten

Nach einer US-Studie zeigen Menschen in leitenden Positionen weniger Anzeichen von Stress als einfache Angestellte. Und das sogar umso weniger, je mehr die Chefs auch das Gefühl der Kontrolle besitzen. Das berichten Forscher in den "Proceedings". Die Wissenschaftler untersuchten die Gehalte des Stresshormons Cortisol in Speichelproben von Menschen in höheren Positionen bei der US-Regierung und dem Militär sowie von einfachen Angestellten. Dabei zeigte sich, dass die Führungskräfte deutlich geringere Cortisolwerte aufwiesen. Zudem gaben sie in einer standardisierten Befragung auch viel seltener an, unter Unruhe und Unsicherheit zu leiden. //[luh]//

Quelle: PNAS / doi: 10.1073/pnas.1207042109

Medizin Viren könnten gegen Akne helfen

Bakteriophagen sind Viren, die nur Bakterien befallen. US-Forscher haben jetzt solche Viren gefunden, die gezielt jene Bakterien angreifen, die in der menschlichen Haut die Bildung von Pickel auslösen. Andere Hautbakterien lassen sie hingegen unbehelligt. Auch der Mensch ist ungefährdet. Die Viren könnten neue Möglichkeiten zur Behandlung einer hartnäckigen Akne eröffnen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "mBio". Insgesamt untersuchten die Forscher elf Arten von Bakteriophagen, die den Akne-Erreger "Propionibacterium acnes" befallen und töten. Die Viren produzieren das Enzym Endolysin, das die Zellwände der Bakterien zerstört. Denkbar sei die Produktion von Medikamenten auf Basis der Viren selbst oder aber dem isolierten enzymatischen Wirkstoff, so die Forscher. Nach ihren Angaben leiden bis zu 90 Prozent der Bevölkerung zeitweilig unter Akne. //[luh]//

Quelle: mBio / doi: 10.1128/mBio.00279-12

Anthropologie Eunuchen hatten eine überdurchschnittliche Lebenserwartung

Eine Studie koreanischer Forscher liefert neue Hinweise darauf, dass das Geschlechtshormon Testosteron eine Rolle dabei spielt, dass Männer im Durchschnitt früher sterben als Frauen. Die Wissenschaftler berichten im Fachmagazin "Current Biology", dass Kastraten am Hofe der koreanischen Herrscher einst durchschnittlich 14 bis 19 Jahre länger lebten als "normale" Männer der gehobenen Schicht, denen nicht operativ die Hoden entfernt wurden. Testosteron wird in den Hoden gebildet. Bisher war nur von Tieren bekannt, dass eine Kastration eine lebensverlängernde Wirkung hat. Über einen ähnlichen Effekt beim Menschen fehlten statistisch eindeutige Daten. Für die neue Studie werteten die Wissenschaftler historische Aufzeichnungen der Geburts- und Sterbedaten von 81 Eunuchen am koreanischen Hofe aus. //[luh]//

Quelle: Current Biology / doi: 10.1016/j.cub.2012.01.012

Physik Teilchenphysiker setzen auf Open-Access-Publikationen

Das gesamte Forschungsfeld der Hochenergie- und Teilchenphysik soll ab 2014 neue Studien weitgehend nur noch in kostenfrei zugänglichen, so genannten Open-Access Journalen veröffentlichen. Um das zu ermöglichen, hat das internationale Sponsor-Konsortium für Open-Access-Publikationen in der Teilchenphysik, kurz SCOAP, mit zwölf der wichtigsten Fachjournale der Teilchenphysik entsprechende Verträge geschlossen. Die Journale erhalten künftig von SCOAP feste Beitragssätze zwischen 1000 und knapp 2300 US-Dollar für jede veröffentlichte Studie. Im Gegenzug verzichten sie auf Abo-Gebühren oder kostenpflichtige Zugangssperren in Internet. Die Geldgeber hinter SCOAP sind Wissenschaftsorganisationen, große Forschungslabors sowie Universitätsbibliotheken aus 30 Ländern. In Deutschland gehören unter anderem die Helmholtz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft dazu. //[luh]//

Quelle: SCOAP / Nature

Medizin Frühgeborene Frauen haben häufiger Schwangerschaftskomplikationen

Das haben kanadische Forscher in einer Langzeit-Studie mit mehr als 24.000 Frauen festgestellt. Darunter waren rund 554 Probandinnen, die selbst als Frühchen vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Von ihnen entwickelte während einer eigenen Schwangerschaft fast jede Fünfte einen Diabetes Typ-2, Bluthochdruck oder andere Stoffwechselprobleme. Bei den Frauen, die nicht zu früh auf die Welt gekommen waren, war es nur jede Zehnte. Der Einfluss des eigenen Geburtstermins auf die Gesundheitsrisiken einer Schwangerschaft müsse künftig bei der medizinischen Betreuung von werdenden Müttern berücksichtigt werden, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Canadian Medical Association Journal".//[luh]//

Quelle: CMAJ / doi: 10.1503/cmaj.120143

24.09.2012

Umwelt Brasiliens Korallenriffe schwinden

Brasilien hat in den letzten 50 Jahren etwa 80 Prozent seiner Korallenriffe verloren. Gründe dafür seien unter anderem Verschmutzungen durch Haushalte, Industrie und Landwirtschaft, teilten das brasilianische Umweltministerium und die Universität von Pernambuco mit. Die Verschmutzung habe zu Anhäufungen von Sedimenten geführt, die das Riffsystem zerstörten. Ursprünglich zog sich das brasilianische Korallenriff auf einer Länge von 3000 Kilometern entlang der Nordostküste. //[mawi]//

Biologie Genetiker haben Brustkrebs neu katalogisiert

Forscher in den USA haben über 800 Brustkrebsproben genetisch analysiert. Die heute im Fachblatt "Nature" veröffentlichte Studie ist Teil des "Cancer Genome Atlas". Die genetische Analyse bestätigt weitgehend frühere Einteilungen in Brustkrebs-Untergruppen. Bei einer Unterform allerdings ergaben sich Überraschungen. So weisen die so genannten "duktalen" oder "basal-like" Tumore, die besonders jüngere Frauen treffen, große genetische Übereinstimmungen mit Eierstockkrebs auf. Duktale Tumore machen etwa 10 Prozent der Brustkrebserkrankungen aus. Bei der Behandlung kommt es überdurchschnittlich häufig zu schweren Nebenwirkungen. Die genetische Analyse wird helfen, besser verträgliche und wirksamere Behandlungen zu entwickeln, hoffen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Nature

Medizin Beifuß-Ambrosie könnte Behandlung von Allergien verteuern

Die nordamerikanische Beißfuß-Ambrosie breitet sich zunehmend in Europa aus - und ist hoch-allergen. Eine weitere Ausbreitung der Pflanze könnte in Deutschland Kosten in Millionenhöhe verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Medizinern der Ludwig-Maximilian-Universität München. Das Problem: Die Beifuß-Ambrosie blüht von August bis Oktober, also deutlich später als heimische Beifuß-Gewächse. Mit ihrem späten Pollenflug verlängert sie für Allergiker die Allergie-Saison. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten, etwa für Behandlungen oder durch krankheitsbedingte Fehlzeiten, beziffert die Münchner Pilotstudie für Deutschland auf mindestens 200 Millionen Euro im Jahr. Die Forscher regen an, die Kosten der Ambrosia-Allergien in Relation zu setzen zu den Kosten, die eine Eindämmung der Pflanze verursacht. Sie plädieren dafür, eine weitere Ausbreitung der Pflanze zu verhindern. //[mawi]//

Quelle: Umweltmedizin in Forschung und Praxis

Medizin/Umwelt Krebsgene weisen den Weg zu umweltfreundlichen Kunststoffen

Forscher am US-amerikanischen Duke Krebsforschungsinstitut in Durham haben in aggressiven Hirntumoren, sogenannten Glioblastomen, eine Veränderung in einem Gen für ein Enzym entdeckt. Anschließend haben sie die Mutation in ein Gen für ein verwandtes Enzym in Bakterien und Hefen eingebaut. Dieses Enzym lässt sich für die Kunststoffherstellung nutzen – genau gesagt für den Umbau von billigen Zuckern zu Adipinsäure. Aus dem lässt sich gemeinsam mit einem Diamin Nylon herstellen. //[mawi]//

Medizin WHO warnt vor neuem SARS-ähnlichen Corona-Virus

Entdeckt worden sei das Virus bei einem 49-jährigen Mann, der derzeit in London behandelt wird, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO gestern mit. Der Mann ist seit dem 3. September wegen einer akuten Atemwegsinfektion in ärztlicher Behandlung. Am 7. September kam er in Katar auf die Intensivstation einer Klinik. Am 11. September wurde er nach Großbritannien gebracht. Dort diagnostizierten Ärzte das neuartige Virus. Es besitzt weitgehende Übereinstimmungen mit einem Virus, das in Saudi-Arabien bereits mindestens ein Menschenleben gefordert hat. In den Jahren 2002 und 2003 waren weltweit 800 Menschen an den Folgen einer SARS-Infektion gestorben. Damals war das Virus zuerst in China nachgewiesen worden. Die WHO erklärte gestern, derzeit würden weitere Informationen gesammelt, um die Gefährlichkeit des Virus besser einschätzen zu können.//[mawi]//

Medizin Jeder zweite Erwachsene in Deutschland putzt sich falsch die Zähne

Die meisten Deutschen putzen sich zweimal täglich die Zähne. Jeder zweite nutzt aber eine Technik, die Kindern beigebracht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit mehr als 1000 Teilnehmern, die Forscher der Universität Witten/Herdecke gemeinsam mit einem Versicherungsunternehmen durchgeführt haben. Für Kinder bis zum Grundschulalter seien kreisende Putz-Bewegungen eine richtige, weil einfache Technik. Erwachsenen aber würden fegende und rüttelnde Bewegungen mit der Zahnbürste empfohlen, die das Zahnfleisch vor Verletzungen schützten und bakterielle Beläge am besten entfernten. //[mawi]//
21.09.2012

Anthropologie Schon vor 13.000 Jahren setzten Menschen auf Recycling

Funde aus der Grabungsstätte Molí de Salt im spanischen Tarragona zeigen, dass die Menschen in der Jungsteinzeit gelegentlich abgenutzte Steinwerkzeuge überarbeiteten und dann für andere Zwecke nutzten. Das berichten spanische Anthropologen im Journal of Archaeological Science. Die Forscher bezogen in ihre Studie nur Funde mit ein, die Zeichen einer Feuereinwirkung aufwiesen. An den Rußspuren konnten sie eindeutig erkennen, welche Steine nach einem Brand überarbeitet worden waren. Den Erkenntnissen nach setzten die Menschen jener Zeit nur bei einfachen Werkzeugen für den häuslichen Alltag auf das Stein-Recycling. Bei Jagdwerkzeugen wie zum Beispiel Pfeilspitzen fanden die Forscher keine Hinweise auf eine Zweitnutzung.

Quelle: Journal of Archaeological Science

Psychologie Psychopathen können schlecht riechen

Menschen mit psychopathischen Wesenzügen weisen Funktionsstörungen im Vorderhirn auf. Das haben schon frühere Studien gezeigt. Im vorderen Teil des Gehirns werden allerdings nicht nur das impulsive Handeln und soziales Verhalten kontrolliert, sondern auch Gerüche verarbeitet. Australische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein gestörter Geruchssinn Hinweise auf psychopathische Tendenzen liefert. In ihrer Studie, die im Fachjournal Chemosensory Perception erschienen ist, unterzogen sie 79 Probanden sowohl einem Geruchstest als auch diversen psychologischen Tests. Jene Versuchsteilnehmer, die gemäß der Tests psychopathische Wesenzüge trugen, konnten nachweisbar schlechter riechen. Die Forscher empfehlen, bei der Diagnose psychopathischer Störungen künftig auch Riechtests in die Bewertung mit einzubeziehen.

Quelle: Chemosensory Perception

Biologie Eine Symbiose mariner Mikroorganismen düngt die Meere

In Plankton hat ein internationales Team von Meeresforschern kleine einzellige Algen und Cyanobakterien gefunden, die in einer ungewöhnlichen symbiontischen Beziehung leben. Die Mikroorganismen tauschen Kohlenstoff und Stickstoffverbindungen untereinander aus. Dabei spielen sie eine wichtige Rolle bei der Düngung der Weltmeere mit Stickstoff. Die beteiligten Cyanobakterien gehören zu einer besonderen Spezies: Ihnen fehlen Gene für die Photosynthese und andere wichtige Stoffwechselwege. Die fehlenden Funktionen werden offenbar von der Wirtszelle, einer photosynthetisch aktiven Alge, übernommen. Aufgrund der weiten Verbreitung rechnen sie die Forscher den Zellen eine bedeutende Rolle bei der globalen Stickstofffixierung zu. Die Studie ist im Magazin Science erschienen.

Quelle: Science

Biologie Die afrikanischen Khoi-San sind das älteste Volk der Welt

Die Stammeslinie der früher diskriminierend als Buschleute bezeichneten Menschen entstand bereits vor rund 100.000 Jahren – früher als alle anderen Volksgruppen des modernen Menschen. Das berichtet ein internationales Forscherteam in Science. Die neuen Erkenntnisse basieren auf der bisher umfangreichsten Genanalyse, die im südlichen Afrika gemacht wurde. Für die Studie wurden Teile des Erbguts von 220 Probanden untersucht. Dabei fanden die Forscher große genetische Unterschiede innerhalb der Khoi-San. Sie deuteten das als Hinweis darauf, dass der moderne Mensch vermutlich nicht an einem einzigen geografischen Ort entstanden ist. Schon die frühe Menschheitsgeschichte sei von Vermischungen und Abspaltungen geprägt gewesen.

Biologie Hummeln beherrschen die Routenplanung

Auf der Suche nach Nektar fliegen Hummeln immer wieder mehrere Blüten hintereinander an. Dabei optimieren sie von Mal zu Mal verblüffend schnell und effektiv ihre Flugroute hin zum kürzesten Weg, haben britische Forscher beobachtet. Die Insekten behalten auf ihren Sammelflügen nur dann eine Route bei, wenn sie kürzer ist als eine zuvor geflogene. Ist sie hingegen länger als die alte, suchen die Tiere beim nächsten Mal eine andere Streckenvariante. Dieses einfache Auswahlprinzip auf Basis von Versuch und Irrtum ermögliche den Insekten trotz ihres kleinen Gehirns eine komplexe Navigation, berichten die Forscher im Fachmagazin PLoS Biology. Für ihr Experiment statteten die Wissenschaftler Hummeln mit einem kleinen Radartransponder aus. So konnten sie deren Flugwege genau verfolgen.

Chemie Der kleinste Eiskristall der Welt

Der kleinste Eiskristall der Welt besteht aus 475 Wassermolekülen Das haben Göttinger Forscher herausgefunden. Sie gingen der Frage nach, wie viele Wassermoleküle nötig sind, um beim Gefrieren einen Eiskristall zu bilden. Die Antwort ermittelten sie mit Hilfe eines Vibrationsspektroskops. Damit lässt sich detailliert beobachten, wie sich Infrarotspektren des Wassers beim Phasenübergang von flüssig nach fest verschieben. Die ersten Ansätze eisförmiger Strukturen zeigten sich ab 275 Wassermolekülen. Eine echte kristalline Ordnung ergab sich bei 475 Molekülen, berichten die Forscher in Science. Bisher galten laut Schätzungen etwa 1000 Moleküle als Minimum für einen vollständigen Eiskristall aus Wasser.
20.09.2012

Medizin Fumarsäure wirkt bei schubförmiger Multipler Sklerose

Das belegen Studien mit dem Wirkstoff Fumarsäure, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Über einen Zeitraum von zwei Jahren nahmen Studienteilnehmer täglich zwei bis drei Kapseln mit Fumarat B 12. Im Vergleich zur Kontrollgruppe halbierte sich bei den Patienten die Rate der Krankheitsschübe. Aufnahmen des Gehirns mit einem Magnetresonanztomograf ergaben zudem: Die Therapie dämpfte bei Patienten mit Multipler Sklerose nicht nur die Überreaktion des Immunsystems sondern schützte auch die Nervenzellen. Die Zahl neuer entzündlicher Herde verringerte sich um bis zu 90 Prozent. [tj]

Quelle: New England Journal of Medicine, Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Biologie Austern haben wenig Stress.

Eine Erbgutanalyse hat ergeben, dass Austern über zahlreiche Anti-Stress-Gene verfügen. Die Genkarte der Pazifischen Auster enthalte mehrere Tausend Gene. Ein Großteil davon böte einen Schutz gegen die wechselnden Umweltfaktoren, denen Austern ausgesetzt sind. Das berichten chinesische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Sie setzten die Austern durch höhere Temperaturen oder steigenden Salzgehalt unter Stress. Dadurch nahm die Aktivität bei 5844 Genen zu. Das zeige, wie groß der Raum sei, den Mechanismen zur Bewältigung von Umweltstress im Genom der Auster einnehmen. [tj]

Quelle: Nature

Medizin Die vermutlich älteste Zahnfüllung der Welt war aus Bienenwachs

6500 Jahre ist es alt, ein in Slowenien ausgegrabenes und gut erhaltenes menschliches Kieferstück. Und es hat die Forscher überrascht. Als sie die Zähne mit Hilfe von Röntgen- und Infrarotstrahlen durchleuchteten, entdeckten sie einen Eckzahn mit einer Bienenwachsfüllung. Der Zahn war stark abgenutzt und wies einen vertikalen Riss auf. Bis dorthinein waren Spuren von Bienenwachs zu finden. Im Fachmagazin "PLOS One" räumen die Forscher allerdings ein, dass sie nicht genau sagen können, ob die Zahnfüllung vor oder nach dem Tod des betreffenden Menschen gemacht wurde. [tj]

Quelle: PLOS One

Biologie Der Ur-Riesensalamander lebte zu Land und zu Wasser,

Geowissenschaftler der Universität Tübingen Fossilien eines vor 56 Millionen Jahren in der Südmongolei lebenden Aviturus exsecratus analysiert und festgestellt: Die urzeitlichen Riesensalamander haben im Wasser und an Land nach Nahrung gesucht und nicht ausschließlich in einem Element gelebt. Das unterscheide den Urfahren von allen späteren Riesensalamander-Arten, die ausschließlich im Wasser lebten und leben. Im Fachblatt PLOS One versuchen die Forscher eine Erklärung für die drastische Veränderung in der Salamanderentwicklung zu geben : Die kurze globale Klimaerwärmung vor 55,8 Millionen Jahren könnte die Ursache gewesen sein. [tj]

Quelle: PLOS One

Biologie Ein Gen macht Fischlarven hyperaktiv.

ADHS - also die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung - wird vermutlich durch eine Reihe von Genen mit ausgelöst. Ein deutsch-französisches Forscherteam hat sich nun zumindest mit einem möglichen Übeltäter näher beschäftigt: dem Latrophilin-3-Gen. Um zu verstehen, welche Rolle dieses Gen bei der Entwicklung von ADHS-Symptomen hat, experimentierte das Forscherteam mit Zebrafischlarven. Nachdem sie das Gen während einer bestimmten Entwicklungsphase blockiert hatten, schwammen die Fischlarven deutlich längere Distanzen und waren auch erheblich schneller. Die Ursache dafür erläutern die Forscher im Fachblatt" Molecular Psychiatry". Offenbar sei die Entwicklung neuronaler Netzwerke des Dopamin-Systems im Gehirn der betreffenden Zebrafischlarven gestört. Und: Je stärker der Bewegungsdrang bei den Fischen ausgeprägt war, desto niedriger war die Zahl der entsprechenden Neuronen. Die Forscher schlussfolgern daraus: Wahrscheinlich führe auch bei Menschen eine verringerte Funktion des Latrophilin-3-Gens in der Embryonalphase zu einer gestörten Entwicklung des dopaminergen Signalweges im Gehirn - und damit zu ADHS-Symptomen. [tj]

Quelle: Universität Würzburg

19.09.2012

Biologie Schlangen hatten unterirdische Vorfahren.

Die meisten heutigen Schlangenarten stammen von Vorfahren ab, die unter der Erde lebten. Das berichten US-Forscher in den Biology Letters. Die Wissenschaftler untersuchten und verglichen das Erbgut von 161 Schlangenarten. Dabei zeigte sich, dass die meisten Schlangen genetisch den Anomalepididae am nächsten stehen. Das ist eine Gruppe von blinden Schlangen, die in unterirdischen Gängen leben. Die Studie ist nach Angaben der Forscher die bisher umfassendste Genstudie zur Stammesgeschichte der Schlangen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.10987rsbl.2012.0703

Physik Farbumschlag zeigt Schwermetalle.

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfachen Sensor entwickelt, der eine Schwermetallbelastung von Wasser anzeigt, indem er seine Farbe ändert. Er könnte die routinemäßige Untersuchung von Wasserproben erleichtern. Der Sensor besteht aus einem speziellen Hydrogel, das mit Aptameren beschichtet ist. Aptamere sind einfache Stränge von DNA oder RNA, die Blei oder Quecksilber binden können. In Kontakt mit den Schwermetallen verändern die Aptamere ihre Form. Das führt dazu, dass sich die Kristallstruktur des Hydrogels zusammenzieht. Dabei kommt es zu einem Farbumschlag von Rot zu Blau. Durch den Einsatz spezifischer Aptamere wollen die Forscher den Sensor in Zukunft auch auf andere Substanzen wie Medikamentenwirkstoffe oder Pestizide hin anpassen. Die Studie ist im Magazin Nanoscale erschienen. [luh]

Quelle: Nanoscale / doi: 10.1039/c2nr31601c

Biologie Robben lassen ihre Lungen kollabieren.

Robben und Seelöwen haben einen Schutzmechanismus gegen die Taucherkrankheit. Um zu verhindern, dass beim Auftauchen aus großer Tiefe der im Blut gelöste Stickstoff ausperlt, können sie den Gasaustausch zwischen der Lunge und dem Blut stark einschränken. Dafür lassen sie beim Abtauchen ihre Lunge kontrolliert kollabieren. US-Biologen haben diesen Prozess jetzt erstmals exakt vermessen. Sie statteten einen Seelöwen in freier Wildbahn mit Messgeräten aus, die den Gasdruck in dessen Blut während mehrerer Tauchgänge aufzeichneten. Dabei zeigte sich: Ab einer Tauchtiefe von rund 200 Metern stellte die Lunge des Tieres den Gasaustausch komplett ein. Erst beim Auftauchen wurden die Lungenbläschen wieder mit Restluft aus den oberen Atemwegen gefüllt. Die Studie ist im Magazin Biology Letters erschienen. [luh]

Quelle: Biology Letters / 10.1098/rsbl.2012.0743

Biologie Bohrschwämme gefährden Korallenriffe.

Durch den massiven Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid werden die Weltmeere immer saurer. Dies stellt eine Gefahr für Korallenriffe dar, weil diese im sauren Wasser mehr Energie aufwenden müssen, um ihre Kalkskelette aufzubauen. Doch es gibt noch eine zweite Belastung für die Korallen, berichten Meeresbiologen vom Senckenberg Forschungsinstitut im Magazin PLoS One. Bohrschwämme befallen Korallen und greifen als sogenannte Bioerodierer deren Kalkskelette an. Sinkt der pH-Wert des Wassers, bauen die Bohrschwämme den Kalk deutlich schneller ab. Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass an Korallenriffen in Zukunft Abbauprozesse das Gerüstwachstum übertreffen. [luh]

Quelle: PLoS One / doi: 10.1371/journal.pone.0045124

Biologie Mit Genmais gefütterte Ratten sterben früher an Krebs.

Französische Forscher der Universität Caen haben nach eigenen Angaben die weltweit erste Langzeit-Fütterungsstudie von Ratten mit gentechnisch verändertem Mais in Kombination mit einem Pestizid durchgeführt. Dabei beobachteten sie zwei Jahre lang Ratten, die mit Genmais der pestizidresistenten Sorte NK 603 gefüttert und zugleich dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup ausgesetzt wurden. Die Tiere erkrankten häufiger an Krebs und starben früher als Ratten, die herkömmlichen Mais im Futter erhielten. Der Studienleiter Gilles-Éric Séralini, ein erklärter Gentechnik-Kritiker, sprach von "alarmierenden Ergebnissen". Die EU-Kommission beauftragte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Ergebnisse der neuen Studie zu prüfen. Üblicherweise werden bei Zulassungsverfahren für transgene Pflanzen solche Fütterungsstudien nur über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" erschienen. [luh]

Biologie Mais produziert humanes Protein.

Kanadische Forscher haben einen Weg gefunden, in genetisch veränderten Maispflanzen humane Proteine als Medikamentenwirkstoffe zu produzieren. Bisher gilt die Erzeugung von humanen Proteinen in Pflanzen als problematisch, weil die Pflanzen die Moleküle mit pflanzentypischen Zuckerketten markieren. Diese können bei Menschen gefährliche Immunreaktionen auslösen. Die Forscher veränderten die eingesetzten Gene aber so, dass die damit erzeugten Proteine nicht mehr den Golgi-Apparat der Pflanzenzellen passieren. In dieser Zellstruktur werden normalerweise die problematischen Zucker hinzugefügt. Die Studie ist im Fachblatt Nature Communications erschienen. [luh]

Quelle: Nature Communications / doi: 10.1038/ncomms2070

MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

(Deutschlandradio)

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Die Polizei darf den Staatstrojaner bei Einbrüchen einsetzen +++ Verdachtsunabhängige Durchsuchungen von Mobilgeräten an US-Grenzen sind illegal +++ Das Anwaltspostfach muss weiter ohne eine durchgehende Verschlüsselung auskommen +++ Facebook führt ein eigenes Zahlungssystem ein +++ Cyberkriminalität in Deutschland nimmt zu +++ In Großbritannien soll es für alle kostenloses Breitband-Internet geben +++ Die Universität Kiel wurde Opfer eines Cyberangriffs

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk