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04.09.2013

Astronomie Astronomen untersuchen planetarische Nebel.

Weltraumforscher der Europäischen Südsternwarte haben mithilfe des New Technology Telescope der ESO und dem Hubble Teleskop mehr als einhundert Planetarische Nebel in der zentralen Ausbuchtung der Milchstraße untersucht, dem so genannten Bulge. Dabei sahen die Astronomen, dass viele dieser schmetterlingsförmigen Nebel auf gleiche Art und Weise ausgerichtet sind, obwohl sie unterschiedliche Geschichten und Eigenschaften besitzen. Die Forscher vermuten, dass der Bulge durch seine Magnetfelder einen starken Einfluss auf die Milchstraße hat. Demnach könnten die starken Magnetfelder, die während der Bildung des Bulge präsent waren, die ähnliche Ausrichtung der Planetarischen Nebel verursacht haben. [mst]

Quelle: www.eso.org

Biologie Daten aus Genetikstudien sind nur bedingt zugänglich.

Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler der Universität von Florida im Fachblatt PLOS Biology vorstellen. Sie hatten die Daten verschiedener Erbgutdatenbanken unter die Lupe genommen, in denen die Ergebnisse genomweiter Studien von Tieren, Pflanzen und Pilzen zugänglich sind. Dabei sahen sie, dass viele Daten von den Fachautoren nicht freigeschaltet worden waren, oft aus Unwissenheit der einzelnen Forscher. Diese hätten die Daten dort gesichert ablegt, sie aber nach Veröffentlichung ihrer begutachteten Studie oftmals nicht freigeschaltet. Daher plädieren die Wissenschaftler für einheitliche Regeln der Datenbanken, damit die frei zugänglichen Daten tatsächlich öffentlich und weltweit nutzbar sind. [mst]

Quelle: PLOS Biology (10.1371/journal.pbio.1001636)

Medizin Richard III. litt an Spulwürmern.

Das berichten Mediziner der University of Cambridge im Fachblatt The Lancet. Das Skelett des 1485 in einer Schlacht verstorbenen englischen Königs wurde erst 2012 unter einem Parkplatz in der Stadt Leicester entdeckt. In Proben aus den Hüftknochen entdeckten die Forscher nun Eier von parasitischen Spulwürmern. Da die Molekularbiologen in der umgebenden Erde keine Spuren solcher Wurmeier fanden, gehen sie davon aus, dass die Darmparasiten mit dem Leichnam ins Grab gelangten und im Zuge der Verwesung vom Darm auf den Hüftknochen gelangten. Spulwürmer werden meist über verunreinigte Nahrung aufgenommen, wo sich die Eier und Larven im Darm ihres Wirtes weiter entwickeln. Später bohren sie sich durch die Darmwand und gelangen von dort aus über das Blut in die Leber und die Lunge. Die Parasiten können Koliken und im Extremfall sogar einen Darmverschluss verursachen. [mst]

Quelle: The Lancet

Geophysik In Japan bebte erneut die Erde.

Ein Erdbeben der Stärke 6,9 hat am Mittwochmorgen den Großraum Tokio erschüttert. Das Epizentrum befand sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte rund 600 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt unter dem Pazifik. Der japanische Wetterdienst teilte mit, dass keine Tsunami-Gefahr bestehe. Das 2011 bei einem schweren Erdbeben und anschließenden Tsunami havarierte Atomkraftwerk Fukushima wurde laut der Betreiberfirma Tepco bei dem jetzigen Beben nicht weiter beschädigt. [mst]

Quelle: Agenturen

Biologie Affen verfügen über komplexe Warnsysteme.

Die in den brasilianischen Regenwäldern beheimateten Schwarzstirn-Springaffen warnen ihre Artgenossen durch spezifische Rufe, bei denen sie angegeben, ob Gefahr von oben durch einen Greifvogel droht oder von einem Räuber am Boden. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin Biology Letters. Bei ihren Beobachtungen sahen die Wissenschaftler, dass die Tiere die Rufe auch kombinieren können, etwa wenn ein Raubvogel auf einem Ast in niedriger Höhe lauert. [mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2013.0535)

Paläontologie Paläontologen entdecken ein 350 Millionen Jahre altes Skorpion-Fossil.

Der Fund in Südafrika sei in mehrfacher Hinsicht bedeutsam, teilte die Universität von Witwatersrand in Johannesburg mit. Die im Fachmagazin African Invertebrate beschriebene Art Gondwanascorpio emzantsiensis ist zum einen der älteste Nachweis von Leben, der jemals auf dem Festland der südlichen Hemisphäre entdeckt wurde. Das Fossil, bei dem deutlich Schere und Stachel zu erkennen sind, sei zum anderen auch der erste Beleg dafür, dass auf dem Urkontinent Gondwana bereits vor mehr als 350 Millionen Jahren wirbellose Tiere gelebt haben. [mst]

Quelle: www.wits.ac.za

Medizin Bluthochdruck wird nur selten erkannt.

Bluthochdruck gilt als Hauptrisikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen, jedoch wissen viele Menschen überhaupt nicht, dass sie an Bluthochdruck leiden. Das ist das Ergebnis einer Metastudie, die ein internationales Medizinerteam im US-amerikanischen Fachmagazin JAMA vorstellt. Die Forscher hatten die Daten von mehr als 140.000 Personen aus 17 Staaten im Alter zwischen 35 und 70 Jahren ausgewertet. Demnach litten knapp 41 Prozent der Studienteilnehmer an Bluthochdruck, jedoch wusste nur knapp die Hälfte der Probanden davon. Die Studie zeigte zudem, dass Männer häufiger erkranken als Frauen. Diese wussten auch von ihrer Erkrankung häufiger als Männer und ließen sich in zudem erfolgreicher behandeln. [mst]

Quelle: JAMA

03.09.2013

Neurowissenschaft Hirn filtert Töne beim Hören in Oktaven

Konzentriert es sich auf einen schwachen Ton, filtert es störende Geräusche heraus. Dadurch kann der Mensch den schwachen Ton besser wahrnehmen. Diesen Mechanismus kannten Biologen bereits. Er kann jedoch deutlich mehr, berichten Wissenschaftler aus den Niederlanden und Belgien nun in "PNAS": Konzentriert sich das Hirn auf einen Ton, verstärkt es zusätzlich höhere Töne im Intervall von einer Oktave. Das ergaben Hörtests, bei denen die Probanden aufeinanderfolgende Töne in unterschiedlichen Intervallen erkennen sollten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Menschen damit Sprache besser erkennen können. Die Forscher sehen eine mögliche Anwendung bei der Entwicklung von Hörgeräten. [gä]

Quelle: pnas/spektrum

Zoologie Auch in Europa sterben Amphibien durch Pilzerkrankung

Seit einigen Jahren sterben in den Tropen ganze Amphibienarten durch den Befall eines aggressiven Pilzes aus. Der Pilz gehört zur Gattung Batra-chochytrium, er befällt die Haut der Tiere. Seit 2010 tritt eine Art dieser Gattung offenbar auch in Europa auf und infiziert die Salamander im Nordwesten. Das berichten Forscher aus den Niederlanden in "PNAS". Die Wissenschaftler haben den Pilz auf der Haut toter Tiere nachgewiesen. Bei Versuchen beobachteten sie, dass infizierte Salamander in kurzer Zeit verendeten. Der neu entdeckte Pilz gedeiht besonders gut bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius, oberhalb von 25 Grad stirbt er ab. Allein in Holland verendeten in den vergangenen Jahren fast 96 Prozent der Feuersalamander. Ob der Pilz auch andere Amphibienarten befallen kann, ist unbekannt – ebenso, ob es noch weitere Pilzarten dieser Gattung in Europa gibt. [gä]

Biologie/Geologie Meteoriteneinschlag besiegelte das Ende der Mammuts

Vor rund 12.900 Jahren rammte ein Asteroid die Erde in der Region von Quebec. Staub wurde emporgewirbelt, Wälder brannten ab, Rauch und Ruß verschleierten die Sonne. Die Temperaturen auf der Erde sanken als Folge rasch ab, der Planet wurde zudem trockener, die jüngere Dryas-Zeit begann. Große Tiere wie das Mammut oder das Woll-Nashorn fanden nicht mehr genug zu fressen und starben aus; der Mensch fing an, in Dörfern zusammenzuleben und mit Ackerbau zu experimentieren. Von diesem Szenario zeigt sich ein US-Forscherteam in PNAS überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf Felseinschlüsse im Boden von Pennsylvania: Sie waren mindestens 2000 Grad heiß und flogen durch die Luft, wo sie miteinander verschmolzen. Ihre Zusammensetzung deutet darauf hin, dass sie aus der Region von Quebec in die Luft geschleudert wurden, wahrscheinlich durch einen Meteoriten. Die Theorie, wonach ein Meteoriteneinschlag die Eiszeit verschärfte, entwickelten Forscher 2007. Seitdem gewinnt sie an Anhängern. Bis jetzt fehlt jedoch der beste Nachweis: Der Einschlagkrater. [gä]

Quelle: pnas/nature

Biologie In Säugetieren können gut 320.000 Viren existieren

Das notieren Forscher der University of Columbia im Fachblatt MBIO. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Untersuchung von rund 1900 Fledermäusen. In den Proben entdeckten sie 60 Virustypen, von denen die meisten bislang unbekannt waren. Eine Hochrechnung auf alle Säugetiere ergab dann, dass es mindestens 320.000 verschiedene Viren geben könnte. Mehr als zwei Drittel aller Viren, an denen Menschen erkranken, stammen aus dem Tierreich. Diese zu entdecken, und vor allem diejenigen zu beschreiben, die auf den Menschen überspringen könnten, wäre nach Ansicht der Wissenschaftler eine große Hilfe, um Pandemien vorzubeugen. Die Kosten dafür bezifferten die Forscher mit sechs Milliarden Dollar – eine Summe, die ihrer Meinung nach nur den Bruchteil dessen ausmacht, was eine Pandemie verursachen würde. [gä]

Wirtschaft Die Welt ist immer noch weit entfernt davon, nachhaltig zu wirtschaften

Davon zeigt sich ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PNAS" überzeugt. Die Wissenschaftler kritisieren vor allem Berechnungen, die zeigen sollen, dass sich in westlichen Nationen das Wirtschaftswachstum vom Rohstoffverbrauch getrennt habe. Dabei werde unterschlagen, dass diese Nationen inzwischen viele Güter einführen und nicht mehr selbst produzieren. Berücksichtigt man, dass für diese Güter neue Maschinen und Rohstoffe notwendig sind, zeigt sich, dass eine solche Trennung von Wirtschaftswachstum und Rohstoffverbrauch viel kleiner ausfällt als in offiziellen Statistiken angegeben, und oft sogar gar nicht existiert. [gä]

02.09.2013

Planetologie Auf dem jungen Mars gab es reichlich Phosphat

Mehr jedenfalls als auf der jungen Erde. Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Phosphat findet sich in vielen organischen Molekülen. Ohne Phosphat kein Leben. Phosphat bildet das Rückgrat des Erbmoleküls DNA, es ist wichtig für den Energiestoffwechsel, für den Aufbau von Zellmembranen und für die Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Mineralien auf der Erde, so die Forscher, geben in wasserreicher Umgebung Phosphat nur sehr langsam ab. Phosphat-Mangel habe die Entstehung von Lebensformen auf der Erde eher verzögert. Auf dem frühen Mars seien die Bedingungen sehr viel günstiger gewesen. Laborversuche mit Marsmineralien belegten, dass das Phosphat sehr viel leichter in Lösung gehe. Die Phosphatkonzentration auf dem jungen Mars sei wahrscheinlich doppelt so hoch gewesen wie auf der jungen Erde – in dieser Hinsicht hätten ideale Voraussetzungen für die Entstehung von Lebensformen geherrscht. [mawi]

Quelle: Nature Geoscience - doi: 10.1038/ngeo1923

Biologie/Statistik Europas Männer werden immer größer

In der Zeit zwischen 1870 bis 1980 sind die Männer in Europa im Durchschnitt um elf Zentimeter größer geworden, berichten Forscher im den "Oxford Economic Papers". Entscheidende Gründe seien die Entdeckung und Nutzung von Antibiotika sowie verbesserte Gesundheitssysteme. Faktoren wie höhere Einkommen, bessere Bildung und kleinere Familien hätten nur bescheidene Effekte gehabt. Das Forscherteam nutzte militärische und medizinische Archivdaten über junge Männer aus 15 Ländern Europas. In Nordeuropa gab es die steilste Wachstumskurve zwischen den beiden Weltkriegen. In den südlichen Ländern und Frankreich wurden die Männer erst nach dem zweiten Weltkrieg größer. Mit durchschnittlich 1,83 Metern sind die niederländischen Männer die größten Europäer. Am anderen Ende der Skala stehen die Portugiesen mit 1,73 Metern. Über die Größe von Frauen zwischen 1870 und 1980 existieren nur sehr wenige zuverlässige Daten. [mawi]

Zoologie Das richtige Futter bremst bei Fruchtfliegen die Altersvergesslichkeit

Forscher aus Berlin und Graz haben im Tierversuch an Fruchtfliegen gezeigt, dass polyaminreiche Nahrung helfen kann, den altersbedingten Erinnerungsverlust zu stoppen. In der Studie mussten sich die Fliegen zwischen zwei verschiedenen Gerüchen entscheiden und daran erinnern, dass einer der Gerüche mit einer negativen Folge - einem leichten Elektroschock - verbunden war. Alternde Fruchtfliegen, die mit Spermidin gefüttert wurden, schnitten bei dem Experiment deutlich besser ab als konventionell gefütterte Fruchtfliegen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Der Spiegel des Polyamins Spermidin nimmt mit dem Alter sowohl bei Fliegen als auch beim Menschen ab. Spermidin ist wichtig für die Entsorgung von zellulären Abfallprodukten oder auch Proteinklumpen im Gehirn. Die Forscher wollen jetzt testen, ob sich mit Spermidin als Nahrungsergänzung beim Menschen das Einsetzen einer Demenz hinauszögern ließe. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience - DOI: 10.1038/nn.3512

Archäologie Die Knochen einer Moorleiche werden neu sortiert

Der Mann vom Bernuthsfeld, eine ostfriesische Moorleiche aus dem 8. Jahrhundert, wird am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) untersucht. Forscher sollen dort Irrtümer korrigieren. Die 1907 entdeckte Moorleiche war mehrfach öffentlich ausgestellt worden. Dabei seien einzelne Knochen verwechselt oder falsch angeordnet worden, teilte das Ostfriesische Landesmuseum in Emden mit. Ziel sei, ein lebensechtes Skelett zu erhalten – ihm soll nach der Restaurierung nicht anzusehen sein, dass es rund 1200 Jahre im Moor lag und schon einige Restaurierungen hinter sich hat. [mawi]

Physik/IT Quantenbits lassen sich gezielt elektrisch steuern

Ein internationales Forscherteam hat erstmals ein Quantenbit aus drei sogenannten "Quantenpunkten" hergestellt und gesteuert. Der Versuch belege, dass sich solche Triplett-Quantenbits einfacher kontrollieren ließen als Quantenbits aus einem einzelnen oder zwei Quantenpunkten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Herkömmliche Computer rechnen mit "Nullen" und "Einsen". Bei künftigen Quantencomputern soll als Informationsträger der Drehimpuls, der "spin" von Elektronen dienen, der in zwei Varianten vorkommt. Um die Drehrichtung festzulegen, nutzen Forscher bislang elektrische oder magnetische Felder. Das Problem: Dieses Verfahren ist ungenau. Es kann leicht passieren, dass mehrere Quantenpunkte gleichzeitig beeinflusst werden. Die Forscher haben daher je drei Quantenpunkte zu einer Einheit zusammengefasst. Es gelang ihnen, die Position und Orientierung der Spins in den drei Quantenpunkten durch elektrische Spannung zu steuern und auszulesen. [mawi]

Quelle: Nature Nanotechnology - DOI: 10.1038/nnano.2013.168

30.08.2013

Geologie Unter dem Grönländischen Eisschild liegt eine gewaltige Schlucht, deren Dimensionen mit denen des Grand Canyon vergleichbar sind.

Das berichtet ein internationales Forscherteam heute im Fachmagazin Science. Die Schlucht ist mindestens 750 Kilometer lang und rund 800 Meter tief. Das haben Daten aus Radarmessungen ergeben, die über Jahrzehnte hinweg gesammelt wurden. Die Auswertung zeigt, wie sich der Einschnitt unter dem Eis von der Mitte der Insel bis zu einem Fjord an der Nordküste erstreckt. Die Forscher glauben, dass auf diesem Wege Schmelzwasser unter dem Eisschild vom Landesinneren in den arktischen Ozean transportiert wird. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.287.5456.1248

Paläontologie Ein vermeintlicher Fleischfresser war offenbar Vegetarier.

Der urzeitliche Riesenvogel Gastornis ernährte sich vorwiegend von Pflanzen und nicht von Fleisch, wie man bisher aufgrund seines massiven Schnabels angenommen hatte. Das berichten Forscher aus Bonn, Mainz und Halle auf einer Fachtagung für Geochemie in Florenz. Die Forscher stützen sich dabei auf Isotopenmessungen, die sie an fossilen Knochen des Vogels vorgenommen hatten. Diese Methode beruht auf der Tatsache, dass sich entlang der Nahrungskette bevorzugt die leichten Calciumisotope in den Knochen anreichern. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Calcium-Werte des Urvogels denjenigen von Pflanzenfressern ähneln. Um dieses Ergebnis noch weiter abzusichern, wollen die Forscher nun zusätzliche Fossilien untersuchen, die von derselben Fundstelle stammen. [reu]

Quelle: Agenturen

Neurowissenschaften Forscher messen die Hirnaktivität von Facebook-Nutzern.

Das Belohnungssystem im Gehirn reagiert auf die Anerkennung, die Nutzer von sozialen Netzwerken erfahren. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der FU Berlin. Sie hatten bei rund dreißig Teilnehmern die Aktivität des Nucleus accumbens untersucht. Das ist eine Region im Vorderhirn, die für die Verarbeitung von Belohnungen zuständig ist. Die Forscher konnten zeigen, dass sie bei begeisterten Facebook-Nutzern besonders stark aktiviert wird, wenn die Personen positives Feedback erhalten. Auf diese Weise ließe sich sogar voraussagen, ob jemand Facebook intensiv nutzt oder nicht. Es gebe aber bisher keine Belege dafür, dass soziale Netzwerke Hirnstrukturen verändern, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Frontiers in Human Neuroscience". [reu]

Quelle: <a href="http://dx.doi.org/10.3389/fnhum.2013.00439">Frontiers in Human Neurosci

Astronomie Schwarze Löcher können Schluckbeschwerden haben.

Sagittarius A*, das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße, verschlingt weniger als ein Prozent des Gases, das sich in seiner Nähe befindet. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science" nach der Auswertung von Aufnahmen des Röntgenteleskops Chandra. Demnach erreichten gut 99 Prozent des Gases niemals das Zentrum des Schwarzen Loches. Die Materie würde vielmehr ins All hinaus geschleudert. Damit das Gas überhaupt geschluckt werden könne, müsse es abkühlen und Bewegungsenergie verlieren. Dadurch werde der Großteil des Gases vom Schwarzen Loch weg beschleunigt. Weil Sagittarius A* nur einen kleinen Teil des Gases verschlingt, leuchte die Umgebung des Schwarzen Loches im Röntgenbereich nur schwach. Denn das Röntgenlicht entsteht genau bei diesem Prozess. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1240755

Biologie Auch Wale können Sonnenbrand bekommen.

Blauwale schützen ihre Haut mit dem Pigment Melanin vor der Wirkung von UV-Licht. Das berichten britische und mexikanische Forscher in dem Journal "Scientific Reports". Sie haben heraus gefunden, dass der natürliche Farbstoff die Haut der Säuger vor Schäden an der DNA schützt. Die Wale sind in der Lage, den Gehalt des Melanins in ihrer Haut an die Stärke der UV-Strahlung anzupassen. Das sei notwendig, da die Blauwale weite Strecken wandern und dabei deutlichen Unterschieden im Sonnenlicht ausgesetzt seien. Die Forscher hatten auch Pottwale untersucht. Sie schützen sich auf andere Weise, nämlich indem sie ein biochemisches Programm starten, das ihre Zellen vor dem UV-Licht schützt. Proteine fangen dann die freien Radikale ab, die in der Haut entstehen können. [reu]

Quelle: DOI: 10.1038/srep02386

29.08.2013

Neurowissenschaften Migräne schädigt das Gehirn.

Dänische Wissenschaftler haben in einer Übersichtsstudie 19 Einzeluntersuchungen ausgewertet. Das Ergebnis präsentieren sie im Fachjournal "Neurology". Danach erhöht Migräne das Risiko für strukturelle Veränderungen des Gehirns. Bei Migränepatienten fanden sie Missbildungen von Nervenbahnen, kleine infarktähnliche Läsionen sowie Veränderungen in der grauen und in der weißen Hirnmasse. Besonders deutlich war dies bei der so genannten Migräne mit Aura. Dabei leiden die Betroffenen zusätzlich unter Wahrnehmungsstörungen. Die Nervenbahnen dieser Patienten waren um 60 Prozent häufiger geschädigt. Langzeituntersuchungen sollen den entdeckten Unterschied zwischen Migräne mit und ohne Aura nun bestätigen. [tj]

Quelle: DOI: 10.1212/WNL0b013e3182a6cb32

Astronomie Astronomen haben einen Zwilling unserer Sonne gefunden.

Es ist nicht der erste, dafür aber der bislang älteste Zwillingsstern: er sei 8,2 Milliarden Jahre alt – unsere Sonne bringt es dagegen nur auf 4,6 Milliarden Jahre. Das gab das Astronomenteam der chilenischen Sternwarte Paranal bekannt. Mit dem Very Large Telescope hatten die Forscher den Stern mit dem Namen "HIP 102152" entdeckt. Sie hoffen nun, die Entwicklung unseres Sonnensystems besser zu verstehen und auch Vorhersagen für die Zukunft machen zu können. Eine neue Erkenntnis haben sie bereits: Der Lithiumgehalt der Sterne nimmt offenbar mit zunehmendem Alter ab. [tj]

Quelle: Pressemitteilung Eso

Archäologie Schon vor mehr als 10 000 Jahren lebten Menschen im westlichen Amazonasgebiet.

Bisher hatte man angenommen, dass diese Region in Bolivien nicht von Jäger- und Sammlergesellschaften besiedelt worden war - wegen der ungünstigen Umweltbedingungen. Es finden sich dort nämlich zu Hunderten kleine, bewaldete Hügel aus Erdreich, von denen man glaubte, dass die durch Termiten oder Erosionen entstanden sind. Doch nun haben Archäologen im Dschungel einen überraschenden Fund gemacht: Drei der Hügel bestehen aus Schalen von Wasserschnecken. In der Fachzeitschrift "PLoS One" vermuten die Forscher, dass es Siedler waren - vor etwa 10.400 Jahren – im frühen Holozän - welche die Schalen zurückgelassen haben. Bei der eingehenden Untersuchung der Hügel hatten die Archäologen festgestellt, dass es sich um eine Art Gesteinshügel handele, aus menschlichen Knochen, Schalen von Wasserschnecken und Erde. Vermutlich seien die Hügel in zwei Phasen entstanden. Die untere Schicht bestehe hauptsächlich aus den Schneckenschalen, darüber breite sich dann die zweite aus organischem Material mit Bruchstücken von Keramik, Knochenwerkzeugen und menschlichen Knochen aus. Beide Schichten waren durch eine dünne Lage aus gebranntem Ton und Erde getrennt. [tj]

Quelle: PLoS One

Mikrobiologie Wer wenig Darmbakterien besitzt, hat eher Gesundheitsprobleme.

Die Erkenntnis ist zwar nicht brandneu, doch haben zwei aktuelle Studien im Fachmagazin "Nature" noch einmal sehr deutlich gezeigt, wie wichtig die Darmflora für die Gesundheit ist. Forscher der Universität Kopenhagen untersuchten die Darmflora von knapp 300 Menschen. Jeder Vierte besaß deutlich weniger Darmbakterien als der Durchschnitt, zum Teil bis zu 40 Prozent weniger. Das bedeutete nicht nur eine geringe Artenvielfalt, sondern es zeigte sich auch, dass viele der vorhandenen Bakterien-Spezies gesundheitsschädliche Effekte haben, und im Körper zu entzündlichen Reaktionen führen. Außerdem neigten die betreffenden Personen eher zu Übergewicht als Menschen mit einer bunten Darmflora. Bei der zweiten Studie hatten französische Forscher gezielt Menschen mit Gewichtsproblemen untersucht. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass eine Ernährungsumstellung auf weniger fette, dafür aber ballaststoffreiche Kost bereits nach sechs Wochen die Darmflora beeinflusst: Die Bakterienbesiedlung nahm zu und wurde artenreicher. [tj]

Quelle: DOIs: 10.1038/nature12506, 10.1038/nature12480

Klimaforschung Trotz des rasanten Anstiegs der Treibhausgase in der Atmosphäre scheint die Klimaerwärmung gegenwärtig eine Pause einzulegen.

Seit rund 15 Jahren ist die Temperatur der bodennahen Luft im weltweiten Mittel nicht mehr gestiegen – zumindest nicht nennenswert. Diese Entwicklung hat kein Klima-Rechenmodell vorhergesehen. Nun formulieren US-amerikanische Klimaforscher eine Erklärung: Der Pazifik kühlt die Welt. Natürliche Temperaturschwankungen im tropischen Pazifik – und das heißt konkret: eine derzeitige Abkühlung des Pazifiks – führen dazu, dass die globale Erwärmung abgebremst wird. Das berichten die Forscher im Fachjournal "Nature". Dort stellen sie auch ein angepasstes Klima-Rechenmodell vor, das die beobachtete Temperaturentwicklung sehr genau wiedergibt. Allerdings erklärt ihre Studie nicht, weshalb sich der Pazifik abkühlt: ob dies möglicherweise durch andere Klimaeinflüsse verursacht wird. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature12534

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