Montag, 26.07.2021
 
Seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop
09.09.2013

Neurowissenschaft Forscher schauen Fadenwurm beim Denken zu

Wiener Neurowissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sich in Echtzeit analysieren lässt, welche der 302 Nervenzellen des Fadenwurms gerade miteinander agieren. Kernstück ist eine neue Mikroskopietechnik. Das im Fachblatt "Nature Methods" vorgestellte "Light Sculpting" kann mit Hilfe von Licht einer bestimmten Wellenlänge die Aktivität sehr vieler Neuronen schnell und gleichzeitig erfassen. Die Forscher haben zudem stetig die Aktivität der Neuronen mit Hilfe von Kalziumsensoren gemessen. Sie benutzten dazu ein fluoreszierendes Protein im Zellkern der Neuronen, das aufleuchtet, sobald es an Kalzium bindet. Die Intensität der Fluoreszenz lässt sich messen. Die Wissenschaftler wollen jetzt das Aktivitätsmuster bestimmter Neuronengruppen genauer auswerten. Sie erhoffen sich neue Erkenntnisse darüber, wie Organismen Sinnesreize verarbeiten, Entscheidungen treffen und dann reagieren. [mawi]

Quelle: Nature Methods

Medizin Herzstillstände treten oft in den frühen Morgenstunden auf

Die innere Uhr ist schuld daran, dass Herzstillstände besonders häufig in den frühen Morgenstunden auftreten, berichteten Forscher der Case Western University Cleveland auf einer Fachtagung in Indianapolis. Sie entdeckten, dass bei Patienten, die früh am Morgen zwischen sechs und zehn Uhr einen Herzstillstand erlitten hatten, die Menge eines bestimmten Proteins im Blut besonders niedrig war. Das Protein mit Namen KLF15 ist an der Regulation des Herzschlags beteiligt. Der Protein-Spiegel im Blut schwankt je nach Tageszeit. Die Forscher wollen jetzt herausfinden, ob sich bei Patienten mit einem besonders hohen Risiko für einen Herzstillstand der KLF-15 Spiegel medikamentös erhöhen lässt. [mawi]

Medizin Menschen in Europa atmen tiefer durch als in Asien

Kanadische Mediziner haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Was die Lungenfunktion betrifft, gibt es weltweit gewaltige Unterschiede. Die Forscher hatten die Lungenfunktion von 154.000 gesunden Nichtrauchern im Alter von 35 bis 70 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Die besten Lungenfunktions-Werte hatten Menschen in Nord-Amerika und Europa. Mittlere Werte fanden sie in Süd-Amerika, China, im südlichen Afrika und in Malaysia. Die schlechtesten Werte zeigten Menschen im südlichen Asien. Deren Lungenfunktion sei im Schnitt um 30 Prozent schlechter als die in Europa, berichten die Forscher im Fachblatt "Lancet Respiratory Medicine". Die soziale Lage, die Ernährungssituation und Umweltbelastungen sind nach Ansicht der Forscher die Faktoren, die den größten Einfluss auf die Lungenfunktion haben. Eine schlechte Lungenfunktion erhöht das Risiko, vorzeitig zu sterben. [mawi]

Raumfahrt Mondsonde der NASA hält Kurs

Die Raumsonde Ladee ist am Wochenende von einer Insel vor der Ostküste Virginias aus erfolgreich in Richtung Mond gestartet. Kurz nach dem Start trennte sie sich von der Träger-Rakete und ist nun etwa vier Wochen unterwegs zum Mond. Die Sonde soll einen Monat lang Daten über die sehr dünne Atmosphäre sammeln und unter anderem nach Wassermolekülen suchen. Danach wird sie auf dem Mond zerschellen. [mawi]

Zoologie Nicht Bock, nicht Rehkuh: Forscher untersuchen ein Intersex-Reh

Das Reh, das auf einer Jagd im Hochsauerland entdeckt wurde, trug ein Geweih auf dem Kopf, hatte am Hinterteil jedoch eine Schürze – ein typisch weibliches Haarbüschel. Unter dem Haarbüschel fand sich ein verkürzter Penis, im Bauchraum lagen Hoden. Humangenetiker der Ruhr-Universität Bochum haben das Erbgut des Intersex-Rehs untersucht. In den Zellen des Tiers fanden sie einen weiblichen Chromosomensatz. Alle geschlechtsbestimmenden Gene waren in der normalen Menge vorhanden – mit einer Ausnahme. Die Genanalyse habe ergeben, dass das Reh ein dreifaches SOX9-Gen in den Zellen trage. SOX9 unterdrückt die Ausbildung der Eierstöcke. Individuen mit sowohl männlichen als auch weiblichen Merkmalen sind bei verschiedenen Säugetierarten beschrieben, treten aber nur selten in freier Wildbahn auf. Bei Rehen sei das Intersex-Phänomen bislang weder im Gehege noch in der Natur beobachtet worden, berichten die Forscher im Fachblatt "PLoS ONE".[mawi]

Quelle: PLOS ONE - doi:10.1371/journal.pone.0073734

06.09.2013

Geophysik Das Tamu-Massiv, das im Nordwest-Pazifik östlich von Japan unter der Meeresoberfläche liegt, ist offenbar ein gigantischer Einzelvulkan.

Es handele sich um einen der größten bekannten Vulkane unseres Sonnensystems, schreiben Forscher aus Texas im Fachmagazin "Nature Geoscience". Die Erhebung sei 650 Kilometer lang und 450 Kilometer breit. Das entspreche ungefähr den Dimensionen des Olympus mons auf dem Mars. Die Forscher hatten Gesteinsproben untersucht und das Gebiet seismologisch vermessen. Danach kamen sie zu dem Schluss, dass das Massiv nicht aus einer Kette von Vulkanen besteht, sondern aus einer einzelnen Eruptionsstelle. [reu]

Quelle: DOI: 10.1038/ngeo1934

Physiologie Mit den Bakterien kam das Bauchfett.

Körperliche Eigenschaften, wie etwa Fettleibigkeit, lassen sich per Darmbakterien auf Mäuse übertragen. Das hat ein internationales Forscherteam demonstriert und im Fachblatt "Science" beschrieben. Die Wissenschaftler hatten menschliche Keime auf Mäuse übertragen, die über keine eigene Darmflora verfügten. Stammten die Bakterien von übergewichtigen Menschen, dann setzten auch die Nager schon bald Fett an. Eine Bakterienspende von einem schlanken Menschen hingegen ließ auch die Mäuse dünn bleiben. Wurden beide Mausgruppen gemeinsam in einem Käfig gehalten, dann nahmen auch die fettleibigen Tiere nach einer gewissen Zeit wieder ab – offenbar weil sie Kot von ihren schlanken Artgenossen gefressen hatten. Dieser Effekt zeigte sich jedoch nur, wenn die Tiere eine Kost erhielten, die reich an Ballaststoffen war. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1241214

Biologie Korallen bleichen auch in Dunkelheit aus.

Das Ausbleichen von Korallen kann allein durch Hitze verursacht werden. Intensives Sonnenlicht ist nicht unbedingt dafür notwendig. Das schreiben Forscher aus Kalifornien im Fachblatt "Current Biology". Von der Bleiche sind nicht die Korallen selbst betroffen, sondern die Algen, die sie mit Nährstoffen versorgen. Bisher war man davon ausgegangen, dass reaktiver Sauerstoff, der bei der Photosynthese entsteht, die Algen schädigt. Die Forscher konnten aber zeigen, dass die Algen auch dann leiden, wenn keine Photosynthese abläuft – solange die Wassertemperatur hoch genug ist. Es müsse daher einen anderen Mechanismus geben, der zum Ausbleichen der Korallen führt. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.07.041

Genetik Nicht nur das Gehirn macht die Zappel-Maus.

Eine Fehlfunktion des Innenohrs kann dazu führen, dass sich Mäuse hyperaktiv verhalten. Das berichten Forscher aus New York und Jena im Fachmagazin "Science". Sie hatten bei den Nagern ein bestimmtes Gen ausgeschaltet, das für den Transport von Mineralstoffen verantwortlich ist. Mäuse mit solch einem Genschaden sind nahezu taub. Es zeigte sich, dass diese Tiere anschließend außergewöhnlich aktiv waren. Sie bewegten sich unaufhörlich und jagten ihrem eigenen Schwanz hinterher. Das Verhalten trat aber nur auf, wenn die Forscher die Erbanlage im Ohr ausgeschaltet hatten, nicht im Gehirn. Der Defekt hatte trotzdem Auswirkungen auf den Denkapparat: bestimmte Proteine wurden dort verstärkt gebildet, die vermutlich für die Verhaltensänderung verantwortlich sind. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1240405

Astronomie Der Weltraum-Wind hat seine Richtung geändert.

Der Strom von Helium-Atomen, der aus dem Weltall in unser Sonnensystem eindringt, hat im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte seine Richtung um vier bis sieben Grad gedreht. Das berichten Forscher aus den USA und Polen im Fachmagazin "Science". Sie stützen sich dabei auf Messungen von elf verschiedenen Raumsonden. Sie vermuten, dass es sich dabei um Turbulenzen handelt, die in der interstellaren Materie auftreten. Die Richtungsänderung des Teilchenstroms könnte sich auswirken auf die Form der Heliosphäre, also auf den Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind aktiv ist. Die Heliosphäre schützt unser Sonnensystem vor Strahlung aus dem Weltall. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239925

Biologie Wanderrouten könnten die Hai-Angriffe vor Hawaii erklären.

Die Wanderbewegungen von Tigerhaien, die rund um die hawaiianischen Inseln leben, unterscheiden sich nach ihrem Geschlecht. Männliche Tigerhaie wandern kaum zwischen den Inseln hin und her. Aber vor allem trächtige Weibchen schwimmen im Spätsommer und im Herbst von den nordwestlichen Hawaii-Inseln zu den Hauptinseln im Südosten. Das berichten US-Forscher im Fachblatt "Ecology". Daher komme es vor allem von August bis Oktober zu einem verstärkten Kontakt zwischen den Tieren und Menschen. Die Biologen hatten sieben Jahre lang die Wanderungen von rund 100 Haien verfolgt und dann mit einem Modell ausgewertet. Im laufenden Jahr sind auf Hawaii acht Hai-Attacken gemeldet worden. Bei einer davon war im August eine deutsche Touristin ums Leben gekommen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239925

05.09.2013

Entwicklungsbiologie Kein Wirbeltier vermehrt sich schneller als ein Fisch.

Das hätten Wissenschaftler bis vor kurzem nicht unterschrieben. Denn lange galt, dass es bei den Wirbeltieren die Maus ist, die am schnellsten die Generationen wechselt. Jetzt haben tschechische Forscher jedoch Fische entdeckt, die sich schon 17 Tage nach dem Schlüpfen fortpflanzen. Mäuse brauchen im Vergleich dazu 23 Tage. Im Online-Fachmagazin "EvoDevo" beschreiben die Forscher zwei Arten von so genannten Prachtgrundkärpflingen, die in der ostafrikanischen Savanne leben. Dort besiedeln sie Tümpel und Teiche, die in der Regenzeit entstehen und in der Trockenzeit auch schnell wieder verschwinden können. Die Fische wachsen außergewöhnlich schnell – täglich mehr als 2,7 Millimeter. Vermutlich – so die Wissenschaftler - zwingen die extremen Umweltbedingungen die Tiere dazu schnell zu wachsen, schnell geschlechtsreif zu werden und sich zu vermehren. [tj]

Quelle: DOI: 10.1186/2041-9139-4-24

Medizin Ein Impfstoff gegen das Mers- Coronavirus kommt in Sicht.

Das neue Mers–Coronavirus ist vor einem Jahr erstmals aufgetreten - vor allem im arabischen Raum. Seither sind an der Infektion, bei der es zu grippeähnlichen Symptomen und schweren Lungenentzündungen kommt, mehr als 50 Menschen gestorben. Deutsche und niederländische Virenforscher haben nun einen möglichen Impfstoff entdeckt. Im Zelltest hat er sich gegen das Mers Coronavirus bewährt – ein Erreger, der mit dem Sars-Virus verwandt ist. In der Fachzeitschrift "Journal of Virology" beschreiben die Forscher ihre Experimente: Sie hatten Mäuse mit einem Virus infiziert, der Teile des Mers-Coronavirus enthielt. Die Tiere entwickelten daraufhin Antikörper. Anschließend wurden Blutproben der immunisierten Mäuse im Labor mit infizierten Zellen zusammengebracht – die Antikörper machten das Virus unschädlich. Allerdings, so betonen die Wissenschaftler, hieße das noch nicht, dass der Impfstoff auch im Tierversuch oder bei Menschen sicher und wirksam ist. [tj]

Quelle: DOI: 10.1128/JVI.01672-13

Medizintechnik Neue Implantate zur Knochenheilung baut der Körper selber ab.

Herkömmlichen Implantate wie Platten, Schrauben oder Nägel müssen nach einer gewissen Zeit wieder operativ entfernt werden. Forscher der TU Graz haben abbaubare Implantate entwickelt, die mit der Zeit vom Körper resorbiert werden. Sie bestehen aus mikrobiellem Polyester, so genannten Polyhydroxyalkanoaten, die von Bakterien produziert werden. Die Implantate führen nicht – wie dies bei alternativen Biopolymeren, zum Beispiel Polymilchsäure, der Fall ist - zu einer Übersäuerung des Körpers und einer chronischen Entzündung. Damit eignen sie sich gerade auch für Kinder, berichten die Forscher. Ein weiterer Vorteil: Da die Implantate biokompatibler seien als Stahl- und Titanwerkstoffe, fördern sie den Heilungsprozess des Knochens. [tj]

Quelle: xPressemitteilung TU Graz

Biologie Die Venusfliegenfalle besorgt sich Stickstoff mit einem Spalttrick.

Normalerweise beziehen Pflanzen ihren Hauptnährstoff – das ist Stickstoff - aus dem Erdboden: in Form von Nitrat und Ammonium. Die Venusfliegenfalle macht es anders: Sie nutzt Insekten, die sich auf ihre Blätter setzen und damit in der blitzschnell zuschnappenden Falle landen. Wie die Pflanze dann zu Stickstoff kommt – das berichten Würzburger Forscher im Fachmagazin "Current Biology". Sie hatten genau analysiert, was beim Verdauungsprozess geschieht: Das Fleisch der Beutetiere wird in seine Eiweißbestandteile, die Aminosäuren zerlegt. Dabei gibt es im Magensaft der Pflanze ein Enzym, das Glutamin spaltet und zwar in Glutamat und Ammonium, das von den Drüsen der Venusfliegenfalle aufgenommen wird. Dass Pflanzen in der Lage sind sich aus tierischem Eiweiß Stickstoff zu erschließen in Form von Ammonium, war bislang nicht bekannt. [tj]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.07.028

04.09.2013

Astronomie Astronomen untersuchen planetarische Nebel.

Weltraumforscher der Europäischen Südsternwarte haben mithilfe des New Technology Telescope der ESO und dem Hubble Teleskop mehr als einhundert Planetarische Nebel in der zentralen Ausbuchtung der Milchstraße untersucht, dem so genannten Bulge. Dabei sahen die Astronomen, dass viele dieser schmetterlingsförmigen Nebel auf gleiche Art und Weise ausgerichtet sind, obwohl sie unterschiedliche Geschichten und Eigenschaften besitzen. Die Forscher vermuten, dass der Bulge durch seine Magnetfelder einen starken Einfluss auf die Milchstraße hat. Demnach könnten die starken Magnetfelder, die während der Bildung des Bulge präsent waren, die ähnliche Ausrichtung der Planetarischen Nebel verursacht haben. [mst]

Quelle: www.eso.org

Biologie Daten aus Genetikstudien sind nur bedingt zugänglich.

Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler der Universität von Florida im Fachblatt PLOS Biology vorstellen. Sie hatten die Daten verschiedener Erbgutdatenbanken unter die Lupe genommen, in denen die Ergebnisse genomweiter Studien von Tieren, Pflanzen und Pilzen zugänglich sind. Dabei sahen sie, dass viele Daten von den Fachautoren nicht freigeschaltet worden waren, oft aus Unwissenheit der einzelnen Forscher. Diese hätten die Daten dort gesichert ablegt, sie aber nach Veröffentlichung ihrer begutachteten Studie oftmals nicht freigeschaltet. Daher plädieren die Wissenschaftler für einheitliche Regeln der Datenbanken, damit die frei zugänglichen Daten tatsächlich öffentlich und weltweit nutzbar sind. [mst]

Quelle: PLOS Biology (10.1371/journal.pbio.1001636)

Medizin Richard III. litt an Spulwürmern.

Das berichten Mediziner der University of Cambridge im Fachblatt The Lancet. Das Skelett des 1485 in einer Schlacht verstorbenen englischen Königs wurde erst 2012 unter einem Parkplatz in der Stadt Leicester entdeckt. In Proben aus den Hüftknochen entdeckten die Forscher nun Eier von parasitischen Spulwürmern. Da die Molekularbiologen in der umgebenden Erde keine Spuren solcher Wurmeier fanden, gehen sie davon aus, dass die Darmparasiten mit dem Leichnam ins Grab gelangten und im Zuge der Verwesung vom Darm auf den Hüftknochen gelangten. Spulwürmer werden meist über verunreinigte Nahrung aufgenommen, wo sich die Eier und Larven im Darm ihres Wirtes weiter entwickeln. Später bohren sie sich durch die Darmwand und gelangen von dort aus über das Blut in die Leber und die Lunge. Die Parasiten können Koliken und im Extremfall sogar einen Darmverschluss verursachen. [mst]

Quelle: The Lancet

Geophysik In Japan bebte erneut die Erde.

Ein Erdbeben der Stärke 6,9 hat am Mittwochmorgen den Großraum Tokio erschüttert. Das Epizentrum befand sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte rund 600 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt unter dem Pazifik. Der japanische Wetterdienst teilte mit, dass keine Tsunami-Gefahr bestehe. Das 2011 bei einem schweren Erdbeben und anschließenden Tsunami havarierte Atomkraftwerk Fukushima wurde laut der Betreiberfirma Tepco bei dem jetzigen Beben nicht weiter beschädigt. [mst]

Quelle: Agenturen

Biologie Affen verfügen über komplexe Warnsysteme.

Die in den brasilianischen Regenwäldern beheimateten Schwarzstirn-Springaffen warnen ihre Artgenossen durch spezifische Rufe, bei denen sie angegeben, ob Gefahr von oben durch einen Greifvogel droht oder von einem Räuber am Boden. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin Biology Letters. Bei ihren Beobachtungen sahen die Wissenschaftler, dass die Tiere die Rufe auch kombinieren können, etwa wenn ein Raubvogel auf einem Ast in niedriger Höhe lauert. [mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2013.0535)

Paläontologie Paläontologen entdecken ein 350 Millionen Jahre altes Skorpion-Fossil.

Der Fund in Südafrika sei in mehrfacher Hinsicht bedeutsam, teilte die Universität von Witwatersrand in Johannesburg mit. Die im Fachmagazin African Invertebrate beschriebene Art Gondwanascorpio emzantsiensis ist zum einen der älteste Nachweis von Leben, der jemals auf dem Festland der südlichen Hemisphäre entdeckt wurde. Das Fossil, bei dem deutlich Schere und Stachel zu erkennen sind, sei zum anderen auch der erste Beleg dafür, dass auf dem Urkontinent Gondwana bereits vor mehr als 350 Millionen Jahren wirbellose Tiere gelebt haben. [mst]

Quelle: www.wits.ac.za

Medizin Bluthochdruck wird nur selten erkannt.

Bluthochdruck gilt als Hauptrisikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen, jedoch wissen viele Menschen überhaupt nicht, dass sie an Bluthochdruck leiden. Das ist das Ergebnis einer Metastudie, die ein internationales Medizinerteam im US-amerikanischen Fachmagazin JAMA vorstellt. Die Forscher hatten die Daten von mehr als 140.000 Personen aus 17 Staaten im Alter zwischen 35 und 70 Jahren ausgewertet. Demnach litten knapp 41 Prozent der Studienteilnehmer an Bluthochdruck, jedoch wusste nur knapp die Hälfte der Probanden davon. Die Studie zeigte zudem, dass Männer häufiger erkranken als Frauen. Diese wussten auch von ihrer Erkrankung häufiger als Männer und ließen sich in zudem erfolgreicher behandeln. [mst]

Quelle: JAMA

03.09.2013

Neurowissenschaft Hirn filtert Töne beim Hören in Oktaven

Konzentriert es sich auf einen schwachen Ton, filtert es störende Geräusche heraus. Dadurch kann der Mensch den schwachen Ton besser wahrnehmen. Diesen Mechanismus kannten Biologen bereits. Er kann jedoch deutlich mehr, berichten Wissenschaftler aus den Niederlanden und Belgien nun in "PNAS": Konzentriert sich das Hirn auf einen Ton, verstärkt es zusätzlich höhere Töne im Intervall von einer Oktave. Das ergaben Hörtests, bei denen die Probanden aufeinanderfolgende Töne in unterschiedlichen Intervallen erkennen sollten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Menschen damit Sprache besser erkennen können. Die Forscher sehen eine mögliche Anwendung bei der Entwicklung von Hörgeräten. [gä]

Quelle: pnas/spektrum

Zoologie Auch in Europa sterben Amphibien durch Pilzerkrankung

Seit einigen Jahren sterben in den Tropen ganze Amphibienarten durch den Befall eines aggressiven Pilzes aus. Der Pilz gehört zur Gattung Batra-chochytrium, er befällt die Haut der Tiere. Seit 2010 tritt eine Art dieser Gattung offenbar auch in Europa auf und infiziert die Salamander im Nordwesten. Das berichten Forscher aus den Niederlanden in "PNAS". Die Wissenschaftler haben den Pilz auf der Haut toter Tiere nachgewiesen. Bei Versuchen beobachteten sie, dass infizierte Salamander in kurzer Zeit verendeten. Der neu entdeckte Pilz gedeiht besonders gut bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius, oberhalb von 25 Grad stirbt er ab. Allein in Holland verendeten in den vergangenen Jahren fast 96 Prozent der Feuersalamander. Ob der Pilz auch andere Amphibienarten befallen kann, ist unbekannt – ebenso, ob es noch weitere Pilzarten dieser Gattung in Europa gibt. [gä]

Biologie/Geologie Meteoriteneinschlag besiegelte das Ende der Mammuts

Vor rund 12.900 Jahren rammte ein Asteroid die Erde in der Region von Quebec. Staub wurde emporgewirbelt, Wälder brannten ab, Rauch und Ruß verschleierten die Sonne. Die Temperaturen auf der Erde sanken als Folge rasch ab, der Planet wurde zudem trockener, die jüngere Dryas-Zeit begann. Große Tiere wie das Mammut oder das Woll-Nashorn fanden nicht mehr genug zu fressen und starben aus; der Mensch fing an, in Dörfern zusammenzuleben und mit Ackerbau zu experimentieren. Von diesem Szenario zeigt sich ein US-Forscherteam in PNAS überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf Felseinschlüsse im Boden von Pennsylvania: Sie waren mindestens 2000 Grad heiß und flogen durch die Luft, wo sie miteinander verschmolzen. Ihre Zusammensetzung deutet darauf hin, dass sie aus der Region von Quebec in die Luft geschleudert wurden, wahrscheinlich durch einen Meteoriten. Die Theorie, wonach ein Meteoriteneinschlag die Eiszeit verschärfte, entwickelten Forscher 2007. Seitdem gewinnt sie an Anhängern. Bis jetzt fehlt jedoch der beste Nachweis: Der Einschlagkrater. [gä]

Quelle: pnas/nature

Biologie In Säugetieren können gut 320.000 Viren existieren

Das notieren Forscher der University of Columbia im Fachblatt MBIO. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Untersuchung von rund 1900 Fledermäusen. In den Proben entdeckten sie 60 Virustypen, von denen die meisten bislang unbekannt waren. Eine Hochrechnung auf alle Säugetiere ergab dann, dass es mindestens 320.000 verschiedene Viren geben könnte. Mehr als zwei Drittel aller Viren, an denen Menschen erkranken, stammen aus dem Tierreich. Diese zu entdecken, und vor allem diejenigen zu beschreiben, die auf den Menschen überspringen könnten, wäre nach Ansicht der Wissenschaftler eine große Hilfe, um Pandemien vorzubeugen. Die Kosten dafür bezifferten die Forscher mit sechs Milliarden Dollar – eine Summe, die ihrer Meinung nach nur den Bruchteil dessen ausmacht, was eine Pandemie verursachen würde. [gä]

Wirtschaft Die Welt ist immer noch weit entfernt davon, nachhaltig zu wirtschaften

Davon zeigt sich ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PNAS" überzeugt. Die Wissenschaftler kritisieren vor allem Berechnungen, die zeigen sollen, dass sich in westlichen Nationen das Wirtschaftswachstum vom Rohstoffverbrauch getrennt habe. Dabei werde unterschlagen, dass diese Nationen inzwischen viele Güter einführen und nicht mehr selbst produzieren. Berücksichtigt man, dass für diese Güter neue Maschinen und Rohstoffe notwendig sind, zeigt sich, dass eine solche Trennung von Wirtschaftswachstum und Rohstoffverbrauch viel kleiner ausfällt als in offiziellen Statistiken angegeben, und oft sogar gar nicht existiert. [gä]

MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk