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12.09.2013

Umwelt "Heilige" Quellen in Österreich sind verunreinigt.

Und zwar sehr stark. Zu diesem Ergebnis kommen Mikrobiologen der Medizinischen Universität Wien nachdem sie in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland Wasser aus so genannten heiligen Quellen untersucht hatten. Das Wasser dieser Quellen habe keine Trinkwasser-Qualitität. Vielmehr sei es fäkal mit E-coli-Bakterien, Enterokokken oder auch Campylobacter verunreinigt. Hinzu kämen Nitrate vor allem aus der Landwirtschaft. Die Untersuchung heiliger Quellen ist weltweit die erste ihrer Art. [tj]

Quelle: Pressemitteilung Medizinische Universität Wien

Klima Heiße Tage in Norddeutschland sind extrem heiß geworden.

Im Vergleich zu vielen anderen Regionen sind in Norddeutschland die Temperaturen der heißen Tage in den vergangenen 60 Jahren deutlich angestiegen. Vergleichbares stellten Forscher der britischen Universität Warwick für ein geografisches Band von Südengland über Nordfrankreich bis nach Dänemark fest. Die Temperaturen stiegen in diesem Bereich vielerorts um mehr als zwei Grad Celsius. Auch die Zahl der durchschnittlichen Sommertage habe zugenommen. [tj]

Quelle: 10.1088/1748-9326/8/3/034031

Onkologie Krebszellen sollen sich selbst verdauen.

Normalerweise bauen Zellen geschädigte Moleküle oder ganze Zellbereiche ab, indem sie diese selbst verdauen. Wenn sie dies nicht mehr tun, dann entsteht Krebs. Forscher der Universität Bern haben sich den Mechanismus der Selbstverdauung - auch Autophagie genannt - beim bösartigen Hautkrebs näher angeschaut. Dabei stellten sie fest, dass bei den Krebspatienten ein Protein nicht in ausreichender Menge vorhanden ist: Das Protein ATG5 , das den Selbstverdauungsprozess reguliert. Das berichten sie im Fachblatt "Science Translational Medicine". In einem Laborexperiment gelang es den Wissenschaftlern sogar therapeutisch einzugreifen. Sie konnten den Selbstverdauungsprozess reaktivieren und so verhindern, dass ein Tumor entsteht. [tj]

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3005861

Paläontologie Das Gebiss kann zum Überlebensvorteil werden.

Bestes Beispiel ist das Urpferd Hippotherium. Es kam vor elf Millionen Jahren über die damals trockengefallene Beringstraße von Nordamerika nach Asien und Europa. Wie Forscher aus Hamburg und Bonn jetzt nachweisen konnten besaß das Hippotherium ein Allzweckgebiss. Es konnte sowohl Gras als auch Laub und Früchte fressen. So war es bei der Nahrungssuche flexibler als seine älteren Verwandten. Dies sei auch die lange gesuchte Erklärung dafür, dass in Europa das Urpferd Anthitherium völlig ausstarb, heißt es im Onlinemagazin "PLoS One". [tj]

Quelle: PLoS One

Verhaltensforschung Orang-Utans planen ihre Reisen schon im voraus.

Orang-Utans lassen sich nicht blind von ihren Instinkten und Bedürfnissen leiten. Sie sind vielmehr dem Menschen und dessen planerischen Fähigkeiten ähnlich. Das konnten Schweizer Forscher zeigen. Sie analysierten die Rufe von in der Wildnis lebenden Orang-Utans: Die Männchen kündigten ihre Wanderroute für den nächsten Tag teils schon vor dem Schlafengehen durch einen lauten Schrei in die Reiserichtung an. Die Weibchen machen sich morgens dann ungefähr in dieselbe Richtung auf. Im Fachmagazin "PLoS One" vermuten die Forscher, dass diese Planungsfähigkeit nicht auf Orang-Utans beschränkt sei, sondern bei vielen Affen und womöglich auch anderen Tieren mit großem Gehirn existiert. [tj]

Quelle: PLoS One

Paläontologie Jurassic-Park bleibt eine schöne Filmphantasie.

Eine britische Studie hat untersucht, ob es - wie im Film "Jurassic Park" -möglich ist, im Blut von Insekten, die seit Jahrmillionen in Bernstein eingeschlossen sind, noch brauchbare DNA zu finden. Die Antwort der Forscher von der Universität Manchester lautet: Nein. Sie hatten zwei Bienenfossilien untersucht- eine war vor gut 10 000 Jahren und die andere erst vor 60 Jahren in Kopalharz eingeschlossen worden – Kopalharz ist ein Vorläufer von Bernstein. Obwohl die Exemplare vergleichsweise jung sind, konnte keine erhaltene Erbsubstanz gefunden werden, berichtet die Zeitschrift "PLoS One". Das mache es äußerst unwahrscheinlich bei älteren Bernsteinfossilien fündig zu werden. [tj]

Quelle: PLoS One

Astronomie Von oben sehe das Zentrum unserer Galaxie zwar aus wie ein langgezogener Balken, aber von der Seite wie eine Erdnuss eingehüllt in ihre Schale.

So beschreiben es Forscher der Europäischen Südsternwarte Eso. Sie haben eine neue 3D-Karte vom Zentrum unserer Galaxie erstellt und zwar mit Hilfe von Infrarotteleskopen. Das rund 27.000 Lichtjahre entfernte Zentrum unserer Galaxie ist schwer zu beobachten, weil von der Erde aus gesehen große Gas- und Staubwolken die Sicht versperren – mit Infrarot läßt sich durch die Wolken hindurchblicken. [tj]

Quelle: DOI: 10.1093/mnras/stt1376

11.09.2013

Biologie Auch bei Pflanzen gibt es Hochspringer.

Die Sporen von Schachtelhalmen katapultieren sich aus eigener Kraft bis zu einem Zentimeter hoch in die Luft. Den Impuls dafür liefern bandartig gewundene Strukturen an der Außenhülle, die sich plötzlich entfalten und so wie Sprungfedern wirken können. Als Antrieb für diese sprunghafte Bewegung wirkt Forschern der Universität Grenoble zufolge die Veränderung der Luftfeuchtigkeit, wie sie im Fachblatt Proceedings of the Royal Society B berichten. Sinkt der Wassergehalt der Luft unter 75 Prozent, trocknen die Bänder aus und entfalten sich ruckartig. Wird es wieder feuchter, wickeln sich die Bänder auf. Die hohen Sprünge dienen der effektiven Verbreitung der Sporen. Diese können beim Sprung vom Wind erfasst und davongetragen werden. [mas, mst]

Quelle: Proc R Soc B (doi:10.1098/rspb.2013.1465)

Medizin In Deutschland gibt es wieder mehr Maserninfektionen.

In diesem Jahr hat es bereits fast zehn Mal so viele gemeldete Masernfälle gegeben wie im gesamten Jahr zuvor. Bis zum 1. September waren es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 1.542 Fälle. 2012 wurden insgesamt nur 165 Masernerkrankungen gemeldet. Die Zahlen unterliegen regelmäßigen Schwankungen. 2010 etwa waren es offiziellen Angaben zufolge 780 Maserninfektionen, 2001 hingegen mehr als 6000. [mst]

Quelle: Agenturen

Ozeanologie Preise sollen die Wissenschaft voranbringen.

Um die zunehmende Ozeanversauerung messen, analysieren und verstehen zu können, hat die X Prize Foundation zwei neue Wissenschaftspreise ausgelobt. Demnach sollen Forscher je eine Million US-Dollar erhalten, die besonders günstige beziehungsweise besonders genaue pH-Messgeräte für den Meereseinsatz entwickeln. Der Wettbewerb um den Wendy Schmidt Ocean Health Prize läuft über 22 Monate. Die X Prize Foundation wurde 1995 als Non-Profit-Organisation gegründet. Bekannt wurde die Stiftung 2004, als sie zehn Millionen US-Dollar für den ersten privaten suborbitalen Raumflug auszahlte, nachdem das SpaceShipOne eine Höhe von 100 Kilometern erreicht hatte. [mst]

Quelle: http://oceanhealth.xprize.org

Paläontologie Mosasaurier waren schnelle Schwimmer.

Bislang gingen Paläontologen davon aus, dass die bis zu 17 Meter langen Meeressaurier vor 90 bis 70 Millionen Jahren nur sehr langsam schwimmen konnten. Nun präsentieren schwedische Forscher der Universität Lund im Fachblatt Nature Communications den Fund einer gut erhaltenen Schwanzflosse, bei der noch Weichteile erhalten sind. Dies ermöglichte den Paläontologen erstmals eine Rekonstruktion des Heckantriebs. Demnach sei die Wirbelsäule der Mosasaurier in eine gegabelte Schwanzflosse übergegangen. Diese sei so geformt, dass die Tiere sich wellenförmig und schnell fortbewegen konnten - ähnlich der Schwimmbewegung heutiger Haie. [mst]

Quelle: Nature Communication (10.1038.ncomms3423)

Neurologie Erinnerungen können gezielt gelöscht werden.

Das berichten Forscher vom Scripps Research Institute in Florida. In einer Studie mit Mäusen gelang es ihnen, deren Erinnerung an die angenehme Wirkung von Methamphetamin aufzuheben. Alle anderen Erinnerungen blieben dabei intakt. Die Tiere waren mit einem Wirkstoff behandelt worden, der die Informationsspeicherung beeinflusst. Dabei verändern Nervenzellen ihre Form und gehen neue Verbindungen mit anderen Nervenzellen ein. Blockierten die Wissenschaftler diesen Prozess mit Hilfe des verabreichten Wirkstoffs, war auch die Erinnerung verschwunden. Die Ergebnisse könnten in Zukunft bei der Therapie von Drogenabhängigkeit oder Posttraumatischen Belastungsstörungen genutzt werden, um unerwünschte Erinnerungen aufzuheben, hoffen die Studienautoren. [mas, mst]

Quelle: Scripps Research Institute, PM

Neurologie Schärfe lässt die Lippen vibrieren.

Der Szechuanpfeffer wird in vielen asiatischen Küchen als scharfes Gewürz geschätzt. Bislang war unklar, ob und wie das für dieses Mittel charakteristische Prickeln auf Lippen und Zunge funktioniert. Forscher vom University College London haben diesen Vorgang genauer untersucht. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, kommt es beim Kontakt von Pfeffer und Lippe zu Nervenreizen, die der Wirkung einer physikalischen Vibration entsprechen. Demnach prickelt der Pfeffer durchschnittlich mit einer Frequenz von 50 Hertz. Für diese taktile Wahrnehmung sind bestimmte Mechanorezeptoren verantwortlich, die so genannten Meißner-Körperchen. Den Forschern zufolge erzeugt der Pfeffer aber lediglich das Gefühl einer Vibration auf den Lippen, obwohl er selbst nicht im mechanischen Sinne vibriert, denn es handelt sich um eine sensorische und nicht um eine taktile Wahrnehmung. [mst]

Quelle: Pro R Soc B (doi:10.1098/rspb.2013.1680)

Astronomie Ein toter Himmelskörper entpuppt sich als Komet.

Der 1983 entdeckte Himmelskörper Don Quixote wurde bislang als steinähnlicher Asteroid eingestuft. Die US- Raumfahrtbehörde NASA revidiert diese Einschätzung nun nach neuen Beobachtungen mithilfe des Weltraumteleskops SPITZER. Demnach handelt es sich um einen aktiven Kometen mit Kohlendioxid und Wassereis. Die Aufnahmen des Infrarot-Teleskops zeigen einen schwachen Kometenschweif und eine Staub- und Gashülle um den Kern des Himmelskörpers. Don Quixote wird mit seinen 19 Kilometern Durchmessern bislang als drittgrößter erdnaher Asteroid geführt. Die Entscheidung über eine Neuklassifizierung fällt demnächst die Internationale Astronomische Union (IAU). [mst]

Quelle: NASA.gov

10.09.2013

Energie Energiewende ohne gut ausgebautes Stromnetz nicht möglich

Zu diesem Schluss kommt das Bundesumweltamt in Dessau. Die Experten hatten durchrechnen lassen, ob es möglich ist, in Deutschland ganze Kommunen autark mit Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen. Das Ergebnis zeigt, dass einzelnen Dörfern das tatsächlich gelingen kann – aber nur unter besonders günstigen Bedingungen und unter Einsatz von Stromspeichern, die je nach Lage sehr groß und teuer ausfallen können. Städte und Industriebetriebe ließen sich lokal jedoch nicht mit Strom versorgen. Für deren Energiebedarf und um so wenig teure Speicher wie möglich bauen zu müssen, sei ein gut ausgebautes Stromnetz unverzichtbar. [gä]

Zoologie Mancher Buckelwal verbringt auch den Winter am Südpol

Und hält sich damit nicht an die Theorien, die Biologen über ihn entwickelt haben. Das berichten Forscher des Alfred-Wegener-Instituts. Biologen des Instituts hatten im April die Rufe eines Buckelwals auf dem 70. Breitengrad ausgemacht. Zu dieser Zeit sollten sich - der gängigen Theorie nach - alle Wale 7000 Kilometer entfernt in den warmen Gewässern Afrikas tummeln. Die so entdeckten Wale verstießen gleich auch noch gegen eine zweite Annahme: Sie tauchten viel zu weit südlich. Biologen waren sich sicher, dass Buckelwale auf der Jagd nach Krill nicht weiter als bis zum 60. Breitengrad nach Süden vorstoßen. Eine Analyse von Aufnahmen aus den vergangenen Jahren zeigte, dass Buckelwale auch schon 2008 und 2009 im östlichen Weddellmeer überwinterten. Eine stichhaltige Erklärung für dieses Verhalten haben die Meeresbiologen noch nicht. Die Wissenschaftler wollen nun anhand der Aufnahmen untersuchen, zu welcher Gruppe die Buckelwale zählen. [gä]

Quelle: Alfred-Wegener-Institut

Medizin Vogelgrippevirus H7N9 bindet sich sowohl an Zellen in der Nase als auch in der Lunge

Das ist eine Eigenschaft, die bei Vogelgrippeviren noch nicht beobachtet wurde, schreiben Forscher der Erasmus Universität, Rotterdam, im "AMERICAN JOURNAL OF PATHOLOGY". Das Virus könne damit sowohl die oberen Atemwege befallen und sich durch Niesen leicht weiter verbreiten, als auch schwere Lungenentzündungen hervorrufen. Die Forscher vermuten daher, dass das Virus H7N9 das Potenzial habe, eine Pandemie zu verursachen. Sie weisen allerdings darauf hin, dass weitere Untersuchungen über die Vorgänge in den Zellen folgen müssten, um das Gefahrenpotential besser abzuschätzen. Die Wissenschaftler stützen sich auf Laborversuche mit menschlichem Gewebe und mehreren verschiedenen Vogelgrippe-Viren. [gä]

Zoologie Söldner schützen pilzzüchtende Ameisen

Wandert die Königin einer diebischen Ameisenart bei den pilzzüchtenden Verwandten der Sericomyrex ein, fügt sie der Kolonie großen Schaden zu: die Wirte verlieren jungfräuliche Königinnen sowie einen Teil der Brut. Biologen hatten daher in der diebischen Ameisenart einen Parasiten gesehen. Zu Unrecht, schreiben jetzt Forscher der Universität Kopenhagen in "PNAS". Wird die Kolonie der Wirte von räuberischen Ameisen überfallen, werden die Parasiten zu Söldnern und verteidigen ihre Wirte viel besser, als diese selbst es könnten. Unter anderem versprühen sie eine giftige Substanz, die die Angreifer tötet – oder dazu führt, dass diese von ihren Artgenossen angegriffen werden. Ohne Schutz würde die Kolonie vollständig ausgeräubert. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob die Sericomyrex die kämpferischen Plagegeister nur dulden, wenn gefährliche Räuber in der Nachbarschaft hausen. [gä]

Geophysik Auf dem Brocken erreicht die Fallbeschleunigung Lehrbuchwerte

Mit Fallbeschleunigung bezeichnen Geophysiker die Beschleunigung, die ein Gegenstand erfährt, wenn er zu Boden stürzt – und dabei nicht von der Luft gebremst wird. Sie beträgt im Mittel 9,81 Meter pro Sekunde Quadrat, schwankt aber geringfügig: Faktoren wie der Abstand zum Erdmittelpunkt oder die Rotation können die Fallbeschleunigung beeinflussen. Nicht aber auf dem Brocken: Messungen ergaben, dass sie auf dem 1141 Meter hohen Berg im Harz genau dem Lehrbuchwert entspricht. [gä]

09.09.2013

Neurowissenschaft Forscher schauen Fadenwurm beim Denken zu

Wiener Neurowissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sich in Echtzeit analysieren lässt, welche der 302 Nervenzellen des Fadenwurms gerade miteinander agieren. Kernstück ist eine neue Mikroskopietechnik. Das im Fachblatt "Nature Methods" vorgestellte "Light Sculpting" kann mit Hilfe von Licht einer bestimmten Wellenlänge die Aktivität sehr vieler Neuronen schnell und gleichzeitig erfassen. Die Forscher haben zudem stetig die Aktivität der Neuronen mit Hilfe von Kalziumsensoren gemessen. Sie benutzten dazu ein fluoreszierendes Protein im Zellkern der Neuronen, das aufleuchtet, sobald es an Kalzium bindet. Die Intensität der Fluoreszenz lässt sich messen. Die Wissenschaftler wollen jetzt das Aktivitätsmuster bestimmter Neuronengruppen genauer auswerten. Sie erhoffen sich neue Erkenntnisse darüber, wie Organismen Sinnesreize verarbeiten, Entscheidungen treffen und dann reagieren. [mawi]

Quelle: Nature Methods

Medizin Herzstillstände treten oft in den frühen Morgenstunden auf

Die innere Uhr ist schuld daran, dass Herzstillstände besonders häufig in den frühen Morgenstunden auftreten, berichteten Forscher der Case Western University Cleveland auf einer Fachtagung in Indianapolis. Sie entdeckten, dass bei Patienten, die früh am Morgen zwischen sechs und zehn Uhr einen Herzstillstand erlitten hatten, die Menge eines bestimmten Proteins im Blut besonders niedrig war. Das Protein mit Namen KLF15 ist an der Regulation des Herzschlags beteiligt. Der Protein-Spiegel im Blut schwankt je nach Tageszeit. Die Forscher wollen jetzt herausfinden, ob sich bei Patienten mit einem besonders hohen Risiko für einen Herzstillstand der KLF-15 Spiegel medikamentös erhöhen lässt. [mawi]

Medizin Menschen in Europa atmen tiefer durch als in Asien

Kanadische Mediziner haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Was die Lungenfunktion betrifft, gibt es weltweit gewaltige Unterschiede. Die Forscher hatten die Lungenfunktion von 154.000 gesunden Nichtrauchern im Alter von 35 bis 70 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Die besten Lungenfunktions-Werte hatten Menschen in Nord-Amerika und Europa. Mittlere Werte fanden sie in Süd-Amerika, China, im südlichen Afrika und in Malaysia. Die schlechtesten Werte zeigten Menschen im südlichen Asien. Deren Lungenfunktion sei im Schnitt um 30 Prozent schlechter als die in Europa, berichten die Forscher im Fachblatt "Lancet Respiratory Medicine". Die soziale Lage, die Ernährungssituation und Umweltbelastungen sind nach Ansicht der Forscher die Faktoren, die den größten Einfluss auf die Lungenfunktion haben. Eine schlechte Lungenfunktion erhöht das Risiko, vorzeitig zu sterben. [mawi]

Raumfahrt Mondsonde der NASA hält Kurs

Die Raumsonde Ladee ist am Wochenende von einer Insel vor der Ostküste Virginias aus erfolgreich in Richtung Mond gestartet. Kurz nach dem Start trennte sie sich von der Träger-Rakete und ist nun etwa vier Wochen unterwegs zum Mond. Die Sonde soll einen Monat lang Daten über die sehr dünne Atmosphäre sammeln und unter anderem nach Wassermolekülen suchen. Danach wird sie auf dem Mond zerschellen. [mawi]

Zoologie Nicht Bock, nicht Rehkuh: Forscher untersuchen ein Intersex-Reh

Das Reh, das auf einer Jagd im Hochsauerland entdeckt wurde, trug ein Geweih auf dem Kopf, hatte am Hinterteil jedoch eine Schürze – ein typisch weibliches Haarbüschel. Unter dem Haarbüschel fand sich ein verkürzter Penis, im Bauchraum lagen Hoden. Humangenetiker der Ruhr-Universität Bochum haben das Erbgut des Intersex-Rehs untersucht. In den Zellen des Tiers fanden sie einen weiblichen Chromosomensatz. Alle geschlechtsbestimmenden Gene waren in der normalen Menge vorhanden – mit einer Ausnahme. Die Genanalyse habe ergeben, dass das Reh ein dreifaches SOX9-Gen in den Zellen trage. SOX9 unterdrückt die Ausbildung der Eierstöcke. Individuen mit sowohl männlichen als auch weiblichen Merkmalen sind bei verschiedenen Säugetierarten beschrieben, treten aber nur selten in freier Wildbahn auf. Bei Rehen sei das Intersex-Phänomen bislang weder im Gehege noch in der Natur beobachtet worden, berichten die Forscher im Fachblatt "PLoS ONE".[mawi]

Quelle: PLOS ONE - doi:10.1371/journal.pone.0073734

06.09.2013

Geophysik Das Tamu-Massiv, das im Nordwest-Pazifik östlich von Japan unter der Meeresoberfläche liegt, ist offenbar ein gigantischer Einzelvulkan.

Es handele sich um einen der größten bekannten Vulkane unseres Sonnensystems, schreiben Forscher aus Texas im Fachmagazin "Nature Geoscience". Die Erhebung sei 650 Kilometer lang und 450 Kilometer breit. Das entspreche ungefähr den Dimensionen des Olympus mons auf dem Mars. Die Forscher hatten Gesteinsproben untersucht und das Gebiet seismologisch vermessen. Danach kamen sie zu dem Schluss, dass das Massiv nicht aus einer Kette von Vulkanen besteht, sondern aus einer einzelnen Eruptionsstelle. [reu]

Quelle: DOI: 10.1038/ngeo1934

Physiologie Mit den Bakterien kam das Bauchfett.

Körperliche Eigenschaften, wie etwa Fettleibigkeit, lassen sich per Darmbakterien auf Mäuse übertragen. Das hat ein internationales Forscherteam demonstriert und im Fachblatt "Science" beschrieben. Die Wissenschaftler hatten menschliche Keime auf Mäuse übertragen, die über keine eigene Darmflora verfügten. Stammten die Bakterien von übergewichtigen Menschen, dann setzten auch die Nager schon bald Fett an. Eine Bakterienspende von einem schlanken Menschen hingegen ließ auch die Mäuse dünn bleiben. Wurden beide Mausgruppen gemeinsam in einem Käfig gehalten, dann nahmen auch die fettleibigen Tiere nach einer gewissen Zeit wieder ab – offenbar weil sie Kot von ihren schlanken Artgenossen gefressen hatten. Dieser Effekt zeigte sich jedoch nur, wenn die Tiere eine Kost erhielten, die reich an Ballaststoffen war. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1241214

Biologie Korallen bleichen auch in Dunkelheit aus.

Das Ausbleichen von Korallen kann allein durch Hitze verursacht werden. Intensives Sonnenlicht ist nicht unbedingt dafür notwendig. Das schreiben Forscher aus Kalifornien im Fachblatt "Current Biology". Von der Bleiche sind nicht die Korallen selbst betroffen, sondern die Algen, die sie mit Nährstoffen versorgen. Bisher war man davon ausgegangen, dass reaktiver Sauerstoff, der bei der Photosynthese entsteht, die Algen schädigt. Die Forscher konnten aber zeigen, dass die Algen auch dann leiden, wenn keine Photosynthese abläuft – solange die Wassertemperatur hoch genug ist. Es müsse daher einen anderen Mechanismus geben, der zum Ausbleichen der Korallen führt. [reu]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.07.041

Genetik Nicht nur das Gehirn macht die Zappel-Maus.

Eine Fehlfunktion des Innenohrs kann dazu führen, dass sich Mäuse hyperaktiv verhalten. Das berichten Forscher aus New York und Jena im Fachmagazin "Science". Sie hatten bei den Nagern ein bestimmtes Gen ausgeschaltet, das für den Transport von Mineralstoffen verantwortlich ist. Mäuse mit solch einem Genschaden sind nahezu taub. Es zeigte sich, dass diese Tiere anschließend außergewöhnlich aktiv waren. Sie bewegten sich unaufhörlich und jagten ihrem eigenen Schwanz hinterher. Das Verhalten trat aber nur auf, wenn die Forscher die Erbanlage im Ohr ausgeschaltet hatten, nicht im Gehirn. Der Defekt hatte trotzdem Auswirkungen auf den Denkapparat: bestimmte Proteine wurden dort verstärkt gebildet, die vermutlich für die Verhaltensänderung verantwortlich sind. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1240405

Astronomie Der Weltraum-Wind hat seine Richtung geändert.

Der Strom von Helium-Atomen, der aus dem Weltall in unser Sonnensystem eindringt, hat im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte seine Richtung um vier bis sieben Grad gedreht. Das berichten Forscher aus den USA und Polen im Fachmagazin "Science". Sie stützen sich dabei auf Messungen von elf verschiedenen Raumsonden. Sie vermuten, dass es sich dabei um Turbulenzen handelt, die in der interstellaren Materie auftreten. Die Richtungsänderung des Teilchenstroms könnte sich auswirken auf die Form der Heliosphäre, also auf den Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind aktiv ist. Die Heliosphäre schützt unser Sonnensystem vor Strahlung aus dem Weltall. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239925

Biologie Wanderrouten könnten die Hai-Angriffe vor Hawaii erklären.

Die Wanderbewegungen von Tigerhaien, die rund um die hawaiianischen Inseln leben, unterscheiden sich nach ihrem Geschlecht. Männliche Tigerhaie wandern kaum zwischen den Inseln hin und her. Aber vor allem trächtige Weibchen schwimmen im Spätsommer und im Herbst von den nordwestlichen Hawaii-Inseln zu den Hauptinseln im Südosten. Das berichten US-Forscher im Fachblatt "Ecology". Daher komme es vor allem von August bis Oktober zu einem verstärkten Kontakt zwischen den Tieren und Menschen. Die Biologen hatten sieben Jahre lang die Wanderungen von rund 100 Haien verfolgt und dann mit einem Modell ausgewertet. Im laufenden Jahr sind auf Hawaii acht Hai-Attacken gemeldet worden. Bei einer davon war im August eine deutsche Touristin ums Leben gekommen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239925

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