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20.09.2013

Biologie Dem Leben auf der Erde bleiben nur noch zwei Milliarden Jahre.

Dann wird sich die habitable, also lebensfreundliche Zone um die Sonne soweit verschoben haben, dass auf der Erde kein Wasser mehr in flüssiger Form existieren kann. Das berichten britische Forscher im Fachblatt "Astrobiology". Die habitable Zone rund um einen Stern verändert sich mit dessen Lebenszyklus. Die Sonne wird mit der Zeit immer heißer. Die innere Grenze der habitablen Zone unseres Sonnensystems wandert um etwa einen Meter pro Jahr nach außen. Interessant sind solche Berechnungen für die Suche nach Leben auf fernen Planeten. Nur wenn ein Exoplanet lange genug in der habitablen Zone seines Sterns kreist, besteht die Chance, dass sich dort auch komplexere Lebensformen entwickeln. [luh]

Quelle: Astrobiology

Paläontologie Ein ganzheitlicher Ansatz erklärt die präkambrische Explosion.

Vor rund 540 Millionen Jahren kam es innerhalb kurzer Zeit auf der Erde zu einer sehr schnellen Entwicklung vieler neuer Tierarten. Was der Auslöser für diese kambrische Explosion war, dafür gibt es viele Theorien. Sie unterscheiden sich darin, dass sie entweder geologische, geochemische oder biologische Faktoren in den Vordergrund stellen. Britische Forscher präsentieren in "Science" nun eine neue Erklärung, die viele der vorhandenen Theorien aufgreift und kombiniert. Nach Ansicht der Forscher war es kein einzelner Auslöser, sondern eine Kette von Ereignissen, die zur kambrischen Explosion führten. Wahrscheinlich sei erst der Meeresspiegel gestiegen, wodurch sich die Fläche des besiedelbaren Seebodens vergrößerte. Das wiederum förderte die Ausbildung neuer Arten, die ihrerseits die Umwelt weiter zum Vorteil für das Leben veränderten. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239450

Medizin Das Mers-Virus wurde offenbar mehrfach auf den Menschen übertragen.

Seit den ersten bekannten Infektionsfällen in Saudi-Arabien vor rund einem Jahr sind bereits 58 Menschen an der Lungenkrankheit Mers gestorben. Woher das Virus ursprünglich kommt, ist aber weiterhin unklar. Eine neue Studie im Fachmagazin "The Lancet" zeigt, dass das Virus offenbar mehrfach von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist. Forscher aus Großbritannien und Saudi-Arabien analysierten das Viren-Erbgut aus 21 Patientenproben und ermittelten genetische Unterschiede im Virus-Genom. Kombiniert mit Angaben über die geographische Herkunft der Patienten und dem Zeitraum, in dem sie sich infiziert hatten, zeigte sich, dass kein eindeutiger Infektionsherd besteht. Möglicherweise gebe es bislang unbekannte Fälle, in denen Menschen zwar infiziert wurden, aber symptomfrei blieben. Auch sie könnten das Virus übertragen haben, so die Forscher. [luh]

Quelle: DOI: 10.1016/S0140-6736(13)61887-5

Planetologie Der Forschungsroboter "Curiosity" nährt Zweifel am Leben auf dem Mars.

Der Rover hat auf dem Roten Planeten deutlich geringere Methankonzentrationen gefunden als zuvor erwartet. Das berichten Nasa-Forscher im Magazin "Science". Die Auswertung der Daten lasse nur auf kleinste Spuren des Gases schließen. Es sei daher unwahrscheinlich, dass auf dem Mars mikrobielles Leben existiert, das Methan produziert. Vor einigen Jahren hatten andere Forscher mithilfe von Teleskopen und der europäischen Sonde "Mars Express" angeblich ganze Wolken von Methan in der Marsatmosphäre entdeckt. "Curiosity" konnte dafür aber keine Beweise liefern. Nun stellt sich die Frage, ob die ursprünglichen Beobachtungen falsch waren, oder ob es auf dem Mars möglicherweise Mechanismen gibt, die zu einem besonders schnellen Abbau von Methan führen. Auf der Erde gilt Methan als ein vergleichsweise stabiles Molekül. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1242902

Medizin Mitochondrien-Ersatztherapie ist riskanter als gedacht.

Tübinger Forscher haben im Fachmagazin "Science" vor einer vorschnellen Einführung der sogenannten Mitochondrien-Ersatztherapie gewarnt. Bei dieser Form der Keimbahntherapie werden bei einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas defekte Mitochondrien in der Eizelle durch Mitochondrien eines gesunden Spenders ersetzt. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle. Sie haben ein eigenes Erbgut und werden über die Eizelle ausschließlich von der Mutter vererbt. Gendefekte der Mitochondrien können zu Erbkrankheiten führen. Nach Angaben der Forscher kann der Austausch der Mitochondrien die Aktivität von Genen im Zellkern verändern. In Experimenten mit Mäusen zeigten sich unerwartete Verhaltensänderungen, Lernschwächen und Stoffwechselstörungen. In Großbritannien gibt es politische Bestrebungen, die Mitochondrien-Ersatztherapie zuzulassen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1237146

Physiologie Körpereigene Opiate fördern die Entwicklung chronischer Schmerzen.

Wenn sich ein Mensch verletzt, produziert der Körper natürliche Opiate, die an passende Rezeptoren im Gehirn binden. Durch diese auch Endorphine genannten Stoffe wird der Schmerz blockiert, die Atmung verlangsamt und es stellt sich ein allgemeines Gefühl der Ruhe ein. US-Forscher haben herausgefunden, dass der Körper allerdings von seinen eigenen Opiaten auch abhängig werden kann. Lässt der akute Schmerz nach, kann es zu wiederum schmerzhaften Entzugserscheinungen kommen. Sie sehen darin einen möglichen Mechanismus wie sich chronische Schmerzen entwickeln. Die Forscher machten ihre Beobachtungen bei Versuchen mit Mäusen. Ihre Studie ist im Fachmagazin Science erschienen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239403

19.09.2013

Raumfahrt Die Private Raumkapsel Cygnus ist erfolgreich gestartet.

Gestern Abend, mitteleuropäischer Zeit, brachte eine zweistufige Antares-Trägerrakete den unbemannten Raumtransporter ins All. Er wird voraussichtlich am Sonntag die Internationale Raumstation ISS erreichen. Die Raumkapsel Cygnus hat das private Unternehmen "Orbital Sciences Corporation" gebaut. Es ist eines der beiden US-amerikanischen Firmen, die für die Nasa in Zukunft Fracht zur ISS bringen soll. [tj]

Quelle: Agenturen

Biologie Haie sind für Korallenriffe lebensnotwendig.

Das hat ein Team australischer und kanadischer Forscher festgestellt. Sie hatten zwei unbewohnte Riffgebiete vor der Nordwestküste Australiens untersucht. Im Fachmagazin "PLoS One" schildern sie ihre Beobachtungen: Wenn Haie an einem Riff gefangen werden, dann nimmt die Zahl der kleineren Raubfische zu. Und das hat zur Folge, dass die Bestände an wichtigen pflanzenfressenden Riffbewohnern wie etwa Papageienfische kleiner werden. Diese Pflanzenfresser aber sind für die Riffs lebensnotwendig, denn sie ernähren sich von Algen und schützen so vor allem junge Korallen davor, von Algen überwuchert zu werden. Die Forscher warnen davor, durch eine starke Jagd auf Haie das sensible Ökosystem in Korallenriffen aus dem Gleichgewicht zu bringen. [tj]

Quelle: PLoS One

Biologie Ein Parasit nimmt Mäusen die Angst vor Katzen.

Wenn Mäuse mit dem Parasiten Toxoplasma gondii infiziert sind, dann verlieren sie die angeborene Furcht vor ihrem natürlichen Feind: der Katze. Wie US-amerikanische Forscher herausfanden, führen bestimmte Stämme des Toxoplasmose-Erregers sogar zu dauerhafter Angstfreiheit. Selbst als der Parasit längst verschwunden und auch sämtliche Entzündungsreaktionen im Gehirn abgeklungen waren, veränderten die Mäuse ihr Verhalten Katzen gegenüber nicht. Dies sei bemerkenswert, schreiben die Wissenschaftler in "PLoS One". Wenn eine vorübergehende Infektion zu einer permanenten Veränderung der Biologie des Wirts führen kann, dann habe das gewaltige Auswirkungen auf das bisherige medizinische Verständnis von Infektionskrankheiten. Wie es genau zur Verhaltensänderung kommt, ist noch unklar, die Forscher vermuten, dass bestimmte Eiweißstoffe eine Rolle spielen, die vom Erreger an den Organismus abgegeben werden. [tj]

Quelle: PLoS One

Neurologie Es scheint Hirnaktivitäten auch jenseits der Null-Linie zu geben.

Die Null-Linie bei der Hirnstrommessung mittels EEG gilt Medizinern als wichtigstes Kriterium für einen Hirntod. Nun haben kanadische und rumänische Forscher erstmals Hirnaktivitäten jenseits dieser Linie aufzeichnen können. Sie scheinen einem noch tieferen Koma zu entspringen als es die Nulllinie anzeigt. Zunächst hatten rumänische Ärzte im EEG eines Komapatienten ein völlig unbekanntes Wellenmuster bemerkt. Der Patient hatte starke Medikamente bekommen, die im Ruf stehen, den Komazustand zu verstärken. Nachdem die Medikamente abgesetzt wurden, erschien im EEG erst die Null-Linie, danach ein bekanntes Muster für sehr geringe Hirnaktivität. Die Mediziner folgerten, dass der Patient aus einem bisher unbekannten, sehr tiefen Koma in ein leichteres zurückgekehrt war. Die Theorie überprüften die kanadischen Forscher an Katzen. Bei einem extrem tiefen Koma waren auch bei ihnen die neuen Wellenform feststellbar. [tj]

Quelle: PLoS One

Neurowissenschaften Es gibt vermutlich zehn Basisgerüche.

Während wir Geschmacksrichtungen einteilen können als: süß, sauer, bitter, salzig und umami, existieren solche Kategorien für Gerüche nicht. Das hat US-amerikanische Forscher auf den Plan gerufen. Mit Algorithmen durchkämmten sie eine Datensammlung, bei der 144 Substanzen von Probanden auf 146 Eigenschaften hin beschnüffelt worden waren. Dabei habe sich gezeigt, dass es wohl auch beim Geruch eine kleine Anzahl von Basisgerüchen gibt, aus der sich die gesamte Duftpalette ableiten läßt. Im Fachmagazin "PLoS One" benennen die Forscher zehn Geruchskategorien: fruchtig, minzig, süß, wohlriechend, holzig-harzig, chemisch, popcorn, Zitrone, beißend und faulig. [tj]

Quelle: PLoS One

18.09.2013

Physik Atomuhren eignen sich als Höhenmesser.

Forscher der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig haben mithilfe von zwei Atomuhren und einer Glasfaserleitung den Höhenunterschied zwischen 2000 Kilometer entfernten Orten bestimmt. Dies gelang ihnen, indem sie über Glasfaser die Schwingungsfrequenz der einen Uhr zu der anderen übertrugen und so die minimalen Gangunterschiede bestimmen konnten. Daraus konnten sie den Höhenunterschied berechnen. Die Fehlerquote habe bei lediglich vier Millimetern gelegen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Physical Review Letters. Die Messung, ein hochempfindliches Interferometrieverfahren, habe 100 Sekunden gedauert. [mst]

Quelle: PTB/Physical Review Letters (doi:10.1103/PHysRevlet.111.110801)

Neurowissenschaften Rhythmus kann bei Sprechstörungen helfen.

Von einem Zusammenhang zwischen einem vorgegebenen Rhythmus und einer verbesserten Sprechfähigkeit zeigen sich Forscher der Northwestern University in Chicago im Journal of Neuroscience überzeugt. Bei Experimenten gelang ihnen der Beweis, dass Personen, die sich gut im Takt eines Metronoms oder einer bestimmten Musik bewegen konnten, auch besonders ausgeprägte Hirnreaktionen auf Sprache und deren Rhythmus zeigten. Wenn sich Personen rhythmisch im Takt zu Musik bewegen, erfordert dies eine Zusammenarbeit von Hirnbereichen, die für das Hören und die Bewegungssteuerung zuständig sind. Dieser Zusammenhang gelte auch für das Sprechen. Somit könnte ein spezielles musikalisches Training auch bei der Sprachtherapie helfen, hoffen die Forscher. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Astronomie Ein Garnelennebel brütet junge Sterne aus.

Mithilfe des Very-Large-Teleskops haben Astronomen die bislang schärfste Aufnahme des so genannten Garnelennebels aufzeichnen können. Die Europäische Südsternwarte (Eso) präsentiert das Bild heute auf ihrer Webseite. Demnach lassen sich erstmals viele Details in den Gaswolken erkennen, in denen hell leuchtende, heiße Sterne entstehen. Der Nebel liegt etwa 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Skorpion und hat einen Durchmesser von etwa 250 Lichtjahren. Die Positionen von Sternen lassen sich mit dem Very-Large-Teleskop des Paranal-Observatoriums in der Atacamawüste im Norden Chiles exakt bestimmen. [mst]

Quelle: ESO

Biologie Termiten schützen sich mit Kot vor Pilzen.

Das notieren Entomologen der Universität von Florida in den Proceedings B der britischen Royal Society. Bei Experimenten im Labor hatten die Forscher Nester mit so genannten Super-Termiten wachsen lassen. Dabei sahen sie, dass im Kot der Insekten bestimmte Bakterien wachsen können. Wird der Kot im Bau verteilt, bewahren die Bakterien die Termiten davor, dass die Nester von krankmachenden Pilzen befallen werden. Termiten verursachen weltweit große wirtschaftliche Schäden, denn sie können die Fundamente ganzer Gebäude zernagen. Vertreter von Coptotermes formosanes können Kolonien bilden, die mehr als eine Million Tiere enthalten und sich auf einer Fläche von bis zu 150 Metern ausbreiten. [mst]

Quelle: Proc R Soc B (doi: 10.1098/rspb.2013.1885)

Biologie Neandertaler ernährten sich nicht nur von Säugetieren.

Sondern mitunter auch von Fisch. Das vermuten Paläobiologen der Universität Tübingen im Fachmagazin Quaternary International. In einer Höhle im Kaukasus haben die Forscher Überreste von Lachsen entdeckt. Durch Vergleiche mit den Mustern an anderen Knochenproben konnten die Wissenschaftler ausschließen, dass Höhlenlöwen oder Höhlenbären die Fische gefangen und in der Höhle verspeist hatten. Die Studienautoren vermuten daher, dass es sich um die Speisereste von Neandertalern handeln könnte, die in der Region vor 48.000 bis 42.000 Jahren gelebt haben. [mst]

Quelle: Universität Tübingen

Medizin In Krisenzeiten steigt die Anzahl der Freitode.

Durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 ist in vielen Staaten der Welt die Suizidrate gestiegen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im British Medical Journal. Die Wissenschaftler hatten Daten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Centers for Disease Control and Prevention ausgewertet. Demzufolge nahmen sich in den 54 erfassten Staaten im Jahr 2009 knapp 5000 Männer mehr das Leben als dies vom langjährigen Trend her zu erwarten gewesen wäre. Den Studienautoren entspricht dies einer Steigerung von 3,3 Prozent. Hinsichtlich der Freitodrate bei Frauen konnten die Forscher keine signifikante Erhöhung feststellen. [mst]

Quelle: Eureakalert!

Biologie Genetiker entschlüsseln das Erbgut eines Sibirischen Tigers.

Wissenschaftler der koreanischen Genome Research Foundation stellen im Fachblatt NATURE Communications das Genom der sibirischen Großkatze vor. Zudem verglichen die Forscher das Tiger-Erbgut mit dem anderer Raubkatzen, unter anderem mit dem Genom eines weißen bengalischen Tigers, eines afrikanischen Löwen und eines Schneeleoparden. Dabei sahen die Erbgutforscher, dass die Raubkatzen viele genetische Eigenschaften teilen. Dazu gehören etwa jene, die für die enorme Muskelkraft verantwortlich sind und jene für die Befähigung, fast ausschließlich Fleisch als Nahrung zu verdauen. Die Studienautoren verweisen auch auf zahlreiche Unterschiede, etwa jene, die für die individuelle Fellfärbung verantwortlich sind. Schätzungen zufolge leben heute nur noch rund 4000 Tiger in freier Wildbahn. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi: 10.1038/ncomms3433)

17.09.2013

Umwelt In Fukushima haben Arbeiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geleitet

Rund 1100 Tonnen gelangten auf diese Weise in den Pazifik. Das teilte der Betreiber der Atomruine, Tepco, mit. Die Verantwortlichen begründen den Schritt mit den heftigen Regenfällen in Folge des Taifuns Man-yi. Diese hätten das Gelände regelrecht überflutet und für einen rapiden Pegelanstieg in den Wassertanks für das radioaktiv belastete Abwasser gesorgt. Da die Kapazitäten begrenzt seien, haben die Arbeiter leicht belastetes Regenwasser ins Meer geleitet. [gä]

Technologie Aus Mikroben und Abwasser lässt sich eine Batterie konstruieren

Die Mikroorganismen bilden dabei auf der Anode einen Biofilm, die Rolle der Kathode übernimmt ein Feststoff – zum Beispiel Silber-Oxyd. In ein Gefäß mit Abwasser getaucht, verarbeiten die Mikroorganismen die Abfallstoffe im Wasser und setzen dabei Elektronen frei. Durch die Reduktion des Silberoxyds zu Silber kommt dann ein Stromkreislauf zustande. Entwickelt haben diese Batterie Wissenschaftler der Stanford-University. Die Vorzüge sehen die Forscher in dem einfachen Aufbau des Energieerzeugers – er braucht keine Membranen oder Separatoren – und in der Möglichkeit, konventionelle Materialien zu verwenden. Außerdem lässt sich die Silber-Kathode wiederverwenden. Inklusive der Reaktion zur Wiedergewinnung der Kathode erreiche diese Batterie einen Wirkungsgrad von 30 Prozent. Das sei so viel wie Biogasanlagen, schreiben die Wissenschaftler weiter. [gä]

Quelle: PNAS

Astronomie Die Planeten beeinflussen die Sonne doch nicht

Davon zeigen sich Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau überzeugt. Sie widersprechen damit Astronomen aus der Schweiz, die anhand von besonderen Isotopenablagerungen in Baumringen auf einen Einfluss der Planeten auf die Sonne folgerten. Alle 87 und alle 506 Jahre, so die Theorie, würden die Planeten für eine Änderung der Sonnenaktivität sorgen, die dann einen erhöhten Anteil der Isotopen Kohlenstoff 14 und Beryllium 10 nach sich zieht. Der von den Schweizern beobachtete Zusammenhang folge aus feinen, technischen Fehlern, die sich zu statistischen Fehlern von mehreren Größenordnungen summierten. Tatsächlich zeige sich kein gesicherter Zusammenhang zwischen den Planeten und der Sonnenaktivität. [gä]

Quelle: astronomy&astrophysic

Medizin Schweinemist könnte Multiresistente Bakterien verbreiten

Davon zeigt sich ein US-Forscherteam in "Jama internal Medicine" überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Auswertung von Krankenakten aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania. Diese zeigten, dass Menschen, ein umso höheres Risiko haben, an Multiresistenten Bakterien zu erkranken, je näher sie an Mastbetrieben oder mit Schweinemist gedüngten Feldern lebten. Eine Reihe von Forschern befürchten, dass der intensive Einsatz von Antibiotika in der Tiermast die Entwicklung von resistenten Bakterien beschleunigt. Die US-Studie zeigt zusätzlich auf, wie diese resistenten Bakterienstämme verbreitet werden. Ältere Studien hatten bereits auf ein erhöhtes Infektionsrisiko für Mitarbeiter von Mastbetrieben hingewiesen. [gä]

Medizin Rheumatische Arthritis lässt sich nicht durch Kupferschmuck lindern

Das notieren Forscher der University of York in "PLOS One". Die Wissenschaftler hatten 70 Probanden Armreifen tragen lassen, von denen nur ein Teil Kupfer enthielt. Bereits seit Jahren kaufen viele Patienten Kupferhaltigen Schmuck in der Hoffnung, ihre Schmerzen lindern zu können. Sie geben dafür weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar jedes Jahr aus. Nach Überzeugung der Wissenschaftler sinnlos: Ihre Studie zeige, dass die Kupferarmbänder keine größere Wirkung zeigen als Placebos. Sie bedauerten zwar ihr Ergebnis, aber es sei besser, das Geld in Ernährung anzulegen oder sich früh wirksame Medikamente verschreiben zu lassen. Das gleiche gelte für die ebenfalls untersuchten Magnetischen Armbänder. Bereits vor vier Jahren berichteten die britischen Forscher über die Wirkungslosigkeit von Kupferschmuck gegen Arthrose. [gä]

Medizin Neu entdecktes Virus kann Leberentzündungen auslösen

Das notiert ein europäisches Forscherteam im Fachblatt "PNAS". Die Wissenschaftler haben ein Hepatitis-B-ähnliches Virus in Proben entdeckt, die von einer Gelbohr-Fledermaus stammen. Diese Fledermäuse sind in Mittelamerika verbreitet. Wie die Forscher schreiben, ist das Virus auf Menschen übertragbar. Das Problem dabei ist jedoch, dass die übliche Impfung nicht vor diesem Erreger schützt. Mit Blick auf die WHO-Strategie, die darauf abzielt, Hepatitis B Erkrankungen künftig zu vermeiden, regten die Forscher an, wirksamere Impfstoffe zu entwickeln. [gä]

Quelle: PNAS

16.09.2013

Technologie Forscher entwickeln ultradünnes Thermometer weiter

Es ist in eine dünne Silikonfolie eingebaut und kann auf die Haut aufgelegt werden. Das präzise Messen der Körpertemperatur, der Durchblutung der Haut und des Feuchtigkeitsgehaltes sei so mit äußerster Präzision und komfortabel möglich, berichten Forscher der Universität von Illinois im Fachblatt "Nature Materials". Das neue Thermometer passe sich mit großer Leichtigkeit der menschlichen Haut an. Die Messergebnisse seien ähnlich präzise wie die von digitalen Infrarotkameras. Der Vorteil des neuen Thermometers: Patienten können aufstehen und sich bewegen, ohne dass die Temperaturkontrolle unterbrochen werden muss. [mawi]

Quelle: Nature Materials - DOI: 10.1038/nmat3755

Zoologie Kleine Tiere nehmen die Zeit langsamer wahr als große Tiere

Insekten oder kleine Vögel etwa nehmen in einer Sekunde mehr Informationen auf als große Lebewesen wie etwa Elefanten. Das bedeutet, sie nehmen Bewegungen auf einer feineren Zeitachse wahr. Das erlaubt ihnen, auf Angriffe von Fressfeinden schneller und gezielter zu reagieren – und wegzulaufen oder zu fliegen. Das berichten irische Forscher vom Trinity College Dublin im Fachblatt "Animal Behaviour". Umgekehrt bedeute dies: Große Tiere nähmen die Welt langsamer und weniger differenziert wahr, ihnen entgingen viele Details. Bei Menschen gebe es in der Hinsicht große individuelle Unterschiede. Athleten etwa könnten oft visuelle Informationen sehr schnell verarbeiten. Ein erfahrener Torwart etwa könne schneller als andere Menschen erahnen, aus welcher Richtung der Ball kommt. Und junge Menschen könnten schneller reagieren als ältere. [mawi]

Raumfahrt Japanische Rakete hat Weltraumteleskop ins All gebracht.

Am Samstag hob die neuartige Feststoffträgerrakete "Epsilon" erfolgreich vom Weltraumbahnhof Uchinoura ab, teilte Japans Weltraumbehörde Jaxa mit. Der Jungfernflug war ursprünglich Ende August vorgesehen, wurde wegen Computerproblemen aber vorzeitig abgebrochen. Die Rakete kann sich selbst überprüfen. Die Vorbereitungszeit zwischen Montage und Start lasse sich so von zuvor sechs auf eine Woche reduzieren. Zudem sei der Raketenstart so einfach geworden wie das Bedienen eines Computers, teilte Jaxa mit. Aufgrund der niedrigen Kosten der Rakete sei es möglich, künftig häufiger kleine Satelliten ins Weltall zu transportieren. Die Epsilon-Rakete brachte das Planetenerforschungs-Teleskop "Sprint-A" auf eine Umlaufbahn um die Erde. [mawi]

Medizin/Pharmazie Antibiotika lassen sich an- und ausknipsen

Forscher von der Universität Groningen haben einen molekularen Schalter in ein Antibiotikum eingebaut, der auf Licht reagiert. Das beschreiben sie in der Fachzeitschrift "Nature Chemistry". Bestrahlt man das Medikament vor der Anwendung mit UV-Licht, wird es aktiviert und antibakteriell wirksam. Anschließend schaltet sich das Antibiotikum selbst wieder ab. Innerhalb von drei Stunden springt der Schalter zurück. Das Medikament verliert seine Wirksamkeit. Der Hintergrund: Ein Teil der eingenommenen Antibiotika gelangt auch in die Umwelt. Sind die Wirkstoffe noch aktiv, können Bakterien unempfindlich gegen sie werden. Antibiotika, die sich rechtzeitig selbst abschalten, bergen dieses Resistenz-Risiko nicht. [mawi]

Quelle: Nature Chemistry - doi: 10.1038/nchem.1750

Medizin Erbgutunterschiede lassen Zellen anders funktionieren.

50 Europäische Forschergruppen haben bei Blutzellen von über 450 Menschen untersucht, welche Gene die Zellen tatsächlich nutzen. Bei der Studie in der Fachzeitschrift "Nature" handelt sich um die bislang größte sogenannte RNA-Sequenzieranalyse. In den letzten Jahren haben zahlreiche Großprojekte die genetischen Unterschiede von Mensch zu Mensch untersucht. Ziel der aktuellen Studie war, zu sehen, inwieweit genetische Varianten auch zu Funktions-Unterschieden in Zellen führen. Daher analysierten die Forscher auch, welche Teile der Erbinformation in bestimmten Blutzellen tatsächlich genutzt und also in das Erbmolekül RNA umgesetzt werden. Das Verständnis von genetischen Varianten, die die unterschiedliche Aktivität von Genen in verschiedenen Personen verursachen, könne erste Anhaltspunkte liefern, warum etwa bei einigen Patienten bestimmte Medikamente wirken, bei anderen hingegen kaum oder gar nicht. [mawi]

Quelle: Nature - DOI: 10.1038/nature12531

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