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25.09.2013

Pädagogik Bauklötze fördern nicht nur das räumliche Vorstellungsvermögen.

Sie fördern auch das mathematische Verständnis. Das ist das Fazit einer Studie, die Forscher der University of Delaware im Fachmagazin "Child Development" vorstellen. Demnach legt das Spielen mit bunten Quadern bereits im Kleinkindalter die Grundlagen für das spätere Lernen in Bereichen wie Naturwissenschaften, Mathematik, Technik und Ingenieurwissenschaften. Bei der Langzeitstudie schnitten Dreijährige, die problemlos Bausteinkonstruktionen nachbauen konnten, später bei Mathematikaufgaben im Grundschulalter besser ab als Gleichaltrige, die nur bedingt Bauklotzkombinationen als Kleinkind nachbauen konnten. Einen geschlechtsspezifischen Unterschied konnten die Forscher nicht feststellen, wohingegen deutliche Unterschiede hinsichtlich der sozialen Herkunft auszumachen waren. Kinder mit sozial schwächerem Hintergrund fielen demnach schon in frühem Alter hinter Kindern aus sozial stärkeren Familien zurück. [mst]

Quelle: Child Deleopment (doi:10.1111/cdev.12165)

Biologie Viel hilft viel.

Dieser Maxime scheinen sich Weibchen der Kuckucksweber in Sambia verschrieben zu haben. Ihre Strategie, die eigenen Eier anderen Brutpaaren unterzuschieben, war bereits bekannt. Unbekannt war allerdings bislang die Tatsache, dass die gelben, spatzengroßen Vögel nicht nur ein, sondern jeweils mehrere Eier in ein fremdes Nest legen. Das notieren Zoologen aus Cambridge im Fachjournal "NATURE Communications". Demnach haben die Kuckucksweber herausgefunden, dass die arglosen Adoptiveltern durch die Masse an Eiern die eigene von der fremden Brut schwerer unterscheiden können. Diese Strategie habe nachweislich den Fortpflanzungserfolg der Brutparasiten erhöht. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3475)

Physik Forscher können das Weltraumwetter vorhersagen.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat gestern in Göttingen den Prototypen eines europäischen Frühwarnsystems vorgestellt. Dieses analysiert die Daten aktueller Weltraummissionen in Echtzeit und berechnet binnen zwei Minuten Stärke, Richtung, Geschwindigkeit und den Verlauf von Sonnenstürmen sowie deren mögliche Folgen auf der Erde. Starke Sonnenstürme können Stromausfälle verursachen, ebenso können sie die Satellitennavigation beeinträchtigen. Eine zeitnahe Vorhersage könnte helfen, auf mögliche Probleme frühzeitig zu reagieren, so die Forscher. [mst]

Quelle: idw-Online/Uni Göttingen

Medizin Medizinische Apps sollen in den USA ähnlich kontrolliert werden wie Medizinprodukte.

Die US-Zulassungsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte (FDA) ordnet bestimmte Softwareprogramme für Smartphones und Tablets als Medizinprodukte ein, die einer Zulassung bedürfen. Ein Regulierungsbedarf besteht demnach, weil Fehlinformationen von Medizin-Apps negative Folgen haben können. Als Beispiel führt die FDA an, dass einige Anwendungen die in den Smartphones eingebauten Mikrofone als Stethoskop nutzen, um Herztöne und -geräusche zu messen und anschließend daraus Diagnosen zu erstellen. Diese Geräte und Anwendungen müssen nach Ansicht der FDA daher geprüft werden, wenn sie als ernsthafte medizinische Hilfsgeräte eingesetzt werden sollen. Die Behörde hat eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 100 Medizin-Apps nach Prüfung zugelassen. [mst]

Quelle: FDA

Umwelt In Simbabwe sind Elefanten vergiftet worden.

Auf der Jagd nach Elfenbein sind im Hwange-Nationalpark 81 Elefanten mit Zyanid vergiftet worden. Wie die zuständige Behörde Simbabwes mitteilte, sind im größten Nationalpark des Landes auch Büffel und Löwen auf gleiche Weise zu Tode gekommen. Neun Menschen seien mittlerweile festgenommen worden. Diese Wilderer hätten nach bisherigen Erkenntnissen nicht, wie zunächst vermutet, Wasserstellen vergiftet, sondern Gebiete, in denen die Tiere gegrast hätten. [mst]

Quelle: Agenturen/BBC

Geophysik Ein Erdbeben erschafft eine Insel.

Durch das gestrige schwere Beben in Pakistan hat sich 200 Meter vor der Küste der Hafenstadt Gwadar eine Insel aus der Arabischen See gehoben. Nach Angaben des pakistanischen Nationalen Instituts für Ozeanografie sei die Insel rund 20 Meter hoch, 90 Meter breit und 37 Meter lang. Der pakistanischen Zeitung "Dawn" zufolge sei dies bereits das dritte Mal, dass dort vor der Küste eine Insel entstanden ist. Die beiden früheren Inseln hätten sich jedoch gebildet, ohne dass es vorher zu einem Erdbeben gekommen war. Sie seien wieder in sich zusammengestürzt. In der Gegend gibt es viele Schlammvulkane. Bei dem gestrigen Erdbeben der Stärke 7,7 in Pakistan sind Behördenangaben zufolge mindestens 300 Menschen ums Leben gekommen. [mst]

24.09.2013

Psychologie Warnungen vor Nebenwirkungen können den Verkaufserfolg fördern.

Wenn zwischen der Wahrnehmung der Warnung und dem Kauf einige Zeit vergeht. Davon zeigt sich ein internationales Forscherteam über-zeugt. Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie die Warnung vor Nebenwirkungen auf Medikamenten oder Zigarettenschachteln die Kaufentscheidung von Kunden beeinflusst. Dabei stellten sie fest, dass Nebenwirkungen heute sehr deutlich und detailliert präsentiert werden. Versuche mit Rauchern zeigten aber, dass diese Warnungen nur wirkten, wenn die Probanden unmittelbar nach dem Lesen eine Zigarettenpackung wählen konnten. Vergingen dagegen einige Tage, griffen sie bevorzugt zu der Marke, die besonders deutlich vor den Gefahren gewarnt hatte. Die Forscher vermuten, dass die deutliche Warnung vor Nebenwirkungen bei den Kunden den Eindruck des Vertrauens hinterlässt. [gä]

Biologie Das MERS-Coronavirus befällt vor allem tief in der Lunge liegende Zellen.

Das notiert ein internationales Forscherteam in PNAS. Die Wissenschaftler hatten sechs Makaken gezielt mit dem neuen Coronavirus infiziert und anschließend den Verlauf der Krankheit beobachtet. Sie wollten mit diesem Versuch ein Tier-Modell für das neue Virus entwickeln, anhand dessen Krankheitsverlauf und mögliche Medikamente untersucht werden können. Dabei stellten sie unter anderem fest, dass das Virus Zellen angreift, die die Lungenbläschen auskleiden. Das könne erklären, warum die Krankheit zwar schwer verläuft, aber nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. MERS wurde 2012 das erste Mal beschrieben. Das Virus tritt vor allem im Nahen Osten auf, Patienten haben grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden und unter Umständen Nierenversagen. [gä]

Energie Der Wirkungsgrad von Solarzellen nähert sich langsam der 50-Prozent- Marke.

Forscher des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg haben mit einer Solarzelle für Konzentrator-Fotovoltaik einen Wirkungsgrad von 44,7 Prozent erreicht. Konzentrator-Fotovoltaik gewinnt aus Sonnenlicht Strom, in dem das Licht gebündelt auf Zellen gelenkt wird. Die Freiburger Forscher haben vier Zellen übereinandergeschichtet, die das gesamte Lichtspektrum ausnutzen. Sie konnten die Effizienz dieser Technik binnen vier Monaten um einen Prozentpunkt steigern, und hoffen, eine billige und effiziente Technik für sonnenreiche Standorte entwickeln zu können. [gä]

Gesellschaftswissenschaften Königreiche, Behörden und Religionen entstehen durch Kriege.

Die komplexen und für eine Gesellschaft eher teuren Institutionen helfen ihrem Volk, in Auseinandersetzungen einen Vorteil zu erlangen. Davon ist ein britisch-US-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf ein einfaches Computermodell, mit dem sie die Gesellschaften, Staaten und Kriege zwischen 1500 vor und nach Beginn unserer Zeitrechnung simulierten. Die dabei verwendeten Variablen legen nahe, dass ohne Waffentechnik und Kriege Königreiche, Behörden und Religionen kaum entstanden wären. Selbst die Alphabetisierung sei nur entstanden, weil die schriftliche Fixierung von Informationen für Behörden unerlässlich ist. [gä]

Neurowissenschaft Ein Nickerchen in der Vorschule hilft beim Lernen.

Seit einigen Jahren beschreiben Wissenschaftler den Wert eines Mit-tagsschlafs für den Lernerfolg von Teenagern. Ob er hingegen auch das Lernen von Vorschülern verbessert, ist bis jetzt kaum untersucht worden. Dennoch führen in den USA immer mehr Vorschulprogramme einen kurzen Mittagsschlaf ein. Ein Forscherteam der University of Massachusetts hat nun die Auswirkungen dieser Schlafphase untersucht. In PNAS berichten sie, dass der Mittagsschlaf durchaus sinnvoll ist: Die Kinder könnten sich an Gelerntes sowohl am Nachmittag als auch am folgenden Morgen besser erinnern. [gä]

Ingenieurswissenschaften Wirbelnde CDs sollten Abwasser reinigen.

Auf den Compact Discs erheben sich dafür nachträglich aufgebrachte, winzige Zink-Oxid-Stäbchen, die – beleuchtet mit ultraviolettem Licht – organische Bestandteile im Abwasser zerlegen. Der CD kommt dabei neben der Rolle der Trägerin auch die Rolle zu, das Wasser durch Rotation zu einer feinen Schicht zu verteilen und so die Reaktion zu beschleunigen, berichten Forscher der Taiwan University. Die Wissenschaftler sehen den Vorteil ihrer Entwicklung in einer einfachen Technik, einem geringen Energieverbrauch und der Möglichkeit, Milliarden von bereits produzierten CDs weiter zu verwenden. Der erste Prototyp passt in einen Würfel von etwa 30 Zentimetern Kantenlänge. Er kann pro Minute 150 Milliliter Wasser reinigen. Die Forscher arbeiten jetzt daran, das System zu beschleunigen. Dafür wollen sie versuchen, mehrere CDs übereinander zu stapeln. [gä]

23.09.2013

Neurowissenschaft Das Gehirn lässt sich von Süßstoffen nicht übertölpeln

US-amerikanische Forscher an der Yale University haben herausgefunden, warum kalorienfreie süße Erfrischungsgetränke dazu führen können, dass Menschen langfristig nicht weniger, sondern mehr Zucker zu sich nehmen. Durch den Abbau von Zucker in Energie gelangten Signalstoffe an das Gehirn, die zu einer verstärkten Ausschüttung des Nachrichtenstoffs Dopamin führten. Dopamin ist auch Teil des Belohnungssystems - der Konsum von Zucker führt zu größerer Zufriedenheit. Zuckerersatzstoffe schmeckten zwar süß, sie führten aber nicht zu einer Erhöhung des Dopamin-Spiegels im Gehirn, schreiben die Forscher im "Journal of Physiology". Hungrige Mäuse, die die Wahl zwischen sehr süßen kalorienfreien Getränken und wenig süßen zuckerhaltigen Lösungen hatten, bevorzugten langfristig die Zuckerlösungen. Süße Limonaden seien ein wichtiger Grund für Übergewicht, so die Forscher. Süßstoffhaltige Limonaden aber seien keine Alternative – außer man mischte ihnen künftig ein klein wenig richtigen Zucker bei. [mawi]

Astronomie Strahlungsgürtel um die Erde ist wandelbar

Ende der 50er-Jahre sind zwei sogenannte Van-Allen-Gürtel entdeckt worden, die die Erde umschließen. Es handelt sich um schnelle geladene Teilchen, die - gefangen vom Magnetfeld der Erde - in einer Höhe von 1000 bis 50.000 Kilometer hin und her flitzen. Im September 2012 haben Astronomen mithilfe von NASA-Sonden einen dritten Ring entdeckt. Er existierte allerdings nur vier Wochen. Die Elektronen in diesem Gürtel, so berichten Kalifornische Forscher im Fachblatt "Nature Physics" hätten beinahe Lichtgeschwindigkeit erreicht. Diese Teilchen seien besonders gefährlich für Satelliten und andere Flugkörper, da die extrem schnellen Elektronen auch aufwendige Schutzhüllen durchqueren könnten. Im schlimmsten Fall führe dies zum Ausfall der Satelliten. Entstanden sei der dritte Ring, weil so genannte Plasmawellen die schnellen Teilchen aus dem äußeren Gürtel Richtung Erde gedrückt hätten. Ein starker Sonnensturm habe dann nach vier Wochen zur Auflösung des dritten Rings geführt. Die Van-Allen-Gürtel könnten nicht mehr als einheitliche Masse von Elektronen angesehen werden, so die Forscher. Die Teilchen reagierten auf Veränderungen im Weltraum auf ganz unterschiedliche Weise. [mawi]

Medizin Virologen haben von der Schweinegrippe gelernt

Bevor das H1N1-Grippe-Virus 2009 Großbritannien erreichte, haben Forscher vom Imperial College London Blutproben von Freiwilligen gesammelt und analysiert. Dann beobachteten sie, ob und wie gut die Studienteilnehmer die Grippe-Wellen der folgenden zwei Jahre überstanden. Sie entdeckten: Menschen, die weniger schwer an Grippe erkrankten, hatten besonders viele spezielle Immunzellen im Blut. Diese so genannten CD8 positiven T-Zellen erkennen virusinfizierte Zellen und töten diese ab. Ein universeller Impfstoff, der nicht nur vor einem bestimmten Grippe-Virus-Typ schützt - sondern vor vielen verschiedenen Grippe-Viren, müsste das Immunsystem dazu bringen, möglichst viele dieser CD8-Zellen zu bilden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass der Körper vor allem lernen muss, Abwehrmoleküle gegen Grippeviren zu bilden – sogenannte neutralisierende Antikörper. [mawi]

Quelle: Nature Medicine“

Medizin/Neurowissenschaft Forscher verstehen jetzt, wie Propofol das Bewusstsein raubt

US-amerikanische und britische Forscher haben entdeckt, wo genau im Gehirn das Narkosemittel Propofol wirkt. Bekannt war bereits, dass der Wirkstoff an einer speziellen Struktur auf den Hirnzellen festmacht, an dem sogenannten GABA-A-Rezeptor. Da Propofol nur kurze Zeit an den Rezeptor bindet, war der genaue Bindungsmechanismus bislang unklar. Die Forscher Washington University und der London School of Medicine veränderten Propofol so, dass es dauerhaft an den Rezeptor bindet. Voraussetzung dafür, die genaue dreidimensionale Struktur der Bindungsstelle bestimmen zu können. Der Vorteil von Propofol ist, dass es schnell und für kurze Zeit wirkt. Es kann allerdings einen plötzlichen Blutdruck-Abfall verursachen und die Atmung behindern. Das neue Wissen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemical Biology", könne helfen, Narkosemittel mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. [mawi]

Quelle: Nature Chemical Biology

20.09.2013

Biologie Dem Leben auf der Erde bleiben nur noch zwei Milliarden Jahre.

Dann wird sich die habitable, also lebensfreundliche Zone um die Sonne soweit verschoben haben, dass auf der Erde kein Wasser mehr in flüssiger Form existieren kann. Das berichten britische Forscher im Fachblatt "Astrobiology". Die habitable Zone rund um einen Stern verändert sich mit dessen Lebenszyklus. Die Sonne wird mit der Zeit immer heißer. Die innere Grenze der habitablen Zone unseres Sonnensystems wandert um etwa einen Meter pro Jahr nach außen. Interessant sind solche Berechnungen für die Suche nach Leben auf fernen Planeten. Nur wenn ein Exoplanet lange genug in der habitablen Zone seines Sterns kreist, besteht die Chance, dass sich dort auch komplexere Lebensformen entwickeln. [luh]

Quelle: Astrobiology

Paläontologie Ein ganzheitlicher Ansatz erklärt die präkambrische Explosion.

Vor rund 540 Millionen Jahren kam es innerhalb kurzer Zeit auf der Erde zu einer sehr schnellen Entwicklung vieler neuer Tierarten. Was der Auslöser für diese kambrische Explosion war, dafür gibt es viele Theorien. Sie unterscheiden sich darin, dass sie entweder geologische, geochemische oder biologische Faktoren in den Vordergrund stellen. Britische Forscher präsentieren in "Science" nun eine neue Erklärung, die viele der vorhandenen Theorien aufgreift und kombiniert. Nach Ansicht der Forscher war es kein einzelner Auslöser, sondern eine Kette von Ereignissen, die zur kambrischen Explosion führten. Wahrscheinlich sei erst der Meeresspiegel gestiegen, wodurch sich die Fläche des besiedelbaren Seebodens vergrößerte. Das wiederum förderte die Ausbildung neuer Arten, die ihrerseits die Umwelt weiter zum Vorteil für das Leben veränderten. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239450

Medizin Das Mers-Virus wurde offenbar mehrfach auf den Menschen übertragen.

Seit den ersten bekannten Infektionsfällen in Saudi-Arabien vor rund einem Jahr sind bereits 58 Menschen an der Lungenkrankheit Mers gestorben. Woher das Virus ursprünglich kommt, ist aber weiterhin unklar. Eine neue Studie im Fachmagazin "The Lancet" zeigt, dass das Virus offenbar mehrfach von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist. Forscher aus Großbritannien und Saudi-Arabien analysierten das Viren-Erbgut aus 21 Patientenproben und ermittelten genetische Unterschiede im Virus-Genom. Kombiniert mit Angaben über die geographische Herkunft der Patienten und dem Zeitraum, in dem sie sich infiziert hatten, zeigte sich, dass kein eindeutiger Infektionsherd besteht. Möglicherweise gebe es bislang unbekannte Fälle, in denen Menschen zwar infiziert wurden, aber symptomfrei blieben. Auch sie könnten das Virus übertragen haben, so die Forscher. [luh]

Quelle: DOI: 10.1016/S0140-6736(13)61887-5

Planetologie Der Forschungsroboter "Curiosity" nährt Zweifel am Leben auf dem Mars.

Der Rover hat auf dem Roten Planeten deutlich geringere Methankonzentrationen gefunden als zuvor erwartet. Das berichten Nasa-Forscher im Magazin "Science". Die Auswertung der Daten lasse nur auf kleinste Spuren des Gases schließen. Es sei daher unwahrscheinlich, dass auf dem Mars mikrobielles Leben existiert, das Methan produziert. Vor einigen Jahren hatten andere Forscher mithilfe von Teleskopen und der europäischen Sonde "Mars Express" angeblich ganze Wolken von Methan in der Marsatmosphäre entdeckt. "Curiosity" konnte dafür aber keine Beweise liefern. Nun stellt sich die Frage, ob die ursprünglichen Beobachtungen falsch waren, oder ob es auf dem Mars möglicherweise Mechanismen gibt, die zu einem besonders schnellen Abbau von Methan führen. Auf der Erde gilt Methan als ein vergleichsweise stabiles Molekül. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1242902

Medizin Mitochondrien-Ersatztherapie ist riskanter als gedacht.

Tübinger Forscher haben im Fachmagazin "Science" vor einer vorschnellen Einführung der sogenannten Mitochondrien-Ersatztherapie gewarnt. Bei dieser Form der Keimbahntherapie werden bei einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas defekte Mitochondrien in der Eizelle durch Mitochondrien eines gesunden Spenders ersetzt. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle. Sie haben ein eigenes Erbgut und werden über die Eizelle ausschließlich von der Mutter vererbt. Gendefekte der Mitochondrien können zu Erbkrankheiten führen. Nach Angaben der Forscher kann der Austausch der Mitochondrien die Aktivität von Genen im Zellkern verändern. In Experimenten mit Mäusen zeigten sich unerwartete Verhaltensänderungen, Lernschwächen und Stoffwechselstörungen. In Großbritannien gibt es politische Bestrebungen, die Mitochondrien-Ersatztherapie zuzulassen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1237146

Physiologie Körpereigene Opiate fördern die Entwicklung chronischer Schmerzen.

Wenn sich ein Mensch verletzt, produziert der Körper natürliche Opiate, die an passende Rezeptoren im Gehirn binden. Durch diese auch Endorphine genannten Stoffe wird der Schmerz blockiert, die Atmung verlangsamt und es stellt sich ein allgemeines Gefühl der Ruhe ein. US-Forscher haben herausgefunden, dass der Körper allerdings von seinen eigenen Opiaten auch abhängig werden kann. Lässt der akute Schmerz nach, kann es zu wiederum schmerzhaften Entzugserscheinungen kommen. Sie sehen darin einen möglichen Mechanismus wie sich chronische Schmerzen entwickeln. Die Forscher machten ihre Beobachtungen bei Versuchen mit Mäusen. Ihre Studie ist im Fachmagazin Science erschienen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239403

19.09.2013

Raumfahrt Die Private Raumkapsel Cygnus ist erfolgreich gestartet.

Gestern Abend, mitteleuropäischer Zeit, brachte eine zweistufige Antares-Trägerrakete den unbemannten Raumtransporter ins All. Er wird voraussichtlich am Sonntag die Internationale Raumstation ISS erreichen. Die Raumkapsel Cygnus hat das private Unternehmen "Orbital Sciences Corporation" gebaut. Es ist eines der beiden US-amerikanischen Firmen, die für die Nasa in Zukunft Fracht zur ISS bringen soll. [tj]

Quelle: Agenturen

Biologie Haie sind für Korallenriffe lebensnotwendig.

Das hat ein Team australischer und kanadischer Forscher festgestellt. Sie hatten zwei unbewohnte Riffgebiete vor der Nordwestküste Australiens untersucht. Im Fachmagazin "PLoS One" schildern sie ihre Beobachtungen: Wenn Haie an einem Riff gefangen werden, dann nimmt die Zahl der kleineren Raubfische zu. Und das hat zur Folge, dass die Bestände an wichtigen pflanzenfressenden Riffbewohnern wie etwa Papageienfische kleiner werden. Diese Pflanzenfresser aber sind für die Riffs lebensnotwendig, denn sie ernähren sich von Algen und schützen so vor allem junge Korallen davor, von Algen überwuchert zu werden. Die Forscher warnen davor, durch eine starke Jagd auf Haie das sensible Ökosystem in Korallenriffen aus dem Gleichgewicht zu bringen. [tj]

Quelle: PLoS One

Biologie Ein Parasit nimmt Mäusen die Angst vor Katzen.

Wenn Mäuse mit dem Parasiten Toxoplasma gondii infiziert sind, dann verlieren sie die angeborene Furcht vor ihrem natürlichen Feind: der Katze. Wie US-amerikanische Forscher herausfanden, führen bestimmte Stämme des Toxoplasmose-Erregers sogar zu dauerhafter Angstfreiheit. Selbst als der Parasit längst verschwunden und auch sämtliche Entzündungsreaktionen im Gehirn abgeklungen waren, veränderten die Mäuse ihr Verhalten Katzen gegenüber nicht. Dies sei bemerkenswert, schreiben die Wissenschaftler in "PLoS One". Wenn eine vorübergehende Infektion zu einer permanenten Veränderung der Biologie des Wirts führen kann, dann habe das gewaltige Auswirkungen auf das bisherige medizinische Verständnis von Infektionskrankheiten. Wie es genau zur Verhaltensänderung kommt, ist noch unklar, die Forscher vermuten, dass bestimmte Eiweißstoffe eine Rolle spielen, die vom Erreger an den Organismus abgegeben werden. [tj]

Quelle: PLoS One

Neurologie Es scheint Hirnaktivitäten auch jenseits der Null-Linie zu geben.

Die Null-Linie bei der Hirnstrommessung mittels EEG gilt Medizinern als wichtigstes Kriterium für einen Hirntod. Nun haben kanadische und rumänische Forscher erstmals Hirnaktivitäten jenseits dieser Linie aufzeichnen können. Sie scheinen einem noch tieferen Koma zu entspringen als es die Nulllinie anzeigt. Zunächst hatten rumänische Ärzte im EEG eines Komapatienten ein völlig unbekanntes Wellenmuster bemerkt. Der Patient hatte starke Medikamente bekommen, die im Ruf stehen, den Komazustand zu verstärken. Nachdem die Medikamente abgesetzt wurden, erschien im EEG erst die Null-Linie, danach ein bekanntes Muster für sehr geringe Hirnaktivität. Die Mediziner folgerten, dass der Patient aus einem bisher unbekannten, sehr tiefen Koma in ein leichteres zurückgekehrt war. Die Theorie überprüften die kanadischen Forscher an Katzen. Bei einem extrem tiefen Koma waren auch bei ihnen die neuen Wellenform feststellbar. [tj]

Quelle: PLoS One

Neurowissenschaften Es gibt vermutlich zehn Basisgerüche.

Während wir Geschmacksrichtungen einteilen können als: süß, sauer, bitter, salzig und umami, existieren solche Kategorien für Gerüche nicht. Das hat US-amerikanische Forscher auf den Plan gerufen. Mit Algorithmen durchkämmten sie eine Datensammlung, bei der 144 Substanzen von Probanden auf 146 Eigenschaften hin beschnüffelt worden waren. Dabei habe sich gezeigt, dass es wohl auch beim Geruch eine kleine Anzahl von Basisgerüchen gibt, aus der sich die gesamte Duftpalette ableiten läßt. Im Fachmagazin "PLoS One" benennen die Forscher zehn Geruchskategorien: fruchtig, minzig, süß, wohlriechend, holzig-harzig, chemisch, popcorn, Zitrone, beißend und faulig. [tj]

Quelle: PLoS One

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