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27.09.2013

Raumfahrt China will in zehn Jahren eine eigene Raumstation aufbauen.

Die Station soll auf einer niedrigen Bahn um die Erde kreisen und bis zu sechs Astronauten beherbergen können. Das hat die Chinesische Agentur für bemannte Raumfahrt auf einem Kongress in Peking bekannt gegeben. Dort wurde auch das Jahr 2023 als Ziel für den Aufbau genannt. Den Plänen nach soll die Station im Endausbau aus drei Modulen bestehen. Neben einem zentralen Versorgungsmodul sind zwei daran gekoppelte Forschungslabors geplant. Die Station soll auch für Langzeitaufenthalte im Weltraum geeignet sein. 2003 schickte China als drittes Land nach Russland und USA erstmals eigenständig einen Menschen ins Weltall. Seither treibt es sein bemanntes Raumfahrtprogramm mit großen Schritten voran. [luh]

Quelle: Agenturen

Planetologie Der Forschungsroboter Curiosity hat Wasser auf dem Mars gefunden.

Allerdings handelt es sich nicht um Wasser in flüssiger Form. Es ist chemisch im Gestein gebunden und wird nur frei, wenn man den Marssand stark erhitzt. Das berichten US-Forscher im Fachmagazin "Science". In Proben des Marsbodens, den Curiosity untersucht hatte, betrug der Wasseranteil rund zwei Prozent. Interessant ist diese Erkenntnis für die Raumfahrt. Sollten eines Tages bemannte Missionen zum Mars geschickt werden, könnten sie ihren Wasserbedarf aus dem Marsgestein decken. Im Nachweis von Wasser sehen die Forscher kein Zeichen für mögliches Leben auf dem Mars. Andere Messdaten von Curiosity – unter anderem zum Methangehalt der Atmosphäre – deuten darauf hin, dass der Roten Planet wahrscheinlich unbelebt ist. [luh]

Quelle: DOI: 10.4459/science.1238670

Medizin Unterschiedliche Krebsarten zeigen zum Teil die gleichen Genmutationen.

Brustkrebs unterscheidet sich von einem Leberkrebs oder einem Tumor im Darm. Deshalb werden dafür unterschiedliche Behandlungsmethoden eingesetzt. Eine internationale Forschungsinitiative hat jetzt erstmals über zwölf verschiedene Tumorarten hinweg gleiche Mutationen in den Zellen gefunden. Diese Erkenntnisse, im Fachmagazin "Nature Genetics" präsentiert, könnten neue Strategien für die Krebstherapie eröffnen. Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler am sogenannten Krebs-Genom-Atlas. Es geht darum, Tausende von Tumoren anhand ihrer typischen Mutationen in den Zellen zu charakterisieren. Die Pan-Cancer-Initiative nutzt die gleichen Gen-Daten, um nach genetischen Gemeinsamkeiten der diversen Tumorzelltypen zu fahnden. Die jetzt gefundenen Parallelen könnten helfen, Medikamente zu entwickeln, die gleich gegen mehrere Krebsarten wirken. [luh]

Quelle: DOI: 10.1038/ng.2760 und 10.1038/ng.2762

Biologie Manche Meerestiere besitzen gleich zwei innere Uhren.

Im gesamten Pflanzen- und Tierreich, also auch beim Menschen, richtet sich der Organismus nach einer Inneren Uhr. Sie tickt in der Regel im 24 Stunden-Rhythmus. Zwei Forschergruppen aus Österreich und Großbritannien haben jetzt bei im Meer lebenden Krebsen und Würmern weitere, davon unabhängige Zeitgeber gefunden. Diese richten sich nach dem Mond beziehungsweise den davon gesteuerten Gezeiten. Selbst als die Forscher in Versuchen die Tagesuhr störten, blieb die Monduhr der Tiere im ursprünglichen Rhythmus aktiv. Dieser eigenständige Taktgeber ist nach Ansicht der Wissenschaftler für die koordinierte Fortpflanzung von Bedeutung. Die Studien sind in den Fachzeitschriften "Current Biology" und "Cell Reports" erschienen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2013.08.038 und 10.1016/j.celrep.2013.08.031

Endokrinologie Abgebaute hormonähnliche Stoffe werden nachts reaktiviert.

Die Gefahr, die von hormonähnlichen Stoffen in Gewässern ausgeht, wird möglicherweise weit unterschätzt. Darauf deutet eine Studie hin, die im Magazin "Science" erschienen ist. US-Forscher fanden heraus, dass die bei Fischen schon in geringen Mengen wie ein Sexualhormon wirksame Verbindung 17-Alpha-Trenbolon tagsüber im Sonnenlicht schnell abgebaut wird. Doch nachts, bei Dunkelheit, regeneriert sie sich überraschenderweise wieder. Die in der Umwelt tatsächlich vorhandenen Konzentrationen dürften deshalb weitaus höher sein, als übliche Wasserproben beweisen, die normalerweise tagsüber gezogen werden. In den USA wird bei der Rinderzucht das synthetische Wachstumshormon Trenbolon-Acetat eingesetzt. Im Stoffwechsel der Tiere wird daraus 17-Alpha-Trenbolon. Es wird mit dem Urin ausgeschieden und kann darüber in die Gewässer gelangen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1243192

26.09.2013

Materialforschung Plastiktüten lassen sich zu Nanoröhrchen verfeinern.

An der australischen Universität von Adelaide haben Forscher ein entsprechendes Verfahren entwickelt und getestet. Das berichtet das Fachmagazin "Carbon": Nicht recyclebare, alte Plastiktüten dienen den Forschern als Ausgangsmaterial. Mit einem chemischen Verdampfungsverfahren, bei dem keine Lösungsmittel und keine Katalysatoren verwendet werden, lassen sich geordnete Kohlenstoff-Nanoröhrchen herstellen. Derartige Nanoröhrchen sind zehntausendmal dünner als ein menschliches Haar. Sie können als Membrane eingesetzt werden, zum Beispiel in Filtern oder Batterien. Bislang sind solche Membranen nur sehr aufwändig herstellbar. Mit der neuen Methode fände nicht abbaubarer Plastikmüll eine neue Verwendung. [tj]

Quelle: Carbon

Geologie Sauerstoff eroberte die Erdatmosphäre viel früher als bislang angenommen…

… und zwar um 600 Millionen Jahre früher. Ein dänisch-südafrikanisch-deutsches Forscherteam hatte die chemische Zusammensetzung von Proben aus drei Milliarden Jahre alten Gesteinsschichten in Südafrika untersucht. Im Fachmagazin "Nature" präsentieren sie das Resultat. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre hatte bereits damals ein Niveau von mehr als 0,03 Prozent der heutigen Konzentration erreicht, und könne als bereits nennenswerter Sauerstoffgehalt bezeichnet werden. Alles deute darauf hin, dass schon vor drei Milliarden Jahren auf der Erde Organismen existierten, die Photosynthese betrieben und Sauerstoff produzierten. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature12426

Medizin Mit der richtigen Ernährung läßt sich die Sehkraft im Alter erhalten.

Jeder dritte Deutsche über 60 hat eine sogenannte Makuladegeneration. Das bedeutet: durch Ablagerungen und Veränderungen der Blutgefäße an der Netzhaut führen dazu, dass die Sehkraft schwindet. Bislang war die Erkrankung nicht heilbar. Doch Leipziger Augenärzte haben entdeckt, dass sich die Makuladegeneration durch eine gezielte Ernährung beeinflussen läßt. In einer Langzeitstudie behandelten die Mediziner 200 Patienten mit einer speziellen Diät. Diese bekamen ein Jahr lang täglich Nahrungsergänzungsmittel mit einer Kombination aus Lutein , Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren. Als Folge der Diät kam es zu einem deutlichen Anstieg der Makulapigmente und die Makuladegeneration der Patienten konnte gestoppt beziehungsweise verlangsamt werden. Die Sehkraft verbesserte sich leicht. Zwar hatten die Forscher bei der Studie speziell die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln untersucht, doch der Effekt könne auch durch natürliche Nahrungsmittel erzielt werden, hieß es. [tj]

Quelle: Agenturen

Biologie Winkerfrösche können sich auch im Wasserfall an steilen Felsen festhalten.

Wenn andere Froscharten längst den Halt verloren haben, dann kleben Winkerfrösche immer noch fest an rauen, steilen oder nassen Oberflächen. Winkerfrösche verdanken ihren Namen dem Umstand, dass sie Artgenossen mit eingehobenem Hinterbein und gespreizten Zehen zu sich heranwinken. Aber nicht nur das ist an ihnen ungewöhnlich. Sie heften sich nämlich nicht nur mit den Zehen, sondern auch mit Bauch und Schenkeln an Oberflächen. Das haben schottische Forscher beobachtet. Zusätzlich besitzen die Winkerfrösche längliche Zellen auf ihren Zehenpolstern. Untersuchungen mit dem Elektronenmikroskop ergaben: Durch längliche Form der Zellen werden die zwischen den Zellen verlaufenden Kanäle etwas geglättet. Wenn die Fußpolster der Winkerfrösche unter Wasser geraten, dann kann so das überschüssiges Wasser unter den Polstern leichter abfließen. Das erkläre die gute Haftung dieser Amphibien selbst auf steilen Felsen unter einem Wasserfall, erläutern die Forscher im Fachmagazin "PLoS One". [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature12502

Technik Im Bemühen immer kleinere und leistungsfähigere Computer zu bauen, haben amerikanische Wissenschaftler jetzt einen Durchbruch zu vermelden.

Sie haben den ersten Kohlenstoff-Computer gebaut. Das berichtet das Fachmagazin "Nature". Einem Team der Stanford University war es gelungen, neuartige Mikrochips aus Kohlenstoff-Nanoröhren zu bauen. Diese Nanoröhren sind aus einer einzigen Lage Kohlenstoffatomen aufgebaut. Die Bauteile sind effizienter als die bisherigen Mikrochips aus Silizium, benötigen aber nicht mehr Raum. Der neue Kohlenstoff-Computer umfasst 178 Transistoren, die jeweils aus 10 bis 200 Kohlenstoff Nanoröhren bestehen. Noch sei die Technik nicht ausgereift. In Sachen Leistung sei der Computer noch weit von aktuellen Standards entfernt, er könne erst 20 Standardbefehle fehlerfrei ausführen. Aber die neue Methode zeige einen Richtungswechsel in der Computertechnologie. [tj]

Quelle: PLoS One

25.09.2013

Pädagogik Bauklötze fördern nicht nur das räumliche Vorstellungsvermögen.

Sie fördern auch das mathematische Verständnis. Das ist das Fazit einer Studie, die Forscher der University of Delaware im Fachmagazin "Child Development" vorstellen. Demnach legt das Spielen mit bunten Quadern bereits im Kleinkindalter die Grundlagen für das spätere Lernen in Bereichen wie Naturwissenschaften, Mathematik, Technik und Ingenieurwissenschaften. Bei der Langzeitstudie schnitten Dreijährige, die problemlos Bausteinkonstruktionen nachbauen konnten, später bei Mathematikaufgaben im Grundschulalter besser ab als Gleichaltrige, die nur bedingt Bauklotzkombinationen als Kleinkind nachbauen konnten. Einen geschlechtsspezifischen Unterschied konnten die Forscher nicht feststellen, wohingegen deutliche Unterschiede hinsichtlich der sozialen Herkunft auszumachen waren. Kinder mit sozial schwächerem Hintergrund fielen demnach schon in frühem Alter hinter Kindern aus sozial stärkeren Familien zurück. [mst]

Quelle: Child Deleopment (doi:10.1111/cdev.12165)

Biologie Viel hilft viel.

Dieser Maxime scheinen sich Weibchen der Kuckucksweber in Sambia verschrieben zu haben. Ihre Strategie, die eigenen Eier anderen Brutpaaren unterzuschieben, war bereits bekannt. Unbekannt war allerdings bislang die Tatsache, dass die gelben, spatzengroßen Vögel nicht nur ein, sondern jeweils mehrere Eier in ein fremdes Nest legen. Das notieren Zoologen aus Cambridge im Fachjournal "NATURE Communications". Demnach haben die Kuckucksweber herausgefunden, dass die arglosen Adoptiveltern durch die Masse an Eiern die eigene von der fremden Brut schwerer unterscheiden können. Diese Strategie habe nachweislich den Fortpflanzungserfolg der Brutparasiten erhöht. [mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3475)

Physik Forscher können das Weltraumwetter vorhersagen.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat gestern in Göttingen den Prototypen eines europäischen Frühwarnsystems vorgestellt. Dieses analysiert die Daten aktueller Weltraummissionen in Echtzeit und berechnet binnen zwei Minuten Stärke, Richtung, Geschwindigkeit und den Verlauf von Sonnenstürmen sowie deren mögliche Folgen auf der Erde. Starke Sonnenstürme können Stromausfälle verursachen, ebenso können sie die Satellitennavigation beeinträchtigen. Eine zeitnahe Vorhersage könnte helfen, auf mögliche Probleme frühzeitig zu reagieren, so die Forscher. [mst]

Quelle: idw-Online/Uni Göttingen

Medizin Medizinische Apps sollen in den USA ähnlich kontrolliert werden wie Medizinprodukte.

Die US-Zulassungsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte (FDA) ordnet bestimmte Softwareprogramme für Smartphones und Tablets als Medizinprodukte ein, die einer Zulassung bedürfen. Ein Regulierungsbedarf besteht demnach, weil Fehlinformationen von Medizin-Apps negative Folgen haben können. Als Beispiel führt die FDA an, dass einige Anwendungen die in den Smartphones eingebauten Mikrofone als Stethoskop nutzen, um Herztöne und -geräusche zu messen und anschließend daraus Diagnosen zu erstellen. Diese Geräte und Anwendungen müssen nach Ansicht der FDA daher geprüft werden, wenn sie als ernsthafte medizinische Hilfsgeräte eingesetzt werden sollen. Die Behörde hat eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 100 Medizin-Apps nach Prüfung zugelassen. [mst]

Quelle: FDA

Umwelt In Simbabwe sind Elefanten vergiftet worden.

Auf der Jagd nach Elfenbein sind im Hwange-Nationalpark 81 Elefanten mit Zyanid vergiftet worden. Wie die zuständige Behörde Simbabwes mitteilte, sind im größten Nationalpark des Landes auch Büffel und Löwen auf gleiche Weise zu Tode gekommen. Neun Menschen seien mittlerweile festgenommen worden. Diese Wilderer hätten nach bisherigen Erkenntnissen nicht, wie zunächst vermutet, Wasserstellen vergiftet, sondern Gebiete, in denen die Tiere gegrast hätten. [mst]

Quelle: Agenturen/BBC

Geophysik Ein Erdbeben erschafft eine Insel.

Durch das gestrige schwere Beben in Pakistan hat sich 200 Meter vor der Küste der Hafenstadt Gwadar eine Insel aus der Arabischen See gehoben. Nach Angaben des pakistanischen Nationalen Instituts für Ozeanografie sei die Insel rund 20 Meter hoch, 90 Meter breit und 37 Meter lang. Der pakistanischen Zeitung "Dawn" zufolge sei dies bereits das dritte Mal, dass dort vor der Küste eine Insel entstanden ist. Die beiden früheren Inseln hätten sich jedoch gebildet, ohne dass es vorher zu einem Erdbeben gekommen war. Sie seien wieder in sich zusammengestürzt. In der Gegend gibt es viele Schlammvulkane. Bei dem gestrigen Erdbeben der Stärke 7,7 in Pakistan sind Behördenangaben zufolge mindestens 300 Menschen ums Leben gekommen. [mst]

24.09.2013

Psychologie Warnungen vor Nebenwirkungen können den Verkaufserfolg fördern.

Wenn zwischen der Wahrnehmung der Warnung und dem Kauf einige Zeit vergeht. Davon zeigt sich ein internationales Forscherteam über-zeugt. Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie die Warnung vor Nebenwirkungen auf Medikamenten oder Zigarettenschachteln die Kaufentscheidung von Kunden beeinflusst. Dabei stellten sie fest, dass Nebenwirkungen heute sehr deutlich und detailliert präsentiert werden. Versuche mit Rauchern zeigten aber, dass diese Warnungen nur wirkten, wenn die Probanden unmittelbar nach dem Lesen eine Zigarettenpackung wählen konnten. Vergingen dagegen einige Tage, griffen sie bevorzugt zu der Marke, die besonders deutlich vor den Gefahren gewarnt hatte. Die Forscher vermuten, dass die deutliche Warnung vor Nebenwirkungen bei den Kunden den Eindruck des Vertrauens hinterlässt. [gä]

Biologie Das MERS-Coronavirus befällt vor allem tief in der Lunge liegende Zellen.

Das notiert ein internationales Forscherteam in PNAS. Die Wissenschaftler hatten sechs Makaken gezielt mit dem neuen Coronavirus infiziert und anschließend den Verlauf der Krankheit beobachtet. Sie wollten mit diesem Versuch ein Tier-Modell für das neue Virus entwickeln, anhand dessen Krankheitsverlauf und mögliche Medikamente untersucht werden können. Dabei stellten sie unter anderem fest, dass das Virus Zellen angreift, die die Lungenbläschen auskleiden. Das könne erklären, warum die Krankheit zwar schwer verläuft, aber nur schwer von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. MERS wurde 2012 das erste Mal beschrieben. Das Virus tritt vor allem im Nahen Osten auf, Patienten haben grippeähnliche Symptome, Atembeschwerden und unter Umständen Nierenversagen. [gä]

Energie Der Wirkungsgrad von Solarzellen nähert sich langsam der 50-Prozent- Marke.

Forscher des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg haben mit einer Solarzelle für Konzentrator-Fotovoltaik einen Wirkungsgrad von 44,7 Prozent erreicht. Konzentrator-Fotovoltaik gewinnt aus Sonnenlicht Strom, in dem das Licht gebündelt auf Zellen gelenkt wird. Die Freiburger Forscher haben vier Zellen übereinandergeschichtet, die das gesamte Lichtspektrum ausnutzen. Sie konnten die Effizienz dieser Technik binnen vier Monaten um einen Prozentpunkt steigern, und hoffen, eine billige und effiziente Technik für sonnenreiche Standorte entwickeln zu können. [gä]

Gesellschaftswissenschaften Königreiche, Behörden und Religionen entstehen durch Kriege.

Die komplexen und für eine Gesellschaft eher teuren Institutionen helfen ihrem Volk, in Auseinandersetzungen einen Vorteil zu erlangen. Davon ist ein britisch-US-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler stützen sich auf ein einfaches Computermodell, mit dem sie die Gesellschaften, Staaten und Kriege zwischen 1500 vor und nach Beginn unserer Zeitrechnung simulierten. Die dabei verwendeten Variablen legen nahe, dass ohne Waffentechnik und Kriege Königreiche, Behörden und Religionen kaum entstanden wären. Selbst die Alphabetisierung sei nur entstanden, weil die schriftliche Fixierung von Informationen für Behörden unerlässlich ist. [gä]

Neurowissenschaft Ein Nickerchen in der Vorschule hilft beim Lernen.

Seit einigen Jahren beschreiben Wissenschaftler den Wert eines Mit-tagsschlafs für den Lernerfolg von Teenagern. Ob er hingegen auch das Lernen von Vorschülern verbessert, ist bis jetzt kaum untersucht worden. Dennoch führen in den USA immer mehr Vorschulprogramme einen kurzen Mittagsschlaf ein. Ein Forscherteam der University of Massachusetts hat nun die Auswirkungen dieser Schlafphase untersucht. In PNAS berichten sie, dass der Mittagsschlaf durchaus sinnvoll ist: Die Kinder könnten sich an Gelerntes sowohl am Nachmittag als auch am folgenden Morgen besser erinnern. [gä]

Ingenieurswissenschaften Wirbelnde CDs sollten Abwasser reinigen.

Auf den Compact Discs erheben sich dafür nachträglich aufgebrachte, winzige Zink-Oxid-Stäbchen, die – beleuchtet mit ultraviolettem Licht – organische Bestandteile im Abwasser zerlegen. Der CD kommt dabei neben der Rolle der Trägerin auch die Rolle zu, das Wasser durch Rotation zu einer feinen Schicht zu verteilen und so die Reaktion zu beschleunigen, berichten Forscher der Taiwan University. Die Wissenschaftler sehen den Vorteil ihrer Entwicklung in einer einfachen Technik, einem geringen Energieverbrauch und der Möglichkeit, Milliarden von bereits produzierten CDs weiter zu verwenden. Der erste Prototyp passt in einen Würfel von etwa 30 Zentimetern Kantenlänge. Er kann pro Minute 150 Milliliter Wasser reinigen. Die Forscher arbeiten jetzt daran, das System zu beschleunigen. Dafür wollen sie versuchen, mehrere CDs übereinander zu stapeln. [gä]

23.09.2013

Neurowissenschaft Das Gehirn lässt sich von Süßstoffen nicht übertölpeln

US-amerikanische Forscher an der Yale University haben herausgefunden, warum kalorienfreie süße Erfrischungsgetränke dazu führen können, dass Menschen langfristig nicht weniger, sondern mehr Zucker zu sich nehmen. Durch den Abbau von Zucker in Energie gelangten Signalstoffe an das Gehirn, die zu einer verstärkten Ausschüttung des Nachrichtenstoffs Dopamin führten. Dopamin ist auch Teil des Belohnungssystems - der Konsum von Zucker führt zu größerer Zufriedenheit. Zuckerersatzstoffe schmeckten zwar süß, sie führten aber nicht zu einer Erhöhung des Dopamin-Spiegels im Gehirn, schreiben die Forscher im "Journal of Physiology". Hungrige Mäuse, die die Wahl zwischen sehr süßen kalorienfreien Getränken und wenig süßen zuckerhaltigen Lösungen hatten, bevorzugten langfristig die Zuckerlösungen. Süße Limonaden seien ein wichtiger Grund für Übergewicht, so die Forscher. Süßstoffhaltige Limonaden aber seien keine Alternative – außer man mischte ihnen künftig ein klein wenig richtigen Zucker bei. [mawi]

Astronomie Strahlungsgürtel um die Erde ist wandelbar

Ende der 50er-Jahre sind zwei sogenannte Van-Allen-Gürtel entdeckt worden, die die Erde umschließen. Es handelt sich um schnelle geladene Teilchen, die - gefangen vom Magnetfeld der Erde - in einer Höhe von 1000 bis 50.000 Kilometer hin und her flitzen. Im September 2012 haben Astronomen mithilfe von NASA-Sonden einen dritten Ring entdeckt. Er existierte allerdings nur vier Wochen. Die Elektronen in diesem Gürtel, so berichten Kalifornische Forscher im Fachblatt "Nature Physics" hätten beinahe Lichtgeschwindigkeit erreicht. Diese Teilchen seien besonders gefährlich für Satelliten und andere Flugkörper, da die extrem schnellen Elektronen auch aufwendige Schutzhüllen durchqueren könnten. Im schlimmsten Fall führe dies zum Ausfall der Satelliten. Entstanden sei der dritte Ring, weil so genannte Plasmawellen die schnellen Teilchen aus dem äußeren Gürtel Richtung Erde gedrückt hätten. Ein starker Sonnensturm habe dann nach vier Wochen zur Auflösung des dritten Rings geführt. Die Van-Allen-Gürtel könnten nicht mehr als einheitliche Masse von Elektronen angesehen werden, so die Forscher. Die Teilchen reagierten auf Veränderungen im Weltraum auf ganz unterschiedliche Weise. [mawi]

Medizin Virologen haben von der Schweinegrippe gelernt

Bevor das H1N1-Grippe-Virus 2009 Großbritannien erreichte, haben Forscher vom Imperial College London Blutproben von Freiwilligen gesammelt und analysiert. Dann beobachteten sie, ob und wie gut die Studienteilnehmer die Grippe-Wellen der folgenden zwei Jahre überstanden. Sie entdeckten: Menschen, die weniger schwer an Grippe erkrankten, hatten besonders viele spezielle Immunzellen im Blut. Diese so genannten CD8 positiven T-Zellen erkennen virusinfizierte Zellen und töten diese ab. Ein universeller Impfstoff, der nicht nur vor einem bestimmten Grippe-Virus-Typ schützt - sondern vor vielen verschiedenen Grippe-Viren, müsste das Immunsystem dazu bringen, möglichst viele dieser CD8-Zellen zu bilden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Medicine". Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass der Körper vor allem lernen muss, Abwehrmoleküle gegen Grippeviren zu bilden – sogenannte neutralisierende Antikörper. [mawi]

Quelle: Nature Medicine“

Medizin/Neurowissenschaft Forscher verstehen jetzt, wie Propofol das Bewusstsein raubt

US-amerikanische und britische Forscher haben entdeckt, wo genau im Gehirn das Narkosemittel Propofol wirkt. Bekannt war bereits, dass der Wirkstoff an einer speziellen Struktur auf den Hirnzellen festmacht, an dem sogenannten GABA-A-Rezeptor. Da Propofol nur kurze Zeit an den Rezeptor bindet, war der genaue Bindungsmechanismus bislang unklar. Die Forscher Washington University und der London School of Medicine veränderten Propofol so, dass es dauerhaft an den Rezeptor bindet. Voraussetzung dafür, die genaue dreidimensionale Struktur der Bindungsstelle bestimmen zu können. Der Vorteil von Propofol ist, dass es schnell und für kurze Zeit wirkt. Es kann allerdings einen plötzlichen Blutdruck-Abfall verursachen und die Atmung behindern. Das neue Wissen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Chemical Biology", könne helfen, Narkosemittel mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. [mawi]

Quelle: Nature Chemical Biology

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