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03.09.2014

Biochemie Darmbakterien stellen Biokraftstoffe her.

Biochemiker vom Imperial College London haben die Biosynthese von E.-coli-Bakterien zu Fettsäuren so verändert, dass neben Wasser, Anionen der Ameisensäure auch der Alkohol Butanol und das Gas Propan entsteht. Dieser Hauptbestandteil von Flüssiggas kann als Heiz- oder Brennstoff verwendet werden. Ihre Methode zur Herstellung von Biokraftstoff aus Mikroben stellen die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Communications" vor. Allerdings sind die durch E. coli erzeugten Propangasmengen von 32 Milligramm pro Liter noch sehr gering.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms5731)

Biologie Kakadus können lernen und begreifen.

Goffin-Kakadus sind nicht nur in der Lage, den Umgang mit einem Werkzeug voneinander abzuschauen und nachzuahmen, sondern sie können die Technik auch verbessern. Das haben Verhaltensbiologen der Universität von Wien nachgewiesen. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, zeigte ein Kakadu Artgenossen, wie man ein Stöckchen einsetzen kann, um eine Nuss aus einer vergitterten Versuchsbox herauszuholen. Einige Vögel übten sich danach auch in diesem Vorhaben, wobei sie die Technik jedoch optimierten und schneller ans Ziel kamen. Dies sei der erste Beleg für eine soziale Weitergabe der Werkzeugnutzung bei einem Vogel, schreiben die Forscher. Die Tiere hätten das Erfolgsprinzip zuerst übernommen, dann aber eigene Methoden entwickelt. Dies sei ein kreativer Prozess, der durch das soziale Lernen angestoßen wird - und damit anspruchsvoller sei als das reine Kopieren.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.097)

Medizin Die Luftverschmutzung in Häusern tötet jedes Jahr bis zu vier Millionen Menschen.

Das geht aus einer Studie im britischen Fachjournal "The Lancet Respiratory Medicine" hervor, die Wissenschaftler aus Liverpool angefertigt haben. Hochgerechnet droht 2,8 Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika ein vorzeitiger Tod, weil die Luft in ihren Häusern stark verschmutzt ist. Mehr als jeder dritte Mensch weltweit atmet demnach im eigenen Zuhause gefährlich schlechte Luft ein, die beim Verbrennen von Kohle oder pflanzlichen Brennstoffen entsteht. Daten aus Indien zeigten etwa, dass die Luftverschmutzung in einem Haus dreimal höher sein kann als in einer Straße in London. Diese Werte liegen deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten.

[mst]

Quelle: The Lancet (10.1016/S2213-20600(14)70169-77)

Ozeanologie Plastikmüll zeigt unbekannte Zusammenhänge der Ozeane.

In den Weltmeeren treiben immer größere Mengen Plastikmüll, der sich teilweise in großen Strudeln mitten in den Ozeanen sammelt. Ein Modell zur Herkunftsanalyse dieses Unrats haben nun Forscher aus Sydney entwickelt. Sie stellen es im Fachblatt "Chaos" vor. Das Netzwerkmodell zeigt, wie die Strömungen verschiedene Bereiche der Meere miteinander verbinden. Mit dem Modell werden die Grenzen der Meeresbecken neu definiert, so die Forscher, dennoch bleibt es weiterhin bei sieben Weltmeeren. Demnach sind einige Gebiete im Indischen und Pazifischen Ozean viel enger mit dem Südatlantik verkoppelt als mit dem Rest ihrer eigenen Meeresgebiete. Dem entgegengesetzt gehört ein kleiner Teil des Indischen Ozeans hinsichtlich seiner Strömungen eher zum Südpazifik.
[mst]

Quelle: Chaos (10.1063/1.4892530)

Biologie Schon die Vorfahren von Säugetieren waren nachtaktiv.

US-amerikanische Paläontologen haben 24 Vertreter einer alten Reptiliengruppe, die der sogenannten Synapsiden, untersucht. Diese Tiere, die vor 300 bis 200 Millionen Jahren lebten, gelten auch als die Vorfahren heutiger Säugetiere. Wie die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, entdeckten sie, dass bei einigen Tieren der Bereich der Augenhöhlen bereits deutliche Merkmale einer Anpassung an das nachtaktive Leben aufwies. Demnach hat sich die nächtliche Lebensweise schon 100 Millionen Jahre früher entwickelt als bislang bekannt.
[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.1642)

Biologie Japan will 2015 wieder Wale fangen.

Das für kommendes Jahr geplante Forschungsprogramm in der Antarktis sehe die Jagd auf Zwergwale vor, teilte das Fischereiministerium heute in Tokio mit. Finn- und Buckelwale wurden von der Liste gestrichen, nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag im März entschieden hatte, dass Japan seinen Walfang im Südpolarmeer einstellen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichen Zweck gedient, so die Urteilsbegründung.
[mst]

Forschungspolitik Das Bundeskabinett hat die neue Hightech-Strategie verabschiedet.

Damit soll die Rolle von Hightech aus Deutschland für Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt werden, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) heute in Berlin. Ziel der Hightech-Strategie ist, den Weg wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung zu beschleunigen. Um das zu erreichen, wird die Bundesregierung in diesem Jahr elf Milliarden Euro investieren. Die Hightech-Strategie konzentriert sich auf Forschungsthemen, wie digitale Wirtschaft und Gesellschaft, nachhaltiges Wirtschaften und Energie, innovative Arbeitswelt, gesundes Leben, intelligente Mobilität und zivile Sicherheit. Dazu werden Fachhochschulen gestärkt, zudem sollen sich Spitzencluster und vergleichbare Netzwerke stärker international orientieren.

[mst]

Quelle: Bundesregierung

02.09.2014

Raumfahrt/Zoologie Die fünf Geckos an Bord einer Raumkapsel sind tot

Nach fast anderthalb Monaten ist die russische Raumkapsel "Foton-M" mit Geckos, Fruchtfliegen und Mikroorganismen an Board zur Erde zurückgekehrt. Ursprünglich sollte sie zwei Monate im All verbringen. Wissenschaftler wollten dabei unter anderem das Sexualverhalten der Tiere in der Schwerelosigkeit erforschen. Nachdem sie zeitweise den Kontakt zur Raumkapsel verloren hatten, entschieden sie sich für eine vorzeitige Rückkehr.

Wie die russische Raumfahrtagentur nun mitteilte, seien die Geckos erfroren, als das Heizsystem vorübergehend ausfiel. Die Fruchtfliegen hingegen hätten sich im All erfolgreich vermehrt. [hell]

Veterinärmedizin In China ist auf einer Geflügelfarm die Vogelgrippe ausgebrochen

Das teilt das chinesische Landwirtschaftsministerium mit. Gut 20.000 Gänse hätten auf einer Farm in Nordosten des Landes Symptome der Vogelgrippe gezeigt. 18.000 von ihnen seien verendet. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass die Vögel am H5N6 Virus erkrankt seien. Behörden regelten die Gegend ab und töteten vorsorglich knapp 70.000 Vögel. Im Mai hatten chinesische Behörden den ersten menschlichen Todesfall durch H5N6 bestätigt. Damals hatte sich ein Chinese vermutlich an infiziertem Geflügel angesteckt. [hell]

Ernährung Was sollte man bei einer Diät reduzieren: Kohlehydrate oder Fett?

Dieser Frage sind Mediziner aus den USA nachgegangen. Sie verordneten 150 fettleibigen Testpersonen eine Diät: Die eine Hälfte sollte dabei weniger Fett zu sich nehmen, die andere Hälfte sollte die Aufnahme von Kohlehydraten reduzieren.

Das Ergebnis beschreiben die Forscher in den "Annals of Internal Medicine": Nach einem Jahr hatten die Kohlehydrat-Reduzierer im Durchschnitt 3,5 Kilogramm mehr abgenommen als die Fett-Reduzierer. Und das, obwohl die Fett-Reduzierer ihre Diät gewissenhafter verfolgt hatten.

Auch bei Blutfettwerten und bei der Abnahme von Körperfett schnitten diejenigen besser ab, die auf Kohlehydrate verzichteten. [hell]

Umwelt Geteilte Taxifahrten könnten die Umwelt schonen

Das haben Ingenieure des MIT gezeigt. Sie gingen der Frage nach, wie viele Fahrten man sparen könnte, wenn sich mehrere Personen ein Taxi teilten. Aus Daten von mehr als 100 Millionen Taxifahrten in Manhattan berechneten die Forscher: Würden die Fahrgäste bis zu fünf Minuten Verspätung in Kauf nehmen, ließen sich 95 Prozent der Fahrten mit anderen zusammenlegen. Die gesamte Fahrzeit aller Taxis könnte um 40 Prozent sinken – und mit ihr die Kosten und die CO2-Emissionen. So beschreiben es die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS".

In ihrer Arbeit simulierten sie auch erfolgreich ein Online-System, das seinen Nutzern dabei hilft, Taxifahrten zusammenlegt. In weiteren Studien sollte eine Methode erarbeitet werden, um die Fahrpreise für die geteilten Fahrten zu berechnen, heißt es von den Forschern. Damit ließen sich die Einsparungen gerecht auf Fahrer und Fahrgast verteilen. [hell]

Quelle: PNAS doi: 10.1073/pnas.1403657111

Archäologie Forscher entdecken Höhlenkunst von Neandertalern

Das internationale Team stieß in einer Höhle in Gibraltar auf kreuzförmige Einkerbungen. Die Forscher schreiben im Magazin "PNAS", dass eine Deckschicht über der Gravur mindestens 39.000 Jahre alt sei. Die Symbole an sich müssten noch älter sein.

Die gefundene Gravur ist rund einen Quadratmeter groß und liegt etwa 40 Zentimeter über dem damaligen Höhlenboden. Die Wissenschaftler schließen aus, dass die Rillen versehentlich entstanden sind – etwa bei dem Versuch, etwas zu zerschneiden.

Sie kalkulierten, dass mitunter 300 Schläge mit klingenförmigen Steinen nötig gewesen waren, um solche Rillen in die Höhlenwand zu hauen. Die Gravur entstand zu einer Zeit, als der moderne Mensch noch nicht in der Gegend angekommen war. Ebenfalls gefundene Werkzeuge deuten darauf hin, dass die Höhlenkunst von Neandertalern stammt.

Bisher konnte Höhlenkunst nur dem modernen Menschen, also dem Homo sapiens zugeordnet werden. [hell]

Quelle: PANS - doi: 10.1073/pnas.1411529111

01.09.2014

Neurowissenschaft Die Fairness sitzt hinter der Stirn

Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley haben Hinweise darauf gefunden, dass Menschen mit Verletzungen oder Schäden in einer speziellen Region im Stirnhirn, dem dorso-lateralen präfrontalen Cortex, dazu neigen, sich eher egoistisch zu verhalten.

Die Forscher hatten Patienten Spiele durchführen lassen, in denen es darum geht, Geld gerecht aufzuteilen. Verglichen mit anderen Studienteilnehmern schummelten die Patienten mit Schäden im dorso-lateralen präfrontalen Cortex überzufällig häufig, um ihren eigenen Gewinn zu vergrößern. Offenbar sei die Hirnregion wichtig, um Ehrlichkeit und Fairness über das Eigeninteresse stellen zu können, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience - Doi: 10.1038/nn.3798

Medizin Experimenteller Ebola-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet

Der Impfstoff sei vom US-amerikanischen Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID) gemeinsam mit dem Pharmahersteller GlaxoSmithKline entwickelt worden, teilten die Nationalen Gesundheitsinstitute NIH mit. Der Beginn der klinischen Studie sei wegen der grassierenden Ebola-Epidemie in Westafrika vorgezogen worden.

In den kommenden Tagen sollen 20 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 50 Jahren geimpft werden. Die Forscher wollen herausfinden, ob der Impfstoff, der an Affen bereits erfolgreich getestet wurde, auch beim Menschen eine Immunantwort hervorruft. Außerdem prüfen sie, ob der Stoff auch unerwünschte Wirkungen hat.

Während der 48 Wochen dauernden Testzeit werden die Studienteilnehmer regelmäßig ärztlich untersucht. [mawi]

Psychologie Pflanzen in Büros steigern die Produktivität

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Cardiff University. Sie hatten in zwei Bürogebäuden in Großbritannien und den Niederlanden in Büroräumen Pflanzen platziert. Von jedem Arbeitsplatz waren mindestens zwei Gewächse sichtbar.

Befragungen und die Analyse der Produktivität des Personals ergaben: In grün ausstaffierten Büroräumen waren die Beschäftigten zufriedener, sie berichteten von besserer Luftqualität und gesteigerter Konzentrationsfähigkeit. Die Produktivität lag um durchschnittlich 15 Prozent höher.

Aus früheren Studien ist bereits bekannt, dass der Anblick von Pflanzen Stress mildern und die Aufmerksamkeitsspanne steigern kann.

Arbeitgeber sollten ihre Neigung zu nüchternen Büros überdenken - zum Wohl der Beschäftigten und des Unternehmens, fordern die Wissenschaftler. [mawi]

Klimawandel An den Antarktis-Küsten steigt der Meeresspiegel besonders schnell an

Im südlichen Polarmeer sei der Wasserspiegel um acht statt um sechs Zentimeter angestiegen – und damit stärker und schneller als in anderen Regionen der Welt, berichten Forscher der Universität Southampton im Fachblatt "Nature Geoscience" nach der Auswertung von Satelliten-Aufnahmen aus den letzten 19 Jahren.

Die Ursache des Wasseranstiegs liege im Abschmelzen des antarktischen Eispanzers sowie von Gletschern. So gelangten jährlich an die 350 Milliarden Tonnen Süßwasser ins Meer. Das Süßwasser schwimme auf dem dichteren Salzwasser und führe so zu regionalen Meeresspiegelerhöhungen: vor allem vor der Westküste der Antarktis und entlang der antarktischen Halbinsel.

Die Forscher wollen sich jetzt genauer ansehen, welchen Einfluss das salzärmere antarktische Oberflächenwasser auf die Bildung von Eisbergen hat und auch auf die Wasserströme in den Weltmeeren. [mawi]

Quelle: BBC, Nature Geoscience

Gesundheit Weintrinken hilft dem Herzen offenbar weniger als gedacht

Regelmäßiger, moderater Konsum von Rot- oder Weißwein senkt nicht das Arteriosklerose-Risiko. Das ist das Ergebnis einer tschechischen Studie mit Namen "In Vino Veritas", die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Barcelona vorgestellt wurde.

Die rund 150 Teilnehmer bekamen während der Studie fünfmal die Woche Pinot Noir oder Chardonnay-Pinot zu trinken – Frauen je 0,2 Liter, Männer je 0,3 Liter. Der Weinkonsum habe weder nach sechs noch nach zwölf Monaten einen positiven Einfluss gehabt auf die Blutfettwerte oder andere Marker für das Arteriosklerose-Risiko, berichten die Forscher der Universitäten Olmütz und Prag.

In den letzten 25 Jahren waren immer wieder Studien vorgelegt worden, die zu dem Ergebnis gekommen sind, dass moderater Weinkonsum vor Herz-Kreislauferkrankungen schützt. [mawi]

29.08.2014

Populationsgenetik Neues Bild von der Besiedlung der nordamerikanischen Arktis

Ein internationales Forscherteam berichtet heute im Fachmagazin "Science", dass die Region vor 6000 Jahren zum ersten Mal besiedelt wurde. Eine einzelne Gruppe von Menschen wanderte damals von Sibirien aus ein und begründete die Kultur der sogenannten Paläo-Eskimos. 4000 Jahre später wanderten dann verschiedene Gruppen ein, die die Vorfahren der heutigen indigenen Bevölkerung bildeten. Zwischen Paläo-Eskimos und Neuankömmlingen gab es offenbar keinen näheren Kontakt. Vor rund 700 Jahren verschwanden die Ureinwohner dann relativ schnell aus der Arktis. Die Ergebnisse der Studie beruhen auf der genetischen Untersuchung von menschlichen Überresten und von heute noch lebenden Individuen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1255832

Geophysik Der Bardarbunga ist ausgebrochen.

In der vergangenen Nacht hat der isländische Vulkan zum ersten Mal seit Beginn der seismischen Aktivitäten vor zwei Wochen Lava ausgespien. Isländische Wissenschaftler entdeckten nördlich des Gletschers Vatnajökull einen 900 Meter langen Riss, aus dem das Magma an die Oberfläche trat. Größere Mengen von Asche in der Luft wurden nicht festgestellt, so dass der Flugverkehr kaum beeinträchtigt wurde. Direkt über dem Vulkan gab es heute jedoch ein Flugverbot. Zwischenzeitlich galt Alarmstufe Rot. [reu]

Genetik Ebola gibt Genom preis

Ein internationales Forscherteam hat das Erbgut von knapp 100 Ebola-Viren der derzeitigen Epidemie entziffert. Die Variante aus Westafrika unterscheidet sich demnach an über 300 Stellen von den Erregern aus vorangegangenen Ausbrüchen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Science". Zudem fanden sie rund 50 Mutationen, die das Virus im Lauf der Epidemie erworben hat. Aus den Daten sei nicht abzulesen, ob der aktuelle Ebola-Typ gefährlicher sei als die bereits bekannten Erreger, erklärten die Wissenschaftler. Sie hoffen allerdings, dass die nun veröffentlichte Genomsequenz dazu beitragen kann, neue Tests, Impfstoffe und Therapien zu entwickeln. Fünf der rund 60 Autoren der Studie sind an Ebola gestorben, bevor der Artikel veröffentlicht wurde. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1259657

Astronomie Forscher finden ein galaktisches Schwergewicht.

Astronomen aus Schweden und Deutschland haben den massereichsten Stern in dem größten Sternentstehungsgebiet unserer Milchstraße entdeckt. Das Objekt wird als W49nr1 bezeichnet und besitzt zwischen 100 und 180 Mal soviel Masse wie unserer Sonne. Das berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Astronomy and Astrophysics". Von der Erde aus gesehen ist die galaktische Kinderstube des Sterns hinter dichten Staubwolken verborgen. Nur mit Hilfe von Infrarot-Beobachtungen gelang es daher, den Stern zu finden und zu bestimmen. Denn Infrarot-Licht kann den Staub weitgehend ungehindert durchqueren. Von der Entdeckung erhoffen sich die Astronomen neue Erkenntnisse über die Entstehung solcher Giganten. Bisher sind nur einige Dutzend Sterne dieser massereichen Klasse bekannt. [reu]

Quelle: DOI: 10.1051/0004-6361/201424154

Genetik Forscher finden die Gene der Zähmung.

Ein internationales Team von Biologen hat herausgefunden, wie sich das Erbgut des Wildkaninchens verändert hat, als es domestiziert wurde. Dabei fanden sie kleine Veränderungen in einer Vielzahl von Genen – anstelle von drastischen Änderungen in nur wenigen Erbanlagen. Beim Übergang vom Wild- zum Hauskaninchen sei die Art und Weise, wie die Gene aktiviert werden, sehr viel wichtiger als die reine Sequenz der DNA, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science". Die Gene, die von den Änderungen betroffen sind, seien vor allem für die Entwicklung der Nerven und des Gehirns von Bedeutung. Das lege nahe, dass durch die Zähmung der Tiere bestimmte Verhaltensweisen selektiert wurden. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1253714

28.08.2014

Entwicklungsbiologie Fische lernen laufen.

Als vor 400 Millionen Jahren die ersten Wirbeltiere das Land eroberten, mussten sie das Laufen lernen. Kanadische Forscher haben das nun in einem ungewöhnlichen Experiment nachgestellt. Sie zogen afrikanische Flösselhechte, die dank einer primitiven Lunge auch außerhalb des Wassers überleben können, konsequent auf dem Trockenen auf. Unter den ungewohnten Lebensbedingungen passten die Tiere ihren Körperbau an. Sie bewegten ihre verknöcherten Flossen näher am Körper und staksten darauf herum. Zudem hielten sie ihren Kopf höher. Die anatomischen Veränderungen spiegelten Entwicklungen hin zu den Landwirbeltieren wider, wie sie auch Fossilien zeigen, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature". [luh]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13708

Implantologie Nasenknorpel wächst im Knie.

Knorpelschäden im Knie konnten bisher nur schwer wieder geheilt werden. Forscher der Universität Basel haben jetzt entdeckt, dass Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand Gelenkknorpel ersetzen können. Es handelt sich zwar um andere Zelltypen, doch in ersten klinischen Versuchen erwiesen sich implantierte Knorpelzellen aus der Nase mit der Gewebeumgebung im Knie kompatibel. Nasale Knorpelzellen haben gegenüber Gelenkknorpel den großen Vorteil, dass sie nachwachsen können. Die Forscher entnahmen bei Probanden sechs Millimeter große Biopsien aus der Nasenscheidewand. Mit den daraus isolierten Knorpelzellen züchteten sie im Labor mehr als drei Zentimeter große Knorpelstücke, die sie ins Knie transplantierten. Die Studie ist im Fachblatt "Science Translational Medicine" erschienen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3009688

Geophysik Tektonische Platten können schrumpfen.

Die tektonischen Platten, welche die Erdkruste bilden, sind nicht so starr, wie bisher gedacht. US-Geologen der Rice University haben durch Langzeitanalysen der Ränder der Pazifischen Platte und Modellrechnungen herausgefunden, dass die Platte mit der Zeit durch Abkühlung der obersten Gesteinsschichten schrumpft. Dieser Prozess ist für einen Teil der beobachteten Plattenverschiebung verantwortlich. Die Pazifische Platte bewegt sich jedes Jahr rund 50 Millimeter nach Nordwesten. Rund zwei Millimeter davon könnten auf Schrumpfungsprozesse zurückgehen, berichten die Forscher im Fachmagazin "Geology". Das Schrumpfen der tektonischen Platten könnte auch eine Ursache für Erdbeben darstellen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1130/G35874.1

Physik Quantenfotografie liefert spukhafte Bilder.

Forscher der Universität Wien haben erstmals ein Objekt fotografiert, ohne dabei das für die Beleuchtung genutzte Licht selbst mit einem Fotosensor aufzufangen. Stattdessen rekonstruierten sie das Bild nur anhand von verschränkten Photonen, die gar nicht direkt mit dem Objekt in Kontakt kamen. Es handelt sich um Fotografie mit Hilfe der Quantenphysik. Wie die Wissenschaftler um Anton Zeilinger im Fachmagazin "Nature" berichten, generierten sie Paare von verschränkten Photonen. In der Quantenwelt bleiben verschränkte Teilchen auch über weite Distanzen hinweg miteinander verbunden. Bestrahlten die Forscher nun das Objekt mit einem Teilchen dieses Photonenpaares, konnten sie das andere getrennt davon mit einem Fotodetektor auffangen und darüber das Bild generieren. Durch die Verschränkung erhielten sie die gleichen optischen Informationen. [luh]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13586

Archäologie Die Kanaaniter tranken gewürzten Wein.

Dass in der frühen Bronzezeit schon Wein gekeltert wurde, wussten Historiker schon länger anhand von Berichten auf Tontafeln jener Zeit. Doch greifbare Beweise dafür lieferte erst der Fund eines 3700 Jahre alten Weinlagers im Norden Israels im vergangenen Jahr. Es gehörte vermutlich einst zu einem Palast des Königs von Kanaan. Jetzt präsentieren israelische Forscher im Fachjournal "PLoS One" die Ergebnisse erster chemische Analysen der organischen Überreste in den Amphoren. Sie fanden nicht nur Spuren von Säuren, die typischerweise in Rotwein vorkommen. Der Wein wurde damals offenbar auch stark gewürzt getrunken – mit Zusätzen von Honig, Wacholderbeeren, Therebinth-Harz, Zedernöl und möglicherweise sogar Minze, Myrte und Zimt. [luh]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0106406

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