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05.09.2014

Evolution Die Fähigkeit zur biologischen Synthese von Koffein ist offenbar zweimal entstanden.

Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler haben das Genom der Robusta-Kaffee-Pflanze entziffert. Die Erbanlagen, die für Herstellung des Koffeins verantwortlich sind, haben sie mit den entsprechenden Genen der Teepflanze verglichen. Dabei zeigte sich, dass beide Pflanzenarten unterschiedliche Werkzeuge gefunden haben, um das Alkaloid herzustellen. Das lege den Schluss nahe, dass die Pflanzen diese Fähigkeit mindestens zweimal unabhängig voneinander gebildet hätten. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1255274

Klimaforschung Grönland macht keine Klima-Ausnahme.

Die Erwärmung Grönlands hat vor rund 19.000 Jahren begonnen, also gleichzeitig mit den Temperaturänderungen auf dem Rest der Nordhalbkugel. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Sie widersprechen damit älteren Studien, die dieses Ereignis auf einen späteren Zeitpunkt datiert hatten. Die vorangegangenen Untersuchungen hatten sich vor allem auf Messungen von Sauerstoff-Isotopen aus Bohrkernen gestützt. Für die aktuelle Studie haben die Wissenschaftler ein anderes Element untersucht, nämlich Stickstoff. Mit seiner Hilfe konnten sie den Zeitpunkt neu bestimmen, zu dem die jüngste Eiszeit auf Grönland abklang. Dieser Zeitpunkt vor rund 19.000 Jahren stehe im Einklang mit den damaligen Kohlendioxidwerten und der einstigen Sonneneinstrahlung, betonen die Forscher. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254961

Mikrobiologie Stinkende Bakterien bevorzugen Kunstfasern.

Der Geruch von Sportbekleidung wird als besonders unangenehm empfunden, wenn die Textilien aus Polyester bestehen. Das liege daran, dass auf den Kunstfasern jene Bakterien besser gedeihen, die für den Geruch verantwortlich sind. So lautet das Ergebnis einer Studie von belgischen Wissenschaftlern, die im Fachblatt "Applied and Environmental Microbiology" erscheint. Die Forscher hatten untersucht, welche Bakterien auf benutzter Sportkleidung vorherrschen. Dabei stießen sie vor allem auf Einzeller, die zu den Mikrokokken gehören. Diese Bakterien bauen Fettsäuren aus dem Schweiß ab und lassen dabei flüchtige, übel riechende Substanzen entstehen. Corynebakterien, die den Geruch von Achselschweiß verursachen, fanden die Forscher jedoch kaum. Ein Vergleich mit Baumwollstoffen ergab, dass die Mikrokokken dort weniger gut gedeihen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1128/AEM.01422-14

Biologie Künstliche Zellen machen erste Schritte.

Forscher aus den USA und aus Deutschland haben im Labor ein einfaches Modell einer biologischen Zelle erschaffen. Das Gebilde besitzt die Fähigkeit, sich von ganz alleine zu verformen und zu bewegen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science". Das Modell setzt sich zusammen aus einer Membranhülle, zwei verschiedenen Sorten von Biomolekülen und einer Art Kraftstoff. Das eine der beiden Biomoleküle dient als winzig kleiner Motor, der von der Substanz ATP angetrieben wird. Er verschiebt die langen, stäbchenförmigen Moleküle der zweiten Substanz im Zellinneren, so dass sich der künstliche Einzeller in Bewegung versetzt. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, die Komplexität des Modells stufenweise zu erhöhen, um zum Beispiel auch den Prozess der Zellteilung zu verwirklichen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254784

Chemie Forscher finden das Gegenmittel zum Chili-Schock.

Eine Kombination aus Mascarpone und nicht geröstetem Toastbrot kann den Schärfereiz von Chili am besten neutralisieren. Das ist eines der Ergebnisse einer Doktorarbeit, die zur Zeit an der Hochschule Fulda entsteht. Eine Forscherin hatte erprobt, wie der scharfe Geschmack gedämpft werden kann, indem sie Testpersonen die Substanz Capsaicin verabreicht hatte. Diese chemische Verbindung kommt in Schoten der Chilipflanze vor und dockt im Mundraum an Schmerzrezeptoren an. Mascarpone auf Toastbrot wirke deshalb besonders gut, weil Capsaicin fettlöslich ist. Die Brotscheibe entferne die Substanz mechanisch von der Zunge. Von dieser Studie könnten Lebensmittelverkoster profitieren. Denn die Wirkung von Capsaicin hält üblicherweise besonders lange an. Mit dem nun gefundenen Gegenmittel könnten die Wartezeiten zwischen einzelnen Verkostungen verkürzt werden. [reu]

Raumfahrt Rosettas Ziel ist extrem dunkel.

Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko, den die Raumsonde Rosetta anpeilt, strahlt ersten Erkenntnissen nach sehr wenig Licht im UV-Bereich zurück. Außerdem sei seine Oberfläche kaum von Eis bedeckt. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. In der Atmosphäre des Kometen konnten Wasserstoff und Sauerstoff nachgewiesen werden. Die NASA-Experten stützen sich auf Messwerte, die von dem Gerät "Alice" geliefert wurden. Es hat im vergangenen Monat begonnen, die Oberfläche des Kometen zu untersuchen. Mitte November soll die Sonde Rosetta auf dem Kometen aufsetzen. [reu]

04.09.2014

Astronomie Forscher der Universität Hawaii haben unseren Galaktischen Superhaufen Laniakea getauft.

Das ist eine Wortzusammensetzung aus dem hawaiianischen "Lani", was soviel wie Himmel bedeutet, und "akea" – und das steht für unermesslich. Und genau das trifft den Sachverhalt wohl auch: 520 Millionen Lichtjahre misst die Region – eine für uns Menschen unermesslich große Himmelsregion. Ein Supercluster eben. Unsere Milchstraße ist da eine eher kleine Sternenansammlung am Rande. Solche Sternenansammlungen bilden zusammen mit anderen Galaxien ein Cluster, und mehrere Cluster gruppieren sich zu noch größeren Einheiten: zu Superclustern. Bisher ließ sich das Supercluster Laniakea nicht kartieren. Jetzt machten es eine neue Himmelsdurchmusterung und eine raffinierte Auswertemethode möglich, das Supercluster in dem wir leben, zu vermessen. Dazu haben sich die Forscher auf die Eigenbewegung der Galaxien konzentriert. Wenn Galaxien und Cluster miteinander in Wechselwirkung stehen, dann sollte das auch an der Bewegung zu erkennen sein – so haben die Forscher sich das gedacht. Und wenn dann die Geschwindigkeiten von benachbarten Galaxien in entgegengesetzter Richtung verlaufen, hat man eine Grenze zwischen zwei Superclustern vorliegen. Nach diesem Prinzip haben die Forscher die Zuordnung von Galaxien zu Superclustern vorgenommen. Um die Geschwindigkeiten im Universum genau zu berechnen, haben sie den Cosmicflows-2-Survey zu Hilfe genommen. Das ist der bisher größte Katalog galaktischer Bewegungen und er liefert genaue Entfernungsdaten von rund 8000 Galaxien. [tj]

Ökologie Weltweit schwinden die Wilden Wälder.

In den vergangenen 13 Jahren sind die letzten unberührten Waldlandschaften auf der Erde um über acht Prozent geschrumpft. Der Flächenverlust entspricht der dreifachen Größe Deutschlands. Das hat eine Studie des World Resources Institute und der Universität Maryland ergeben. Die ausgewerteten Satellitenbilder und Kartierungen zeigten, große Verluste an tropischem Dschungel und Nadelwäldern in Kanada, Russland und Alaska. Es sei unglaublich, in welchem Tempo der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen zerstöre, heißt es in der Studie. [tj]

Medizin Bei Piloten und Bordpersonal ist das Hautkrebsrisiko deutlich erhöht.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben Piloten und Flugpersonal ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Das berichtet das Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" aufgrund einer Überblicksstudie. Ausgewertet wurden 19 Einzelstudien mit über 220.000 Menschen. Als Ursache für das erhöhte Risiko haben die Forscher Ultraviolette Strahlen ausgemacht, die in viel größerem Umfang in Flugzeuge eindringen als bislang gedacht. So steigt zum einen die Strahlenbelastung mit der Höhe, denn der natürliche Schutz der Atmosphäre nimmt ab. Zum anderen gelangen UV-Strahlen nicht nur über die direkte Sonnenbestrahlung in die Flugzeuge, sondern auch durch die Reflexionswirkung der Wolken. Dichte Wolkendecken könnten rund 85 Prozent der gefährlichen UV Strahlen nach oben reflektieren, so die Wissenschaftler. [tj]

Quelle: DOI: 10.1001/jamadermatol.2014.1007

Medizin Das Tollwut-Virus nimmt den Expresszug zum Gehirn.

So fassen Forscher ihre Ergebnisse im Fachblatt "PLoS Pathogens" zusammen. Sie fanden heraus, dass das Tollwut-Virus ein bestimmtes Transportprotein kidnappt. Dadurch kann es mit hoher Geschwindigkeit entlang der Nervenzellen ins zentrale Nervensystem gelangen. Dort tötet es Zellen ab und führt zu sonderbarem Verhalten der Infizierten. In nahezu 100 Prozent der Fälle ist eine Tollwutinfektion tödlich. Die neuen Forschungsergebnisse sind nach Ansicht von führenden Virologen vielversprechend, um Therapieansätze zu entwickeln. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.ppat.1004348

Paläontologie In Argentinien lebte einer der größten Dinosaurier.

Die in Patagonien gefundenen, fast vollständigen Knochen eines Titanosauriers lassen darauf schließen, dass der Dino etwa 26 Meter lang war und etwa 60 Tonnen schwer. Dabei war das Tier noch nicht einmal richtig ausgewachsen, wie man aus den nicht vollständig verwachsenen Knochen im Bereich der Schulterblätter schließen könne. In "Nature Scientific Report" berichtet ein internationales Forscherteam über die Einzelheiten. Der Dinosaurier müsse riesige Mengen an Pflanzen vertilgt haben, um seine Größe zu erreichen. Vermutlich stand er sehr lange an einem Platz und balancierte seinen gut elf Meter langen Hals mit seinem neun Meter langen Schwanz aus. Ohne die Füße zu bewegen, könnte der Titanosaurier riesige Mengen Blätter und Farne erreicht haben. Die Forscher nannten den Titanosaurier, dessen Überreste zwischen 84 und 66 Millionen Jahre alt sind, Dreadnoughtus schrani. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/srep06196

Biologie Bei Gefahr schlüpfen Kaulquappen schneller.

Baumfrösche spüren eine drohende Gefahr – und das auch schon bevor sie überhaupt geschlüpft sind. Im Fachmagazin "Behavioural Ecology and Sociobiology" beschreiben Biologen ihre Beobachtungen in einem Freiluftlaboratorium in Thailand. Die dort lebenden weiblichen Baumfrösche kleben ihre Eier, die von einer gallertartigen Masse umgeben sind, nur an Pflanzen, die über einer Wasserlache hängen. Sobald das Schlüpfen der Kaulquappen beginnt, löst sich das Gelege von der Pflanze und fällt ins Wasser. Dieser normale Prozess kann aber auch beschleunigt werden – und zwar von einer bestimmten Heuschreckenart, die ebenfalls an den Wasserlachen lebt. Sobald nämlich die feindlichen Heuschrecken an einem Eigelege zubeißen, schlüpfen die heranwachsenden Kaulquappen früher, zum Teil schon eine Stunde später. Die Forscher vermuten, dass chemische Botenstoffe der toten Embryonen ein Signal für die übrigen Froschembryos sind, um ins nächste Lebensstadium übergehen. [tj]

03.09.2014

Biochemie Darmbakterien stellen Biokraftstoffe her.

Biochemiker vom Imperial College London haben die Biosynthese von E.-coli-Bakterien zu Fettsäuren so verändert, dass neben Wasser, Anionen der Ameisensäure auch der Alkohol Butanol und das Gas Propan entsteht. Dieser Hauptbestandteil von Flüssiggas kann als Heiz- oder Brennstoff verwendet werden. Ihre Methode zur Herstellung von Biokraftstoff aus Mikroben stellen die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Communications" vor. Allerdings sind die durch E. coli erzeugten Propangasmengen von 32 Milligramm pro Liter noch sehr gering.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms5731)

Biologie Kakadus können lernen und begreifen.

Goffin-Kakadus sind nicht nur in der Lage, den Umgang mit einem Werkzeug voneinander abzuschauen und nachzuahmen, sondern sie können die Technik auch verbessern. Das haben Verhaltensbiologen der Universität von Wien nachgewiesen. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, zeigte ein Kakadu Artgenossen, wie man ein Stöckchen einsetzen kann, um eine Nuss aus einer vergitterten Versuchsbox herauszuholen. Einige Vögel übten sich danach auch in diesem Vorhaben, wobei sie die Technik jedoch optimierten und schneller ans Ziel kamen. Dies sei der erste Beleg für eine soziale Weitergabe der Werkzeugnutzung bei einem Vogel, schreiben die Forscher. Die Tiere hätten das Erfolgsprinzip zuerst übernommen, dann aber eigene Methoden entwickelt. Dies sei ein kreativer Prozess, der durch das soziale Lernen angestoßen wird - und damit anspruchsvoller sei als das reine Kopieren.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.097)

Medizin Die Luftverschmutzung in Häusern tötet jedes Jahr bis zu vier Millionen Menschen.

Das geht aus einer Studie im britischen Fachjournal "The Lancet Respiratory Medicine" hervor, die Wissenschaftler aus Liverpool angefertigt haben. Hochgerechnet droht 2,8 Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika ein vorzeitiger Tod, weil die Luft in ihren Häusern stark verschmutzt ist. Mehr als jeder dritte Mensch weltweit atmet demnach im eigenen Zuhause gefährlich schlechte Luft ein, die beim Verbrennen von Kohle oder pflanzlichen Brennstoffen entsteht. Daten aus Indien zeigten etwa, dass die Luftverschmutzung in einem Haus dreimal höher sein kann als in einer Straße in London. Diese Werte liegen deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten.

[mst]

Quelle: The Lancet (10.1016/S2213-20600(14)70169-77)

Ozeanologie Plastikmüll zeigt unbekannte Zusammenhänge der Ozeane.

In den Weltmeeren treiben immer größere Mengen Plastikmüll, der sich teilweise in großen Strudeln mitten in den Ozeanen sammelt. Ein Modell zur Herkunftsanalyse dieses Unrats haben nun Forscher aus Sydney entwickelt. Sie stellen es im Fachblatt "Chaos" vor. Das Netzwerkmodell zeigt, wie die Strömungen verschiedene Bereiche der Meere miteinander verbinden. Mit dem Modell werden die Grenzen der Meeresbecken neu definiert, so die Forscher, dennoch bleibt es weiterhin bei sieben Weltmeeren. Demnach sind einige Gebiete im Indischen und Pazifischen Ozean viel enger mit dem Südatlantik verkoppelt als mit dem Rest ihrer eigenen Meeresgebiete. Dem entgegengesetzt gehört ein kleiner Teil des Indischen Ozeans hinsichtlich seiner Strömungen eher zum Südpazifik.
[mst]

Quelle: Chaos (10.1063/1.4892530)

Biologie Schon die Vorfahren von Säugetieren waren nachtaktiv.

US-amerikanische Paläontologen haben 24 Vertreter einer alten Reptiliengruppe, die der sogenannten Synapsiden, untersucht. Diese Tiere, die vor 300 bis 200 Millionen Jahren lebten, gelten auch als die Vorfahren heutiger Säugetiere. Wie die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, entdeckten sie, dass bei einigen Tieren der Bereich der Augenhöhlen bereits deutliche Merkmale einer Anpassung an das nachtaktive Leben aufwies. Demnach hat sich die nächtliche Lebensweise schon 100 Millionen Jahre früher entwickelt als bislang bekannt.
[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.1642)

Biologie Japan will 2015 wieder Wale fangen.

Das für kommendes Jahr geplante Forschungsprogramm in der Antarktis sehe die Jagd auf Zwergwale vor, teilte das Fischereiministerium heute in Tokio mit. Finn- und Buckelwale wurden von der Liste gestrichen, nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag im März entschieden hatte, dass Japan seinen Walfang im Südpolarmeer einstellen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichen Zweck gedient, so die Urteilsbegründung.
[mst]

Forschungspolitik Das Bundeskabinett hat die neue Hightech-Strategie verabschiedet.

Damit soll die Rolle von Hightech aus Deutschland für Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt werden, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) heute in Berlin. Ziel der Hightech-Strategie ist, den Weg wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung zu beschleunigen. Um das zu erreichen, wird die Bundesregierung in diesem Jahr elf Milliarden Euro investieren. Die Hightech-Strategie konzentriert sich auf Forschungsthemen, wie digitale Wirtschaft und Gesellschaft, nachhaltiges Wirtschaften und Energie, innovative Arbeitswelt, gesundes Leben, intelligente Mobilität und zivile Sicherheit. Dazu werden Fachhochschulen gestärkt, zudem sollen sich Spitzencluster und vergleichbare Netzwerke stärker international orientieren.

[mst]

Quelle: Bundesregierung

02.09.2014

Raumfahrt/Zoologie Die fünf Geckos an Bord einer Raumkapsel sind tot

Nach fast anderthalb Monaten ist die russische Raumkapsel "Foton-M" mit Geckos, Fruchtfliegen und Mikroorganismen an Board zur Erde zurückgekehrt. Ursprünglich sollte sie zwei Monate im All verbringen. Wissenschaftler wollten dabei unter anderem das Sexualverhalten der Tiere in der Schwerelosigkeit erforschen. Nachdem sie zeitweise den Kontakt zur Raumkapsel verloren hatten, entschieden sie sich für eine vorzeitige Rückkehr.

Wie die russische Raumfahrtagentur nun mitteilte, seien die Geckos erfroren, als das Heizsystem vorübergehend ausfiel. Die Fruchtfliegen hingegen hätten sich im All erfolgreich vermehrt. [hell]

Veterinärmedizin In China ist auf einer Geflügelfarm die Vogelgrippe ausgebrochen

Das teilt das chinesische Landwirtschaftsministerium mit. Gut 20.000 Gänse hätten auf einer Farm in Nordosten des Landes Symptome der Vogelgrippe gezeigt. 18.000 von ihnen seien verendet. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass die Vögel am H5N6 Virus erkrankt seien. Behörden regelten die Gegend ab und töteten vorsorglich knapp 70.000 Vögel. Im Mai hatten chinesische Behörden den ersten menschlichen Todesfall durch H5N6 bestätigt. Damals hatte sich ein Chinese vermutlich an infiziertem Geflügel angesteckt. [hell]

Ernährung Was sollte man bei einer Diät reduzieren: Kohlehydrate oder Fett?

Dieser Frage sind Mediziner aus den USA nachgegangen. Sie verordneten 150 fettleibigen Testpersonen eine Diät: Die eine Hälfte sollte dabei weniger Fett zu sich nehmen, die andere Hälfte sollte die Aufnahme von Kohlehydraten reduzieren.

Das Ergebnis beschreiben die Forscher in den "Annals of Internal Medicine": Nach einem Jahr hatten die Kohlehydrat-Reduzierer im Durchschnitt 3,5 Kilogramm mehr abgenommen als die Fett-Reduzierer. Und das, obwohl die Fett-Reduzierer ihre Diät gewissenhafter verfolgt hatten.

Auch bei Blutfettwerten und bei der Abnahme von Körperfett schnitten diejenigen besser ab, die auf Kohlehydrate verzichteten. [hell]

Umwelt Geteilte Taxifahrten könnten die Umwelt schonen

Das haben Ingenieure des MIT gezeigt. Sie gingen der Frage nach, wie viele Fahrten man sparen könnte, wenn sich mehrere Personen ein Taxi teilten. Aus Daten von mehr als 100 Millionen Taxifahrten in Manhattan berechneten die Forscher: Würden die Fahrgäste bis zu fünf Minuten Verspätung in Kauf nehmen, ließen sich 95 Prozent der Fahrten mit anderen zusammenlegen. Die gesamte Fahrzeit aller Taxis könnte um 40 Prozent sinken – und mit ihr die Kosten und die CO2-Emissionen. So beschreiben es die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS".

In ihrer Arbeit simulierten sie auch erfolgreich ein Online-System, das seinen Nutzern dabei hilft, Taxifahrten zusammenlegt. In weiteren Studien sollte eine Methode erarbeitet werden, um die Fahrpreise für die geteilten Fahrten zu berechnen, heißt es von den Forschern. Damit ließen sich die Einsparungen gerecht auf Fahrer und Fahrgast verteilen. [hell]

Quelle: PNAS doi: 10.1073/pnas.1403657111

Archäologie Forscher entdecken Höhlenkunst von Neandertalern

Das internationale Team stieß in einer Höhle in Gibraltar auf kreuzförmige Einkerbungen. Die Forscher schreiben im Magazin "PNAS", dass eine Deckschicht über der Gravur mindestens 39.000 Jahre alt sei. Die Symbole an sich müssten noch älter sein.

Die gefundene Gravur ist rund einen Quadratmeter groß und liegt etwa 40 Zentimeter über dem damaligen Höhlenboden. Die Wissenschaftler schließen aus, dass die Rillen versehentlich entstanden sind – etwa bei dem Versuch, etwas zu zerschneiden.

Sie kalkulierten, dass mitunter 300 Schläge mit klingenförmigen Steinen nötig gewesen waren, um solche Rillen in die Höhlenwand zu hauen. Die Gravur entstand zu einer Zeit, als der moderne Mensch noch nicht in der Gegend angekommen war. Ebenfalls gefundene Werkzeuge deuten darauf hin, dass die Höhlenkunst von Neandertalern stammt.

Bisher konnte Höhlenkunst nur dem modernen Menschen, also dem Homo sapiens zugeordnet werden. [hell]

Quelle: PANS - doi: 10.1073/pnas.1411529111

01.09.2014

Neurowissenschaft Die Fairness sitzt hinter der Stirn

Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley haben Hinweise darauf gefunden, dass Menschen mit Verletzungen oder Schäden in einer speziellen Region im Stirnhirn, dem dorso-lateralen präfrontalen Cortex, dazu neigen, sich eher egoistisch zu verhalten.

Die Forscher hatten Patienten Spiele durchführen lassen, in denen es darum geht, Geld gerecht aufzuteilen. Verglichen mit anderen Studienteilnehmern schummelten die Patienten mit Schäden im dorso-lateralen präfrontalen Cortex überzufällig häufig, um ihren eigenen Gewinn zu vergrößern. Offenbar sei die Hirnregion wichtig, um Ehrlichkeit und Fairness über das Eigeninteresse stellen zu können, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience - Doi: 10.1038/nn.3798

Medizin Experimenteller Ebola-Impfstoff wird erstmals an Menschen getestet

Der Impfstoff sei vom US-amerikanischen Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID) gemeinsam mit dem Pharmahersteller GlaxoSmithKline entwickelt worden, teilten die Nationalen Gesundheitsinstitute NIH mit. Der Beginn der klinischen Studie sei wegen der grassierenden Ebola-Epidemie in Westafrika vorgezogen worden.

In den kommenden Tagen sollen 20 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 50 Jahren geimpft werden. Die Forscher wollen herausfinden, ob der Impfstoff, der an Affen bereits erfolgreich getestet wurde, auch beim Menschen eine Immunantwort hervorruft. Außerdem prüfen sie, ob der Stoff auch unerwünschte Wirkungen hat.

Während der 48 Wochen dauernden Testzeit werden die Studienteilnehmer regelmäßig ärztlich untersucht. [mawi]

Psychologie Pflanzen in Büros steigern die Produktivität

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Cardiff University. Sie hatten in zwei Bürogebäuden in Großbritannien und den Niederlanden in Büroräumen Pflanzen platziert. Von jedem Arbeitsplatz waren mindestens zwei Gewächse sichtbar.

Befragungen und die Analyse der Produktivität des Personals ergaben: In grün ausstaffierten Büroräumen waren die Beschäftigten zufriedener, sie berichteten von besserer Luftqualität und gesteigerter Konzentrationsfähigkeit. Die Produktivität lag um durchschnittlich 15 Prozent höher.

Aus früheren Studien ist bereits bekannt, dass der Anblick von Pflanzen Stress mildern und die Aufmerksamkeitsspanne steigern kann.

Arbeitgeber sollten ihre Neigung zu nüchternen Büros überdenken - zum Wohl der Beschäftigten und des Unternehmens, fordern die Wissenschaftler. [mawi]

Klimawandel An den Antarktis-Küsten steigt der Meeresspiegel besonders schnell an

Im südlichen Polarmeer sei der Wasserspiegel um acht statt um sechs Zentimeter angestiegen – und damit stärker und schneller als in anderen Regionen der Welt, berichten Forscher der Universität Southampton im Fachblatt "Nature Geoscience" nach der Auswertung von Satelliten-Aufnahmen aus den letzten 19 Jahren.

Die Ursache des Wasseranstiegs liege im Abschmelzen des antarktischen Eispanzers sowie von Gletschern. So gelangten jährlich an die 350 Milliarden Tonnen Süßwasser ins Meer. Das Süßwasser schwimme auf dem dichteren Salzwasser und führe so zu regionalen Meeresspiegelerhöhungen: vor allem vor der Westküste der Antarktis und entlang der antarktischen Halbinsel.

Die Forscher wollen sich jetzt genauer ansehen, welchen Einfluss das salzärmere antarktische Oberflächenwasser auf die Bildung von Eisbergen hat und auch auf die Wasserströme in den Weltmeeren. [mawi]

Quelle: BBC, Nature Geoscience

Gesundheit Weintrinken hilft dem Herzen offenbar weniger als gedacht

Regelmäßiger, moderater Konsum von Rot- oder Weißwein senkt nicht das Arteriosklerose-Risiko. Das ist das Ergebnis einer tschechischen Studie mit Namen "In Vino Veritas", die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Barcelona vorgestellt wurde.

Die rund 150 Teilnehmer bekamen während der Studie fünfmal die Woche Pinot Noir oder Chardonnay-Pinot zu trinken – Frauen je 0,2 Liter, Männer je 0,3 Liter. Der Weinkonsum habe weder nach sechs noch nach zwölf Monaten einen positiven Einfluss gehabt auf die Blutfettwerte oder andere Marker für das Arteriosklerose-Risiko, berichten die Forscher der Universitäten Olmütz und Prag.

In den letzten 25 Jahren waren immer wieder Studien vorgelegt worden, die zu dem Ergebnis gekommen sind, dass moderater Weinkonsum vor Herz-Kreislauferkrankungen schützt. [mawi]

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