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09.09.2014

Virologie Weltgesundheitsorganisation befürchtet Ausweitung der Ebola-Epidemie

In Liberia sei in den kommenden drei Wochen mit Tausenden neuen Ebola-Fällen zu rechnen, teilte die WHO mit. Die Zahl der Infizierten steige exponentiell an.
Gleichzeitig forderte die Organisation eine Aufstockung der Hilfen. So gebe es in ganz Liberia keine freien Betten für die Ebola-Behandlung. Erkrankte blieben zuhause und infizierten weitere Menschen.
Das Pentagon in Washington kündigte an, ein Feldlazarett nach Liberia zu schicken; Großbritannien will ein medizinisches Zentrum in Sierra Leone einrichten.
Bei der Epidemie in Westafrika sind bereits mehr als 2000 Menschen gestorben. Unter den Opfern befinden sich laut WHO 79 medizinische Helfer.

Archäologie Elfjähriger entdeckt ein 3000 Jahre altes Schwert

Der Junge habe den Griff der Waffe ertastet, als er sich in einem ostchinesischen Fluss die Hände waschen wollte.
Wie die BBC berichtet, habe der Vater des Jungen das 26 Zentimeter lange Schwert den Behörden übergeben. Archäologen zufolge stamme es aus der Shang- oder der Zhou-Dynastie. Das Schwert sei dekorativ und habe wahrscheinlich als Statussymbol gedient.
Im Bereich der Fundstelle ist nun eine Ausgrabungsstätte geplant.

Astronomie Nasa zweifelt am Meteoriten-Einschlag in Nicaragua

Wie der Leiter der NASA-Abteilung für Meteoriten berichtet, sei während des vermeintlichen Einschlags kein Feuerball zu sehen gewesen.
Nicaraguanische Behörden hatten gemeldet, dass in der Nacht zum Sonntag ein Meteorit in der Nähe der Hauptstadt eingeschlagen sei und einen zwölf Meter breiten Krater hinterlassen habe.
Ein Objekt, das einen so großen Krater verursacht, hätte einen sehr hellen Feuerball generieren müssen, heißt es von dem NASA-Experten. Dass dieser Feuerball ausblieb, deutet darauf hin, dass etwas anderes den Krater erzeugt habe.
Informationen dazu, was das genau gewesen sein könnte, lieferte der NASA-Abteilungsleiter nicht.

Primatenforschung Guineapaviane pflegen Männerfreundschaften

Das berichten Forscher des Deutschen Primatenzentrums, die eine Population der Tiere zwei Jahre lang beobachtet haben.
Dabei stellten sie fest, dass die soziale Interaktion der Guineapaviane nicht vom Verwandtschaftsgrad beeinflusst wird. Die männlichen Tiere leben in mehrschichtigen sozialen Systemen, kooperieren und zeigen weniger Aggression untereinander als andere Pavian-Arten. So notieren es die Forscher im Magazin „PNAS".
In weiteren Studien wollen sie untersuchen, welche Rolle die Weibchen bei den Männerfreundschaften spielen. Eventuell bevorzugen sie bei der Partnerwahl gut vernetzte Männchen und tragen so zu den Freundschaften bei.

Medizin Rauchen erhöht das Asthmarisiko für den Nachwuchs

Und zwar bereits vor der Zeugung. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die beim Internationalen Kongress europäischer Lungenmediziner in München vorgestellt wurde.
Die Forscher hatten mehr als 13 000 Männer und Frauen über 20 Jahre lang befragt. Das Ergebnis: Männer, die vor der Zeugung mehr als 10 Jahre lang rauchen, erhöhen das Asthmarisiko ihrer Kinder um 50 Prozent.
Jungen, die schon vor dem 15. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen, verdreifachen das Asthmarisiko ihres Nachwuchses.
Die Forscher vermuten, dass die Spermien in einer bestimmten Entwicklungsphase besonders anfällig für die Einflüsse schädlicher Stoffe sind.
Bei Frauen stellten die Wissenschaftler keine Effekte des Rauchens vor der Empfängnis fest.
Hier wirkte sich der Tabakkonsum erst in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind aus.

Paläontologie Neue Dino-Art entdeckt

Das Tier gehörte zu der Gattung Titanosaurus. Diese Pflanzenfresser sind für ihre Größe und ihre langen Hälse bekannt.
Die Forscher fanden Rippen, Gliedmaße und Teile des Beckens des Sauriers im südwestlichen Tansania. Das Tier lebte wahrscheinlich vor 100 Millionen Jahren, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Vertebrate Paleonytology".
Computertomographische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Tier von anderen in Afrika gefundenen Exemplaren der Gattung Titanosaurus unterscheidet.
Die Forscher vermuten, dass Merkmale der Umwelt wie große Flüsse oder Wüsten die Tiere in ihrer Bewegung einschränkten. Das habe lokale Unterschiede in der Tierwelt Afrikas befördert.

08.09.2014

Astronomie In Nicaragua hat ein Meteorit einen tiefen Krater geschlagen

In einem Waldstück in der Nähe des internationalen Flughafens der nicaraguanischen Hauptstadt Managua gab es in der Nacht zum Sonntag eine heftige Explosion. Wissenschaftler des Geophysischen Instituts "Ineter" bestätigten gegenüber Medien, dass es sich um einen Meteoriten-Einschlag handelte. Der Krater habe einen Durchmesser von zwölf Metern und sei über fünf Meter tief. Der Einschlag habe eine leichte seismologische Welle verursacht. Verletzt wurde niemand. [mawi]

Quelle: Agenturen

Geologie Die Eiskruste Europas erneuert sich immer wieder

Die Eiskruste des Jupitermonds Europa ist 40 bis 90 Millionen Jahre alt und damit sehr jung - gemessen am Alter des Sonnensystems von rund 4,5 Milliarden Jahren. Eine Erklärung für das Phänomen haben US-amerikanische Forscher jetzt gefunden. Europa besitze wie die Erde eine aktive Plattentektonik, berichten sie im Fachblatt "Nature Geoscience". Durch die Kruste des Mondes zögen sich zahlreiche mehrere Kilometer lange Risse im Eis. Dort quelle frisches Eis aus tieferen Schichten an die Oberfläche.

Die Forscher identifizierten zudem Bereiche, in denen die harte, einige Kilometer dicke Deckschicht der Eiskruste offenbar in tiefere, wärmere und weichere Krustenschichten einsinkt und dort schmilzt. Der Jupitermond besitze also eine dynamische Kruste, die fortwährend neu entstehe und wieder recycelt werde. [mawi]

Quelle: Nature Geoscience, 2014; doi: 10.1038/ngeo2245

Pharmaforschung Ein Medikament hilft beim Muskel-Aufbau

Wenn Muskelzellen verletzt werden oder sterben, dann ersetzt der Körper sie. Aus Stammzellen reifen Vorläuferzellen heran, aus diesen werden schließlich Muskelzellen. Bei einigen Formen von Muskelschwäche erschöpft sich über die Jahre der Vorrat an Vorläuferzellen.

Im Fachblatt "Nature Medicine" berichten Forscher aus den USA und Kanada, dass sie so genannte STAT3-Hemmstoffe erfolgreich an muskelkranken Mäusen getestet haben. Die Wirkstoffe führten dazu, dass sich der Vorrat an Vorläuferzellen wieder auffüllte. Bei Mäusen, die einmal wöchentlich den Wirkstoff bekamen, war die Regeneration geschädigter Muskeln deutlich verbessert. Es kam zu einer Zunahme der Muskelmasse.

Ob STAT3-Hemmstoffe auch Menschen mit Muskelschwäche helfen können, muss sich noch erweisen.

Entwickelt wurden die Wirkstoffe eigentlich zur Behandlung von Krebserkrankungen. [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Materialforschung Forscher verwandeln Graphen in einen Halbleiter

Graphen leitet Wärme und Strom sehr gut. Materialforschern aus Zürich und Mainz ist es gelungen, Graphen mit Halbleitereigenschaften herzustellen - eine wichtige Etappe auf dem Weg zu Transistoren aus Graphen.

Sie produzierten dazu ultraschmale Bänder von Graphen, die sie an genau definierten Positionen mit Stickstoff-Atomen ausstatteten. In einem zweiten Schritt reihten sie solche mit Stickstoff dotierten Segmente und normale Graphen-Segmente auf einer Goldoberfläche aneinander. Dann lösten sie die ultradünnen Graphenbänder vom Gold ab und übertrugen es auf eine andere Oberfläche - unter anderem auf Siliziumoxid.
Wenn Graphen so bearbeitet werde, verhalte es sich wie ein Halbleiter, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology".

Halbleitenden Graphenbänder könnten die Entwicklung von besonders kleinen, schnellen und energieeffizienten Elektronik-Bauteilen ermöglichen. Bislang lassen sich Graphenbänder allerdings noch nicht in größeren Mengen industriell herstellen. [mawi]

Quelle: Nature Nanotechnology, DOI: 10.1038/nnano.2014.184

Virologie Ein experimenteller Ebola-Impfstoff bewährt sich im Tierversuch

Affen, die eine einzige Impfdosis erhalten hatten, waren fünf Wochen später immun gegen das Virus. Nach zehn Monaten war nur noch bei zwei von vier Affen ein Impfschutz vorhanden, berichten Forscher der US-amerikanischen Gesundheitsinstitute NIH im Fachblatt "Nature Medicine".

Affen, die nach acht Wochen eine Auffrischungsimpfung erhielten, waren auch nach zehn Monate noch vollständig geschützt. Erstmals sei ein dauerhafter Impfschutz gegen Ebola erzielt worden, so die Forscher. Erste Tests an Menschen könnten jetzt beginnen.

Der Impfstoff enthält Erbgut-Bausteine von Ebolaviren des Stammes Zaire. Abgeschwächte Adenoviren vom Typ 5 dienen als Transportmittel. Hier könnte ein Problem liegen. räumen die Forscher ein: Bei Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Infektion mit Adeno-5-Viren hatten, könnte der Ebola-Impfstoff unwirksam sein. [mawi]

Quelle: Nature Medicine, doi:10.1038/nm.3702

05.09.2014

Evolution Die Fähigkeit zur biologischen Synthese von Koffein ist offenbar zweimal entstanden.

Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler haben das Genom der Robusta-Kaffee-Pflanze entziffert. Die Erbanlagen, die für Herstellung des Koffeins verantwortlich sind, haben sie mit den entsprechenden Genen der Teepflanze verglichen. Dabei zeigte sich, dass beide Pflanzenarten unterschiedliche Werkzeuge gefunden haben, um das Alkaloid herzustellen. Das lege den Schluss nahe, dass die Pflanzen diese Fähigkeit mindestens zweimal unabhängig voneinander gebildet hätten. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1255274

Klimaforschung Grönland macht keine Klima-Ausnahme.

Die Erwärmung Grönlands hat vor rund 19.000 Jahren begonnen, also gleichzeitig mit den Temperaturänderungen auf dem Rest der Nordhalbkugel. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Sie widersprechen damit älteren Studien, die dieses Ereignis auf einen späteren Zeitpunkt datiert hatten. Die vorangegangenen Untersuchungen hatten sich vor allem auf Messungen von Sauerstoff-Isotopen aus Bohrkernen gestützt. Für die aktuelle Studie haben die Wissenschaftler ein anderes Element untersucht, nämlich Stickstoff. Mit seiner Hilfe konnten sie den Zeitpunkt neu bestimmen, zu dem die jüngste Eiszeit auf Grönland abklang. Dieser Zeitpunkt vor rund 19.000 Jahren stehe im Einklang mit den damaligen Kohlendioxidwerten und der einstigen Sonneneinstrahlung, betonen die Forscher. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254961

Mikrobiologie Stinkende Bakterien bevorzugen Kunstfasern.

Der Geruch von Sportbekleidung wird als besonders unangenehm empfunden, wenn die Textilien aus Polyester bestehen. Das liege daran, dass auf den Kunstfasern jene Bakterien besser gedeihen, die für den Geruch verantwortlich sind. So lautet das Ergebnis einer Studie von belgischen Wissenschaftlern, die im Fachblatt "Applied and Environmental Microbiology" erscheint. Die Forscher hatten untersucht, welche Bakterien auf benutzter Sportkleidung vorherrschen. Dabei stießen sie vor allem auf Einzeller, die zu den Mikrokokken gehören. Diese Bakterien bauen Fettsäuren aus dem Schweiß ab und lassen dabei flüchtige, übel riechende Substanzen entstehen. Corynebakterien, die den Geruch von Achselschweiß verursachen, fanden die Forscher jedoch kaum. Ein Vergleich mit Baumwollstoffen ergab, dass die Mikrokokken dort weniger gut gedeihen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1128/AEM.01422-14

Biologie Künstliche Zellen machen erste Schritte.

Forscher aus den USA und aus Deutschland haben im Labor ein einfaches Modell einer biologischen Zelle erschaffen. Das Gebilde besitzt die Fähigkeit, sich von ganz alleine zu verformen und zu bewegen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science". Das Modell setzt sich zusammen aus einer Membranhülle, zwei verschiedenen Sorten von Biomolekülen und einer Art Kraftstoff. Das eine der beiden Biomoleküle dient als winzig kleiner Motor, der von der Substanz ATP angetrieben wird. Er verschiebt die langen, stäbchenförmigen Moleküle der zweiten Substanz im Zellinneren, so dass sich der künstliche Einzeller in Bewegung versetzt. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, die Komplexität des Modells stufenweise zu erhöhen, um zum Beispiel auch den Prozess der Zellteilung zu verwirklichen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1254784

Chemie Forscher finden das Gegenmittel zum Chili-Schock.

Eine Kombination aus Mascarpone und nicht geröstetem Toastbrot kann den Schärfereiz von Chili am besten neutralisieren. Das ist eines der Ergebnisse einer Doktorarbeit, die zur Zeit an der Hochschule Fulda entsteht. Eine Forscherin hatte erprobt, wie der scharfe Geschmack gedämpft werden kann, indem sie Testpersonen die Substanz Capsaicin verabreicht hatte. Diese chemische Verbindung kommt in Schoten der Chilipflanze vor und dockt im Mundraum an Schmerzrezeptoren an. Mascarpone auf Toastbrot wirke deshalb besonders gut, weil Capsaicin fettlöslich ist. Die Brotscheibe entferne die Substanz mechanisch von der Zunge. Von dieser Studie könnten Lebensmittelverkoster profitieren. Denn die Wirkung von Capsaicin hält üblicherweise besonders lange an. Mit dem nun gefundenen Gegenmittel könnten die Wartezeiten zwischen einzelnen Verkostungen verkürzt werden. [reu]

Raumfahrt Rosettas Ziel ist extrem dunkel.

Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko, den die Raumsonde Rosetta anpeilt, strahlt ersten Erkenntnissen nach sehr wenig Licht im UV-Bereich zurück. Außerdem sei seine Oberfläche kaum von Eis bedeckt. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. In der Atmosphäre des Kometen konnten Wasserstoff und Sauerstoff nachgewiesen werden. Die NASA-Experten stützen sich auf Messwerte, die von dem Gerät "Alice" geliefert wurden. Es hat im vergangenen Monat begonnen, die Oberfläche des Kometen zu untersuchen. Mitte November soll die Sonde Rosetta auf dem Kometen aufsetzen. [reu]

04.09.2014

Astronomie Forscher der Universität Hawaii haben unseren Galaktischen Superhaufen Laniakea getauft.

Das ist eine Wortzusammensetzung aus dem hawaiianischen "Lani", was soviel wie Himmel bedeutet, und "akea" – und das steht für unermesslich. Und genau das trifft den Sachverhalt wohl auch: 520 Millionen Lichtjahre misst die Region – eine für uns Menschen unermesslich große Himmelsregion. Ein Supercluster eben. Unsere Milchstraße ist da eine eher kleine Sternenansammlung am Rande. Solche Sternenansammlungen bilden zusammen mit anderen Galaxien ein Cluster, und mehrere Cluster gruppieren sich zu noch größeren Einheiten: zu Superclustern. Bisher ließ sich das Supercluster Laniakea nicht kartieren. Jetzt machten es eine neue Himmelsdurchmusterung und eine raffinierte Auswertemethode möglich, das Supercluster in dem wir leben, zu vermessen. Dazu haben sich die Forscher auf die Eigenbewegung der Galaxien konzentriert. Wenn Galaxien und Cluster miteinander in Wechselwirkung stehen, dann sollte das auch an der Bewegung zu erkennen sein – so haben die Forscher sich das gedacht. Und wenn dann die Geschwindigkeiten von benachbarten Galaxien in entgegengesetzter Richtung verlaufen, hat man eine Grenze zwischen zwei Superclustern vorliegen. Nach diesem Prinzip haben die Forscher die Zuordnung von Galaxien zu Superclustern vorgenommen. Um die Geschwindigkeiten im Universum genau zu berechnen, haben sie den Cosmicflows-2-Survey zu Hilfe genommen. Das ist der bisher größte Katalog galaktischer Bewegungen und er liefert genaue Entfernungsdaten von rund 8000 Galaxien. [tj]

Ökologie Weltweit schwinden die Wilden Wälder.

In den vergangenen 13 Jahren sind die letzten unberührten Waldlandschaften auf der Erde um über acht Prozent geschrumpft. Der Flächenverlust entspricht der dreifachen Größe Deutschlands. Das hat eine Studie des World Resources Institute und der Universität Maryland ergeben. Die ausgewerteten Satellitenbilder und Kartierungen zeigten, große Verluste an tropischem Dschungel und Nadelwäldern in Kanada, Russland und Alaska. Es sei unglaublich, in welchem Tempo der Mensch seine natürlichen Lebensgrundlagen zerstöre, heißt es in der Studie. [tj]

Medizin Bei Piloten und Bordpersonal ist das Hautkrebsrisiko deutlich erhöht.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben Piloten und Flugpersonal ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Das berichtet das Fachmagazin "Journal of the American Medical Association" aufgrund einer Überblicksstudie. Ausgewertet wurden 19 Einzelstudien mit über 220.000 Menschen. Als Ursache für das erhöhte Risiko haben die Forscher Ultraviolette Strahlen ausgemacht, die in viel größerem Umfang in Flugzeuge eindringen als bislang gedacht. So steigt zum einen die Strahlenbelastung mit der Höhe, denn der natürliche Schutz der Atmosphäre nimmt ab. Zum anderen gelangen UV-Strahlen nicht nur über die direkte Sonnenbestrahlung in die Flugzeuge, sondern auch durch die Reflexionswirkung der Wolken. Dichte Wolkendecken könnten rund 85 Prozent der gefährlichen UV Strahlen nach oben reflektieren, so die Wissenschaftler. [tj]

Quelle: DOI: 10.1001/jamadermatol.2014.1007

Medizin Das Tollwut-Virus nimmt den Expresszug zum Gehirn.

So fassen Forscher ihre Ergebnisse im Fachblatt "PLoS Pathogens" zusammen. Sie fanden heraus, dass das Tollwut-Virus ein bestimmtes Transportprotein kidnappt. Dadurch kann es mit hoher Geschwindigkeit entlang der Nervenzellen ins zentrale Nervensystem gelangen. Dort tötet es Zellen ab und führt zu sonderbarem Verhalten der Infizierten. In nahezu 100 Prozent der Fälle ist eine Tollwutinfektion tödlich. Die neuen Forschungsergebnisse sind nach Ansicht von führenden Virologen vielversprechend, um Therapieansätze zu entwickeln. [tj]

Quelle: DOI: 10.1371/journal.ppat.1004348

Paläontologie In Argentinien lebte einer der größten Dinosaurier.

Die in Patagonien gefundenen, fast vollständigen Knochen eines Titanosauriers lassen darauf schließen, dass der Dino etwa 26 Meter lang war und etwa 60 Tonnen schwer. Dabei war das Tier noch nicht einmal richtig ausgewachsen, wie man aus den nicht vollständig verwachsenen Knochen im Bereich der Schulterblätter schließen könne. In "Nature Scientific Report" berichtet ein internationales Forscherteam über die Einzelheiten. Der Dinosaurier müsse riesige Mengen an Pflanzen vertilgt haben, um seine Größe zu erreichen. Vermutlich stand er sehr lange an einem Platz und balancierte seinen gut elf Meter langen Hals mit seinem neun Meter langen Schwanz aus. Ohne die Füße zu bewegen, könnte der Titanosaurier riesige Mengen Blätter und Farne erreicht haben. Die Forscher nannten den Titanosaurier, dessen Überreste zwischen 84 und 66 Millionen Jahre alt sind, Dreadnoughtus schrani. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/srep06196

Biologie Bei Gefahr schlüpfen Kaulquappen schneller.

Baumfrösche spüren eine drohende Gefahr – und das auch schon bevor sie überhaupt geschlüpft sind. Im Fachmagazin "Behavioural Ecology and Sociobiology" beschreiben Biologen ihre Beobachtungen in einem Freiluftlaboratorium in Thailand. Die dort lebenden weiblichen Baumfrösche kleben ihre Eier, die von einer gallertartigen Masse umgeben sind, nur an Pflanzen, die über einer Wasserlache hängen. Sobald das Schlüpfen der Kaulquappen beginnt, löst sich das Gelege von der Pflanze und fällt ins Wasser. Dieser normale Prozess kann aber auch beschleunigt werden – und zwar von einer bestimmten Heuschreckenart, die ebenfalls an den Wasserlachen lebt. Sobald nämlich die feindlichen Heuschrecken an einem Eigelege zubeißen, schlüpfen die heranwachsenden Kaulquappen früher, zum Teil schon eine Stunde später. Die Forscher vermuten, dass chemische Botenstoffe der toten Embryonen ein Signal für die übrigen Froschembryos sind, um ins nächste Lebensstadium übergehen. [tj]

03.09.2014

Biochemie Darmbakterien stellen Biokraftstoffe her.

Biochemiker vom Imperial College London haben die Biosynthese von E.-coli-Bakterien zu Fettsäuren so verändert, dass neben Wasser, Anionen der Ameisensäure auch der Alkohol Butanol und das Gas Propan entsteht. Dieser Hauptbestandteil von Flüssiggas kann als Heiz- oder Brennstoff verwendet werden. Ihre Methode zur Herstellung von Biokraftstoff aus Mikroben stellen die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Communications" vor. Allerdings sind die durch E. coli erzeugten Propangasmengen von 32 Milligramm pro Liter noch sehr gering.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms5731)

Biologie Kakadus können lernen und begreifen.

Goffin-Kakadus sind nicht nur in der Lage, den Umgang mit einem Werkzeug voneinander abzuschauen und nachzuahmen, sondern sie können die Technik auch verbessern. Das haben Verhaltensbiologen der Universität von Wien nachgewiesen. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, zeigte ein Kakadu Artgenossen, wie man ein Stöckchen einsetzen kann, um eine Nuss aus einer vergitterten Versuchsbox herauszuholen. Einige Vögel übten sich danach auch in diesem Vorhaben, wobei sie die Technik jedoch optimierten und schneller ans Ziel kamen. Dies sei der erste Beleg für eine soziale Weitergabe der Werkzeugnutzung bei einem Vogel, schreiben die Forscher. Die Tiere hätten das Erfolgsprinzip zuerst übernommen, dann aber eigene Methoden entwickelt. Dies sei ein kreativer Prozess, der durch das soziale Lernen angestoßen wird - und damit anspruchsvoller sei als das reine Kopieren.

[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.097)

Medizin Die Luftverschmutzung in Häusern tötet jedes Jahr bis zu vier Millionen Menschen.

Das geht aus einer Studie im britischen Fachjournal "The Lancet Respiratory Medicine" hervor, die Wissenschaftler aus Liverpool angefertigt haben. Hochgerechnet droht 2,8 Milliarden Menschen vor allem in Asien und Afrika ein vorzeitiger Tod, weil die Luft in ihren Häusern stark verschmutzt ist. Mehr als jeder dritte Mensch weltweit atmet demnach im eigenen Zuhause gefährlich schlechte Luft ein, die beim Verbrennen von Kohle oder pflanzlichen Brennstoffen entsteht. Daten aus Indien zeigten etwa, dass die Luftverschmutzung in einem Haus dreimal höher sein kann als in einer Straße in London. Diese Werte liegen deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten.

[mst]

Quelle: The Lancet (10.1016/S2213-20600(14)70169-77)

Ozeanologie Plastikmüll zeigt unbekannte Zusammenhänge der Ozeane.

In den Weltmeeren treiben immer größere Mengen Plastikmüll, der sich teilweise in großen Strudeln mitten in den Ozeanen sammelt. Ein Modell zur Herkunftsanalyse dieses Unrats haben nun Forscher aus Sydney entwickelt. Sie stellen es im Fachblatt "Chaos" vor. Das Netzwerkmodell zeigt, wie die Strömungen verschiedene Bereiche der Meere miteinander verbinden. Mit dem Modell werden die Grenzen der Meeresbecken neu definiert, so die Forscher, dennoch bleibt es weiterhin bei sieben Weltmeeren. Demnach sind einige Gebiete im Indischen und Pazifischen Ozean viel enger mit dem Südatlantik verkoppelt als mit dem Rest ihrer eigenen Meeresgebiete. Dem entgegengesetzt gehört ein kleiner Teil des Indischen Ozeans hinsichtlich seiner Strömungen eher zum Südpazifik.
[mst]

Quelle: Chaos (10.1063/1.4892530)

Biologie Schon die Vorfahren von Säugetieren waren nachtaktiv.

US-amerikanische Paläontologen haben 24 Vertreter einer alten Reptiliengruppe, die der sogenannten Synapsiden, untersucht. Diese Tiere, die vor 300 bis 200 Millionen Jahren lebten, gelten auch als die Vorfahren heutiger Säugetiere. Wie die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, entdeckten sie, dass bei einigen Tieren der Bereich der Augenhöhlen bereits deutliche Merkmale einer Anpassung an das nachtaktive Leben aufwies. Demnach hat sich die nächtliche Lebensweise schon 100 Millionen Jahre früher entwickelt als bislang bekannt.
[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2014.1642)

Biologie Japan will 2015 wieder Wale fangen.

Das für kommendes Jahr geplante Forschungsprogramm in der Antarktis sehe die Jagd auf Zwergwale vor, teilte das Fischereiministerium heute in Tokio mit. Finn- und Buckelwale wurden von der Liste gestrichen, nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag im März entschieden hatte, dass Japan seinen Walfang im Südpolarmeer einstellen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichen Zweck gedient, so die Urteilsbegründung.
[mst]

Forschungspolitik Das Bundeskabinett hat die neue Hightech-Strategie verabschiedet.

Damit soll die Rolle von Hightech aus Deutschland für Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt werden, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) heute in Berlin. Ziel der Hightech-Strategie ist, den Weg wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung zu beschleunigen. Um das zu erreichen, wird die Bundesregierung in diesem Jahr elf Milliarden Euro investieren. Die Hightech-Strategie konzentriert sich auf Forschungsthemen, wie digitale Wirtschaft und Gesellschaft, nachhaltiges Wirtschaften und Energie, innovative Arbeitswelt, gesundes Leben, intelligente Mobilität und zivile Sicherheit. Dazu werden Fachhochschulen gestärkt, zudem sollen sich Spitzencluster und vergleichbare Netzwerke stärker international orientieren.

[mst]

Quelle: Bundesregierung

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