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15.09.2014

Botanik Moose stellen sich besonders schnell auf Kälte ein

Biologen der Universität Freiburg haben das Kleine Blasenmützenmoos Physcomitrella patens zunächst bei Raumtemperatur und dann auf Eis wachsen lassen. Dabei maßen sie regelmäßig die Aktivität von mehr als 27.000 Moos-Genen.

Das Moos, berichten die Forscher im Online-Fachblatt "New Phytologist", erkenne sehr schnell absinkende Temperaturen und sende ein Stresshormon aus. Das Stresshormon verändere die Aktivität zahlreicher Gene. Das Moos bilde dann komplexe Schutzmoleküle.

Am schnellsten ändere sich die Aktivität bei Genen, die bislang einzig in Moosen gefunden wurden. Diese Gene könnten erklären helfen, warum Moose sich so gut auf Klimaveränderungen einstellen können, glauben die Forscher. [mawi]

Quelle: New Phytologist - doi: 10.1111/nph.13004

Klimaforschung Der Monsun bestimmt das Klima Asiens seit 40 Millionen Jahren

... und damit deutlich länger als bislang gedacht. Ein internationales Forscherteam hat 40 Millionen Jahre alte Fossilien analysiert. Das Verteilungsmuster der verschiedenen Sauerstoff-Varianten lege nahe, dass es bereits zu dieser Zeit trockene Winter und sehr regenreiche Sommer gab – wie sie typisch sind für den Monsun, schrieben die Forscher im Fachblatt "Nature".

Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass sich der Monsun erst vor 22 bis 25 Millionen Jahren bildete, als das Tibetische Hochplateau entstand und sich der Himalaja auffaltete.

Der Monsun sei offenbar weniger von der Topografie als von klimatischen Faktoren abhängig. Vor 40 Millionen Jahren sei die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre drei- bis viermal höher gewesen als heute. Steigende CO2-Konzetrationen heute könnten auch zu einer Verstärkung des Monsuns führen, glauben die Forscher. [mawi]

Quelle: Nature

Neurowissenschaft Das Gehirn kann einige Alzheimer-Schäden kompensieren

Ablagerungen von defekten Beta-Amyloid- und Tau-Proteinen gelten als eine der Ursachen einer Alzheimer Demenz. Forscher von der Universität von Kalifornien in Berkeley haben entdeckt, dass Menschen mit Plaque-Ablagerungen im Gehirn nicht unbedingt Alzheimer-Symptome entwickeln.

Die Forscher hatten die Gedächtnisleistung von 22 jungen und 49 älteren Menschen getestet. Bei 16 älteren Studienteilnehmern fanden sie zwar Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn. Auf die Testleistungen hatten diese keinen Einfluss. Allerdings waren bestimmte Hirnregionen besonders aktiv.

Offenbar, so schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience", versuche das Gehirn, Defizite durch eine höhere Aktivität zu kompensieren. Zudem würden auch Nervenzellen aus eigentlich unbeteiligten Hirnregionen mit eingebunden. [mawi]

Quelle: Nature Neuroscience

Zoologie Die Mittelmeer-Ackerschnecke erobert die Welt

... im Schneckentempo. Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Görlitz berichten im Fachblatt "NeoBiota", dass die Mittelmeer-Ackerschnecke Deroceras invadens, die weite Teile Europas, Australiens und Amerikas besiedelt, erstmals auch in Mexiko, Costa Rica und Ecuador nachgewiesen worden ist. Einzig in extrem kalten oder heißen Gebieten stoße die Schnecke, die als Agrarschädling gilt, an ihre Ausbreitungsgrenzen.

Ursprünglich stammt die etwa drei Zentimeter große Nacktschnecke aus dem Mittelmeerraum. Nach Deutschland kam sie im Jahr 1977 - vermutlich mit Gemüselieferungen aus Italien.

Für eine weitere Ausbreitung, so die Forscher, kämen Gebiete mit einem gemäßigten Klima in Frage – also Teile Chinas und Japans sowie südliche Regionen in den USA. [mawi]

12.09.2014

Biotechnologie Forscher finden ein mögliches Rezept für Betazellen der Bauchspeicheldrüse.

Im Fachorgan "Nature Biotechnology" berichten amerikanische und kanadische Forscher über eine neue Technik, mit der sich aus menschlichen embryonalen Stammzellen solche Zellen herstellen lassen, die den insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse ähneln. Sie verwendeten eine Methode aus sieben Schritten. Dabei nutzten sie einen Mix aus Medikamenten, Proteinfaktoren, Heparin, Vitamin C, und Zucker, um die gewünschten Zellen zu erhalten. Diese seien natürlichen Betazellen deutlich ähnlicher als bisherige im Labor hergestellte unreife Betazellen. Auch korrigieren sie hohe Blutzuckerwerte sehr viel schneller. Das konnten die Forscher feststellen, als sie die Betazellen diabetischen Mäusen transplantierten. Langfristiges Ziel der Forschung ist es, Betazellen zu produzieren, die Patienten mit Typ 1 Diabetes transplaniert werden können. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nbt.3033

Planetologie Lange haben wir nichts mehr von ihm gehört, jetzt ist er am Ziel angekommen: der Marsrover

Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilt, ist der Marsrover nun am "Mount Sharp" angekommen. Dieser etwa 4000 Meter hohe Berg ist der Zielort der Forschungsreise. Nun soll "Curiosity" versuchen, den Berg hochzufahren und dessen Beschaffenheit zu untersuchen. Der Marsrover war vor zwei Jahren auf dem Roten Planeten gelandet. Bis zum Mount Sharp hätte er es früher schaffen sollen, doch es gab Probleme mit den Rädern. Daraufhin wurde die Route des Rovers verändert und durch flacheres Terrain geleitet. [tj]

Quelle: NASA

Materialforschung Eine neue Keramik ist fast so flexibel wie Gummi.

Forscher vom California Institute of Technology in Pasadena haben eine nanostrukturierte Keramik aus Aluminiumoxid geschaffen, die sich ohne Risse und Brüche auf die Hälfte ihrer Größe zusammenpressen läßt. Zunächst formten sie ein Kunststoffgerüst, dass sie mit sich kreuzenden Lasern Stück für Stück aushärteten. Auf dieses Gerüst setzten sie mit einem speziellen Abscheidungsverfahren hauchdünne Schichten aus Aluminiumoxid. Danach beseitigten sie das Kunststoffgerüst mit einem Ätzprozess in einem Sauerstoffplasma. Übrig blieb eine symmetrisch aufgebaute dreidimensionale Gitterstruktur. Diese läßt sich unter Druck auf die Hälfte zusammenpressen und dehnt sich ohne Druck wieder zur ursprünglichen Form aus. Das war bei bisherigen Keramiken- die zum Beispiel für Batterien oder Solarzellen eingesetzt werden, nicht ohne Schäden möglich. [tj]

Quelle: DOI: 10.1126/science:1255908

Paläontologie Der größte fleischfressende Dinosaurier lebte auch im Wasser.

Das belegen Analysen von Fossilien, die in der Sahara entdeckt wurden. Paläontologen rekonstruierten daraus das Modell eines Spinosaurus aegyptiacus, der vor 97 Millionen Jahren lebte. Mit 15 Metern war dieser Dinosaurier rund drei Meter länger als der Tyrannosaurus rex. Im Gegensatz zu anderen Raubsauriern lief er aber auf vier Beinen und – das legen die Analysen nahe – konnte sich im Wasser fortbewegen. Das berichten die Forscher in "Science". Er habe Schwimmhäute zwischen den Zehen gehabt und besaß kleine Nasenlöcher, die weit hinten auf der Schnauze saßen. So konnte er bei fast ganz untergetauchtem Kopf noch gut atmen. Auch habe er – ähnlich einem Krokodil – Sinnesorgane an der Schnauze besessen, mit denen er Bewegungen im Wasser erfassen konnte. [tj]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1258750

Polarforschung Die globale Erwärmung ließ das antarktische Larsen B Schelfeis auseinanderbrechen.

Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam. 2002 war ein großer Teil des Schelfeises vor der Spitze Südamerikas abgebrochen: etwa 3250 Quadratkilometer Eisfläche. Einige Wissenschaftler hatten angenommen, dass nicht die globale Erwärmung verantwortlich dafür sei, sondern ein in sich bereits geschwächtes Schelf, das keinen Kontakt mehr zu den darunter liegenden stabilisierenden Schichten habe. Doch die jetzt in "Science" veröffentlichte Studie widerspricht. Seit 12.000 Jahren habe es keine nennenswerten Veränderungen mehr in der Tiefe gegeben. Dafür eine Erwärmung der Oberfläche, wodurch sich Schmelzwasser auf dem Eis sammele und durch Risse und Spalten in das Schelf eindringe, bis es zerbreche. [tj]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1256697

11.09.2014

Atmosphärenchemie Die Ozonschicht erholt sich.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie. Bis Mitte dieses Jahrhunderts könnten sich die Ozonwerte wieder in der Größenordnung bewegen wie in den 1980er Jahren. Damals hatten Wissenschaftler eine Abnahme der Ozonschicht beobachtet, die unsere Erde vor gefährlichen UV-Strahlen der Sonne schützt. In der Folge hatten zahlreiche Staaten 1987 im Montrealer Protokoll vereinbart, die Produktion von ozonschädigenden Chemikalien wie FCKW zu stoppen. Der Erfolg der ergriffenen Umweltprogramme zeige sich jetzt und sei ermutigend, heißt es in dem Bericht. Allerdings könne der schnelle Anstieg anderer Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas die positive Entwicklung untergraben. [tj]

Quelle: Pressemitteilung UNEP

Medizin Die Blutgruppe B erhöht das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Forscher der Universitätsmedizin Greifswald haben diesen Zusammenhang entdeckt. Sie untersuchten über 1000 Patienten mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung und stellten fest, dass diejenigen, die zur Blutgruppe B gehören, ein bis zu zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für die Erkrankung haben. Das höhere Risiko beziehe sich auf eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und nicht auf eine akute Pankreatitis. Dass die Blutgruppe B ein Risikofaktor ist, sei auch deshalb interessant, weil in einer anderen Studie gezeigt wurde, dass Träger dieser Blutgruppe B auch häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken. Das scheint darauf hinzudeuten, dass Krebs und eine chronische Entzündung der Pankreas zum Teil dieselbe genetische Grundlage haben. [tj]

Quelle: Pressemitteilung Uni Greifswald

Chemie Je höher die Temperaturen, umso giftiger sind Pflanzenschutzmittel.

Im Fachmagazin "Applied Soil Ecology" hat ein deutsches Forscherteam eine entsprechende Studie veröffentlicht. Untersucht wurden winzige Bodenorganismen, sogenannte Springschwänze. Sie sorgen im Boden dafür, dass sich organisches Material zersetzen und sich Humus bilden kann. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Springschwänze bei Trockenheit und hohen Temperaturen, nicht nur weniger Nachkommen produzieren, sondern dass sie dann auch empfindlicher auf Pflanzenschutzmittel reagieren. Die Pflanzenschutzmittel sind dann doppelt so giftig. [tj]

Quelle: DOI: 10.1016/j.apsoil.201404.010

Paläontologie Säugetiere gab es schon viel früher als bislang angenommen.

Das zeigen sechs in China gefundene und fast vollständig erhaltene fossile Überreste von drei bislang unbekannten Arten. Demnach gab es Säugetiere schon vor 208 Millionen Jahren – und damit schon im Erdgeschichtsalter der späten Trias und nicht erst im mittleren Jura, wie bislang vermutet. Eine in "Nature" veröffentlichte Studie beschreibt die Arten: Bei alle dreien handelt es sich um kleine und eichhörnchenähnliche Tiere, die auf Bäumen lebten. Ihre Hände und Füße passten gut zu Ästen und Zweige, auf denen sie sich schnell bewegen konnten. Auf dem Boden waren sie weniger gut zu gebrauchen. Zwischen 28 und 280 Gramm wogen die frühen Säugetiere. Die Forscher fassten sie einer neuen Artengruppe zusammen, die den Namen Euharamiyida erhielt. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature13718

Physik Das Lawrence Berkeley National Laboratory meldet einen Rekord.

Bei einem Experiment gelang den Wissenschaftlern die höchste Auflösung, die jemals mit einem Röntgenmikroskop erreicht wurde: Fünf Nanometer. Wie die Forscher in "Nature Photonics" berichten, haben sie für ihr Mikroskop weiche Röntgenstrahlung und ein als Ptychographie bezeichnetes Verfahren, das sie optimiert haben. Damit konnten sie – durch Lithiumverlust hervorgerufene Phasenumwandlungen von Materialien beobachten, wie diese bei der Zersetzung der Elektroden von Lithium Ionen Batterien auftreten. [tj]

Quelle: Nature Photonics

10.09.2014

Biologie Die Asiatische Hornisse hat Deutschland erreicht.

Vespa velutina nigrithorax ist erstmals in Süddeutschland photographisch dokumentiert worden. Die invasive Spezies macht damit der in Deutschland einzigen heimischen Hornissenart Konkurrenz. Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitteilte, wurde die rund zwei Zentimeter lange asiatische Hornissenart in der Nähe von Karlsruhe entdeckt. Imker fürchten, dass die eingewanderte Hornisse die bereits durch Varroa-Milben und Pestizide gefährdeten heimischen Bienenstöcke bedroht. Die asiatische Hornisse wurde in Europa erstmals 2004 in Bordeaux entdeckt. Vermutlich hatte eine einzige Königin den Weg von China aus in einer Schiffsladung überstanden. Danach breitete sich sie in Spanien aus, später kamen Belgien und seit 2013 auch Italien hinzu.
[mst]

Quelle: NABU

Biologie Geier lassen ihr Futter suchen.

Bislang war unklar, weshalb Geier frisches Aas schnell als Beute ausmachen können. Das einfache Erfolgsrezept haben Forscher aus Irland bei Experimenten entziffert. Wie sie in den Proceedings B der Royal Society schreiben, suchen Geier nicht nach Kadavern, sondern beobachten primär andere Raubvögel und folgen ihnen, sobald diese Beute ausgemacht haben. Demnach waren mehrheitlich Adler zuerst an den ausgelegten Kadavern. Die Geier folgten ihnen jedoch in einem so kurzen Abstand, dass es nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung der Studienautoren kein Zufall sein konnte. Hatten die Adler ein frisch verendetes Tier entdeckt, warteten die Geier zudem manchmal noch, bis die Adler die Beute aufgeschlagen haben. Danach attackierten sie ihre Futterkonkurrenten und schlugen sie - meist erfolgreich - in die Flucht.
[mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspbn.2014.1072)

Paläontologie Parasiten störten Ameisen schon vor 50 Millionen Jahren.

Paläontologen des Naturkundemuseums Berlin haben in einem Bernsteineinschluss, einer so genannte Inkluse, aus dem Baltikum eine winzige Raubmilbe ausgemacht, die sich an den Kopf einer Ameise klammert. Wie die Forscher in den "Biology Letters" darlegen, ist der Parasit nicht einmal einen Millimeter lang und gehört zur Gruppe Myrmozercon. Der Fund gilt als ältester Nachweis der wahrscheinlich parasitären Beziehung von Raubmilben und Insekten wie Ameisen, Bienen und Wespen.
[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2014.0531)

Astronomie Astronomen entdecken erstmals Wasserwolken außerhalb unseres Sonnensystems.

Ein gerade einmal 7,3 Lichtjahre von der Erde entfernter Himmelskörper hat wahrscheinlich Eiswolken in seiner Atmosphäre. Das vermutet ein internationales Forscherteam im Fachblatt Astrophysical Journal Letters. Bei dem Objekt W0855 handelt es sich um einen so genannten Braunen Zwerg, der aufgrund seiner Masse eine Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnimmt. Für die Studie hatten die Astronomen 151 Nahinfrarot-Aufnahmen des Magellan-Teleskops in Chile ausgewertet und die so gewonnenen Daten mit chemischen Modellen möglicher Atmosphären kombiniert. Demnach sprechen die ermittelten Infrarotwerte mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Atmosphäre, die von Wolken aus Sulfid und Wassereis durchsetzt ist.

[mst]

Quelle: Astrophysical Journal Letters (doi:10.1088/2041-8205/793/1/L16)

Physik Materialforscher erzeugen Germanen.

2009 wurde eine zweidimensionale Lage des Halbmetalls Germanium postuliert, nun lieferten Wissenschaftler aus Madrid den praktischen Beweis. Im "New Journal of Physics" präsentieren sie das neue Material Germanen, das möglicherweise in Quantencomputern einsetzbar sein könnte. Die Forscher erzeugten es, indem sie einzelne Germaniumatome unter hohen Temperaturen und im Vakuum auf einer Trägersubstanz wie Gold oder Platin ablagerten. Spektroskopische Messungen sowie Untersuchungen unter dem Rastertunnelmikroskop zeigten, dass sich eine ein-atomare Germaniumlage entwickelt hatte, die in der charakteristischen Bienenwabenstruktur ausgebildet ist, ähnlich wie Graphen und Silicen. Das Material könnte massenhaft produziert und auf flexiblen Trägermaterialien eingesetzt werden. Germanen könnte damit als topologischer Isolator fungieren, der auch bei Zimmertemperatur einsetzbar ist.
[mst]

Quelle: New Journal of Physics (doi:10.1088/1367-2630/16/9/095002)

Archäologie Archäologen entdecken ein Schiffswrack der Franklin-Expedition.

1845 starteten unter der Führung des englischen Polarforschers John Franklin zwei Expeditionsschiffe. Ziel der Reise war, die Nordwestpassage erstmals in Richtung Westen zu durchsegeln und einen kürzeren Weg von Europa nach Asien zu finden. Die Expedition scheiterte, alle 129 Besatzungsmitglieder starben, die Schiffe konnten trotz mehrerer großer Suchaktionen nicht aufgespürt werden. Gestern teilte der kanadische Premierminister Stephen Harper mit, dass Archäologen am Sonntag eins der Schiffe mit Hilfe eines ferngesteuerten U-Boots entdeckt haben. Zuvor hatten die Forscher in der Gegend um die King William Insel bereits ein Eisenteil von einem Bootskran gefunden, das offenbar zu einem der beiden Schiffe gehörte. Taucher sollen das Wrack genauer untersuchen. Eine Bergung sei nicht geplant. Die Forscher erhoffen sich neue Hinweise über den Verbleib des zweiten Schiffes sowie über Verlauf und das Scheitern der Expedition.
[mst]

Quelle: Nature.com

09.09.2014

Virologie Weltgesundheitsorganisation befürchtet Ausweitung der Ebola-Epidemie

In Liberia sei in den kommenden drei Wochen mit Tausenden neuen Ebola-Fällen zu rechnen, teilte die WHO mit. Die Zahl der Infizierten steige exponentiell an.
Gleichzeitig forderte die Organisation eine Aufstockung der Hilfen. So gebe es in ganz Liberia keine freien Betten für die Ebola-Behandlung. Erkrankte blieben zuhause und infizierten weitere Menschen.
Das Pentagon in Washington kündigte an, ein Feldlazarett nach Liberia zu schicken; Großbritannien will ein medizinisches Zentrum in Sierra Leone einrichten.
Bei der Epidemie in Westafrika sind bereits mehr als 2000 Menschen gestorben. Unter den Opfern befinden sich laut WHO 79 medizinische Helfer.

Archäologie Elfjähriger entdeckt ein 3000 Jahre altes Schwert

Der Junge habe den Griff der Waffe ertastet, als er sich in einem ostchinesischen Fluss die Hände waschen wollte.
Wie die BBC berichtet, habe der Vater des Jungen das 26 Zentimeter lange Schwert den Behörden übergeben. Archäologen zufolge stamme es aus der Shang- oder der Zhou-Dynastie. Das Schwert sei dekorativ und habe wahrscheinlich als Statussymbol gedient.
Im Bereich der Fundstelle ist nun eine Ausgrabungsstätte geplant.

Astronomie Nasa zweifelt am Meteoriten-Einschlag in Nicaragua

Wie der Leiter der NASA-Abteilung für Meteoriten berichtet, sei während des vermeintlichen Einschlags kein Feuerball zu sehen gewesen.
Nicaraguanische Behörden hatten gemeldet, dass in der Nacht zum Sonntag ein Meteorit in der Nähe der Hauptstadt eingeschlagen sei und einen zwölf Meter breiten Krater hinterlassen habe.
Ein Objekt, das einen so großen Krater verursacht, hätte einen sehr hellen Feuerball generieren müssen, heißt es von dem NASA-Experten. Dass dieser Feuerball ausblieb, deutet darauf hin, dass etwas anderes den Krater erzeugt habe.
Informationen dazu, was das genau gewesen sein könnte, lieferte der NASA-Abteilungsleiter nicht.

Primatenforschung Guineapaviane pflegen Männerfreundschaften

Das berichten Forscher des Deutschen Primatenzentrums, die eine Population der Tiere zwei Jahre lang beobachtet haben.
Dabei stellten sie fest, dass die soziale Interaktion der Guineapaviane nicht vom Verwandtschaftsgrad beeinflusst wird. Die männlichen Tiere leben in mehrschichtigen sozialen Systemen, kooperieren und zeigen weniger Aggression untereinander als andere Pavian-Arten. So notieren es die Forscher im Magazin „PNAS".
In weiteren Studien wollen sie untersuchen, welche Rolle die Weibchen bei den Männerfreundschaften spielen. Eventuell bevorzugen sie bei der Partnerwahl gut vernetzte Männchen und tragen so zu den Freundschaften bei.

Medizin Rauchen erhöht das Asthmarisiko für den Nachwuchs

Und zwar bereits vor der Zeugung. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die beim Internationalen Kongress europäischer Lungenmediziner in München vorgestellt wurde.
Die Forscher hatten mehr als 13 000 Männer und Frauen über 20 Jahre lang befragt. Das Ergebnis: Männer, die vor der Zeugung mehr als 10 Jahre lang rauchen, erhöhen das Asthmarisiko ihrer Kinder um 50 Prozent.
Jungen, die schon vor dem 15. Lebensjahr mit dem Rauchen beginnen, verdreifachen das Asthmarisiko ihres Nachwuchses.
Die Forscher vermuten, dass die Spermien in einer bestimmten Entwicklungsphase besonders anfällig für die Einflüsse schädlicher Stoffe sind.
Bei Frauen stellten die Wissenschaftler keine Effekte des Rauchens vor der Empfängnis fest.
Hier wirkte sich der Tabakkonsum erst in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind aus.

Paläontologie Neue Dino-Art entdeckt

Das Tier gehörte zu der Gattung Titanosaurus. Diese Pflanzenfresser sind für ihre Größe und ihre langen Hälse bekannt.
Die Forscher fanden Rippen, Gliedmaße und Teile des Beckens des Sauriers im südwestlichen Tansania. Das Tier lebte wahrscheinlich vor 100 Millionen Jahren, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Vertebrate Paleonytology".
Computertomographische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Tier von anderen in Afrika gefundenen Exemplaren der Gattung Titanosaurus unterscheidet.
Die Forscher vermuten, dass Merkmale der Umwelt wie große Flüsse oder Wüsten die Tiere in ihrer Bewegung einschränkten. Das habe lokale Unterschiede in der Tierwelt Afrikas befördert.

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