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10.09.2015

Biologie Mopsfledermäuse orten mit Mund und Nase.

Normalerweise orientieren sich Fledermäuse mit Rufen und so finden sie auch ihre Beute. Die Mopsfledermäuse aber orten nach dem Prinzip "doppelt hält besser". Sie senden zwei Signale aus Mund und Nase. Tübinger Forscher erläutern im Fachjournal "PLOS One" auch warum: Das nach oben gerichtete Signal aus der Nase diene zum Auffinden von Insekten. Das nach unten gerichtete Signal aus dem Mund helfe der Mopsfledermaus dabei, sich in ihrer Umgebung zu orientieren. Auch für die Doppelortung gibt es eine Erklärung: Im Vergleich zu anderen Fledermausarten ist die Mopsfledermaus sehr leise - ein Jagdvorteil einerseits, aber auch ein Nachteil bei der Echoortung. [tj]

Quelle: PLOS One, doi: 10.1371/journal.pone.0135590

Astronomie Der Zwergplanet Ceres hat extrem hohe und steile Kraterwände

Das zeigen Aufnahmen der Nasa-Sonde "Dawn". Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat sie ausgewertet, um ein dreidimensionales Geländemodell des 326 Millionen Kilometer entfernten Ceres zu erstellen. Die Forscher stießen dabei auf den Krater Occator. Seine Wände sind an manchen Stellen knapp 2000 Meter hoch und fast senkrecht. Warum die scharfkantigen Kraterränder stellenweise stabil und dann wieder äußerst instabil sind, können sich die Wissenschaftler derzeit noch nicht erklären. [tj]

Quelle: DLR Pressemitteilung

Gesellschaftswissenschaften Wer Reichtum zur Schau stellt, zerstört den Zusammenhalt der Gesellschaft

Ob Menschen in einer Gesellschaft kooperieren - und damit auch den Wohlstand der Gesamtgesellschaft erhöhen - hat nichts mit ihrem tatsächlichen Besitz zu tun. Vielmehr ist entscheidend, ob Menschen ihren Reichtum ausstellen. Damit machen sie die Kluft zwischen reich und arm sicht- und erlebbar und das hat einen nachhaltig negativen Effekt auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler in einem Spielexperiment mit über 1700 Teilnehmern festgestellt. Der korrodierende Effekt zeigte sich darin, dass die Menschen in allen sozialen Schichten weniger kooperieren und sich die Ärmeren gegenüber den Reicheren verschließen. Als Folge nimmt der Wohlstand der Gesamtgesellschaft ab. [tj]

Quelle: NATURE dpo 10.1038/nature15392

Biologie Mit einem Schimmelpilz-Protein lassen sich Nervenzellen beeinflussen

Ein im Wasser lebender Schimmelpilz namens Blastocladiella emersonii bildet ein Licht empfindliches Protein. Wenn dieses Protein belichtet wird, dann setzt es einen bestimmten Botenstoff frei, der Nervenzellen an- und abschalten kann. Er ist am Sehprozess beteiligt, an der Regulation des Blutdrucks, der männlichen Erektion und am induzierten Zelltod. In der Fachzeitschrift "Nature Communications" beschreiben Frankfurter und Würzburger Forscher ihre Entdeckung. Das Protein erweitere den optogenetischen Baukasten, damit sind die lichtempfindlichen Proteine gemeint, mit denen sich die Signalwege in Zellen erforschen lassen. [tj]

Quelle: Nature Communications doi:10.1038/NCIMMS9046

Raumfahrt Galileo bekommt wieder Zuwachs

Nachdem das europäische Galileo-Programm im vergangenen Jahr eine schwere Schlappe erlitten hatte und zwei Satelliten auf falschen Umlaufbahnen landeten, ist das Navigationssystem wieder im Aufwind. Am Freitagmorgen um 4.08 Mitteleuropäischer Zeit starten zwei weitere Galileo-Satelliten ins All - es werden Nummer 9 und Nummer 10 sein. Galileo soll dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Dafür müssen allerdings insgesamt 30 Satelliten im All positioniert werden. Bis es soweit ist, könnte es noch 5 Jahre dauern. [tj]

Quelle: Agenturen, ESA

09.09.2015

Medizin Suche nach dem Ursprung der koronaren Herzerkrankung

Koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz zählen zu den häufigsten lebensbedrohlichen Erkrankungen. Mediziner der Universität Leipzig haben nun zehn Gene identifiziert, die das Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu entwickeln, deutlich erhöhen.

Für einige der im Fachblatt "NATURE Genetics" beschriebenen Gene ist bereits eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel und Übergewicht bekannt.

Die neuen Erkenntnisse könnten zum Verständnis der Entstehung der koronaren Herzerkrankung beitragen sowie neue Therapiemöglichkeiten eröffnen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: idw-online/Mst

Medizin Implantat soll Krebszellen anlocken

Die Behandlung von Krebspatienten erweist sich oft als schwierig, da Tumoren streuen und Metastasen weitere Organe befallen können.

Bislang versuchten Forscher, diese Krebszellen zu verfolgen. Einen anderen Ansatz stellen Mediziner aus Minnesota im Fachblatt "NATURE Communications"vor. Dabei handelt es sich um eine Metastasen-Falle.

Die Forscher haben ein Bioimplantat entwickelt, das wandernde Krebszellen anzieht. Bei dem tablettengroßen Einsatz handelt es sich um eine schwammartige Struktur aus bioverträglichem Material, das Immunzellen anzieht und damit attraktiv für Krebszellen ist.

Bei ersten Tests an Nagern entwickelten an Brustkrebs erkrankte Tiere zu 80 Prozent weniger Sekundärtumore an der Lunge als jene Mäuse, denen nicht die Metastasen-Falle eingesetzt worden war.

Quelle: NATURE Communications/Mst

Technik Solarmodule sollen sich der Sonne entgegen falten

Die Kirigami genannte Papierschneide- und Falttechnik aus Japan hat Materialwissenschaftler aus den USA inspiriert, neue flexible Solarpanels herzustellen. Damit sollen sich die Module automatisch Richtung Sonne ausrichten. Durch die verformte Oberfläche soll die Effizienz um bis zu 40 Prozent erhöht werden, notieren die Forscher im Fachmagazin "NATURE Communications".

Die Solarzellen sollen dazu in kleine Einheiten aufgeteilt werden, sodass die Oberfläche sich frei dreidimensional so verformen kann, dass sich stets die größten Oberflächen beim Dehnen gen Sonne orientieren.

Für die Faltung und Dehnung der Solarmodule sollen energiesparsame Manipulatoren sorgen, was auch für ein besseres Ergebnis sorgen soll.

Eine Marktreife sei noch nicht absehbar. Ebenso sei unklar, wie lange die flexiblen Module halten.

Bei ersten Tests hätte die flexible Trägerfolie 350 Verformungszyklen ohne Leistungseinbruch überstanden.

Quelle: Nature Communications/Mst

Medizinische Versorgung Kindersterblichkeit nur leicht gesunken

Jedes Jahr sterben weltweit 5,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Das geht aus einem heute veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF hervor. Demnach konnte zwar die Kindersterblichkeit seit 1990 weltweit halbiert werden. Dennoch ist das UN-Ziel verfehlt worden, die Kindersterblichkeit weltweit um zwei Drittel bis zum Jahr 2015 zu senken.

Den Daten zufolge konnte die Kindersterblichkeit von 12,7 Millionen im Jahr 1990 auf unter sechs Millionen pro Jahr gesenkt werden. Dennoch sterben weiterhin weltweit täglich 16.000 Kinder.

Quelle: Agenturen/Mst

Fossiler Fund Schnabelwale ernährten sich nah der Wasseroberfläche

Die zu den Zahnwalen gehörenden Schnabelwale gelten als reine Hochseebewohner, die ihre Nahrung – bestehend aus Kalmaren und Fisch – in hunderten Metern Tiefe erbeuten.

Paläontologen aus Italien haben das Fossil eines frühen Schnabelwals entdeckt, der andere Verhaltensweisen offenbart. In neun Millionen Jahre alten Gesteinsschichten in Peru entdeckten sie die Abdrücke eines Schnabelwals, der kurz nach seiner letzten Nahrungsaufnahme starb. Im Magen des Tieres entdeckten die Forscher mehr als 40 Fische, so die Forscher in den Proceedings B der britischen Royal Society.

Die Analyse der Beutefische ergab, dass dieser Wal in der epipelagischen, also lichtdurchfluteten Zone jagte. Diese Erkenntnisse geben neue Hinweise auf die Lebensweise der frühen Schnabelwale.

Vermutlich haben die erst später auftretenden Delfine die Schnabelwale in größere Tiefen weitab der Küstenregionen verdrängt.

Quelle: Proc R Soc B/Mst

Sexualverhalten Monogame Pinguine leben in Fernbeziehungen

Biologen aus Belgien, Japan und Frankreich haben das Sexualverhalten der südlichen Felsenpinguine untersucht. Dazu haben sie 16 der kleinen Vögel auf den Falklandinseln mit GPS-Sendern versehen und deren Bewegungsprofil analysiert. Wie die Forscher in den "Biology Letters" darlegen, lebten die Tiere monogam und paarten sich jedes Jahr ausschließlich mit dem Partner des vorherigen Jahres.

Jedoch seien die Treffen verhältnismäßig kurz und nur auf das gemeinsame Brüten beschränkt. Aufgrund der großen Wanderungen im Winter kommt es regelmäßig zur räumlichen Trennung der Paare.

Den Daten zufolge waren die untersuchten Partner-Pinguine im Winter im Schnitt 595 Kilometer voneinander entfernt, die maximale Distanz lag bei 2.500 Kilometern.

Trotz dieser Distanzbeziehungen und zahlreichen Begegnungen mit anderen Pinguinen seien die Tiere stetig monogam geblieben, so die Forscher.

Quelle: Biology Letters/Mst

08.09.2015

Medizin Der Vorrat eines wichtigen Gegengifts für Schlangenbisse geht zur Neige.

Davor warnt die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Weil die Produktion des Gegengiftes nicht profitabel war, hatte der Hersteller sie im vergangenen Jahr gestoppt. Die letzten Vorräte erreichen im Juni 2016 ihr Verfallsdatum. Selbst wenn sich ein neuer Hersteller fände, könnte es bis zu zwei Jahre dauern, um neue Bestände herzustellen, schätzt Ärzte ohne Grenzen. Das Mittel ist derzeit das einzig sichere Gegengift bei Bissen von zehn Schlangenarten, die im südlichen Afrika vorkommen, darunter Kobra und Mamba. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation werden jedes Jahr etwa fünf Millionen Menschen von Schlangen gebissen. 100.000 Menschen weltweit sterben an dem Gift. [mas]

Quelle: DPA

Genforschung Das EU-Parlament fordert ein Klonverbot für Nutztiere.

Demnach sollen weder geklonte Tiere noch ihre Nachkommen zu Lebensmitteln verarbeitet und verkauft werden dürfen. Das betrifft auch Fleisch und Milch der Tiere. Darüber hinaus soll nach dem Gesetzesentwurf der Import von geklonten Tieren und ihren Nachkommen sowie der Handel mit Zuchtmaterial wie Sperma oder Eizellen verboten werden. Für Forschungszwecke und die Entwicklung von Medikamenten soll das Klonen dagegen weiter möglich sein. Bevor der Gesetzesentwurf in Kraft treten kann, muss zunächst der EU-Ministerrat zustimmen. Der hatte zuvor lediglich ein fünfjähriges Moratorium vorgeschlagen. [mas]

Quelle: EPD, APPD

Medizin Strahlen-Therapie kann Hautkrebs stärker machen.

Diesen unerwünschten Effekt haben Ärzte am Mount Sinai Krankenhaus in New York beobachtet. Ziel der Bestrahlung ist eigentlich, die Erbsubstanz der Tumorzellen zu beschädigen, sodass sie nicht weiter wachsen können und absterben. Gleichzeitig wird durch die Strahlen aber auch ein körpereigener Schutz-Mechanismus aktiviert, der DNA-Schäden repariert und die beschädigten Zellen vor dem Abbau durch das Immunsystem schützt. Weil die dafür verantwortlichen Zellen nicht zwischen gesundem Gewebe und dem Tumor unterscheiden können, kämen sie auch den Krebszellen zu Hilfe, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Immunology. Die überlebenden Tumorzellen können in der Folge weniger empfindlich gegen weitere Bestrahlungen sein. [mas]

Quelle: Nature Immunology doi:10.1038/ni3270

Biologie Vorort-Frösche sind häufiger weiblich.

Denn Östrogene im Wasser bringen das Geschlechterverhältnis von Froschpopulationen aus dem Gleichgewicht. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt in Teichen in der Nähe von Häusern und Gärten, schreiben Forscher der Universität Yale im Fachmagazin PNAS. Dort gelangen vermehrt hormonell wirksame Substanzen ins Wasser. Das führt dazu, dass mehr weibliche Tiere schlüpfen. In Vorort-Teichen war der Anteil der Weibchen fast doppelt so hoch wie in Teichen in nahen Waldgebieten, schreiben die Forscher. Ähnliche Effekte sind von Froschpopulationen in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben oder Klärwerken bekannt. Woher die hormonell wirksamen Stoffe kommen, ist unklar. Sie könnten sowohl aus Siedlungs-Abwasser stammen als auch von Pflanzen in den Gärten abgegeben werden. [mas]

Quelle: PNAS

Paläontologie Paläontologen beschreiben die älteste fossile Meeresschildkröte.

Das knapp zwei Meter lange versteinerte Skelett des Tieres ist nach Untersuchungen von Forschern aus Frankfurt und Kalifornien mindestens 120 Millionen Jahre alt und damit 25 Millionen Jahre älter als alle bisher beschriebenen Funde. Damit können die Wissenschaftler den Stammbaum der Meeresschildkröten bis in die Kreidezeit zurückverfolgen. Zu diesem Zeitpunkt spalteten sich die Meeresbewohner von den Land- und Süßwasserschildkröten ab. Fossile Belege aus dieser Zeit seien aber sehr selten, schreiben die Forscher im Fachmagazin PaleoBios. Das Schildkröten-Fossil war bereits im Jahr 2007 in Kolumbien entdeckt, seither aber nicht genauer untersucht worden. Es weist alle typischen Merkmale heutiger meeresbewohnender Schildkröten auf. [mas]

Quelle: Paleo Bios

07.09.2015

Archäologie Forscher hoffen auf ein weiteres Stonehenge

Britische Archäologen glauben, in Südengland, in etwa drei Kilometer Entfernung zum Steinkreis Stonehenge, mithilfe von Bodenradar Hinweise auf eine weitere rituelle Stätte gefunden zu haben. Sie habe aus bis zu 90 aufrecht stehenden Steinen bestanden, die bis zu viereinhalb Meter hoch gewesen seien, berichteten sie heute auf dem British Science Festival in Bradford. Viele der Steine seien erhalten, weil sie von Erde bedeckt seien. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Stätte so alt oder sogar noch älter ist als das rund 4.000 Jahre alte Stonehenge. [mawi]

Quelle: The Stonehendge Hidden Landscape Project

Biologie Kleine Erbgut-Schnipsel in der Nahrung werden verdaut

Chinesische Forscher haben 2011 behauptet: Über die Nahrung aufgenommene kleine Stücke genetischen Materials aus der Reispflanze – sogenannte Mikro-RNA-Moleküle – können den Stoffwechsel des Menschen beeinflussen. Forscher an der ETH Zürich haben die Hypothese im Tierversuch an Mäusen überprüft. Sie untersuchten junge Mäuse, deren Körper eine bestimmte Mikro-RNA, miR-375, nicht herstellen kann. Die Tiere wurden von Mäuseweibchen gesäugt, deren Milch die Mikro-RNA enthält. Im Magen der Mäusejungen fanden Forscher hohe Konzentrationen des Moleküls, an anderen Orten im Körper aber waren die gemessenen Konzentrationen zu gering, um im Körper Gene regulieren und damit den Stoffwechsel beeinflussen zu können. Offenbar werden die Moleküle im Dünndarm in ihre Bausteine zerlegt. Quintessenz der Forscher: Der Traum, mit funktioneller Mikro-RNA-haltiger Nahrung gezielt Körperfunktionen verändern zu können, dürfte vorerst ein Traum bleiben. [mawi]

Quelle: Journal of Biological Chemistry - doi: 10.1074/jbc.M115.676734

Zoologie Kolibris brüten im Schatten von Falkenhorsten

Kolibris bauen ihre Nester gerne unterhalb von Falkenhorsten. Den Grund dafür haben Forscher aus Ecuador und den USA jetzt entdeckt: Falken fressen keine Kolibris, und sie schrecken Eichelhäher ab. Eichelhäher rauben gewöhnlich gerne die Nester von Kolibris aus. An Kolibri-Nester in der Nähe von Falkenhorsten aber trauen sie sich nicht heran, berichten die Forscher im Fachblatt "Science Advances". Falken halten auf ihrem Horst Ausschau nach Beute und ergreifen diese dann im Sturzflug. Diesen Flugraum meiden die Eichelhäher, und die Kolibris nutzen ihn zum Bau ihrer Nester. Der Feind ihres Feindes ist in diesem Fall ihr bester Bodyguard. [mawi]

Quelle: Cience Advances - Doi: 10.1126/sciadv/1500310

Zoologie Karte der Tierarten der Welt zeigt große weiße Flecken

Forscher der Universität Göttingen haben mit US-amerikanischen Kollegen Daten über das Vorkommen aller bekannten Arten von Säugetieren, Vögeln und Amphibien ausgewertet und berechnet, wie gut diese Daten die Tierarten in verschiedenen Regionen der Erde repräsentieren. Ein Großteil dieser Daten stammt aus naturkundlichen Museen. Bislang vermuteten Forscher die größten Wissenslücken in tropischen Entwicklungsländern. Die größten Wissenslücken aber fanden sie in relativ wohlhabenden Schwellenländern wie Brasilien oder China.

Eine verbesserte wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellenländern könnte helfen, das Welt-Wissen in diesem Bereich zu vergrößern, regen die Forscher im Fachblatt "Nature Communications" an. Schwellenländer seien oft im Besitz großer Datenmengen, die jedoch bislang nicht frei zugänglich sind. Solche Daten könnten genutzt werden, um etwa abzuschätzen, wie Arten weltweit auf Klimaveränderungen reagieren werden. [mawi]

Quelle: Nature Communications - Doi: 10.1038/NCOMMS9221.

Umwelt Die Wälder schrumpfen langsamer

Der heute in Durban vorgelegte Weltwaldbericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, macht einen positiven Trend aus. Die Abholzung der Wälder habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verlangsamt. In den 90er-Jahren seien die Waldflächen um jährlich 0,18 Prozent geschrumpft, seit 2010 habe der Verlust nur noch 0,08 Prozent pro Jahr betragen. Während in Europa und Asien – vor allem in China - die Wälder wachsen, schrumpfen sie in Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Ozeanien weiter. Die US-Online-Plattform Global Forest Watch (GFW) kommt zu einer weniger optimistischen Einschätzung als die FAO: Die Erde habe 2014 rund 18 Millionen Hektar Wald verloren, dies sei der größte Jahresverlust seit 2001. Nach wie vor werden Wälder gerodet, um Flächen zur Gewinnung von Rohstoffen wie Gummi und Palmöl sowie für Rinderfarmen und Sojaanbau zu schaffen. [mawi]

04.09.2015

Materialforschung Polyurethan ist eine saubere Sache.

Wissenschaftler aus Kanada haben ein Material für schmutzabweisende Beschichtungen entwickelt, an denen weder wasser- noch fettlösliche Verschmutzungen haften. Der Kunststoff kommt ohne fluorhaltige Bestandteile aus. Das macht die Beschichtung kostengünstiger und zugleich umweltverträglicher als herkömmliche Schutzschichten, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Angewandte Chemie". Das Material besteht aus Polyurethan. Auf diese Makromoleküle haben die Wissenschaftler Seitenketten aus dem Silikonöl PDMS aufgepfropft. Das bildet einen dünnen Flüssigkeitsfilm, der wie Schmierseife wirkt. Der Polymerfilm weist zum Beispiel Fingerabdrücke ab. Denkbare Anwendungen sind Beschichtungen von Touchscreens sowie Anti-Graffiti-Beschichtungen.

Quelle: Angewandte Chemie

Pflanzenforschung Sprengstoff aus der Erde saugen

Forscher aus Großbritannien haben eine Mutation entdeckt, durch die Pflanzen widerstandsfähig gegen TNT werden. Normalerweise sammelt sich der Sprengstoff in den Wurzeln der Pflanzen an und bremst ihr Wachstum. Manche Pflanzen verfügen jedoch über eine Genvariante, die es ihnen erlaubt, das TNT chemisch umzuwandeln und damit unschädlich zu machen. Nachgewiesen haben die Forscher die Mutation an der Acker-Schmalwand. Pflanzen mit dieser Erbanlage dürften sich besonders dafür eignen, den Sprengstoff aus belasteten Böden über ihre Wurzeln wieder zu entfernen, argumentieren die Forscher im Fachmagazin "Science".

Quelle: Science

Physik Forscher erschaffen ein magnetisches Wurmloch.

Physiker aus Spanien haben ein Gebilde konstruiert, das ein magnetisches Feld von einem Punkt im Raum zu einem anderen Punkt verschiebt, ohne dass es dazwischen nachweisbar wäre. Das Objekt besitzt die Form einer Kugel, durch die ein Tunnel von einem Pol zum anderen führt. Es besteht aus magnetischen Metamaterialien, die dazu in der Lage sind, ein konstantes Magnetfeld zu manipulieren. Nähert sich dem Tunnel in der Kugel zum Beispiel ein Stabmagnet, dann verschwindet dessen Feld im Inneren des Tunnels und kommt erst wieder an seinem Ende zum Vorschein. Dadurch entstehe der Eindruck, dass es sich um einen magnetischen Monopol handele, schreiben die Forscher in den "Scientific Reports". Ihre Kugel ähnele damit einem kosmischen Wurmloch, wie es von der allgemeinen Relativitätstheorie beschrieben wird.

Quelle: Scientific Reports

Tierforschung Sag mir, wo die Löwen sind.

Wenn die Zahl der Beutetiere in einem Ökosystem steigt, wächst die Zahl der Räuber nicht im selben Maße an. Stets vermehren sie sich langsamer als ihre Beute. Das ist das Ergebnis einer Metastudie, in die über tausend Einzelpublikationen eingeflossen sind. Der Zusammenhang gelte für eine Vielzahl von Jäger-Beute-Beziehungen – für Löwen und Gazellen in der afrikanischen Savanne genauso wie für Fischpopulationen in Flüssen und Seen. Das berichten die Autoren der Studie, Wissenschaftler aus Kanada, im Fachmagazin "Science". Den Forschern zufolge liegt das Missverhältnis daran, dass die Beutetiere weniger Nachwuchs in die Welt setzen, wenn ihre Populationsdichte zunimmt. Aber gerade diese Jungtiere stünden vor allem bei den Jägern auf der Speisekarte.

Quelle: Science

Medizin Ein Anti-Diabetes-Mittel setzt an der Leber an.

Forscher aus den USA erproben zur Zeit einen Wirkstoff, der bei Typ-2-Diabetes helfen könnte. Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, drosselt die Substanz den Ausstoß von Blutzucker, also Glukose, in der Leber. In Untersuchungen an Mäusen haben die Wissenschaftler nun den genauen Wirkmechanismus bestimmt: Der Stoff blockiert ein Protein, das sonst eine Vorstufe der Glukose in die Kraftwerke der Leberzellen transportiert, in die Mitochondrien. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Cell Metabolism". Ein Medikament auf Basis dieses Wirkstoffes könnte weltweit Millionen von Menschen zu Gute kommen, heißt es dort.

Quelle: Cell Metabolism, Eurekalert

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